Freitag, 31. März 2023

Vatikan erteilt Taufe und Predigt durch Laien Absage

Kardinal Arthur Roche beim Konsistorium

DBK will mit Rom im Gespräch bleiben und greift Dialogangebot auf
Synodaler Weg: Vatikan erteilt Taufe und Predigt durch Laien Absage
Vatikanstadt/Bonn ‐ In einigen deutschen Bistümern predigen und taufen Laien, und der Synodale Weg fordert, das zur Regel zu machen. Doch auch hier gibt es Gegenwind aus Rom: Der Liturgiepräfekt fordert eine Besinnung auf die geltenden Regeln des liturgischen Rechts ein. Die Bischofskonferenz will den Dialog suchen.
Katholisch.de, 30.03.2023


Vatikan übt erneut Kritik an Reformvorhaben in Deutschland
Taufe und Predigt im Blick
Der Vatikan hat sich gegen eine große Aufwertung von Laien bei Taufen und Predigten in der katholischen Kirche ausgesprochen. Das vatikanische Amt für Gottesdienste und Sakramente hat einen Brief mit entsprechendem Inhalt verfasst.
Domradio, 30.03.2023 

 
Brief des Liturgie-Dikasteriums
„Mit Verboten kommt die Kirche nicht mehr weiter, nur mit Dialog“
Wir sind Kirche zur Absage des Vatikans für Predigten und Taufen durch Laien
Wir-sind-Kirche.de, 30.3.2023

Standpunkt
Roms Argumente zu Taufe und Predigt zeigen die Krise des Priesteramts
Bonn ‐ Ein weiterer Brief aus Rom setzt dem Synodalen Weg Grenzen – dieses Mal bei Taufe und Predigt. Der Brief will das Weihesakrament schützen, indem es Kleriker von Laien abgrenzt. Wer so argumentiert, zeigt die Krise des Priestertums, kommentiert Felix Neumann.
Katholisch.de, 31.03.2023

Donnerstag, 30. März 2023

Kinderschutzexperte Zollner kritisiert Päpstliches Gremium

Der Jesuitenpater Hans Zollner ist Leiter des Centre for Child Protection (CCP) in Rom.

Zollner: Rückzug aus Papst-Kommission wegen "struktureller Probleme"
Vatikanstadt ‐ Der deutsche Präventionsexperte Hans Zollner verlässt die Päpstliche Kinderschutzkommission. Kurz nach Veröffentlichung der Mitteilung äußert er sich selbst zu seinen Beweggründen – und kritisiert die Kommission: Es gebe mangelnde Transparenz und zu wenig Verantwortungsübernahme.
Katholisch.de, 29.03.2023


Pater Zollner kritisiert nach Rückzug Vatikan scharf
"Unmöglich weiterzuarbeiten"
Überraschend hat der Jesuit und Kinderschutz-Experte Hans Zollner am Mittwoch angekündigt, sich aus der päpstlichen Kinderschutzkommission zurückzuziehen und übte dabei scharfe Kritik an der Zusammenarbeit von Kommission und Vatikan.
Domradio, 29.03.2023

Kardinal zum Rückzug des deutschen Jesuiten wegen "struktureller Probleme"
O'Malley weist Zollner-Kritik an Vatikan-Kinderschutzkommission zurück
Vatikanstadt ‐ Was läuft schief bei der vatikanischen Kinderschutzkommission? Für den Präventionsexperten Hans Zollner so viel, dass er seinen Rückzug erklärte – mit einem Katalog an Vorwürfen. Der Chef der Kommission ist überrascht, aber will die Vorwürfe prüfen.
Katholisch.de, 30.03.2023


"Wir sind Kirche" bedauert Rückzug von Zollner
Kompetenz geht mit ihm verloren
Die Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" hat den Rückzug des katholischen Kinderschutz-Experten Hans Zollner aus der päpstlichen Kinderschutzkommission bedauert. Entsprechend äußerte sich Sprecher Christian Weisner.
Domradio, 30.03.2023 

 
Deutscher Jesuit hatte Amt wegen "struktureller Probleme" aufgegeben
Kindermissionswerk: Besorgt wegen Zollner-Rückzug aus Papst-Kommission
Aachen ‐ Am Mittwoch hatte der deutsche Jesuitenpater Hans Zollner überraschend seinen Rückzug aus der Päpstlichen Kinderschutzkommission bekannt gegeben. Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" sieht das mit großer Sorge.
Katholisch.de, 31.03.2023

Mittwoch, 29. März 2023

Hollerich: Verbot der Frauenweihe sei "wahrscheinlich" keine unfehlbare Lehre des Papstes

Kardinal Hollerich schließt Weihe von Frauen nicht per se aus

Erzbischof äußert sich zudem zur Papst-Kritik am Synodalen Weg
Kardinal Hollerich schließt Weihe von Frauen nicht per se aus
Split ‐ Das Verbot der Frauenweihe sei "wahrscheinlich" keine unfehlbare Lehre des Papstes, glaubt Kardinal Jean-Claude Hollerich. Mit der Zeit könne man anders entscheiden. Außerdem sagt er, wieso Franziskus den deutschen Synodalen Weg kritisiert.
Katholisch.de, 28.03.2023 

