Donnerstag, 17. Januar 2013

Missbrauch in Katholischer Kirche: Ein absehbarer Eklat bei der Aufklärung

Nach dem Zerwürfnis mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer stehen die Bischöfe wieder als Vertuscher da. Es war ein absehbarer Eklat, der ihrem Willen zur echten Aufklärung nicht gerecht wird.

Professor Christian Pfeiffer war schnell, wie immer. Kaum sah sich die katholische Kirche in Deutschland im Winter 2010 nach den Berichten über sexuelle Übergriffe von Ordensleuten am Berliner Canisius-Kolleg dem Vorwurf ausgesetzt, Täter in ihren Reihen um jeden Preis geschützt zu haben, war der langjährige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) zur Stelle.
Es sei höchste Zeit für eine breitangelegte Untersuchung über sexuellen Missbrauch durch Priester, ließ er die Öffentlichkeit per Zeitungsartikel und einige Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz per Telefon wissen. Und die Bischöfe ließen sich das nicht zweimal sagen. Sie standen ja mit dem Rücken zur Wand, auch wenn die meisten Taten, die Gegenstand von Berichten wurden, lange zurücklagen und nach Kirchen- wie nach deutschem Strafrecht verjährt waren. Der Öffentlichkeit mussten sie neben Zeichen der Reue auch Werke der Buße präsentieren.
Pfeiffer kam da wie gerufen. Denn in Gestalt des protestantisch-sozialdemokratischen Kriminologen bot sich eine Persönlichkeit an, die nicht im Entferntesten im Verdacht stand, bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche falsche Rücksicht zu nehmen. Überdies verfügte Pfeiffer, der in der kurzen Amtszeit des niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel in Hannover Justizminister war, auf dem Forschungsgebiet sexueller Missbrauch über eine im deutschen Sprachraum seltene Fachkenntnis. Am KFN, einem 1979 gegründeten Institut, das vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium grundfinanziert wird, im Wesentlichen aber von drittmittelfinanzierten Forschungsaufträgen lebt, war schon 1982 eine Erhebung über sexuellen Missbrauch in Deutschland entstanden.
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Dienstag, 15. Januar 2013

Entkrümmung – die Folge der Botschaft Jesu


Anlässlich des 60. Geburtstags von Helmut Schüller lud der Katholische Akademikerverband Wien zu einer Geburtstagsfeier am 8. Jänner 2013 in den Großen Festsaal der Universität Wien. Dort hielt der Luzerner Bibelwissenschafter Walter Kirchschläger nachstehenden Vortrag:


Entkrümmung – die Folge der Botschaft Jesu


Gebückt oder gekrümmt zu sein – das ist eine unangenehme Erfahrung. Sie kann somatische Ursachen haben und ist dann unter die Krankheitsbilder der Orthopädie einzuordnen. Sie kann durch psychische Zustände hervorgerufen werden und entwickelt sich zu einer oft zu beobachtenden, chronischen Körperhaltung, hinter der vielfältige Gründe stehen können und die vielfach den Eindruck einer zwanghaften Lebensgestaltung vermittelt. Der gekrümmte Rücken ist im wörtlichen wie auch im metaphorischen Sinn Kennzeichen einer Gesellschaftsstruktur, in der die Machtverhältnisse und die Machtausübung zur Selbsteinschätzung eines „unten“ und „oben“ führen und in der die selbst eingenommene Körperhaltung das eigene Selbstverständnis zum Ausdruck bringt.

