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Freitag, 8. Februar 2019
Offener Brief an Marx: 9 Theologen fordern Reformen
"Die Sonne der Gerechtigkeit kommt nicht mehr durch"
Offener Brief an Marx: Theologen fordern Reformen
Sie sind besorgt über den Zustand der Kirche, deshalb haben neun Theologen und Katholiken in Führungspositionen einen Offenen Brief an Kardinal Reinhard Marx geschrieben. Darin fordern sie umfassende Reformen: Eine andere Sexualmoral, die Weihe von Frauen und die Abschaffung des Pflichtzölibats.
Katholisch.de >> (mit vielen interessanten Links)
Kirche und Reformen
"Demut Christi": Theologen schreiben Offenen Brief an Kardinal Marx
In einem Offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz sprechen sich neun Theologen und Politiker für Reformen in der Katholischen Kirche aus. Unter anderem fordern sie die Aufhebung des Zölibats.
Deutsche Welle >>
Weitere Katholiken schließen sich offenem Brief an Marx an
"Die Grundfesten erneuern"
Nach dem offenen Brief an Kardinal Reinhard Marx mit Forderungen nach "mutigen Reformen" schließen sich weitere bekannte Katholiken dem Aufruf an. Dabei richten sie den Blick besonders auf die Strukturen der Kirche.
Domradio.de >>
Die Kirche auf intensiver Suche nach dem richtigen Kurs
Synode oder nicht? Deutsche Bischöfe uneinig
Die deutschen Bischöfe streiten um eine Synode. Ein durchgestochener Brief von vier Bischöfen soll bei den Mitbrüdern nicht gut aufgenommen worden sein: Die Kirche in Deutschland ringt um den richtigen Kurs.
Katholisch.de >> (mit vielen interessanten Links)
Kardinal Müller weist offenen Brief mit Reformforderungen zurück
Früherer Präfekt der Glaubenskongregation: Brief gleicht einem "Anschlag auf die Einheit" der Kirche
Kathpress.at >>
Die Tagespost >>
Freitag, 4. Januar 2019
Spiritualität als Ressource in tiefgreifenden Veränderungsprozessen
„Such nur bei Verständigen Rat. Einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht!“ (Tobit 4,18)
Missbrauchsenthüllungen, Finanzskandal, Gemeindefusionen, Pastorale Räume und spürbar schwindende Ressourcen sind nur einige Aspekte (Ursachen, Symptome und Folgen) einer tiefgreifenden Veränderung der Kirche. Ob der tatsächlich bedrohlich erscheinenden Erschütterung geht es dabei nicht um oberflächliche Schönheitsreparaturen, sondern es geht um Gestalt und Kultur. Nach vielen Versuchen und Anläufen ist es offensichtlich, dass einfache Optimierung der pastoralen Arbeit, Umverteilung der zur Verfügung stehenden Ressourcen, gar Zentralisierung und Vereinheitlichung pastoraler Konzepte nicht zur gewünschten Neu-orientierung führen können. „Wer heute zur Kirche gehören will, muss sich mit Verlust und Entfremdung auseinander setzen. Wir selbst müssen uns verändern und dürfen dabei die Trauer und Ohnmacht auslösenden Seiten der Entwicklung nicht vergessen. Es ist aber auch ein aufregender Entdeckungsprozess, Wandel und Entwicklung anzugehen, neugierig zu werden für das, was auf uns zukommt.“1 Das der Veränderungsnotwendigkeit innewohnende Potential ist gerade für kirchliche Insider aber nur mühsam sichtbar, viel eher stehen Ratlosigkeit und Verunsicherung neben tiefen Verletzungen und Wut im Vordergrund.
Weiterlesen auf futur2 >>
Missbrauchsenthüllungen, Finanzskandal, Gemeindefusionen, Pastorale Räume und spürbar schwindende Ressourcen sind nur einige Aspekte (Ursachen, Symptome und Folgen) einer tiefgreifenden Veränderung der Kirche. Ob der tatsächlich bedrohlich erscheinenden Erschütterung geht es dabei nicht um oberflächliche Schönheitsreparaturen, sondern es geht um Gestalt und Kultur. Nach vielen Versuchen und Anläufen ist es offensichtlich, dass einfache Optimierung der pastoralen Arbeit, Umverteilung der zur Verfügung stehenden Ressourcen, gar Zentralisierung und Vereinheitlichung pastoraler Konzepte nicht zur gewünschten Neu-orientierung führen können. „Wer heute zur Kirche gehören will, muss sich mit Verlust und Entfremdung auseinander setzen. Wir selbst müssen uns verändern und dürfen dabei die Trauer und Ohnmacht auslösenden Seiten der Entwicklung nicht vergessen. Es ist aber auch ein aufregender Entdeckungsprozess, Wandel und Entwicklung anzugehen, neugierig zu werden für das, was auf uns zukommt.“1 Das der Veränderungsnotwendigkeit innewohnende Potential ist gerade für kirchliche Insider aber nur mühsam sichtbar, viel eher stehen Ratlosigkeit und Verunsicherung neben tiefen Verletzungen und Wut im Vordergrund.
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Freitag, 25. August 2017
Deutscher Priester: Bischöfe sind "ein Haufen Feiglinge"
"Zunehmender Groll" gegen die deutschen Bischöfe
Führen die deutschen Bischöfe die Kirche in eine "priesterlose Wüste"? Dieser Ansicht ist Ruhestandspriester Siegfried Fleiner. In einem offenen Brief macht er Vorschläge für die Zukunft der Kirche.
Der 86-jährige Ruhestandspriester Siegfried Fleiner hat sich in Sorge um die Zukunft der katholischen Kirche in einem offenen Brief "an die Bischöfe der deutschen Diözesen" gewandt. "Bevor ich sterbe, möchte ich Euch Fragen stellen, die mich beschäftigen und bedrängen", schreibt der Geistliche laut einem Bericht der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). Er spüre einen "zunehmenden Groll" gegen die Bischöfe, weil sie "sehenden Auges unsere Gemeinden und unsere Kirche in eine priesterlose Wüste" führten.
Der 1931 in Augsburg geborene Fleiner wurde 1957 zum Priester des Bistums Augsburg geweiht. Elf Jahre wirkte er als Missionar in Guatemala, wo er sich in die Politik einmischte, interniert und dann ausgewiesen wurde. Es folgte eine Zeit als Pfarrer in Lindau, dann ein Sabbatjahr. Danach übernahm Fleiner die Augsburger Pfarrei "Zum Guten Hirten", wo er einer christlich-aramäischen Familie aus dem türkischen Tur-Abdin ab Gründonnerstag 1995 fünf Jahre lang Kirchenasyl gewährte. Bundesweites Aufsehen erregte er auch als Priester der in Aichach inhaftierten RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt. Inzwischen lebt Fleiner im oberbayerischen Kirchanschöring-Kirchstein.
Zulassungsbestimmungen zum Priesteramt ändern
Hauptgrund für den fehlenden Priesternachwuchs ist Fleiners Ansicht nach der Zölibat, der katholischen Geistlichen das Heiraten verbietet. Das wisse jedes Gemeindemitglied und auch die Bischöfe müssten es wissen. Deshalb verstehe er nicht, warum sich diese nicht zusammentäten und durch ihren Vorsitzenden, "der ein Vertrauter des Papstes ist", diesen bitten würden, die Zulassungsbestimmungen zum Priesteramt zu ändern. Der Pfarrer erinnert daran, dass Papst Franziskus einmal Bischof Erwin Kräutler in Brasilien gesagt habe, die Bischöfe sollten ihm diesbezüglich einen Vorschlag machen.
In seinen vielen Priesterjahren habe er, Fleiner, aber kaum erlebt, dass bei Priester- oder Dekanatskonferenzen brisante Themen angesprochen worden seien. Wenn doch, sei immer tunlichst vermieden worden, dass die Ergebnisse in die Öffentlichkeit gelangten oder an die Kirchenoberen. Davon ausnehmen will der Pfarrer die sogenannten Reformpriester und die Bewegung "Wir sind Kirche". (KNA)
Quelle: Katholisch.de
Was mich bewegt – Pfarrer Siegfried Fleiner wird 80
gradraus.de vom 19.11.2011
Dienstag, 4. Juli 2017
Vorarlberg: Ein Unbequemer hört auf
Ein Unbequemer hört auf
Joe Egle feiert morgen sein 50-jähriges Priesterjubiläum und tritt im Herbst als Pfarrer von Gaschurn ab.
Gaschurn. (VN-kum) Der braungebrannte 76-Jährige sitzt vor dem Computer und stellt die Fotos, die er heute bei einer Bergtour gemacht hat, auf Facebook. Auf dem Bildschirm sieht man Bilder von Pflanzen. „Ich möchte Menschen die Natur nahebringen“, begründet Joe Egle sein Tun. Der Pfarrer hält sich häufig und liebend gern in der Natur auf. „Dort begegne ich dem Göttlichen.“ Im vorigen Sommer zog er sich 200 Mal die Bergschuhe an.
Oft sammelt er auf seinen Bergtouren Kräuter, Beeren und Wurzeln, denn seit 25 Jahren setzt der Geistliche Heilschnäpse an, was ihm den Spitznamen „Schnapspfarrer“ eingebracht hat. Egle weiß, welche Pflanzen gegen welche Wehwehchen helfen. Dieses Wissen vermittelten ihm einst seine Mutter und seine Ahna. Die Herstellung von Heilschnäpsen sieht er als eine Form der Seelsorge an. „Auch auf diese Weise kann ich Menschen helfen.“
Die Menschen seelsorgerisch zu erreichen und ihnen Hoffnung zu geben: Darum ging es ihm immer in seinem Beruf. Deshalb gab der begeisterte Skifahrer auch 14 Jahre lang nebenher Skiunterricht. „So gelang es mir, mit den Skilehrern in Kontakt zu kommen.“ Um an die Bergretter heranzukommen, trat Hochwürden auch der Bergrettung Partenen bei.
Joe, wie ihn die Gaschurner freundschaftlich nennen, wollte Menschen begegnen und ihnen die Botschaft Jesu verkünden. Deshalb ergriff er vor 50 Jahren den Priesterberuf. Er hat diese Berufswahl nie bereut. Könnte er die Zeit zurückdrehen, würde er heute von Herzen gern wieder als junger Pfarrer zu arbeiten beginnen. „Es wäre spannend, die Veränderungen in der Kirche mitzuerleben.“ Die Kirche müsse sich verändern. „Wenn sie das nicht tut, dann gibt es sie in 50 Jahren nicht mehr“, ist er überzeugt.