Domradio,  28.3.2023



Hollerich wünscht mehr Verständnis für Ängste Jugendlicher
Kirche "als Teil eines Problems"
Der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich hat die katholische Kirche zum Wandel aufgerufen. "Wir müssen uns verändern, andernfalls versteht man die Frohe Botschaft nicht mehr", sagte der Erzbischof am Montag in Rom.
Domradio, 28.03.2023

Sonntag, 26. März 2023

Kardinalsrat mit neuen Mitgliedern für die 3. Periode

Die Mitglieder des K9-Rats beraten mit Papst Franziskus über die Kurienreform.

Papst Franziskus hat sein Beratergremium neu justiert
Der neue Kardinalsrat – Berater für eine synodalere Kirche
Vatikanstadt ‐ Als Jorge Bergoglio neuer Bischof von Rom wurde, holte er sich aus den übrigen Teilen der Welt eigene Berater nach Rom. Seither war dieser Kardinalsrat persönliches Werkzeug des Papstes. Jetzt hat Franziskus ihn neu justiert.
Katholisch.de, 24.03.2023

 Apostolische Konstitution Praedicate Evangelium von 2022

Apostolische Konstitution Pastor Bonus von 1988

Inhalts-Synopse beider Konstitutionen als PDF

 

Das zentrale Projekt des Papstes birgt noch viele Fragen
Sparsamer und mit mehr Frauen? Ein zweiter Blick auf die Kurienreform

Eine Stärkung von Laien und insbesondere Frauen, eine Verschlankung der Kurie, eine Neuausrichtung auf Evangelisierung und Mission – das sind die großen Schlagworte, unter der die überraschend am Samstag veröffentlichte Apostolische Konstitution "Praedicate Evangelium" in der Öffentlichkeit aufgenommen wurden. Viele Überschriften in kirchlichen und weltlichen Medien hoben wie später die Pressekonferenz des Vatikans vor allem auf die anscheinende Stärkung der Rolle von Frauen in der Leitung von Kirche ab, manche witterten schon über die Verwaltung hinaus Morgenluft für Reformanliegen auf diesem Gebiet.

Ein zweiter Blick auf den neuen Organisationserlass für die Kurie (ein treffenderes weltliches Äquivalent als die ebenfalls häufig verwendete Formulierung einer neuen "Verfassung") wirft aber Fragen auf: Ja, Laien können künftig auch Leitungsfunktionen in der päpstlichen Verwaltung übernehmen – aber ist das primär eine Aufwertung von Laien, oder Ergebnis einer ekklesiologischen Herunterstufung der Kurie? Erklärtes Ziel, auch in der Konstitution selbst, ist eine Verschlankung der Kurie. Doch gibt es die wirklich – oder wurden nicht eigentlich nur Zuschnitte und Zuständigkeiten geändert und Bezeichnungen vereinheitlicht bei einem im Wesentlichen gleich gebliebenen Arbeitspensum der Kurie? Und kann eine Organisationsreform tatsächlich die Kirche stärker auf Mission und Evangelisierung ausrichten?
Katholisch.de, 23.3.2022

Samstag, 25. März 2023

Bischof Bode tritt wegen Missbrauchsskandal zurück

Franz-Josef Bode wirft das Handtuch


Bistum Osnabrück: Papst nimmt Bodes Rücktritt an
Papst Franziskus hat den von Bischof Franz-Josef Bode vorgelegten Rücktritt „von der Seelsorge der Diözese Osnabrück“ angenommen. Das teilte der Vatikan ohne weitere Gründe mit.
VaticanNews, 25.3.2023
 

Erster Rücktritt eines deutschen Bischofs im Missbrauchsskandal
Franz-Josef Bode wirft das Handtuch
Osnabrück ‐ Erst lehnte er den Schritt noch ab. Doch nun hat Bischof Franz-Josef Bode mit seinem Rücktritt doch Konsequenzen gezogen aus dem schlechten Zeugnis, das ihm im vergangenen Herbst eine Studie zum Umgang mit den Missbrauchsfällen im Bistum Osnabrück ausgestellt hatte.
Katholisch.de, 25.3.2023

 Bischof Bode tritt zurück
Am Samstag räumte Bode ein: „In den fast 32 Jahren meines bischöflichen Dienstes, davon fast 28 Jahre als Bischof von Osnabrück, trug ich Verantwortung in einer Kirche, die nicht nur Segen gebracht, sondern auch Schuld auf sich geladen hat. Insbesondere im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt durch Kleriker habe auch ich selbst lange Zeit eher die Täter und die Institution als die Betroffenen im Blick gehabt. Ich habe Fälle falsch eingeschätzt, häufig zögerlich gehandelt und manche falsche Entscheidung getroffen und bin meiner Verantwortung als Bischof an diesen Punkten nicht gerecht geworden.“
„Ich bekenne mich ausdrücklich zu meiner Verantwortung wie zu meinen persönlichen Fehlern und kann heute nur alle Betroffenen erneut um Verzeihung bitten!“, so Bode.
CNA-Deutsch, 25.3.2023

