Dienstag, 31. August 2010

Änderungen vorgesehener Veranstaltungen

Eisenstadt, 31. August 2010

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Zusammenhang mit dem Bischofswechsel in unserer Diözese teilt das Bischöfliche
Ordinariat zu den für die nächste Zeit vorgesehenen Veranstaltungen mit:

1. Der Seelsorgertag am 16. September 2010 wurde abgesagt.
2. Der ökumenische Pfarrertag, der für den 7. Oktober 2010 vorgesehen gewesen wäre, wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
3. Der Diözesantag anlässlich ,,50 Jahre Diözese Eisenstadt", angesetzt gewesen für den 23. Oktober 2010, wird abgesagt. Wir bitten, umso intensiver das St. Martins-Fest 2010 als offiziellen Abschluss des Jubiläumsjahres zu begehen.
4. Das Treffen der Ratsvikare am 30. Oktober 2010, das ebenfalls im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten vorgesehen war, wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Indem wir dies mitteilen, verbleiben wir mit herzlichen Grüßen

Ordinariatskanzler - Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators

Montag, 16. August 2010

Feier zum 50. Jahrestag der Diözese Eisenstadt

Quelle: www.martinus.at

Vigilfeier zum 50. Jahrestag der Gründung der Diözese Eisenstadt im Zeichen des Abschieds von Bischof Paul Iby
Rund 1.500 Menschen feiern den Geburtstag der Diözese mit einer Prozession durch die Landeshauptstadt und anschließendem Festgottesdienst im Dom St. Martin. Dort verabschiedet sich Bischof Paul Iby unter stehenden Ovationen und tosendem Applaus von den Gläubigen der Diözese.

Am 15. August 1960 hat der selige Papst Johannes XXIII. mit der Bulle „Magna quae“ die Diözese Eisenstadt errichtet. Am Vorabend des 50. Jahrestages dieses Ereignisses, haben sich ca. 1.500 Menschen vor der Gnadenkapelle Eisenstadt/Oberberg zusammengefunden, um gemeinsam in festlicher Prozession durch die Landeshauptstadt zu ziehen. An der Spitze der Prozession die Bischöfe Paul Iby und Ägidius Zsifkovics. Gefolgt vom Verteretern des Klerus, der Ordensleute, der evangelischen Kirche, der Grabesritter, Malteser, Esterhazy-Husaren und Verbände sowie Vertreter der Bundes- und Landesregierung mit Bundesminister Nikolaus Berlakovich, Landtagspräsident Gerhard Steier, Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl und der Eisenstädter Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel.

Nach dem feierlichen Festgottesdienst im Dom St. Martin nimmt Bischof Paul Iby offiziell Abschied von den Gläubigen ‚seiner’ Diözese, „mit Dank und gutem Gefühl“. Nach 18 Jahren, wolle er nicht heimlich, still und leise durch die Sakristei verschwinden, sondern in aller Form danke und auf Wiedersehen sagen. Dabei erinnert er sich an sein erstes Jahr im Bischofsamt: „Auf die Frage, wie es mir gehe, habe ich geantwortet: Ich komme mir vor, als ob ich in einen Schnellzug eingestiegen wäre, der nicht zum stehen kommt.“ Es bedurfte des Hineinwachsens in die Aufgabe, die trotz aller Schwierigkeit schön und ermutigend war. Besonders dann, wenn das Mittun der Priester, der Laien, der Jugend und Kinder spürbar war. Sein Dank gilt auch den Amtsträgern, weil stets das Gemeinsame größer war als das Trennende. „Und ich sage mit überzeugender Stimme: Der Dialog für das Burgenland hat dazu viel beigetragen.“ Sein Kirchevolk empfiehlt Bischof Paul Iby dem Schutz der Gottesmutter Maria und dem Hl. Martin. Und übergibt es „mit den besten Wünschen an den neuen Oberhirten Ägidius.“ Mit stehenden Ovationen und minutenlangem tosenden Applaus danken und würdigen die Gläubigen der Diözese ihren scheidenden Bischof.

