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Freitag, 18. August 2017
In Osnabrück und München dürfen auch Laien Pfarreien leiten
Zu wenig Priester-Nachwuchs
Laien an die Macht
Wie sollen die Bistümer auf den Priestermangel reagieren? Die meisten legen immer mehr Pfarreien zusammen, die dann von einem Priester geleitet werden. Viele sind damit unzufrieden. Neue Wege gehen nun zwei Diözesen: In Osnabrück und München dürfen künftig auch Laien Pfarreien leiten.
Von Michael Hollenbach (Quelle: Deutschlandfunk.de)
Das Bistum Osnabrück hat das Startsignal gegeben. In den kommenden Monaten sollen die ersten nicht-priesterlichen Pfarrbeauftragten die Leitung von Gemeindeverbünden übernehmen. Daniela Engelhard hat als Leiterin des Seelsorgeamtes das Konzept maßgeblich erarbeitet:
"In diesem neuen Modell, das das Kirchenrecht ermöglicht, gibt es einen Pfarrbeauftragten, der vor Ort die Leitung wahrnimmt in der Pfarreiengemeinschaft, und der auch die Dienstvorgesetzten-Rolle wahrnimmt für das Personal, aber er nimmt die Rolle wahr mit einem moderierenden Priester, der die Pfarrei begleitet."
Chefs innerhalb eines Teams - das können auch Frauen sein - sind dann Laien mit einer theologischen Ausbildung wie zum Beispiel Pastoralreferenten oder Gemeindereferenten. Im Prinzip sind sie dann auch die Vorgesetzten des Priesters.
"Es gibt aber Aufgaben im sakramentalen Bereich oder im gottesdienstlichen Bereich, die dem Priester vorbehalten sind", sagt Engelhard.
Bewährtes Modell aus Lateinamerika
Diese moderierenden Priester können pensionierte Pfarrer oder auch Schul- oder Klinikseelsorger sein, können in der Kirchenverwaltung arbeiten und müssen nicht in der Pfarrei wohnen. Möglich ist dieses Modell aufgrund eines Kirchengesetzes von 1983, dem Kanon 517,2. Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster:
"Dahinter stecken konkrete lateinamerikanische Kirchenerfahrungen. Derjenige, der als Kardinal für die Erstellung des Kodex zuständig war, hat aus Venezuela berichtet, dass dort Ordensfrauen und von Bischöfen betraute andere Seelsorge wahrnehmen, wo ein Priester nicht mehr hinkommt. Das habe sich bewährt. Und er hat es geschafft, Papst Johannes Paul II. zu überzeugen, trotz Widerstände in der Kurie diesen Kanon neu in das kirchliche Gesetzbuch aufzunehmen."
Mittlerweile gibt es weltweit 3.500 bis 4.000 Pfarreien, die von einem Laien geleitet werden. Die meisten davon in Lateinamerika, Afrika oder auch in Russland. Doch wegen des akuten Priestermangels müssen sich auch die Diözesen in Deutschland überlegen, welchen Weg sie beschreiten wollen:
"Es gibt zwei Antworten darauf: das eine war in den letzten zwei Jahrzehnten, das man einfach die Zahl der Pfarreien so angepasst hat auf die zukünftig leitungsfähigen Priester", sagt Schüller.
"Automatismus in Frage stellen"
Das bedeutet, dass die Pfarreien immer größer werden; ein Pfarrer für immer mehr Mitglieder zuständig ist. So hat beispielsweise das Erzbistum Hamburg die Anzahl von 174 Pfarreien vor 20 Jahren auf demnächst 28 sogenannte "pastorale Räume" reduziert. Dabei muss ein Pfarrer an der Spitze dieses Verbundes stehen. Einen ähnlichen Weg wie das Bistum Osnabrück beschreiten die Münchener.
"Das heißt konkret, dass wir hier im Erzbistum überlegen, in einer Erprobungsphase auch kollegiale Leitungsmodelle auszuprobieren, also wenn es keinen letztverantwortlichen Priester mehr gibt, dann ein kollegiales Leitungsteam aus Haupt- und Ehrenamtlichen zu bilden. Und damit dafür zu sorgen, dass Kirche vor Ort bleiben kann und wir nicht Strukturfragen immer mehr zum Problem der Gläubigen machen."
Robert Lappy ist im Erzbistum München zuständig für Strategie- und Organisationsentwicklung. Er betont, man wolle nicht noch mehr Pfarreien zusammenlegen. Darunter leide die Nähe zu den Menschen. Das Besondere an dem Münchener Modell: Man verzichtet auf der Ebene des Pfarreiverbundes auf eine einzelne Leitungsperson:
Wir sagen jetzt: Wir wollen erproben, ob es nicht auch möglich ist, dass ein Team kollegial gemeinsam Leitungsverantwortung wahrnimmt, ohne dass es in diesem Team einen Letztverantwortlichen gibt", sagt Lappy.
Diese Entwicklung sei natürlich auch dem Priestermangel geschuldet, räumt Robert Lappy ein. Allerdings: "Es ist auch ein Wechsel in der Sichtweise darauf, welche Kirchenbilder haben wir, welche Leitungsbilder haben wir, und bisher haben wir diese sehr deutliche Zuspitzung zu sagen: Leiten tun Priester. Und das ist so ein Automatismus. De facto muss man diesen Automatismus in Frage stellen."
Gemischte Reaktionen
Ab Herbst will man in einer dreijährigen Erprobungsphase nun mit dem neuen Modell Erfahrungen sammeln. Nicht alle Priester sind begeistert von dem neuen Konzept:
"Das gibt von zustimmenden Reaktionen bis zu sehr skeptischen reservierten und ablehnenden, erlebe ich da alles. Kann man ganz offen sagen, dass wir damit auch ein gängiges Priesterbild in die Diskussion bringen", so Lappy.
Wie den Münchener legen auch die Osnabrückern besonderen Wert darauf, die Zahl der bislang fusionierten 70 Pfarreien nicht weiter zu reduzieren, betont die Leiterin des Seelsorgeamtes Daniela Engelhard:
"Es ist uns wichtig, dass wir nahe bei den Menschen bleiben, und das geht unserer Einschätzung nach nur in überschaubaren Räumen. Wir wollen, dass auch Seelsorge weiter möglich ist nahe bei den Menschen, dass Seelsorger auch in einen guten Kontakt zu den Menschen vor Ort stehen können, und in sehr großen Einheiten besteht die Gefahr, dass die Seelsorge sich in der Anonymität auflöst."
Schon in den 90er-Jahren gab es in einigen deutschen Bistümern Ansätze, zumindest auf Gemeindeebene, Laien die Leitung zu übertragen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hat die Erfahrungen im Bistum Limburg wissenschaftlich ausgewertet und Gemeindemitglieder befragt:
"Ein Satz, der mir sehr einprägsam war: Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich seelsorglichen Beistand brauche und ein Licht im Pfarrhaus brennt."
"Alle Gläubigen sind gefordert, dass Kirche weiterlebt"
Insgesamt sei die Praxis der Gemeindeleitung durch Laien auf eine hohe Akzeptanz gestoßen. Doch dieser Prozess ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten wieder zurückgedrängt worden. Fast alle Bistümer haben auf die Zusammenlegung von Pfarreien gesetzt. In Osnabrück geht man nun aber einen Schritt weiter als in den 90er-Jahren. Nicht nur die Gemeinde, sondern ganze Pfarreigemeinschaften mit bis zu 8.000 Gemeindemitgliedern und zahlreichen Mitarbeitenden sollen künftig von Laien geleitet werden.
"Das ist ein weiterer Meilenstein, der auch Rollenveränderungen mit sich bringt und auch für Gemeinden eine Umstellung erfordert", sagt Daniela Engelhard.
Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller erwartet, dass das Osnabrücker Modell auch in anderen Bistümern Nachahmung finden wird. Denn bei der Ausdehnung der Pfarreien sei die Schmerzgrenze längst erreicht:
"Die Bischöfe haben in dem Papier 'Gemeinsam Kirche sein' schon deutlich signalisiert: Die Zeit, dass man sich allein auf Kleriker bezieht, die Zeiten sind endgültig vorbei. Alle Gläubigen sind gefordert, dass Kirche weiterlebt. Da liegt ein Paradigmenwechsel vor."
Salzburger Pastoralrat: Laien sollen Pfarren leiten
„Grünes Licht für die Einführung von ehrenamtlichen Seelsorgeteams für die Leitung von Pfarrgemeinden“ hat der Pastoralrat der Erzdiözese Salzburg gegeben. Der Beschluss wurde am Wochenende einstimmig gefasst.
Religion.orf.at vom 18.3.2013
Priestermangel: 100 Pfarren werden von Laien geleitet
LINZ. Das hohe Durchschnittsalter der Priester von 65 Jahren und der Mangel an Pfarrern zwingen die Diözese Linz zu neuen Wegen in der Seelsorge.
