Sonntag, 30. April 2023

Wenn sich Frauen zur Diakonin berufen fühlen

Wenn sich Frauen zur Diakonin berufen fühlen

Qualifiziert, kompetent, aber weiblich
Bonn ‐ Das "Netzwerk Diakonat der Frau" organisiert seit 1999 Kurse für Frauen, die sich zur Diakonin berufen fühlen. Auch wenn es diesen Beruf in der Kirche bislang nicht gibt. Claudia Köring ist eine der Teilnehmerinnen. Sie gab sogar ihren Beruf zugunsten ihrer Berufung auf.
Katholisch.de, 29.04.2023


Wartet nicht! 25 Jahre Tag der Diakonin – (k)ein Grund zum Feiern?
Seit 25 Jahren gibt es den Tag der Diakonin. Dorothea Reininger, Mitbegründerin und bis 2007 Vorsitzende des Netzwerks Diakonat der Frau, über Erreichtes und Erwartungen.
feinschwarz.net, 27. April 2023


29. April:
Gedenktag der Hl. Katharina von Siena und „Tag der Diakonin“
Bereits in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erheben sich erste Stimmen, die über den Diakonat der Frau nachdenken. An den Bemühungen und Überlegungen, die sich nach dem 2. Weltkrieg für die Einführung des Ständigen Diakonats einsetzten, hatten von Anfang an Frauen teil.
Netzwerk Diakonat der Frau >>

„Wartet nicht!“ – Frauen zum Diakonat zulassen
Bereits seit 25 Jahren wird am „Tag der Diakonin“ gefordert, Frauen zum Diakonat zuzulassen. Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – Bundesverband e.V. (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben ihre langjährige Forderung nachdrücklich bekräftigt und zu Gottesdienst und Podiumsgespräch nach Frankfurt am Main eingeladen, dem Tagungsort des Synodalen Wegs.
KDFB, 29.04.2023

Donnerstag, 27. April 2023

Weltsynode: Stimmrecht für Laien und Bischöfe "direkt und unmittelbar Unserer Macht unterstellt"

Papst lässt Frauen bei Bischofssynoden abstimmen
Mindestens 70 Laien, davon die Hälfte Frauen, sollen künftig an den Bischofssynoden im Vatikan abstimmen dürfen. Damit löst Franziskus sein Versprechen ein, diese mehr an Beratungen und Entscheidungen in der katholischen Kirche zu beteiligen.
BR24, 26.4.2023

Die Weltsynode verkommt zur Mogelpackung
Die Welt jubelt: Frauen dürfen bei der Weltsynode in Rom mitbestimmen. Doch der Vatikan wirft den Gläubigen nur einen mageren Knochen zu. Denn die Bekanntgabe der Sitzverteilung ist nichts anderes als eine Zementierung des Klerikalismus. Ein Kommentar von Annalena Müller
kath.ch, 27.4.2023


Von 80 Nichtbischöfen bei Weltsynode sollen 40 Frauen sein
Vatikan: Stimmrecht für Laien bei nächster Bischofssynode
Vatikanstadt ‐ Bei der Bischofssynode werden 80 Nichtbischöfe Stimmrecht haben. Einige hatten diesen Schritt schon länger gefordert. Das Laien-Votum ist wie das der Bischöfe bei der Synode jedoch nicht bindend – der Papst entscheidet am Ende allein.
Katholisch.de, 26.04.2023 


Kardinal Hollerich zu Wahlrecht für Laien und Synodalität als Horizont
Bei Synoden im Vatikan dürfen künftig auch Frauen und Männer mit beraten und abstimmen, auch wenn sie keine Geistlichen oder Ordensleute sind. Über diese Neuerung und das Thema Synodalität im Allgemeinen hat Vatican News mit Kardinal Jean-Claude-Hollerich, dem Generalrelator für die kommende Synode im Oktober, gesprochen.
VaticanNews, 27.4.2023


