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Freitag, 30. Januar 2015

Bekommen wir jetzt „echte“ Bischöfe?


Medienaussendung der Laieninitiative v. 29. 1. 2015

Prüfstein für Papst Franziskus
In Österreich wird die Besetzung neuer Diözesen akut – der Grazer Bischof Kapellari beendet seine Amtszeit nun endgültig und früher oder später muss von Rom entschieden werden, auch in den Diözesen Linz und St. Pölten. Nun sollte man das keineswegs als Routinevorgang ansehen – man denke nur an den unermesslichen Schaden, den die Ernennung Ungeeigneter gerade in Österreich für die Kirche ausgelöst hat. Der Affäre Groer folgte das Kirchenvolksbegehren.

Seit vielen Jahren wurde das Amt der Bischöfe systematisch abgewertet, sie wurden zu Statthaltern Roms degradiert. Ihre  Hauptaufgabe ist anscheinend die mühsame und aussichtslose Verwaltung des Priestermangels bei fehlendem oder oft nicht qualifiziertem Nachwuchs. Als Vertreter der Gläubigen gegenüber Rom und als Anstoßgeber für eine Weiterentwicklung waren sie bisher nicht erwünscht oder konsequent behindert.

Das Kirchenvolk muss sich auf die Füße stellen!
Von Anbeginn weist die die Laieninitiative energisch auf die Notwendigkeit hin, Bischöfe im Einklang mit dem Klerus und den Vertretern der Gläubigen zu ernennen – es entspräche dies der bis in früheste Zeiten zurückreichende Tradition der Kirche und wäre gerade heutzutage eine Selbstverständlichkeit! Die Zeit ergebenen Gehorsams gegenüber der kirchlichen „Obrigkeit“ und deren Entscheidungen, auch wenn sie willkürlich getroffen werden, sind vorbei.

Die Mitglieder der Kirche haben heute die Pflicht, ihren Standpunkt deutlich zu artikulieren und darauf zu drängen, dass er respektiert wird. In unserer demokratischen Gemeinschaft darf die Kirche keine Insel längst überholter Autoritätsausübung sein. In der Diözese Linz gibt es bereits einen wohlüberlegten Prozess der Erstattung von Vorschlägen. Dies ist außerordentlich zu begrüßen und darf nicht vergeblich sein!

Auch die Regierung darf nicht abseits stehen!
Die Laieninitiative hat mehrmals darauf hingewiesen, dass nach dem geltenden Konkordat die Bundesregierung die Möglichkeit hat, Einwände „allgemein politischer Art“ gegen eine beabsichtigte Ernennung vorzubringen. Wir sind der Auffassung, dass man sich über eine demokratisch legitimierte Auswahl vergewissern und bei Ermangelung einer solchen sehr wohl die vorgesehene Bedenken äußern sollte. Dieser Standpunkt wurde bisher vom Bundeskanzler zurückgewiesen, weil man sich nicht in die „inneren Angelegenheiten“ der Kirche einmischen wolle. Damit lässt man aber die Staatsbürger als Kirchenangehörige gegenüber einer Macht außerhalb der Republik leider im Stich.

Prüfstein für Papst Franziskus
Der neue Papst will das Bischofsamt endlich wieder aufwerten, aber bisher hat  das noch nicht zu neuen Wegen bei der Bischofsernennung geführt. Zwar wurde in Vorarlberg ein beliebter Priester ausgewählt, was große Zustimmung fand, aber in Salzburg wurde das Mitbestimmungsrecht des Domkapitels auf üble Weise ausgetrickst. Ähnliches ereignete sich auch in Deutschland. Noch immer sind die alten Seilschaften am Werk, denen der Papst offenbar bisher nicht auf die Schliche gekommen ist. Vernünftige Denken scheint sich noch nicht durchgesetzt zu haben, welches etwa in letzter Zeit Kardinal Rauber, selbst ein früherer Nuntius, der Pastoraltheologe Bucher und der Dogmatiker Tück einforderten.

Geht es doch um das vom Papst verfolgte Ziel der Aufwertung der Ortskirchen! Verändert der Papst die Kirche wirklich? Vieles hat er schon unternommen. Doch letztlich wird es darauf ankommen, ob das System, das schwere Fehler aufweist, wirklich und wirksam verändert wird. Die bevorstehenden Bischofsernennungen wird man zu Recht als Prüfstein dafür ansehen müssen


Hintergrund:

Konzilspriester führt Grazer Diözese
Nach Bischof Kapellaris Rückzug ist dessen rechte Hand Schnuderl Administrator.
Die Presse >>

Jahr des Wandels:
Heuer werden vier Bischöfe neu ernannt
In Graz-Seckau regiert nach Egon Kapellaris Rücktritt demnächst ein Administrator.
Kurier >>

Rücktritt von Diözesanbischof Egon Kapellari:
„Ruhiger“ Priester, „kein Volkstribun“
Katholisches.info >>

Steirische Kirche bald ohne Leitung
In einem Hirtenbrief verabschiedete sich Bischof Egon Kapellari von seiner Diözese und kündigte an, sich von der Spitze zurückzuziehen. Wer ihm nachfolgen wird, ist ungewiss.
Kleine Zeitung mit ausführlichen Beiträgen >>

Dienstag, 23. September 2014

Papst: Reformen in der Kirche gelingen nur mit guten Bischöfen

Franziskus fordert neugeweihte Bischöfe dazu auf, die Kirche "aufzuwecken" und "Beschützer der Freude am Evangelium" zu sein
18.09.2014

Die Erneuerung der katholischen Kirche hängt aus Sicht von Papst Franziskus von der Beziehung zwischen den Ortsbischöfen und den Gläubigen ab. "Jede authentische Reform der Kirche beginnt mit der Präsenz, jener Christi, die niemals fehlt, aber auch jener des Hirten, der im Namen Christi regiert", sagte er am Donnerstag im Vatikan vor den im vergangenen Jahr neugeweihten Bischöfen. Sie müssten in der Lage sein, ihre Kirchen "aufzuwecken", und ein glaubwürdiges Zeugnis als Nachfolger Jesu zu geben. Dazu dürfen sie nach Franziskus' Worten niemals das Staunen über Gottes Werke und die Nähe zu seinem Volk verlieren.

Er wisse, wie sehr der Glaube in der heutigen Welt zerstört werde. Aber, so Franziskus: "Eure Berufung ist es nicht, Wächter über eine gescheiterte Masse zu sein, sondern Beschützer der Freude am Evangelium. Deshalb dürft ihr euch nicht den einzigartigen Reichtum rauben lassen, den wir schenken können und den sich die Welt nicht selber geben kann: die Freude über Gottes Liebe." Es gebe nichts Wichtigeres, als die Menschen zu Gott zu führen, vor allem in dramatischen Zeiten, wie sie die Welt gerade durchlebe.

Franziskus warnte die Bischöfe davor, ihre innere Freiheit aufs Spiel zu setzen, indem sie sich mit einem Hofstaat umgeben. Bischöfe bräuchten keinen Chor von Ja-Sagern, sondern Überzeugungskraft, Ausdauer, Konstanz und Geduld. Der Papst legte ihnen besonders die Sorge um die Jugendlichen und die Alten ans Herz. Denn die einen seien die "Flügel", die anderen die "Wurzeln" der Gesellschaft. Daneben müsse ein Bischof stets den Priestern seiner Diözese nahe sein. Es müsse immer Raum da sein, um sie zu empfangen und ihnen zuzuhören.

