Freitag, 30. Dezember 2011

„Ich bin mir nicht sicher, ob Benedikt XVI. der richtige Papst ist“

Worüber die römisch-katholische Kirche nachdenken müsste, sagt Bert Brandstetter im OÖNachrichten-Gespräch. Der neue Präsident der Katholischen Aktion OÖ erklärt auch, warum Kardinal Schönborn mit seiner Kritik an der Pfarrer-Initiative übertreibt.
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Mittwoch, 28. Dezember 2011

Große Worte, wo bleiben die Konsequenzen?

Österreichs Bischöfe verweisen in ihren Weihnachtspredigten auf die Botschaft Jesu: Ludwig Schwarz: "Nicht Schweigen angesichts der Not und Ausbeutung von Menschen" – Manfred Scheuer: "Mensch weiß sich von Gott erwünscht" – Klaus Küng: "Gott begibt sich auf die Suche nach dem Menschen" – Ägidius Zsifkovics: "Gott spannt Rettungsschirm" – Christoph Schönborn: "Gott ist keine Illusion"- Egon Kapellari: "Gott ist auch heute erfahrbar" - Alois Kothgasser: „Weihnachten ist Beziehung" und Alois Schwarz: „Gott geht den Menschen bis ins Menschsein entgegen".

Die Worte der Bischöfe unterstreichen die Botschaft Jesu. Nur - wo bleibt das Handeln?

Es braucht eine Kongruenz zwischen Wort und Tat. Im Kirchenalltag wird die rettende Gegenwart Gottes immer schwerer vermittelbar, wenn die Kirchenleitungen den Reform-Dialog mit den Menschen verweigern und unbarmherzig an Lösungen festhalten, welche die Fragen unserer Zeit nicht mehr beantworten können. Um die Glaubwürdigkeit der Botschaft zu erhöhen verlangt „Wir sind Kirche“ Mitbestimmung und dieselben Rechte für Frauen und Männer, die Freistellung der Entscheidung der Priester über ihre Lebensform und eine menschenwürdige Sexualität, die volle Integration von Geschiedenen und wieder Verheirateten, von Lesben und Schwulen in die Gemeinden, die Eucharistiefähigkeit aller Gemeinden und die Achtung der Menschenrechte in der Kirche. Nur dort, wo die Botschaft Jesu verständlich und spürbar erlebt wird, kann sie als Frohbotschaft angenommen werden.

„Wir sind Kirche“ wünscht allen Menschen ein gesegnetes Jahr 2012 und ruft die Gläubigen auf, sich weiterhin für eigenverantwortliches Handeln und die Menschenrechte in der Kirche in der Nachfolge dieses Jesus von Nazareth einzusetzen.

Für den Vorstand der Plattform „Wir sind Kirche“: Hans Peter Hurka & Martha Heizer

Quelle: Plattform Wir-sind-Kirche

Selbstbewußter Engel mit (noch brav) spielenden Kindern

Dienstag, 27. Dezember 2011

Orientierung: Gedanken von Altbischof Reinhold Stecher zu den Naturelementen


Wasser – Feuer – Erde – Luft: Gedanken von Altbischof Reinhold Stecher
Nachzusehen auf TVthek >>

Einer der profiliertesten Kirchenmänner Österreichs feiert seinen 90. Geburtstag: der Altbischof von Innsbruck, Reinhold Stecher. 16 Jahre lang hat er die Geschicke der Diözese geleitet und war dabei immer eine Art „moralische Instanz“. Stecher hat sich stets für eine offene Kirche eingesetzt, den Traditionalismus in der römisch-katholischen Kirche, der seiner Meinung nach die Fortschritte des Zweiten Vatikanischen Konzils untergräbt, hat er öffentlich kritisiert. 1988 setzte er dem judenfeindlichen Anderl-von-Rinn-Kult in seiner Diözese ein Ende. Auch als Caritas-Bischof setzte er Zeichen. Er machte sich zum Beispiel in den 1990er Jahren für Kirchenasyl stark; von der Abschiebung bedrohte Ausländer konnten auf Grund seiner Initiative in Klöstern und anderen kirchlichen Einrichtungen unterkommen.

Reinhold Stechers Engagement als Seelsorger, Pädagoge, Autor und Maler ist ungebrochen; dabei war und ist ihm die Natur eine stete Kraft- und Inspirationsquelle. Im ORIENTIERUNG-Film nimmt er die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde, Luft – Grundvoraussetzungen allen Lebens – zum Ausgangspunkt für Gedanken, die einen Bogen spannen von der Bibel zu den drängenden Problemen der Menschen von heute.

Monica Ladurner hat mit Altbischof Reinhold Stecher wichtige Schauplätze seines Lebens besucht und ein sehr persönliches Portrait gestaltet.

Drewermann: "Jesus von Nazareth und die Botschaft des Friedens"


Ö1: Motive - Glauben und Zweifeln
"Jesus von Nazareth und die Botschaft des Friedens" - ein Vortrag von Eugen Drewermann. Gestaltung: Martin Gross

Wenn in der Nacht der Geburt des kleinen Jesus ein Engelschor in Bethlehem zitiert wird, "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden", dann gibt das schon manchen zu denken. Und was meinte der erwachsen gewordene Jesus von Nazareth mit seinem Aufruf: "Selig, die Frieden stiften ..."?

Der Psychoanalytiker, Schriftsteller, Theologe und suspendierte katholische Priester Eugen Drewermann geht in einem seiner zahlreichen Vorträge der Frage nach Frieden nach. Dazu gehört auch, wie die "Entschuldung" des Menschen in der Botschaft von Jesus die Strukturen des gegenwärtigen Geld- und Wirtschaftssystems verändern - und wie eine Pädagogik des Friedens für die Kinder aussehen könnte. "Durch Jesus von Nazareth haben Menschen die Hemmnisse ihres Lebens überwunden und gelernt, auf Gewalt mit Güte zu antworten, auf das Verbrechen mit Verstehen und auf Hass mit noch vermehrter Liebe."
Sendung zum Nachhören auf Ö1 >>

Montag, 26. Dezember 2011

FeierAbend: Coraggio - Habt Mut!

Am 25. Dezember vor genau 50 Jahren wurde von Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil einberufen. Eine neue Ära der römisch-katholischen Kirche sollte damit beginnen - eine Ära der Weltoffenheit, Dialogbereitschaft und Toleranz. Walter Kirchschläger - Sohn des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger - ist Theologe und lehrt heute an der Universität in Luzern. Das Zweite Vatikanische Konzil ist bis heute für ihn richtungsweisend und in einer Zeit, in der der Kirchenkurs wieder in Richtung "zurück hinters Konzil" zu gehen scheint, herausfordernd. Ein Porträt über den österreichischen Theologen, über seine Prägung durch seinen Vater, und über sein Festhalten an den Weichenstellungen des Zweiten Vatikanischen Konzils.
FeierAbend in der ORF TVthek >> 



Weihnachtliche Seligpreisungen

Selig, wer sich von der Ohnmacht
der Liebe Jesu in der Krippe und später
am Holz des Kreuzes mehr leiten lässt
als von allen anderen Machtansprüchen.

Selig, wer dem Wunder der Weihnacht mehr traut
als den Berechnungen, Statistiken,
Prognosen und Prophezeiungen unserer Zeit.

Selig, wer sich mehr vom Stern
des neu geborenen Königs leiten lässt
als von den geheimen Verlockungen
der Selbstbeweihräucherung.

(Paul Weismantel, Wache und warte! Abendlicher Adventkalender 2011, Kemmern 2011)

Sonntag, 25. Dezember 2011

Möge Gott neu in dir zur Welt kommen


Möge Gott neu in dir zur Welt kommen.

Möge Gottes Wort bei dir ankommen
            und in dir Hand und Fuß bekommen.

Möge Gottes Nähe dein Leben hell machen.

Möge aus Gottes Botschaft die Kraft entstehen,
            mehr und mehr Mensch zu werden.

Möge deine Liebe dich
            mit Gott und den Menschen verbinden.

Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten,
Herder-Verlag 2004, 33.