Synode zur Synodalität: Erstmals Frauenquote im Vatikan
Papst Franziskus hat bei der im Oktober anberaumten Synode zur Synodalität die Rolle von Frauen und Laien deutlich aufgewertet. Nicht nur Ordensmänner, sondern auch Schwestern werden mit Stimmrecht vertreten sein, neben weiteren 70 Mitgliedern mit Stimmrecht, die keine Bischöfe sind. 50 Prozent dieser aus den Ortskirchen vorgeschlagenen Kandidaten sollten Frauen sein. Diese und weitere Neuigkeiten für die Synode im Oktober wurden an diesem Mittwoch im Vatikan vorgestellt.
VaticanNews, 26.4.2023 


Some news for the October 2023 Assembly
This morning, Cardinal Mario Grech, Secretary General of the General Secretariat of the Synod, and Cardinal Jean-Claude Hollerich SJ, Archbishop of Luxembourg and General Rapporteur of the XVI Ordinary General Assembly of the Synod of Bishops, informed the press about the Holy Father's decision to extend participation in the Synodal Assembly to "non-bishops" (priests, deacons, consecrated men and women, laity). This choice is in continuity with the progressive appropriation of the constitutive synodal dimension of the Church and the consequent understanding of the institutions through which it is exercised.
synod.va, 26.4.2023

Übersetzung:

Einige Neuigkeiten für die Vollversammlung im Oktober 2023

Heute Morgen haben Kardinal Mario Grech, Generalsekretär des Generalsekretariats der Synode, und Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ, Erzbischof von Luxemburg und Generalberichterstatter der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, die Presse über die Entscheidung des Heiligen Vaters informiert, die Teilnahme an der Synodenversammlung auf "Nicht-Bischöfe" (Priester, Diakone, geweihte Männer und Frauen, Laien) auszuweiten. Diese Entscheidung steht in Kontinuität mit der fortschreitenden Aneignung der konstitutiven synodalen Dimension der Kirche und dem daraus folgenden Verständnis der Institutionen, durch die sie ausgeübt wird.

Die Bischofssynode wurde von Paul VI. mit dem motu proprio Apostolica sollicitudo (15. September 1965) als "ständiger Rat der Bischöfe für die Gesamtkirche, der direkt und unmittelbar Unserer Macht unterstellt ist", eingesetzt, mit der Aufgabe, den Nachfolger Petri zu beraten und so an der Sorge für die ganze Kirche teilzuhaben. Paul VI. hat jedoch von Anfang an klargestellt, dass "diese Synode ... wie jede menschliche Institution im Laufe der Zeit noch vervollkommnet werden kann". Die Notwendigkeit einer solchen Vervollkommnung hat sich mit der fortschreitenden Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils gezeigt, insbesondere in den Beziehungen zwischen dem Volk Gottes, dem Bischofskollegium und dem Bischof von Rom.

Die apostolische Konstitution Episcopalis communio (15. September 2018), die die Bischofssynode von einem Ereignis in einen Prozess umwandelt, der in drei aufeinanderfolgenden Phasen (vorbereitend, feierlich, umsetzend) gegliedert ist, ist Teil dieses Rahmens. Die Versammlung, die wir im Oktober in Rom vorbereiten, gehört zur feierlichen Phase, in Kontinuität mit der ersten Phase, die mit der Konsultation des Gottesvolkes in den Teilkirchen und den anschließenden Phasen der kirchlichen Unterscheidung in den Bischofskonferenzen und Kontinentalversammlungen stattfand. Das Instrumentum Laboris, das die Grundlage für die Arbeit der Vollversammlung im Oktober bilden wird, ist die Frucht dieses Prozesses des Zuhörens auf allen Ebenen des Lebens der Kirche.