Egle war immer ein Unbequemer und hat sich nie ein Blatt vor den Mund genommen. „Was mir nicht passt, sage ich.“ Und es passt ihm einiges nicht in der Kirche: Er versteht zum Beispiel nicht, warum den Priestern der Zölibat nicht freigestellt wird, warum es noch immer kein Frauenpriesterum gibt und „die Bischöfe nach wie vor in Faschingskleidern herumrennen“.
In seinen Predigten hat der gebürtige Koblacher schon oft den Reformstau in der Kirche angeprangert. Vielleicht sind sie deshalb so beliebt. „Manchmal fragen mich Messbesucher, ob sie die Predigt nicht schriftlich haben können.“
Die Kirche, so glaubt Egle, könnte wieder erstarken, „wenn sie einen Schritt zurück zur Lehre Jesu macht“. Die Botschaft von Christus will der langjährige Gaschurner Pfarrer, der mit Erwin Kräutler seit Kindheitstagen befreundet ist, auch im Ruhestand verkünden: „Das ist mein Leben.“ Als Vertreter des Pfarrers wird Egle weiterhin Messen halten und seelsorgerisch tätig sein.
Quelle: Vorarlberger Nachrichten >>
Donnerstag, 11. Mai 2017
Bistum Essen erprobt Gemeindeleitung durch Ehrenamtliche
Ehrenamtliche leiten ihre Gemeinden selbst
In zwei katholischen Pfarreien in Essen und Oberhausen erprobt das Bistum Essen jetzt, wie ehrenamtliche Teams katholische Gemeinden leiten können.
Professionelle Begleitung
In zwei katholischen Gemeinden in Essen und Oberhausen bereiten sich jetzt ehrenamtliche Teams darauf vor, künftig auch die Leitung ihrer Gemeinden zu übernehmen. In den vergangenen Tagen haben Vertreter der Gemeinde Zur Heilige Familie auf der Essener Margarethenhöhe und Liebfrauen in Oberhausen-Sterkrade eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bistum Essen unterzeichnet. Begleitet von verschiedenen Fachleuten werden die Ehrenamtlichen nun in einem ein- bis anderthalbjährigen Prozess auf diese Leitungsaufgabe vorbereitet, die im Ruhrbistum für gewöhnlich Priester oder Gemeindereferentinnen übernehmen.
„Welche Formen der Struktur und der Organisation eignen sich?“
Für das Bistum sind Entwicklung und Erprobung neuer Gemeindeleitungsmodelle ein Lernprozess, für den es keinerlei festes Konzept gibt, betont Roman Blaut. Als Referent für ehrenamtliches Engagement leitet er eine Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen des Zukunftsbildes mit der Frage der ehrenamtlichen Leitung von Gemeinden beschäftigt. „Wichtig ist, dass an den beiden Standorten in Essen und Oberhausen nun in einem geschützten Rahmen absolut zieloffen darüber nachgedacht werden kann, wie Kirchengemeinden sich in Zeiten leerer Kassen und ohne eigenes Personal organisieren können“, betont Blaut. „Welche Formen der Struktur und der Organisation eignen sich? Wie kann es gelingen, dass das christliche Leben vor Ort weiter gehen kann?“, nennt er zwei der Fragen, die die beiden Projektgemeinden nun nicht nur für sich beantworten sollen. „Als Bistum wollen wir natürlich auch lernen, welche Tipps wir in Zukunft Gemeinden geben können, die sich auf diesen Weg begeben“, erläutert Blaut. Um diese Herausforderungen meistern zu können, stellt das Bistum den Projektgemeinden jeweils ein professionelles Begleitungsteam zur Seite, das mit den engagierten Gemeindemitgliedern in den kommenden 12 bis 18 Monaten neue Formen der kirchlichen Präsenz vor Ort entwickeln wird. Organisatorisch bleiben die Gemeinden auch künftig Teil der jeweiligen Pfarrei.
Teil des Zukunftsbild-Prozesses
Für die Entwicklung solcher neuen Modelle hat das Bistum Essen in seinem Zukunftsbild-Prozess 2015 einen Impuls der Deutschen Bischofskonferenz aufgegriffen. In deren Papier „Gemeinsam Kirche sein“ betonen die deutschen Bischöfe die gemeinsame Verantwortung von Laien und Priestern, getauften Frauen und Männern für die Kirche von Morgen. Hier seien noch viele Möglichkeiten offen, für die auch das Kirchenrecht durchaus Spielräume offen hält. Zudem hat das Ruhrbistum bereits 2015 der Gemeinde St. Barbara in Duisburg-Röttgersbach den Status einer Projektgemeinde mit einer ehrenamtlichen Leitung eingeräumt.
Weitere Infos auf Bistum Essen >>
KEINE WEIHE IM BISTUM OSNABRÜCK
Kommentar zum Priestermangel:
Stärkt die Laien!
Osnabrück. Alle Stoßgebete sind offenbar verhallt: Seit Jahren macht sich eine Leere im deutschen Altarraum breit, die weder mit Aushilfspriestern noch mit immer größeren Pfarreien kaschiert werden kann.
Neue Osnabrücker Zeitung >>
In zwei katholischen Pfarreien in Essen und Oberhausen erprobt das Bistum Essen jetzt, wie ehrenamtliche Teams katholische Gemeinden leiten können.
Professionelle Begleitung
In zwei katholischen Gemeinden in Essen und Oberhausen bereiten sich jetzt ehrenamtliche Teams darauf vor, künftig auch die Leitung ihrer Gemeinden zu übernehmen. In den vergangenen Tagen haben Vertreter der Gemeinde Zur Heilige Familie auf der Essener Margarethenhöhe und Liebfrauen in Oberhausen-Sterkrade eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bistum Essen unterzeichnet. Begleitet von verschiedenen Fachleuten werden die Ehrenamtlichen nun in einem ein- bis anderthalbjährigen Prozess auf diese Leitungsaufgabe vorbereitet, die im Ruhrbistum für gewöhnlich Priester oder Gemeindereferentinnen übernehmen.
„Welche Formen der Struktur und der Organisation eignen sich?“
Für das Bistum sind Entwicklung und Erprobung neuer Gemeindeleitungsmodelle ein Lernprozess, für den es keinerlei festes Konzept gibt, betont Roman Blaut. Als Referent für ehrenamtliches Engagement leitet er eine Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen des Zukunftsbildes mit der Frage der ehrenamtlichen Leitung von Gemeinden beschäftigt. „Wichtig ist, dass an den beiden Standorten in Essen und Oberhausen nun in einem geschützten Rahmen absolut zieloffen darüber nachgedacht werden kann, wie Kirchengemeinden sich in Zeiten leerer Kassen und ohne eigenes Personal organisieren können“, betont Blaut. „Welche Formen der Struktur und der Organisation eignen sich? Wie kann es gelingen, dass das christliche Leben vor Ort weiter gehen kann?“, nennt er zwei der Fragen, die die beiden Projektgemeinden nun nicht nur für sich beantworten sollen. „Als Bistum wollen wir natürlich auch lernen, welche Tipps wir in Zukunft Gemeinden geben können, die sich auf diesen Weg begeben“, erläutert Blaut. Um diese Herausforderungen meistern zu können, stellt das Bistum den Projektgemeinden jeweils ein professionelles Begleitungsteam zur Seite, das mit den engagierten Gemeindemitgliedern in den kommenden 12 bis 18 Monaten neue Formen der kirchlichen Präsenz vor Ort entwickeln wird. Organisatorisch bleiben die Gemeinden auch künftig Teil der jeweiligen Pfarrei.
Teil des Zukunftsbild-Prozesses
Für die Entwicklung solcher neuen Modelle hat das Bistum Essen in seinem Zukunftsbild-Prozess 2015 einen Impuls der Deutschen Bischofskonferenz aufgegriffen. In deren Papier „Gemeinsam Kirche sein“ betonen die deutschen Bischöfe die gemeinsame Verantwortung von Laien und Priestern, getauften Frauen und Männern für die Kirche von Morgen. Hier seien noch viele Möglichkeiten offen, für die auch das Kirchenrecht durchaus Spielräume offen hält. Zudem hat das Ruhrbistum bereits 2015 der Gemeinde St. Barbara in Duisburg-Röttgersbach den Status einer Projektgemeinde mit einer ehrenamtlichen Leitung eingeräumt.
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KEINE WEIHE IM BISTUM OSNABRÜCK
Kommentar zum Priestermangel:
Stärkt die Laien!
Osnabrück. Alle Stoßgebete sind offenbar verhallt: Seit Jahren macht sich eine Leere im deutschen Altarraum breit, die weder mit Aushilfspriestern noch mit immer größeren Pfarreien kaschiert werden kann.
Neue Osnabrücker Zeitung >>
Dienstag, 15. November 2016
Kardinal Lehmann fordert, die vom Papst gewährte Freiheit zu nutzen
Lehmann: Vom Papst gewährte Freiheit nutzen
Ob Priestermangel oder sinkende Zahl der Gläubigen: Kardinal Karl Lehmann warnt davor, den richtigen Zeitpunkt für Reformen zu verpassen. Und auch zum Wahlsieg Donald Trumps hat er eine klare Meinung.
Kardinal Karl Lehmann hat die deutschen Bischöfe aufgerufen, die von Papst Franziskus eröffneten Freiheiten für die Kirchen vor Ort zu nutzen. "Franziskus will, dass wir neue Wege erkunden. Manchmal muss man nicht erst darauf warten, bis sich der ganze große Tanker bewegt", sagte Lehmann am Mittwochabend in Freiburg. Er verwies auf Annäherungen zwischen evangelischer und katholischer Kirche und auf die Debatte um den Sakramentenausschluss von wiederverheirateten Geschiedenen und um den Zölibat.
Weiterlesen auf Katholisch.de >>
Lehmann fordert, die vom Papst gewährte Freiheit zu nutzen
"Wir haben nicht ewig Zeit"
Neue Wege gehen: Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat die deutschen katholischen Bischöfe aufgerufen, die von Papst Franziskus eröffneten Freiheiten für die Kirchen vor Ort zu nutzen.
"Franziskus will, dass wir neue Wege erkunden. Manchmal muss man nicht erst darauf warten, bis sich der ganze große Tanker bewegt", sagte Lehmann am Mittwochabend in Freiburg. Er verwies auf Annäherungen zwischen evangelischer und katholischer Kirche und auf die Debatte um den Sakramentenausschluss von wiederverheirateten Geschiedenen und um den Zölibat.
domradio.de >>
1000 Zuhörer kommen zu Veranstaltung mit Kardinal Lehmann an die Uni Freiburg
Die Albert-Ludwigs-Unviersität ist seine "Heimatuniversität": 1000 Menschen kamen, um Karl Lehmann in der Uni zu sehen – und zu hören, was er über Mut in der Kirche und Priestermangel sagt.
Badische Zeitung >>
Dienstag, 4. Oktober 2016
Martin Luther - Ketzer, Rebell oder Populist?
Alan Posener antwortet auf das Buch von Willi Winkler Luther. Ein deutscher Rebell mit dem folgenden Beitrag:
Martin Luther, Populist
Von Wittenberg in den Weltuntergang: Willi Winkler exorziert den Reformator
WELT.de >>
Siehe auch Blog-Archiv vom 29. August 2016:
Willi Winkler: Der Papst sollte Luther heiligsprechen
Zum Thema:
Gottes Populist
In jungen Jahren besuchte Martin Luther Rom und war schockiert über den kirchlichen Sündenpfuhl. Ein neues Buch zeigt: Der Reformation liegt ein tiefes kulturelles Unverständnis zugrunde zwischen den «barbarischen Deutschen» und den «kultivierten Italienern».
weltwoche.ch >>
Luther als Ketzer?
"Die Reformation ist ein Prozess wechselseitiger Abstoßung"
Das Reformationsjubiläum rückt näher. Es wird viel nachgedacht und geschrieben über Martin Luther, den Reformator aus Wittenberg. Manch eine kirchenhistorische Biographie wirkt wie eine Heiligenlegende. Anders bei Professor Volker Reinhardt aus Fribourg in der Schweiz. Der vielsagende Titel seines neuen Buches: "Luther, der Ketzer."
Volker Reinhardt im Gespräch mit Andreas Main auf Deutschlandfunk.de >>
Literatur:
Volker Reinhardt: Luther der Ketzer. Rom und die Reformation. C. H. Beck Verlag, München 2016
perlentaucher >>
Luther und die Folgen
Glaube, Fegefeuer des Zweifels
Auserwählte und Ungeliebte – Luther, Paulus, Augustin und ein folgenschwerer Denkfehler.
Wer nach einem Protestantismus der leiseren Töne fragt, muss Abstand zum dogmatischen Lärm der Anfänge suchen. Die ersten Quellen waren von einem Kampfgeist durchdrungen, der jedem Beobachter die entschiedenste Parteinahme abverlangte. Die Kombattanten waren sich darin einig, dass es zwischen Gottes Partei und der Gefolgschaft des Widersachers keine Mitte geben könne. Nicht der Verlust der Mitte, sondern das Verbot der Mitte schien das Diktat jener Zeit zu sein. Was wir heute «Politik» nennen, war damals der Versuch, ein Gemeinwesen aus dem Geist der Mitte zu schaffen.
NZZ >>
Montag, 26. September 2016
Wegmarkierungen für die katholische Kirche Steiermark
In seinem Referat mit dem Titel „Gott geht mit“ stellte der Diözesanbischof vor den auf Schloss Seggau tagenden Pfarrern und Führungskräften seine Pläne für die Zukunft der Diözese vor. Bischof Wilhelm Krautwaschl zeichnete zu Beginn der dreiteiligen Ausführung die Möglichkeit, sich auf gegenwärtige Herausforderungen „als geistlichen Prozess“ einzulassen.
Beitrag auf Katholische Kirche Steiermark >>
"Gott geht mit" - das Bischofsreferat im Wortlaut >>
Montag, 19. September 2016
Pastoraltheologe Haslinger hält Konzept größerer Seelsorgeeinheiten für gescheitert
Pfarreien wie Berghütten?
Das Konzept, Pfarreien zu größeren Seelsorgeeinheiten zusammenzufassen, hält der Paderborner Pastoraltheologe Herbert Haslinger für gescheitert. In einem Buch entwirft er nun einen Gegenvorschlag zu diesem Vorgehen vieler deutscher Diözesen.
Weiterlesen auf katholisch.de
Herbert Haslinger
Gemeinde - Kirche am Ort
Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils
Bonifatius Verlag >>
Das Konzept, Pfarreien zu größeren Seelsorgeeinheiten zusammenzufassen, hält der Paderborner Pastoraltheologe Herbert Haslinger für gescheitert. In einem Buch entwirft er nun einen Gegenvorschlag zu diesem Vorgehen vieler deutscher Diözesen.
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Herbert Haslinger
Gemeinde - Kirche am Ort
Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils
Bonifatius Verlag >>
Freitag, 9. September 2016
Wie (lange) können Gemeinden überleben?
Wir sind Kirche Deutschland hilft bei der Vernetzung von Kirchengemeinden in Deutschland
Die überall stattfindenden Gemeindezusammenlegungen und pastoralen Umstrukturierungen sowie der massiven kirchlichen Sparmaßnahmen stellen das Bild von Kirche als Volk Gottes, wie es das II. Vatikanische Konzil (1962 — 1965) betont hat, und die Mitwirkungsmöglichkeiten des Kirchenvolkes sehr in Frage.
Immer mehr Kirchengemeinden haben Probleme mit der Fusionspolitik der Bischöfe und dem Führungsstil der Kirche und wenden sich an die KirchenVolksBewegung. Die Proteste gegen von oben angeordnete und pastoral unverantwortliche Entscheidungen nehmen überall zu. Immer neue Gruppen entstehen, die notwendige Veränderungen aktiv mitgestalten wollen und Kontakte suchen.
Weitere Infos auf Wir-sind-Kirche.de >>
Wie (lange) können Gemeinden überleben?
Info-Brief als PDF >>
Dienstag, 16. August 2016
Zulehner: Papst sollte Holl, Drewermann und Küng anrufen
Zulehner: Papst sollte Holl, Drewermann und Küng anrufen
Wiener Pastoraltheologe blickt in Kirchenzeitung-Interview auf Aufbrüche und Reformen von den 1960er-Jahren bis heute zurück - Kirche leidet nicht nur unter einem Priestermangel, sondern an einem Weihemangel, "weil manche Laien faktisch priesterliche Aufgaben wahrnehmen"
Wien, 12.08.2016 (KAP) "Ganz toll fände ich es, würde Papst Franziskus zum Telefon greifen und Adolf Holl, Hans Küng und Eugen Drewermann anrufen und sie bitten, sich ihrem eigenen biographischen Traum entsprechend wieder mehr in die Kirche und ihre Entwicklung einzubringen": Das betonte der Wiener Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Das Beispiel von Martin Luther zeige, "dass manchmal die Besten die Kirche verlassen haben, vielleicht auch verlassen mussten, weil sie mit ihren kühnen Ideen zu früh dran waren". Zulehner äußerte sich im "Sonntag"-Interview im Rahmen einer Serie anlässlich des Amtsantritt von Franz Königs als Erzbischof von Wien vor genau 60 Jahren.
Der Pastoraltheologe analysierte im Interview die entscheidenden Weichenstellungen der "Ära König" in Kirche und Gesellschaft. Die Bedeutung des 1968er-Jahres für Gesellschaft und Kirche werde dabei von vielen unterschätzt, so Zulehner. Es sei nämlich um den "in vieler Hinsicht gelungenen Versuch" gegangen, die Freiheitsgrade der Menschen zu erweitern. Zugleich hätten damit aber auch "tragische Entwicklungen" ihren Anfang genommen.
Manche Aspekte an den lebensgestaltenden Kräften wie Institutionen, Normen, oder Autoritäten seien damals als repressiv und freiheitsberaubend erlebt und erlitten worden. "Befreiung, Emanzipation stand auf dem Programm. Das Gewicht verschob sich von der Institution zur Person", so Zulehner.
Der Theologe erläuterte diese Entwicklung am Beispiel der Ehe: "Jetzt zählt nicht mehr der Vertrag, sondern das Vertragen, also die persönliche Liebe. Und nichts ist so verwundbar wie die Liebe. Das erklärt die rasche Destabilisierung der Beziehungen, mit oder ohne Trauschein."
Auch die Beichte sei von vielen Menschen "eher als Kontrollinstrument denn als Heilungsort erlebt" worden. Deshalb hätten auch viele aufgehört zu beichten. Zulehner: "Heilung suchten sie dann bei guten Therapeuten oder bei liebevollen Menschen. Papst Franziskus versucht diese tragische Entwicklung zu beenden."
Sozialmodell der "Priesterkirche" beendet
Ende der 1960er Jahre zeigte das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) erste Auswirkungen. Das Konzil habe offiziell das Sozialmodell der "Priesterkirche" beendet, so Zulehner. Der tiefe Graben zwischen den aktiv betreuenden Priestern und den vielen sei zugeschüttet worden. Laien hätten nach und nach ehrenamtliche Aufgaben übernommen. In den Pfarrgemeinderäten hätten sie auch eine Plattform der Mitberatung und Mitgestaltung gefunden, "wichtig war auch das Aufblühen der Beteiligung der Laien am Wirken der Kirche in den Laienorganisationen, der Katholischen Aktion, in den Verbänden. Auch wurden neben den Pfarrgemeinden sogenannte kategoriale Dienste ausgebaut."
Heute würde man sagen, Kirche ereigne sich zunehmend über die Pfarrgemeinden hinaus auch an anderen Orten - "in einer Hochschulgemeinde, in einem Familienkreis, in einer Ökumenischen Morgenfeier im Rundfunk", sagte der Wiener Theologe. Freilich sei als Folge des Konzils die Liturgie auch ein wenig nüchterner und manchmal auch banaler geworden, räumte er ein. Sehr wichtig sei zugleich die Entdeckung der Wortgottesliturgie gewesen, "und zwar nicht als Sonntagsmessersatz, sondern als Glaubensfeier mit eigener Würde". Auch das Lesen der Bibel sei insgesamt wichtiger geworden.
