Freitag, 30. September 2022

Vollversammlung: Deutsche Bischöfe bleiben im Dissens

Eine bischöfliche Liturgie
 

Oberhirten tagten zu Synodalem Weg, Missbrauch und Ad-limina-Besuch
Bischöfe beenden Vollversammlung: Brüder im Dissens
Bei der am Donnerstag zu Ende gegangenen Vollversammlung der deutschen Bischöfe zeigte sich, wie zerstritten die Oberhirten sind: In der Frage der kirchlichen Reformen finden Mehrheit und Minderheit im Episkopat nicht zueinander.
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Rückblick: Herbst-Vollversammlung 2022 in Fulda
Vom 26. bis 29. September 2022 hat in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden. An ihr nahmen 65 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Bischof Dr. Georg Bätzing, teil. Coronabedingt tagten die Bischöfe erneut im Stadtschloss Fulda.
Schwerpunkte der Beratungen waren der Fortgang des Synodalen Weges und die Vorbereitung des Ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe im November 2022 in Rom. Angesichts der zurückliegenden Synodalversammlung und damit verbundener Themen ging es neben einem halbtägigen Studientag zum Synodalen Weg auch um Themen, die von der Bischofskonferenz in Rom vorgebracht werden sollen. Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen war die Neuordnung des Themenbereichs sexueller Missbrauch an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen. Damit hing auch zusammen, dass der bisherige Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs, Bischof Dr. Stephan Ackermann, angekündigt hatte, nach zwölf Jahren die Aufgabe abgeben zu wollen. Außerdem hat sich die Vollversammlung mit einer Bilanz der Unterstützung für die Flutkatastrophe 2021 sowie damit verbundenen Fragen der Notfallseelsorge befasst.
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Pressebericht Herbst-Vollversammlung 2022
Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, von der Herbst-Vollversammlung in Fulda, veröffentlicht am 29. September 2022
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Montag, 26. September 2022

Bischof Zsifkovics wirbt für "Geh-hin-Kirche"

 

Eisenstadt: Zsifkovics für "Geh-hin-Kirche" statt "Komm-her-Kirche"

Bei Pastoraltagung im Haus der Begegnung stand Prinzip der Synodalität im Zentrum - Eisenstädter Bischof nennt mit Blick auf synodalen Prozess "konkrete Umsetzung der aus der Befragung resultierenden Arbeitsthemen" als Ziel der Diözese 

Eisenstadt, 21.09.2022 (KAP) "Pastorale Kreativität" ist nach den Worten des Eisenstädter Bischofs Ägidius J. Zsifkovics gefordert, "um auf die Menschen dort zuzugehen, wo sie leben". Man dürfe "nicht darauf warten, dass sie kommen". Seelsorge solle im Sinne einer "Geh-Hin-Kirche" erfolgen, nicht als "Komm-Her-Kirche". Erste und wichtigste Herausforderung sei es heute, "Jesus bekannt zu machen" und die Menschen zu ihm zu führen, betonte der Bischof. Aufgabe der pastoralen Dienste in der Diözese Eisenstadt sei es, in diesem Sinn den Pfarren zu helfen, neue Wege der "Erstverkündigung" zu beschreiten.

Bischofs Zsifkovics äußerte sich bei einer zweitägigen Pastoraltagung im Eisenstädter Haus der Begegnung, bei der sich Kleriker und Mitarbeitende in der Seelsorge in Vorträgen und Workshops mit dem Prinzip der Synodalität befasste, berichtet die Kirchenzeitung "martinus" in ihrer aktuellen Ausgabe (25.9.). Referenten waren der Innsbrucker Kirchenrechtler Wilhelm Rees und der Wiener Pastoraltheologe Johann Pock. Zsifkovics informierte in seiner Eröffnungsrede über den bisherigen und geplanten weiteren Verlauf des synodalen Prozesses im Burgenland. Das Ziel sei "die konkrete Umsetzung der aus der Befragung resultierenden Arbeitsthemen in unserer Diözese".

Die im Burgenland formulierten Anliegen für eine zukunftsfähige Kirche wurden wie in den anderen Diözesen an die Österreichische Bischofskonferenz weitergegeben; diese sandte einen Österreich-Bericht nach Rom zur Weiterarbeit im Hinblick auf die Weltbischofssynode im Oktober 2023. In der Diözese Eisenstadt werden nun unter der Leitung von Richard Geier, dem Leiter der Abteilung "Pastorale Dienste", breit besetzte Gruppen errichtet, die an den bisher definierten Themen weiterarbeiten, kündigte Zsifkovics an.