Dieser synodale Prozess, der vom Heiligen Vater, dem "sichtbaren Prinzip und Fundament der Einheit" der ganzen Kirche (vgl. LG 23), initiiert wurde, war möglich, weil jeder Bischof die Phase der Konsultation des Gottesvolkes eröffnet, begleitet und abgeschlossen hat. Auf diese Weise war der synodale Prozess zugleich ein Akt des ganzen Gottesvolkes und seiner Hirten als "sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in ihren Teilkirchen, die nach dem Vorbild der Gesamtkirche gestaltet sind, in und aus deren Kirchen die eine und einzige katholische Kirche entsteht" (LG 23).

Unter diesem Blickwinkel ist die Entscheidung des Heiligen Vaters zu verstehen, den spezifisch bischöflichen Charakter der in Rom einberufenen Versammlung beizubehalten und gleichzeitig ihre Zusammensetzung nicht nur auf Bischöfe zu beschränken, indem eine bestimmte Anzahl von Nicht-Bischöfen als Vollmitglieder zugelassen wird.

Diese Entscheidung stärkt die Solidität des gesamten Prozesses, indem sie die lebendige Erinnerung an die Vorbereitungsphase durch die Anwesenheit einiger ihrer Protagonisten in die Versammlung einbezieht und so das Bild einer Kirche-Volk Gottes wiederherstellt, das sich auf die konstitutive Beziehung zwischen dem gemeinsamen Priestertum und dem Amtspriestertum gründet, und die zirkuläre Beziehung zwischen der prophetischen Funktion des Volkes Gottes und der Unterscheidungsfunktion der Hirten sichtbar macht. Dank einer besseren Integration in die Vorbereitungsphase konkretisiert die Versammlung die Hoffnung, dass sie "ein Ausdruck der bischöflichen Kollegialität innerhalb einer ganz und gar synodalen Kirche" sein kann (Franziskus, Ansprache zum 50. Jahrestag der Synode).

Die Anwesenheit von Nicht-Bischöfen ist also in der Rolle/Funktion der Erinnerung enthalten und nicht in der der Repräsentation. Auf diese Weise wird der spezifisch bischöfliche Charakter der Synodenversammlung nicht beeinträchtigt, sondern vielmehr bestätigt. Dies zeigt sich in erster Linie am zahlenmäßigen Verhältnis zwischen Bischöfen und Nicht-Bischöfen, wobei letztere weniger als 25 % der Gesamtzahl der Versammlungsmitglieder ausmachen. Vor allem aber zeigt sich dies in der Art und Weise, wie die Nicht-Bischöfe ernannt werden: Sie werden nämlich nicht von irgendeinem Demos oder Coetus gewählt, dessen Vertretung sie übernehmen würden, sondern sie werden vom Heiligen Vater auf Vorschlag der Gremien ernannt, durch die die bischöfliche Kollegialität auf der Ebene der kontinentalen Gebiete verwirklicht wird, was ihre Anwesenheit in der Ausübung der pastoralen Urteilskraft begründet.

Die Versammlung wird die Gelegenheit haben, über ihre eigenen konkreten Erfahrungen nachzudenken, um Vorschläge für das weitere Vorgehen zu formulieren.

Das Ergebnis ist, dass die aktuelle Gesetzgebung zwar weiterhin auf die Apostolische Konstitution Episcopalis Communio verweist, aber einige Änderungen und Neuerungen in Bezug auf die Zusammensetzung der Versammlung und die Art der Teilnehmer vorsieht.

Zusammensetzung der Vollversammlung und Wahlordnung >>

Sonntag, 23. April 2023

Weltsynode: Analyse der sieben Kontinentalversammlungen

Papst Franziskus hört zu
 

"Grüne Kirche", Frauenrechte und Kritik an Synodalitätsprozess
Weltsynode: Das steht in den Antworten der Kontinente an den Vatikan
Bonn ‐ Die kontinentale Phase der Bischofssynode zur Synodalität ist beendet. Sieben Kontinentalversammlungen haben dabei ihre Wünsche und Vorstellungen an den Vatikan formuliert. Katholisch.de hat einen Blick in die Dokumente geworfen und manche Überraschung gefunden.
Katholisch.de, 22.04.2023

Freitag, 21. April 2023

Weltsynode: Arbeitspapier kommt Ende Mai

Der Petersdom und der Petersplatz im Vatikan.