Auch der Bischof Ägidius Zsifkovics richtet ein Gruß- und Dankeswort an die TeilnehmerInnen. Dank besonders an jene Menschen, die am Werden und Bestehen der Diözese ihren Anteil haben. „Besonders an jene Mitarbeiter, die ehrenamtlich tätig sind und deren Arbeit oft unbelohnt oder gar unbeachtet bleibt.“ Dank aber auch an seine Vorgänger im Bischofsamt, Stefan Lászlo, „den Baumeister der Diözese“, und Paul Iby, „der dieses Werk 18 Jahre lang weitergeführt hat gemäß seinem Wahlspruch Omnia in caritate. Dafür ein aufrichtiges Vergelt’s Gott.“ Im Jubiläumsjahr sei ihm, so der ernannte Bischof, der Hirtendienst für die Diözese Eisenstadt anvertraut worden. Eine große Aufgabe, die er mit Gottes Hilfe und der Mitarbeit aller Priester, Laien sowie der politischen und gesellschaftlichen Kräfte ausüben möchte. „Ich lade alle mir Anvertrauten an, trotz der diözesanen Vielfalt, den Weg der Nachfolge Christi zu gehen und im Bewusstsein unserer Identität Brückenbauer mitten in Europa zu sein.“

Vigilfeier-Predigt von Bischof Iby (pdf)

Fotos von der Vigilfeier

ORF Burgenland, 15.8.2010
Bischof Iby feiert mit hunderten Gläubigen
Die Vigilfeier zum 50-Jahr-Jubiläum der Diözese Eisenstadt am Samstag war der letzte große Auftritt von Paul Iby als Bischof. Hunderte Menschen wollten mit dem scheidenden Bischof seinen Abschied feiern. Mit hunderten Gläubigen
Hunderte Gläubige hatten sich am späten Nachmittag vor der Bergkirche in Eisenstadt versammelt. Sie alle wollten mit Bischof Paul Iby das 50-jährige Gründungsjubiläum der Diözese feiern und bei der Prozession mitgehen.

Kathpress, 16.8.2010
Eisenstadt: Iby verabschiedet sich "mit Dank und gutem Gefühl"

Die Presse, 16.8.2010
Burgenland: Applaus zum Abschied von Bischof Iby
Nach 18 Jahren an der Spitze der Diözese Eisenstadt hat sich Bischof Paul Iby am Samstag verabschiedet - er wollte nicht "heimlich verschwinden". Seine Zeit als Bischof sei "schön und ermutigend" gewesen.

Donnerstag, 12. August 2010

Bischof Iby möchte Reformvorschläge in größerem Rahmen diskutieren

ORF Religion, 12.8.2010
Iby: Kirchenleitung dürfe sich Reformanliegen nicht verschließen
Der Eisenstädter Bischof zieht in der katholischen Wochenzeitung "Furche" Bilanz über seine 18-jährigeAmtszeit. Reformvorschläge seien in einem größeren Rahmen zu diskutieren, etwa einer Bischofssynode oder einem Konzil.

Die Kirchenleitung dürfe sich den Reformanliegen der Basis nicht verschließen, sondern müsse den Dialog suchen. Wörtlich sagte der Apostolische Administrator der Diözese Eisenstadt, Bischof Paul Iby: "In den letzten Jahren haben hier Auseinandersetzungen begonnen, denen wir uns nicht verschließen können." Er glaube, "dass hier das Gespräch notwendig ist, und dass von der Basis auch an die Spitzen in Rom Anliegen vorgetragen werden, die einer Behandlung bedürfen.
"Bischofssynode oder auch Konzil"

"Die Reformvorschläge könnten freilich nicht "von einer Kongregation oder von einer einzelnen Person entschieden werden", so Iby: "Das ist in größerem Rahmen zu diskutieren, ich denke hier an eine Bischofssynode und vielleicht auch an ein weiteres Konzil. "Iby nahm in dem "Furche"-Interview auch zu jüngsten Vorschlägen des 91-jährigen brasilianischen Bischofs Dom Clemente Isnard Stellung, der im Wesentlichen drei Reformpunkte einmahnte: Erstens einen neuen Modus der Bischofsbestellungen und die Notwendigkeit, auch die Laien daran zu beteiligen; zweitens Änderungen hinsichtlich der Lebensform der Priester einschließlich des Pflichtzölibats; drittens die Stellung der Frau in der Kirche. Iby dazu wörtlich: "Dom Clementes Vorschläge sind mutig; ich glaube, dass dieser Bischof in seiner Weisheit des Alters nicht persönliche Probleme, sondern Probleme der Kirche, die ihn bewegen, formuliert hat."
"Sandwich-Position"