Schlüsselbegriff "Geschwisterlichkeit"

Der Bischof legte den Teilnehmenden an der Pastoraltagung "Geschwisterlichkeit" als Schlüsselbegriff ans Herz, um den vom Papst ausgerufenen synodalen Prozess konsequent fortzusetzen. Die Kirche würde "umso mehr zu einer glaubwürdigen Zeugin des Evangeliums", je mehr ihre Mitglieder Gemeinschaft leben und auch am Glauben Interessierten "eine gastfreundliche Gemeinschaft" bieten. Auch Bischöfe, Kleriker und Ordensleute, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende sollten sich fragen: "Sind wir Geschwister oder Konkurrenten, die in Parteien gespalten sind?"

Zsifkovics plädierte dafür, in diesem Geist des synodalen Prozesses auch die im Burgenland geplanten Seelsorgeräume umzusetzen. Eine "schlanke, zeitgemäße und effektive 'Zentrale'" solle den Pfarren eine gute Hilfe bieten.

Kirchenrechtler: Laien aufwerten

Der Innsbrucker Theologe Rees wies auf Diözesansynoden als eine Form der Synodalität hin, die auch im Kirchenrecht verankert sind. Dabei sollte die Anzahl der teilnehmenden Laien erhöht und deren Mitsprachemöglichkeiten ausgeweitet werden. Nach den Worten des Kirchenrechtlers sollte das Einspruchsrecht des Bischofs auf die Glaubens- und Sittenlehre beschränkt werden. Rees riet auch dazu, dass die Beschlüsse der Diözesansynode so in Kraft gesetzt werden sollten, wie sie beschlossen werden - ohne Abänderung des Bischofs. Auch in früheren Zeiten hätten Laien nicht nur eine beratende Funktion bei Synoden innegehabt, erklärte Rees. Vielmehr hätten Kleriker und Laien gemeinsam Entscheidungen getroffen.

Pastoraltheologe Pock erarbeitete mit den Seelsorge-Verantwortlichen in Modelle, wie Synodalität in Zukunft konkretisiert werden könnte. Dabei wurde laut dem "martinus"-Bericht vorgeschlagen, in Pfarren einmal pro Jahr eine Pfarrversammlung abzuhalten, bei der alle Interessierten mitreden können.

Weiterführend:


Der Bericht der Diözese Eisenstadt über die Ergebnisse der Konsultation im Rahmen der Vorbereitung der Weltbischofsynode 2023
Synodalität. Partizipation. Gemeinschaft.
als PDF >> 
 
 
Von der “Komm her (in die) Kirche” zur “Geh hin Kirche”
Synodaler Weg - Hinhören
Kath. Kirche Kärnten, 29.3.2022
 

Von der ‚Komm her‘-Kirche zu einer ‚Geh hin‘-Kirche
Zur Ermutigung für die Zukunft und zur Diskussion über Spannungsfelder trafen sich Ende vergangener Woche knapp 500 Pfarrgemeinderät/innen aus ganz Österreich mit den Bischöfen in Mariazell. Klar wurde dabei: Die Laien werden in der Kirche künftig mehr Verantwortung übernehmen. 

Donnerstag, 22. September 2022

Österreich-Bericht zum Synodalen Prozess veröffentlicht

 

Synodaler Prozess: Österreich-Bericht veröffentlicht

Zentrale Anliegen der österreichischen Katholikinnen und Katholiken sind u.a. Geschlechtergerechtigkeit und Partizipation in der Kirche - Bischofskonferenz-Vorsitzender Erzbischof Lackner: Doppelte Verantwortung, Orts- und Universalkirche zugleich gerecht zu werden - Prof. Polak: Bisherigen Ergebnisse zeigen starke Binnenorientierung der österreichischen Kirche, die einer Horizonterweiterung über die Kirchengrenzen hinaus bedarf
Bischofskonferenz.at >>

 

Synodaler Prozess: Was Österreichs Katholikinnen und Katholiken bewegt

Zusammenfassung der "Nationalen Synthese zum synodalen Prozess", die am 21. September in Wien präsentiert wurde
Bischofskonferenz.at >>


Nationale Synthese zum synodalen Prozess

Statements zur Synthese

Begleitwort

 

Kommentare:

