Abschlussbericht der Synode
Vage, aber offen und nicht belehrend
Drei Wochen lang hat die Bischofssynode nach neuen Positionen zu Ehe gesucht. Bei strittigen Punkten wie Homosexualität und der Rückkehr von Geschiedenen zur Kommunion bleibt der Abschlussbericht nun vage. Einige positive Formulierungen gibt es aber.
Frankfurter Allgemeine >>
Bischofssynode verabschiedet Abschlusspapier mit Mehrheit
Es ist vollbracht
Die Weltbischofssynode im Vatikan hat ihr Schlussdokument mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit verabschiedet. Wie bei der ersten Familiensynode im Oktober 2014 gab Papst Franziskus den Text unmittelbar zur Veröffentlichung frei.
Domradio.de >>
Ergebnisse der Familiensynode: So viel Streit, so wenig Fortschritt
Den großen Wurf haben die 270 alten Männer dann doch nicht gewagt: Die Bischofssynode in Rom erlaubt nur in besonderen Einzelfällen, dass doppelt getraute Katholiken wieder vollwertige Mitglieder ihrer Gemeinde werden. Eine Farce!
Kommentar auf Spiegel-online >>
Familiensynode endet mit Kompromissen
Die Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie hat am Samstag den mit Spannung erwarteten Abschlussbericht verabschiedet und dem Papst übergeben. Bei umstrittenen Themen gab es nur vage Kompromisse.
Religion.orf.at >>
Synode empfiehlt vorsichtige Öffnung
Rom (dpa) - Die Synode der katholischen Bischöfe in Rom hat sich für eine vorsichtige Öffnung in strittigen Fragen ausgesprochen, aber keine weitreichenden Reformen angestoßen.
Zeit-Onine >>
Das Schlussdokument der Synode – Unterscheidung der Geister
Radio Vatikan >>
Originaldokument auf Italienisch >>
Die 3 Artikel aus dem Synodentext zu Wiederverheirateten mit den knappsten Abstimmungsergebnissen
Unterscheidung und Integration
Radio Vatikan >>
ja nein
Art. 84 187 72
Art. 85 178 80
Art. 86 190 64
Die Ansprache von Papst Franziskus an die Synodenteilnehmer
Die Ansprache von Papst Franziskus zum Abschluss der Weltbischofssynode von Samstag, 24. Oktober 2015, in der Synodenaula. Wir dokumentieren im Wortlaut.
Radio Vatikan >>
Kommentar dazu:
Papst lobt „lebhafte, offene Diskussion“ der Synode
„Die erste Pflicht der Kirche besteht nicht darin, Verurteilungen auszusprechen, sondern darin, die Barmherzigkeit Gottes zu proklamieren, zur Umkehr aufzurufen und alle Menschen zum Heil des Herrn zu führen“: Das sagte Papst Franziskus in seiner Schlussansprache der Bischofssynode. Unmittelbar nach der Verabschiedung des Synoden-Schlußdokuments durch die Teilnehmer der Familiensynode am Samstagabend lobte er in der Synodenaula, die dreiwöchigen Beratungen hätten „Zeugnis von der Lebendigkeit der katholischen Kirche gegeben“.
Radio Vatikan >>
Papstpredigt bei Abschlussmesse
„Jesus will Ausgegrenzte einschließen“
Nach drei Wochen Bischofssynode hat Papst Franziskus hat am Sonntag gemeinsam mit den Synodenvätern im Petersdom eine Abschlussmesse gefeiert. Dabei bedankte sich Franziskus bei den Synodenvätern für die gemeinsame Suche nach den Wegen des Evangeliums für unsere heutige Zeit. Franziskus betonte, dass die Synodenbrüder „gemeinsam vorangegangen seien“. Er rief sie dazu auf, mit „geheiltem“ und „erlöstem Blick“ weiterzugehen, ohne sich von Pessimismus und Sünde verdunkeln zu lassen.
Radio Vatikan >>
Schönborn: Stärkung für "Kunst der Seelenführung"
Kardinäle Schönborn und Marx bezeichnen bei gemeinsamer Pressekonferenz Synode als "historisch"
Bischof Elbs: "Synode hat Weltbewusstsein positiv verändert"
Katholisch.at >>
Posts mit dem Label Synode "Familie und Evangelisierung" werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Montag, 26. Oktober 2015
Dienstag, 13. Oktober 2015
Konservative Kardinäle bringen Familiensynode zum Brodeln
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| Kardinal George Pell, Wortführer der Konservativen |
13 Kardinäle sollen sich laut Medienberichten in einem Brief an Papst Franziskus beschwert haben, dass der Ausgang der Familiensynode möglicherweise nicht offen, sondern vorherbestimmt sei.
Wie Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag vor Journalisten sagte, dementierten der Mailänder Kardinal Angelo Scola und sein Pariser Amtskollege Andre Vingt-Trois, dass sie unter den Unterzeichnern seien. Lombardi sagte zugleich, es handle sich um ein „vertrauliches“ Schreiben, zu dem es nichts weiter zu kommentieren gebe.
„Vorherbestimmte Ergebnisse“
Die italienische Zeitschrift „L’Espresso“ veröffentlichte zuvor am Montag im Internet den Wortlaut eines Briefes, in dem von befürchteten Manipulationen der Bischofsversammlung zu Fragen um Ehe und Familie die Rede ist. Zahlreiche Synodenteilnehmer hätten den Eindruck, dass die neue Arbeitsweise der Synode erdacht worden sei, „um vorherbestimmte Ergebnisse in wichtigen kontroversen Fragen zu erleichtern“.
Kardinal George Pell
Dazu nannte „L’Espresso“ die Namen von 13 Kardinälen des konservativen Lagers, die hinter der Initiative stehen sollen. Genannt wurden etwa Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, die Kurienkardinäle Pell und Robert Sarah, der New Yorker Kardinal Timothy Dolan sowie die Kardinäle Angelo Scola und Andre Vingt-Trois aus Mailand und Paris sowie der Südafrikaner Wilfrid Fox Napier, wobei Scola und Vingt-Trois die Unterzeichnung laut Lombardi bereits dementierten.
Arbeitspapier in Kritik
In dem Schreiben, das Kurienkardinal George Pell zum Synodenbeginn vor einer Woche dem Papst zugeleitet haben soll, kritisieren die Kardinäle das Arbeitspapier der Bischofssynode, das den inhaltlichen Leitfaden für die Beratungen bildet. Es könne nicht „angemessen als Leitfaden“ oder als „Grundlage für ein Abschlussdokument“ dienen, und einige Teile bedürften einer grundlegenden Überarbeitung.
Außerdem sollen die Briefunterzeichner die Zusammensetzung der Kommission zur Erstellung des Abschlussdokuments beanstandet haben. Die Mitglieder seien nicht gewählt, sondern ernannt worden. Sie äußerten sich auch „besorgt“ darüber, dass die Bischofssynode „von der theologischen und die Lehre betreffenden Frage des Kommunionempfangs für wiederverheirateten Geschiedene dominiert“ werde könnte. Sie sei eigentlich dazu gedacht, ein „dringendes seelsorgerisches Problem“ zu behandeln und Ehe und Familie zu stärken.
Papst warnt vor „Verschwörungstheorien“
Dem Vernehmen nach war das Schreiben Anlass für eine überraschende Wortmeldung des Papstes am Dienstag. Dabei mahnte der Papst die Synodenteilnehmer, sich nicht in Verschwörungstheorien zu ergehen. Er sagte zudem, dass die katholische Lehre über Ehe und Familie unverändert gültig sei.
Auch dürfe die Synode nicht auf die Frage des Umgangs mit wiederverheiraten Geschiedenen reduziert werden. Hinsichtlich des Vorwurfs der Zusammensetzung der Kommission für das Abschlusspapier stellte er klar, dass er die Mitglieder persönlich ernannt habe, wie bereits bei der Synode 2014.
Quelle: Religion.orf.at >>
Synode zu Ehe und Familie – Tag 9
Es sollte ein Scoop werden, und zerfiel im Verlaufe des Tages fast zu einer Ente – aber nur fast. Der italienische Vatikanist Sandro Magister berichtete am Morgen von einem Brief von 13 Kardinälen an den Papst, in dem diese scharfe Kritik an der Synode übten. Bis zum Abend dementierten bereits vier Kardinäle, die Magister als Unterzeichner angeführt hatte, ihre Beteiligung. Kardinal George Pell erklärte am Abend, dass es zwar einen Brief an den Papst gegeben habe, dieser aber bezüglich Inhalt und der Unterzeichner von dem abweiche, was Magister veröffentlicht habe.
Papstgeflüster-Blog >>
„Noch ungewiss, was der Papst mit Synoden-Schlußbericht macht“
[...] Lombardi ging auch auf einen angeblichen Beschwerdebrief von 13 Kardinälen an den Papst ein, den die italienische Zeitschrift „L’Espresso“ – unrühmlich bekannt für ihre Rolle während der sogenannten Vatileaks-Affäre – veröffentlicht hat. In dem Brief werden angeblich die Arbeitsweise, das Grundlagendokument und die Themengewichtung bei der Synode kritisiert. Lombardi:
„Da handelt es sich um einen nicht-öffentlichen, vertraulichen Brief, also habe ich nichts dazu zu sagen oder zu kommentieren. Was ich sagen kann, ist, dass man bei den 13 als Unterzeichner aufgeführten Kardinälen erst einmal verifizieren sollte, ob das stimmt oder nicht. Ich habe zwei von ihnen, die Kardinäle Scola und Vingt-Trois, angesprochen, und beide sagen: So etwas habe ich nie unterschrieben! Ich rate also, nicht vorschnell an alles Publizierte zu glauben; Sie sollten das erst einmal verifizieren.“
Der Vatikansprecher rief aber noch einmal in Erinnerung, dass die Synode eine klare Verfahrensweise habe: Wortbeiträge im Plenum und Beratungen in Arbeitsgruppen nämlich.
Radio Vatikan >>
Der Brief der Dreizehn Kardinäle im Wortlaut – Sorge vor „vorgefertigten Ergebnissen"
Katholisches.info >>
Vatikan: Empörung über „neuen Fall ‚Vatileaks‘“
Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, hat empört auf Medienberichte über einen Beschwerdebrief von 13 Kardinälen an Papst Franziskus reagiert.
Religion.orf.at >>
Freitag, 2. Oktober 2015
Familiensynode: Papst Franziskus für Transparenzoffensive
Erwartungs-Management vor der Synode
Papst und Bischöfe zwischen Überdruck und Understatement
Papst Franziskus persönlich hat die Erwartungen an die Familiensynode geschürt und immer wieder am Köcheln gehalten: Seit er im Herbst 2013 Fragebögen zu Ehe und Familie in alle Bistümer verschicken ließ, kam Unruhe auf. Wollte er etwa per Volksbefragung herausfinden, was die kirchliche Basis zu Scheidung, Homosexualität, Sex vor der Ehe, Polygamie etc. denkt?
Weiterlesen auf Katholisch.de >>
Synode: Vatikan führt Transparenz-Kommission ein
Zum Abschluss der am Sonntag beginnenden Familiensynode werden die Bischöfe dem Papst einen Text vorlegen, über den sie abstimmen werden. Eine zehnköpfige Kommission solle für volle Transparenz sorgen, teilte der Vatikan am Freitag mit.
Religion.orf.at >>
Dossier "Familiensynode" auf katholisch.at >>
Artikel zur Familiensynode auf Radio Vatikan >>
Papst und Bischöfe zwischen Überdruck und Understatement
Papst Franziskus persönlich hat die Erwartungen an die Familiensynode geschürt und immer wieder am Köcheln gehalten: Seit er im Herbst 2013 Fragebögen zu Ehe und Familie in alle Bistümer verschicken ließ, kam Unruhe auf. Wollte er etwa per Volksbefragung herausfinden, was die kirchliche Basis zu Scheidung, Homosexualität, Sex vor der Ehe, Polygamie etc. denkt?
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Synode: Vatikan führt Transparenz-Kommission ein
Zum Abschluss der am Sonntag beginnenden Familiensynode werden die Bischöfe dem Papst einen Text vorlegen, über den sie abstimmen werden. Eine zehnköpfige Kommission solle für volle Transparenz sorgen, teilte der Vatikan am Freitag mit.
Religion.orf.at >>
Dossier "Familiensynode" auf katholisch.at >>
Artikel zur Familiensynode auf Radio Vatikan >>
Dienstag, 8. September 2015
Kardinal Müller wettert gegen deutsche Bischöfe
Die Welt >>
Buchvorstellung bei Fürstin Gloria
„Gott oder nichts“ heißt das Werk von Kardinal Sarah und Nicolas Diat. Glaubenspräfekt Müller redet der Kirche ins Gewissen.
Hoher geistlicher Besuch in den Räumen des Schlosses St. Emmeram, Emmeramsplatz: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hatte zur Präsentation des Buchs „Gott oder nichts“ geladen. Es stammt aus der Feder von Kardinal Robert Sarah und Nicolas Diat. Neben den Buchautoren sollte Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, die tragende Rolle des Abends übernehmen. Er lieferte den Gästen Denkanstöße.