Angesprochen auf seine eigene jüngste Äußerung nach einer Lockerung des Pflichtzölibats meinte Iby: "Ich habe meine persönliche Meinung zum Ausdruck gebracht. Die Reaktionen darauf werte ich nicht als Beifall zu einer modernen Äußerung, sondern als Bestätigung: Ja, das sind Anliegen, die uns bewegen und wo wir von der Kirche Lösungen erwarten." Sein Amt als Bischof und die damit verbundene Mittlerrolle zwischen Rom und Heimatdiözese beschrieb Iby als "Sandwich-Position". Nachsatz: "Vor allem, wenn ich das Beharren auf Tradition von Rom, das sehr stark ist, hernehme, und auf der anderen Seite brodelt es an der Basis, wegen dieser Fragen." Aber es wäre schade, "wenn es hier zu Spaltungen käme".
Kirche viel Vertrauen verloren

Die auf dem Tisch liegenden Fragen und Anliegen der Basis "müssen bearbeitet, diskutiert und entschieden werden". Zum Thema Missbrauch räumte Iby ein, dass die Kirche viel Vertrauen verloren habe. "Das wiederzugewinnen bedarf vieler Arbeit." Zur Frage, was ihm in den 18 Jahren seiner Bischofszeit besonders wichtig gewesen sei, nannte Iby drei Punkte: "Das Erste war, überhaupt ein Zugehen auf die Menschen ohne Barrieren zu ermöglichen. Das war am Anfang nicht leicht." Zweitens sei er mit der Jugend "wirklich in Kontakt gekommen".
Bildungsauftrag der Kirche

Iby erinnerte an seine Jugendbriefe oder die Sozialaktion "72 Stunden ohne Kompromiss": "Das war ein Erfolgserlebnis." Drittens wolle er den Bildungsauftrag der Kirche hervorheben. Er sei stark in den Umbau der Pädagogischen Akademie Burgenland zur Pädagogischen Hochschule involviert gewesen. Es sei "auf mühsamem Weg" gelungen, einen Teil der Lehrerausbildung im Lande zu halten. Zudem habe die Diözese Eisenstadt "auch zeichenhaft vorbildliche konfessionelle Schulen". Das sei "ein wichtiger Aspekt der Präsenz der Kirche in der heutigen Zeit".

Samstag, 31. Juli 2010

Zum Bischofswechsel in der Diözese Eisenstadt

Paul M. Zulehner:

In tiefer Trauer über das Vorgehen in der Diözese Eisenstadt und in dankbarem Respekt vor Bischof Iby.
Er war ein pastoraler Bischof. Nah bei den Leuten. Besuchte immer wieder Gemeinden und ihre Priester. Auch mutig war er in seiner langen Amtszeit. Als der Dialog für Österreich abgewürgt wurde, setzte er ihn als Dialog fürs Burgenland fort: Bischof Dr. Paul Iby.

75jährig geworden, reichte er seinen Rücktritt ein. Seinen Wunsch, noch das Diözesanfest am 11.11.2010 mit der Diözese feiern zu dürfen, hat er dem Nuntius vorgetragen. Dieser versprach, sich in Rom dafür zu verwenden.

Die Suche nach dem Nachfolger setzte rasch ein. Der Sekretär der Bischofskonferenz Ägidius Zsifkovics galt früh als Favorit. Kroatischer Burgenländer: allein das sprach für ihn. In der Diözese regte sich Widerstand. Eine Abordnung ging zum Nuntius. Auch zu mir kamen einzelne und Gruppen und baten mich, mich an geeigneter Stelle zu verwenden. Was ich auch tat.

Nun ist Ägidius Zsifkovics Bischof von Eisenstadt. Ihm ist nur das Beste zu wünschen, der Geist der Kraft und der Besonnenheit. Die Kirche auch in Burgenland hat es ja nicht leicht. Ob es ihm beispielsweise gelingt, die Ausdünnung der Eucharistiefeiern zu stoppen: ein Anliegen, das Bischof Paul sehr am Herzen lag und weshalb er auch nicht scheute, über den Zölibat öffentlich zu diskutieren. Ihm ist die Feier der Eucharistiefeier ein höheres Gut als das Gut der ehelosen Lebensform der römisch-katholischen Priester (bei den griecisch-katholischen ist das ja nicht der Fall).