"Es gibt mehr als einen Weg Kirche zu sein"
Weltsynode: Synoden-Skeptiker sollen gemeinsam überzeugt werden
Vatikanstadt ‐ Die Organisatoren der Bischofssynode haben in Rom eine Bilanz der kontinentalen Phase der Bischofssynode gezogen. Die Verantwortlichen zeigten sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Synode. Mehr und mehr lerne die Kirche Synodalität und damit das Zuhören aufeinander. Zwar gebe es noch immer Vorbehalte gegen das Synodalitätsprojekt, jedoch hoffe man im gemeinsamen Einüben auch Skeptiker zu überzeugen. Schwester Nathalie Becquart sprach dabei vom "Lernen durch diese kontinentale Etappe, dass Vielfalt auch ein Weg zur Einheit sein kann". In der vergangenen Woche hatte das Bischofssynoden-Team die sieben Zusammenfassungen der Kontinentalversammlungen gelesen und reflektiert.
Katholisch.de, 20.04.2023


Arbeitspapier für katholische Weltsynode kommt Ende Mai
Synoden-Untersekretärin Becquart: Schlussdokumente der Kontinentalversammlungen im weltweiten synodalen Prozess zeugen von Reichtum und Diversität unterschiedlicher Herangehensweisen und Kulturen
Katholisch.at, 21.04.2023

 

Mittwoch, 19. April 2023

Freiburger Missbrauchsstudie belastet Zollitsch und Saier schwer

Robert Zollitsch, emeritierter Erzbischof vom Freiburg
 

Seit 1945 mehr als 250 mögliche Täter und mindestens 540 Betroffene

Freiburger Missbrauchsstudie belastet Zollitsch und Saier schwer
Freiburg ‐ Die Missbrauchsstudie für das Erzbistum Freiburg ist veröffentlicht: Sie belastet den früheren Erzbischof und DBK-Vorsitzenden Robert Zollitsch sowie seinen Vorgänger Oskar Saier schwer. Seit 1945 gab es über 250 mögliche Täter und 540 Betroffene.
Katholisch.de, 18.04.2023
 

Sexualisierte Gewalt in der Kirche Ignoranz und Vertuschung
Der Freiburger Missbrauchsbericht legt den ehemaligen Erzbischöfen Saier und Zollitsch schwere Verfehlungen zu Last. Beide sollen zahlreiche Fälle von sexualisierter Gewalt ignoriert und gezielt vertuscht haben.
Tagesschau, 18.04.2023
 

Betroffene schockiert über Zollitsch und Freiburger Missbrauchsbericht
Freiburg ‐ Der Freiburger Missbrauchsbericht ist da – und Betroffene im Erzbistum reagieren schockiert auf dessen Ergebnisse. Dabei kritisieren sie vor allem den früheren Personalchef und Alterzbischof Robert Zollitsch.
Katholisch.de, 18.04.2023


Burger leitet kirchenrechtliche Schritte gegen Zollitsch ein
Vatikan muss weiteres Vorgehen prüfen
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat kirchenrechtliche Schritte gegen seinen Amtsvorgänger Robert Zollitsch eingeleitet, um mögliches Fehlverhalten beim Umgang mit Missbrauch zu prüfen. Nun ist der Vatikan am Zug.
Domradio, 18.04.2023

AKTUALISIERUNG:

Der emeritierte Freiburg Erzbischof Robert Zollitsch

Standpunkt
Nach Freiburger Missbrauchsstudie braucht es einen Systemwechsel!
Bonn ‐ Die Freiburger Missbrauchsstudie zeigt, dass Erzbischof Zollitsch keine Missbrauchsaufklärung wollte. Die Irreführung der Öffentlichkeit durch Bischöfe müsse enden, kommentiert Joachim Frank. Stattdessen brauche es wirksame Veränderungen im System.
Katholisch.de, 26.04.2023
 