Synodalität: KAÖ vermisst klare kirchenpolitische Forderungen
Führungstrio der Katholischen Aktion nimmt "nationale Synthese zum synodalen Prozess" mit gemischten Gefühlen auf - Zehnseitiger "differenzierter" Text bleibt in manchem zu vage
Katholisch.at >>

 
Theologen zum Synodalen Prozess: "Weiter-So" funktioniert nicht
Herausgeber Zulehner, Neuner und Hennersperger in Vorwort von Sammelband zur "Synodalisierung": Prozess, den Papst anstieß, "darf nicht in einer Enttäuschung enden" - Bibel und Kirchengeschichte bieten Ansätze für "flache kirchliche Hierarchien" - Frauenfrage als Schlüssel für Paradigmenwechsel Katholisch.at >>

500 Jahre Luthers Neues Testament

Vor 500 Jahren: Luthers Bibelübersetzung sorgt für eine Sensation

Ein Brandbeschleuniger der Reformation
Vor 500 Jahren: Luthers Bibelübersetzung sorgt für eine Sensation

Die Sprachgewalt Martin Luthers hat den deutschen Wortschatz geprägt. Vor 500 Jahren veröffentlichte er auf der Leipziger Buchmesse seine Übersetzung des Neuen Testaments in deutscher Sprache. Das Werk verbreitete sich rasend schnell.
Katholisch.de >>


500 Jahre Lutherbibel
Reformator der deutschen Sprache
Vor 500 Jahren übersetzte Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche – eine Revolution. Damit ermöglichte er vielen Menschen, die Bibel zu lesen und zu verstehen, und schuf die Grundlage für eine einheitliche deutsche Sprache.
Deutschlandfunk >>

Interview, Luther-ABC, Podcast zum Wartburg-Experiment
Eisenach feiert 500 Jahre Lutherbibel:
Einst Bestseller, heute Buch mit sieben Siegeln?

Nächstenliebe und Judaslohn, Machtwort und Bluthund, Feuertaufe und Herzenslust – nur ein paar der starken Worte, die Martin Luther als Übersetzer der Bibel geschaffen hat. In der Rekordzeit von nur elf Wochen übertrug der vom Papst gebannte und vom Kaiser geächtete Reformator das Neue Testament auf der Wartburg ins Deutsche. Vor genau 500 Jahren wurde das "Septembertestament" veröffentlicht. Ein Jubiläum, das bis 18. September mit einer Festwoche unter dem Motto "Die Kraft der Worte" gefeiert wird. Warum, das haben wir Jochen Birkenmeier, Direktor und Kurator im Lutherhaus Eisenach, gefragt.
mdr.de >>


500 Jahre Bibelübersetzung
Ein Buch erobert die Welt
Deutsche Bibelgesellschaft >>

 

Mittwoch, 21. September 2022

US-Kirche veröffentlicht Beitrag zur Weltbischofssynode

Weltsynode

Dokument der amerikanischen Bischöfe zeigt Gräben und fordert Neubesinnung

Weltsynode: US-Kirche fordert Reformen für Frauen, LGBTQ und Liturgie
Nun haben auch die US-Bischöfe ihren Beitrag zur Weltbischofssynode veröffentlicht. Vor allem Frauenrechte und LGBTQ-Personen beschäftigen die US-Kirche. Vorlieben bei der Liturgie und Uneinigkeit mancher Bischöfe mit dem Papst sorgen für Streit.
Katholisch.de >>
 

Zum Thema:

Synodaler Prozess: Präsentation der Österreich-Ergebnisse am Mittwoch (21.09.)
Pressekonferenz mit Vorsitzendem der Bischofskonferenz, Erzbischof Lackner, sowie Pastoraltheologin Polak und KPH-Rektorin Steinmair-Pösel am 21. September um 10 Uhr in Wien
Bischofskonferenz.at >>

 
500.000 Menschen haben sich an Befragung beteiligt
Weltsynode: Italiens Katholiken wollen Reformen und hörende Kirche
Offenheit, Transparenz, Laienbeteiligung: Auch die Katholiken in Italien wünschen sich laut der Zusammenfassung für den weltweiten synodalen Prozess Reformen in der Kirche. Die Befragung habe dabei schon erste Früchte gezeigt.
Katholisch.de, 19.08.2022 >>


Katholiken in der Schweiz für mehr Synodalität
Schweizer Schlussbericht zum synodalen Prozess: Wunsch nach Reformen