Es ist kein Detail am Rand: So wie einst Kardinal König von der Ernennung von Groer unterwegs in Amerika aus der Presse erfahren hat, erfuhr Bischof Iby von der Ernennung seines Nachfolgers über die Kronenzeitung. Erst später rief ihn der Apostolische Nuntius an. Aus informierten Kreisen ist zu hören, dass dies aber nicht am Nuntius lag, sondern an einer Indiskretion aus der Regierung, wo jemand der Kronenzeitung die Nachricht verfrüht mitteilte. Es soll auch bereits eine Entschuldigung der Regierung beim Apostolischen Nuntius gegeben haben.

Dass es jetzt bei der Emeritierung von Bischof Paul Iby so rasch ging, hat mit seinen Äußerungen in den letzten Wochen zu tun. Er hat damit nicht nur bei seinen bischöflichen Mitbrüdern, sondern auch in der Bischofskongregation Unmut ausgelöst, was zur Ablösung vor dem Diözesanjubiläum am Martinsfest führte. Zudem hatte Bischof Paul ja auch in der Diözese Eisenstadt nicht nur Freunde.

Die Österreichische Kirche steckt in einer schweren Vertrauenskrise, die tief ins Kirchenvolk hineinreicht. Dabei zeigt die jüngste Pfarrerstudie, dass sehr viele im Kirchenvolk (die Pfarrer meinen drei Viertel!) der Kirchenleitung mißtrauen, nicht der Kirche und noch weniger dem Evangelium. Die Leute sind nicht so glaubenslos, wie manche sie gern hätten. Aber die Kirche macht ihnen derzeit das Glauben und noch mehr das Leben mit der Kirche nicht leicht. Die Ernennung neuer Bischöfe könnte ein Signal sein, dass Vertrauen wieder gewonnen werden will. Wurde in Eisenstadt die Chance wirklich genützt? Man wird sehen.

Freitag, 23. Juli 2010

Bischof Iby betroffen über Vorgehensweise bei Bischofsernennung

ORF Religion, 22.7.2010
Iby kritisiert Vorgehensweise zur Ernennung eines neuen Bischofs
Der scheidender Diözesanbischof Paul Iby erklärte in einem Interview: "Überall sonst bekommt ein Mensch, der in den Ruhestand gehen möchte, den Zeitpunkt seiner Pensionierung im Voraus gesagt".

Der scheidende Diözesanbischof von Eisenstadt, Paul Iby, hat sich in einem Interview mit der Kirchenzeitung "Martinus" zu seiner Ablöse und der Ernennung des neuen Bischofs Ägidius Zsifkovics geäußert. Er wolle zwar keine Kritik üben, "aber überall sonst bekommt ein Mensch, der in den Ruhestand gehen möchte, den Zeitpunkt seiner Pensionierung im Voraus gesagt", so Iby. Es sei "nicht menschlich", weil man sich nicht auf seine Pensionierung einstellen könne. Iby betonte erneut, dass er noch in den Morgenstunden des 8. Juli - einen Tag vor der offiziellen Präsentation von Zsifkovics als neuen Diözesanbischof - nicht offiziell von dessen Ernennung gewusst habe.

Talent als Brückenbauer
"Vielleicht hätte ich in manchem schärfer durchgreifen müssen, aber mein Weg war das Gespräch", resümierte Iby seine Jahre als Diözesanbischof. Seinem Nachfolger Ägidius Zsifkovics, der "besondere Talente" mitbringe, wünsche Iby, "dass er seine Linie leben kann und zeigen, dass er ein Bischof für das Volk und die Diözese ist". Zsifkovics habe vor allem das Talent zum Brückenbauer. Er sei nicht nur Burgenlandkroate und spreche mehrere Sprachen, sondern habe sich als Sekretär der Bischofskonferenz bereits Kontakte zu Nachbardiözesen und höheren Stellen in Rom aufgebaut.