OÖN.at vom 25.3.2015
Donnerstag, 29. Oktober 2015
Bistum Köln: Verwaltungsleiter entlastet die Pfarrer der Großpfarrei Langenfeld
Pfarrer steht jetzt ein Manager zur Seite
Die katholische Kirchengemeinde St. Josef und Martin hat jetzt einen Verwaltungsleiter: Carsten Gaede (52) entlastet die Pfarrer von Büroarbeit, so dass sie mehr Freiräume für die Seelsorge haben. Damit gehört die Langenfelder Großpfarrei zu 15 Pilotgemeinden im Erzbistum Köln, in denen dieses neue Modell erprobt und ab Herbst 2016 womöglich in weiteren Seelsorgebereichen eingeführt wird. Generalvikar Dr. Dominik Meiering verweist auf eine Umfrage unter leitenden Pfarrern, die jede Woche rund 25 Stunden für organisatorische Aufgaben aufwenden. "Das ist ein vielfältiges Spektrum", bestätigt Gaede nach seinen ersten Arbeitstagen in Langenfeld.
Weiterlesen auf RP-Online >>
Der Verwaltungsleiter der Kirchengemeinde, Carsten Gaede, stellt sich vor
Homepage von St. Josef und Martin >>
Pastoralteam von Langenfeld >>
Die katholische Kirchengemeinde St. Josef und Martin hat jetzt einen Verwaltungsleiter: Carsten Gaede (52) entlastet die Pfarrer von Büroarbeit, so dass sie mehr Freiräume für die Seelsorge haben. Damit gehört die Langenfelder Großpfarrei zu 15 Pilotgemeinden im Erzbistum Köln, in denen dieses neue Modell erprobt und ab Herbst 2016 womöglich in weiteren Seelsorgebereichen eingeführt wird. Generalvikar Dr. Dominik Meiering verweist auf eine Umfrage unter leitenden Pfarrern, die jede Woche rund 25 Stunden für organisatorische Aufgaben aufwenden. "Das ist ein vielfältiges Spektrum", bestätigt Gaede nach seinen ersten Arbeitstagen in Langenfeld.
Weiterlesen auf RP-Online >>
Der Verwaltungsleiter der Kirchengemeinde, Carsten Gaede, stellt sich vor
Homepage von St. Josef und Martin >>
Pastoralteam von Langenfeld >>
Montag, 31. August 2015
Duisburg: Katholische Kirchengemeinde verzichtet auf Pfarrer
Die katholische Kirchengemeinde St. Barbara in Duisburg wird sich mit Erlaubnis des Essener Bischofs künftig selbst verwalten - ohne eigenen Priester. So soll die Kirche eine Zukunft haben, obwohl sie eigentlich vor der Schließung stand.
In Duisburg beschreitet eine katholische Kirchengemeinde Neuland: In Zukunft verwalten sich die knapp 3000 Mitglieder von St. Barbara mit Genehmigung des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck selbst. Die eigentlich zum Abriss vorgesehene Kirche wird auch keinen eigenen Pfarrer mehr haben.
Gottesdienste, Kinder-, Frauen-, Küster- und Seniorenarbeit übernehmen Ehrenamtliche, finanziert wird die Gemeinde durch Spenden. Als "Konzept für eine ortsbezogene Weiterentwicklung der Kirche", so Overbeck, könnte das Projekt Schule machen.
Auf der Webseite des Fördervereins der Gemeinde heißt es zu dem Konzept, man wolle "das religiöse, karitative, gesellschaftliche und kulturelle Leben der Gemeinde auch ohne die bisher vertrauten Strukturen und Institutionen nach der Fusion erhalten".
Quelle: Spiegel-Online >>
St. Barbara ist gerettet
Nach dem Vorbild von Poitiers hat Duisburger Kirche in Laienregie Bestand
Duisburg. „Wir hoffen, dass unser Pilotprojekt zur Seelsorge rund um die eigentlich zur Schließung vorgesehene Barbarakirche wirklich angenommen wird.“ Es sind zwei Frauen, selbstbewusste kfd-Aktive, die für viele in der fast 3000 Katholiken zählenden früheren Barbarapfarrei, Röttgersbach, sprechen. Am Revers tragen sie beim Oktoberfest im Gemeindezentrum in Duisburgs Norden Buttons: „Frauen.Macht.Zukunft“. Doch Christa Wegner und ihre Kollegin Elisabeth Jakubowski (75) vom kfd-Führungsteam sind alles andere als Rebellinnen. Mit ihrer kfd sind sie an diesem Samstag dem 160 Mitglieder starken Förderverein St. Barbara beigetreten, der jetzt von zusätzlich 90 Mitgliedern unterstützt wird.
Die Frauen, der Förderverein St. Barbara und der Gemeinderat treiben in der nur noch bis 2015 bestehenden alten Barbara-Gemeinde voran, was im Bistum Essen einzigartig ist und erst in der Folge von heftigsten Protesten gegen Kirchenschließungen im Norden der Stadt (Januar 2012) entstand: das nach dem Vorbild der französischen Kirche von Poitiers als „Vier-Säulen-Modell“ entwickelte Pastoralkonzept für die Sicherung des Lebens in St. Barbara. Zum Oktoberfest des Fördervereins bestätigte auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck das Konzept in einem Brief an alle Katholiken von St. Barbara.
Die Konsequenzen: St. Barbara kann in Laienregie und ohne den Zufluss von Bistumsmitteln Bestand haben. In der Pastoral des Vier-Säulen-Modells sollen Nicht-Geweihte entscheidende Verantwortung für die Säulen Liturgie, Diakonie, Verkündigung und Gemeinschaft (Koinonia) tragen. In der Konsequenz solcher Laien-Verantwortung wird es wohl ab 2016 in St. Barbara keinen letztverantwortlichen Priester mehr geben. Für Messen und die Sakramentenspendung werden andere Geistliche an die Fahrner Straße kommen. Wortgottesdienste, Seelsorge, Caritas- und Weltkirchenarbeit sowie Frauen-, Senioren- oder Kinderpastoral tragen die Laien selbst.
Am Rand des Oktoberfestes erklärten Ute Straterhoff (Gemeinderat), Angelika Hoffmann (Förderverein) und der seit 2008 in Fahrn aktive Seelsorger Pastor Thomas Pulger (44) vieles über die seit dem „Protestjahr“ 2012 am Runden Tisch der drei Gemeinschaften und Gremien entwickelte Arbeit in St. Barbara im Kontext der Pfarrei St. Norbert. „Zu den vier Säulen“, sagt Hoffmann, „ist in St. Barbara eine fünfte notwendig, die „wirtschaftliche Sicherung der Pastoral“. Und Pulger sowie Stratmann berichten, dass Teams von jeweils fünf ehrenamtlich tätigen Laien ab sofort und nach dem Projektstart 2015/16 für die Arbeit an jeder der fünf Säulen gerade stehen.
Weiterlesen auf Neues Ruhr-Wort >>
In Duisburg beschreitet eine katholische Kirchengemeinde Neuland: In Zukunft verwalten sich die knapp 3000 Mitglieder von St. Barbara mit Genehmigung des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck selbst. Die eigentlich zum Abriss vorgesehene Kirche wird auch keinen eigenen Pfarrer mehr haben.
Gottesdienste, Kinder-, Frauen-, Küster- und Seniorenarbeit übernehmen Ehrenamtliche, finanziert wird die Gemeinde durch Spenden. Als "Konzept für eine ortsbezogene Weiterentwicklung der Kirche", so Overbeck, könnte das Projekt Schule machen.
Auf der Webseite des Fördervereins der Gemeinde heißt es zu dem Konzept, man wolle "das religiöse, karitative, gesellschaftliche und kulturelle Leben der Gemeinde auch ohne die bisher vertrauten Strukturen und Institutionen nach der Fusion erhalten".
Quelle: Spiegel-Online >>
St. Barbara ist gerettet
Nach dem Vorbild von Poitiers hat Duisburger Kirche in Laienregie Bestand
Duisburg. „Wir hoffen, dass unser Pilotprojekt zur Seelsorge rund um die eigentlich zur Schließung vorgesehene Barbarakirche wirklich angenommen wird.“ Es sind zwei Frauen, selbstbewusste kfd-Aktive, die für viele in der fast 3000 Katholiken zählenden früheren Barbarapfarrei, Röttgersbach, sprechen. Am Revers tragen sie beim Oktoberfest im Gemeindezentrum in Duisburgs Norden Buttons: „Frauen.Macht.Zukunft“. Doch Christa Wegner und ihre Kollegin Elisabeth Jakubowski (75) vom kfd-Führungsteam sind alles andere als Rebellinnen. Mit ihrer kfd sind sie an diesem Samstag dem 160 Mitglieder starken Förderverein St. Barbara beigetreten, der jetzt von zusätzlich 90 Mitgliedern unterstützt wird.
Die Frauen, der Förderverein St. Barbara und der Gemeinderat treiben in der nur noch bis 2015 bestehenden alten Barbara-Gemeinde voran, was im Bistum Essen einzigartig ist und erst in der Folge von heftigsten Protesten gegen Kirchenschließungen im Norden der Stadt (Januar 2012) entstand: das nach dem Vorbild der französischen Kirche von Poitiers als „Vier-Säulen-Modell“ entwickelte Pastoralkonzept für die Sicherung des Lebens in St. Barbara. Zum Oktoberfest des Fördervereins bestätigte auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck das Konzept in einem Brief an alle Katholiken von St. Barbara.
