Manchmal sind wir wie die Hirten,
die in der Stille der Nacht auf die Geräusche hören,
die sie umgeben,
um aufzubrechen und der neuen Stimme zu folgen.
Manchmal sind wir wie die Weisen,
die den Himmel beobachten
und einen Stern suchen,
der ein ganzes Leben verändern kann.
Manchmal sind wir wie die Wirte in Betlehem,
belegt bis in den letzten Winkel,
und haben für das Entscheidende
keinen Platz mehr.
Manchmal sind wir wie die Schriftgelehrten,
die genau Bescheid wissen,
aber unbeweglich bleiben,
wo es nötig wäre zu gehen.
Manchmal sind wir wie die Weisen,
die nicht mehr die weit entfernten Sterne suchen,
sondern vor dem Nahegekommenen
das Knie beugen.
Manchmal sind wir wie Herodes,
der aus Angst um den eigenen Thron
die Schwächsten um das Leben bringt.
Manchmal sind wir wie Maria und Josef
auf der Suche nach einer Bleibe,
auf der Suche nach dem Bleibenden.
VerfasserIn unbekannt,
Werkmappe Jugend-Gottesdienste, KJ Innsbruck, 95f
Sonntag, 5. Januar 2014
Samstag, 4. Januar 2014
Neuer Chefredakteur des "martinus"
Franz Josef Rupprecht soll mit 07. 01. neuer Chefredakteur des martinus werden. Das Anstellungsdekret sei angeblich bereits unterschrieben.
2012 wurde Rupprecht zum neuen Chefredakteur für das Burgenländische Jahrbuch bestellt. Nun soll er auch Chefredakteur des martinus werden.
Die Neubesetzung wurde aufgrund des Ausscheidens des langjährigen Chefredakteurs der Kirchenzeitung martinus, Walter Fikisz notwendig.
Der Fotograph Rupprecht hat bisher schon die großen Ereignisse in der Diözese bildlich festgehalten. Auf seine journalistische Arbeit und seinen Stil dürfen wir neugierig sein.
Aktualisierung am 7.1.2014:
Der hochwürdigste Herr Diözesanbischof hat ernannt
Herrn Franz Josef Rupprecht (L), Mönchhof, unter Beibehaltung seiner Aufgaben als Chefredakteur des Burgenländischen Jahrbuches zum Beigeordneten Chefredakteur bzw. Chefredakteur des „martinus“ - Kirchenzeitung der Diözese Eisenstadt. (7. Jänner bzw. 1. Feber 2014)
Freitag, 3. Januar 2014
„Größte Neuigkeit in der Kirchengeschichte“
Er gibt nur selten Interviews: Kardinal Marc Ouellet. Der Kanadier ist - soeben im Amt bestätigter - Präfekt der vatikanischen Bischofskongregation und damit einer der wichtigsten Männer an der Kurie. Im Gespräch mit Radio Vatikan hat Ouellet nun eine Bilanz des Jahres 2013 gezogen - und spricht dabei unumwunden von einer historischen Wende im Vatikan.
„Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat große Möglichkeiten eröffnet – darum ist das große Ereignis des Jahres aus meiner Sicht der Amtsverzicht des Papstes. Das war eine neuartige Geste, die größte Neuigkeit in der Kirchengeschichte. Sie zeugt von großer Demut und großem Vertrauen in den Heiligen Geist, was das Weitergehen der Dinge betrifft. Man muss Papst Benedikt sehr dankbar sein, dass er diesen Horizont eröffnet und die Neuigkeit von Papst Franziskus möglich gemacht hat.“
Aus seiner Sicht gebe es eine „Kontinuität zwischen der ersten Neuigkeit“, nämlich Benedikts Rücktritt, „und allen Neuerungen, die Papst Franziskus ins Werk setzt“. 2013 sei das „Jahr einer großen Wende“, die vor allem eine „pastorale“ Wende sei, erklärte Kardinal Ouellet. Franziskus zeige schon mit der Wahl seines Papstnamens, dass es ihm um eine Reform gehe, „aber eine Reform der Heiligkeit“.