Franziskus sprach vor 120 neugeweihten Bischöfen. Sie hatten in den vergangenen zwei Wochen an einem Lehrgang im Vatikan, den die Bischofs- und die Ostkirchenkongregation jedes Jahr für die neuen Träger der dritten katholischen Weihestufe durchführen. Unter ihnen war in diesem Jahr auch der neue Passauer Bischof Stefan Oster.
Quelle: Kathpress


Papst an Seelsorger: Werdet nie wie die Pharisäer
Franziskus bei Pastoraltagung zu seinem Lehrschreiben "Evangelii gaudium": Wer nur auf Regeln und Instruktionen schaut, ähnele Pharisäern
19.09.2014

Vatikanstadt, 19.09.2014 (KAP) Seelsorger dürfen sich nach den Worten von Papst Franziskus nicht vor den vielfältigen pastoralen Herausforderungen der Gegenwart hinter Glaubensregeln verstecken. Sie sollten nicht aus Angst und Verteidigungsdenken heraus in einen "Klerikalismus" verfallen, sagte Franziskus am Freitag bei einem Treffen mit Teilnehmern einer Tagung zu seinem ersten Lehrschreiben "Evangelii gaudium" im Vatikan. Wer sich nur auf Regeln und Instruktionen konzentriere, ähnele den Pharisäern und Schriftgelehrten des Neuen Testaments, also den Widersachern Jesu, mahnte Franziskus die Gäste in der großen Audienzhalle.
Quelle: Kathpress


Papst: "Bischöfe müssen die Armut lieben"
Von bischöflicher Lebensführung müsse ein "authentischer missionarischer Impuls" ausgehen, sagte Franziskus in einer Ansprache vor Bischöfen aus Afrika und Asien
20.09.2014

Vatikanstadt, 20.09.2014 (KAP) Papst Franziskus hat die katholischen Bischöfe erneut zu einem bescheidenen Lebensstil aufgerufen. Sie müssten die Armut lieben, sagte er am Samstag in einer Ansprache vor Bischöfen aus Afrika und Asien im Vatikan. Armut bedeute frei zu sein für Gott und "einfach und sparsam zu leben". Zugleich forderte er die Bischöfe auf, Diener der ihnen anvertrauten Gläubigen zu sein. Die Kirche brauche Bischöfe, "die wissen sich vor anderen niederzuknien, um ihnen die Füße zu waschen".

Bischöfe müssten "Hirten, milde Väter und Brüder" sein, die "nahe bei den Leuten sind", so Franziskus weiter. Von ihrer Lebensführung und ihre Amtsausübung müsse ein "authentischer missionarischer Impuls" ausgehen, der neue Mitglieder für die Kirche werbe.

Der Papst ermahnte die Bischöfe zudem, stets dafür zu sorgen, dass ihre Gläubigen einig sind und treu zur Botschaft Jesu und zur Kirche stehen. Franziskus sprach vor den Teilnehmern eines vatikanischen Seminars für neuernannte Bischöfe aus Afrika und Asien, das von der Missionskongregation organisiert wurde.
Quelle: Kathpress

Donnerstag, 28. August 2014

Wenn aus Ehrfurcht Furcht wird

Interessant und sehr treffend!  Limburg steht hier exemplarisch auch für die Situation in anderen Diözesen. "Scherbenhaufen" (wie der Autor des Beitrages schreibt) gibt es leider nicht nur in Limburg.
Das Buch habe ich schon gekauft.
Und wieder einmal ein fundierter Beitrag für die Notwendigkeit von Reformen in der katholischen Kirche. Insbesondere auch was das Bischofsamt betrifft.

Warum konnte ein Bischof wie Franz-Peter Tebartz-van Elst die katholische Kirche so tief in die Krise stürzen? Ein Buch analysiert die Limburger Kirchenkrise und ihre Folgen.

Wieso konnte der damalige Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, so lange offenbar ungehindert schalten und walten, wie es ihm beliebte? Weshalb war da niemand, der ihn stoppen oder doch wenigstens auf einen anderen Weg als den der Lüge, Verschwendung und der Gängelung von Mitarbeitern und pastoralem Personal führen wollte und konnte?

Vielleicht gibt Klaus Lüdicke auf diese Fragen die beste Antwort. „Es ist der Respekt vor dem Amt, der dazu beiträgt, dass Mitarbeiter der Kirche nicht den Mut finden, sachlich notwendige Einwände gegen das Handeln kirchlicher Oberer [vorzutragen], wenn es eigentlich ihre dienstliche Aufgabe wäre, Stellung zu nehmen“, schreibt der Kirchenrechtler Lüdicke mit Blick auf die Limburger Geschehnisse. Der „geschuldete Respekt“, so Lüdicke, die „Ehrfurcht vor dem Amt“, könne leicht in Furcht umkippen, „die einen notwendigen Einspruch gegen bischöfliche Anordnungen unterdrückt“.

Franz-Peter Tebartz-van Elst ist am 26. März als Bischof von Limburg zurückgetreten, sein Umzug nach Regensburg steht unmittelbar bevor. Zurück lässt er einen Scherbenhaufen, dessen nähere Betrachtung immerhin die Chance bietet, es künftig besser machen zu können.

„Der Fall Tebartz-van Elst – Kirchenkrise unter dem Brennglas“ heißt das gerade bei Herder erschienene Buch, das eben diesen Versuch unternimmt, aus Schaden klug zu werden. Dieser gut 200 Seiten starken Sammlung von Aufsätzen zur Causa Tebartz sind die Zitate Lüdickes entnommen, der bis 2008 am Institut für Kanonisches Recht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster Kirchenrecht lehrte. Herausgegeben hat den Band der Direktor des Katholischen Zentrums Haus am Dom in Frankfurt, Joachim Valentin. 
Darin skizziert der FAZ-Redakteur Daniel Deckers noch einmal die Historie des Skandals, von der Wahl des Bischofs bis zu dem Tag, an dem ein „selbst gezimmertes Lügengebäude“ Tebartz-van Elst unter sich begraben habe. Da waren der Flug in die Slums von Indien, die immense Kostensteigerung für den neuen Bischofssitz, die dramatischen Einbrüche bei Kollekten für Hilfswerke und die explodierende Zahl von Kirchenaustritten. 

„Das Vertrauen in die Integrität und die Dignität des Bischofsamtes, das nach dem Missbrauchsskandal mühevoll wiederaufgebaut wurde, ist wohl unwiederbringlich dahin“, schreibt Deckers.
Dabei scheint es Christian Klenk, Mitarbeiter am Studiengang Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, verfehlt, den Medien eine Skandalisierung anzulasten. Die Kirche stehe vielmehr zu recht unter besonderer Beobachtung, weil sie für sich in Anspruch nehme, innerhalb der Gesellschaft ein Wächteramt wahrzunehmen.
 
Sie predige Normen und Tugenden und mahne deren Einhaltung an – „und muss sich an ihren eigenen Maßstäben messen lassen“, wie Klenk schlussfolgert. Es gehe um die Glaubwürdigkeit einer moralischen Instanz. Komme es dort zu Verfehlungen, sei dies keine innerkirchliche Angelegenheit. Und so geht die Causa Tebartz – jenseits von Voyeurismus und Schadenfreude – auch jene an, die der Kirche nicht nahestehen.

Das von Valentin herausgegebene Buch verfolgt ausdrücklich nicht die Absicht, fertige Lösungen für mögliche Reformen an Bischofsamt und Kirchenstrukturen anzubieten. Vielmehr soll aus der Analyse der Ereignisse ein Verständnis davon gewonnen werden, was geschehen ist und „welche Mentalitäten und Strukturen dafür verantwortlich waren“, wie es im Vorwort heißt.

Einige vorsichtige Ansätze für notwendige Veränderungen bieten die Autoren aber doch. Angefangen bei der Auswahl geeigneter Kandidaten für das Amt des Diözesanbischofs bis hin zur besseren Kontrolle der kirchlichen Vermögensverwaltung, wie sie der Kirchenrechtler Thomas Schüller fordert, der von 1993 bis 2009 die Stabsstelle Kirchliches Recht im Bistum Limburg leitete und 1997 bis 2001 vier Jahre lang persönlicher Referent des damaligen Limburger Bischofs und Tebartz-Vorgängers, Franz Kamphaus, war.
Es ist dem Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz vorbehalten, das letzte Wort im „Fall Tebartz-van Elst“ zu sprechen. „Eben langt’s!“ ist sein Beitrag überschrieben, der die Dinge aus Frankfurter, also aus großstädtischer Perspektive betrachtet. Am neuen Bischofssitz in Limburg lässt zu Eltz kein gutes Haar, nennt es Spukhaus und Spiegelkabinett, eine tief in den Felsen gegrabene Fluchtburg.