Für mehr Synodalität und ein Ende der Diskriminierung von Frauen, Geschiedenen und queeren Menschen: Diese Botschaft sendet die Schweizer Kirche mit ihrem Abschlussbericht zum synodalen Prozess nach Rom. Auf "Forderungen" wurde bewusst verzichtet.
Katholisch.de, 16.08.2022 >>


Erzbistum stellt Beitrag zum weltweiten synodalen Prozess vor
Luxemburger Katholiken für Änderungen bei Sexualmoral und Zölibat
Auch im Erzbistum Luxemburg ist die erste Phase des weltweiten synodalen Prozesses beendet. In der Zusammenfassung, die in die Bischofssynode einfließen wird, fordern die Gläubigen ähnliche Reformen wie die Katholiken anderer Länder.
Katholisch.de, 26.07.2022 >>


Eigenes Dokument angekündigt – Missio Aachen unterstützt Projekt
Weltsynode: 2.000 Ordensfrauen aus Afrika für mehr Teilhabe in Kirche
Ihre Stimmen würden oft überhört – deshalb wollen sich rund 2.000 afrikanische Ordensfrauen mit einem eigenen Dokument am weltweiten synodalen Prozess beteiligen. Unterstützung für das Projekt gibt es aus Deutschland.
Katholisch.de, 26.07.2022 >>

Bischofskonferenz veröffentlicht Zusammenfassung der diözesanen Befragung
Weltsynode: Auch Belgiens Katholiken für Frauenpriestertum
Was in anderen Zusammenfassungen zum weltweiten synodalen Prozess schon deutlich wurde, zeigt sich nun auch in Belgien: Gläubige fordern eine stärkere Rolle von Frauen in der Kirche. Ihre Nichtzulassung zum Priesteramt ist für viele "realitätsfern".
Katholisch.de, 08.07.2022 >> 

 
Zusammenfassung der diözesanen Phase des weltweiten synodalen Prozesses
Weltsynode: Katholiken aus England und Wales fordern inklusive Kirche
Wenn es nach den Katholiken in England und Wales geht, sollen Frauen eine wichtigere Rolle in der katholischen Kirche spielen. Das ist eine der zentralen Forderungen in der Zusammenfassung der diözesanen Phase des weltweiten synodalen Prozesses.
Katholisch.de, 27.06.2022 >>


Untersuchung der diözesanen Zusammenfassungen
Synodaler Prozess: 96 Prozent der Katholiken Irlands für Frauenweihe
Auf das Volk Gottes hören in all seiner Vielfalt: Das ist das Ziel der ersten Phase des weltweiten synodalen Prozesses. Die Katholiken in Irland sind sich bei vielen Themen, die auch in Deutschland diskutiert werden, allerdings erstaunlich einig.
Katholisch.de, 17.06.202 >>

Dienstag, 20. September 2022

Pfarrer wird Kindergärtner

Priester: "Das System Kirche bröckelt gewaltig"

Warum Andreas Fink kein Pfarrer mehr sein will
Priester: "Das System Kirche bröckelt gewaltig"
Andreas Fink will kein leitender Pfarrer mehr sein und hat eine dreijährige Ausbildung zum Erzieher begonnen. Von Münsters Bischof Felix Genn hat der 51-Jährige dafür eine Auszeit erhalten. Im Interview mit katholisch.de spricht Fink über die Beweggründe für seine Umschulung.
Katholisch.de >>


Montag, 19. September 2022

Denk Dich Neu


Kirchliche Jugendinitiative startet mit CAFeBIKE durch

Die kirchliche Jugendinitiative "Denk Dich Neu" nimmt wieder Fahrt auf - und das ganz wörtlich - denn ab sofort tourt ein "CAFeBIKE" durch ganz Österreich. Die Idee dahinter: Bei einem kostenlosen Kaffee, Tee oder Kakao sollen Räume für Gespräche geöffnet werden und Ideen für ein "Gutes Leben für alle" gesammelt werden. "Wir wollen jungen Menschen nicht von unserer Vorstellung eines guten Lebens erzählen, vielmehr von ihnen hören, wie sich dieses Motiv in ihrem Leben zeigt", betont Sebastian Riedel, Österreichkoordinator für das "CAFeBIKE". Zudem wolle man so als Kirche an Orten präsent sein, wo man dies als junger Mensch vielleicht nicht erwarte: "Am Badeplatz, im Skaterpark, oder am Weg zur Schule."
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