Das Buch „Gott oder nichts“ ist Anfang des Jahres auf Französisch erschienen und wurde nun ins Deutsche übersetzt. Diat führt darin auf 400 Seiten ein Interview mit Kardinal Sarah. Während dieses „Gesprächs über den Glauben“ erschließt sich dessen Biografie und Glaubenswelt.
Die Thesen des Kardinals
Kardinal Sarah gilt als Kritiker seines Kollegen Reinhard Marx. Im Gegensatz zu ihm sieht Sarah die Begleitung von geschiedenen Wiederverheirateten nicht als eine der drängenden Herausforderungen der Weltkirche – und schon gar nicht als eine der Kirchen Afrikas oder Asiens. Die dringendste Notwendigkeit in den Missionsländern sei es stattdessen, eine Seelsorge aufzubauen.
In den Forderungen vieler deutscher Bischöfe sieht Sarah den Ausdruck einer „Obsession“, die der Weltkirche aufoktroyiert werden soll. Inhaltlich widerspräche diese Forderung der Lehre Jesu und dem kirchlichen Lehramt radikal. In seinem Buch fordert Kardinal Sarah stattdessen einen entschlossenen und kompromisslosen Glauben von den Katholiken ein.
Müller lobte während seines Vortrags nicht nur die Demut und die Hingabe des aus Westafrika stammenden Sarah, sondern auch die Überzeugung, mit der er für die christliche Identität eintritt. Anhand seiner Biografie werde sichtbar, wie Eurozentrismus den Blick der Kirche verenge, während es dem Christozentrismus gelinge, die Menschen in Gott zu vereinen. Müller warf der katholischen Kirche in Deutschland vor, sich mit Themen wie dem Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten und der Akzeptanz der Homosexuellen zum Schrittmacher der Weltkirche aufzuschwingen. Dieser Führungsanspruch in der Weltkirche ist in den Augen Müllers aber fraglich, immerhin hätte die katholische Kirche im deutschsprachigen Raum mit zahlreichen Austritten, verwaisten Gottesdiensten und einem Mangel an Priesteramtskandidaten zu kämpfen.
Kardinal Müller formulierte ein Plädoyer für die Wertigkeit der Sakramente, die nicht ignoriert werden dürfe und an der es sich auszurichten gelte. Damit zielte Müller nun selbst auf die Ehe ab: „Entweder ist die Ehe auflösbar oder nicht. Dazwischen gibt es nichts“, sagt er. Zuvor bezeichnete der Apostolische Protonotar Prälat Dr. Wilhelm Imkamp Kardinal Sarah als „intellektuellen Global Player“, der über ein feines Ohr für Zwischentöne verfüge.
Vorwort von Georg Gänswein
Das Vorwort zu dem Buch hat Erzbischof Georg Gänswein geschrieben. Er stellt es unter die Parole „Zu den Wurzeln“. Gänswein spricht von einer inspirierenden „Radikalität des Evangeliums“, die dieses Buch zu dem Titel „Gott oder nichts“ antreibt. In diesen Worten sieht er Anklänge der Glaubensbekenntnisse von Teresa von Ávila und der heiligen Margareta Maria Alacoque.
Sarah scheue nicht vor einer schonungslosen Zeitanalyse zurück. Gänswein beschreibt, dass Kardinal Sarah in den neuen Formen des Atheismus und der Gottesgleichgültigkeit „existenzielle Bedrohung nicht nur des Christentums, sondern der menschlichen Zivilisation schlechthin“ sieht. Auf diese Weise führe Kardinal Sarah zu den Wurzeln des Glaubens und des Evangeliums zurück.
Der Erzbischof lobt die tiefe Theologie und die Strahlkraft des Glaubensbekenntnisses des Kardinals und unterstreicht seine Thesen, indem er schreibt: „Die christliche Botschaft aber darf niemals Verhandlungsmasse sein.“ Ihre heilbringende Wirkung in der Welt könne sie nur dann entfalten, wenn sie unverfälscht bleibt.
Quelle: Mittelbarische >>
Den Reformern zittern die Knie
Aus: Christ & Welt Ausgabe 36/2015
Die Familiensynode naht, das könnte die große Stunde der liberalen Katholiken sein. Doch die haben Angst vor der eigenen Courage. Es dürfe keine Sieger und Besiegten geben, sagen sie. Warum eigentlich nicht?
Ringen um eine Reform
So viel steht schon fest: Die Bischofssynode zu Ehe und Familie im Vatikan wird eine historische Etappe in der Geschichte der katholischen Kirche. Doch was genau steckt dahinter?
Fragen und Antworten auf domradio.de >>
Freitag, 28. August 2015
Familiensynode: "Der Papst will die Bischöfe offen diskutieren lassen"
Sechs Wochen vor der Familiensynode im Vatikan "Der Papst will die Bischöfe offen diskutieren lassen"
Wenige Wochen vor der Familiensynode im Vatikan sei es schwierig, mögliche Ergebnisse abzusehen, sagt Pater Hagenkord von Radio Vatikan im domradio.de-Gespräch. Ohnehin werde die Diskussion über die katholische Ehe-Lehre noch Jahre andauern.domradio.de: Auch für den Vatikan ist eine Bischofssynode keine Alltagsveranstaltung - wie laufen die Vorbereitungen?
Pater Bernd Hagenkord (Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan): Routiniert, würde ich sagen. Man hat ja viel gelernt aus der Bischofssynode vor fast einem Jahr. Es ist ja zum ersten Mal so, dass es zwei Synoden zum selben Thema gibt. Das muss man auch erst einmal lernen. Aber meine Beobachtung ist, dass bei den Vorbereitungen alles im grünen Bereich ist.
domradio.de: Von den Bischofskonferenzen kommen einzelne Bischöfe - auch aus Deutschland. Außerdem kann der Papst noch andere Personen benennen. Wie heikel sind diese Ernennungen?
Pater Hagenkord: Heikel sind sie nicht. Es ist einfach die Frage, wen der Papst da sitzen haben will, wer beraten soll. Die Synode ist ja ein Beratungs- und kein Entscheidungsgremium. Da hat er beim letzten Mal schon einige dazu geholt, wie zum Beispiel Kardinal Kasper. Die Namen für die jetzige Synode sind aber noch nicht bekannt. Die Personen sind sozusagen Zugaben. Ich wäre aber vorsichtig, in die Auswahl schon etwas hineinzuinterpretieren, was der Papst erreichen will. Er will einfach nur deutliche Meinungen bei der Synode haben.
domradio.de: Sie haben es schon angesprochen: Vor knapp einem Jahr hat es ja eine außerordentliche Bischofssynode zum Familienthema gegeben. Schon da konnte man sehen, dass es schwer ist, die unterschiedlichen Strömungen in der Kirche zu vereinen. Warum versuchen sich jetzt schon einige Bischöfe und Kardinäle so eindeutig zu positionieren?
Pater Hagenkord: Bei einigen sind es Positionierungen, bei anderen sind es einfach Beiträge. Ich finde es gut, dass sehr viele Leute auch sagen, was sie denken - und das auch im Vorfeld in der Öffentlichkeit und nicht im Hinterzimmer tun. So dass es debattiert werden kann und eine breite Debatte daraus wird. Vielleicht hat man in Deutschland damit etwas spät begonnen, nämlich erst im Frühjahr. Egal was das Ergebnis der Synode sein wird: Das Thema wird uns noch in den nächsten zehn Jahren beschäftigen.
domradio.de: Der Vatikan hat im Juni ein Arbeitsdokument für die geplante Bischofssynode über den Umgang der katholischen Kirche mit Ehe, Familie und Sexualität veröffentlicht. Was lässt das für die anstehende Synode vermuten?
Pater Hagenkord: Ich würde sagen, noch nicht so viel. Es sind keine riesen Würfe drin. Das ist ja auch die Idee des Papstes: Er will ja etwas von den Bischöfen, die da kommen werden, hören. Er will den Bischöfen ja kein fertiges Papier vorlegen. Er will die Bischöfe offen und ehrlich diskutieren lassen. Dafür, glaube ich, ist das Arbeitsdokument eine gute Basis, weil es noch nicht die Ergebnisse vorweg nimmt.
domradio.de: Der Papst hat bis jetzt eindeutige Festlegungen zum Thema vermieden. Wird Franziskus sich irgendwann eindeutig positionieren?
Pater Hagenkord: Spätestens nach der Familiensynode muss er das tun, weil er aus den Ergebnissen ein Dokument erstellen muss. Es gibt ja ein sogenanntes postsynodales Schreiben. Der Vatikan nimmt also die Vorschläge aus der Synode und macht daraus ein Dokument. Spätestens dann wird er seine eigene Stellungnahme auch einarbeiten. Er spricht aber auch schon seit Januar jeden Mittwoch bei der Generalaudienz über Familie. Da spricht er sehr pastoral ohne die Themen vorwegzunehmen. Er möchte die Debatte offen lassen. Er setzt große Stücke auf die Synode.
domradio.de: Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich für behutsame Reformen der katholischen Ehe-Lehre ausgesprochen. Wie realistisch ist eine solche Änderung?
Pater Hagenkord: Das kann ich sechs Wochen vor der Synode schlecht einschätzen. Das hängt sehr stark von der Debatte ab und davon, wie viele Themen da gleichzeitig verhandelt werden. Es hängt auch von der Rolle der Experten ab. Und, wie gesagt, es ist mindestens für die nächsten zehn Jahre ein Thema. Die Fragestellungen in Afrika und Indien zum Beispiel sind ja auch andere als bei uns. Das muss auch erstmal kommuniziert werden und ankommen. Das ist mit einem Dokument nicht zu machen.
domradio.de: Medial gesehen wird oft über Wiederverheiratung und Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern diskutiert. Kritiker sehen darin eine Abwertung der traditionellen Ehe. Doch eine konkrete Gefährdung von Familie und Kinder besteht ja vor allem durch Armut und Hunger - wie sehr werden solche Aspekte auf der Familiensynode eine Rolle spielen?
Pater Hagenkord: Wenn man das Maß der letzten Familiensynode nimmt: Da hat es eine wahnsinnig wichtige Rolle gespielt. Es gibt jede Menge Stellungnahmen, zum Beispiel eine von Kardinal Marx, der sagt: Die wahren Gefährder für Familie sind Vertreibung, Armut und Ausbeutung. Leider ist das Thema medial nicht so interessant wie zum Beispiel wiederverheiratet Geschiedene.
Dienstag, 17. März 2015
Linzer Pastoralrat gibt Empfehlungen für die Bischofssynode in Rom
Empfehlungen des Pastoralrates für die Bischofssynode in Rom
Die Weltbischofssynode, die Papst Franziskus für den 4. bis 25. Oktober in Rom einberufen hat, stand im Mittelpunkt der Beratungen des Pastoralrats der Diözese Linz.
Am 13. und 14. März 2015 tagte das größte Beratungsgremium der Katholischen Kirche in OÖ im Bildungshaus Schloss Puchberg.
Als Vorbereitung zur Ordentlichen Bischofssynode hat der Vatikan die Bischofskonferenzen dazu ermutigt, die Gläubigen in den Diözesen in geeigneter Weise mit einzubeziehen. In Oberösterreich konnte das Vorbereitungsdokument unter BEZIEHUNGLEBEN.AT eingesehen und beantwortet werden. Der Pastoralrat hat sich bei seiner Frühjahrsversammlung nun intensiv damit beschäftigt und Empfehlungen erarbeitet, die in weiterer Folge bei einem Studientag der Pastoralkommission mit Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Benno Elbs besprochen werden. Die beiden Bischöfe werden die österreichische Kirche bei der Bischofssynode im Herbst in Rom vertreten.
Empfehlungen für Weltbischofssynode
Der Pastoralrat sprach sich in seinen Empfehlungen an die Bischöfe klar dafür aus, den Blick auf die Lebenswirklichkeiten von Beziehungen zu richten, und nicht von Idealen auszugehen. Bei der Frage bezüglich der Kommunion und Beichtsakrament für wiederverheiratete Geschiedene wird eine Öffnung der Kirche gewünscht.
Auch bei der Seelsorge für jene, die in einer Zivilehe oder ohne Trauschein zusammenleben gibt es eine konkrete Forderung: Die theologische und pastorale Weiterentwicklung des Ehesakraments hin zu einer (nicht wertenden) Mehrstufigkeit, analog zum Weihesakrament.
Beim Umgang der Kirche gegenüber Personen mit homosexueller Orientierung wünscht sich der Pastoralrat vom Schlussdokument eine klare Aufforderung und Anregung für jene, die Kirche gestalten und leiten, sichtbare Zeichen zu setzen für gleiche Akzeptanz aller, unabhängig von geschlechtlicher Orientierung. Die Grundbotschaft soll sein: „Jede/r ist geliebtes Kind Gottes, so wie er/sie ist!“ (unabhängig der geschlechtlichen Orientierung). Diese Botschaft muss auch in moraltheologischen Bewertungen und Argumentationen zum Ausdruck kommen (z.B. keine Bewertung als schwere Sünde).