„Den Limburger Domberg sieht man von Frankfurt aus nicht. 75 Kilometer sind ein ausreichender Abstand“, stellt zu Eltz mit Erleichterung fest. Und doch: „Sechs lange Jahre Despotie und Duckmäusertum haben die stolze Stadtkirche schwer belastet“, stellt der Stadtdekan fest, der als Mitglied des Limburger Domkapitels sich selbst nicht von Schuld freisprechen kann und will: „Wie konnte das […] sein, dass wir sahen, ohne zu erkennen, und hörten, ohne zu verstehen?“, fragt er. Verstockung heiße das bei den Propheten. Und die Frage bleibe: „Sind wir jetzt gegen Totalitarismus gefeit?“

Das Buch:
Der >Fall< Tebartz-van Elst Joachim Valentin (Hg.), Verlag Herder 2014, 208 Seiten

Donnerstag, 24. Juli 2014

"Bischofsernennungen" im 3. Jahrhundert

Interessant, wie im 3. Jahrhundert die Bischöfe "erwählt" wurden.

"Auch diese Sitte geht, wie wir sehen, auf eine göttliche Weisung zurück, daß der Bischof in Gegenwart des Volkes vor aller Augen erwählt und durch öffentliches Urteil und Zeugnis als würdig und geeignet anerkannt wird. ... Vor der ganzen Gemeinde, so befiehlt der Herr, soll der Hohepriester aufgestellt werden, das heißt: er lehrt und zeigt, daß die Einsetzung von Priestern nur im Einverständnis mit dem dabei anwesenden Volk erfolgen darf, damit in Gegenwart der Gemeinde die Missetaten der Bösen aufgedeckt oder die Verdienste der Guten gepriesen werden und eine rechtmäßige und gesetzliche Ernennung zustande kommt, die durch Abstimmung und Urteil der Gesamtheit geprüft ist."
Cyprian von Karthago († 258)

Mittwoch, 9. Juli 2014

Kritik an der Bestellung des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger

Wer erinnert sich nicht sofort an Salzburg ... und wartet gespannt auf Graz ...
Domkapitulare im Freiburger Münster

Ist die Freiburger Bischofswahl zur Farce verkommen?
Machtspiele, Intrigen, Intransparenz: Der Vatikan hat das Freiburger Domkapitel erneut übergangen. Auf der Liste für die Wahl zum Erzbischof stand nicht ein einziger Vorschlag des Domkapitels. "Wir sind Kirche" spricht von einem Skandal.
Beitrag in Badische Zeitung >>


„Missachtung von Domkapitel und Kirchenvolk“
Kritik am Verfahren der Bischofsbestellung im Erzbistum Freiburg
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche hält es für einen Skandal, dass die Bischofskongregation in Rom alle drei vom Freiburger Domkapitel vorgetragenen Kandidaten übergangen und drei andere Personen auf die „Dreier-Liste“ (Terna) gesetzt hat, aus der das Domkapitel den neuen Freiburger Erzbischof zu wählen hatte. Damit ist der Mindeststandard ortskirchlicher Beteiligung missachtet worden.
Wir-sind-Kirche.de >>

Freitag, 13. Juni 2014

Kardinal Lehmann sieht Mängel bei der Ernennung von Bischöfen

Mängel bei der Ernennung von katholischen Bischöfen durch Rom sieht Kardinal Karl Lehmann. Es bestehe der Hang, «nicht nur – was ganz selbstverständlich ist – kirchlich loyale Bischöfe zu ernennen, sondern auch Kandidaten vorzuziehen, die – wie man gerne sagt – wenig Schwierigkeiten machen, vielleicht sogar pflegeleicht sind», sagte der Kardinal nach Angaben des Bistums Mainz vom Donnerstag, 12. Juni, vor Kirchenhistorikern in Mainz. Ohne grössere Selbstständigkeit und ohne die geforderte Zivilcourage könne man aber die Erfordernisse eines heutigen Bischofs nicht erfüllen.

«Der Reformwille, den zweifellos auch Papst Franziskus hat, muss sich besonders in dieser Hinsicht konkret bewähren», sagte der Kardinal. Nach seiner Erfahrung sei dies noch ein weiter Weg. Dabei gehe es wirklich darum, misstrauische Mentalitäten in Rom zu ändern. Hochmut gegenüber der Kurie sei freilich nicht am Platz, denn dort arbeiteten sehr viele unter nicht einfachen Bedingungen «gut, kompetent und selbstlos».

Mangelnde Zivilcourage
Lehmann machte deutlich, dass er das «ewige Jammern über den römischen Zentralismus», den es gewiss in unangemessener Form heute noch gebe, nicht mehr hören könne, wenn man selbst nicht die Initiativen zu Reformen ergreife, die notwendig seien. «Auch wenn man vielleicht mehrfach abgeschüttelt wird, so muss man hier in Geduld und Beharrlichkeit auch öfter seine eigenen Überzeugungen zu Gehör bringen», sagte Lehmann. Es fehle aber oft an Zivilcourage.
kipa >> 


„Der bischöfliche Dienst macht demütig“
Vortrag von Kardinal Lehmann zu den Anforderungen eines Bischofs
Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, hat betont, dass der bischöfliche Dienst „im Kern und Grunde etwas ist, was sehr demütig macht“.
Zusammenfassung auf Bistum Mainz >>

Das Referat im Wortlaut >>

Mittwoch, 12. Februar 2014

Laieninitiative befasst Parlament mit Bischofsernennungen

Wen vertreten die Bischöfe?
Die Ernennung von Bischöfen der römisch-katholischen Kirche ist nicht zur Gänze eine autonome innerkirchliche Angelegenheit. Nicht umsonst sieht das Konkordat vor, dass die Regierung Einwände gegen eine geplante Ernennung vorbringen kann. Die Tatsache, dass der Vatikan die Ernennung von Bischöfen ganz an sich gezogen hat, bedeutet, dass österreichische Staatsbürger in für unser Land wichtige öffentliche Positionen von einer ausländischen Instanz befördert werden, wobei ihnen von dieser eine absolute Gehorsamspflicht auferlegt wird. Es kann der Regierung nicht gleichgültig sein, wenn die Bischöfe in Verhandlungen mit dem Staat nicht die Interessen der österreichischen Katholikinnen und Katholiken, sondern jene des Vatikan zu vertreten haben.

Mitspracherecht nützen!
Die Laieninitiative versucht seit Jahren, die Bundesregierung darauf hinzuweisen, dass sie als Vertragspartner des so genannten „Heiligen Stuhls“ nach dem Konkordat ein Mitspracherecht bei Bischofsernennungen hat, welches sie aber nicht ausübt. Sie hätte daher die Möglichkeit, sich zu vergewissern, ob eine für die katholische Bevölkerung verträgliche Vorgangsweise eingehalten wurde. Fehlbesetzungen haben die Kirche nicht nur in unserem Land mehrfach vor große Belastungsproben gestellt. Immer wieder herrscht Verbitterung darüber, dass vor solchen Entscheidungen die Meinungen der Seelsorger und des Kirchenvolkes weder erforscht noch berücksichtigt werden. Auch unter dem neuen Papst ist bei den bevorstehenden Besetzungen von Diözesen eine Wiederholung dieses gravierenden Missstands zu befürchten.

Die Regierung ist untätig
Die Bundesregierung hat sich auf den Standpunkt zurückgezogen, dass auch die Nutzung des geltenden Konkordats einen Eingriff in die Religionsfreiheit bedeuten und dem Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat widersprechen würde. Damit kann sich die Reformbewegung nicht abfinden und hat sich mit den beigeschlossenen Schreiben an den Nationalrat gewandt.