Im wörtlichen Sinn ist uns der gekrümmte Rücken aus der höfischen Etikette der Feudalstrukturen, fallweise auch heute noch aus dem Staatsprotokoll verschiedener Monarchien bekannt. Die Erfahrung lehrt, dass diese Körperhaltung ein unverkennbares Signal diktatorischer Gesellschaftssysteme ist und dort die Krümmung des Rückens nicht einer Selbsteinschätzung des einzelnen Menschen entspricht, sondern diesem vor allem aufgezwungen wird.
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Krätzl, Küberl, Busek, Stoisits feiern Schüller
Helmut Schüller, Gründer der ungehorsamen „Pfarrerinitiative“, wurde 60. Die katholischen Akademiker ehrten ihn mit einem Festvortrag – vor prominenten Weggefährten.
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Bibelwissenschaftler Kirchschläger: „Schüller macht die Tugend des aufrechten Ganges in Kirche und Gesellschaft hoffähig“
Der emeritierte Luzerner Neutestamentler Walter Kirchschläger - wie Helmut Schüllers Pfarrer-Initiative mit dem Herbert-Haag-Preis ausgezeichnet - zeigte in seinem Festvortrag die „entkrümmende“ Wirkung der Botschaft Jesu auf.
Anhand eines Heilungswunders aus dem Lukasevangelium, bei dem Jesus am Sabbat eine seit 18 Jahren gekrümmte Frau „aufrichtete“, wies der Exeget auf das befreiende Potenzial des Glaubens hin. Auch die Kirche stehe in der Nachfolge Christi immer wieder auf dem Prüfstand, ob sie „krümmt“ oder aber „entkrümmt“, so Kirchschläger. Den Jubilar Helmut Schüller lobte der Bibelwissenschaftler dafür, „die Tugend des aufrechten Ganges in Kirche und Gesellschaft hoffähig zu machen“.
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Montag, 14. Januar 2013

KA-"Zukunftsforum" schiebt Reformen nur hinaus

Mag. Gerda Schaffelhofer hatte bei ihrem Amtsantritt als KAÖ-Präsidentin die Pfarrerinitiative scharf kritisiert und ihr unterstellt, wie ein Wolf im Schafspelz bezüglich der Laien zu agieren (bzw. die Laien mit "alten Verhaltensmuster im neuen Gewand" zu vereinnahmen). Zugleich hatte sie einen "Dialog auf Augenhöhe" mit der Bischofskonferenz für Jänner angekündigt. Das Ergebnis wurde nun präsentiert: ein weiteres Zukunfts-Papier mit einem "Zukunftsforum für 2014", das im Detail erst erarbeitet werden muss und allgemeine Themen beinhaltet, die auch der Vatikan propagiert:
1. Religion ist nicht Privatsache
2. Ehe und Familie
3. Neuevangelisierung
4. Partizipation der Laien

Von "gleicher Augenhöhe" ist da wenig zu merken. In der Berichterstattung werden z.B. alle teilnehmenden Bischöfe namentlich erwähnt, von der "offiziellen" Laienorganisation KA aber nur Schaffelhofer. Wer alles zum KAÖ-Präsidium gehört ist auf der KA-Homepage nicht klar zu erkennen.

Unverständlich bleibt für mich, warum die KAÖ nicht jene Forderungen aufgreift, die vor fast drei Jahren im März 2010 beim PGR-Kongress in Mariazell gefasst wurden. Davon ist noch nichts umgesetzt, weder was die Beteiligung der Pfarrgemeinderäte in der Leitung der Pfarren angeht noch bezüglich des Umgangs mit Wiederverheirateten-Geschiedenen. Im Gegenteil: der Vatikan hat den status quo bekräftigt.

Ich habe den Eindruck, dass mit dem "Zukunftsforum" wieder einmal nur auf Zeitschinden gespielt wird, was die Umsetzung notwendiger Reformen anlangt. Wesentliches ist nicht zu erwarten. Wahrscheinlich wird wieder an die Geduld appelliert... aber die ist bei den meisten nicht mehr vorhanden!

Bischöfe und Katholische Aktion planen für 2014 "Zukunftsforum"
Die österreichischen Bischöfe und die Katholische Aktion (KAÖ) planen für das kommende Jahr ein gemeinsam veranstaltetes "Zukunftsforum der Kirche in Österreich". Anlass ist der 2014 anstehende 40. Jahrestag des Synodalen Vorganges, mit dem die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) auf Österreich-Ebene konkretisiert wurden. Dem Auftrag des Evangeliums entsprechend soll damit "die heilende und befreiende Kraft des Christentums für die Gegenwart aufgezeigt und wiederbelebt werden", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung am Mittwoch. Man wolle "im Konsens ein Signal für einen Aufbruch in der Kirche setzen". Zentrale Themen werden der Einsatz für die "Würde des Menschen", der Umgang mit Ehe, Familie und Beziehung sowie die Partizipation der Laienchristen in der Kirche sein.