Kirchenrecht ignoriert, Öffentlichkeit belogen, Missbrauchstäter geschützt
ZdK-Präsidentin Stetter-Karp: Zollitsch ist ein Heuchler
Köln ‐ Dass führende Bischöfe wie Robert Zollitsch oder Kardinal Karl Lehmann Aufklärung systematisch verhindert hätten, habe sie nicht durchschaut, sagt Irme Stetter-Karp. Doch auch das ZdK habe zu lange gebraucht, um auf Missbrauchsbetroffene zuzugehen.
Katholisch.de, 02.05.2023
 

Oberste Katholikin Deutschlands fordert:
Die Regierung muss die Kirche zur Aufklärung zwingen
Irme Stetter-Karp verurteilt die Vertuschungen durch die früheren Erzbischöfe Zollitsch und Lehmann scharf. Ohne Zwang der Regierung, glaubt die Präsidentin des «Zentralkomitees der deutschen Katholiken» nicht an eine Aufarbeitung. Gleichzeitig wurde bekannt: Gegen Zollitsch wurde Strafanzeige erstattet.
Kath.ch, 2.5.2023

Sonntag, 16. April 2023

Bischof Zsifkovics feiert 60. Geburtstag

Sonderfolge zum 60. Geburtstag von Bischof Ägidius Zsifkovics
#5 Happy Birthday, Bischof Ägidius

In dieser Sonderfolge kommen Wegbegleiter:innen von Ägidius Zsifkovics zu Wort. Ein vielstimmiges Dankeschön für die 60 Lebensjahre unseres Bischofs aus Anekdoten, Glückwünschen und dem Miteinander. Und wir erfahren, wie bischöfliche Zeremoniäre bei Visitationen ihrem Bischof zur Seite stehen.
martinus.at >>

 
Burgenländische Landesregierung würdigt Diözesanbischof Zsifkovics
SPÖ-Burgenland >>

Dankgottesdienst Bischof Zsifkovics & Bauernkapelle St. Georgen

Bischof Zsifkovics feiert 60. Geburtstag
Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics wird am Sonntag 60 Jahre alt. Er feierte schon am Samstag mit einem Festgottesdienst im Eisenstädter Dom. Als Gratulanten stellten sich auch die Spitzen der Landespolitik ein.
burgenland.orf.at >>


Bischof und Bauernkapelle St. Georgen feierten gemeinsam den 60er
Das doppelte Jubiläum zum 60. Geburtstag begingen Bischof Ägidius J. Zsifkovics und die „gleichaltrige“ Bauernkapelle St. Georgen mit einem Dankgottesdienst. Hunderte Gäste wurden rund um Dom und Bischofshof mit burgenländischer Gemütlichkeit und viel Musik empfangen.
bvz >>


Gratulationsreigen zum 60. Bischofs-Geburtstag
Zu seinem 60. Geburtstag stand Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics im Mittelpunkt zahlreicher Gratulationen.
MeinBezirk, 17.4.2023
 

Dankgottesdienst zum 60er von Bischof Zsifkovics
Eisenstädter Bischof erinnert in Predigt an das Jahr 1963 und das Wirken von Martin Luther King und Papst Johannes XXIII. - Burgenländische Landesregierung würdigt Bischof als Brückenbauer und Mann des Ausgleichs
Katholisch.at, 15.04.2023

Samstag, 15. April 2023

Bischof Zsifkovics zieht Zwischenbilanz zum Geburtstag

 

60. Geburtstag: Bischof Zsifkovics zieht Zwischenbilanz

Eisenstädter Bischof und "überzeugter Burgenländer" in Kirchenzeitung "Martinus": Bundesland ist nach Randlage heute "Brücke zwischen Ost und West"