Hauft: Eine Grundsatzfrage von Rechtsstaat und Demokratie

Die Vorsitzende der Laieninitiative Margit Hauft erklärt dazu:
 
Fehlende Transparenz
„Die Religionsgemeinschaften spielen im öffentlichen Leben eine bedeutende Rolle. Sie haben von der Republik besondere Rechte und Vorteile erhalten. Wenn heute überall Transparenz und Teilnahme gefordert werden, kann davon eine so wichtige Entscheidung wie die über die Leitung von Diözesen nicht ausgenommen werden. Keinesfalls sollte da der Eindruck von Willkür entstehen.

Keine Einschränkung der kirchlichen Autonomie
Die Regierung hat die Verpflichtung, darauf zu achten, dass überall jene Regeln eingehalten werden, die inzwischen zum unverzichtbaren Standard heutiger Gemeinwesen geworden sind. Wo immer die Möglichkeit besteht, dies einzumahnen, muss es auch geschehen. Damit wird das garantierte Recht der Kirchen auf Autonomie in keiner Weise beeinträchtigt, zumal das Konkordat nur ein Recht auf Stellungnahme einräumt. Auf dessen Ausübung dürfte aber nicht einfach verzichtet werden. Wir wollen ganz bewusst mit diesem Problem die Volksvertretung befassen, deren Aufgabe es ist, Handeln oder Untätigkeit der Regierung zu beurteilen.“

Brief an die Parlamentsklubs als PDF >> 

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Die kirchlichen Reformbewegungen in Österreich bitten um Ihre Unterstützung:
Aktion Bischofsernennung >>
Online-Unterstützung >>

Montag, 23. Dezember 2013

Bischofsernennungen: "So kann es nicht weitergehen"

Der Essener katholische Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich für mehr Beteiligung der Gläubigen bei der Wahl der Bischöfe ausgesprochen. "Von einer Wahl halte ich viel, allerdings im Sinne einer repräsentativen Demokratie", sagte der 49-Jährige in einem am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Interview der ZEIT-Beilage "Christ & Welt" . "Das Domkapitel sollte die Vertreter der Gläubigen nach Kandidaten fragen"

katholisch.de >>

Zollitsch: Verjüngung tut der Kirche gut
Die katholische Kirche in Deutschland bereitet sich auf ein größeres Stühlerücken an ihrer Spitze vor. Im nächsten Jahr kämen in mehreren der insgesamt 27 Diözesen neue Bischöfe und damit eine neue Führung ins Amt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.
Mittelbayrische >>

Montag, 9. Dezember 2013

Sie haben ja (noch!) das Konkordat

Lieber Edi – Die Stellungnahme der Laieninitiative zu den künftigen Bischofsernennungen und dort v.a. der Appell an die Bundesregierung gibt mir zu denken!
Alles Gute, herzlich Lothar

Die Laieninitiative analysiert aus meiner Sicht die Situation völlig richtig:
Das Wollen von Papst Franziskus ist „beim vatikanischen Leitungsapparat noch nicht angekommen“. Und es ist zu erwarten, dass dies noch eine Weile dauern wird – deshalb ist das Engagement von Laien – und Pfarrerinitiativen, „Wir sind Kirche“ usw. höchst wichtig. Wir dürfen diesen Papst nicht allein lassen! Sonst gewinnt letztlich die vatikanische Bürokratie. Gegen ihn und gegen uns.
Die Vorgangsweise in Salzburg mag als Warnung zu verstehen sein – allein die Aufnahme des dortigen Weihbischofs in den Dreiervorschlag ist für die Allermeisten eine Zumutung! Unvorstellbar, was das für Konsequenzen beim mündig gewordenen Kirchenvolk gehabt hätte – aber darum kümmert sich ein Apparat ja nicht – er hat ja (noch!) „das Konkordat“.
Hier liegt die Stellungnahme der Laieninitiative sicher richtig! Sie ist ganz im Sinne einer im Volk verwurzelten Kirche. Den Vertretern des Apparats sei gesagt, dass jedes Konkordat auch einmal in Frage gestellt werden kann! Von beiden Seiten.

Wo steht denn das im Konkordat?
In der Stellungnahme wird die Bundesregierung aufgefordert, „die Katholiken nicht im Stich zu lassen“. Sie müsste sich zumindest vergewissern, dass auch der Vertragspartner „Heiliger Stuhl“ die Spielregeln eines zeitgemäßen Gemeinwesens beachtet“. Inhaltlich völlig richtig – aber rechtlich sicher daneben! Wo steht denn das im Konkordat, auf das sich die Apparatvertreter (noch) berufen können?

Man wollte „nicht Schicksal spielen“. Dann kam Groer.
Nach langen Jahren des Anhängens an eine kräftige Stellungnahme der Bundesregierung bei Bischofsernennungen bin ich mir jetzt hier nicht mehr so sicher! Soll wirklich die Bundesregierung die Aufgabe von uns KatholikInnen übernehmen und für den Anspruch des Kirchenvolkes auf akzeptable Bischöfe sorgen müssen?
Müssten nicht wir das machen – Sanktionsmittel positiver und negativer Art hätten wir ja genug! Auch ein „Apparat“ kommt nicht um Mitgliedszahlen, Mitgliedsbeiträgen, Image, gut organisierten Initiativen usw. herum! Ist ja die einzige Sprache, die er anscheinend versteht! Aber diese „Sprache“ wird ja oft „aus mitbrüderlicher Rücksicht“ nicht gesprochen.

Auch nicht von den Bischöfen! Zu meinem Entsetzen habe ich gehört, dass es vor der Bestellung von Kardinal Groer auch keine Vorschläge von dieser Seite gegeben habe! „Man wolle nicht Schicksal spielen“! Welch grandiose Überschätzung der Rolle der Kirche! Die Folgen sind bekannt! Im Apparat gibt es natürlich keine Verantwortlichen. Die glauben noch, ihre Machtspielchen kämen beim Kirchenvolk und bei Gott irgendwie an.

Lothar Müller

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Bischofsernennungen als Prüfstein für den neuen Papst

Presseaussendung:

In Zusammenhang mit der bevorstehenden Bischofsernennung in Graz ist eine neuerliche autoritäre vatikanische Entscheidung zu befürchten. Ersten Informationen zufolge, soll wieder gegen den Willen der Diözese gehandelt werden. Dazu nimmt die Laieninitiative wie folgt Stellung:

Bischofsernennungen als Prüfstein für den neuen Papst
Die bisherigen Erklärungen von Papst Franziskus über sein Verständnis des Petrusdienstes lösen allseits Hoffnungen auf eine wesentliche Verbesserung der krisenhaften Kirchensituation aus. Zweifellos muss man ihm Zeit geben, seine Vorstellungen auch durchzusetzen. Es gibt aber leider Hinweise darauf, dass diese beim vatikanischen Leitungsapparat noch nicht ernst genommen werden. Bekanntlich wurde bei der Besetzung der Diözese Salzburg das Wahlrecht des Domkapitels auf üble Weise ausgetrickst, indem auf den Dreiervorschlag neben dem offenbar gewünschten Kandidaten zwei unannehmbare gesetzt wurden. Von einer wirksamen Mitwirkung des Klerus und der Laienvertreter war keine Rede.  

Der Papst hat mehrmals bekundet, dass er mehr Mitsprache des Kirchenvolkes will. In Salzburg ist jedoch von den alten konservativen Seilschaften offenbar hinter seinem Rücken das Gegenteil durchgesetzt worden. Wenn nun demnächst eine weitere Bischofsernennung in der steirischen Diözese bevorsteht, ist eine Wiederholung dieser Sabotage des päpstlichen Wollens zu befürchten. Es gibt ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass neuerlich eine Ernennung abseits der berechtigten Wünsche des Kirchenvolks geplant ist. Wenn dies gelingen sollte, wären sehr ernste und besorgniserregende  Zweifel angebracht, ob dem neuen Papst der von ihm gewünschte Kurswechsel tatsächlich gelingt!