„Das ist nicht in erster Linie eine Reform durch Ideen, sondern durch Gesten, Haltungen, Werte und durch eine Nähe zum Volk Gottes. Die große Absicht des Zweiten Vatikanischen Konzils, nämlich eine erneuerte Haltung der Kirche für die Pastoral der modernen Welt, realisiert sich durch Papst Franziskus. Er öffnet ein neues Kapitel in der Verwirklichung des Konzils; das sieht man vor allem daran, dass er seinen Petrusdienst auf bischöfliche Weise ausübt, auf pastorale Weise.“
Die erste Reform von Papst Franziskus ist es aus Sicht des Präfekten der Bischofskongregation, „sich über alle Formen hinwegzusetzen“, um „einen direkten Kontakt“ zu seinen Mitmenschen aufzubauen. Das sei „ein Modell für alle Bischöfe“.
„Ich glaube, bei dieser großen pastoralen Wende geht es auch um stärkeren Dialog und stärkere Teilhabe. Da denke ich an die Bischofskonferenzen, an das Kardinalskollegium, die verschiedenen Räte. Franziskus will eine neue Saison der Teilhabe und des Gesprächs innerhalb der Kirche. Sehr wichtig für das Jahr 2013 scheint mir auch der Durchbruch des Papstes in der Wahrnehmung der öffentlichen Meinung weltweit. Das ist doch ein außerordentliches Ereignis der Evangelisierung!“
Erst vor ein paar Tagen hat etwa das US-Magzin „TIME“ den Papst zur „Persönlichkeit des Jahres“ erklärt. Ouellet dazu:
„Das ist ein Zeichen dieses Einflusses und dieses Suchens nach Hoffnung in der Menschheit, das in Papst Franziskus einen Bezugspunkt gefunden hat. Das ist eine große, gute Neuigkeit, über die wir uns nur freuen können.“
Die Beliebtheit dieses Papstes sei „eine gute Popularität, die sich nicht nur auf Oberflächlichkeiten stützt“, glaubt der kanadische Kurienkardinal. In der Kurie herrsche Freude über diesen Papst, und Offenheit.
„Ich habe viele Kommentare auch von Leuten gehört, die von einigen Initiativen des Papstes überrascht sein dürften. Sie freuen sich aber über diesen Durchbruch in der öffentlichen Meinung, über diese Aufnahme beim Volk Gottes – und natürlich fordert uns das heraus und verpflichtet uns auch zu Änderungen in unserem Verhalten. Der Heilige Vater will die Reform einer gewissen, klerikalen Mentalität, er kämpft gegen Karrierismus, und ich glaube, das tut der Kirche viel Gutes, auf verschiedensten Ebenen – bei der Römischen Kurie angefangen!“
Radio Vatikan >>
Donnerstag, 2. Januar 2014
Bischof Elbs: Kirche soll Moralbrille ablegen
Der Vorarlberger Benno Elbs ist der erste Bischof, den Franziskus für Österreich ernannt hat. Er sieht eine klare Priorität in der Seelsorge: Barmherzigkeit.
Die Presse: In Österreich sind die Weihnachtstische oft reich gedeckt. Besteht nicht die Gefahr, hinter dem Kern des Festes zu bleiben?
Bischof Benno Elbs: Für mich ist der Kern der Weihnachtsbotschaft, dass Gott Ja zum Menschen sagt – zu jedem Menschen. Dass Gott alle Wege des Menschen mitgeht. Die schönen Wege, aber auch die Kreuzwege. Und dass Gott die Wunden der Menschen berührt und auch die Herzen der Menschen wärmt mit Freude. Das Revolutionäre der Liebe und der Zärtlichkeit Gottes wird zu Weihnachten sichtbar.
Weihnachten ein revolutionäres Fest? So wird das kaum jemand sehen.
Ich möchte keine Kommerzialisierungsschelte. Schenken heißt auch, einen Menschen ernst nehmen, sein Herz und seine Seele berühren.
Sie sind der erste Bischof, den Franziskus für Österreich ernannt hat. Hat das für Sie eine besondere Bedeutung?
Das hat keine besondere Bedeutung. Mich hat es natürlich sehr gefreut, dass mir Papst Franziskus diese Aufgabe zutraut.
Denken Sie, dass sich Franziskus Ihren Personalakt selbst angesehen hat, weil ich nicht annehme, dass er Sie gekannt hat?
Ich habe ihn erst nach der Ernennung persönlich kennengelernt bei der Einführung der ungefähr 120 neuen Bischöfe.
Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?
Er hat uns Bischöfen gesagt, dass wir das, was wir reden und verkünden, auch leben sollen. Mit dem bekannten Satz, dass die Hirten den Geruch der Schafe annehmen sollen. Das hat er mit einer hohen Authentizität und Dringlichkeit den Bischöfen ans Herz gelegt.