Viele seelsorgliche Aufgaben seien von den Priestern zu kompetenten, gut ausgebildeten Frauen und Männern übergegangen. Der Grund dafür sei aber nicht allein der Priestermangel, so Zulehner: "Eine Rolle spielte, dass es aufwändiger wurde, Menschen zu einer persönlichen Entscheidung für das Evangelium zu gewinnen. Laienseelsorger, Frauen wie Männer, trugen zu einer qualitätsvollen Seelsorge bei."
Heute, angesichts des grassierenden Priestermangels, seien die Laien aus der Seelsorge nicht mehr wegzudenken. Dabei zeige sich, "dass die Kirche nicht nur unter einem Priestermangel leidet. Vielmehr gibt es auch einen Weihemangel, weil manche Laien faktisch priesterliche Aufgaben wahrnehmen."
Vielfalt ist Reichtum der Kirche
Zur Frage, inwieweit neue Bewegungen wie das Opus Dei, die Charismatische Erneuerung oder das Neokatechumenat die Kirche bereicherten, meinte Zulehner, dass sich im Lauf der bewegten Geschichte der Kirche immer Menschen um Gründergestalten zu neuen Gemeinschaften unterschiedlicher Art zusammengeschlossen hätten. Die Orden seien das wichtigste Beispiel, "was auch bedeutet, dass das Sterben vieler Orden eine massive Schwächung der Kirche im Land darstellt".
In neuerer Zeit seien andere Nachfolgegemeinschaften entstanden. Sie zeigten, "dass das Evangelium unentwegt seine schöpferische Kraft erweist". Dass diese neuen Gebilde vielfältig seien, habe weniger mit dem Evangelium zu tun als mit mit der Verschiedenheit der Menschen, ihr Leben zu deuten und zu gestalten. Manche suchten mehr die Ordnung, andere den sozialen Dienst, wieder andere die spirituelle Tiefe. Diese Vielfalt sei aber ein Reichtum der Kirche.
Resümee des Pastoraltheologen: "Ist das einmal gesagt, kann immer noch im Detail besprochen werden, ob es nicht auch Schattenseiten in manchen neuen Bewegungen gibt. Dann gelten manche als autoritär und fremdbestimmend, andere wiederum als gar fromm, und das an den bedrängenden Leiden der Welt vorbei. Aber: Welche Gemeinschaft hat keine Schwächen?"
Zulehner wünscht sich Papst-Telefonate
„Ganz toll fände ich es, würde Papst Franziskus zum Telefon greifen und Adolf Holl, Hans Küng und Eugen Drewermann anrufen und sie bitten, sich ihrem eigenen biographischen Traum entsprechend wieder mehr in die Kirche und ihre Entwicklung einzubringen“
Religion.orf.at >>
Dienstag, 26. Juli 2016
Österreichs Reformbewegungen wenden sich an den Bischof von Rom
Im Februar 2016 haben die Reformbewegungen in der katholischen Kirche Österreichs der Bischofskonferenz das Anliegen unterbreitet, dem Wunsch des Papstes entsprechend Vorschläge zu unterbreiten, nämlich betreffend die Ermächtigung von bewährten Personen (sog. viri probati) zur Leitung der Eucharistiefeier. (Hier der Brief an die Biko als PDF >>).
Kardinal Schönborn empfahl ihnen, sich direkt an den Papst wenden. Sie baten sohin den Päpstlichen Nuntius, jenes Anliegen an Rom weiterzuleiten. Auch dies fand kein Gehör.
So haben sie nun dem Bischof Franziskus von Rom einen Brief geschrieben - hier der Brief als PDF >>.
Blog-Archiv vom 11. Juli 2016:
Newsletter 35: Österreichs Bischöfe verweigern Unterstützung für "Viri probati"
Montag, 8. Februar 2016
5 Jahre Memorandum "Kirche 2011"
Eiszeit unter Papst Benedikt
Vor fünf Jahren haben mehr als 300 deutschsprachige Theologen zu einem Aufbruch in der katholischen Kirche aufgerufen
Münster - Es war ein Aufschrei in der katholischen Kirche. Mehr als 300 deutschsprachige Theologen muckten 2011 auf, stellten Reformforderungen in Richtung ihrer Bischöfe und in Richtung Rom. Es war die Zeit vor Papst Franziskus, der aus Argentinien kam und heute im Kleinwagen durch Rom fährt und Flüchtlingen auf der Insel Lampedusa im Mittelmeer die Hand reicht. 2011 war der heute emeritierte Papst Benedikt XVI. noch zwei Jahre im Amt. Kritiker sprechen von einer Eiszeit, von Winter, ohne Hoffnung auf Frühling.
Doch dann kam am 4. Februar 2011 der im Geheimen vorbereitete Vorstoß: Die Unterstützer veröffentlichten eine Liste mit Forderungen, riefen zu einem echten Neuanfang auf. Getrieben wurden sie vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und einer tiefen Kluft zwischen den Bischöfen und dem Papst und den Gläubigen.
Reaktionen waren offiziell kritisch
Als Mittel gegen den Priestermangel forderten sie, verheiratete Männer sowie Frauen als Priester zuzulassen. Die Gläubigen sollten außerdem bei wichtigen Entscheidungen mitreden und vor allem mitentscheiden können. Gottesdienste müssten moderner werden. Außerdem dürften Homosexuelle und wiederverheiratete Geschiedene nicht ausgegrenzt werden. „Wir wenden uns an alle, die es noch nicht aufgegeben haben, auf einen Neuanfang in der Kirche zu hoffen“, betonten die Theologen.
Die Reaktionen der Bischof waren offiziell kritisch, unter der Hand gab es Zustimmung. Einige, wie Felix Genn in Münster, äußerten deutlich auch bei öffentlichen Veranstaltungen ihren Ärger. „Er fühlte sich unter Druck gesetzt von dem Memorandum und hat das auch in meine Richtung so deutlich geäußert“, sagt der Mainzer Theologe Gerhard Kruip der Deutschen Presse-Agentur; er zählt zu den Initiatoren. „Wir haben damals Kollegen von der Unterschrift abgeraten. Wer nur einen Zeitvertrag als Kirchenlehrer hatte, sollte sich bewusst nicht angreifbar machen“, erinnert sich Kruip.
Ob das Theologen-Memorandum auch beim damaligen Papst Wirkung gezeigt hat? „Das ist heute schwer zu sagen. Bischof Marx hat mal so Andeutungen gemacht“, sagt der Theologe. Aus den Bistümern gab es sehr unterschiedliche Signale. Die Bischöfe Robert Zollitsch (Freiburg) und Franz-Josef Bode (Osnabrück) waren laut Kruip auch nicht begeistert. Sie sprachen sich aber für den Dialog in der Sache aus.
Der Historiker Thomas Großbölting vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster ordnet den Streit ein: „Es war eine Auseinandersetzung zwischen zwei immer kleiner werdenden Eliten: den Konservativen in der Amtskirche auf der einen Seite und den progressiven Theologen vor allem in Universitäten und Akademien auf der anderen Seite.“
Praktisch allerdings hat das Memorandum nach seiner Einschätzung kaum etwas bewirkt: Weder gebe es heute mehr Rechtssicherheit im Kirchenrecht noch Verbesserungen für kirchliche Angestellte, ganz zu schweigen von Frauen als Priester. Das sieht auch Mitunterzeichner Thomas Schüller so. Der Theologe aus Münster hofft deshalb jetzt nach der Familiensynode im vergangenen Herbst auf den Papst. „Ende März kommt es zum Schwur, wenn dann endlich Ergebnisse vorgestellt werden sollen“, sagt Schüller. Nach seiner Meinung hat der Papst einen unglaublichen Schub gebracht: „Beim Thema Ehe und Sexualität hat Franziskus dafür gesorgt, dass wieder angstfrei über die Themen diskutiert werden kann.“
Kluft teilweise noch größer
Im Verhältnis zwischen Bischöfen und Theologie-Instituten sei die Kluft nach dem Memorandum an einigen Standorten wie Münster noch größer geworden, sagt Schüller. Bei der Forderungen nach mehr Mitspracherechten für die Gläubigen sei der Papst weiter als die deutschen Bischöfe. „Franziskus hat gesagt, der Papst allein kann nichts. Aber dann muss er jetzt auch liefern und aufzeigen, wie die Bischöfe Macht abgeben können.“
Dorothea Sattler vom Ökumenischen Institut in der Uni Münster hat das Memorandum nicht unterschrieben. Die Professorin passte die Form der Kritik nicht. Sie war ihr zu knapp und wissenschaftlich zu wenig unterfüttert. „Der Streit ist in Rom registriert worden. Es gibt aber keinen kausalen Zusammenhang zu den späteren Veränderungen im Vatikan“, sagt Sattler.
Quelle: Eßlinger Zeitung >>
Vor fünf Jahren veröffentlichten Theologen Reform-Memorandum
"Aufschrei in der katholischen Kirche"
Fünf Jahre ist es her: Über 300 deutschsprachige Theologen rufen zu einem Aufbruch in der katholischen Kirche auf. Ihre Forderungen werden heute überlagert vom Wirken eines neuen Papstes. Ob das Memorandum etwas bewirkt hat, ist umstritten.
domradio.de >>
Nur ein "Aufbruch light"
Genau fünf Jahre ist es nun her, dass ein Aufschrei durch die katholische Kirche ging. Mit einem Memorandum wandten sich über 300 Theologen – vor allem aus dem deutschsprachigen Raum – an die kirchliche Obrigkeit. Der Tenor: Es seien tief greifende Reformen notwendig, um Lähmung und Resignation innerhalb der Institution zu überwinden. Das Schreiben trug den vielversprechenden Namen "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch".
Katholisch.de >>
„Kirche 2011“ - Aufschrei der Theologen ohne Folgen
Fünf Jahre nach dem Aufruf deutschsprachiger Theologen zu grundlegenden Reformen in der katholischen Kirche ziehen die Unterzeichner ein durchwachsenes Fazit.