Die Empfehlungen des Pastoralrates werden nun durch die Abteilung Ehe und Familie mit den Ergebnissen der Befragung aus dem Jahr 2013 ergänzt, bevor sie an Bischof Benno Elbs weitergeleitet werden. Abteilungsleiter Mag. Josef Lugmayr hob bei den Beratungen noch hervor: „Die Wertschätzung und Förderung von Familien in unserer Gesellschaft ist ein breites Anliegen, das auch den Staat betrifft. Familie und das Aufwachsen von Kindern brauchen einen stabilen gesellschaftlichen Rahmen.“ Zu der Kluft zwischen der Lehre der Kirche in Ehe- und Familienthemen und der Lebenswelt der Gläubigen erhofft sich Lugmayr von der Weltbischofssynode einen Brückenschlag.
Das zweite Hauptthema war die Weiterarbeit an den Impulsen des Diözesanforums vom November 2014. Unter dem Thema „Lebenszeichen“ gilt es die Seelsorge in der Diözese weiterzuentwickeln. Wie zum Beispiel das „gemeinsame Priestertum aller Gläubigen“ oder wie eine gute Übersetzung von Glaubensthemen in heutige Sprache und Lebenswelten gelingen kann.
Bei seinen Einleitungsworten zum Pastoralrat wies Bischof Ludwig Schwarz darauf hin, dass vor zwei Jahren Papst Franziskus zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wurde. Mit ihm sei ein frischer Wind in die große Kirche gekommen. Die vom Papst geforderten offenen Diskussionen rund um die Weltbischofssynode seien sehr zu begrüßen.
Quelle: Diözese Linz >>
Kommentare:
Linzer Pastoralrat: Wiederverheiratete zu Sakramenten zulassen
Größtes Beratungsgremium der Diözese Linz empfiehlt mit Blick auf Familiensynode theologische und pastorale Weiterentwicklung des Ehesakraments und Akzeptanz von Personen mit homosexueller Orientierung
Kathpress >>
Linzer Pastoralrat will mehr Toleranz für Homosexuelle
Ratschläge nach Zwei-Tage-Klausur für Familiensynode im Herbst
Der Standard >>
Ähnliches Anliegen:
Deutsche Ordensobere für anderen Umgang mit Geschiedenen
Bonn (KAP/KNA) Mehr Barmherzigkeit im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und einen anderen Umgang mit dem Scheitern menschlicher Lebensentwürfe wünschen sich die katholischen Orden in Deutschland von der Kirche. In einer am Montag in Bonn veröffentlichten Stellungnahme zur kommenden Weltfamiliensynode im Vatikan erklärte die Deutsche Ordensoberenkonferenz (DOK), auch in einer zweiten Zivilehe lebenden Katholiken sollte unter bestimmten Voraussetzungen der Zugang zu den Sakramenten wieder ermöglicht werden.
Generell sprechen sich die Vertreter der Männer- und Frauenorden dafür aus, in Fragen von Sexualität, Partnerschaft und Ehe das Gewissen der Katholiken stärker zu achten und ihnen mehr Vertrauen entgegenzubringen. "Gläubige aus dem Kernbereich der Gemeinden bitten auch ganz ausdrücklich die Verantwortlichen unserer Kirche, ihnen doch mehr Vertrauen entgegenzubringen", heißt es. "Sie wünschen durchaus eine Unterstützung der Gewissensbildung und Hilfen zur Entscheidungsfindung. Sie kritisieren aber auch, dass manche Seelsorger versuchen, ihnen sehr stark in ihre Gewissensentscheidungen hineinzuwirken."
Kathpress >>
Freitag, 6. März 2015
Dein Beitrag zur Familiensynode?
Der Fragebogen für die Familiensynode im Herbst kann noch in den nächsten Tagen ausgefüllt werden. Bitte beantworten Sie zumindest teilweise einige Fragen!
Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung begrüßten die Bischöfe Österreichs ausdrücklich die vom Papst gewollte "offene Diskussion" zum Thema Familie, sie fanden aber nicht den Mut zu verständlich formulierten Vorschlägen.
Online-Fragebogen der Diözese Eisenstadt >>
Online-Fragebogen der Diözese St. Pölten (bis spätestens 16. März 2015) >>
NEU:
Die Reformgruppen „Gemeindeinitiative“ und „Wir sind Kirche“ haben unter www.gemeindeinitiative.org/umfrage einen eigenen Katalog mit zehn Fragen veröffentlicht. Anders als die vatikanische Original-Vorlage spricht der Fragebogen lediglich Themen an, die einzelne Kirchenmitglieder bewegen, ist in möglichst klarer Sprache gehalten und bietet Antwortmöglichkeiten nach dem Multiple-Choice-Prinzip.
Zur Umfrage >>
Informationen zum Familienfragebogen sowie zur Familiensynode:
Pressemitteilung der Plattform "Wir sind Kirche Österreich" an die Bischöfe:
Wo bleiben eure kühnen Vorschläge?
Bausteine zum Familienfragebogen aus dem Dekanat Jennersdorf >>
Infos der Gemeindeinitiative >>
Wir-sind-Kirche-Deutschland >>
Vorbereitung der Bischofssynode
Über 700 Antworten zur Familienumfrage im Erzbistum München
Die Resonanz sei sehr gut, alle Antworten seien gelesen und ausgewertet worden: 709 Personen, Paare oder Gruppen haben sich im Erzbistum München und Freising an der neuen Vatikan-Umfrage zum Thema Familie beteiligt. Das gab das erzbischöfliche Ordinariat am Montag bekannt. Einige Fragen sind erwartungsgemäß auf besonderes Interesse bei den Teilnehmern gestoßen.
Münchner Kirchennachrichten >>
Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung begrüßten die Bischöfe Österreichs ausdrücklich die vom Papst gewollte "offene Diskussion" zum Thema Familie, sie fanden aber nicht den Mut zu verständlich formulierten Vorschlägen.
Online-Fragebogen der Diözese Eisenstadt >>
Online-Fragebogen der Diözese St. Pölten (bis spätestens 16. März 2015) >>
NEU:
Die Reformgruppen „Gemeindeinitiative“ und „Wir sind Kirche“ haben unter www.gemeindeinitiative.org/umfrage einen eigenen Katalog mit zehn Fragen veröffentlicht. Anders als die vatikanische Original-Vorlage spricht der Fragebogen lediglich Themen an, die einzelne Kirchenmitglieder bewegen, ist in möglichst klarer Sprache gehalten und bietet Antwortmöglichkeiten nach dem Multiple-Choice-Prinzip.
Zur Umfrage >>
Informationen zum Familienfragebogen sowie zur Familiensynode:
Pressemitteilung der Plattform "Wir sind Kirche Österreich" an die Bischöfe:
Wo bleiben eure kühnen Vorschläge?
Bausteine zum Familienfragebogen aus dem Dekanat Jennersdorf >>
Infos der Gemeindeinitiative >>
Wir-sind-Kirche-Deutschland >>
Vorbereitung der Bischofssynode
Über 700 Antworten zur Familienumfrage im Erzbistum München
Die Resonanz sei sehr gut, alle Antworten seien gelesen und ausgewertet worden: 709 Personen, Paare oder Gruppen haben sich im Erzbistum München und Freising an der neuen Vatikan-Umfrage zum Thema Familie beteiligt. Das gab das erzbischöfliche Ordinariat am Montag bekannt. Einige Fragen sind erwartungsgemäß auf besonderes Interesse bei den Teilnehmern gestoßen.
Münchner Kirchennachrichten >>
Freitag, 20. Februar 2015
Familiensynode: Stellungnahme der Laieninitiative
19. Feber 2015
An den HerrnVorsitzenden der österr. Bischofskonferenz
Erzbischof Dr. Christoph Schönborn
Sehr geehrter Herr Kardinal,
dem Wunsch entsprechend, auch von Initiativen und Gruppen Stellungnahmen abzugeben, beehren wir uns, Ihnen die folgende
Stellungnahme der Reformbewegung Laieninitiative
zu den Fragen in Vorbereitung der Familiensynode
zu übermitteln:
Wir bedauern, dass offenbar den Ergebnissen der ersten weltweiten Befragung nicht jene Bedeutung beigemessen wurde, die ihnen aufgrund ihrer Eindeutigkeit zukäme. Hat sich doch gezeigt, dass die Inhalte der kirchlichen Regelungen zum Gesamtkomplex der Geschlechtlichkeit und insbesondere der Ehe und Familie vom weitaus überwiegenden Teil der Katholiken und Katholikinnen nicht befolgt werden.
Es wurde damit bestätigt, was insbesondere in unserer Gesellschaft ganz offensichtlich ist: Die Kirche wird nicht mehr als maßgebliche Autorität in diesen Bereichen angesehen. Die gesellschaftlichen Bedingungen haben sich ganz wesentlich geändert. Das Verhalten der Einzelnen wird von persönlichen Umständen und von subjektiven Entscheidungen geprägt, die als in hohem Maße frei erkannt werden. Dazu kommt die verbreitete Meinung, dass zölibatär lebende Männer nicht dazu berufen und auch nicht in der Lage sind, auf diesem Gebiet realitätsbezogene und lebensnahe Entscheidungen zu treffen.
Offenbar ist man sich nicht ausreichend bewusst, dass den Beratungsergebnissen der Synode droht, in einem weitgehend abstrakten und theoretischen Bereich zu verbleiben. Nur jene Impulse können als sinnvoll betrachtet werden, die dazu dienen, den Menschen das christliche Ideal auf eine zeitgemäße Weise nahezubringen. Da dieses sehr oft nicht mehr als maßgeblich angesehen oder trotz Bemühen verfehlt wird, muss Seelsorge aber vor allem auf diesen Umstand Rücksicht nehmen!
Es sollte auch nicht aus dem Blick verloren werden, dass in der Frage sicherer Empfängnisverhütung Lehre und Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Keinesfalls dürfte die bisherige Beurteilung einer nach Scheidung eingegangenen Zweitehe als permanente Sünde aufrecht erhalten bleiben. Es wird für das Endergebnis der Synode ganz wesentlich sein, ob die Kirchenleitung wirklich dabei bleiben will, einen großen Teil der Bevölkerung vor diese abwertende und die Heilsmitteln verweigernde Situation zu stellen! Es gibt mehrere Ansätze, diesem Problem beizukommen, etwa die Praxis der Ostkirchen, sie brauchen hier nicht dargelegt zu werden.
In diesem Zusammenhang warnen wir eindringlich vor der Absicht, statt substanzieller Änderungen beim Umgang mit Wiederverheirateten die Ehenichtigkeitsverfahren als Lösung anzubieten. Die großen Bedenken, die hier vorzubringen sind, können dem beiliegenden Text zu diesem Thema entnommen werden („Gedanken zu Glaube und Zeit“ Nr. 140).
Es ist für uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein Unterbleiben von wesentlichen Änderungen auf größte Enttäuschung stoßen würde. Das bewundernswerte Vorgehen von Papst Franziskus hat eine große Erwartungshaltung hervorgerufen, sollten keine Änderungen eintreten, würde dies einen schweren Rückschlag bedeuten. Wir, die wir uns für eine zukunftsfähige Kirche einsetzen, hoffen sehr, dass eine solche Situation keinesfalls eintritt!
Wir nehmen an, dass unseren Bischöfen der Ernst der Situation ebenso bewusst ist, wie die große Verantwortung für die Akzeptanz unserer Kirche heute, die sie in der Synode wahrzunehmen haben.
Wir empfehlen uns, sehr geehrter Herr Kardinal,
mit respektvollen Grüßen
Dr. Herbert Kohlmaier Hans Zirkowitsch
Vorsitzender Schriftführer
Montag, 2. Februar 2015
Neuer Fragebogen zur Familiensynode 2015 bedarf unserer kritischen Antwort
Die vor einem Jahr erstmals von einem Papst initierte weltweite Umfrage über Familie, Ehe und Sexualmoral hatte anfangs ein großes Medienecho hervorgerufen. Die Ergebnisse zeigten eine starke Kluft zwischen kirchlicher Ehe-Lehre und Praxis der Gläubigen. Sie wurden auf einer außerordenlichen Synode im Oktober 2014 in Rom behandelt und mit Ermutigung von Papst Franziskus offen diskutiert. Wie zu erwarten kam es zu keinem Ergebnis. Aber Gegensätze wurden sichtbar, weil eine Gruppe von Kardinälen Angst hat, die Unauflöslichkeit der Ehe zu verlieren.
Doch Papst Franziskus bleibt hoffnungsvoll im Hinblick auf eine Reform und wünscht sich nun die Fortsetzung der Diskussionen auch auf Diözesanebene.
Leider ist der neue Fragebogen dabei keine wirkliche Hilfe. Es geht vorrangig um die traditionelle kirchliche Ehelehre von Freude, Empfängnisbereitschaft und Unauflöslichkeit der Ehe. Die meisten Fragen sind - für mich zumindest - in sich zu umfangreich und nicht verständlich. Ich kann auch nicht erkennen, dass die Ergebnisse der 1. Umfrage (bezüglich Empfängnisverhütung, Homosexualität oder Kommunionempfang von kirchlich integrierten Wiederverheirateten) eingearbeitet wurden. Vielmehr sind diese Themen nun ausgeklammert. Der Eindruck entsteht, dass wieder bei Null begonnen wird.