Die Ankündigung des Zukunftsforums erfolgte im Anschluss an eine erste offizielle Zusammenkunft zwischen Vertretern der Bischofskonferenz und dem neuen Präsidium der Katholischen Aktion Österreich. Seitens der Bischofskonferenz nahmen daran teil deren Vorsitzender, Kardinal Christoph Schönborn, sein Stellvertreter Bischof Egon Kapellari, der für das Laienapostolat zuständige Kärntner Bischof Alois Schwarz sowie die Bischöfe Klaus Küng, Ludwig Schwarz, Manfred Scheuer, Franz Scharl und Diözesanadministrator Benno Elbs. Die KAÖ war durch das neugewählte Präsidium vertreten, an der Spitze mit deren Präsidentin Gerda Schaffelhofer sowie dem Geistlichen Assistenten Prof. Matthias Beck.

Schaffelhofer hatte nach ihrem Amtsantritt im Oktober 2012 angekündigt, einen "Dialog auf Augenhöhe" sowohl mit den österreichischen Bischöfen als auch mit anderen Gruppierungen und Initiative anzustreben. Gleichzeitig hatte sie sich deutlich gegen eine Vereinnahmung der Laien durch die Pfarrerinitiative verwehrt, die "kein Monopol" auf Reformen habe. Die katholische Kirche stehe vor großen Herausforderungen, die einen Reformprozess erforderten, und die Laien wollten sich darin verstärkt mitgestaltend und mitverantwortlich einbringen, so Schaffelhofer damals.
Kathpress >>

Wortlaut der gemeinsamen Erklärung der Bischöfe und der Katholischen Aktion Österreich zum geplanten "Zukunftsforum der Kirche in Österreich"
Kathpress >>

Zukunftsforum: Bischöfe eröffnen Dialog mit Laien
Die österreichischen Bischöfe und die „offizielle“ Laienbewegung, die Katholische Aktion, haben sich auf ein Dialogforum 2014 geeinigt. Gesprochen wird über die Rolle der Kirche in der Welt – und jene der Laien.
Die Presse >>

Sonntag, 13. Januar 2013

An dir hab ich Gefallen!


Du,
du bist meine Tochter, mein Sohn,
die Geliebte.
An dir hab ich Gefallen.

Du –
ich spreche dich mit deinem Namen an
ich habe dir etwas zu sagen

Du –
dich meine ich
dich selber
ohne alles Drumherum
ohne Leistung und Intelligenz
ohne Ausbildung und Beruf
ohne Kreativität und Engagement
ohne deine Familie
ohne alles, auf was du stolz bist
ohne dass es dir gut geht
ohne dass du dir Mühe gibst
auch wenn du schwach oder krank bist
auch wenn du traurig oder müde bist
auch wenn du gereizt oder wütend bist
auch wenn du grundlose Angst hast

Du bist -
deine bloße Existenz ist Grund genug
vor aller Leistung
trotz allen Versagens
meine Tochter, mein Sohn –
du hast deinen Ursprung, deine Wurzel in mir
ich habe dich so gewollt und geschaffen
ich bin und bleibe dir Vater und Mutter
ich verlasse dich nicht
ich sorge für dich
ich beschütze dich
ich stärke dir den Rücken
ich traue dir zu, dass du auf eigenen Füßen stehst
meine Tochter, mein Sohn

Geliebte – Geliebter
meine Liebe gilt dir
von Anfang an und für alle Zeit
aus meiner Liebe kannst du nicht herausfallen
gleich, was du tust

An dir habe ich Gefallen –
an deinem innersten Wesen
habe ich meine Freude
du gefällst mir - so wie du bist

DU –
bist meine Tochter, mein Sohn, Geliebte.
An dir habe ich Gefallen!