Fruchtbringender Dialog
Zur Bestellung seines Nachfolgers meinte Iby, dass die Regelung zur Ernennung eines neuen Bischofs "eine alte Tradition unserer Kirche" sei, die er aber "nicht so ganz verstehen kann". Seine Jahre im Amt bezeichnete der scheidende Diözesanbischof als eine "Zeit intensiver Arbeit". Jene, die am meisten Früchte gebracht habe, "war wirklich der Dialog, den wir in unserer Diözese weitergeführt haben", so Iby. "Wo wir die Wege zu den Politikern gesucht haben, zu den weltlichen Interessensvertretern - das ist positiv aufgenommen worden." Daher auch der Wunsch an seinen Nachfolger, diesen Weg weiterzuführen, so Iby.
Zsifkovics' Weihe

Ägidius Zsifkovics' Weihe zum Bischof wird am 25. September im Eisenstädter St. Martins Dom stattfinden. Bis dahin wird die Diözese von Iby weitergeleitet. Bis zu seiner Pensionierung übt er nun die Funktion des Diözesanadministrators aus.


Die Presse, 23.7.2010
Burgenland: Bischof Iby kritisiert seine Ablöse
Der scheidende burgenländische Bischof Paul habe nicht im Voraus von seiner Pensionierung erfahren. Das sei "nicht menschlich". Die Regelung der Bestellung seines Nachfolgers Zsifkovics könne er "nicht ganz verstehen".

Montag, 12. Juli 2010

Heftige Diskussionen um neuen Bischof

Nach der Messe im Eisenstädter Dom wurde teils heftig diskutiert über die Ernennung von Pfarrer Ägidius Zsifkovics zum neuen Bischof.

"Eine Sauerei sondergleichen", schimpfte ein Mann unmittelbar nach der Messe im Eisenstädter Dom. Er will seinen Namen nicht nennen, will auch nicht ins Detail gehen, "aber eines können Sie mir glauben: Mit dieser Entscheidung bin nicht nur ich alles andere als glücklich".

Vor allem die Art und Weise, wie Paul Iby "abgeschossen wurde, war nicht die feine englische Art", sagte etwa der 82-jährige Anton Rupp nach der Messe im Dom. Man hätte Iby das Jubiläumsjahr (50 Jahre Diözese Eisenstadt, Anm.) zu Ende feiern lassen sollen.
Zum KURIER-Artikel>>


Kathnet vom 20. Juli 2010:
Diese furchtbaren Typen haben Tausende vertrieben

Josef Herowitsch, der Pfarrer von Lockenhaus beschimpft Bischöfe als "furchtbare Typen" und meint über den Bischof von Burgenland: Jetzt haben wir auch so ein Geschenk bekommen

Freitag, 9. Juli 2010

Ägidius Zsifkovics wird neuer Bischof von Eisenstadt

ORF Religion, 9.7.2010
Ägidius Zsifkovics neuer Eisenstädter Bischof
Ägidius Zsifkovics (47) ist neuer Bischof der Diözese Eisenstadt. Das wurde am Freitag zeitgleich im päpstlichen Bulletin sowie bei einer Pressekonferenz im Burgenland bekanntgegeben. Der derzeitige Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz und Pfarrer von Wulkaprodersdorf folgt in dieser Funktion Paul Iby, der seinen Rücktritt aus Altersgründen eingereicht hatte.

Mit dem katholischen Grußwort "Gelobt sei Jesus Christus" in vier Sprachen begrüßte der neue Bischof laut "Kathpress" alle Menschen bei seiner Vorstellung am Freitag in Eisenstadt. Allen voran dankte Zsifkovics seinem Vorgänger, Bischof Paul Iby, "für deine unkomplizierte, offenen und sympathische Art, mit der Du deinen Hirtendienst ausgeübt hast und die Freiheit, die du uns, deinen Mitarbeitern, immer gegeben hast". Zsifkovics dankte auch allen Priestern, Diakonen, Ordensleuten, Pastoralassistenten, Religionslehrern und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Diözesen, den Dekanaten und Pfarreien sowie allen Gläubigen für den treuen Dienst "in dieser für Glaube und Kirche so herausfordernden Zeit". Als langjähriger Pfarrer wisse er "von meiner 'täglichen Arbeit an der Basis', wie unentbehrlich diese Dienste für den Aufbau von Kirche sind und welch kostbares Geschenk uns das Zweite Vatikanische Konzil damit gegeben hat." Er freue sich auf die "Zusammenarbeit mit allen auf Augenhöhe und im Geist der Communio, erbitte mir ihre Mitarbeit, einen Vertrauensvorschuss und ihr Gebet", erklärte der neue Bischof. Seine besondere Aufmerksamkeit und Wegbegleitung gelte seinen ersten Mitarbeitern, den Mitbrüdern im priesterlichen Dienst sowie der Sorge um neue geistliche Berufe. Vertreter der Politik, Kunst, Kultur und Medien rief Zsifkovics auf, "dem Gemeinwohl zu dienen und immer das Gute und Verbindende über alle parteipolitischen und ideologischen Grenzen hinweg stets zu fördern".
"Zusammenleben der Volksgruppen ist Modellcharakter"