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Nach dem Memorandum der 311 Theologieprofessoren
Zwei Sammelbände zum Dialogprozeß
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Memorandum der über 300 TheologieprofessorInnen
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Memorandum "Kirche 2011"
Vor fünf Jahren haben mehr als 300 deutschsprachige Theologen zu einem Aufbruch in der katholischen Kirche aufgerufen
Münster - Es war ein Aufschrei in der katholischen Kirche. Mehr als 300 deutschsprachige Theologen muckten 2011 auf, stellten Reformforderungen in Richtung ihrer Bischöfe und in Richtung Rom. Es war die Zeit vor Papst Franziskus, der aus Argentinien kam und heute im Kleinwagen durch Rom fährt und Flüchtlingen auf der Insel Lampedusa im Mittelmeer die Hand reicht. 2011 war der heute emeritierte Papst Benedikt XVI. noch zwei Jahre im Amt. Kritiker sprechen von einer Eiszeit, von Winter, ohne Hoffnung auf Frühling.
Doch dann kam am 4. Februar 2011 der im Geheimen vorbereitete Vorstoß: Die Unterstützer veröffentlichten eine Liste mit Forderungen, riefen zu einem echten Neuanfang auf. Getrieben wurden sie vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und einer tiefen Kluft zwischen den Bischöfen und dem Papst und den Gläubigen.
Reaktionen waren offiziell kritisch
Als Mittel gegen den Priestermangel forderten sie, verheiratete Männer sowie Frauen als Priester zuzulassen. Die Gläubigen sollten außerdem bei wichtigen Entscheidungen mitreden und vor allem mitentscheiden können. Gottesdienste müssten moderner werden. Außerdem dürften Homosexuelle und wiederverheiratete Geschiedene nicht ausgegrenzt werden. „Wir wenden uns an alle, die es noch nicht aufgegeben haben, auf einen Neuanfang in der Kirche zu hoffen“, betonten die Theologen.
Die Reaktionen der Bischof waren offiziell kritisch, unter der Hand gab es Zustimmung. Einige, wie Felix Genn in Münster, äußerten deutlich auch bei öffentlichen Veranstaltungen ihren Ärger. „Er fühlte sich unter Druck gesetzt von dem Memorandum und hat das auch in meine Richtung so deutlich geäußert“, sagt der Mainzer Theologe Gerhard Kruip der Deutschen Presse-Agentur; er zählt zu den Initiatoren. „Wir haben damals Kollegen von der Unterschrift abgeraten. Wer nur einen Zeitvertrag als Kirchenlehrer hatte, sollte sich bewusst nicht angreifbar machen“, erinnert sich Kruip.
Ob das Theologen-Memorandum auch beim damaligen Papst Wirkung gezeigt hat? „Das ist heute schwer zu sagen. Bischof Marx hat mal so Andeutungen gemacht“, sagt der Theologe. Aus den Bistümern gab es sehr unterschiedliche Signale. Die Bischöfe Robert Zollitsch (Freiburg) und Franz-Josef Bode (Osnabrück) waren laut Kruip auch nicht begeistert. Sie sprachen sich aber für den Dialog in der Sache aus.
Der Historiker Thomas Großbölting vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster ordnet den Streit ein: „Es war eine Auseinandersetzung zwischen zwei immer kleiner werdenden Eliten: den Konservativen in der Amtskirche auf der einen Seite und den progressiven Theologen vor allem in Universitäten und Akademien auf der anderen Seite.“
Praktisch allerdings hat das Memorandum nach seiner Einschätzung kaum etwas bewirkt: Weder gebe es heute mehr Rechtssicherheit im Kirchenrecht noch Verbesserungen für kirchliche Angestellte, ganz zu schweigen von Frauen als Priester. Das sieht auch Mitunterzeichner Thomas Schüller so. Der Theologe aus Münster hofft deshalb jetzt nach der Familiensynode im vergangenen Herbst auf den Papst. „Ende März kommt es zum Schwur, wenn dann endlich Ergebnisse vorgestellt werden sollen“, sagt Schüller. Nach seiner Meinung hat der Papst einen unglaublichen Schub gebracht: „Beim Thema Ehe und Sexualität hat Franziskus dafür gesorgt, dass wieder angstfrei über die Themen diskutiert werden kann.“
Kluft teilweise noch größer
Im Verhältnis zwischen Bischöfen und Theologie-Instituten sei die Kluft nach dem Memorandum an einigen Standorten wie Münster noch größer geworden, sagt Schüller. Bei der Forderungen nach mehr Mitspracherechten für die Gläubigen sei der Papst weiter als die deutschen Bischöfe. „Franziskus hat gesagt, der Papst allein kann nichts. Aber dann muss er jetzt auch liefern und aufzeigen, wie die Bischöfe Macht abgeben können.“
Dorothea Sattler vom Ökumenischen Institut in der Uni Münster hat das Memorandum nicht unterschrieben. Die Professorin passte die Form der Kritik nicht. Sie war ihr zu knapp und wissenschaftlich zu wenig unterfüttert. „Der Streit ist in Rom registriert worden. Es gibt aber keinen kausalen Zusammenhang zu den späteren Veränderungen im Vatikan“, sagt Sattler.
Quelle: Eßlinger Zeitung >>
Vor fünf Jahren veröffentlichten Theologen Reform-Memorandum
"Aufschrei in der katholischen Kirche"
Fünf Jahre ist es her: Über 300 deutschsprachige Theologen rufen zu einem Aufbruch in der katholischen Kirche auf. Ihre Forderungen werden heute überlagert vom Wirken eines neuen Papstes. Ob das Memorandum etwas bewirkt hat, ist umstritten.
domradio.de >>
Nur ein "Aufbruch light"
Genau fünf Jahre ist es nun her, dass ein Aufschrei durch die katholische Kirche ging. Mit einem Memorandum wandten sich über 300 Theologen – vor allem aus dem deutschsprachigen Raum – an die kirchliche Obrigkeit. Der Tenor: Es seien tief greifende Reformen notwendig, um Lähmung und Resignation innerhalb der Institution zu überwinden. Das Schreiben trug den vielversprechenden Namen "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch".
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„Kirche 2011“ - Aufschrei der Theologen ohne Folgen
Fünf Jahre nach dem Aufruf deutschsprachiger Theologen zu grundlegenden Reformen in der katholischen Kirche ziehen die Unterzeichner ein durchwachsenes Fazit.
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Nach dem Memorandum der 311 Theologieprofessoren
Zwei Sammelbände zum Dialogprozeß
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Memorandum der über 300 TheologieprofessorInnen
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Memorandum "Kirche 2011"
Mittwoch, 25. November 2015
Schreiben der Reformbewegungen an die Bischöfe Österreichs
Sehr geehrter Herr Bischof!
Die Reformbewegungen in unserer Kirche haben die Ergebnisse der stattgefundenen Bischofssynode eingehend beraten und sind zur Auffassung gelangt, dass sich über den unmittelbaren Beratungsgegenstand weit hinausreichende Folgerungen ergeben. Sie haben daher beschlossen, an die Diözesanbischöfe Österreichs den im Folgenden wiedergegeben Appell in Form eines offenen Briefes zu richten.
Vielleicht ist uns allen noch nicht ganz bewusst, wie sehr Papst Franziskus die Kirche bereits verändert hat. So gut wie alles davon betrifft die Bischöfe – angestoßen durch einen von ihnen, den von Rom. Das Entscheidende ist eindeutig: Die Zeit der Entmündigung ist vorbei. Das hat nach der Überzeugung der kirchlichen Reformbewegungen Konsequenzen, die den Bischöfen in aller Freimut zugerufen werden sollen:
Liebe Bischöfe, bewältigt mutig und unverzüglich das Umdenken zu einem neuen Verständnis Eueres Amtes! Dieses war bisher auf die Rolle von Außenstellenleitern des Vatikans reduziert, gebunden durch geschworenen und bedingungslosen Gehorsam. Bringt diese entwürdigende Situation rasch hinter euch und unternehmt alles, um nun die eigentlichen Verantwortungsträger der Kirche zu sein!
Diese neu gewonnene Verantwortung besteht gegenüber Jesus, dem wahren Oberhaupt der Kirche. Sie besteht aber auch gegenüber dem Kirchenvolk. Die Getauften und Gefirmten sind niemandes Untergebene, so wie auch Ihr Bischöfe nicht solche seid, sondern wie wir alle zur schöpferischen Kraft des Glaubens berufen.
Das Amt der Bischöfe braucht Autorität, wenn es Respekt und Anerkennung finden soll. Autorität kann in unserer Zeit weder durch Berufung auf Gesetze noch auf Tradition gewonnen werden, sondern nur durch die Gaben des Geistes. Der Papst hat gegenüber der Synode erklärt, dass die evangelische Demut des Bischofsamtes erfordere, „die Gläubigen an der Hand zu nehmen und ihnen aufzuhelfen, ohne sich ihnen jemals überlegen zu fühlen“.
Den Reformbewegungen ist diese Hand bisher verweigert worden, ebenso das Gehör und das Gespräch. Wir haben immer an dieses „Aufhelfen“ gedacht, das auch die Kirche in ihrer heute so schwierigen Lage braucht und das ihr nun von einem inspirierten Papst zuteil wird.
Die Reformkräfte stehen in der Kirche nicht abseits, sondern wollen ihren Beitrag zu jener Erneuerung leisten, um die sie stets gerungen haben und die nun in Gang gesetzt wurde, aber noch keineswegs abgeschlossen ist. Sie erwarten, endlich Partner fruchtbaren Gedankenaustauschs in einer neuen und hoffnungsvollen Ära der Kirchenentwicklung sein zu können.
Mit der Bitte um Kenntnisnahme und besten Empfehlungen
Für die Plattform Wir sind Kirche: Dr. Martha Heizer
Für die Pfarrerinitiative: Mag. Helmut Schüller
Für die Priester ohne Amt: Herbert Bartl
Für die Laieninitiative: Dr. Herbert Kohlmaier
Die Reformbewegungen in unserer Kirche haben die Ergebnisse der stattgefundenen Bischofssynode eingehend beraten und sind zur Auffassung gelangt, dass sich über den unmittelbaren Beratungsgegenstand weit hinausreichende Folgerungen ergeben. Sie haben daher beschlossen, an die Diözesanbischöfe Österreichs den im Folgenden wiedergegeben Appell in Form eines offenen Briefes zu richten.
Liebe Bischöfe – nun liegt es ganz an Euch!