Haben Sie diesen Geruch der Schafe schon angenommen?
Ich hoffe. Das ist eine ständig herausfordernde Aufgabe. Ohne Begegnung in Augenhöhe, ohne Empathie und Wertschätzung kann man keine Pastoral (Seelsorge; Anm.) betreiben. Obwohl das kein Beichtgespräch ist: Das ist eine lebenslängliche Aufgabe, das ist leicht gesagt, aber sehr schwer getan.
Bedarf es in Österreich einer Akzentverschiebung? Zu den Rändern gehen, wie Franziskus verlangt, erscheint manchmal als Aufgabe an die Caritas abgegeben.
Zu den Rändern gehen heißt nicht, jemanden auszuschließen. Wichtig ist, dass man alle im Auge behält, Familien, Frauen in Not, Politiker, Wirtschaftstreibende...
...gerade der Wirtschaft tritt Franziskus so kritisch gegenüber, dass er sich gegen Marxismus-Vorwürfe wehren musste. Hat er es in seiner Kritik überzogen?
Es geht ihm darum, dass eine ungebremste Marktwirtschaft ein echtes Problem ist. Der Markt ist etwas Sinnvolles, aber er muss geregelt sein, sozial und ökologisch.
Das Problem, dass der Markt ungeregelt ist, stellt sich in Europa eher nicht.
Ja, wobei natürlich europäische Banken in die Finanzspekulationen involviert waren. Aber prinzipiell hat Europa einen relativ hohen Standard. Das Entscheidende ist nach der christlichen Soziallehre, dass der Mensch im Mittelpunkt der Wirtschaft steht. Die Wirtschaft ist für den Menschen da und das Kapital für den Menschen, nicht umgekehrt.
Manche sagen: Mit Franziskus ist die Befreiungstheologie in den Vatikan eingezogen. Sehen Sie das ähnlich?
Was eingezogen ist, ist, dass es Papst Franziskus darum geht, die Barmherzigkeit und die Menschenliebe Gottes zu verkünden.
Stichwort Barmherzigkeit: Jetzt lässt der Papst zur Familiensynode befragen. Welche Änderungen würden Sie sich in der Familienseelsorge wünschen, bei Geschiedenen, die wieder geheiratet haben, oder auch in der Empfängnisregelung.
Ich glaube, dass jede Pastoral diese Überschrift haben soll – also Barmherzigkeit und Verkündigung der Menschenliebe Gottes.
Barmherzigkeit soll also Vorrang haben?
Ja, Barmherzigkeit ist ganz entscheidend. Wie dann die Konfliktsituationen, gerade in den Punkten, die Sie angesprochen haben, geregelt werden können, da habe ich großes Vertrauen, dass dann die Bischöfe, die von den Bischofskonferenzen entsandt werden, die richtigen Antworten finden werden, die den Menschen weiterhelfen.
Rechnen Sie damit, dass die Vorgaben des Verbots sogenannter künstlicher Empfängnisregelung geändert werden?
Das kann ich schwer sagen.
Aber wenn Sie nahe bei den Schafen sind, müssen Sie wissen, dass gerade diese Regelung kaum angenommen wird.
Dazu hätten wir keine Umfrage gebraucht, dass es eine Diskrepanz zwischen dieser Vorgabe gibt und dem, wie die Menschen leben. Es wird Aufgabe sein, dieser Frage weniger mit der Moralbrille zu begegnen, sondern zu sehen, welchen Wert Empfängnisverhütung für die Beziehung von Menschen hat. Als Psychotherapeut, der ich von der Ausbildung her auch bin, ist mir klar, dass das Sprechen über Sexualität und die Aufmerksamkeit füreinander, was ein ganz entscheidender Punkt bei der natürlichen Empfängnisregelung ist, einen hohen Wert für die Beziehung haben können. Es ist aber nicht für jedermann und zu jeder Zeit praktizierbar. Der große Unterschied, der gemacht werden könnte, ist nicht so sehr, zu unterscheiden zwischen dem, was verboten und erlaubt ist, sondern eher: Was dient und fördert Menschsein und Menschlichkeit.
Quelle: DiePresse >>
Die Presse: In Österreich sind die Weihnachtstische oft reich gedeckt. Besteht nicht die Gefahr, hinter dem Kern des Festes zu bleiben?
Weihnachten ein revolutionäres Fest? So wird das kaum jemand sehen.