Liebe Leser_innen und Freund_innen!
Umso mehr scheint es mir wichtig, an dieser Umfrage teilzunehmen und unsere Meinungen und Anliegen kundzutun. Das sollte ganz frei geschehen. Wählen Sie einige Fragen aus und schreiben Sie offen ihre Erfahrungen - in Verantwortung zum Evangelium und zur Kirche Jesu Christi. Und um Papst Franziskus bei seinen Reformbemühungen zu unterstützen. Wörter wie "Ehenichtigkeit", "wiederverheiratet Geschiedene" oder "Menschen mit homoxexuellen Tendenzen" tauchen erst ab Frage 37 auf.
Eine Hilfe zur Beantwortung kann eine Auswahl von Erfahrungen und Erwartungen zur Familiensynode auf der Homepage von Wir-sind-Kirche.de sein. Weiters ist dort ein Musterbrief zu finden, in dem Fragen an die Bischöfe gestellt werden, die nicht uninteressant sind. (Siehe unten)
Auch unser Bischof Ägidius ruft alle "katholischen Christen des Burgenlandes" auf, an dieser 2. Umfrage teilzunehmen. Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass jener Bericht zur 1. Umfrage, den Bischof Ägidius während des Ad-limina-Besuches bei Papst Franziskus abgegeben hat, bisher leider nicht veröffentlicht wurde. Es wäre schön, wenn das nachgeholt wird.
Gottes Geist begleite uns bei unseren Reformbemühungen!
Edi Posch
Online-Fragebogen auf martinus.at >>
Die Arbeitshilfe „Familien-Synode – Das geht uns alle an!“ der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche wendet sich an alle Interessierten und ruft dazu auf, selber Initiativen zu ergreifen, sich mit der offiziellen Lehre und Pastoral von Ehe, Familie und Sexualität kritisch auseinanderzusetzen und neue, zeit- und schriftgemäße Konzepte zu entwickeln.
Musterbrief von "Wir-sind-Kirche.de" zur Familien-Synode 2015
Sehr geehrter Herr Bischof / Erzbischof / Kardinal,
die Kirchenleitung in Rom hat die Papiere zur Vorbereitung der „Familien-Synode“ 2015 vorgelegt. Auf den Ergebnissen der „Familien-Synode“ 2014 aufbauend sollen die Bischofskonferenzen konkrete Lösungsvorschläge bis Mitte April 2015 in Rom einreichen.
Diese Lineamenta warnen vor Alleingängen der Bischöfe und fordern die Beteiligung des ganzen Gottesvolkes an den so wichtigen Vorschlägen. Ohne Denk- und Sprechverbote sollen also die drängenden Fragen von allen gestellt und beantwortet werden. Dabei sollen nicht nur die Bischöfe auf das Kirchenvolk, sondern auch das Kirchenvolk auf die Bischöfe zugehen.
Deshalb frage ich / fragen wir Sie:
• Was unternehmen Sie, damit möglichst viele in der Diözese sich an der Diskussion über die Bedeutung der Familie heute beteiligen und ihre Überzeugung darlegen können?
• Wie stehen Sie selber zu den Fragen gelebter Sexualität in allen Lebensbereichen?
• Bei aller Bedeutung der sakramentalen Ehe: Welchen Stellenwert haben Ihrer Meinung nach die ohne Trauschein zusammenlebenden Paare bzw. die Paare, die nur zivil getraut sind?
• Wie bewerten Sie die Nicht-Zulassung zu den Sakramenten von nach Scheidung Wiederverheirateten, von glaubenstreuen Menschen, die nach sorgfältiger Gewissensprüfung eine neue Bindung mit neuen Verantwortlichkeiten eingegangen sind?
• Wie beurteilen Sie homosexuelle Neigungen und homosexuelles Handeln? Spielen sie insbesondere beim Umgang mit pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Rolle?
• Wie beurteilen Sie die Partnerschaft von Homosexuellen, die ihr Leben lang in Treue und Verantwortung füreinander leben?
• Wie ernst nehmen Sie die Ängste von Angestellten an katholischen Einrichtungen, denen die fristlose Entlassung droht, falls sie vorgegebene Moralvorstellungen nicht (mehr) erfüllen können?
• Wie gehen Sie mit pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um, die vorgegebene Moralvorstellungen nicht (mehr) erfüllen können?
• Welche Antworten und Stellungnahmen werden Sie im Namen der Mitglieder Ihres Bistums, die Sie repräsentieren und für die Sie verantwortlich sind, weitergeben?
Weitere Hilfen:
Gute Einladung der Katholischen Landeskirche Thurgau:
Brennpunkt Familiensynode 2015
Zur Vorbereitung der ersten Synode 2014 wurde eine weltweite Befragung der Gläubigen durchgeführt. So etwas gab es zuvor noch nie. In der Schweiz wurden die Seelsorgenden befragt und – mit einer vereinfachten Umfrage – die betroffenen Menschen selbst. Darauf antworteten im sehr kurz bemessenen Zeitfenster mehr als 25’000 Menschen.
Nun hat P. Franziskus die Diözesen und Pfarreien beauftragt, Gesprächskreise durchzuführen, um in einer zweiten Runde des Nachdenkens und Suchens die Gläubigen in den synodalen Prozess einzubeziehen.
"Eine Grundbedingung … ist es, offen zu sprechen. Keiner soll sagen: „Das kann man nicht sagen, sonst könnte man ja schlecht über mich denken…“
Nach dem letzten Kardinalsversammlung hat mir ein Kardinal geschrieben: „Schade, dass einige Kardinäle aus Respekt vor dem Papst nicht den Mut gehabt haben, gewisse Dinge zu sagen, weil sie meinten, dass der Papst vielleicht anders denken könnte.“
Das ist nicht in Ordnung, das ist keine Synodalität, weil man alles sagen soll, wozu man sich im Herrn zu sprechen gedrängt fühlt: ohne menschliche Rücksichten, ohne Furcht!
Und zugleich soll man in Demut zuhören und offenen Herzens annehmen, was die Brüder sagen. Mit diesen beiden Geisteshaltungen üben wir die Synodalität aus."
(Papst Franziskus in der Eröffnungsansprache zur Familiensynode 2014)
"Liebe Schwestern und Brüder, wir haben jetzt noch ein Jahr um die hier vorgeschlagenen Ideen in einer wirklichen geistlichen Unterscheidung reifen zu lassen und konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden, welchen die Familien begegnen müssen; Antworten zu geben auf die vielen Entmutigungen, welche die Familien umgeben und einschnüren."
(Schlussansprache von Papst Franziskus am Ende der ausserordentlichen Synode 2014)
Ziel und Motivation dieses Weges ist: gemeinsam zu hören, was Gott uns mitten in den heutigen Lebenssituationen sagen möchte. In diesen Familienrealitäten sind wir gemeinsam mit allen Menschen gefordert, das Risiko neuer Wege zu wagen.
Papst Franziskus hat zu Beginn der Synode gesagt, dass es darauf ankommt, drei Gaben des Geistes Raum zu geben:
• Bereitschaft zum Hören
• Offenheit in den Begegnungen
• Orientierung an Worten und Taten Jesu
Obwohl die Zeit wiederum knapp ist (Rückmeldungen sind in der Schweiz bis 27. März 2015 an die Geschäftsstelle der Pastoralkommission der Schweizer Bischofskonferenz erbeten) werden die eingehenden Anregungen und Fragen für den Vorbereitungsprozess der Synode 2015 berücksichtigt. Es brauchen dabei nicht alle Fragen berücksichtigt werden. Es ist sinnvoll, sich auf ausgewählte Fragen zu konzentrieren.
Diese pastoralen Herausforderungen und Probleme sollen reflektiert werden:
• Das Verhältnis zwischen Kirchenrecht und persönlicher Moral
• Das Verhältnis zwischen dem kirchlichen Ideal der Familie und den tatsächlichen Schwierigkeiten eines Familienalltags
• Die Problematik sehr unterschiedlicher Situationen in unterschiedlichen Kontinenten und Kulturen
• Die Herausforderungen der Kirche in einer Gesellschaft, der die Anliegen des christlichen Glaubens oft fremd sind.
• Die Problematik der Spannung zwischen dogmatischer Lehre einerseits und pastoraler Perspektive andererseits.
Der kommunikative Prozess ist dem Papst ein Anliegen. Wenn wir unser Handeln als Christinnen und Christen neu ausrichten, müssen auch unsere Gesellschaft und unsere Mitmenschen berücksichtigt werden. Denn die Kirche lebe nicht für sich allein, sondern immer auch in der Öffentlichkeit. Ihr Zeugnis soll ja auch sichtbar und verständlich sein. Daher sei es wichtig, viele Menschen in unsere Synodengespräche einzubeziehen und gut darüber zu informieren.
Quelle: Katholische Landeskirche Thurgau >>
Das Materialpaket der Katholischen Jugend Österreich
Es bietet eine große Hilfe bei der Beantwortung des Fragebogens und enthält:
Doch Papst Franziskus bleibt hoffnungsvoll im Hinblick auf eine Reform und wünscht sich nun die Fortsetzung der Diskussionen auch auf Diözesanebene.
Leider ist der neue Fragebogen dabei keine wirkliche Hilfe. Es geht vorrangig um die traditionelle kirchliche Ehelehre von Freude, Empfängnisbereitschaft und Unauflöslichkeit der Ehe. Die meisten Fragen sind - für mich zumindest - in sich zu umfangreich und nicht verständlich. Ich kann auch nicht erkennen, dass die Ergebnisse der 1. Umfrage (bezüglich Empfängnisverhütung, Homosexualität oder Kommunionempfang von kirchlich integrierten Wiederverheirateten) eingearbeitet wurden. Vielmehr sind diese Themen nun ausgeklammert. Der Eindruck entsteht, dass wieder bei Null begonnen wird.
Liebe Leser_innen und Freund_innen!
Umso mehr scheint es mir wichtig, an dieser Umfrage teilzunehmen und unsere Meinungen und Anliegen kundzutun. Das sollte ganz frei geschehen. Wählen Sie einige Fragen aus und schreiben Sie offen ihre Erfahrungen - in Verantwortung zum Evangelium und zur Kirche Jesu Christi. Und um Papst Franziskus bei seinen Reformbemühungen zu unterstützen. Wörter wie "Ehenichtigkeit", "wiederverheiratet Geschiedene" oder "Menschen mit homoxexuellen Tendenzen" tauchen erst ab Frage 37 auf.
Eine Hilfe zur Beantwortung kann eine Auswahl von Erfahrungen und Erwartungen zur Familiensynode auf der Homepage von Wir-sind-Kirche.de sein. Weiters ist dort ein Musterbrief zu finden, in dem Fragen an die Bischöfe gestellt werden, die nicht uninteressant sind. (Siehe unten)
Auch unser Bischof Ägidius ruft alle "katholischen Christen des Burgenlandes" auf, an dieser 2. Umfrage teilzunehmen. Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass jener Bericht zur 1. Umfrage, den Bischof Ägidius während des Ad-limina-Besuches bei Papst Franziskus abgegeben hat, bisher leider nicht veröffentlicht wurde. Es wäre schön, wenn das nachgeholt wird.
Gottes Geist begleite uns bei unseren Reformbemühungen!
Edi Posch
Online-Fragebogen auf martinus.at >>
***************
Tipp:Die Arbeitshilfe „Familien-Synode – Das geht uns alle an!“ der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche wendet sich an alle Interessierten und ruft dazu auf, selber Initiativen zu ergreifen, sich mit der offiziellen Lehre und Pastoral von Ehe, Familie und Sexualität kritisch auseinanderzusetzen und neue, zeit- und schriftgemäße Konzepte zu entwickeln.
Musterbrief von "Wir-sind-Kirche.de" zur Familien-Synode 2015
Sehr geehrter Herr Bischof / Erzbischof / Kardinal,
die Kirchenleitung in Rom hat die Papiere zur Vorbereitung der „Familien-Synode“ 2015 vorgelegt. Auf den Ergebnissen der „Familien-Synode“ 2014 aufbauend sollen die Bischofskonferenzen konkrete Lösungsvorschläge bis Mitte April 2015 in Rom einreichen.
Diese Lineamenta warnen vor Alleingängen der Bischöfe und fordern die Beteiligung des ganzen Gottesvolkes an den so wichtigen Vorschlägen. Ohne Denk- und Sprechverbote sollen also die drängenden Fragen von allen gestellt und beantwortet werden. Dabei sollen nicht nur die Bischöfe auf das Kirchenvolk, sondern auch das Kirchenvolk auf die Bischöfe zugehen.
Deshalb frage ich / fragen wir Sie:
• Was unternehmen Sie, damit möglichst viele in der Diözese sich an der Diskussion über die Bedeutung der Familie heute beteiligen und ihre Überzeugung darlegen können?
• Wie stehen Sie selber zu den Fragen gelebter Sexualität in allen Lebensbereichen?