Ein freimütiger Zuruf und Aufruf
Ein freimütiger Zuruf und Aufruf
Vielleicht ist uns allen noch nicht ganz bewusst, wie sehr Papst Franziskus die Kirche bereits verändert hat. So gut wie alles davon betrifft die Bischöfe – angestoßen durch einen von ihnen, den von Rom. Das Entscheidende ist eindeutig: Die Zeit der Entmündigung ist vorbei. Das hat nach der Überzeugung der kirchlichen Reformbewegungen Konsequenzen, die den Bischöfen in aller Freimut zugerufen werden sollen:
Liebe Bischöfe, bewältigt mutig und unverzüglich das Umdenken zu einem neuen Verständnis Eueres Amtes! Dieses war bisher auf die Rolle von Außenstellenleitern des Vatikans reduziert, gebunden durch geschworenen und bedingungslosen Gehorsam. Bringt diese entwürdigende Situation rasch hinter euch und unternehmt alles, um nun die eigentlichen Verantwortungsträger der Kirche zu sein!
Diese neu gewonnene Verantwortung besteht gegenüber Jesus, dem wahren Oberhaupt der Kirche. Sie besteht aber auch gegenüber dem Kirchenvolk. Die Getauften und Gefirmten sind niemandes Untergebene, so wie auch Ihr Bischöfe nicht solche seid, sondern wie wir alle zur schöpferischen Kraft des Glaubens berufen.
Das Amt der Bischöfe braucht Autorität, wenn es Respekt und Anerkennung finden soll. Autorität kann in unserer Zeit weder durch Berufung auf Gesetze noch auf Tradition gewonnen werden, sondern nur durch die Gaben des Geistes. Der Papst hat gegenüber der Synode erklärt, dass die evangelische Demut des Bischofsamtes erfordere, „die Gläubigen an der Hand zu nehmen und ihnen aufzuhelfen, ohne sich ihnen jemals überlegen zu fühlen“.
Den Reformbewegungen ist diese Hand bisher verweigert worden, ebenso das Gehör und das Gespräch. Wir haben immer an dieses „Aufhelfen“ gedacht, das auch die Kirche in ihrer heute so schwierigen Lage braucht und das ihr nun von einem inspirierten Papst zuteil wird.
Die Reformkräfte stehen in der Kirche nicht abseits, sondern wollen ihren Beitrag zu jener Erneuerung leisten, um die sie stets gerungen haben und die nun in Gang gesetzt wurde, aber noch keineswegs abgeschlossen ist. Sie erwarten, endlich Partner fruchtbaren Gedankenaustauschs in einer neuen und hoffnungsvollen Ära der Kirchenentwicklung sein zu können.
Mit der Bitte um Kenntnisnahme und besten Empfehlungen
Für die Plattform Wir sind Kirche: Dr. Martha Heizer
Für die Pfarrerinitiative: Mag. Helmut Schüller
Für die Priester ohne Amt: Herbert Bartl
Für die Laieninitiative: Dr. Herbert Kohlmaier
Freitag, 18. September 2015
Reicht die Reformbereitschaft der katholischen Kirche aus?
Mit einem "Gesprächsprozess" wollte die katholische Kirche nach dem Missbrauchsskandal vor fünf Jahren das Vertrauen der Gläubigen wiedergewinnen. Mehr als zwei Drittel der Gläubigen stünden der Kirche dennoch kritisch gegenüber, warnt Magnus Lux von "Wir sind Kirche-Dtld".
Nach dem Missbrauchsskandal startete die katholische Kirche vor fünf Jahren einen sogenannten Gesprächsprozess, mit dem sie das Vertrauen der Gläubigen wiedergewinnen wollte. An diesem Wochenende finden in Würzburg die Abschlussdiskussionen statt. Den Gesprächsprozess begleitet hat die Reforminitiative Wir sind Kirche.
"Wir sind letztlich schon dabei", sagt der Sprecher der Initiative, Magnus Lux. "Denn jedes Mal haben wir vor den Türen gestanden und unsere Beiträge dazu den Menschen ausgeteilt, und viele haben gesagt: ja, das vertreten wir ja sowieso, was ihr da sagt."
"Die Bischöfe sind nicht die Herren der Kirche"
Lux bezweifelt jedoch, dass die Reformbereitschaft der katholischen Kirche ausreichend ist. "Mehr als zwei Drittel derer, die überhaupt noch aktiv zu ihrer Kirche stehen und mitmachen wollen, stehen ihr kritisch gegenüber. Und denen muss man ein Stück entgegen kommen."
Zum Beispiel müsse man von der "Selbstsakralisierung" der Kirche wegkommen. "Dass man einfach sagt, ja, hier ist der Papst, hier ist der Bischof, hier ist der Pfarrer, und der Rest, naja, das sind halt die Laien", so Lux. "Kirche sind wir alle, und Bischöfe sind Kirchenleitung, aber sie sind nicht die Herren der Kirche. Als solche benehmen sie sich oft genug."
Das Interview im Wortlaut auf Deutschlandradio Kultur >>
Donnerstag, 17. September 2015
Deutschland: Bischöfe wollen Dialog mit katholischen Laien fortführen
Die Ergebnisse des fünfjährigen Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz mit Laien erscheinen sehr dürftig.
Gesprächsforum „Wo Gott ist, da ist Zukunft“ in Würzburg
11. bis 12. September 2015
Nach fünf Jahren ist mit einem abschließenden bundesweiten Gesprächsforum am 11. und 12. September 2015 in Würzburg der Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende gegangen. Die Begegnung stand unter dem Thema „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Das Zitat stammt von Papst Benedikt XVI. und war das Leitwort seiner Reise nach Deutschland im September 2011.
dbk.de >>
Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg beendet
Ermutigung für den Glauben
Mit einem feierlichen Gottesdienst im Würzburger Dom ist heute der 2011 begonnene Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende gegangen. Vor zahlreichen Gläubigen und den rund 300 Teilnehmern des Gesprächsforums erinnerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in seiner Predigt an den Abschluss der Würzburger Synode der deutschen Bistümer vor 40 Jahren im Würzburger Dom.
Pressemeldung auf dbk.de >>
Deutschland: Bischöfe wollen Dialog mit katholischen Laien fortführen
Die Bischöfe wollen auch nach dem Abschluss des fünfjährigen Gesprächsprozesses mit der kirchlichen Basis auf Augenhöhe im Dialog bleiben. «Eine wichtige Vereinbarung, vielleicht sogar eine der wichtigsten, ist, dass wir eine solche Form des Dialoges auch weiterführen wollen», sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am Samstag in Würzburg. Angestrebt werde ein etwa zweijähriger Rhythmus. Der geplante kirchliche Konvent werde vermutlich personell etwas kleiner, «aber in der gleichen Buntheit der Teilnehmer» ausfallen.
Die Welt >>
Abschlusstreffen der Bischöfe und Laien in Würzburg
Reformdialog fortsetzen
An diesem Samstag endet der vor fünf Jahren gestartete Dialogprozess. Klar ist: Bischöfe und Laien wollen den Reformdialog in der Kirche fortsetzen. Noch fehlen allerdings konkrete Vorschläge.
Domradio.de >>
Gesprächsforum „Wo Gott ist, da ist Zukunft“ in Würzburg
11. bis 12. September 2015
Nach fünf Jahren ist mit einem abschließenden bundesweiten Gesprächsforum am 11. und 12. September 2015 in Würzburg der Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende gegangen. Die Begegnung stand unter dem Thema „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Das Zitat stammt von Papst Benedikt XVI. und war das Leitwort seiner Reise nach Deutschland im September 2011.
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Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg beendet
Ermutigung für den Glauben
Mit einem feierlichen Gottesdienst im Würzburger Dom ist heute der 2011 begonnene Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende gegangen. Vor zahlreichen Gläubigen und den rund 300 Teilnehmern des Gesprächsforums erinnerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in seiner Predigt an den Abschluss der Würzburger Synode der deutschen Bistümer vor 40 Jahren im Würzburger Dom.
Pressemeldung auf dbk.de >>
Deutschland: Bischöfe wollen Dialog mit katholischen Laien fortführen
Die Bischöfe wollen auch nach dem Abschluss des fünfjährigen Gesprächsprozesses mit der kirchlichen Basis auf Augenhöhe im Dialog bleiben. «Eine wichtige Vereinbarung, vielleicht sogar eine der wichtigsten, ist, dass wir eine solche Form des Dialoges auch weiterführen wollen», sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am Samstag in Würzburg. Angestrebt werde ein etwa zweijähriger Rhythmus. Der geplante kirchliche Konvent werde vermutlich personell etwas kleiner, «aber in der gleichen Buntheit der Teilnehmer» ausfallen.
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Abschlusstreffen der Bischöfe und Laien in Würzburg
Reformdialog fortsetzen
An diesem Samstag endet der vor fünf Jahren gestartete Dialogprozess. Klar ist: Bischöfe und Laien wollen den Reformdialog in der Kirche fortsetzen. Noch fehlen allerdings konkrete Vorschläge.
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Montag, 22. Juni 2015
"Wir sind Kirche" ermunterte Bischöfe in Mariazell zu "kühnen Vorschlägen"
Mitglieder von "Wir sind Kirche-Österreich" hofften am Mittwoch (17.6.) auf eine Begegnung mit den Bischöfen, die in Mariazell zur Bischofskonferenz versammelt waren, um sie an den Wunsch des Papstes erinnern, angesichts des eucharistischen Notstandes „kühne Vorschläge“ zu machen.
So warteten sie mit Transparent („Liebe Bischöfe, traut euch, dem Papst zu folgen!“) und Tafeln (REFORMSTAU – Was tut ihr?) darauf, dass die Bischöfe vom Kolleg, in dem sie wohnten, zur Sakristei der Basilika gingen. Wallfahrer und Pilgergruppen, die vorbeikamen, reagierten großteils mit Lächeln und Zuwinken und machten Fotos.
Die Bischöfe zogen jedoch den unterirdischen Verbindungsgang zwischen Kolleg und Basilika vor.
„Für mich ist diese Situation sehr symbolisch: die große Zustimmung des pilgernden Gottesvolkes – und die Bischöfe im Tunnel“, sagt Martha Heizer, Vorsitzende der Plattform Wir sind Kirche. „Allerdings ist die Tatsache, dass nach dem Gottesdienst zumindest zwei Bischöfe, Elbs und Krautwaschl, auf den Vorplatz kamen und freundlich viele Hände – auch unsere – schüttelten, doch Bestätigung dafür, dass wir die Hoffnung nicht zu verlieren brauchen.“
Quelle: Wir-sind-Kirche.at
Presseerklärungen zur Sommervollversammlung 2015
15. bis 17. Juni in Mariazell
Themen:
- Familiensynode
- Hilfe für Menschen auf der Flucht
- Neuer Internet-Auftritt der Bischofskonferenz
Dienstag, 24. März 2015
„Kleriker müssen vom hohen Ross steigen“
Die Versorgung mit Priestern ist am Zusammenbrechen, sagt Propst Johannes Holzinger im Interview mit der KirchenZeitung. Ein Befund, den Sie teilen?
Franz Schobesberger: Die Befürchtung habe ich schon lange. Dass der Zusammenbruch nun so schnell geht, war auch klar. Die großen, starken Priester-Jahrgänge meiner Generation, die sind bald so weit, dass sie in die Ewigkeit gehen.
Franz Schobesberger: Die Befürchtung habe ich schon lange. Dass der Zusammenbruch nun so schnell geht, war auch klar. Die großen, starken Priester-Jahrgänge meiner Generation, die sind bald so weit, dass sie in die Ewigkeit gehen.
Sie pflegen Kontakte zu Dutzenden Gemeinden in Afrika und Asien, die Sie über Ihren Hilfsfonds finanziell unterstützen. Gibt es Ihrer Einschätzung nach dort genügend Priester?
Schobesberger: Nein. Den Priestermangel gibt es in Afrika und Asien weit mehr als bei uns. In Afrika kenne ich Priester, die Pfarren mit 30 und mehr Außenstationen zu betreuen haben. Dort können sie dann nur ein paar Mal im Jahr vor Ort sein. Ich finde es problematisch, dass viele afrikanische Priester zu uns geholt werden, vorwiegend nur, um das bestehende System aufrechtzuerhalten, wo sie doch in ihrer Heimat Arbeit bis über beide Ohren haben.
In einem Ihrer jüngeren Pfarrbriefe kritisieren Sie die ablehnende Haltung des Vatikans in Bezug auf die Weihe von Frauen zu Priesterinnen.
Schobesberger: Wenn der Vatikan sagt, die Kirche habe keine Ermächtigung durch Jesus, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, stimmt das so nicht. Jesus hat dazu einfach nichts gesagt – und das ist weder ein Verbot noch ein Gebot. Es ist auch keine Glaubensfrage, sondern eine Frage der amtlichen Strukturen in der Kirche, die nur teilweise auf Jesus zurückgehen, aber größtenteils von der Kirche selbst eingerichtet wurden.
Wie war das für Sie, als Sie jung waren? Wie sind Sie damals zur Weihe von Frauen gestanden?
Schobesberger: Zu dieser Zeit war es überhaupt noch keine Frage. Das hat sich erst später ergeben, dass ich über die Weihe von Frauen zu Priesterinnen nachgedacht habe. Hinsichtlich der Weihe von Frauen habe ich aber eine sehr vielschichtige Ansicht und bin kein reiner Befürworter.
Was heißt das konkret?
Schobesberger: Grundsätzlich wäre als Erstes zu beachten, ob es dem Wesen der Frau und der von Gott in sie gelegten Berufung entspricht. Dann wären die sehr verschiedenen Voraussetzungen in den weltweiten Kulturen und die Folgen für die Ökumene, besonders bezüglich der Ostkirchen, zu berücksichtigen.
Wenn man die Weihe von Frauen jetzt durchführen würde, gäbe das eine Kirchenspaltung in der Größe der Reformation. Priesterinnen kann es nicht von heute auf morgen geben.
Und das Diakonen-Amt für Frauen zu öffnen: Das würde einfacher umzusetzen sein?
Schobesberger: Überhaupt kein Problem, Diakoninnen hat es schon gegeben, die könnten sofort kommen. Vor allen Überlegungen in Amtsfragen sollte man aber endlich das gemeinsame Priestertum aller Getauften ernst nehmen. Das II. Vaticanum sagte, dass alle Getauften zu Priestern geweiht sind, also priesterliche Dienste erfüllen können.
Was erschwert die Einführung der Weihe von Frauen zu Priesterinnen?
Schobesberger: Die Weihe sollte, wenn grundsätzlich nichts dagegenspricht, möglich sein, aber nicht auf der gewohnten Ebene des Klerus. Bevor man Frauen zu Mitgliedern des Klerus macht, müssen die männlichen Kleriker vom hohen Ross heruntersteigen. Auf ebener Erde wird es kaum ein Problem sein, wenn zu den männlichen Priestern weibliche Priesterinnen kommen. Wenn es eine Machtangelegenheit ist, wird es gefährlich. Meines Erachtens ist die den Vorgaben Jesu widersprechende klerikale Entwicklung der Kirche ab dem 1. Jahrhundert eine Fehlentwicklung. Nicht der priesterliche Dienst, aber der Klerikalismus – und der sollte keine Erweiterung erfahren.
Ein Argument von Gegnern der Weihe von Frauen ist, dass Jesus eben ein Mann war, Priester Stellvertreter Christi sind und einfach Männer sein müssen.
Schobesberger: Das scheint mir eine ideologische Festlegung zu sein, damit man nichts anderes mehr zu denken braucht. Aber in der Heiligen Schrift ist nicht von der Mannwerdung Gottes, sondern von der Menschwerdung zu lesen. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, steht in der Bibel. Jesus kann von Männern und Frauen vergegenwärtigt werden.
Schobesberger: Das scheint mir eine ideologische Festlegung zu sein, damit man nichts anderes mehr zu denken braucht. Aber in der Heiligen Schrift ist nicht von der Mannwerdung Gottes, sondern von der Menschwerdung zu lesen. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, steht in der Bibel. Jesus kann von Männern und Frauen vergegenwärtigt werden.
Trauen Sie Frauen zu, Priesterinnen zu sein, wenn Sie an konkrete Menschen in der katholischen Kirche denken?
Schobesberger: Ich habe schon mit einigen Frauen zu tun gehabt, die wären gut geeignet für dieses Amt. Von der Spiritualität oder dem Können her hätte ich keinerlei Bedenken.
Viele, die sich mehr Gleichberechtigung in der Kirche wünschen, wollen nicht mehr länger warten. Müssten sie einfach geduldiger sein?
Schobesberger: Mit geduldig sein allein wird sich nichts ändern. Nur zuwarten, bis der Heilige Geist allein etwas tut, da warten sie umsonst. Der Heilige Geist wird nur etwas gemeinsam mit den Menschen bewirken.
Anderseits: Mit Revolutionen erzeugt man keinen positiven Weg, nur einen Bruch. Man müsste einen Weg finden, auf dem man mit Nachdruck richtig Erkanntes mit Blick auf das Ganze verwirklicht.
Sollen Priesterinnen eigentlich zölibatär leben?
Schobesberger: Die Frage, ob Priester zölibatär oder verheiratet leben, ist auf der Männerseite noch nicht gelöst. Man wird sich zuerst einmal hier und für den Fall einer Weihe von Frauen auch für diese dazu ernsthaft Gedanken machen müssen.
Was halten Sie von verheirateten Männern als Priester?
Schobesberger: Der verpflichtende Zölibat ist mit Sicherheit keine verbindliche Vorgabe Jesu. Die Zwangsverbindung der beiden selbstständigen Charismen Ehelosigkeit und Priestertum müsste gelöst werden, denn so, wie es jetzt ist, ist es nicht ehrlich. Der Heilige Geist teilt Charismen zu, wie er will, nicht wie es das Kirchenrecht bestimmt. Unter den Jugendlichen, etwa bei den Jugendseminaren war eine ganze Reihe dabei, die wären heute Priester, wenn der Zölibat nicht gewesen wäre. Die sind Pastoralassistenten geworden, machen gute Arbeit. Sie wollten eben auch eine Familie haben.
Sie haben als Priester viele Jahre mehrere Pfarren betreut. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?
Schobesberger: Eine persönliche Seelsorge ist, wenn man für drei Pfarren zuständig und manchmal zusätzlich Dechant ist, nur noch schwer möglich.
Was haben Sie als schwierig erlebt?
Schobesberger: Seelsorge lebt vom Hören auf den Geist und die Menschen und von der freien Kreativität. Das Muss zur Erfüllung von verschiedensten Verpflichtungen würgt diese aber nicht selten ab. Das Wesentliche wäre die frei schaffende spirituelle Arbeit.
Das ist es, was Ihnen Freude macht am Priestersein?
Schobesberger: Ja, in einer vom Geist inspirierten Tätigkeit auf allen Ebenen die Menschen für ein Leben mit Christus gewinnen, sie für ein Leben aus dem Geist im Alltag begeistern und befähigen. Das Modell Jesu für seine Gemeinde war Freundschaft. So habe ich von Anfang an versucht, auf diesem Weg zu leben und zu arbeiten, und das war die Grundlage für ein erfülltes Leben und eine erfolgreiche Arbeit.
Es erfüllt mit Freude und Dankbarkeit, sich von einem fast weltweiten großen Freundeskreis im Gebet und gegenseitigen Austausch getragen zu wissen.
Würden Sie heute – wenn Sie sich nochmals entscheiden könnten – auch wieder Priester werden?
Schobesberger: Ich habe die Berufung, die ich als Dreizehnjähriger völlig unerwartet wie eine Liebeserklärung erlebte, zeitlebens als eines der besten und wertvollsten Geschenke Gottes angesehen.
Sie hat mir, obwohl ich dieser Liebeserklärung oft nicht entsprochen habe, ein erfülltes Leben ermöglicht, in dem ich alle meine Talente und Charismen einsetzen und – wie schon gesagt – einen fast weltweiten Freundeskreis gewinnen konnte.
Donnerstag, 5. März 2015
Team der österreichischen "Pastoralinnovation" ging auf Erkundung nach Amerika
Innovative Pfarren in USA: Viele aktiven Laien, klare Optionen
Team der österreichischen "Pastoralinnovation" ging auf Erkundung nach Amerika -
Prioritäten, Leadership und "Fehlerfreundlichkeit" zeichnen die vitalen Pfarren aus
Washington-Wien, 27.02.2015 (KAP) Viele Diözesen in den USA reagieren auf den steigenden Priestermangel mit Pfarrzusammenlegungen und einer stärkeren Einbindung der Laien, und sie haben damit Erfolg. Die Initiative "Pastoralinnovation" hat deshalb im Februar ein Seminar in Washington und Baltimore veranstaltet, um Modellpfarren zu besuchen und für die österreichische Pastoral zu lernen. Die Theologengruppe wählte gut funktionierende Pfarren aus und erlebte dort ein starkes Engagement nicht nur eines kleinen Kreises, sondern einer großen Zahl von Laien.