Die Konsequenzen: St. Barbara kann in Laienregie und ohne den Zufluss von Bistumsmitteln Bestand haben. In der Pastoral des Vier-Säulen-Modells sollen Nicht-Geweihte entscheidende Verantwortung für die Säulen Liturgie, Diakonie, Verkündigung und Gemeinschaft (Koinonia) tragen. In der Konsequenz solcher Laien-Verantwortung wird es wohl ab 2016 in St. Barbara keinen letztverantwortlichen Priester mehr geben. Für Messen und die Sakramentenspendung werden andere Geistliche an die Fahrner Straße kommen. Wortgottesdienste, Seelsorge, Caritas- und Weltkirchenarbeit sowie Frauen-, Senioren- oder Kinderpastoral tragen die Laien selbst.
Am Rand des Oktoberfestes erklärten Ute Straterhoff (Gemeinderat), Angelika Hoffmann (Förderverein) und der seit 2008 in Fahrn aktive Seelsorger Pastor Thomas Pulger (44) vieles über die seit dem „Protestjahr“ 2012 am Runden Tisch der drei Gemeinschaften und Gremien entwickelte Arbeit in St. Barbara im Kontext der Pfarrei St. Norbert. „Zu den vier Säulen“, sagt Hoffmann, „ist in St. Barbara eine fünfte notwendig, die „wirtschaftliche Sicherung der Pastoral“. Und Pulger sowie Stratmann berichten, dass Teams von jeweils fünf ehrenamtlich tätigen Laien ab sofort und nach dem Projektstart 2015/16 für die Arbeit an jeder der fünf Säulen gerade stehen.
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Donnerstag, 5. März 2015
Team der österreichischen "Pastoralinnovation" ging auf Erkundung nach Amerika
Innovative Pfarren in USA: Viele aktiven Laien, klare Optionen
Team der österreichischen "Pastoralinnovation" ging auf Erkundung nach Amerika -
Prioritäten, Leadership und "Fehlerfreundlichkeit" zeichnen die vitalen Pfarren aus
Washington-Wien, 27.02.2015 (KAP) Viele Diözesen in den USA reagieren auf den steigenden Priestermangel mit Pfarrzusammenlegungen und einer stärkeren Einbindung der Laien, und sie haben damit Erfolg. Die Initiative "Pastoralinnovation" hat deshalb im Februar ein Seminar in Washington und Baltimore veranstaltet, um Modellpfarren zu besuchen und für die österreichische Pastoral zu lernen. Die Theologengruppe wählte gut funktionierende Pfarren aus und erlebte dort ein starkes Engagement nicht nur eines kleinen Kreises, sondern einer großen Zahl von Laien.
"In innovativen Prozessen in Pfarren ist Fehlerfreundlichkeit unabdingbar", sagte die Linzer Pastoraltheologin Hildegard Wustmans im "Kathpress"-Gespräch. Im Rahmen eines Innovationsseminars besuchte sie gesunde und wachsende Pfarren im Großraum der Hauptstadt Washington. Bei innovativen Prozessen in der Kirche sei das hauptamtliche Personal besonders gefordert, so Wustmans, denn Leadership im christlichen Sinn bedeute Dienen: "Diese Person verkörpert einen Inhalt. Sie redet nicht nur darüber, sondern handelt danach."
Da keine Pfarre alles abdecken kann, sei eine "klare Option" für ein limitiertes Angebot entscheidend. Pastoraltheologin Wustmans nannte "Jugendliche, junge Familien oder Migranten" als mögliche Optionen.
Die Pfarre "Of the Nativity" in Baltimore, die von der Seminargruppe besucht wurde, entschied sich in einem Strategieprozess für "de-churched people", das sind Menschen, die sich von der Kirche entfremdet haben. Multikulturalität wählte die "Saint Camillus" in Silver Spring als ihren Schwerpunkt. Die Pfarre wird von vier Franziskanern aus drei Kontinenten betreut. Zu ihnen kommen Menschen aus 100 verschiedenen Ländern, sie feiern neben den Messen in Englisch, Spanisch und Französisch auch gemeinsame "Multikulti"-Sonntagsgottesdienste. "Klare Optionen" sind wichtig, so Wustmans, obgleich sie "etwas abverlangen, nicht einfach sind und manchmal auch wehtun."
In allen besuchten Pfarren erlebte die Pastoraltheologin qualitätsvolle Gottesdienste, die die Menschen "ansprechen und berühren". Besonderen Wert legten die Pfarrverantwortlichen auf die Musik, die Predigt und Kinderwortgottesdienste.
Weiterlesen auf Kathpress >>
Die Pfarrei der Zukunft liegt in den USA
Bistümer in den USA reagieren auf den steigenden Priestermangel mit Pfarrei-Zusammenlegungen und einer stärkeren Einbindung der Laien – und sie haben damit Erfolg. Das sieht jedenfalls die österreichische Initiative „Pastoralinnovation“ so.
Radio Vatikan >>
Hintergrund:
Innovations-Programm für Pfarren und Pfarrverbände
Viele sind begeistert von Papst Franziskus. Mit dem Innovationsprogramm (= I-Programm) sollen seine Impulse für eine lebendige und lebensnahe Kirche konkret umgesetzt werden. Das I-Programm richtet sich an Pfarren, die mit Problemen kämpfen und dagegen etwas unternehmen wollen, oder auch an Pfarren, die Ideen für neue Projekte haben, aber nicht sicher sind, ob sie diese ohne Hilfe erfolgreich umsetzen können.
Initiiert wurde das I-Programm von Dr. Georg Plank, der 25 Jahre lang in der Diözese Graz-Seckau viele innovative Projekte umgesetzt hat und nun mit PASTORALINNOVATION überregional zur Verfügung steht.
Das Pastoralamt der Erzdiözese Wien empfiehlt die Teilnahme an diesem Programm.
Nähere Details finden Sie unter www.pastoralinnovation.at oder Blogportal
Aktualisierung:
Die Diözese Eisenstadt war auf diesem Innovations-Semiar in Washington und Baltimore mit Mag. Lic. Norbert FILIPITSCH MAS., Stadtpfarrer in Jennersdorf, vertreten. Ein Beitrag darüber ist im martinus vom 8. März >> zu lesen.
Viele sind begeistert von Papst Franziskus. Mit dem Innovationsprogramm (= I-Programm) sollen seine Impulse für eine lebendige und lebensnahe Kirche konkret umgesetzt werden. Das I-Programm richtet sich an Pfarren, die mit Problemen kämpfen und dagegen etwas unternehmen wollen, oder auch an Pfarren, die Ideen für neue Projekte haben, aber nicht sicher sind, ob sie diese ohne Hilfe erfolgreich umsetzen können.
Das Pastoralamt der Erzdiözese Wien empfiehlt die Teilnahme an diesem Programm.
Nähere Details finden Sie unter www.pastoralinnovation.at oder Blogportal
Aktualisierung:
Die Diözese Eisenstadt war auf diesem Innovations-Semiar in Washington und Baltimore mit Mag. Lic. Norbert FILIPITSCH MAS., Stadtpfarrer in Jennersdorf, vertreten. Ein Beitrag darüber ist im martinus vom 8. März >> zu lesen.
Focus Amerika
Großes Interesse fand die Frage: "Was können wir von amerikanischen Kirchen lernen?" Ca. 50 "Neugierige" sind gekommen als Pfarrer Norbert von seiner Studienreise in die USA (im Feber 2015) lebendig und informativ berichtete.
Stadtpfarre Jennersdorf vom 23. April 2015 >>
Freitag, 21. November 2014
"Seelsorge-Beispiel" für den Neuen Pastoralen Weg der Seelsorgeräume?
Die jüngste Personalnachricht der Diözese gibt mir zu denken: welcher pastorale Weg wird hier gegangen?
In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde der hochw. Herr
Léon Variamanana, Priester der Erzdiözese Variamanana, Madagaskar, und zum Aushilfspriester in der Pfarre Lockenhaus sowie der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. mit Sitz in Lockenhaus ernannt. (14. November 2014)
Ein Priester wird zur Aushilfe - sprich: zum Messlesen - ernannt; innerhalb zweier Dekanate, entlang der Güns, im Tauchental und im Pinkatal!
1. Wie soll der arme Kerl das bewerkstelligen?
2. Wem dient er damit? Wie erleben die Gläubigen hierbei "Seelsorge" und Eucharistiefeier?
Vorstellung von Leon Variamanana 2010 im Ruster Pfarrblatt.
Personalnachrichten
18. November 2014
Diözese Eisenstadt
In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde der hochw. Herr
Léon Variamanana, Priester der Erzdiözese Variamanana, Madagaskar, und zum Aushilfspriester in der Pfarre Lockenhaus sowie der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. mit Sitz in Lockenhaus ernannt. (14. November 2014)
Ein Priester wird zur Aushilfe - sprich: zum Messlesen - ernannt; innerhalb zweier Dekanate, entlang der Güns, im Tauchental und im Pinkatal!
1. Wie soll der arme Kerl das bewerkstelligen?
2. Wem dient er damit? Wie erleben die Gläubigen hierbei "Seelsorge" und Eucharistiefeier?
Vorstellung von Leon Variamanana 2010 im Ruster Pfarrblatt.