Claudia Simonis-Hippel, in: Gottes Volk, LJ C2/2007,
Verlag Kath. Bibelwerk, Stuttgart 2006, 49f.

Freitag, 11. Januar 2013

Kirchenaustritte 2012 rückläufig, aber dennoch über 50.000

Katholikenzahlen 2012:
Erneuter Rückgang bei Kirchenaustritten
Gesamtzahl der Katholiken in Österreich beläuft sich auf 5,36 Millionen - 52.425 Personen verließen im vergangenen Jahr die katholischen Kirche, um 11 Prozent weniger als 2011 - Kardinal Schönborn: Österreich bleibt christlich geprägt
Nach 2011 ist auch für 2012 ein erneuter deutlicher Rückgang bei der Zahl der Kirchenaustritte festzustellen, wobei alle Diözesen eine Rückgang der Austritte verzeichnen. Demnach sind 2012 laut aktuellen Daten aus den Diözesen 52.425 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Das bedeutet einen Rückgang um ca. 11,2 Prozent gegenüber 2011, als 59.023 Personen die Kirche verließen. Schon 2011 hatte es einen deutlichen Rückgang der Kirchenaustritte von knapp 32 Prozent gegenüber 2010 gegeben, wo 85.960 Personen aus der Kirche ausgetreten waren. Dieser historische Höchststand an Austritten seit 1945 war damals zu einem Gutteil auf das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im kirchlichen Bereich zurückzuführen. Die Kirchenaustritte für 2012 liegen aber auch unter der Zahl von 2009, wo es 53.269 Austritte aus der katholischen Kirche gab.
Kathpress >>

Kirchenaustritte gingen 2012 um elf Prozent zurück
Wien - Die Austrittswelle bei den Katholiken flacht weiterhin ein wenig ab, bleibt aber auf hohem Niveau: 2012 verließen 52.425 Personen die Kirche, berichtete Kathpress am Dienstag. Das bedeutet einen Rückgang um rund 11,2 Prozent gegenüber 2011 (59.023). Somit gibt es derzeit 5,36 Millionen Katholiken in Österreich, Ende 2011 waren es noch 5,4 Millionen. 4.483 Personen wurden im vergangenen Jahr neu oder wieder aufgenommen.

Einen Höhepunkt erreichten die Austritte 2010, nachdem zahlreiche Missbrauchsfälle bekanntgeworden waren, die teils vor Jahrzehnten stattgefunden hatten. Damals kehrten 85.960 Personen der Kirche den Rücken, im Jahr darauf waren es 59.023. Mit den 52.425 Austritten im vergangenen Jahr liegt die Kirche noch immer leicht über dem Niveau von 2004, nachdem der Sexskandal im Priesterseminar St. Pölten publik geworden war.
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Donnerstag, 10. Januar 2013

Ärger mit "kreuz.net"-Nachfolgeseite

Betreiber von "kreuz-net.info" aus Österreich - Wiedergänger von umstrittener Seite ist Wiener Behörden bekannt

Eine Nachfolgerin der Hetzplattform "kreuz.net" sorgt für Aufsehen. Medien berichteten am Samstag über die neue Webseite "kreuz-net.info", die sich nach Angaben von Gegnern mit ähnlichen Inhalten positioniert und deren Betreiber aus Österreich stammen soll. Nach kritischen Berichten, unter anderem auf der deutschen Nachrichtenseite "Spiegel Online", ging sie vorübergehend offline.

Auf "kreuz-net.info" wird unter anderem auch gegen prominente Kirchenvertreter aus Österreich gehetzt. So ist vom "Anti-Rom-Geist" in der Erzdiözese Wien zu lesen. Dieser zeige sich in der Unterstützung von Caritas-Direktor Michael Landau für "Modernisten-Pfarrer" Helmut Schüller. Als Ursache für die Brandstiftung in drei Kirchen in Amstetten vor Weihnachten wird die "antiklerikale Medienhetze in Österreich" gewittert. In einem Text werden überdies Gottesdienste für Schwule und Lesben in Großbritannien als "Sodomitenmessen" bezeichnet.