Eine Zwischenbilanz anlässlich seines baldigen 60. Geburtstag am 16. April hat der Eisenstädter Bischof Ägidius J. Zsifkovics in der Osterausgabe der Kirchenzeitung "Martinus" gezogen. Seine sechs Lebensjahrzehnte seien voll schöner Momente gewesen, beginnend mit einer Kindheit in bescheidenen Verhältnissen, mit Studium in Wien und Rom, als Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Weihe zum Bischof, Besuchen der indischen Partnerdiözese Kanjirappally, dem Projekt des ersten orthodoxen Klosters im Seewinkel u.a.m. "Weniger schön" seien etwa der politische Druck für die Errichtung eines Grenzzaunes auf Kirchengrund in der Flüchtlingskrise 2015 und der Verlust der Kirchenbindung gewesen, sagte Zsifkovics in dem Interview.

Der 1963 in Güssing geborene Bischof nannte sich "einen überzeugten Burgenländer". Als Pannonier kenne er die mit dem Eisernen Vorhang verbundene Randlage und "die Armut von gestern". Heute sei das kleine Bundesland eine "Brücke zwischen Ost und West" und realisiere damit das, was Papst Johannes Paul II. 1988 bei seinem Besuch im Burgenland sagte: "Europa atmet mit beiden Lungenflügeln." Die hier lebenden Menschen zeichne Einfachheit und Offenheit, Bodenständigkeit, vielfältiges Engagement, Zeit zum Reden, das Essen, Gastfreundschaft, Heimatliebe, Mehrsprachigkeit und das "Verwurzelt-Sein im Glauben und in der Tradition" aus.

Als derzeit größte Herausforderungen sieht Zsifkovics - wie er sagte - die Spaltungen in der Gesellschaft, zunehmende Radikalisierung, "befremdende und verletzende Verschwörungstheorien", fehlenden Zusammenhalt, Teuerung und Verarmung, achtlosen Umgang mit der Schöpfung und Zukunftsängste. Oft bedränge ihn dabei die Frage "Was fehlt, wenn Gott fehlt?", so der Bischof. "Krisen sind keine Chancen, sie sind schmerzlich und stellen Vieles in Frage."

Sorge bereite Zsifkovics, wohin die Kirche, der Glaube, die Menschen - vor allem die jungen - steuern. "Mit der Beliebigkeit, mit der Gleichgültigkeit und mit dem Relativismus kann ich mich nicht abfinden", betonte er. "Leben ist mehr."

Krankheit als "Bremse im Hamsterrad"

Dass auch eine Erkrankung Anstoß zu einer letztlich bereichernden Auszeit sein kann, habe er zuletzt durch ein schmerzhaftes Knochenmarködem am eigenen Leib erfahren. Sie habe für ihn wie eine "Bremse im Hamsterrad" gewirkt und eine "wirkliche Fastenzeit und Wüstenzeit" beschert. Sein Verständnis für Kranke und Pflegende habe sich in den vergangenen Wochen deutlich vergrößert. Inzwischen ist die Genesung des Bischofs so weit fortgeschritten, dass er den Gottesdiensten in der Karwoche und zu Ostern im Eisenstädter Martinsdom wieder persönlich vorstehen wird, wie die burgenländische Diözese mitteilte.

Bescheiden fällt die Antwort von Bischof Zsifkovics auf die Frage nach Wünschen zum Geburtstag aus: "Mit persönlichen Geschenken macht man mir keine Freude", was zähle, seien "Martinstaten" im Sinne des selbstlosen Handelns des burgenländischen Landespatrons für Armutsbetroffene im Burgenland, aber auch für die Familien, die bei der Flutkatastrophe in der indischen Partnerdiözese ihre Häuser verloren.

(Spenden sind erbeten auf das Konto der Diözese Eisenstadt, "Hilfe für notleidende Burgenländer", IBAN AT115100081015303500)

Biografische Eckdaten

Ägidius Johann Zsifkovics wurde am 16. April 1963 in Güssing geboren. Die Kindheit verbrachte er mit seinen Eltern Ägidius und Gertrude Zsifkovics (geb. Stipsits) und seiner Schwester Renate in der Gemeinde Hackerberg, die zur Pfarre Stinatz gehört. Aus dem burgenlandkroatischen Teil der Diözese stammend, spricht Zsifkovics fließend Kroatisch und Deutsch - sowie Italienisch, Englisch, außerdem verfügt er über Ungarischkenntnisse.