• Bei aller Bedeutung der sakramentalen Ehe: Welchen Stellenwert haben Ihrer Meinung nach die ohne Trauschein zusammenlebenden Paare bzw. die Paare, die nur zivil getraut sind?
• Wie bewerten Sie die Nicht-Zulassung zu den Sakramenten von nach Scheidung Wiederverheirateten, von glaubenstreuen Menschen, die nach sorgfältiger Gewissensprüfung eine neue Bindung mit neuen Verantwortlichkeiten eingegangen sind?
• Wie beurteilen Sie homosexuelle Neigungen und homosexuelles Handeln? Spielen sie insbesondere beim Umgang mit pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Rolle?
• Wie beurteilen Sie die Partnerschaft von Homosexuellen, die ihr Leben lang in Treue und Verantwortung füreinander leben?
• Wie ernst nehmen Sie die Ängste von Angestellten an katholischen Einrichtungen, denen die fristlose Entlassung droht, falls sie vorgegebene Moralvorstellungen nicht (mehr) erfüllen können?
• Wie gehen Sie mit pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um, die vorgegebene Moralvorstellungen nicht (mehr) erfüllen können?
• Welche Antworten und Stellungnahmen werden Sie im Namen der Mitglieder Ihres Bistums, die Sie repräsentieren und für die Sie verantwortlich sind, weitergeben?
Weitere Hilfen:
Gute Einladung der Katholischen Landeskirche Thurgau:
Brennpunkt Familiensynode 2015
Zur Vorbereitung der ersten Synode 2014 wurde eine weltweite Befragung der Gläubigen durchgeführt. So etwas gab es zuvor noch nie. In der Schweiz wurden die Seelsorgenden befragt und – mit einer vereinfachten Umfrage – die betroffenen Menschen selbst. Darauf antworteten im sehr kurz bemessenen Zeitfenster mehr als 25’000 Menschen.
Nun hat P. Franziskus die Diözesen und Pfarreien beauftragt, Gesprächskreise durchzuführen, um in einer zweiten Runde des Nachdenkens und Suchens die Gläubigen in den synodalen Prozess einzubeziehen.
"Eine Grundbedingung … ist es, offen zu sprechen. Keiner soll sagen: „Das kann man nicht sagen, sonst könnte man ja schlecht über mich denken…“
Nach dem letzten Kardinalsversammlung hat mir ein Kardinal geschrieben: „Schade, dass einige Kardinäle aus Respekt vor dem Papst nicht den Mut gehabt haben, gewisse Dinge zu sagen, weil sie meinten, dass der Papst vielleicht anders denken könnte.“
Das ist nicht in Ordnung, das ist keine Synodalität, weil man alles sagen soll, wozu man sich im Herrn zu sprechen gedrängt fühlt: ohne menschliche Rücksichten, ohne Furcht!
Und zugleich soll man in Demut zuhören und offenen Herzens annehmen, was die Brüder sagen. Mit diesen beiden Geisteshaltungen üben wir die Synodalität aus."
(Papst Franziskus in der Eröffnungsansprache zur Familiensynode 2014)
"Liebe Schwestern und Brüder, wir haben jetzt noch ein Jahr um die hier vorgeschlagenen Ideen in einer wirklichen geistlichen Unterscheidung reifen zu lassen und konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden, welchen die Familien begegnen müssen; Antworten zu geben auf die vielen Entmutigungen, welche die Familien umgeben und einschnüren."
(Schlussansprache von Papst Franziskus am Ende der ausserordentlichen Synode 2014)
Ziel und Motivation dieses Weges ist: gemeinsam zu hören, was Gott uns mitten in den heutigen Lebenssituationen sagen möchte. In diesen Familienrealitäten sind wir gemeinsam mit allen Menschen gefordert, das Risiko neuer Wege zu wagen.
Papst Franziskus hat zu Beginn der Synode gesagt, dass es darauf ankommt, drei Gaben des Geistes Raum zu geben:
• Bereitschaft zum Hören
• Offenheit in den Begegnungen
• Orientierung an Worten und Taten Jesu
Obwohl die Zeit wiederum knapp ist (Rückmeldungen sind in der Schweiz bis 27. März 2015 an die Geschäftsstelle der Pastoralkommission der Schweizer Bischofskonferenz erbeten) werden die eingehenden Anregungen und Fragen für den Vorbereitungsprozess der Synode 2015 berücksichtigt. Es brauchen dabei nicht alle Fragen berücksichtigt werden. Es ist sinnvoll, sich auf ausgewählte Fragen zu konzentrieren.
Diese pastoralen Herausforderungen und Probleme sollen reflektiert werden:
• Das Verhältnis zwischen Kirchenrecht und persönlicher Moral
• Das Verhältnis zwischen dem kirchlichen Ideal der Familie und den tatsächlichen Schwierigkeiten eines Familienalltags
• Die Problematik sehr unterschiedlicher Situationen in unterschiedlichen Kontinenten und Kulturen
• Die Herausforderungen der Kirche in einer Gesellschaft, der die Anliegen des christlichen Glaubens oft fremd sind.
• Die Problematik der Spannung zwischen dogmatischer Lehre einerseits und pastoraler Perspektive andererseits.
Der kommunikative Prozess ist dem Papst ein Anliegen. Wenn wir unser Handeln als Christinnen und Christen neu ausrichten, müssen auch unsere Gesellschaft und unsere Mitmenschen berücksichtigt werden. Denn die Kirche lebe nicht für sich allein, sondern immer auch in der Öffentlichkeit. Ihr Zeugnis soll ja auch sichtbar und verständlich sein. Daher sei es wichtig, viele Menschen in unsere Synodengespräche einzubeziehen und gut darüber zu informieren.
Quelle: Katholische Landeskirche Thurgau >>
Das Materialpaket der Katholischen Jugend Österreich
Es bietet eine große Hilfe bei der Beantwortung des Fragebogens und enthält:
- eine Zusammenfassung der Diskussionsgrundlage
- einen Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe erklärt werden
- Methoden- und Diskussionsanreize
- einen Fragebogen für Jugendliche
- einen alternativen Fragebogen
- und eine Kleine Literaturliste
Freitag, 12. Dezember 2014
Die Familiensynode geht in die zweite Runde
Vatikan veröffentlichte neuen Familien-Fragebogen
Der Vatikan hat am Dienstag einen Fragebogen mit 46 Fragen an Katholiken der ganzen Welt veröffentlicht. Er sei in Hinblick auf die für Oktober 2015 geplante Synode entworfen worden, so der Vatikan.
("Lineamenta" auf Italienisch, englische Übersetzung und deutsche Arbeitsübersetzung von Wir-sind-Kirche.de).
Der Fragebogen ist Teil des 26-seitigen ersten Vorbereitungsdokuments zur Bischofssynode im kommenden Herbst, der „Lineamenta“. Das Dokument wird jetzt den Bischofskonferenzen zugesandt. Die 46 Fragen drehen sich um Ehe, Familie und Sexualität. Der andere Teil ist das Abschlussdokument der zurückliegenden Synode (Außerordentliche Synode).
Die Synode wird von 4. bis 25. Oktober 2015 im Vatikan tagen. Es handelt sich dabei um die zweite Versammlung der Kirchenväter nach der außerordentlichen Bischofssynode zur Familienpastoral, die Papst Franziskus im Oktober einberufen hat. 2015 wird die „Berufung und die Mission der Familie und der Kirche in der heutigen Welt“ das Thema sein.
Geschiedene und Homosexualität Themen
Der Fragebogen, der in den nächsten Tagen und Wochen an die Bischofskonferenzen der einzelnen Länder ergeht, befasst sich unter anderem mit der Thematik wiederverheirateter Geschiedener und der Homosexualität. „Wie widmet die Christengemeinschaft ihre Aufmerksamkeit Familien, die Mitglieder mit homosexuellen Neigungen haben? Wie kann man sich um Personen in derartigen Situationen kümmern und dabei jegliche ungerechte Diskriminierung vermeiden?“, lautet etwa die Frage Nummer 46, wie die APA am Dienst vermeldete.
Der Fragenkatalog solle verhindern, dass Bischöfe „ihre eigenen Vorstellungen von einer Seelsorge als reiner Anwendung der Lehre“ äußerten, die nicht die Folgerungen der Außerordentlichen Bischofssynode berücksichtige, hieß es vom Vatikan. Er solle den „nötigen Realismus“ fördern.
Behandlung auf Diözesen-Ebene
Der Vatikan überlässt es den einzelnen Bischofskonferenzen, in welchem Umfang sie bei der Beantwortung der Fragen die Gläubigen in den Diözesen einbeziehen. Die Bischofskonferenzen könnten „geeignete Wege wählen, um die Rezeption und die Vertiefung des Abschlussdokuments der zurückliegenden Synode sicherzustellen“, heißt es. Hierbei könnten auch akademische Einrichtungen, ortskirchliche Organisationen, Laienvereinigungen und andere kirchliche Instanzen beteiligt werden.
„Da die nächste Vollversammlung der Bischofskonferenz erst wieder im März stattfindet, wird unter den Bischöfen noch geklärt, wie die Kirche in Österreich mit dieser Vorgabe umgeht“, sagte der Wiener Erzbischof am Dienstag. Klar sei allerdings schon jetzt, „dass die Behandlung des Fragebogens und die Befassung mit dem Synodenthema wieder primär auf Ebene der Diözesen erfolgen wird“.
Der Fragenkatalog spiegelt den bisherigen Diskussionsstand nach der Bischofssynode wieder und enthält keine wesentlichen Neuerungen. Mit Blick auf den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen wird erneut festgehalten, dass eine vertiefte Prüfung der Praxis einiger orthodoxer Kirchen notwendig sei, welche die Segnung einer zweiten Ehe kennen.
Neue Vorgehensweise
Beim Thema Homosexualität werden, anders als in der ersten Umfrage, nicht mehr ausdrücklich gleichgeschlechtliche Partnerschaften thematisiert. Vielmehr geht es um die Pastoral für Familien, zu denen Personen mit homosexuellen Neigungen gehören. Die Fragen beziehen sich auf die jeweiligen thematischen Abschnitte des Abschlussdokuments. Es ist das erste Mal, dass eine Bischofssynode auf diese Weise vorbereitet wird.
Der ausgesandte Fragebogen soll nach dem Wunsch von Papst Franziskus „bis an die Basis“ verbreitet werden. Mehr als 30.000 Österreicher hatten den Familien-Fragebogen des Vatikans zu Ehe- und Familienthemen im vergangenen Jahr ausgefüllt. Insgesamt hatte sich eine hohe Zustimmung zu Ehe und Familie, aber auch eine große Diskrepanz in Fragen wie Empfängnisregelung oder dem kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gezeigt.
Religion.orf.at >>
Zweite Familiensynode soll auf bisherigen Beratungen aufbauen
Die pastorale Wende, Teil II
Die Familiensynode geht in die zweite Runde: Nach dem ersten, vorbereitenden Bischofstreffen im Herbst bereitet sich der Vatikan nun auf das zweite im Oktober 2015 vor. Der begonnene Weg der "pastoralen Wende" soll fortgesetzt werden.
Domradio.de >>
Papst Franziskus bei Generalaudienz:
Synode war weder Parlament noch Sportereignis
Streit auf der Suche nach dem Willen Gottes ist kein Übel, sondern ein Zeichen der Freiheit der Kirche. Das sagte Papst Franziskus an diesem Mittwoch (10.12.) während der Generalaudienz, er sprach über die Versammlung der Bischofssynode im zurück liegenden Oktober und begann damit eine neue Katechesereihe zum Thema Familie.
„Während der Synode haben die Medien ihre Arbeit gemacht – es gab ja viel Erwartung und Aufmerksamkeit – und wir danken ihnen, denn sie haben es sehr ausführlich gemacht, so viele Berichte, so viele! Das war möglich Dank des Pressesaales, der jeden Tag eine Pressekonferenz gehalten hat. Aber oft war der Blick der Medien ein wenig wie eine Sportreportage oder ein politischer Bericht: Es wurde über zwei Gruppen gesprochen, pro und contra, Konservative und Progressive, und so weiter. Ich möchte heute kurz berichten, was bei der Synode passiert ist.“
Weiterlesen auf Radio Vatikan >> (Auch zum Anhören)
Der Vatikan hat am Dienstag einen Fragebogen mit 46 Fragen an Katholiken der ganzen Welt veröffentlicht. Er sei in Hinblick auf die für Oktober 2015 geplante Synode entworfen worden, so der Vatikan.
("Lineamenta" auf Italienisch, englische Übersetzung und deutsche Arbeitsübersetzung von Wir-sind-Kirche.de).
Der Fragebogen ist Teil des 26-seitigen ersten Vorbereitungsdokuments zur Bischofssynode im kommenden Herbst, der „Lineamenta“. Das Dokument wird jetzt den Bischofskonferenzen zugesandt. Die 46 Fragen drehen sich um Ehe, Familie und Sexualität. Der andere Teil ist das Abschlussdokument der zurückliegenden Synode (Außerordentliche Synode).