Zwischenbericht zur Missbrauchsstudie für das Bistum Osnabrück von 2022

Rom reagiert so panisch, weil die Machtfrage weltweit aufbricht

Kirchenrechtler Thomas Schüller


Sie sei eine Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils
Schüller: Überhöhung des Bischofsamts ist nicht ursprungsgetreu
Nach Ansicht des Münsteraner Kirchenrechtlers Thomas Schüller ist eine Überhöhung des Bischofsamts nicht ursprungsgetreu. Vielmehr sei sie eine Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er-Jahren, sagte Schüller der im hessischen Oberursel erscheinenden Monatszeitschrift "Publik-Forum" (Donnerstag). Das Konzil habe die Bischöfe zu "absolutistischen Fürsten" gemacht.
Schüller kritisierte das Festhalten der Bischöfe an ihrer Macht. "Wenn man schon keine geistliche Autorität mehr hat, dann ist es immerhin noch die formale Macht, die einem ein gutes Gefühl vermittelt", so der Kirchenrechtler. Selbst die Reformer unter den Bischöfen wollten keine Macht abgeben.
Katholisch.de, 24.03.2023 

 
Enttäuschung bei vielen Gläubigen, wenn es keine Reformen gibt
Wolf: Weltweiter synodaler Prozess "gefährliches Spiel mit dem Feuer"
Zürich ‐ Als Ergebnis des weltweiten synodalen Prozesses befürchtet der Kirchenhistoriker Hubert Wolf vor allem Enttäuschung – so, wie es auch beim Synodalen Weg in Deutschland erkennbar sei. Bei manchen Reformfragen sollten die Bischöfe mehr Rückgrat zeigen.
Katholisch.de,  24.03.2023


Hubert Wolf: Schweizer Bischöfe sollen verheiratete Männer zu Priestern weihen
Die Bischöfe sollen ihre bischöfliche Macht in Anspruch nehmen, sagt der Kirchenhistoriker Hubert Wolf. Das bedeute, Papst Franziskus um einen Indult zu bitten, um verheiratete Männer zu Priestern oder auch Frauen zu Diakoninnen zu weihen. Ein Gespräch über den unsynodalen Papst Franziskus, Monika Schmid – und Sex.
Kath.ch, 24.3.2023

Scharfe Kritik am Synodalen Weg
Dogmatikerin Knop: Bischöfe "lassen auf ihre Macht nichts kommen"
Köln ‐ Die empfindlichste Stelle für die Bischöfe seien die Macht, die eigenen Privilegien, die eigene Rolle im System, meint Theologin Julia Knop. "Daran soll partout nicht gerührt werden. Und jeder Versuch, das zu tun, löst sofort ihren Abwehrreflex aus."
Katholisch.de, 13.03.2023

 

Donnerstag, 23. März 2023

Weltsynode: Widerspruch von Laien gegen Generalsekretär in Indien

Bischöfe bei der Weltbischofssynode in Rom

Catholic Women's Council warnt vor Manipulation bei Bischofssynode 
Mumbai ‐ In einem Beitrag zur Weltsynode schrieb der Generalsekretär der indischen Bischofskonferenz, dass die Reformthemen des Westens in Indien keine Rolle spielten. Dem widersprechen indische Laien vehement und warnen vor Manipulationen der Bischofssynode.

Indische Laien werfen dem Generalsekretär der indischen Bischofskonferenz, Francis Gonsalves, vor, die Situation der indischen Kirche zu beschönigen. "Die Schlussfolgerungen von Pater Gonsalves stimmen nicht mit der Realität überein. Er spricht von einer ziemlich reifen Kirche mit wenigen Problemen und repräsentiert daher die hoffnungsvollen Ansichten der Bischöfe Indiens und nicht die Ansichten der Menschen in der Kirche selbst", heißt es in einer Stellungnahme des Catholic Women's Council, die katholisch.de vorliegt. In einem Gastbeitrag zur Weltsynode auf katholisch.de hatte der Generalsekretär der indischen Bischofskonferenz vergangene Woche erklärt, dass die Reformthemen des Westens "wie sexueller Missbrauch innerhalb der Kirche, Frauenweihe, die Anerkennung der Rechte der LGBTQIA+ Community, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Zölibat und so weiter – in Indien nicht, zumindest gegenwärtig nicht, relevant sind".

Gonsalves versuche ein "rosiges Bild der Kirche in Indien zu zeichnen", heißt es in der Stellungnahme. Sein Bericht spiegle eine Kirche wider, deren Fokus darauf liege, ihren Status quo und ihre Machtzentren zu schützen. "In ihrer Angst, selbstkritisch zu sein, endet sie als Karikatur einer erlebten Realität", warnt das Catholic Women's Council.
Katholisch.de,22.3.2023