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Personalveränderung,
Seelsorgeraum
Mittwoch, 24. September 2014
Offener Brief: Gemeinden vor Ort lebendig erhalten
In einem offenen Brief an alle Verantwortlichen in der Kirche berichten Erhard Heimburger und Franz Meister, zwei pensionierte Pfarrer aus dem deutschen Bistum Limburg, über ihre Erfahrungen in den neu gebildeten Großpfarreien. Sie setzen sich für Nähe und Gemeinschaft ein, als zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige Kirche.
Bitte, gebt den Brief weiter, sprecht darüber und vernetzt Euch!
Danke!
Offener Brief an alle Verantwortlichen in der Kirche
Gemeinden am Ort lebendig erhalten
In vielen Bezirken des Bistums Limburg wurden durch die Gründung von XXL-Pfarreien vollendete Tatsachen geschaffen. In Wiesbaden gibt es nur noch drei Pfarreien, Mitte, West und Ost, aus bisher 20 Pfarrgemeinden. Als Pensionäre erleben wir die Schwierigkeiten und Nöte, die sich für viele Gläubigen daraus ergeben. Wie kann Kirche vor Ort lebendig bleiben oder noch lebendiger werden und der Glaube mit Freude gelebt werden? Diese Frage treibt uns um. Darum schreiben wir diesen Brief.
1. Die Situation ist gekennzeichnet durch fehlende Nähe; viele sagen „Ich fühle mich wie verloren“, „Ich bin heimatlos geworden.“ Wenn Generalvikar Wolfgang Rösch beim Gründungsgottesdienst einer Großpfarrei mit 13.000 Katholiken aus bisher 11 selbständigen Pfarreien, den Gläubigen in der Predigt zuruft „Ihr seid jetzt eine Großfamilie“, wird der vom Bischof verordneten Zusammenlegung ein freundlicher Anstrich verpasst, der aber nicht der Realität entspricht. Vielmehr geht der Kontakt zwischen den Menschen verloren.
Die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter/innen sind nur noch zu einem geringen Anteil ihres Dienstumfangs als Bezugsperson für einen so genannten „Kirchort“ eingesetzt, zum wesentlich größeren Teil aber für kategoriale (übergemeindliche) Aufgaben in der Großpfarrei. Die Kommunikation untereinander und mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen in den Gremien und Gruppen verschlingt mehr Zeit als bisher. Immer wieder geschehen zur Zeit Pannen bei der Absprache, z.B. für einen Gottesdienst erscheinen einmal 2 Priester, einmal keiner. Pfarrbeauftragten, die bisher in und für eine Gemeinde voll verantwortlich arbeiteten, bekamen diesen Dienstauftrag entzogen. Dafür hat der eine Pfarrer der Großpfarrei alle Leitungsgewalt erhalten, anstatt den Dienst der Leitung auf mehrere Schultern zu legen und an Laien Leitungsaufgaben zu delegieren. Die Priester werden zu Dauer-reisenden mit immer weniger Augenmerk für die Menschen mit ihren Anliegen und Sorgen. Für den Kern der priesterlichen Aufgabe, die Seelsorge, bleibt kaum mehr Zeit.
Verhängnisvoll ist die in der Regel unnötigesonntägliche Rotation der Priester von „Kirchort“ zu „Kirchort“. Der Priester kann so nicht auf die konkrete Situation vor Ort eingehen, eine eingehende Absprache mit Organisten, Lektoren und Gemeindevertretern ist oft nicht möglich, der Gottesdienst erscheint nicht mehr auf die Gemeinde bezogen, nicht mehr aus einem Guss. Immer mehr Gemeindemitglieder verlassen enttäuscht ihre frühere Gemeinde, weil sie sich nicht mehr angesprochen fühlen. Für die Priester selbst ist das alles eine Zerreißprobe, die sie auf Dauer krank macht. Für die Laien, die pastoralen Mitarbeiter/innen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, ist die Situation unbefriedigend, weil sie in ihren Möglichkeiten gedeckelt werden.
2. Hinter der Zusammenlegung und Auflösung von gewachsenen Pfarreien, die oft eine 1000-jährige Geschichte aufweisen können und für die oft viele Generationen ihre ganze Kraft eingesetzt haben, verbirgt sich ein überholtes klerikales Kirchenbild, das vom 2. Vatikanischen Konzil überwunden und durch ein biblisch geprägtes Kirchenbild auf seine Ursprünge zurückgeführt worden ist. Kirche ist Volk Gottes und Gemeinschaft (2.Vatikanisches Konzil, Kirchenkonstitution, Art.7/9/10). Jeder und jede, die an Jesus Christus glauben und getauft worden sind, haben aufgrund ihrer Taufe Anteil an der Sendung Jesu, an seinem priesterlichen, prophetischen und königlichem Amt (1 Petr 2,9-10). Es gilt eine fundamentale Gleichheit aller Getauften, Männer und Frauen, aller sozialen Schichten, aller Völker und Stämme (Gal 3,26-28). Bei der Taufe eines kleinen Mädchens in St. Mauritius Wiesbaden hat kürzlich ein Priester dies sehr schön bei der Salbung mit Chrisam zum Ausdruck gebracht: „Ich salbe dich zur Priesterin, Prophetin und Königin.“ Diakone, Priester, Bischöfe, wie auch der Papst haben besondere Dienstämter in der Kirche, aber als Getaufte sind sie gleich mit allen Getauften.
Die Menschen haben Hunger nach dem „Brot des Lebens“, auch wenn dieser Hunger oft verdrängt wird. Die Gläubigen sehnen sich nach Spiritualität und gemeinsamem christlichem Leben. Hat eine Großpfarrei noch eine Gemeinschaft stiftende Kraft über den engen Kreis der Getreuesten hinaus, in der Nachbarschaft, im Wohnviertel, im Ortsteil? Schließen wir uns mit unseren christlichen Nachbargemeinden in der Ökumene für diese Aufgabe zusammen? Oder verbrauchen wir unsere ganz Kraft mit der Aufrechterhaltung unserer innerkirchlichen Strukturen? Schließlich sind die Kirche, die Pfarrei, die Ortsgemeinde nicht für sich selbst da sondern haben einen Dienstauftrag für die Menschen am Ort.
3. Konkrete Forderungen:
· Das unselige sonntägliche Rotationsprinzip für die Priester, von „Kirchort“ zu „Kirchort“ zu eilen, aufgeben.
· An allen „Kirchorten“ feste und stabile Gottesdienstzeiten das ganze Jahr hindurch durchhalten; wenn kein Priester zur Verfügung steht, soll ein von Laien (hauptamtlich oder ehrenamtlich) geleiteter Wortgottesdienst mit Kommunionausteilungstattfinden. Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Gemeinde am Ort sich Sonntag für Sonntag zum Gottesdienst versammelt und ihre Gemeinschaft im Glauben feiert.
· Einer festen hauptamtlichen Bezugsperson für die Gemeinde am Ort genügend Dienstzeit einräumen und Vollmachten für diesen Auftrag übertragen, als erste Anlaufstelle für alle seelsorgerischen Anliegen der Menschen am Ort. Darauf hinarbeiten, dass auch Ehrenamtliche diesen Dienst wahrnehmen können, wenn nicht mehr genügend pastorale Mitarbeiter/innen zur Verfügung stehen.
· Das Statut des/der Pfarrbeauftragten für die Gemeinden am Ort im Bistum wieder einrichten. Auch jetzt schon kann der Pfarrer mehr Vollmachten an geeignete Laien abgeben.
· Wesentlich mehr Bürozeiten an den „Kirchorten“ zur Verfügung stellen und entsprechend am Zentralort reduzieren.
· Die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Gremien, Ausschüssen und Gruppen der aufgelösten Pfarreien, die ihr Mandat bzw. ihre Aufgabe verloren haben, für die Gemeindearbeit in den „Kirchorten“ gewinnen und ihnen die entsprechenden Vollmachten übertragen.
· Die Ortsausschüsse durch Wahl von allen Wahlberechtigten am „Kirchort“ legitimieren; den Ortsausschüssen Kompetenzen für den „Kirchort“ übertragen und klar definieren, damit alles, was auf dieser Ebene entschieden und geleistet werden kann, auch dort verantwortlich durchgeführt wird (Subsidiaritätsprinzip). Die Namen und Kontaktdaten der Mitglieder der Ortsausschüsse, des zentralen Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates veröffentlichen, damit sie auch für Gemeindemitglieder erreichbar sind.
· Die Entscheidungen des gewählten Ortausschusses, wie des zentralen Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates sind zuveröffentlichen. Bei allen wichtigen pastoralen Entscheidungen wie z.B. einem neuen Pastoralkonzept oder dem Umbau von Kirchen und Gemeindehäusern oder deren Umwidmung oder der Schließung einer Kindertagesstätte u. ä., ist vorweg in einem Gesprächsprozess die Gemeinde am Ort einzubeziehen. Es geht nicht an, diese nach geheim gehaltener Sitzung nachträglich nur zu informieren. Die Protokolle des Pfarrgemeinderates und der Ortsausschüsse sind zu veröffentlichen.