Einen Gruß "von Herzen" schickte Zsifkovics auch an die "Schwestern und Brüdern im Glauben" - die evangelischen Christen AB und HB - sowie alle Mitglieder anderer Konfessionen und Religionsgemeinschaften, hier vor allem der jüdischen. Er freue sich "auf eine gute Zusammenarbeit in bewährter pannonischer Art, wo das Gemeinsame vor das Trennende gestellt wird, zum Wohl der uns anvertrauten Menschen". Schließlich schickte Zsifkovics noch Grüße in der jeweiligen Sprache an die kroatische und die ungarische Volksgruppe sowie die Volksgruppe der Roma: "Das Zusammenleben der Volksgruppen in unserem Land ist Modellcharakter für andere in unserer Heimat. Bewahren wir diesen kostbaren Schatz und bauen wir ihn zum Wohle aller aus", appellierte der neue Bischof. Mit seiner Ernennung gebe das kroatische Volk bereits den zweiten Diözesanbischof, erklärte Zsifkovics in seiner Muttersprache an die kroatische Volksgruppe gewandt. Das sei auch Zeichen dafür, "dass der Glaube in unserem Volk lebendig ist, und das unser Volk unsere Ortskirche bedeutend bereichert. Das ist nicht nur eine große Freude und Auszeichnung für unser Volk, sondern auch Verpflichtung und Herausforderung."

Iby: Weg des Dialogs fortsetzen
Bischof Paul Iby hat in einer ersten Stellungnahme Zsifkovics zu seiner Ernennung gratuliert. Es sei für diesen "der Beginn einer neuen, nicht leichten, Aufgabe". Es solle Bischof Zsifkovics "volle Freiheit für sein Wirken zugebilligt werden". Sein Wunsch sei es immer gewesen, so Iby, "dass auch durch meinen Nachfolger der Weg des Dialogs fortgesetzt werden möge. Unser Diözesanjubiläum steht ja unter dem Thema Begegnung und Dialog. Das Wohl der Kirche und der Menschen in unserer Heimat möge die Umsetzung dieses Zieles bestimmen." Die Ernennung des neuen Diözesanbischofs erfolgte nach den in unserer Kirche geltenden Regeln, wobei es für die Diözese Eisenstadt keine Sonderbestimmungen gibt, hielt Iby fest. Seinem Wunsch, die Diözese bis zum Abschluss des Jubiläumsjahres, am 11. November, zu leiten, sei mit der Begründung nicht entsprochen worden, dass es besser wäre, die Änderung mit Beginn des neuen Arbeitsjahres, im September, durchzuführen, so Iby: "Das habe ich zur Kenntnis genommen."

Seit 1999 Generalsekretär der Bischofskonferenz
Ägidius Johann Zsifkovics wurde am 16. April 1963 in Güssing geboren und entstammt einer Arbeiter- und Bauernfamilie. Die Priesterweihe empfing er am 29. Juni in Eisenstadt, von 1987 bis 1988 war er Sekretär des damaligen Bischofs Stefan László, bei dem er bereits das kirchenpolitische Handwerk lernte. Von 1992 bis 1999 war er Ordinariatskanzler. Seit 1996 leitet er zudem das Referat für die pastoralen Belange der kroatischen Volksgruppe und ist Schriftleiter der kroatischen Kirchenzeitung "Glasnik". Trotz all dieser Funktionen ist Zsifkovics seit 1994 auch noch Pfarrer in Wulkaprodersdorf, wo er als äußerst beliebt gilt. Zum Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz wurde Zsifkovics 1999 bestellt. Auch dort kam ihm seine politische Erfahrenheit zugute. Zu seinen Aufgabenbereichen zählen dort die Kanzlerkonferenz, die Themen Kirche und Gesellschaft sowie Kirche und Staat. Dazu zählt die Erarbeitung von Stellungnahmen zu jenen Gesetzesentwürfen, bei denen die Bischofskonferenz im Rahmen des Begutachtungsverfahrens eingebunden ist. Zsifkovics pflegt unter anderem hervorragenden Kontakt zum Bundeskanzleramt.