Ich möchte keine Kommerzialisierungsschelte. Schenken heißt auch, einen Menschen ernst nehmen, sein Herz und seine Seele berühren.
Sie sind der erste Bischof, den Franziskus für Österreich ernannt hat. Hat das für Sie eine besondere Bedeutung?
Das hat keine besondere Bedeutung. Mich hat es natürlich sehr gefreut, dass mir Papst Franziskus diese Aufgabe zutraut.
Denken Sie, dass sich Franziskus Ihren Personalakt selbst angesehen hat, weil ich nicht annehme, dass er Sie gekannt hat?
Ich habe ihn erst nach der Ernennung persönlich kennengelernt bei der Einführung der ungefähr 120 neuen Bischöfe.
Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?
Er hat uns Bischöfen gesagt, dass wir das, was wir reden und verkünden, auch leben sollen. Mit dem bekannten Satz, dass die Hirten den Geruch der Schafe annehmen sollen. Das hat er mit einer hohen Authentizität und Dringlichkeit den Bischöfen ans Herz gelegt.
Haben Sie diesen Geruch der Schafe schon angenommen?
Ich hoffe. Das ist eine ständig herausfordernde Aufgabe. Ohne Begegnung in Augenhöhe, ohne Empathie und Wertschätzung kann man keine Pastoral (Seelsorge; Anm.) betreiben. Obwohl das kein Beichtgespräch ist: Das ist eine lebenslängliche Aufgabe, das ist leicht gesagt, aber sehr schwer getan.
Bedarf es in Österreich einer Akzentverschiebung? Zu den Rändern gehen, wie Franziskus verlangt, erscheint manchmal als Aufgabe an die Caritas abgegeben.
Zu den Rändern gehen heißt nicht, jemanden auszuschließen. Wichtig ist, dass man alle im Auge behält, Familien, Frauen in Not, Politiker, Wirtschaftstreibende...
...gerade der Wirtschaft tritt Franziskus so kritisch gegenüber, dass er sich gegen Marxismus-Vorwürfe wehren musste. Hat er es in seiner Kritik überzogen?
Es geht ihm darum, dass eine ungebremste Marktwirtschaft ein echtes Problem ist. Der Markt ist etwas Sinnvolles, aber er muss geregelt sein, sozial und ökologisch.
Das Problem, dass der Markt ungeregelt ist, stellt sich in Europa eher nicht.
Ja, wobei natürlich europäische Banken in die Finanzspekulationen involviert waren. Aber prinzipiell hat Europa einen relativ hohen Standard. Das Entscheidende ist nach der christlichen Soziallehre, dass der Mensch im Mittelpunkt der Wirtschaft steht. Die Wirtschaft ist für den Menschen da und das Kapital für den Menschen, nicht umgekehrt.
Manche sagen: Mit Franziskus ist die Befreiungstheologie in den Vatikan eingezogen. Sehen Sie das ähnlich?
Was eingezogen ist, ist, dass es Papst Franziskus darum geht, die Barmherzigkeit und die Menschenliebe Gottes zu verkünden.
Stichwort Barmherzigkeit: Jetzt lässt der Papst zur Familiensynode befragen. Welche Änderungen würden Sie sich in der Familienseelsorge wünschen, bei Geschiedenen, die wieder geheiratet haben, oder auch in der Empfängnisregelung.
Ich glaube, dass jede Pastoral diese Überschrift haben soll – also Barmherzigkeit und Verkündigung der Menschenliebe Gottes.
Barmherzigkeit soll also Vorrang haben?
Ja, Barmherzigkeit ist ganz entscheidend. Wie dann die Konfliktsituationen, gerade in den Punkten, die Sie angesprochen haben, geregelt werden können, da habe ich großes Vertrauen, dass dann die Bischöfe, die von den Bischofskonferenzen entsandt werden, die richtigen Antworten finden werden, die den Menschen weiterhelfen.
Rechnen Sie damit, dass die Vorgaben des Verbots sogenannter künstlicher Empfängnisregelung geändert werden?
Das kann ich schwer sagen.
Aber wenn Sie nahe bei den Schafen sind, müssen Sie wissen, dass gerade diese Regelung kaum angenommen wird.