"In innovativen Prozessen in Pfarren ist Fehlerfreundlichkeit unabdingbar", sagte die Linzer Pastoraltheologin Hildegard Wustmans im "Kathpress"-Gespräch. Im Rahmen eines Innovationsseminars besuchte sie gesunde und wachsende Pfarren im Großraum der Hauptstadt Washington. Bei innovativen Prozessen in der Kirche sei das hauptamtliche Personal besonders gefordert, so Wustmans, denn Leadership im christlichen Sinn bedeute Dienen: "Diese Person verkörpert einen Inhalt. Sie redet nicht nur darüber, sondern handelt danach."
Da keine Pfarre alles abdecken kann, sei eine "klare Option" für ein limitiertes Angebot entscheidend. Pastoraltheologin Wustmans nannte "Jugendliche, junge Familien oder Migranten" als mögliche Optionen.
Die Pfarre "Of the Nativity" in Baltimore, die von der Seminargruppe besucht wurde, entschied sich in einem Strategieprozess für "de-churched people", das sind Menschen, die sich von der Kirche entfremdet haben. Multikulturalität wählte die "Saint Camillus" in Silver Spring als ihren Schwerpunkt. Die Pfarre wird von vier Franziskanern aus drei Kontinenten betreut. Zu ihnen kommen Menschen aus 100 verschiedenen Ländern, sie feiern neben den Messen in Englisch, Spanisch und Französisch auch gemeinsame "Multikulti"-Sonntagsgottesdienste. "Klare Optionen" sind wichtig, so Wustmans, obgleich sie "etwas abverlangen, nicht einfach sind und manchmal auch wehtun."
In allen besuchten Pfarren erlebte die Pastoraltheologin qualitätsvolle Gottesdienste, die die Menschen "ansprechen und berühren". Besonderen Wert legten die Pfarrverantwortlichen auf die Musik, die Predigt und Kinderwortgottesdienste.
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Die Pfarrei der Zukunft liegt in den USA
Bistümer in den USA reagieren auf den steigenden Priestermangel mit Pfarrei-Zusammenlegungen und einer stärkeren Einbindung der Laien – und sie haben damit Erfolg. Das sieht jedenfalls die österreichische Initiative „Pastoralinnovation“ so.
Radio Vatikan >>
Hintergrund:
Innovations-Programm für Pfarren und Pfarrverbände
Viele sind begeistert von Papst Franziskus. Mit dem Innovationsprogramm (= I-Programm) sollen seine Impulse für eine lebendige und lebensnahe Kirche konkret umgesetzt werden. Das I-Programm richtet sich an Pfarren, die mit Problemen kämpfen und dagegen etwas unternehmen wollen, oder auch an Pfarren, die Ideen für neue Projekte haben, aber nicht sicher sind, ob sie diese ohne Hilfe erfolgreich umsetzen können.
Initiiert wurde das I-Programm von Dr. Georg Plank, der 25 Jahre lang in der Diözese Graz-Seckau viele innovative Projekte umgesetzt hat und nun mit PASTORALINNOVATION überregional zur Verfügung steht.
Das Pastoralamt der Erzdiözese Wien empfiehlt die Teilnahme an diesem Programm.
Nähere Details finden Sie unter www.pastoralinnovation.at oder Blogportal
Aktualisierung:
Die Diözese Eisenstadt war auf diesem Innovations-Semiar in Washington und Baltimore mit Mag. Lic. Norbert FILIPITSCH MAS., Stadtpfarrer in Jennersdorf, vertreten. Ein Beitrag darüber ist im martinus vom 8. März >> zu lesen.
Viele sind begeistert von Papst Franziskus. Mit dem Innovationsprogramm (= I-Programm) sollen seine Impulse für eine lebendige und lebensnahe Kirche konkret umgesetzt werden. Das I-Programm richtet sich an Pfarren, die mit Problemen kämpfen und dagegen etwas unternehmen wollen, oder auch an Pfarren, die Ideen für neue Projekte haben, aber nicht sicher sind, ob sie diese ohne Hilfe erfolgreich umsetzen können.
Das Pastoralamt der Erzdiözese Wien empfiehlt die Teilnahme an diesem Programm.
Nähere Details finden Sie unter www.pastoralinnovation.at oder Blogportal
Aktualisierung:
Die Diözese Eisenstadt war auf diesem Innovations-Semiar in Washington und Baltimore mit Mag. Lic. Norbert FILIPITSCH MAS., Stadtpfarrer in Jennersdorf, vertreten. Ein Beitrag darüber ist im martinus vom 8. März >> zu lesen.
Focus Amerika
Großes Interesse fand die Frage: "Was können wir von amerikanischen Kirchen lernen?" Ca. 50 "Neugierige" sind gekommen als Pfarrer Norbert von seiner Studienreise in die USA (im Feber 2015) lebendig und informativ berichtete.
Stadtpfarre Jennersdorf vom 23. April 2015 >>
Mittwoch, 4. März 2015
"Die Bischöfe sollen jetzt ihre Verantwortung wahrnehmen."
„Ich mache nicht mehr mit“
Die Zeit drängt, um neue Wege in der Pfarrseelsorge zu gehen, betont Propst Johannes Holzinger. Eines will er sicher nicht mehr machen: 75-jährigen Priestern statt der Pensionierung weitere Pfarren zuteilen.
Die Seelsorge in den Stiftspfarren zu gewährleisten – darin besteht eine der Hauptaufgaben für einen Propst. Doch es wird immer schwieriger, für jede Pfarre einen Chorherren als Pfarrer zu bestellen. Und das Durchschnittsalter des Konvents ist bei 70 Jahren. Wie soll das weitergehen?
Propst Holzinger: Ich spüre das als große Last. Ich muss mich vor die Leute in den Stiftspfarren stellen und ihnen sagen: Ihr bekommt keinen Pfarrer mehr. Wie erst vor wenigen Monaten geschehen, muss ich einen 75-jährigen Mitbruder bitten, noch nicht in Pension zu gehen und zu seinen zwei Pfarren noch eine weitere dazuzunehmen. Man weiß, man darf das als Vorgesetzter nicht tun, und trotzdem ist man dazu gezwungen. Ich komme mir als unverantwortlich vor.
Warum machen Sie mit?
Holzinger: Ich werde auch nicht mehr mitmachen. Das heißt: Ich werde keinen Mitbruder mehr bitten, eine zusätzliche Pfarre zu übernehmen. Das bin ich dem Alter vieler Mitbrüder schuldig und andererseits möchte ich auf die Gesundheit der Jüngeren achten.
Wie soll es weitergehen?
Holzinger: Man muss sich eingestehen: Die Versorgung der Pfarren mit Priestern ist am Zusammenbrechen. Ich halte auch nichts davon – wie das mancherorts in Deutschland geschieht –, durch die Schaffung von Großpfarren die Behebung des Priestermangels vorzutäuschen. Was wir brauchen, sind neue Modelle. Die kann ich aber nicht machen.
Wer dann?
Holzinger: Aus meiner Sicht sind jetzt die Bischöfe gefordert. Bischof Kräutler hat Papst Franziskus von den vielen Gemeinden seiner Diözese erzählt, die wegen fehlender Priester nur ein bis zweimal im Jahr Eucharistie feiern können. Der Papst hat geantwortet: Die Bischöfe sollen kühne und mutige Vorschläge machen, wie man die Situation ändern könnte. Die Bischöfe sollen jetzt ihre Verantwortung wahrnehmen. Die Zeit drängt. Wenn der Papst schon um Vorschläge bittet, da wäre ich schneller in Rom als ein E-Mail.
Seelsorgeteams, Pfarr- und Pastoralassistent/innen, ausländische Priester – die Diözese hat Wege eröffnet, dass die Pfarren lebendig bleiben können. Finden Sie das nicht als hilfreich?
Holzinger: Ja, sehr sogar, und ich bin froh, dass es sie gibt. Und ich bin auch für das große ehrenamtliche Engagement in den Stiftspfarren dankbar. Aber wir brauchen trotzdem neue Wege, die in der Öffnung des Priesteramts für verheiratete Männer bestehen könnten. Es bräuchte auch Signale in Richtung Frauen. Ich denke hier an das Diakonenamt.
Wir haben über Krise, Probleme und Schwierigkeiten gesprochen. Gibt es etwas, was Ihnen Anlass zu Optimismus gibt?
Holzinger: Die Menschen haben eine große Sehnsucht nach Beheimatung. Auf diese Sehnsucht hat die Kirche eine Antwort: Sie kann Gemeinschaft anbieten und auf eine Hoffnung verweisen, die nicht zugrunde geht, sie kann Jesus Christus verkünden – Jesus Christus ist die Mitte unserer Verkündigung. Das ist doch wirklich Grund optimistisch zu sein. Auch im Blick auf die fast 950-jährige Geschichte unseres Klosters bin ich nicht pessimistisch. Es hat schon viele Tiefs gegeben. Und immer wieder ist es weiter- und aufwärts gegangen.
Was kann man jetzt machen, wenn man nicht darauf warten will, was „oben“ entschieden wird?
Holzinger: Mir ist es wichtig, nicht untätig zu sein, sondern mit allen Sinnen Ausschau zu halten, wohin Gott seine Kirche führen und wohin er sie verändert haben will. Es gilt, den Willen der Liebe Gottes zu erspüren. Mich begleitet der Satz aus dem zweiten Timotheusbrief: Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2 Tim 1,7).
Was wird Ihre größte Herausforderung in den nächsten Jahren als Propst sein?
Holzinger: Bis zum Ende meiner Amtszeit werden wir Florianer Chorherren aus eigener Kraft nicht einmal mehr annähernd unsere Aufgaben in den Pfarren und im Stift bewältigen können. Davor darf man die Augen nicht verschließen.
Meine Verantwortung sehe ich darin, vernünftige Übergänge zu schaffen und zu verantworten, was nicht mehr geht. In den nächsten drei Jahren möchten wir ein Programm erarbeiten, das den jüngeren Mitbrüdern Freiheit und neue Gestaltungsräume verschafft. Im Vertrauen auf das Wirken Gottes wird uns das gelingen.
Quelle: kirchenzeitung.at
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