Die Bundesregierung darf die Katholiken nicht im Stich lassen!
Die Laieninitiative hat bereits wiederholt die Bundesregierung auf ihr nach dem Konkordat zustehendes Mitwirkungsrecht bei der Bischofsernennung hingewiesen, es wird jedoch nicht genutzt. Das wirft auf die demokratische Einstellung der Regierung kein gutes Licht. Sie müsste sich zumindest vergewissern, dass auch der Vertragspartner "Heiliger Stuhl" die Spielregeln eines zeitgemäßen Gemeinwesens beachtet. Das Aufoktroyieren eines den Vorstellungen bestimmter reaktionärer Kreise genügenden Kandidaten ohne Befassung der davon Betroffenen sollte keineswegs hingenommen werden!

Die Laieninitiative richtet in diesem Sinn einen neuerlichen Appell an die Bundesregierung, nicht tatenlos zuzusehen, wenn wesentliche Interessen der katholischen Bevölkerung von einer ausländischen Macht missachtet werden.

Rückfragen:
Margit Hauft (Vorsitzende der Laieninitiative): margit_bert.hauft@aon, 0676/9641713
Peter Pawlowsky (Vize-Vorsitzender): peter.pawlowsky@chello.at,  0664/4037640
www.laieninitiative.at

Montag, 18. November 2013

Laien kritisieren Salzburger Dreiervorschlag - Laieninitiative fordert Transparenz

Weihbischof Andreas Laun im Dreiervorschlag ist empörend
Während die Reaktionen der reformorientierten katholischen Organisationen Österreich zum neuen Erzbischof von Salzburg verhalten ausfallen, wird der Dreiervorschlag aus Rom heftig kritisiert.
Franz Lackner, der neue Erzbischof von Salzburg, ist für Hans Peter Hurka, den Vorsitzenden der Plattform Wir sind Kirche, „einer aus dem System“ und „einer, der gelernt hat, zu gehorchen“. Weder in die eine noch in die andere kirchenpolitische Richtung habe der bisherige Weihbischof in Graz in der Vergangenheit Profil erkennen lassen. „Diese Ernennung ist keine Katastrophe, aber von diesem Erzbischof ist auch nicht Neues zu erwarten, was allerdings dringend notwendig wäre“, so Hurka gegenüber religion.ORF.at.

Sehr kritisch sieht Wir sind Kirche allerdings den Dreiervorschlag aus Rom, aus dem Lackner vom Salzburger Domkapitel gewählt wurde. Neben dem künftigen Erzbischof enthielt der Vorschlag die Namen des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun und des Rektors der Theologischen Hochschule Heiligenkreuz, Karl Wallner - beide gelten als konservativ.

Lackner „das kleinere Übel“
„Wenn diese Liste wirklich stimmt, dann ist Lackner definitiv das kleinere Übel“, so Hurka dazu. Als er die drei Namen gehört habe, sei er sehr enttäuscht gewesen: „Ich hätte mir unter Franziskus andere Namen erwartet.“ Allerdings, hält Hurka fest, gehe er davon aus, dass nicht Franziskus persönlich für den Dreiervorschlag verantwortlich sei, sondern dass dieser schon während des Pontifikats Benedikts XVI. „irgendwo in einer Schublade gelegen sei und jetzt wieder hervorgeholt wurde“.
Er wolle Laun und Wallner zwar nicht schlecht machen, so Hurka, allerdings seien sie beide keine Menschen, von denen man Antworten auf die großen Fragen des 21. Jahrhunderts erwarten könne.
Hurka nimmt auch den Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, in Schutz. Der Nuntius hat unter anderem die Aufgabe, regelmäßig Listen mit bischofstauglichen Priestern nach Rom zu schicken und spielt damit bei Bischofsernennungen eine wichtige Rolle. „Ich glaube nicht, dass der Nuntius diese Namen nach Rom gemeldet hat“, so Hurka. „Ich nehme ihm ab, dass er die Wünsche der Menschen mit einbezieht.“

Laieninitiative fordert Transparenz
Auch Margit Hauft, Obfrau der Laieninitiatve und ehemalige Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, glaubt, dass der Dreiervorschlag in Rom entstanden ist. „Ich habe Nuntius Zurbriggen in zahlreichen Gesprächen als einen Mann kennengelernt, der das Ohr beim Volk hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er diese Namen forciert hat“, so Hauft im Gespräch mit religion.ORF.at.
Generell ist die Bestellung des Erzbischofs von Salzburg für die Obfrau der Laieninitiative ein „weiterer Beweis dafür, dass diese Ernennungsvorgänge sehr problematisch sind und viel transparenter gestaltet werden müssten“. „Nicht nur ich, sondern auch viele andere fragen sich, wo diese Namen hergekommen sind und warum hier überhaupt nicht darauf gehört wird, was das Kirchenvolk sich wünscht.“
Immerhin - mit einem Erzbischof Lackner scheint Hauft nicht unzufrieden zu sein: Sie habe ihn als Jugend- und Sportbischof als gesprächsbereiten Menschen erlebt und wünsche sich, dass er das auch gegenüber den Reformorganisationen in der katholischen Kirche Österreichs sein werde. Ob er selbst Akzente in diese Richtung setzen werde, könne sie aber nicht beurteilen. „Ich würde mir vom neuen Erzbischof, der ja großer Fußballfan ist, durchaus Stürmerqualitäten wünschen, nicht nur Verteidigerqualitäten.“
Quelle: religion.orf.at 


Herbert Kohlmaier auf seinem Blog "Zeitqualität" >>
Die Vorgangsweise bei der Ernennung von Bischöfen ist für alle Erneuerungswilligen ein arger Stein des Anstoßes. Viel Schlimmes passierte ja, weil man willkürlich „kirchenpolitisch“ vorging und sich nicht um die Meinung der Betroffenen kümmerte. Mehrere gewichtige Äußerungen des neuen Papstes kündigten allerdings an, dass er nicht mehr autoritär sondern unter Bedachtnahme auf die Meinung des Gottesvolkes vorgehen wolle. Personalpolitik gehört wohl zu den wichtigsten Dingen, gerade in der Kirche! Und nun passierte bei der Ernennung des neuen Salzburger Erzbischofs geradezu Unfassbares.
In dieser Diözese konnte das Domkapitel sein Recht bewahren, aus einem Dreiervorschlag des Vatikans den Geeignetsten auszuwählen. Zwei in diesem sind nun ausgeprägt Konservative, einer der bisherige Weihbischof Laun. Er ist als Kandidat absolut ungeeignet. Seine vorherige Berufung ist ein Teil der Maßnahmen, um die Kirche Österreichs durch romtreue Hardliner zu disziplinieren (Krenn, Goer, Eder & Co.) Laun glänzte einmal mit einer Kampfschrift, in der er erklärte, die Kirche Jesu dürfe keinesfalls eine „der Basis“ sein. Schätzt nicht Franziskus gerade diese?
Als Laun die deutsche Bischofskonferenz 1999 wegen ihrer Haltung zur Schwangerenberatung kritisierte, wies ihn diese mit der Feststellung zurecht, es handle sich um diffamierende und reine Polemik – man bedürfe nicht der Belehrung durch einen „Kleininquisator“. Dass ein solcher wohl nicht zum Jux sondern ernsthaft als „Primus Germaniae“ (Ehrentitel des Salzburger Erzbischofs) vorgeschlagen wird, ist ein unüberhörbares Signal der dreisten Absicht, die alten Missetaten fortzusetzen. Wer trägt dafür die Verantwortung? Der Nuntius oder die Berater des Papstes?