Die Synode wird von 4. bis 25. Oktober 2015 im Vatikan tagen. Es handelt sich dabei um die zweite Versammlung der Kirchenväter nach der außerordentlichen Bischofssynode zur Familienpastoral, die Papst Franziskus im Oktober einberufen hat. 2015 wird die „Berufung und die Mission der Familie und der Kirche in der heutigen Welt“ das Thema sein.
Geschiedene und Homosexualität Themen
Der Fragebogen, der in den nächsten Tagen und Wochen an die Bischofskonferenzen der einzelnen Länder ergeht, befasst sich unter anderem mit der Thematik wiederverheirateter Geschiedener und der Homosexualität. „Wie widmet die Christengemeinschaft ihre Aufmerksamkeit Familien, die Mitglieder mit homosexuellen Neigungen haben? Wie kann man sich um Personen in derartigen Situationen kümmern und dabei jegliche ungerechte Diskriminierung vermeiden?“, lautet etwa die Frage Nummer 46, wie die APA am Dienst vermeldete.
Der Fragenkatalog solle verhindern, dass Bischöfe „ihre eigenen Vorstellungen von einer Seelsorge als reiner Anwendung der Lehre“ äußerten, die nicht die Folgerungen der Außerordentlichen Bischofssynode berücksichtige, hieß es vom Vatikan. Er solle den „nötigen Realismus“ fördern.
Behandlung auf Diözesen-Ebene
Der Vatikan überlässt es den einzelnen Bischofskonferenzen, in welchem Umfang sie bei der Beantwortung der Fragen die Gläubigen in den Diözesen einbeziehen. Die Bischofskonferenzen könnten „geeignete Wege wählen, um die Rezeption und die Vertiefung des Abschlussdokuments der zurückliegenden Synode sicherzustellen“, heißt es. Hierbei könnten auch akademische Einrichtungen, ortskirchliche Organisationen, Laienvereinigungen und andere kirchliche Instanzen beteiligt werden.
„Da die nächste Vollversammlung der Bischofskonferenz erst wieder im März stattfindet, wird unter den Bischöfen noch geklärt, wie die Kirche in Österreich mit dieser Vorgabe umgeht“, sagte der Wiener Erzbischof am Dienstag. Klar sei allerdings schon jetzt, „dass die Behandlung des Fragebogens und die Befassung mit dem Synodenthema wieder primär auf Ebene der Diözesen erfolgen wird“.
Der Fragenkatalog spiegelt den bisherigen Diskussionsstand nach der Bischofssynode wieder und enthält keine wesentlichen Neuerungen. Mit Blick auf den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen wird erneut festgehalten, dass eine vertiefte Prüfung der Praxis einiger orthodoxer Kirchen notwendig sei, welche die Segnung einer zweiten Ehe kennen.
Neue Vorgehensweise
Beim Thema Homosexualität werden, anders als in der ersten Umfrage, nicht mehr ausdrücklich gleichgeschlechtliche Partnerschaften thematisiert. Vielmehr geht es um die Pastoral für Familien, zu denen Personen mit homosexuellen Neigungen gehören. Die Fragen beziehen sich auf die jeweiligen thematischen Abschnitte des Abschlussdokuments. Es ist das erste Mal, dass eine Bischofssynode auf diese Weise vorbereitet wird.
Der ausgesandte Fragebogen soll nach dem Wunsch von Papst Franziskus „bis an die Basis“ verbreitet werden. Mehr als 30.000 Österreicher hatten den Familien-Fragebogen des Vatikans zu Ehe- und Familienthemen im vergangenen Jahr ausgefüllt. Insgesamt hatte sich eine hohe Zustimmung zu Ehe und Familie, aber auch eine große Diskrepanz in Fragen wie Empfängnisregelung oder dem kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gezeigt.
Religion.orf.at >>
Zweite Familiensynode soll auf bisherigen Beratungen aufbauen
Die pastorale Wende, Teil II
Die Familiensynode geht in die zweite Runde: Nach dem ersten, vorbereitenden Bischofstreffen im Herbst bereitet sich der Vatikan nun auf das zweite im Oktober 2015 vor. Der begonnene Weg der "pastoralen Wende" soll fortgesetzt werden.
Domradio.de >>
Papst Franziskus bei Generalaudienz:
Synode war weder Parlament noch Sportereignis
Streit auf der Suche nach dem Willen Gottes ist kein Übel, sondern ein Zeichen der Freiheit der Kirche. Das sagte Papst Franziskus an diesem Mittwoch (10.12.) während der Generalaudienz, er sprach über die Versammlung der Bischofssynode im zurück liegenden Oktober und begann damit eine neue Katechesereihe zum Thema Familie.
„Während der Synode haben die Medien ihre Arbeit gemacht – es gab ja viel Erwartung und Aufmerksamkeit – und wir danken ihnen, denn sie haben es sehr ausführlich gemacht, so viele Berichte, so viele! Das war möglich Dank des Pressesaales, der jeden Tag eine Pressekonferenz gehalten hat. Aber oft war der Blick der Medien ein wenig wie eine Sportreportage oder ein politischer Bericht: Es wurde über zwei Gruppen gesprochen, pro und contra, Konservative und Progressive, und so weiter. Ich möchte heute kurz berichten, was bei der Synode passiert ist.“
Weiterlesen auf Radio Vatikan >> (Auch zum Anhören)
Dienstag, 4. November 2014
Weil er schwul ist: Mann darf nicht Pfarrgemeinderat werden
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| Der ehemalige Mönch Horst Fritze aus Wörleschwang ärgert sich über die katholische Kirche. Weil er mit einem Mann zusammen ist, durfte er nicht Pfarrgemeinderat werden. |
Katholische Kirche ruft Homosexuelle zu Keuschheit auf
Bei der vergangenen Pfarrgemeinderatswahl im Frühjahr hätte er sich gerne aufstellen lassen. Einige Menschen wünschten sich, dass er in der Kirche Lektor werde. Fritze fände das schön, denn der Glaube und die Spiritualität bedeuten ihm viel. Doch der gebürtige Westfale wurde zu beiden Ämtern nicht zugelassen. Der Grund ist seine Partnerschaft mit einem Mann.
Aus Sicht der katholischen Kirche steht er damit im offenen Gegensatz zu ihren Lehren. Und Pfarrgemeinderat darf nur werden, wer sich an diese Grundsätze hält. Eine Partnerschaft zwischen zwei Männern ist für die Kirche eine Sünde, denn sie bleibt kinderlos. So steht es im Katechismus.
Schwulsein hingegen wird nicht verdammt. So schreibt Prälat Bertram Meier auf eine Anfrage unserer Zeitung: Die katholische Kirche diskriminiere Menschen mit homosexuellen Veranlagungen nicht und lehne sie nicht ab. Vielmehr gelte das Motto von Papst Johannes XXIII.: Den Irrtum ablehnen, den Irrenden lieben. Das Problem bestehe darin, dass Fritze seine Veranlagung auslebe. Denn: „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit aufgerufen“, teilt der Leiter des bischöflichen Seelsorgeamtes mit.
Homosexueller darf bei Pfarrgemeindewahl nicht teilnehmen
Diese Einstellung verärgert den ehemaligen Mönch Fritze. „Warum kümmert es die Kirche mehr, was in den Betten ihrer Mitglieder passiert, als in ihrem Glauben?“, fragt er. Aus seiner Zeit im Kloster wisse er, dass Homosexualität unter Geistlichen weit verbreitet sei und auch gelebt werde. „Aber es gilt das Prinzip: Solange es keiner erfährt, kannst du machen, was du willst.“ Diese Doppelmoral macht die katholische Kirche aus seiner Sicht unglaubwürdig.
Wenn Horst Fritze seine Geschichte heute erzählt, wirkt er sehr ruhig. Aber innerlich brodle es noch immer, sagt er. Als er im April davon erfuhr, dass er nicht aufgestellt werde, war der Ärger deutlicher zu spüren. Damals entscheid er sich, einen offenen Brief an die Wörleschwanger zu schreiben. Zusammen mit seinem Partner Björn verteilte er das Schreiben an alle Haushalte im Ort. Den Ausschlag für den offenen Brief gab ein Gespräch mit Pater Saji, dem Pfarrer von Zusmarshausen.
Saji hatte erzählt, dass es aus dem Dorf eine Bitte gebe, Fritze nicht für die Wahl zuzulassen. „Auf mich ist keiner zugekommen und hat mir gesagt, dass er nicht möchte, dass ich kandidiere“, erzählt der Innenarchitekt. Diese Unaufrichtigkeit habe ihn geärgert. In seinem offenen Brief schrieb er: „Man hat mich ausgegrenzt und hinter meinem Rücken geurteilt, was für mich persönlich zutiefst verletzend ist.“
Katholische Kirche: Wegen Homosexualität ausgegrenzt?
Eigentlich hat das Paar keine Probleme mit seinen Nachbarn und ist gut in das Gemeindeleben integriert. Horst Fritze betreibt mitten in dem kleinen Ort sein Innenarchitekturbüro. Er leitet den Wörleschwanger Chor Cantaremos, ließ sich bei der Kommunalwahl im März für die Freien Wähler aufstellen und ist Ansprechpartner für die Umgestaltung des Dorfplatzes.
Nur mit der Kirche und Pater Saji herrscht seit dem offenen Brief Funkstille. „Ich habe mich noch ein paarmal um ein Gespräch mit Pater Saji bemüht, aber er hat abgeblockt“, sagt Fritze. Seitdem fällt es dem Innenarchitekt schwer, in Wörleschwang einen Gottesdienst zu besuchen. Auch in unserer Zeitung wollte sich der Priester nicht äußern und verwies an das Bistum Augsburg. Er habe die Weisung erhalten, alle Anfragen weiterzuleiten.
Papst Franziskus spricht sich für Einbindung von Homosexuellen aus
Dass sich Papst Franziskus nun für die Einbindung von Homosexuellen ausspricht und auch die aktuelle Familiensynode in Rom eine Öffnung der Kirche signalisiert, deutet der 50-Jährige als ein positives Zeichen. Viel Hoffnung schenkt es ihm allerdings nicht. „Um wirklich etwas zu verändern, muss es aus zwei Richtungen Impulse geben: von unten und von oben“, sagt er. Eine Verordnung aus Rom helfe wenig, wenn die Gläubigen nicht mitzögen, und umgekehrt.
Um seine Geschichte mit der Kirche zu verarbeiten, schreibt der ehemalige Mönch nun ein Buch. Dann hofft er, dass er irgendwann wieder mit Freude einen Gottesdienst feiern kann.
Quelle: Augsburger Allgemeine
Homepage von Innenarchitekt Dipl.-Ing. Horst Fritze:
Räume und Gebäude gestaltend zu verändern nennen viele Planer ihre Aufgabe. Nur wenige schaffen es, hinter der Fassade des "Angesagten" den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken und Innen-Architektur auch als eine im Außen erlebbare Gestalt des Inneren des Menschen zu verstehen, der diese Räume bewohnt.
Wir verstehen unsere Aufgabe darin, jenseits des Diktates eines Mainstreams mit dem Auftraggeber gemeinsam Wohn-, Arbeits- und Lebenswelten zu schaffen, die be-seelt sind und dennoch den Zeitgeist atmen.
Kommunalwahlen
Eine junge Liste, ein musikalischer Kandidat
Die Freien Wähler nominieren einstimmig Joachim Weldishofer als Anwärter auf das Bürgermeisteramt
Augsburger Allgemeine >>
Zum Thema:
Schweiz: Pfarrer segnet lesbisches Paar
In der katholischen Kirche in der Schweiz herrscht Aufregung um den Segen eines Priesters für ein lesbisches Paar. Mit dem Akt widersetzte sich der Geistliche aus dem Ort Bürglen der Meinung der Kirchenoffiziellen. Das Bistum Chur will dem Fall nun nachgehen. Stattgefunden hat die umstrittene Segnung im Oktober, sagte ein Sprecher des Bürgler Pfarreirats am Freitag.
Weihnachtsmärkte in Deutschland
Es handelte sich dabei nicht um eine Trauung, ähnelte aber in der Form einer solchen. Er habe sich nach reiflicher Überlegung für eine Segnung entschieden, sagte der Pfarrer zuvor dem "Urner Wochenblatts". Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte, fragte der Pfarrer.
Die Presse >>
Freitag, 31. Oktober 2014
Schluss mit der Heuchelei!
![]() |
| Pfarrer Stefan Jürgens |
Ideal und Wirklichkeit
Sie liegen miteinander im Dauerstreit: Ideal und Wirklichkeit. Die sich streitenden Hauptvertreter dieser Richtungen heißen Platon und Aristoteles, Augustinus und Thomas von Aquin, Ratzinger und Metz, Müller und Kaspar. Man könnte die Liste beliebig erweitern. Die einen orientieren sich am Ideal der ewig gültigen Wahrheiten, die anderen sehen, dass es keine Dogmatik ohne Geschichte geben kann. In eine idealisierte Kirche passen nun einmal nur idealisierte Menschen; die konkrete Kirche jedoch besteht aus konkreten Menschen. Und wer die Menschen nicht zunächst so akzeptieren kann, wie sie sind, überfordert sich selbst und andere.