· Gemeinde am Ort hat auch einen sozialen Auftrag für die Menschen, z. B. in der offenen Jugendarbeit oder mit der Einrichtung einer Kindertagesstätte u.ä.; ihr Ziel ist es nicht, neue Gemeindemitglieder zu rekrutieren sondern denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Hierzu ist die Zusammenarbeit mit den evangelischen oder anderen christlichen Nachbargemeinden, den Ortsbeiräten und Vereinsringen erforderlich.
· Dorthin gehen und präsent sein, wo die Menschen sich treffen, wo sie arbeiten, Sport treiben, jubeln, demonstrieren und wo sie feiern; das ist in der Regel nur von einer Gemeinde am Ort aus möglich.
· Das hier für die Gemeinden am Ort, den so genannten „Kirchorten“ Geforderte, sollte sinngemäß auch für den Leitungsstil der Bistumsleitung maßgebend sein.
4. Wir plädieren nicht dafür, die erfolgten Zusammenlegungen unter allen Umständen rückgängig zu machen, obwohl wir davon überzeugt sind, dass es andere zukunftsfähigere Lösungen gibt. Wir halten allerdings dort, wo noch keine Zusammenlegung erfolgt ist, ein Moratorium angezeigt, bis ein neuer Bischof im Amt ist und mit ihm über die Zukunft dieser Pfarreien gesprochen werden kann und eventuell ein Alternativmodell entwickelt wird.
Unser Anliegen ist es, die Ortsgemeinden zu stärken, damit sie ihrem kirchlichen Grundauftrag, den Glauben zu feiern, zu bezeugen und in konkreter Nächstenliebe zu leben, verwirklichen können. Die Gemeinschaft der Gläubigen am Ort muss erfahrbar bleiben. Dann wird die gefühlte Nähe zur Kirche nicht verloren gehen.
Sicher ist, dass die allein von der Hierarchie und den Klerikern geprägte Kirche keine Zukunft hat. Alle Getauften tragen Verantwortung für den Aufbau der Kirche und ihrem Auftrag an den Menschen. Wie aber die Zukunft der Kirche aussehen wird ist offen. Vertrauen wir uns der Führung des Heiligen Geistes an, den uns der Herr zugesagt hat und der mit uns vielleicht noch unbekannte Wege gehen möchte.
Wiesbaden, am Fest Kreuzerhöhung, 14. September 2014
Erhard Heimburger und Franz Meister, Pfr. i. R.
Viele der Aussagen in diesem Brief von zwei Pfarrern von Wiesbaden (Bistum Limburg) treffen wohl auch auf unsere Diözese zu.
Hintergrund:
Pfarrer Erhard Heimburger: Goldenes Priesterjubiläum
Pfarrei St. Peter und Paul >>
Homepage von Erhard Heimburger >>
Freitag, 27. Juni 2014
Priestermangel: Laien leiten Gemeinden im Bistum Osnabrück
Bistum Osnabrück startet Modellversuch
Priestermangel: Laien sollen Gemeinden leiten
Das katholische Bistum Osnabrück will Ehrenamtliche an der Leitung von Kirchengemeinden beteiligen: Von Juli an sollen Laien drei Gemeinden im nördlichen Landkreis Osnabrück – Berge, Hollenstede und Schwagstorf – ehrenamtlich führen. Wegen des Priestermangels haben diese Gemeinden keinen eigenen Pfarrer mehr, sagte die Leiterin des Seelsorgeamtes der Diözese, Daniela Engelhard.
Die Kirchengemeinden sind Teil einer Pfarreiengemeinschaft mit derzeit noch drei Priestern. Die Mitglieder des sogenannten Gemeindeteams werden auf Vorschlag des Pfarrgemeinderats vom Bischof berufen. "Die Ehrenamtlichen sollen die Gesichter der Gemeinde vor Ort sein", sagte Engelhard. Sie seien die ersten Ansprechpartner für die Anliegen der Gläubigen.
Mit dem Modellversuch reagiert das Bistum auf die zurückgehenden Priesterzahlen und größer werdenden Gemeindestrukturen. Vergleichbare Vorhaben gibt es bereits in anderen Diözesen, etwa im benachbarten Hildesheim. Dort habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, heißt es von der Kirche.
Welt.de >>
Für die Zukunft aufgestellt - der Perspektivplan 2015
Bistum Osnabrück >>
Im Erzbistum Berlin regt sich Kritik gegen die Pfarrzusammenlegungen:
Erzbistum weist Kritik an Reform zurück
Das Erzbistum Berlin hat mit Verwunderung auf den erneuten Vorstoß von Kritikern der Diözesanreform reagiert. Generalvikar Tobias Przytarski habe bereits in Briefen an alle 2.800 Unterzeichner einer Petition Missverständnisse klargestellt, sagte Bistumssprecher Stefan Förner am Mittwoch auf Anfrage.
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Petition an Kardinal Woelki auf der Homepage der Pfarre St-Laurentius (weiter unten suchen!!)
- Die jetzigen Pfarreien sollen bestehen bleiben und „Pfarreiengemeinschaften“ bilden.
- An Sonntagen soll es „Wortgottesdienste mit Kommunionspendung unter Leitung von Diakonen oder dazu beauftragten Laien“ geben.
- „Wir wünschen uns einen synodalen Prozess“.
Antwort von Generalvikar Prälat Tobias Przytarski auf die Themen der Petition auf der Homepage des Erzbistums Berlin
Diözese Eisenstadt im Jänner 2010: Bei der Bildung der Seelsorgeräume soll der Laie in den Vordergrund rücken
Der Probegalopp
Der erste Seelsorgeraum (Krensdorf, Pöttsching, Bad Sauerbrunn und Neudörfl) ist Realität. Vor allem der Laie soll dabei in den Vordergrund rücken.
Quelle: martinus vom 10. Jänner 2010
Mittwoch, 4. Dezember 2013
"Seelsorgeräume”: Auf dem Weg zur Friedhofsruhe
Pfarrer Roland Breitenbrach schreibt auf der Pfarrhomepage der Gemeinde “St. Michael” (Deutschland) vor kurzem folgendes zum Thema “Seelsorgeräume”:
Der wichtigste Satz zuerst: Von der Zusammenlegung der Pfarreien hält er gar nichts. Allerdings ist es ein Franzose, der ausspricht, worunter die Katholiken auch in Deutschland leiden.
Albert Rouet, seit 2011 emeritierter Bischof von Poitiers, wird noch deutlicher: „Nur eine Zusammenlegung funktioniert – auf dem Friedhof.“ Die deutschen Bischöfe begreifen trotz ihrer aufwändigen Visitationen offenbar nicht, dass sie mit den Gemeinden auf dem Weg zur Friedhofsruhe sind:
Wenn drei Pfarrgemeinden zusammengelegt werden, verdreifacht sich nicht das Engagement. Es geht auf weniger als ein Drittel zurück. Das ist die Erfahrung.
Wie managte Erzbischof Rouet, dessen Bistum etwas kleiner ist als das Würzburger, die Herausforderung? Die Anerkennung durch die Herbert-Haag-Stiftung begründet es: Der Bischof hat in seinem Bistum Anstöße und Räume gegeben für ein wegweisendes Modell von Seelsorge vor Ort.
Rouet passte die Seelsorgestrukturen nicht wie hierzulande dem Priestermangel an. Im Gegenteil: Für jede Gemeinde gibt es ein kleines Team, drei bis fünf Frauen und Männer. Sie werden für die Seelsorge und Verwaltung beauftragt und übernehmen Verantwortung vor Ort. Das gilt für zwei bis drei Jahre, dann wird das Team durch andere Freiwillige abgelöst. So lebt die christliche Gemeinde als Nachbarschaft; alle kennen sich.
Und die Priester? Sie wohnen in kleinen Gemeinschaften, besuchen regelmäßig die Ortsgemeinden, feiern mit ihnen die Sakramente und öffnen sie für die weltweite Gemeinschaft der Kirche. „Sie sind wie Gelenke und Bänder: sie verbinden die verschiedenen Begabungen zu einem Ganzen.“ Fünf Frauen und Männer für ein Team gäbe es auch in jeder fränkischen Gemeinde. Allerdings nicht mehr lange.
rb@stmichael.de
„Herbert-Haag-Preis“ ergeht erstmals an einen Erzbischof
Albert Jean-Marie Rouet ist nicht nur der erste Erzbischof der französischen Diözese Poitiers, sondern auch der erste Erzbischof, der den 1985 gegründeten Herbert Haag-Preis „Für Freiheit in der Kirche“ erhalten wird. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird ihm gemeinsam mit dem deutschen Jesuitenpater Klaus Mertes am 16. März 2014 in Luzern überreicht.