Nach Angaben der Initiative "Stoppt Kreuz.net" handelt es sich bei der neuen Webseite jedoch nicht um das Werk der Betreiber von "kreuz.net", sondern um Trittbrettfahrer. Die Seite hat demnach ihren Server in Deutschland. Als Medieninhaber, Herausgeber und Redaktion werde im Impressum ein "Mag. G. Schneeweiß-Arnoldstein" in Wien angegeben. Laut der Gegner-Initiative, die von der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress" zitiert wird, handelt es sich um einen Angehörigen einer katholischen Verbindung, der laut Impressum auch die rechtsgerichtete Seite www.couleurstudent.at verantwortet und durch "homophobe sowie antisemitische Ausfälle bekannt" geworden sei.
Beitrag im Standard >>

Abgeschaltetes Hetzportal
Internetseite sieht sich als Erbe von Kreuz.net
Kreuz.net ist offline - im Netz gibt es nun aber seit kurzem eine Seite, die das Erbe des fundamentalistisch-katholischen Hetzportals antreten will. Die Macher wenden sich an frühere Kreuz.net-Unterstützer.
Spiegel-Online >>

Altes Feindbild in neuem Look
Das Hetzportal kreuz.net ist zurück. Aber im Gegensatz zur alten Seite ist die neue nicht mehr anonym. Im Impressum findet man den Namen eines Schwulen-Hassers aus Wien - wohl eher ein Trittbrettfahrer. Aber einer mit gefährlichem Potenzial.
Süddeutsche >>

Aktualisiert am 17.1.2013:
"Kreuz.net"-Ableger erneut online
Website unter Herausgeberschaft und Redaktion von Schneeweiß-Arnoldstein nun mit österreichischer Kennung online
Kathpress >> 

Mittwoch, 9. Januar 2013

Deutschland: Missbrauchs-Studie der Kirche vor dem Aus


Es sollte der Befreiungsschlag werden: Die Deutsche Bischofskonferenz beauftragte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Doch nun steht das Projekt vor dem Aus - Bistümer weigern sich, die notwendigen Daten herauszugeben.
Spiegel-Online >>

Aufarbeitung des Skandals in der Kirche gescheitert
"Einige wollen Missbrauchsfälle nicht aufklären"
Das Forschungsprojekt zur Untersuchung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ist vorerst gescheitert. Die Deutsche Bischofskonferenz teilte mit, der Vertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) sei mit sofortiger Wirkung gekündigt. Der Missbrauchsbeauftragte der Kirche, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, nannte als Grund das mangelnde Vertrauen in den Leiter des Instituts, Christian Pfeiffer. Das Verhältnis zwischen ihm und den deutschen Bischöfen sei zerrüttet. Er hoffe, das Forschungsprojekt "schon bald" mit anderen Partnern in Angriff nehmen zu können, so Bischof Ackermann.
Tagesschau.de >>

Bischofskonferenz beendet Zusammenarbeit mit Christian Pfeiffer:
Verhältnis zerrüttet
Das Forschungsprojekt sollte bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals helfen - jetzt hat die Deutsche Bischofskonferenz die Zusammenarbeit mit dem Leiter der Studie, Professor Christian Pfeiffer, beendet.
Domradio.de >>

Aufarbeitung ja! Aber wie?
Der Imageschaden ist groß. Das Jahr 2013 hätte für die katholische Kirche in Deutschland kaum schlechter beginnen können. Jetzt streitet man über die Medien und Juristen, wer am Scheitern der Missbrauchsstudie Schuld hat und warum es zu dem Desaster kam
ZDF >>


Deutschland: Kirche geht gegen Kriminologen vor
Zensuriert die Kirche Ergebnisse der Missbrauchs-Untersuchungen? Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat einer Unterlassungsklage erhalten.
Die Presse >>

Jesuit Mertes: "Neuerlicher Vertrauensverlust der Kirche"
Leiter des Kollegs St. Blasien bedauert Konflikt um wissenschaftliche Aufarbeitung von
Missbrauch in der Kirche Deutschlands - "Interessen der Opfer in den Mittelpunkt stellen"
Kathpress >>