Weiterlesen bei Der Landpfarrer >>
Stefan Jürgens ist Autor bei WDR
Portrait und Beiträge des Autors >>
Pfarrer Stefan Jürgens im Interview
Widerspruch aus Loyalität
Pfarrer Stefan Jürgens hat Position bezogen: Am vergangenen Wochenende hat der katholische Priester das Memorandum „Kirche 2011“ in den Mittelpunkt der Predigt gestellt und sich klar dafür ausgesprochen. Die Unterzeichner fordern Reformen in der katholischen Kirche, die bis hin zur Freistellung des Zölibats reichen. Wir sprachen mit dem Seelsorger.
Münsterland Zeitung >>
Stefan Jürgens ist Autor bei WDR
Portrait und Beiträge des Autors >>
Pfarrer Stefan Jürgens im Interview
Widerspruch aus Loyalität
Pfarrer Stefan Jürgens hat Position bezogen: Am vergangenen Wochenende hat der katholische Priester das Memorandum „Kirche 2011“ in den Mittelpunkt der Predigt gestellt und sich klar dafür ausgesprochen. Die Unterzeichner fordern Reformen in der katholischen Kirche, die bis hin zur Freistellung des Zölibats reichen. Wir sprachen mit dem Seelsorger.
Münsterland Zeitung >>
Dienstag, 28. Oktober 2014
Brief an die Bischöfe: Ihr habt mit Christus nichts zu tun!
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| Erik Flügge |
Ich bin nicht irgendjemand, der über die Katholische Kirche schimpft. Ich bin ein Mitglied und um ehrlich zu sein, kein unbekanntes. In den meisten Diözesen Deutschlands gibt es Katholiken, die mich kennen. Sie haben mir zugehört, sie haben mit mir gearbeitet oder sich mit mir gestritten.
Auch bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Ich gehöre zu den jüngsten Menschen, die in den letzten 200 Jahren in der Konferenz gesprochen haben. Ich zähle zu denen, denen dort am längsten zugehört wurde. Der Vorsitzende der DBK honorierte das damals mit den Worten “das, was Sie hier gesagt haben, hat uns noch nie jemand gesagt, aber wie sie es uns gesagt haben, hat uns noch gar nie jemand etwas gesagt”.
Ich habe wieder etwas zu sagen!
Ich habe euch Bischöfen wieder etwas zu sagen: Ihr liegt falsch. Ihr liegt falsch, so falsch wie man nur liegen kann. Es gibt für euren Beschluss auf der Vatikansynode keine theologische Begründung. Ihr steht nicht in der Nachfolge Jesu. Ganz sicher nicht, denn ihr missachtet seine innerste und zentralste Geisteshaltung: Menschenfreundlichkeit.
Erinnert ihr die Bibelstelle, in der Jesus eine Steinigung verhindert? Er stellt sich schützend vor eine Ehebrecherin und fordert die Urteilenden auf “wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein”. Der größte Stein, den die Katholische Kirche werfen kann, ist der Ausschluss von der heiligen Kommunion. Sie wirft ihn auf alle Geschieden-Wiederverheirateten.
Ich weiß, dass die meisten von Euch für die Resolution gestimmt haben. Ich weiß, dass es nur wenige Stimmen waren, die fehlten. Aber das, was auf der Vatikansynode passierte ist symptomatisch für diese Kirche. Es fehlt immer und immerzu der Wille, sich zu erneuern. Es ist egal, wie ihr abgestimmt habt, denn in allen euren Diözesen verbreitet ihr Angst – unabhängig davon, ob ihr euch liberal oder konservativ nennt.
Nur die Angst der Mitglieder macht euch stark.
Ich kenne hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche. Ich kenne tausende Mitglieder. Ich kenne Konservative und Liberale. Aber ich kenne niemanden, der Eure Position noch versteht. Der einzige Grund, warum ihr das nicht erfahrt, ist, weil ihr so viel Angst verbreitet, dass ihr es nicht gesagt bekommt.
Mir sagte mal ein enger Mitarbeiter von Kardinal Meißner “wir lügen den Kardinal jeden Tag an, weil er die Wahrheit über die Welt nicht überleben würde”. Mir berichtete jemand aus einer Social Media Beratung mit einem Bischof. Dessen einzige Frage war: “Kann man die Kommentarfunktion auf Facebook komplett abschalten?” – Als die Antwort nein lautete, war für ihn klar, dass man dieses Medium nicht nutzt.
Unseren Mut könnt ihr nicht überwinden.
Es ist an der Zeit, die Angst zu beenden. Ich weiß wie mächtig ihr seid, aber eine Kirche, in der sich die Ehrenamtlichen nicht mehr engagieren, kann nicht überleben. Ihr seid abhängiger von uns Mitgliedern und von euren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als wir von euch und eurer Borniertheit.
Hören wir endlich auf, zu schweigen. Ich will nicht mehr nur von Kirchenfeinden lesen, dass die Bischöfe falsch liegen. Ich will es von allen hören, die es in der Kirche denken. Erst dann merken diese alten Männer, dass sie sehr einsam sind.
Warum ich nicht austrete?
Ihr mögt hoffen, dass ich wie so viele andere aus der Katholischen Kirche austrete. Ihr nennt das eine “Bekennende Kirche”. Ja, als bekennend werde ich mich jederzeit bezeichnen. Ich bekenne, dass ich in der katholischen Jugendarbeit im BDKJ und in der KjG fast alles gelernt habe, was mich auszeichnet. Ich bekenne, dass ich an die Idee Jesu Christi von einer gerechten Welt glaube. Ich trete dennoch nicht aus, weil ich weiß, wie schwach ihr seid. Wir, die wir wahrhaftig eine menschenfreundliche Kirche wollen, sind in der Mehrheit. Wir müssen dieser Mehrheit nur endlich eine laute Stimme geben. – Dann erzittern eure Paläste.
Das Mindeste, was Du von Dir selbst erwarten kannst: Teile den Beitrag, wenn er Dir aus dem Herzen spricht. Besser noch: Schreib selbst!
Blog Erik Flügge
„Die Kirche darf nicht mehr so klammern“
Erik Flügge ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sinus-Institut in Berlin. Und er zeigt auf, wie die Kirchen sich verändern müssen, um im Konkurrenzkampf der Sinnangebote zu bestehen. Doris Brändle hat sich mit ihm unterhalten.
Ihr Institut teilt die deutsche Bevölkerung in zehn Milieus ein und hat unter anderem die religiösen Einstellungen der Deutschen erforscht. Haben Sie in allen Milieus gleichermaßen treue Kirchgänger gefunden?
Erik Flügge: Nein. Die Kirchgänger finden sich im Wesentlichen in vier, fünf Milieus: Im konservativ-etablierten Milieu und in der bürgerlichen Mitte existiert noch ein Wissen über die Bibel, man fühlt sich an die Kirche gebunden. Im traditionellen Milieu, zu dem viele Ältere gehören, herrscht eine starke Priester- und Pfarrerorientierung, Tradition und Rituale werden nicht in Frage gestellt. Im liberal-intellektuellen Milieu findet dagegen eine kritische Auseinandersetzung mit Religion und Kirche statt.
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Freitag, 24. Oktober 2014
Meine Synoden-Bilanz
Ein neuer Stil, eine neue Sprache - aber eine inhaltliche Enttäuschung. Gedanken zur Familiensynode.
Die beiden vergangenen Wochen waren ungemein spannend und ich bin aus dem Staunen nicht herausgekommen. Da riskiert ein Papst eine für die Kirchenleitung völlig ungewohnte Synodengestaltung und vertraut offenbar, gut jesuitisch, dem Austausch der Argumente, und dass sich dadurch die dringlich anstehenden pastoralen Fragen in Theorie und Praxis besser beantworten lassen. Nicht nur das, die Diversität der Argumente, die inneren Konflikte dürfen öffentlich werden und damit auch die inneren Konflikte der Kirchenleitung, auch die Unterschiede und Konflikte zwischen den verschiedenen Kontinenten. Er selbst hält sich, diesen Eindruck erweckt zumindest die mediale Berichterstattung, in diesem Prozess weitgehend zurück und hört zu.
Auch eine ungewohnte Sprache wird ab und an hörbar: nicht nur die ängstlich-mahnende, bremsend-restriktive, die primär Probleme und Gefahren sieht, sondern auch eine Sprache, die das Gute, das Hoffnungsgebende benennt, die von der Wirklichkeit ausgeht und deren Potentiale benennt (z.B. in der Treue so mancher gleichgeschlechtlicher Paare). Laien dürfen von ihren Erfahrungen erzählen. Es erscheint ein Zwischenbericht, der Hoffnung gibt. Und dann erscheint ein Endbericht, in dem die Mehrheit der Kardinäle und Bischöfe Veränderungen offenbar derzeit nicht zustimmen kann (Wortlaut).
Als Katholikin und Theologin ist der Prozess für mich zunächst als solcher durchaus erstaunlich. Dass die Kirchenleitung so agieren kann, hätte ich mir nicht erwartet. Sie kommt im 21. Jahrhundert an, wenn es möglich wird, dass die innere Diversität der Kirche, die ja an sich gut katholisch ist, sichtbar werden darf, auch öffentlich. Und um bei der Suche nach deiner wahren und guten Entscheidung muss diese Verschiedenheit zunächst einmal thematisiert werden. Das ist mutig und unabdingbar.
Widerspruch zum Konzil
Inhaltlich bin ich freilich wenig glücklich. Die Gegenwart und ihre Entwicklungen wurden zwar zum Ausgangspunkt der Synode – aber nicht in ihrer theologischen Würde anerkannt. Genau besehen widerspricht dies "Gaudium et Spes", das mit dem Begriff der "Zeichen der Zeit" eine theologische Kategorie einführt, die die Gegenwart zu einer Quelle der Glaubenserkenntnis werden lässt. "Zeichen der Zeit" bedeutet ja, dass die Gegenwart im Lichte des Evangeliums zu deuten ist – ein Vorgang, den aber bereits Karl Rahner in seiner "Unheimlichkeit" erkannt hat, wird damit doch nichts anderes gesagt, dass es eine Dimension der Offenbarung Gottes gibt, die nicht im depositum fidei eines traditionellen Offenbarungsverständnisses vorfindbar ist und daher einer eigenen, neuen theologischen Methode bedarf, um diese zu erkennen.
Die Mehrheit der Synodenmänner kann diese anstehende Deutung der "Zeichen der Zeit" vorläufig nur mit einem Schwerpunkt auf die Defizite der Gegenwart erbringen. Dies lässt mich nicht nur nach der Ausbildung von Theologen und Amtsträgern fragen, es verweist auch auf eine jahrhundertealte defizitorientierte Organisationskultur, die offenbar nicht so einfach zu verändern ist. Innerkirchlich ist es aber schon ein Fortschritt, dass überhaupt einmal Argumente ausgetauscht werden und riskiert wird, offen und frei zu sprechen.
Schmerzhafte Ungleichzeitigkeiten
Als Zeitgenossin, die ich auch bin, erlebe ich allerdings schmerzhafte Ungleichzeitigkeiten. Freilich finde ich den Prozess selbst unter einer organisationsentwicklerischen Perspektive sehr gelungen. Aber ich mache mir große Sorgen, insbesondere um die Kirche in Europa.
Für viele Menschen, die ich kenne und schätze, innerhalb der Kirche und (noch) an den Entwicklungen der Kirche interessiert, ist allein die Frage, ob die Kirche offen ist für alle, ob man gleichgeschlechtlich orientierte Menschen "toleriert", ob wiederverheiratete Geschiedene an den Sakramenten der Kirche teilhaben dürfen, mindestens anachronistisch und schlichtweg aus deren Ethos nicht mehr nachvollziehbar. Und das nicht aus Libertinage oder Relativismus, sondern aufgrund eines humanem Ethos, das nie im Gegensatz zum christlichen stehen kann.
Der Verweis auf die Ungleichzeitigkeit der Entwicklungen in anderen Kontinenten hilft da nur begrenzt, auch die ekklesiologisch korrekte Ansicht, in der Kirche müssen alle, auch die Konservativen, ihren Platz haben können und neue Wege mitgehen können, ist zwar wahr: Aber was, wenn die Ergebnisse theologisch nicht wirklich passen?
Schöpfungstheologisch wirkt Gott sein Heil auch außerhalb der Kirche, daher müssen Spuren davon auch in den konkreten Lebenssituationen von Menschen zu finden sein. Dies hat die Kirche in ihr Lehramt zu integrieren. Was, wenn die Kirche Europa aufgibt, weil viele in der Kirchenleitung Europa für gottlos und verweltlicht halten? Viele dieser Menschen werden die Kirchen endgültig verlassen: Sie wollen weder als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden noch einer Institution angehören, die Menschen moralisch kategorisiert. Auch dies muss die Kirchenleitung einst verantworten.
Bedrohliche Situation
So sehe ich mich also mit einer Vielzahl an Ungleichzeitigkeiten und Widersprüchen konfrontiert. Das wäre an sich auch kein Problem – aber angesichts der Lage der Kirche in Europa ist diese Situation in meinen Augen bedrohlich.
So hoffe ich, dass bis zur nächsten Synode, auf der dann ja erst Beschlüsse gefällt werden, der Geist wirkt: dass die Bischofskonferenzen sich mit den Gläubigen ihrer Diözesen mit den Ergebnissen und Argumenten weiter intensiv auseinandersetzen und durch Nachdenklichkeit und Abwägen bis dahin der eingeläutete Prozess weitergeht. Und, gut jesuitisch, dass es bei der nächsten Synode nicht um Durchsetzung von jeweiligen Eigeninteressen geht, sondern um die Kraft der Argumente. Dabei ist jede Mehrheit verpflichtet, immer auch auf die Argumente der Minderheit zu hören und diese zu bedenken.
Quelle: katholisch.at
Synode: Reaktionen „vorsichtig positiv“
Eine katholische Theologin, katholische Organisationen und österreichische Bischöfe, äußerten sich teils positiv, teils kritisch zu der am Sonntag zu Ende gegangenen Sondersynode zu Familie und Ehe im Vatikan.
Religion.orf.at >>
Ravasi verteidigt Schlussdokument der Synode
Der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, lädt zu einer genauen Lektüre des Schlussdokuments der Bischofssynode.
Radio Vatikan >>
Dienstag, 21. Oktober 2014
Nach der Synode ist vor der Synode!
Aktualisierung am 7.11.
Mit einem zeitlichen Abstand von fast drei Wochen hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Donnerstag, 6. November 2014, die Relatio Synodi, den offiziellen Abschlussbericht zur außerordentlichen Bischofssynode im Vatikan zur Familienpastoral, auf Deutsch veröffentlicht. Das 62 Absätze umfassende Dokument war bislang vom Vatikan lediglich in italienischer und in englischer Sprache veröffentlicht worden.
Der Bericht „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ auf der DBK-Internetseite >>
Der Papst im Kampf um die Reform
Die außerordentliche Bischofs-Synode im Vatikan zur Familie ist der Anfang eines synodalen Weges, den Papst Franziskus ausdrücklich will. Welche Überraschungen und Spannungen es dabei gab, berichtet CHRISTIAN WEISNER aus Rom.
Wir-sind-Kirche.de >>
„Mehr Frische wünschenswert“
Zwei Wochen haben die Bischöfe im Vatikan im Rahmen der Familiensynode beraten. Heftig diskutiert wurde auch über umstrittene Themen wie den Umgang mit Homosexuellen und Geschiedenen. Ein Zwischenbericht hatte für Aufsehen gesorgt. Beobachter hatten darin einen neuen Ton der Kirche gesehen.
Orf.at >>
Vatikan-Sondersynode ohne Einigung zu heiklen Themen
Die zweiwöchige Sondersynode der katholischen Kirche zu den Themen Ehe und Familie ist nach teils heftigen Debatten ohne Einigung in den strittigen Fragen Homosexualität und Scheidung zu Ende gegangen.
Religion.orf.at >>
Familiensynode im Vatikan
Die bleierne Zeit ist zu Ende
Trotz großer Widerstände ist Papst Franziskus nach der Bischofssynode zu Ehe und Familie einen großen Schritt weiter: Den status quo ante wird es nicht mehr geben. Ein Kommentar.
FAZ >>
Verwirrender Lichtstrahl
Die Bischöfe hat bei ihrer Familiensynode in Rom der Mut verlassen, Geschiedenen und Homosexuellen ein Signal des Aufbruchs zu senden. Viele sind nun enttäuscht. Die katholische Kirche wird grundsätzlich über ihre Ehe-, Familien- und Sexuallehre streiten müssen.
Süddeutsche >>
Synode uneins über Wiederverheiratete und Homosexualität
Entsprechende Passagen im Abschlussdokument wurden mehrheitlich angenommen, verfehlten aber die erforderliche Zweidrittelmehrheit
Kathpress >>
Bischofssynode in Rom endet mit dem Aufruf des Papstes, die Diskussion um Ehe und Familie in der Ortskirche weiterzuführen
Kardinal Marx: „Der synodale Weg geht weiter!“
Zum Abschluss der Bischofssynode in Rom zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine positive Bilanz gezogen. „Wir haben eine spannende Synode erlebt mit einer offenen und freimütigen Diskussion. Dabei sind unterschiedliche Positionen hervorgetreten und Schwierigkeiten gerade im weltkirchlichen Kontext wurden nicht verschwiegen. Gleichzeitig konnten aber auch Chancen und Herausforderungen debattiert werden. Das hat auch das Abschlussdokument der Bischofssynode gezeigt. Am Ende steht für mich fest: Der synodale Weg geht weiter!“
Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz >>
Zwei Schritte vor, einer zurück
Kardinal Reinhard Marx hat als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofssynode zu Ehe und Familie im Vatikan teilgenommen, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. Auch wenn die Teilnehmer dort sehr kontrovers diskutiert hätten, zieht Marx im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) eine positive Bilanz.
Katholisch.de >>
Synode: Schönborn kritisiert „Tunnelblick“
Zurück von der außerordentlichen Familiensynode in Rom hat Kardinal Christoph Schönborn sowohl den Medien als auch der Kirche am Montag einen thematischen Tunnelblick vorgeworfen.
Religion.orf.at >>
Eine Kirche auf dem synodalen Weg. Die pastoralen Herausforderungen zur Familie
Resümee der Bischofssynode von Pater Antonio Spadaro, Schriftleiter der Jesuuitenzeitschrift Civiltà Cattolica
Heft Nr. 3945 vom 1. November 2014, S. 213-227 >>
Dokumente:
Die Synodenbotschaft in einer Arbeitsübersetzung
Wir Synodenväter, die hier in Rom vor Papst Franziskus im Zuge der außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode versammelt sind, wenden uns an alle Familien der unterschiedlichen Kontinente und vor allem an jene, die Christus folgen‚ der Weg, Wahrheit und Leben ist. Wir verkünden unsere Bewunderung und unsere Dankbarkeit für das tägliche Zeugnis, das ihr uns und der Welt mit eurem Glauben, eurer Hoffnung und eurer Liebe zeigt.
Weiter auf Radio Vatikan >>
Papst Franziskus zum Ende der Synode
Mit Dank und einem Ausblick auf das anstehende Jahr hat Papst Franziskus an diesem Samstag die Beratungen der Versammlung der Bischofssynode beendet. Wir dokumentieren in einer Arbeitsübersetzung die Ansprache des Papstes zum Ende der Sitzungen, für die es fünf minütigen Applaus gab.
Radio Vatikan >>
Die "Relatio Synodi" gibt es vorerst nur auf Italienisch und Englisch. Sie informiert auch über die Abstimmungsergebnissen zu den 62 Punkten: 59 Punkte wurden mit Zweidrittelmehrheit und nur drei (Nr. 52, 53 und 55) mit qualifizierter Mehrheit angenommen.
Synod14 - "Relatio Synodi" della III Assemblea generale straordinaria del Sinodo dei Vescovi:
"Le sfide pastorali sulla famiglia nel contesto dell’evangelizzazione"
(5-19 ottobre 2014), 18.10.2014
Press.Vatican.va >>
Zum Nachlesen:
Blog von Holger Dörnemann zur Familiensynode
Thema "Bischofsynode zur Familienpastoral" der Erzdiözese Wien >>
Mit einem zeitlichen Abstand von fast drei Wochen hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Donnerstag, 6. November 2014, die Relatio Synodi, den offiziellen Abschlussbericht zur außerordentlichen Bischofssynode im Vatikan zur Familienpastoral, auf Deutsch veröffentlicht. Das 62 Absätze umfassende Dokument war bislang vom Vatikan lediglich in italienischer und in englischer Sprache veröffentlicht worden.
Der Bericht „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ auf der DBK-Internetseite >>
Der Papst im Kampf um die Reform
Die außerordentliche Bischofs-Synode im Vatikan zur Familie ist der Anfang eines synodalen Weges, den Papst Franziskus ausdrücklich will. Welche Überraschungen und Spannungen es dabei gab, berichtet CHRISTIAN WEISNER aus Rom.
Wir-sind-Kirche.de >>
„Mehr Frische wünschenswert“
Zwei Wochen haben die Bischöfe im Vatikan im Rahmen der Familiensynode beraten. Heftig diskutiert wurde auch über umstrittene Themen wie den Umgang mit Homosexuellen und Geschiedenen. Ein Zwischenbericht hatte für Aufsehen gesorgt. Beobachter hatten darin einen neuen Ton der Kirche gesehen.
Orf.at >>
Vatikan-Sondersynode ohne Einigung zu heiklen Themen
Die zweiwöchige Sondersynode der katholischen Kirche zu den Themen Ehe und Familie ist nach teils heftigen Debatten ohne Einigung in den strittigen Fragen Homosexualität und Scheidung zu Ende gegangen.
Religion.orf.at >>
Familiensynode im Vatikan
Die bleierne Zeit ist zu Ende
Trotz großer Widerstände ist Papst Franziskus nach der Bischofssynode zu Ehe und Familie einen großen Schritt weiter: Den status quo ante wird es nicht mehr geben. Ein Kommentar.
FAZ >>
Verwirrender Lichtstrahl
Die Bischöfe hat bei ihrer Familiensynode in Rom der Mut verlassen, Geschiedenen und Homosexuellen ein Signal des Aufbruchs zu senden. Viele sind nun enttäuscht. Die katholische Kirche wird grundsätzlich über ihre Ehe-, Familien- und Sexuallehre streiten müssen.
Süddeutsche >>
Synode uneins über Wiederverheiratete und Homosexualität
Entsprechende Passagen im Abschlussdokument wurden mehrheitlich angenommen, verfehlten aber die erforderliche Zweidrittelmehrheit
Kathpress >>
Bischofssynode in Rom endet mit dem Aufruf des Papstes, die Diskussion um Ehe und Familie in der Ortskirche weiterzuführen
Kardinal Marx: „Der synodale Weg geht weiter!“
Zum Abschluss der Bischofssynode in Rom zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine positive Bilanz gezogen. „Wir haben eine spannende Synode erlebt mit einer offenen und freimütigen Diskussion. Dabei sind unterschiedliche Positionen hervorgetreten und Schwierigkeiten gerade im weltkirchlichen Kontext wurden nicht verschwiegen. Gleichzeitig konnten aber auch Chancen und Herausforderungen debattiert werden. Das hat auch das Abschlussdokument der Bischofssynode gezeigt. Am Ende steht für mich fest: Der synodale Weg geht weiter!“
Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz >>
Zwei Schritte vor, einer zurück
Kardinal Reinhard Marx hat als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofssynode zu Ehe und Familie im Vatikan teilgenommen, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. Auch wenn die Teilnehmer dort sehr kontrovers diskutiert hätten, zieht Marx im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) eine positive Bilanz.
Katholisch.de >>
Synode: Schönborn kritisiert „Tunnelblick“
Zurück von der außerordentlichen Familiensynode in Rom hat Kardinal Christoph Schönborn sowohl den Medien als auch der Kirche am Montag einen thematischen Tunnelblick vorgeworfen.
Religion.orf.at >>
Eine Kirche auf dem synodalen Weg. Die pastoralen Herausforderungen zur Familie
Resümee der Bischofssynode von Pater Antonio Spadaro, Schriftleiter der Jesuuitenzeitschrift Civiltà Cattolica
Heft Nr. 3945 vom 1. November 2014, S. 213-227 >>
Dokumente:
Die Synodenbotschaft in einer Arbeitsübersetzung
Wir Synodenväter, die hier in Rom vor Papst Franziskus im Zuge der außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode versammelt sind, wenden uns an alle Familien der unterschiedlichen Kontinente und vor allem an jene, die Christus folgen‚ der Weg, Wahrheit und Leben ist. Wir verkünden unsere Bewunderung und unsere Dankbarkeit für das tägliche Zeugnis, das ihr uns und der Welt mit eurem Glauben, eurer Hoffnung und eurer Liebe zeigt.
Weiter auf Radio Vatikan >>
Papst Franziskus zum Ende der Synode
Mit Dank und einem Ausblick auf das anstehende Jahr hat Papst Franziskus an diesem Samstag die Beratungen der Versammlung der Bischofssynode beendet. Wir dokumentieren in einer Arbeitsübersetzung die Ansprache des Papstes zum Ende der Sitzungen, für die es fünf minütigen Applaus gab.
Radio Vatikan >>
Die "Relatio Synodi" gibt es vorerst nur auf Italienisch und Englisch. Sie informiert auch über die Abstimmungsergebnissen zu den 62 Punkten: 59 Punkte wurden mit Zweidrittelmehrheit und nur drei (Nr. 52, 53 und 55) mit qualifizierter Mehrheit angenommen.
Synod14 - "Relatio Synodi" della III Assemblea generale straordinaria del Sinodo dei Vescovi:
"Le sfide pastorali sulla famiglia nel contesto dell’evangelizzazione"
(5-19 ottobre 2014), 18.10.2014
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Zum Nachlesen:
Blog von Holger Dörnemann zur Familiensynode
Thema "Bischofsynode zur Familienpastoral" der Erzdiözese Wien >>
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