Albert Rouet hält von Pfarrzusammenlegungen gar nichts
„Nur eine Zusammenlegung funktioniert – auf dem Friedhof“
Weiterlesen >>
Zentralisieren heisst vereinnahmen
Ein Hilton-Hotel sieht aus wie das andere, bis in die Möblierung der Zimmer: Die Globalisierung setzt auf weltweit gleiche Muster. Alles unterwirft der Westen seiner wirtschaftlichen Logik. Sie gilt ja überall! Alles dient dem schnellen Geld. Vor dem Eiseshauch dieses einheitlichen Zwecks gefrieren Gesellschaft, Politik und Kultur. Bewegen dürfen sich nur noch Börsenkurse. Der Starkult gibt dieser schrecklichen Einförmigkeit ein Gesicht. Nur den Stars gilt Aufmerksamkeit und Respekt. Nur sie haben etwas zu sagen. Vermittler und Übersetzer scheinen überflüssig: So sieht Albert Rouet, emeritierter Erzbischof von Poitiers, unsere Zeit.
Kath.ch >>
Zum Thema "Seelsorgeraum":
Niederländische Reformgruppen wenden sich an den Papst
Anlässlich des am Montag stattgefundenen Ad-limina-Besuchs der niederländischen Bischöfe in Rom richten sich die niederländischen Reformbewegungen Bezield Verband Utrecht (BVU) und Vereinigung Professorenmanifest in einem gemeinsamen Schreiben an Papst Franziskus. Darin bringen sie ihre „Sorge“ über die Lage der Kirche in den Niederlanden sowie über die Entwicklung zu Seelsorgeräumen zum Ausdruck.
Das Dokument ist derzeit nur auf Englisch verfügbar.
Aber bereits im April 2013 wurde das Professorenmanifest "Die Aushöhlung der Glaubensgemeinschaften in der katholischen Kirche" veröffentlicht, mit analogem Inhalt.
Erzbischof Albert Rouet sprach in Saint-Maurice vor Vertretern des Laien-Apostolates
«Die Kirche neu und anders erfinden»
Saint-Maurice VS, 20.1.14 (Kipa) Erzbischof Albert Rouet (77), bis 2011 Bischof von Poitiers, gehört zu den bekanntesten und profiliertesten Oberhirten Frankreichs. Vor Vertretern des Westschweizer Laien-Apostolates («Communauté Romande de l'Apostolat des Laïcs» – Cral) rief er am Wochenende in Saint-Maurice dazu auf, «die Kirche neu und anders zu erfinden». Rouet tritt für übersichtliche christliche Gemeinschaften ein, die in der unmittelbaren Nachbarschaft verankert sind und auch dort ihr Wirken entfalten. Er erhält am 16. März in Luzern den Herbert-Haag-Preis 2014.
Kipa >>
| Erzbischof Albert Jean-Marie Rouet |
Albert Rouet, seit 2011 emeritierter Bischof von Poitiers, wird noch deutlicher: „Nur eine Zusammenlegung funktioniert – auf dem Friedhof.“ Die deutschen Bischöfe begreifen trotz ihrer aufwändigen Visitationen offenbar nicht, dass sie mit den Gemeinden auf dem Weg zur Friedhofsruhe sind:
Wenn drei Pfarrgemeinden zusammengelegt werden, verdreifacht sich nicht das Engagement. Es geht auf weniger als ein Drittel zurück. Das ist die Erfahrung.
Wie managte Erzbischof Rouet, dessen Bistum etwas kleiner ist als das Würzburger, die Herausforderung? Die Anerkennung durch die Herbert-Haag-Stiftung begründet es: Der Bischof hat in seinem Bistum Anstöße und Räume gegeben für ein wegweisendes Modell von Seelsorge vor Ort.
Rouet passte die Seelsorgestrukturen nicht wie hierzulande dem Priestermangel an. Im Gegenteil: Für jede Gemeinde gibt es ein kleines Team, drei bis fünf Frauen und Männer. Sie werden für die Seelsorge und Verwaltung beauftragt und übernehmen Verantwortung vor Ort. Das gilt für zwei bis drei Jahre, dann wird das Team durch andere Freiwillige abgelöst. So lebt die christliche Gemeinde als Nachbarschaft; alle kennen sich.
Und die Priester? Sie wohnen in kleinen Gemeinschaften, besuchen regelmäßig die Ortsgemeinden, feiern mit ihnen die Sakramente und öffnen sie für die weltweite Gemeinschaft der Kirche. „Sie sind wie Gelenke und Bänder: sie verbinden die verschiedenen Begabungen zu einem Ganzen.“ Fünf Frauen und Männer für ein Team gäbe es auch in jeder fränkischen Gemeinde. Allerdings nicht mehr lange.
rb@stmichael.de
„Herbert-Haag-Preis“ ergeht erstmals an einen Erzbischof
Albert Jean-Marie Rouet ist nicht nur der erste Erzbischof der französischen Diözese Poitiers, sondern auch der erste Erzbischof, der den 1985 gegründeten Herbert Haag-Preis „Für Freiheit in der Kirche“ erhalten wird. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird ihm gemeinsam mit dem deutschen Jesuitenpater Klaus Mertes am 16. März 2014 in Luzern überreicht.
Albert Rouet hält von Pfarrzusammenlegungen gar nichts
„Nur eine Zusammenlegung funktioniert – auf dem Friedhof“
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Zentralisieren heisst vereinnahmen
Ein Hilton-Hotel sieht aus wie das andere, bis in die Möblierung der Zimmer: Die Globalisierung setzt auf weltweit gleiche Muster. Alles unterwirft der Westen seiner wirtschaftlichen Logik. Sie gilt ja überall! Alles dient dem schnellen Geld. Vor dem Eiseshauch dieses einheitlichen Zwecks gefrieren Gesellschaft, Politik und Kultur. Bewegen dürfen sich nur noch Börsenkurse. Der Starkult gibt dieser schrecklichen Einförmigkeit ein Gesicht. Nur den Stars gilt Aufmerksamkeit und Respekt. Nur sie haben etwas zu sagen. Vermittler und Übersetzer scheinen überflüssig: So sieht Albert Rouet, emeritierter Erzbischof von Poitiers, unsere Zeit.
Kath.ch >>
Zum Thema "Seelsorgeraum":
Niederländische Reformgruppen wenden sich an den Papst
Anlässlich des am Montag stattgefundenen Ad-limina-Besuchs der niederländischen Bischöfe in Rom richten sich die niederländischen Reformbewegungen Bezield Verband Utrecht (BVU) und Vereinigung Professorenmanifest in einem gemeinsamen Schreiben an Papst Franziskus. Darin bringen sie ihre „Sorge“ über die Lage der Kirche in den Niederlanden sowie über die Entwicklung zu Seelsorgeräumen zum Ausdruck.
Das Dokument ist derzeit nur auf Englisch verfügbar.
Aber bereits im April 2013 wurde das Professorenmanifest "Die Aushöhlung der Glaubensgemeinschaften in der katholischen Kirche" veröffentlicht, mit analogem Inhalt.
Erzbischof Albert Rouet sprach in Saint-Maurice vor Vertretern des Laien-Apostolates
«Die Kirche neu und anders erfinden»
Saint-Maurice VS, 20.1.14 (Kipa) Erzbischof Albert Rouet (77), bis 2011 Bischof von Poitiers, gehört zu den bekanntesten und profiliertesten Oberhirten Frankreichs. Vor Vertretern des Westschweizer Laien-Apostolates («Communauté Romande de l'Apostolat des Laïcs» – Cral) rief er am Wochenende in Saint-Maurice dazu auf, «die Kirche neu und anders zu erfinden». Rouet tritt für übersichtliche christliche Gemeinschaften ein, die in der unmittelbaren Nachbarschaft verankert sind und auch dort ihr Wirken entfalten. Er erhält am 16. März in Luzern den Herbert-Haag-Preis 2014.
Kipa >>
Donnerstag, 8. März 2012
Bistum Augsburg: Kirchenumarmungen gegen "Seelsorgeraum"-Konzept
Audio-Beitrag auf Bayern1 >>
| Thalfinger Kirchenumarmung |
300 Elchinger Katholiken äußerten mit einer Menschenkette an Thalfingens „Christus unser Leben“ ihre Besorgniss über die Reformpläne des Bistums Augsburg.
Weiterlesen >>
Dienstag, 28. Februar 2012
Proteststurm im Bistum Augsburg gegen geplante "Seelsorge-Einheiten"
| Bischof Konrad Zdarsa |
Steht uns beim Thema "Seelsorgeräume" noch bevor, was im Bistum Augsburg angekündigt wurde? Ein Blick über die Grenzen nach Bayern ist ratsam.
Unbeirrbarer Bischof
Diskussion war nicht erwünscht, als gestern (29.1.2012) den 36 Dekanen von Bischof und Generalvikar die künftige Planung der Seelsorgeeinheiten im Bistum Augsburg eröffnet worden ist. Es ist eben so, wie es ist. An seinen Leitideen lässt Bischof Konrad Zdarsa nicht rütteln. Zur Bekräftigung zitiert er auch immer wieder das Kirchenrecht – und bedeutet damit seinen Kritikern, dass sie es doch mit dem kanonischen Gesetz so genau wie er selber nehmen sollten.
Kommentar in der Augsburger Allgemeinen >>
Die Leitlinien:
Aus derzeit 1000 Pfarrgemeinden sollen bis 2025 durch Fusionen 200 Seelsorge-Einheiten entstehen.
(Gewählte) Pfarrgemeinderäte sollen abgeschafft und durch (weisungsgebundene) Pastoralräte ersetzt werden.