Dazu hätten wir keine Umfrage gebraucht, dass es eine Diskrepanz zwischen dieser Vorgabe gibt und dem, wie die Menschen leben. Es wird Aufgabe sein, dieser Frage weniger mit der Moralbrille zu begegnen, sondern zu sehen, welchen Wert Empfängnisverhütung für die Beziehung von Menschen hat. Als Psychotherapeut, der ich von der Ausbildung her auch bin, ist mir klar, dass das Sprechen über Sexualität und die Aufmerksamkeit füreinander, was ein ganz entscheidender Punkt bei der natürlichen Empfängnisregelung ist, einen hohen Wert für die Beziehung haben können. Es ist aber nicht für jedermann und zu jeder Zeit praktizierbar. Der große Unterschied, der gemacht werden könnte, ist nicht so sehr, zu unterscheiden zwischen dem, was verboten und erlaubt ist, sondern eher: Was dient und fördert Menschsein und Menschlichkeit.
Quelle: DiePresse >>
Mittwoch, 1. Januar 2014
In Gottes Namen in das neue Jahr
Liebe Leser_innen und Freund_innen!
Mit der Jahreslosung 2014 wünsche ich euch ein gesegnetes neues Jahr,
Zufriedenheit sowie das tiefe Vertrauen, dass der Herr
uns trägt, begleitet und behütet!
Herzlichst
Euer Edi Posch
"Gott nahe zu sein ist mein Glück."
Ps 73,28
Die Jahreslosung 2014 >>
Neujahrsbotschaft von Ruhr-Bischof Overbeck:
"Radikal anders Kirche werden"
Papst Franzsikus richte die Kirche programmatisch neu aus, meint Ruhr-Bischof Franz-Josef Overbeck. Und pflichtet dem Heiligen Vater bei: Kirche müsse unter "völlig neuen Bedingungen" gelebt werden, und müsse sich dabei auch selbst verändern.
In Zeiten eines radikalen gesellschaftlichen Wandels muss nach Ansicht des Ruhrbischofs Franz-Josef Overbeck auch die Kirche radikal anders werden. Das zurückliegende Jahr habe deutlich gemacht, dass "Kirche unter völlig neuen Bedingungen" gelebt werden müsse, erklärte der katholische Theologe in seiner am Dienstag in Essen veröffentlichten Neujahrsbotschaft.
Overbeck erinnerte in diesem Zusammenhang an die "programmatische Neuausrichtung" der katholischen Kirche durch Papst Franziskus. Der neue Papst plädiere für eine offene und barmherzige Kirche, die sich den Menschen an den Rändern zuwende. Auch das verlorene Vertrauen in die Kirche im vergangenen Jahr zeige, dass neue Formen und eine passende Sprache nötig seien, die den Glauben in der heutigen Zeit für Menschen erfahrbar machten. Maßstab alles Handelns müsse sein, Menschen die Berührung mit Gott zu ermöglichen.
domradio.de >>
Dienstag, 31. Dezember 2013
Franziskus' Friedensbotschaft für 2014: Ruf nach Brüderlichkeit
„Brüderlichkeit (ist) Fundament und Weg des Friedens“. Das schreibt Papst Franziskus in einer großen Friedensbotschaft, die an diesem Donnerstag im Vatikan vorgestellt wurde. Man solle in seinen Mitmenschen „nicht Feinde oder Konkurrenten sehen, sondern Geschwister“, so der Papst. Er beklagt den Skandal der Armut in vielen Teilen der Welt, fordert ein „Wiederentdecken der Brüderlichkeit in der Wirtschaft“ und nennt „politische Maßnahmen“ nötig, um „eine übertriebene Unausgeglichenheit bei den Einkommen zu vermindern“. Franziskus ruft außerdem nach Abrüstung, einem Stopp des Waffenhandels und mehr Naturschutz. Die Botschaft zielt auf den 1. Januar, an dem die katholische Kirche einen Welttag des Friedens begeht. Hier sind einige Kern-Auszüge aus der Papstbotschaft.
„Brüderlichkeit (ist) eine wesentliche Dimension des Menschen... In vielen Teilen der Welt scheint die schwere Verletzung der elementaren Menschenrechte ... ununterbrochen weiterzugehen. Die tragische Erscheinung des Menschenhandels ... ist ein beunruhigendes Beispiel dafür. Zu den Kriegen, die in bewaffneten Auseinandersetzungen bestehen, gesellen sich weniger sichtbare, aber nicht weniger grausame Kriege. (Sie werden) im wirtschaftlichen und finanziellen Bereich mit Mitteln ausgefochten, die ebenfalls Menschenleben, Familien und Unternehmen zerstören.