Schönborn: "Ein slawischer Bischof"
Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, hat die Ernennung von Ägidius Zsifkovics zum neuen Diözesanbischof von Eisenstadt am Freitag in einer von der Erzdiözese Wien veröffentlichten Erklärung begrüßt. Mit Zsifkovics habe Österreich wieder einen "slawischen Bischof", betonte Schönborn. Das sei ein "schöner Bezug auf die österreichische Tradition und zugleich auf die Zukunft im größeren Europa". Er habe, so Schönborn, "in den letzten Jahren - insbesondere in der Vorbereitung und Durchführung des Mitteleuropäischen Katholikentags, aber auch danach - die Begabung von Ägidius Zsifkovics kennen und schätzen gelernt, Brücken zu bauen". Das sei eine wichtige Voraussetzung für das Bischofsamt. Er sei sich sicher, so Schönborn, dass Zsifkovics "nicht nur Brücken über die Grenzen zwischen Nationen, Kulturen, Sprachen schlagen kann, sondern auch zwischen unterschiedlichen Mentalitäten, Auffassungen und Lebensstilen im kirchlichen Bereich".

Ein "gestandener Pfarrer"
Er freue sich besonders, so Schönborn, dass mit Zsifkovics ein "gestandener Pfarrer" zum Bischof ernannt worden ist.
Er sei auch als Generalsekretär der Bischofskonferenz immer Pfarrer von Wulkaprodersdorf geblieben: "Das haben nicht alle gleich verstanden. Aber es ist schon klar, dass er immer Seelsorger bleiben wollte, um 'bei den Leuten' zu sein." Wenn ein Priester vor allem Pfarrer sein wolle, dann sei das ein Hinweis, dass er nicht in erster Linie an "Karriere" denke.

Schönborn weist "völlig unqualifizierte Angriffe" zurück
Ausdrücklich betont Schönborn, dass im Fall des neuen Eisenstädter Bischofs "die bewährte Vorgangsweise bei der Vorbereitung einer Bischofsernennung eingehalten worden" sei. Es habe in den letzten Tagen "auch kritische Stimmen gegeben", so Schönborn in seiner Erklärung. Dabei seien "harte Worte" gefallen, die meisten davon hätten "keinerlei Fundament in der Realität". Mit Entschiedenheit weise er "völlig unqualifizierte Angriffe zurück, wie sie leider auch von Prof. Paul Zulehner und Msgr. Helmut Schüller formuliert worden sind". Solche "'Ferndiagnosen' können das kirchliche Leben nur vergiften", betont Schönborn. Ausdrücklich appelliert der Vorsitzende der Bischofskonferenz an alle, "das elementare Wohlwollen, das wir in der Kirche einander schulden, auch einem neuernannten Bischof zuteil werden zu lassen".

katholisch.at-Dossier
Msgr. Ägidius Zsifkovics wird neuer Bischof der Diözese Eisenstadt
Msgr. Ägidius Zsifkovics (Jahrgang 1963) stammt aus der Diözese Eisenstadt und ist Pfarrer in Wulkaprodersdorf sowie Generalsekretär der Bischofskonferenz. Der Nachfolger von Paul Iby freue sich auf die "Zusammenarbeit mit allen auf Augenhöhe und im Geist der Communio". Kardinal Schönborn: Er ist ein "Mann der Mitte"

Die Presse, 9.7.2010
Zsifkovics, der slawische Bischof
Burgenland: Am Freitag wurde Ägidius Zsifkovics zum Nachfolger von Bischof Paul Iby ernannt. Zsifkovics wird künftig Hirte von mehr als 207.000 Katholiken im Burgenland. Die Diözese umfasst zwölf Dekanate und 171 Pfarren.