An Sonntagen darf es nur zentrale Eucharistiefeiern und keine Wort-Gottes-Feiern geben.
Aufstand im Bistum Augsburg
Süddeutsche Zeitung
'Es ist Zeit, dass etwas passiert': Priester und Laien rufen zu Protesten gegen die Reformpläne von Bischof Zdarsa auf
Unter den Katholiken in Schwaben formiert sich aktiver Widerstand gegen Bischof Konrad Zdarsa und seine Bistumsreform. Unter dem Motto 'Lasst die Kirche im Dorf' wird für den zweiten Fastensonntag (4.März) zu Protestkundgebungen in allen Pfarrgemeinden aufgerufen: Die Gläubigen sollen nach dem Gottesdienst eine Menschenkette um ihre Kirche bilden. 'Wir umarmen unsere Gotteshäuser, das kann uns keiner verbieten', sagt Regionaldekan Reinhold Lappat. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung planen Priester und Laien auch eine Protestkundgebung auf dem Augsburger Rathausplatz. Ob diese stattfinden wird, machen die Organisatoren aber vom Hirtenbrief des Bischofs abhängig.
In diesem Hirtenbrief will Zdarsa am ersten Fastensonntag weitere Details zu der angekündigten Neustrukturierung des Bistums verkünden. Ende Januar hatte der Bischof erklärt, wie er sich angesichts des akuten Priestermangels künftig die 'pastorale Raumordnung' vorstellt: Die derzeit 1000Pfarrgemeinden will er bis 2025 durch Fusionen zu 200Seelsorge-Einheiten zusammenfassen. Zudem sollen die Pfarrgemeinderäte abgeschafft und durch Pastoralräte ersetzt werden. Dabei sollen die Laien nur noch als 'Moderator' fungieren. Am umstrittensten ist Zdarsas Verbot von Wortgottesdiensten an Sonn- und Feiertagen. Er fordert die Gläubigen auf, in Zukunft aus ihren Dörfern zur Eucharistiefeier in eine zentrale Kirche zu fahren - anstatt wie bisher von Laien gestaltete Gottesdienste am Ort zu besuchen.
'Wir glauben, dass es andere Antworten auf den Priestermangel geben könnte', schreiben die Initiatoren der Aktion 'Kirche umarmen'.
Die Macher gehören zu der Initiative 'Heute Kirche sein'. Dieses Gesprächsforum hatte 2010 in der Prügel- und Lügenaffäre um den damaligen Bischof Walter Mixa in der sogenannten Pfingsterklärung das Bistum zum Neuanfang aufgefordert.
Im Flyer zur aktuellen Aktion heißt es: 'Wir wollen der Bistumsleitung ein Zeichen geben, dass wir mit ihren Plänen zur Umstrukturierung der Diözese nicht einverstanden sind.' Zudem ist die Demonstration als Zeichen der Solidarität gedacht 'für jene Gemeinden, deren Kirche als Kirche vor Ort geopfert werden soll zugunsten einer Zentrumskirche'.
Mitinitiator Max Stetter berichtet: 'Viele Leute sagen, es ist höchste Zeit, dass was passiert.' Ihm zufolge haben bereits zahlreiche Pfarrgemeinderäte und Institutionen ihre Unterstützung angekündigt. 'Die Menschen auf dem Land sehen durchaus ein, dass eine Reform nötig ist', betont er, 'aber die Art und Weise, wie das von oben herab verordnet wurde, ist unter aller Würde.'
Kardinal distanziert sich von den Reformplänen im Bistum Augsburg
Marx kritisiert Zdarsa
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich indirekt von den Reformplänen des Augsburger Bischofs Konrad Zdarsa distanziert. In den Grundüberlegungen sei man sich einig, dass es größere Seelsorgeeinheiten geben müsse, sagte er bei der Frühjahrstagung der Freisinger Bischofskonferenz in Wemding (Kreis Donau-Ries). Es gebe in den Bistümern aber verschiedene Wege. Marx hält im Erzbistum München und Freising jedenfalls an Wort-Gottes-Feiern am Sonntag fest, wo keine Messe stattfinden kann. Zdarsa schließt sie in Pfarreien strikt aus.
Bischof Zdarsa legt Pfarreien zusammen
Die Dekane haben in Augsburg erfahren, wie die Zukunft des Bistums aussehen soll.
Sorge um die Kirche im Dorf
Heftige Kritik an den Plänen des Bischofs
Katholiken sind geschockt
Der Bischof plant, die Pfarrgemeinden auf dem Land zu zentralisieren. Engagierte Laien wollen das nicht hinnehmen.
Wir sind Kirche fordert: Reformen statt Kosmetik
Pressemitteilung zur Pastoralen Raumplanung 2025
Augsburg, 31. Januar 2012 – Das Agieren des Bischofs angesichts eines stringenden Priestermangels in der Diözese Augsburg ist nur schwer zu verstehen. Seine erste Sorge müsste sein, dass das Leben in den Gemeinden nicht nur erhalten bleibt, sondern sich weiter entfaltet, denn die Gemeinden sind Kirche im voll umfänglichen Sinn. Die Zurückweisung des Engagements der Laien, indem Wort-Gottes-Feiern am Sonntag zugunsten zentraler Messfeiern verboten werden, ist ebenso wenig hinnehmbar, wie die Zerschlagung gewachsener Pfarreistrukturen und die Auflösung von demokratisch gewählten Pfarrgemeinderäten zugunsten weisungsgebundener Pastoralräte.
Unterstützung bekommt Bischof Zdarsa vom Forum Deutscher Katholiken, das, - als Dank für die Klarmachung des "Wesensunterschieds zwischen einem Wortgottesdienst und einer Eucharistiefeier" - zu einer Unterschriftenaktion zugunsten dieser Reform aufruft.
Homepage Bistum Augsburg >>
Freitag, 10. Februar 2012
"Seelsorgeraum" - nur mehr unter Anführungszeichen...
„Gut, dass es die Pfarre gibt!“
Quelle: Pfarrblatt 2012-1 für den "Seelsorgeraum" Bad Tatzmannsdorf - Mariasdorf - Bernstein >>
Ich muss den Inhalt nicht extra kommentieren. Zu klar und deutlich sind die Worte die hier geschrieben sind. Was mich jedoch freut ist die Tatsache, dass nun einmal auch ein Priester klar und öffentlich sagt was Sache ist in unserer Diözese. Meinen Respekt, Pfarrer Stipsits! Es ist höchst an der Zeit, dass auch unsere Priester ihre Meinung offen sagen.
Dietmar D. Stipsits ist Diözesansprecher der Pfarrer-Initiative in der Diözese Eisenstadt.
Unter diesem Motto stehen die Pfarrgemeinderats-Wahlen, die am Sonntag, 18. März 2012, in ganz Österreich durchgeführt werden. Für die kommenden fünf Jahre werden Frauen, Männer und Jugendliche gesucht, die bereit sind, Verantwortung in unseren drei Pfarrgemeinden zu übernehmen, Pfarrleben zu gestalten und zu organisieren, aktiv dabei mitzuarbeiten, dass die froh machende Botschaft Jesu im Hier und Jetzt mitten unter uns erfahrbar wird.
Ich muss gestehen, dass ich sorgenvoll in diese bevorstehenden fünf Jahre blicke. Sorgenvoll deshalb, weil die Ereignisse der vergangenen Wochen mich „ernüchtert“ haben. Mit vollem Engagement bemühe ich mich in den „Seelsorgeraum“ einzuarbeiten, erhalte jedoch von den Verantwortlichen in unserer Diözese so gut wie keine Hilfe und Unterstützung.
Ein Beispiel: vom Pastoralamt wurde mir versprochen, betreffend Anmeldung unserer Pfarrsekretärin alles Notwendige in die Wege zu leiten, ich müsse mich darum nicht kümmern (kann ich auch nicht, da ich nicht in Kenntnis der Dienstgeberpflichten bin – ist ja als Seelsorger auch nicht meine Aufgabe!). Hätte ich jedoch wenige Tage vor der Anstellung unserer Pfarrsekretärin nicht nochmals im Ordinariat nachgefragt, ob alles erledigt wurde, hätte unsere Pfarrsekretärin am Montag ihren Dienst begonnen, ohne angemeldet zu sein. Auf die „Überzeugungsarbeit“, die ich in der diözesanen Finanzkammer leisten musste, damit mir diese Arbeit letztendlich nicht „überantwortet“ wurde, möchte ich gar nicht näher eingehen….
Dann kam von Seiner Exzellenz, unserem hochwürdigsten Herrn Diözesanbischof Dr. Zsifkovics und dem hochwürdigen Herrn Generalvikar Mag. Lang kurz vor dem Weihnachtsfest in einem Gespräch mit Mag. Krammer und mir die Hiobsbotschaft, dass sich die Diözese vom Christophorus-Haus zurückzieht. Dafür wurde zunächst das Datum 31. Dez. 2011 genannt, nach Intervention unsererseits dann Jän./Feb. 2012 zugestanden. Ich weigerte mich, im Auftrag des hwst. Herrn Diözesanbischof unserem Wirtschaftsrat diesen Rückzug mitzuteilen, weil es m. E. Aufgabe der Diözesanleitung ist, die Pfarre darüber zu informieren und über die weitere Vorgangsweise miteinander zu diskutieren. „Da gibt es nichts zu diskutieren“, hielt der hw. Herr Generalvikar fest….Mit diesem Rückzug der Diözese vom Christophorus-Haus wird der Filialgemeinde Oberschützen in meinen Augen der „Todesstoß“ versetzt, weil wir als Pfarre die jährlichen Erhaltungskosten des Christophorus-Hauses nicht aufbringen können, geschweige denn die überfälligen Sanierungsmaßnahmen aufgrund der großen Feuchtigkeit in den Kellerräumen. Auch hier hätte die Diözese schon längst Handlungsbedarf gehabt. Wie soll es hier bloß weitergehen…?
Blicke ich auf den „Seelsorgeraum“ (ich schreibe diesen Begriff nur mehr unter Anführungszeichen, weil in einem derartigen „Seelsorgeraum“ kaum mehr Seelsorge geleistet werden kann), sehe ich, dass ich als Pfarrer derzeit alles dreifach machen muss, von Sitzungen angefangen bis hin zur Sakramentenspendung. Von der Diözese heißt es stets, dass der „Seelsorgeraum“ alle Beteiligten entlasten soll. Bisher sehe ich leider nur das Gegenteil, eine Vervielfachung von bürokratischer Arbeit, die zusätzlich durch einerseits mangelnde Hilfestellung von „oben“ und andrerseits durch willkürliche Machtentscheidungen, Verhindern guter Ideen etc. erschwert wird.
Zudem merke ich an mir selber, wie mir aufgrund der Überlastung immer mehr Fehler passieren, wenn ich z. B. Angehörige beim Requiem im Sonntags-Gottesdienst nicht begrüße, weil ich einfach darauf vergesse. In Mariasdorf muss ich stets fluchtartig nach dem Sonntags-Gottesdienst die Kirche verlassen, weil ich nach Bad Tatzmannsdorf zur nächsten Eucharistiefeier hetzen muss. Ein Zusammenstehen und Plaudern nach dem Sonntags-Gottesdienst mit den Pfarrleuten in Mariasdorf ist aus zeitlichen Gründen einfach nicht machbar. – Ist das die gewünschte „neue“ Seelsorge in unserer Diözese, dass der Pfarrer keine Zeit mehr hat für die Menschen in seiner Pfarrgemeinde?
Es gäbe noch einige Beispiele, die ich anführen könnte, um aufzuzeigen, dass die von der Diözese vorgegebene Einteilung 1 Pfarrer für 3 Pfarrgemeinden und zusätzlich 16 Filialgemeinden m. E. keine zukunftsweisende ist, damit in den Pfarren vor Ort Gottes froh machende Botschaft lebendig und erfahrbar ist. Die Idee Seiner Exzellenz, soviel viel wie möglich im „Seelsorgeraum“ zu zentralisieren („1 Pfarrgemeinderat für alle 3 Pfarrgemeinden.“ ....... Die Filialgemeinden sollen in die Pfarre zu den Gottesdiensten fahren), halte ich ehrlich gesagt für alles andere als sinnvoll.
Das Motto der heurigen Pfarrgemeinderats-Wahl „Gut, dass es die Pfarre gibt!“ finde ich absolut gut. Die praktische Umsetzung des „Seelsorgeraumes“ erfahre ich als genaues Gegenteil. Wird dieser Weg in unserer Diözese und in Österreich weitergegangen (in der Erzdiözese Wien soll in Zukunft eine Pfarre aus mindestens 4.000 Katholiken bestehen), dann wage ich mich schon zu fragen: Wie kann unter diesen Voraussetzungen der Pfarrer noch als Seelsorger tätig sein aufgrund der dadurch zusätzlichen Arbeitsüberlastung und der damit verbundenen mangelnden Zeit? Burn-Outs in Massen an der Basis sind vorprogrammiert!
„Gut, dass es die Pfarre gibt!“ Ich möchte mich dafür einsetzen, dass ich auch in Zukunft Seelsorge vor Ort umsetzen kann. Dazu ist es notwendig, eine überschaubare (kleine) Pfarrgemeinde zu leiten, um als Seelsorger ausreichend Zeit zu haben für die Sorgen und Freuden der Menschen, für Gottesdienste und Feste, für Gespräche, Besprechungen und fruchtbringende, geist-reiche Zusammenkünfte meint
Ihr Seelsorger Dietmar Dominik Stipsits
Quelle: Pfarrblatt 2012-1 für den "Seelsorgeraum" Bad Tatzmannsdorf - Mariasdorf - Bernstein >>
Ich muss den Inhalt nicht extra kommentieren. Zu klar und deutlich sind die Worte die hier geschrieben sind. Was mich jedoch freut ist die Tatsache, dass nun einmal auch ein Priester klar und öffentlich sagt was Sache ist in unserer Diözese. Meinen Respekt, Pfarrer Stipsits! Es ist höchst an der Zeit, dass auch unsere Priester ihre Meinung offen sagen.
Dietmar D. Stipsits ist Diözesansprecher der Pfarrer-Initiative in der Diözese Eisenstadt.
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Seelsorgeraum
Donnerstag, 26. Januar 2012
Salzburgs Seelsorgeamtsleiter gegen deutsches Großpfarrenkonzept
Deutsches Großpfarrenkonzept nicht übertragbar
Seelsorgeamtsleiter Sieberer kritisch zu Modellen aus dem Nachbarland
Gegen die Übertragung von in Deutschland realisierten Großpfarren-Konzepten auf Österreich hat sich der Leiter des Seelsorgeamts der Erzdiözese Salzburg, Prälat Balthasar Sieberer, bei einer Diskussion in Rom ausgesprochen. Sieberer reagierte auf einen Bericht des Leiters der deutschsprachigen Abteilung im päpstlichen Neuevangelisierungsrat, Nicolaus Buhlmann.
Homepage der Erzdiözese Salzburg >>
Salzburgs Seelsorgeamtsleiter gegen deutsches Großpfarrenkonzept
Beitrag auf Religion.ORF.at >>
Hintergrund:
Zukunftskonzept für das Bistum Essen
Besonders interessant: Fragenkatalog zur Zukunftsprojekt als PDF >>
Donnerstag, 14. Juli 2011
Pfarrgemeinderat Bruchsal erklärt sich zur "ökumenischen Pfarrei"
Wir, die unterzeichnende(n) Gemeinde(n), erklären für uns die fast 500 Jahre andauernde unsägliche Spaltung der Christenheit in unseren Breiten für beendet.
Wir erachten den Willen Jesu Christi, dass alle eins seien, als gewichtiger, als alle theologischen und kirchenpolitischen Überlegungen und Fragestellungen, und wissen uns der Überzeugung verpflichtet, ihm mehr gehorchen zu müssen, als den Menschen.
Wir stehen uneingeschränkt zur Tradition und je eigenen Spiritualität unserer Gemeinden und bekennen die Vielfalt christlichen Lebens in miteinander vereinbarer Verschiedenheit.
Wir bekennen uns zur synodalen Struktur der Alten Kirche und erwarten von unseren eigenen Kirchenleitungen, sich dieser urkirchlichen Tradition wieder zu besinnen.
Wir erkennen an, dass in den anderen mitunterzeichnenden Gemeinden in gleicher Weise Nachfolge Christi und Gemeinde Jesu Christi gelebt wird.
Wir erkennen, dass in unseren Gemeinden Jesus Christus zum Tisch des Herrn einlädt und wissen darum, dass er niemanden, der in seiner Nachfolge steht, auslädt. Diese gegenseitige Gastfreundschaft erklären wir hiermit ausdrücklich.
Für uns ist der Gedanke der weltumspannenden Christenheit bedeutender, als das Denken in Konfessionen. Wir erklären uns dementsprechend zur
- ökumenischen Pfarrei St. Peter in der römisch katholischen Erzdiözese Freiburg
[Beschluss des Pfarrgemeinderates vom 28. Juni 2011]
In der Hoffnung, dass dieses Beispiel Schule macht laden wir alle Gemeinden guten Willens ein, sich diese Erklärung zu eigen zu machen. Geben Sie uns Nachricht vom Beschluss des Ihre Gemeinde repräsentierenden Gremiums und wir werden den Namen Ihrer Gemeinde mit Datum der Unterzeichnung der Erklärung hier anfügen.
Der Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Peter in Bruchsal
Dialogprozess und geplante Seelsorgeeinheit:
Brief der Bruchsaler Pfarrei St. Peter an den Erzbischof
Ende der Pfarrei?
Immer mehr Pfarreien werden zu größeren pastoralen Räumen zusammengefasst. Was bedeutet dies für die traditionelle Territorialgemeinde? Gehört sie der Vergangenheit an oder hat sie noch den Status einer Filiale? Oder wählen sich die Gläubigen angesichts der wachsenden Mobilität ihre Gemeinde selber aus?
Beitrag in der aktuellen Pfarrzeitung von Bruchsal, Seite 20-24
Aktion vor der Peterskirche in Bruchsal zum Thema Zölibat und Priestermangel:
"Kirche fällt aus"
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