Mittwoch, 13. November 2013

Salzburg hat gewählt

Paul M. Zulehner:

Das Domkapitel in Salzburg hat also Weihbischof Lackner zum Erzbischof gewählt. Die Dreier-Liste aus der Bischofskongregation (Chef: der Canadier Quellet) war, so sagen Salzburger Insider, eine “Zumutung”: Lackner-Laun-Wallner. Immerhin, Salzburg ist noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Lackner hat sich Bedenkzeit erbeten. Diese Zeit will angeblich Bischof Kapellari verwenden, um Wallner für Graz zu verhindern. Das sollte angeblich der Plan sein: Wenn Lackner in Salzburg zusagt (was er angesichts der Alternativen hoffentlich tut -Bitte, Herr Weihbischof, sagen Sie zu!), wird gleichzeitig Wallner für Graz ernannt.

Es dauert offensichtlich lange – zu lange? – , bis sich der Kurs von Franciscus im kirchlichen Alltagsbusiness durchsetzt. Das ist schade, weil die Ernennung von Bischöfen ein überaus wirksames Mittel ist, die Kirche auf einen neuen Kurs zu bringen, was ja Franciscus offensichtlich will. Österreich hat in der Nach-König-Zeit mit dem “neuen Kirchenkurs” Groer, Krenn, Küng, Laun, Eder nicht gerade gute Erfahrungen gesammelt. Kapellari assoziierte damals die Kartage mit den leidvollen Erfahrungen der Kirche im Land. Kein Wunder, dass er seiner Diözese wieder solche schwere Tage ersparen will.

Kann sich der Papst verlassen, dass seine Zuarbeitenden im Vatikan und in den Nuntiaturen ihn bei der biblischen und franziskusartigen Neuausrichtung der katholischen Weltkirche wirklich unterstützen? Wie kann sichergestellt werden, dass die Kriterien von Franciscus für geeignete Bischöfe (“sie sollen nach der Herde riechen”) auf die künftigen Kandidaten fürs Bischofsamt zutreffen? Besteht nicht doch eine beträchtliche Spannung zwischen der Salzburger Liste und den kirchenpolitischen Visionen von Franciscus? Wer hat diese Personen dem Papst vorgeschlagen?

Solche Fragen drängen sich dem wohlwollend-kritischen Beobachter auf.  Der Ruf nach mehr Transparenz und Beteiligung bei der Suche nach Kandidaten für kirchliche Leitungsämter auf allen Ebenen wird in der nächsten Zeit zunehmen. Und das Zu Recht: Denn es ist ein heiliges “Recht” des Volkes Gottes, das auch dieses Mal grob verletzt worden ist. Und wie Rom zur Vorbereitung der Bischofssynode zur Familie die betroffenen Menschen in den Pfarrgemeinden fragen lässt, so wird es eines Tages die Menschen auch fragen, wenn es um die Suche nach einem Kandidaten für das Bischofsamt geht. Im Erzbistum Köln hat sich bereits eine starke Initiative gebildet, die mitsprechen will. Die Kirche in Österreich hätte sich schon viel an Schaden erspart, wäre dies in den letzten Jahrzehnten schon geschehen.

Ich fürchte, dass das so wohltuende Franciscus-Hoch durch solches Vorgehen beschädigt wird. Schade.

Quelle: Blog zu Welt und Kirche von Paul M. Zulehner >>

Bischofswahl in Salzburg: Heftige Kritik an Dreierliste
Fehlende Transparenz bei der Bischofswahl in Salzburg und ein offensichtlich konservativer Dreiervorschlag aus Rom erhitzen die Gemüter. Für einige Laien in der Erzdiözese ist diese Vorgehensweise ein Schlag ins Gesicht.
Salzburger Nachrichten >>

Unheiliger Rest aus dem alten Rom
Salzburgs Katholiken werden mit Franz Lackner gut leben können. Aber die Dreierliste aus Rom war eine Zumutung.
Salzburger Nachrichten >>

Dienstag, 25. Juni 2013

Papst: "Wer Bischof werden will, ist für das Amt ungeeignet"

Zur Rolle des Nuntius Peter Zurbriggen bei der Ernennung von Bischof Zsifkovics siehe meinen Beitrag vom 13.12.2010:
Bischofswechsel in Eisenstadt – eine mehrfach unerträgliche Vorgangsweise



Franziskus in Ansprache an die apostolischen Nuntien: Kandidaten sollen "Hirten nahe bei den Leuten" sein

Besonders wichtig sei, dass Bischofskandidaten die Armut liebten - "innere Armut als Freiheit für den Herrn und äußere Armut als Einfachheit und Schlichtheit des Lebens, dass sie nicht die Geisteshaltung von Fürsten haben". Übertriebener Ehrgeiz sei fehl am Platz, schon Papst Johannes Paul II. habe "volentes nolumus" - "die die wollen, wollen wir nicht" - als Vorbedingung genannt, erinnerte Franziskus.
Kathpress >>


Papst Franziskus an Vatikanbotschafter: „Schlagt gute Hirten vor“
Papst Franziskus hat an diesem Freitagvormittag die Apostolischen Nuntien aus aller Welt empfangen, die in diesen Tagen – noch auf Einladung Benedikt XVI. – im Vatikan zu Beratungen zusammen gekommen sind. In seiner Ansprache an die päpstlichen Gesandten erinnerte Franziskus an die schwierigen Lebensumstände, die die Diplomaten im Dienst der Weltkirche auf sich nehmen, und ermunterte sie, diese als Möglichkeit zu begreifen, ohne den Ballast weltlicher Güter und Beziehungen Gott noch näher zu kommen. Er betonte außerdem die wichtige Rolle, die die Gesandten bei Empfehlungen für die Besetzung der lokalen Bischofssitze hätten. Die Nuntien sollten „gute Hirten“ vorschlagen. Franziskus führte aus:

„Ihr kennt den berühmten Ausdruck, der ein grundlegendes Kriterium bei der Wahl dessen, der regieren soll, darstellt: si sanctus est oret pro nobis, si doctus est doceat nos, si prudens est regat nos – wenn er heilig ist, bete er für uns, wenn er gelehrt ist, lehre er uns, wenn er wohl bedacht ist, regiere er uns. Bei der delikaten Aufgabe, die Untersuchungen zu den Bischofsernennungen anzustellen, seid darauf bedacht, dass die Kandidaten Pastoren nahe bei ihren Gläubigen sind: das ist das erste Kriterium. Hirten nah beim Volk. Aber, der ist doch ein großer Theologe, ein schlauer Kopf… Na, dann soll er doch auf die Universität gehen, da wird er sicher viel Gutes tun! Aber Hirten? Die brauchen wir.“
Väter und Brüder, bescheiden, geduldig und barmherzig sollten sie sein, so fuhr Papst Franziskus fort in der Aufzählung der Kriterien, die er für die neuen Bischöfe als unabdingbar betrachtet:

„Dass sie die Armut lieben, innere Armut als Freiheit für den Herren und äußere Armut als Einfachheit und Schlichtheit des Lebens, dass sie nicht die Geisteshaltung von „Fürsten“ haben. Seid darauf bedacht, dass sie nicht ehrgeizig seien, dass sie das Bischofsamt nicht anstreben: man sagt, dass Johannes Paul II. in einer ersten Audienz, zu der ich gerade die Einzelheiten nicht erinnere, gesagt habe: das erste Kriterium ist volentes nolumus („die die wollen, wollen wir nicht“). Wenn ihr einen habt, der das Bischofsamt anstrebt, dann geht das nicht. Und dass sie Gatten einer Kirche seien, ohne ständig nach einer anderen zu suchen. Darüber werde ich mehr sagen, wenn meine Worte nicht aufgenommen werden…“
Die Apostolischen Nuntien, so führte Franziskus in seiner Ansprache aus, müssten in ihrem rastlosen Leben viele Entbehrungen auf sich nehmen. Dies sei vergleichbar mit dem rastlosen Wandern Abrahams unter Verzicht auf jede Sicherheit, von dem das Buch Genesis berichtet (vgl. auch Hebräerbrief Kap. 11). Dies bedinge, von eigenen Wünschen und Gütern in gewisser Weise Abstand zu nehmen; auch Karrieredenken sei nicht angebracht und gebe die Betroffenen vielmehr der Lächerlichkeit preis. Diesen Abstand könne man jedoch nur durch eine konstante Beziehung zu Jesus Christus erhalten:

„Euer Leben ist oftmals schwierig, manchmal auch in Orten des Konfliktes – das weiß ich gut -, eine ständige Pilgerreise ohne die Möglichkeit, Wurzeln an einem Ort, in einer Kultur, in einer spezifischen kirchlichen Umgebung zu schlagen. Aber es ist ein Leben, das den Versprechen entgegen geht und sie von weitem grüßt. Ein Leben auf der Reise, aber stets mit Jesus Christus, der euch bei der Hand hält. Vielen Dank nochmals dafür! Wir wissen, dass unsere Stabilität nicht an Dingen hängt, an den eigenen Projekten oder dem eigenen Ehrgeiz, sondern daran, dass wir wahre Hirten sind, die den Blick nicht von Christus abwenden.“
Das Treffen der 150 Nuntien geht zurück auf eine Initiative Benedikt XVI.. Dieser hatte gewünscht, dass die päpstlichen Gesandten aus aller Welt im Jahr des Glaubens im Vatikan zusammen kämen, um gemeinsam zu beten und sich über die Belange in ihren einzelnen Wirkungsgebieten auszutauschen. Papst Franziskus hatte das Treffen nach seinem Amtsantritt bestätigt. Als Andenken überreichte er den Diplomaten im Verlauf der Audienz jeweils ein kleines 85g schweres Silberkreuz, das von den Goldschmieden Claudio und Piero Savi eigens für diese Gelegenheit gefertigt worden war. Noch bis Samstag werden die Nuntien im Vatikan verweilen, bevor sie wieder an ihre Posten zurückkehren; für Freitagabend ist im Hof der Casina Paolo VI. in den Vatikanischen Gärten ein gemeinsames Abendessen mit Papst Franziskus geplant, unweit des aktuellen Domizils des emeritierten Papstes Benedikt XVI.



Mittwoch, 8. Mai 2013

Benno Elbs wird neuer Bischof von Feldkirch

Diese Entscheidung ist zu begrüßen und ein Zeichen, dass Bischofsernennungen auch mit Rücksichtnahme der Ortskirche erfolgen können.

Der Ministerrat hat den Vatikanvorschlag, Benno Elbs zum Bischof von Feldkirch zu ernennen, am Dienstag bestätigt. Elbs war bislang Diözesan-Administrator. Die Bundesregierung nehme den Vorschlag des Vatikans mit Wohlwollen auf.
vorarlberg.orf.at >>

Benno Elbs neuer Bischof von Feldkirch
Rom setzt ein Zeichen: Vorarlberg bekommt modernen Bischof. Elbs übernimmt die Nachfolge von Elmar Fischer.
KURIER >>

Dienstag, 18. September 2012

Gegen die vatikanische Personalpolitik

Die Reformbewegungen in der katholischen Kirche Österreichs haben in ihrer gemeinsamen Aktion „Bischofsernennung“ die Kirchenleitung dazu aufgerufen, die bevorstehenden Besetzungen von Diözesen nicht ohne Bedachtnahme auf die Wünsche der Ortskirche vorzunehmen. Ebenso wurde die Bundesregierung aufgefordert, ihr im Konkordat verankertes Mitwirkungsrecht wahrzunehmen.
Diese Aktion wurde bisher von über 3.500 Personen unterstützt.

Wie zu erwarten war und dort schlechte Sitte ist, erfolgte keinerlei Reaktion seitens kirchlicher Stellen, obwohl der Nuntius und sämtliche Bischöfe informiert worden waren. Der Bundeskanzler hat hingegen mitteilen lassen, es wäre der Grundsatz der Nichteinmischung in innerkirchliche Angelegenheiten zu beachten.

Doch gilt dieser Grundsatz dann nur eingeschränkt, wenn die Bischöfe als Verhandlungspartner dem Staat gegenüber auftreten. Daher kann der Rückzug auf eine Nichteinmischung nicht einfach akzeptiert werden. Die in der Aktion federführende „Laieninitiative“ hat daher ihre Erwägungen in einem Gespräch mit Spitzenbeamten des Bundeskanzleramtes am 6. September nochmals ausführlich dargelegt. Dies wurde mit der Zusage einer neuerlichen Prüfung entgegengenommen.

Sollte keine Änderung der bisher vertretenen Auffassung der Bundesregierung erfolgen, wird sich die Reformorganisation mit ihren Argumenten an die Öffentlichkeit, vor allem die politische, wenden. Es ist aber zu hoffen, dass die dargelegte Kritik an einem bedingungslosen Akzeptieren der eindeutig tendenziösen vatikanischen Personalpolitik zumindest zu einer Sensibilisierung in dieser Angelegenheit führt.

Zur Unterstützung der Aktion Bischofsernennung >>

Dienstag, 26. Juni 2012

Transparenz bei Bischofsernennungen & Neuer Anlauf zum Dialog

Eine Stellungnahme des Katholischen Akademiker/innen-Verbandes Österreich (KAVÖ)
Wien, am 21. Juni 2012


Neuer Anlauf zum Dialog
Transparenz bei Bischofsernennungen


Aktuelle kirchliche Auseinandersetzungen führen in Österreich zu einer wachsenden Spirale der Entfremdung zwischen Kirchenvolk und Kirchenleitung. Dies gefährdet letztlich die Einheit unserer Kirche.

Der Katholische Akademiker/innenverband Österreichs (KAVÖ) tritt dafür ein, dass ein offener Dialog über alle strittigen Fragen aufgenommen wird, ohne Vorbedingungen seitens der Bischöfe, Priester und Laien.
Gemäß dem Wort von Papst Leo dem Großen ( 461) „wer allen vorstehen soll, muss auch von allen gewählt werden“, ist eine enge Verbindung zwischen Diözese und Bischof die Basis für eine glaubwürdige und missionarische Ausstrahlung kirchlichen Lebens.

Die katholische Kirche Österreichs erwartet in nächster Zeit drei neue Diözesanbischöfe. Der KAVÖ tritt dafür ein, dass die Auswahl der Kandidaten unter transparenter Mitwirkung der betroffenen Diözesen erfolgt. Nur so ist gewährleistet, dass die neuen Bischöfe in Einheit mit dem Kirchenvolk ein fruchtbares Wirken entfalten können.

KAVÖ-Präsidium, Wien am 19. Juni 2012

Homepage des KAVÖ

Freitag, 30. März 2012

Aktion Bischofsernennung

Die kirchlichen Reformbewegungen in Österreich bitten um Ihre Unterstützung:
In Österreich stehen wichtige Bischofsernennungen bevor. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre begründen den dringenden Verdacht, dass der Vatikan bei der Personenauswahl hauptsächlich nach dem Prinzip „Romtreue“ vorgeht und alle anderen Voraussetzungen für diesen Leitungsdienst, wie sie im Neuen Testament überliefert werden, sowie zeitgemäße Führungsprinzipien außer acht bleiben. Es wurden zum Teil ungeeignete Personen eingesetzt, was zu einer nachhaltigen Beschädigung der gesamten Kirche und insbesondere für die Glaubwürdigkeit des Bischofsamtes führte. Das Amt eines Bischofs darf nicht zur Filialleitung des Vatikans abgewertet werden.

Ich schließe mich daher folgenden Aufforderungen an:

1. An die Kirchenleitung in Rom, vertreten durch den Nuntius:
Der Papst ist nach seinen eigenen Erklärungen dazu berufen, die Tradition der Kirche zu wahren. Nach dieser dürfen Bischöfe nur mit Zustimmung der Ortskirche eingesetzt werden.
In diesem Sinne fordere ich von der Kirchenleitung, dass in Zukunft bei allen Ernennungen die Wünsche der gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrgemeinderäte und der Laienorganisationen, sowie der Priesterräte und der pastoralen Gremien der betroffenen Diözesen, transparent und nachvollziehbar berücksichtigt werden. Davon abweichende Amtsbesetzungen erachte ich für nicht rechtmäßig.

2. An die Österreichische Bundesregierung:
Das geltende Konkordat der Republik Österreich mit dem „Heiligen Stuhl“ gibt der Bundesregierung die Möglichkeit, Gründe allgemein politischer Natur gegen eine beabsichtigte Ernennung geltend zu machen.
Ich fordere die Bundesregierung daher auf, dieses Recht auch tatsächlich wahrzunehmen und Einwände vorzubringen, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass die getroffene Auswahl auf eine Weise erfolgte, die den Grundsätzen eines auf demokratischer Mitbestimmung basierenden Gemeinwesens entspricht.

Laieninitiative“ - Plattform „Wir sind Kirche“
Pfarrer-Initiative“ - „Priester ohne Amt“

Zur Unterstützung der "Aktion Bischofsernennung" >>

Mittwoch, 16. November 2011

Vorarlberg bereitet sich auf Bischofsernennung vor

Die Ereignisse in Vorarlberg rund um die Bischofsernennung erinnern an das Burgenland vor eineinhalb Jahren. Der Päpstliche Nuntius hatte hier eine Scheinumfrage unter solchen Leuten vorgenommen, die den längst feststehenden Kandidaten "bestätigten".

Siehe dazu meinen Artikel vom 13. Dezember 2010:
Bischofswechsel in Eisenstadt – eine mehrfach unerträgliche Vorgangsweise
In Vorarlberg versucht man, wenigstens den beliebten Seelsorgeamtsleiter Schmolly in die Zukunft zu retten. Aber wie hieß es bei uns? "Der Bischof kann sich seine Vertrauensleute selbstverständlich selber aussuchen."

Diözese will pastorale Weichen einbetonieren
Viel ist das nicht. Aber wenigstens hat der Päpstliche Nuntius Peter Stephan Zurbriggen (68) dem Vorarlberger Diözesanbischof Elmar Fischer (75) bestätigt, dass er dessen Ansuchen um Pensionierung nach Rom weitergeleitet habe.
Die Umfrage unter Vorarlberger Priestern, wen sie sich als neuen Bischof wünschen würden, hat Zur­briggen noch nicht gestartet. Weder der Bregenzer Pfarrer Anton Bereuter (72) noch sein Frastanzer Kollege Herbert Spieler (72) haben Post erhalten. Feldkirchs Dompfarrer Rudolf Bischof (69) rechnet überhaupt damit, dass Rom erst nach der Seligsprechung von Carl Lampert am 13. November mitteilen wird, ob Benedikt XVI. (84) Fischers Rücktritt angenommen hat. Sähe auch komisch aus, wenn in der Dornbirner Pfarrkirche St. Martin die erste Seligsprechung der an sich noch jungen Diözese ohne Bischof über die Bühne ginge. Doch die Wartezeit verstreicht nicht tatenlos. Die Sorge, der Vatikan könnte erneut einen Traditionalisten in Position bringen, treibt manche um.
Beitrag auf Vorarlberg Online >>

Vatikan nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Fischer an
Hat Rücktritt mit 75. Lebenjahr angeboten - Amtszeit war von umstrittenen Aussagen geprägt
Das Konsultorenkollegium werde nun zusammentreten und einen Diözesanadministrator wählen, der die Diözese während der Sedisvakanz nach dem Rücktritt Fischers leiten wird.
Beitrag im Standard >>

Generalvikar Elbs gilt als Favorit auf den Feldkircher Bischofsstuhl
Die Favoritenrolle dürfte er inzwischen gewöhnt sein: Generalvikar Benno Elbs’ Name fällt in Vorarlberg, wann immer man über eine Nachfolge für Bischof Elmar Fischer spricht.
Beitrag auf VOL >>

Benno Elbs zum Diözesanadministrator gewählt
Prälat Dr. Benno Elbs ist zum Diözesanadministrator gewählt worden. Er leitet damit nach dem Rücktritt von Bischof Elmar Fischer interimistisch die Diözese Feldkirch. Fischers Rücktrittsgesuch wurde am Dienstag von Papst Benedikt XVI. angenommen.
Beitrag auf ORF.vorarlberg.at >>

Samstag, 30. April 2011

"Herrgott, was soll das?"

Gespräche von Katholiken und russische Kirche

Mit der Forderung, die evangelischen Christen sollten dem Wort Luthers abschwören, hat der Regensburger Bischof Müller eine hitzige Debatte losgetreten. Das irritiert sogar die eigenen Leute.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ist qua Amt für die Zusammenarbeit von Katholiken und Protestanten zuständig - er ist der oberste Beauftragte der katholischen Kirche in Deutschland für die Ökumene. Ein wichtiger Posten, denn im September steht der Papstbesuch an im Land des Reformators Martin Luther. Der Papst will sich hier auch mit protestantischen Christen treffen. Die dürfen sich jetzt schon mal eingestimmt fühlen - denn Bischof Müller hat ihnen erklärt, dass sie abschwören müssen, zumindest von einem Wort Luthers ("Antichrist").
Zum ganzen Artikel in der Süddeutschen Zeitung >>

„Wir sind selbstbewusste Katholiken“
Ökumene-Bischof Gerhard Ludwig Müller kritisiert Protestanten
Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Gerhard Ludwig Müller, beklagt einen unfairen Umgang deutscher Protestanten mit der katholischen Kirche. Im Interview spricht der Regensburger Bischof über den Reformator Martin Luther, die evangelische Kritik an Papst Benedikt XVI., das Ringen um ein gemeinsames Abendmahl und das Reformationsgedenken 2017.
Das Interview mit Bischof Müller auf Domradio.de >>

"Luther wollte keine Spaltung der Kirche"
Bischof Gerhard Müller über die deutsche Ökumene vor dem Besuch Papst Benedikts
Der Papst will sich bei seinem Deutschlandbesuch im September mehr Zeit für die Begegnung mit Protestanten nehmen. Mit welchen Zielen? Bischof Gerhard Ludwig Müller gilt als Vertrauter Benedikts XVI. Als Ökumenebischof führt er die Gespräche mit den Kirchen der Reformation und der Orthodoxie. Bischof Müller spricht auch über Kommunionempfang konfessionsverbundener Ehepaare oder den Reformbedarf bei Professoren an Hochschulen. Mit Bischof Müller sprach Gernot Facius.
Das Interview mit Bischof Müller auf Welt.de >>

Irritierte Katholiken >>

Montag, 28. Februar 2011

Vorarlberger im Vatikanischen Staatssekretariat

Von wegen Fort- oder Rückschritt in der Kirche:

Ende Jänner haben die Vorarlberger Nachrichten den konservativen Priestern der geistlichen Familie "Das Werk" gute Chancen als Nachfolger auf Bischof Elmar Fischer eingeräumt. Unter dem Titel Wer wird in Vorarlberg Bischof? haben wir davon berichtet.

Nun ist einer vom "Werk", P. Burkhard Feuerstein, Mitarbeiter in der deutschsprachigen Sektion des Vatikanischen Staatssekretariats geworden und darf dem Papst bei Generalaudienzen die Pilger des deutschsprachigen Raumes präsentieren. Dadurch steigen leider auch andere Chancen...

Weiter zum Beitrag auf Kathpress>>

Aus dem geistlichen Leben der Bregenzer St. Antonius-Kirche, Mitglied vom "Werk":
Wie man sich vor den Löwen schützt


Missbrauch in der Kirche
Die spirituellen Fallschirmspringer des Vatikan
Eine Frau sucht im Kloster des Ordens "Das Werk" Geborgenheit. Sie findet sektenartige Strukturen, wird sexuell missbraucht und ein Opfer religiösen Fundamentalismus.
Zeit-Online >>