Werden die Menschen dieser Welt der Sehnsucht nach Brüderlichkeit, die ihnen von Gottvater eingeprägt ist, jemals völlig entsprechen können? ... Die Antwort, die Jesus, der Herr, uns gibt, könnten wir mit einer Umschreibung seiner Worte so zusammenfassen: Da es einen einzigen Vater – Gott – gibt, seid ihr alle Brüder (vgl. Mt 23,8-9). Die Wurzel der Brüderlichkeit liegt in der Vaterschaft Gottes. Es handelt sich nicht um eine allgemeine, vage und historisch unwirksame Vaterschaft, sondern um die persönliche, gezielte und außerordentlich konkrete Liebe Gottes zu jedem Menschen. Eine Vaterschaft also, die auf wirksame Weise Brüderlichkeit hervorbringt.
In der Familie Gottes ... gibt es keine „Wegwerf-Leben“. Alle erfreuen sich derselben unantastbaren Würde. Alle sind von Gott geliebt, alle sind durch das Blut Christi erlöst, der für einen jeden am Kreuz gestorben und auferstanden ist. Das ist der Grund, warum man gegenüber dem Geschick der Brüder und Schwestern nicht gleichgültig bleiben kann.
Das Aufeinanderfolgen der Wirtschaftskrisen muss zu einem angemessenen Überdenken der wirtschaftlichen Entwicklungsmodelle und zu einem Wandel der Lebensstile führen. Die heutige Krise kann trotz ihrer schwerwiegenden Auswirkungen auf das Leben der Menschen auch eine günstige Gelegenheit sein, die Tugenden der Klugheit, der Mäßigung, der Gerechtigkeit und der Tapferkeit wiederzugewinnen.
(Ich möchte) an alle, die mit Waffen Tod und Gewalt säen, einen nachdrücklichen Aufruf richten: Entdeckt in dem, den ihr heute nur als einen zu schlagenden Feind betrachtet, wieder euren Bruder und haltet ein! Verzichtet auf den Weg der Waffen... Solange jedoch eine so große Rüstungsmenge wie gegenwärtig im Umlauf ist, können immer neue Vorwände gefunden werden, um Feindseligkeiten anzuzetteln. Darum mache ich mir den Aufruf meiner Vorgänger zur Nichtverbreitung der Waffen und zur Abrüstung aller – angefangen bei den atomaren und den chemischen Waffen – zu Eigen.
Christus umarmt den ganzen Menschen und möchte, dass niemand verloren geht... Er tut das ohne Druck und ohne den Zwang, ihm die Türen des Herzens und des Geistes zu öffnen.“
Radio Vatikan >>
Friedensbotschaft des Papstes im Volltext >>
Papst in Friedensbotschaft: Ausbeutung, Spekulation beenden
Vatikan präsentiert Botschaft zum Weltfriedenstag - "Ohne Brüderlichkeit zwischen den Menschen wird es unmöglich, eine gerechte Gesellschaft und einen gefestigten, dauerhaften Frieden aufzubauen"
Kathpress >>
Jahresrückblick 2013
Wichige Ereignisse in der Weltkirche und in der katholischen Kirche in Österreich
Kathpress >>
Montag, 30. Dezember 2013
„Oremus!“ und Lampedusa

Zu und um Weihnachten gibt es immer „besonders viel Papst“. Heuer kamen noch die Erwartungshaltungen an den neuen, „anderen“ hinzu.
Also „noch mehr Papst“. Und er hat die Erwartungen sicher weitgehend erfüllt, seine Botschaften höchst glaubwürdig „untergebracht“. Denn wer denn sonst war in Lampedusa? Wer denn sonst von den „StaatenlenkerInnen“ geht zu den Menschen in den immer breiter werdenden „sozialen Rändern“?
„Wien“ – mit neuer Bundesregierung – besucht zuerst Kroatien, Berlin und – ebenfalls neu – Paris. Niemand fällt ein, vielleicht zuerst ein Land mit hohem Bedarf an Solidarität zuerst zu besuchen.
„Wien“ – mit neuer Bundesregierung – besucht zuerst Kroatien, Berlin und – ebenfalls neu – Paris. Niemand fällt ein, vielleicht zuerst ein Land mit hohem Bedarf an Solidarität zuerst zu besuchen.
Sicher haben sehr viele nach der „eigenen Weihnachtsmette“ auch noch einen spätabendlichen Blick auf Franziskus' erste Mette im Petersdom geworfen. