Samstag, 30. April 2011

"Herrgott, was soll das?"

Gespräche von Katholiken und russische Kirche

Mit der Forderung, die evangelischen Christen sollten dem Wort Luthers abschwören, hat der Regensburger Bischof Müller eine hitzige Debatte losgetreten. Das irritiert sogar die eigenen Leute.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ist qua Amt für die Zusammenarbeit von Katholiken und Protestanten zuständig - er ist der oberste Beauftragte der katholischen Kirche in Deutschland für die Ökumene. Ein wichtiger Posten, denn im September steht der Papstbesuch an im Land des Reformators Martin Luther. Der Papst will sich hier auch mit protestantischen Christen treffen. Die dürfen sich jetzt schon mal eingestimmt fühlen - denn Bischof Müller hat ihnen erklärt, dass sie abschwören müssen, zumindest von einem Wort Luthers ("Antichrist").
Zum ganzen Artikel in der Süddeutschen Zeitung >>

„Wir sind selbstbewusste Katholiken“
Ökumene-Bischof Gerhard Ludwig Müller kritisiert Protestanten
Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Gerhard Ludwig Müller, beklagt einen unfairen Umgang deutscher Protestanten mit der katholischen Kirche. Im Interview spricht der Regensburger Bischof über den Reformator Martin Luther, die evangelische Kritik an Papst Benedikt XVI., das Ringen um ein gemeinsames Abendmahl und das Reformationsgedenken 2017.
Das Interview mit Bischof Müller auf Domradio.de >>

"Luther wollte keine Spaltung der Kirche"
Bischof Gerhard Müller über die deutsche Ökumene vor dem Besuch Papst Benedikts
Der Papst will sich bei seinem Deutschlandbesuch im September mehr Zeit für die Begegnung mit Protestanten nehmen. Mit welchen Zielen? Bischof Gerhard Ludwig Müller gilt als Vertrauter Benedikts XVI. Als Ökumenebischof führt er die Gespräche mit den Kirchen der Reformation und der Orthodoxie. Bischof Müller spricht auch über Kommunionempfang konfessionsverbundener Ehepaare oder den Reformbedarf bei Professoren an Hochschulen. Mit Bischof Müller sprach Gernot Facius.
Das Interview mit Bischof Müller auf Welt.de >>

Irritierte Katholiken >>

Freitag, 29. April 2011

Ökumenischer Aufruf zur Umkehr im Sinne Oscar Romeros und Kritik an Papst-Seligsprechung

In einem internationalen Ökumenischen Aufruf "Gedenkt der Heiligsprechung des Märtyrers San Oscar Romero durch die Armen dieser Erde" zum 1. Mai 2011 ermutigen über 350 Persönlichkeiten aus allen Konfessionen die westlichen "Kirchen der Reichen" zur Umkehr und einem christlichen Aufbruch im Sinne Romeros. "Dieses Gedenken soll uns Ermutigung auf dem Weg des Evangeliums sein und zugleich als Umkehrruf in den Kirchen der Reichen gehört werden", heißt es in dem Appell.

Unter den Unterzeichnenden aus 16 Ländern und über 50 Organisationen sind zahlreiche Prominente wie der Befreiungstheologe Leonardo Boff, die Bischöfe Jacques Gaillot (Frankreich) und Luís Flávio Cappio OFM (Brasilien), Dr. Heiner Geißler, die ProfessorInnen Sabine Demel, Eugen Drewermann, Ulrich Duchrow, Hermann Häring, Friedhelm Hengsbach SJ, Franz Josef Hinkelammert, Gerhard Kruip, Hans Küng, Carlos Mesters O.Carm., Dietmar Mieth, Elisabeth Schüssler Fiorenza, Fulbert Steffensky, Paulo Suess, die diesjährige Dorothee Sölle-Preisträgerin Pastorin Fanny Dethloff, die Wiener Professoren Gunter Prüller-Jagenteufel und Hans Schelkshorn sowie Hans Peter Hurka und Herbert Kohlmaier.
Christliche Initiative Romero

Der Ökumenische Aufruf und seine UnterzeichnerInnen (deutsche Fassung als PDF)

Kritik an Papst-Seligsprechung: Diktatoren stützen, die Armen verraten
Ist Johannes Paul II. seinen Glaubensbrüdern in Lateinamerika in den Rücken gefallen? Kurz vor der Seligsprechung des 2005 gestorbenen Papstes übt ein ökumenisches Bündnis starke Kritik am ehemaligen Kirchenoberhaupt.
Beitrag im Spiegel >>

"Johannes Paul II. hat die Armen verraten"
UNTERZEICHNER Heiner Geißler unterstützt den Appell. Rom erklärt die Falschen zum Vorbild, sagt er im Interview mit Christ und Welt
Weiter zum Interview >>

"Johannes Paul taugt nicht als Vorbild"
Der Theologe Hans Küng verurteilt die Seligsprechung von Johannes Paul II. Am liebsten wäre ihm generell eine „Heiligsprechung von unten“ durch das Volk.
Zum Interview in der Frankfurter Rundschau >>

Theologe Küng kritisiert Papst-Seligsprechung
Johannes Paul II. sei "intolerant und unwillig zum Dialog" gewesen, er habe "die Menschenrechte von Frauen und Theologen unterdrückt". Mehrere Missbrauchsopfer schließen sich der Kritik an.
Artikel in der Presse >>

ENTGEGNUNG:
Regensburg, 11.05.2011
In Christus verbunden - Oscar Romero und Johannes Paul II.
Ein Beitrag von Bischof Gerhard Ludwig Müller für "Christ und Welt"

Donnerstag, 28. April 2011

Bischof Markus Büchel für Weihe von Diakoninnen und Priesterinnen


Just um Ostern rüttelt der St. Galler Bischof Markus Büchel an einem Tabu der katholischen Kirche: In einem Interview mit dem «St. Galler Pfarreiblatt» spricht er sich für Frauen als Priesterinnen aus: «Wir müssen Schritte suchen, die dahin führen», erklärt er. «Ich könnte mir vorstellen, dass der Diakonat der Frau ein solcher Schritt sein könnte.» Eine Weile lang habe man darüber nicht diskutieren dürfen. «Das können wir uns nicht mehr leisten», so Büchel. Man müsse aber Verständnis dafür haben, dass Fragen um die Rolle der Frau nicht schon morgen gelöst sein werden. Der frühere Papst Johannes Paul II. hatte jede Debatte über Priesterinnen verboten. Der aktuelle Papst Benedikt XVI. lässt immerhin die Diskussion wieder zu.

Bei progressiven Kirchenvertretern kommt die Forderung Büchels gut an: «Die Stellungnahme ist ein wichtiges Zeichen», sagt der frühere Jesuit und Buchautor Lukas Niederberger. «Die Einführung der Diakoninnen- und Priesterinnenweihe für Frauen wäre eine historische Wende, auf die sehr viele Menschen warten – eine Wende wie vor rund 20 Jahren der Fall der Berliner Mauer.»Niederberger hofft, die Aussage Büchels werde andere Bischöfe ermutigen, sich ebenfalls für die Frauenordination auszusprechen: «Ich sehe vor allem die Bischöfe in Westeuropa und den USA in der Verantwortung.» Diese kämen aus Ländern, in denen die Rolle der Frau in der Gesellschaft weiter gediehen sei als in Osteuropa oder Afrika. Der ehemalige Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Martini, hatte sich bereits früher für Frauen im Priesteramt ausgesprochen.

Weiter zum gesamten Beitrag in der Basler Zeitung >>


Das Interview mit Bischof Markus Büchel im St. Gallener Pfarreiforum: «Ich möchte den Frauen dieses Priesterbild nicht zumuten»

Im Pfarreiforum 6/2011 als PDF ist ein Gespräch mit Regens Guido Scherrer zum Thema Priesteramt und Pflichtzölibat

Mittwoch, 27. April 2011

Pastoralamt und Diözesangericht übersiedelt

Aufgrund der geplanten Sanierung des Hauptgebäudes des Bischofshofes sind das Pastoralamt sowie das Diözesangericht ins Haus der Begegnung übersiedelt. >>

Einladung an ausgetretene und enttäuschte KatholikInnen

EINLADUNG
Einladung zum Nachdenken und Erfinden von Glaubens-Lebens-Möglichkeiten
für ausgetretene und enttäuschte
Katholikinnen und Katholiken
Uns – noch immer Dabeigebliebenen – ist es nicht egal, dass immer mehr katholische Christen die Kirche verlassen. Es tut uns um jede/n einzelne/n leid, die/der resigniert und nicht mehr kann.
Die Kirche Jesu kann auf keine/n kritisch Glaubende/n verzichten! 
Wie kann eine kirchen-gemeinschaftliche Verbindung mit enttäuschten KatholikInnen und bereits Ausgetretenen wachsen?
Nächstes Jahr sind Pfarrgemeinderatswahlen:
Könnte sich nicht auch eine Gemeinde von Ausgetretenen und Enttäuschten
die sich selbst verwaltet und von einem interessierten Priester begleitet wird?
Ist das alles nur ein frommer Traum?
  • Träumen Sie mit!
  • Machen Sie Vorschläge!
  • Teilen Sie uns Ihre Bereitschaft, Ihre Offenheit für neue Begegnungsmöglichkeiten mit.
  • Machen Sie mit, teilen Sie uns Ihre Sorgen und Wünsche mit. Knüpfen wir ein gemeinsames Netz gegen alle Widrigkeiten.
Mit Resignation und Sich-Einfach-Raushalten, einer Ohne-Mich-Mentalität wird nichts besser.
Wir möchten, dass auch unsere Kinder eine einladende Kirche vorfinden.

Wir sind bereit Gleichgesinnte zu vernetzen.


Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Reaktionen.
Dialoggruppe im Lichte des Täufers
Für Rückfragen: Edi Posch (Pinkafeld), Karl und Regina Ferstl (Oberwart)


Dienstag, 26. April 2011

ZDF-Umfrage: Gläubige fordern Veränderungen

Der Missbrauchsskandal hat die katholische Kirche in ihre tiefste Krise gestürzt. In der Folge sind 2010 in Deutschland schätzungsweise 180.000 Gläubige aus der Kirche ausgetreten. 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Verbliebenen fordern Reformen.

Das geht aus einer repräsentativen Politbarometer-Umfrage hervor, die die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der ZDF-Sendung "sonntags" durchgeführt hat. Demnach wünschen sich 80 Prozent der Katholiken Reformen in der Kirche, wie die Aufhebung des Pflichtzölibats oder das Priestertum für Frauen. Sogar bei den regelmäßigen (fast wöchentlichen) Kirchgängern sind es noch 61 Prozent und nur 28 Prozent sind gegen solche Reformen.

Das Ergebnis widerlegt eine von Gegnern kirchlicher Reformen oft angebrachte These: Die Kirchgänger bezeugten mit ihrer aktiven Teilnahme am Gemeindeleben, dass sie mit dem Status Quo einverstanden seien. Doch die Umfrage zeigt, dass auch unter den treuen Katholiken der Wunsch nach Veränderungen groß ist.

Weiter zur ZDF-Umfrage mit Grafiken >>


80 Prozent der deutschen Katholiken für Kirchenreformen
ZDF-Umfrage: Besonders ältere Gläubige für Veränderungen wie Ende des Pflichtzölibats und Weihe von Frauen
Berlin, 24.04.2011 (KAP) 80 Prozent der Katholiken in Deutschland fordern Reformen ihrer Kirche wie die Aufhebung des Pflichtzölibats und die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, das die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der ZDF-Sendung "sonntags" durchführte.
Der gesamte Artikel auf Kathweb.at >>

Montag, 25. April 2011

Zsifkovics: Mit Neuevangelisierung gegen Kirchenaustritte

Bischof zu künftigen Herausforderungen
Diözesanbischof Ägidius Zsifkovits muss sich rund um Ostern mit Themen wie Kirchenaustritte und schlechte Umfragewerte beschäftigen. In Burgenland heute nahm er Stellung zu künftigen Herausforderungen wie diesen.

Zur Christus-Begegnug führen
Die steigende Zahl der Kirchenaustritten sei etwas, was sich schon in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt habe und sich jetzt fortsetze, so der Bischof. Nun will die Kirche eine Reevangelisierung starten, wie Zsifkovits sagt.

Beitrag auf burgenland.orf.at >>


Das Interview mit Bischof Zsifkovics auf Burgenland-HEUTE vom 23.4. >>

Bei der erwähnten aktuellen Umfrage handelt es sich um den APA/OGM Vertrauensindex bei Glaubensvertretern - hier das Umfrageergebnis als PDF

Österreicher vertrauen Dalai Lama mehr als Schönborn
Die überwiegend katholischen Österreicher würden ihre Seele am liebsten in die Hände des Dalai Lama legen. Im APA/OGM-Vertrauensindex genießt das Oberhaupt der Tibeter und der Buddhist die meiste Zuneigung unter Vertretern religiöser Gemeinschaften. Ihm folgen Kardinal Christoph Schönborn und der Papst.
Artikel im Standard >>