Nach dem Besuch des bischöflichen Knabenseminars in Mattersburg und der Matura 1981 trat er in das Priesterseminar der Diözese Eisenstadt ein und studierte Theologie in Wien, unterbrochen durch ein Auslandsjahr in Zagreb. Am 29. Juni 1987 wurde Zsifkovics vom damaligen Diözesanbischof Stefan Laszlo im Eisenstädter Martinsdom zum Priester geweiht. Es folgte ein Jahr als Bischöflicher Sekretär und Zeremoniär, das von den Vorbereitungen des ersten Pastoralbesuchs eines Papstes in der noch jungen Diözese Eisenstadt geprägt war. Den Höhepunkt bildete der große Festgottesdienst mit Papst Johannes Paul II. am 24. Juni 1988 in Trausdorf knapp an der Grenze zum damals noch kommunistischen Ungarn.

Danach wurde Zsifkovics zum Studium des kanonischen Rechtes an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom freigestellt und beendete dieses 1992 mit dem Doktorat. Nach der Rückkehr übernahm der junge Kanonist ab 1. September 1992 für sieben Jahre das Amt des Ordinariatskanzlers, das er 1999 mit der Bestellung zum Generalsekretär der Bischofskonferenz abgab.

Seelsorgliche Erfahrungen sammelte Ägidius Zsifkovics ab 1994 in der Pfarre Wulkaprodersdorf, 1996 wurde er mit der Leitung des Referates für die pastoralen Belange des kroatischen Volksteils sowie mit der Chefredaktion der wöchentlich auf Burgenlandkroatisch erscheinenden Kirchenzeitung "Glasnik" ("Bote") betraut.

Sein Amt in der Bischofskonferenz trat er in einer für die Kirche in Österreich schwierigen Phase nach den Turbulenzen der "Causa Groer" an. Als Generalsekretär war Zsifkovics für die Vorbereitung und Abhaltung der Vollversammlungen sowie mit der Umsetzung deren Beschlüsse befasst. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich betraf Fragen im Verhältnis von Staat und Kirche.

Bischofsweihe 2010

Im Juli 2010 wurde er durch Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger des Eisenstädter Bischofs Paul Iby ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 25. September 2010 im Eisenstädter Martinsdom durch den Wiener Erzbischof Christoph Schönborn; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Zagreb, Kardinal Josip Bozanic, und sein Amtsvorgänger Bischof Iby. Sein Wahlspruch lautet: "Was er euch sagt, das tut" (Joh 2,5b). Zsifkovics betonte seinen Willen zur "Zusammenarbeit mit allen auf Augenhöhe und im Geist der Communio" und stellte das Zusammenleben der Volksgruppen im Burgenland in den Fokus.

Der Bischof pflegt kontinuierlichen Kontakt mit Kirchenvertretern, aber auch hochrangigen Politikern in Kroatien und übergab gemeinsam mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe 2020 Häuser im Rahmen der Hilfsaktion "Ein Dach für Kroatien". Seit rund 40 Jahren unterstützt die Diözese Eisenstadt ihre indische Partnerdiözese Kanjirapally; Zsifkovics übergab bei Besuchen Spendengelder aus dem Burgenland für neue Kirchen, Bildungsarbeit, Katastrophenhilfe oder Unterstützung Notleidender.

In der Österreichischen Bischofskonferenz zuständig für die Bereiche Europa (ComECE) sowie Flucht, Migration und Integration, meldete sich Zsifkovics immer wieder im Sinne des europäischen Zusammenhalts und zugunsten einer menschlichen Flüchtlingspolitik zu Wort.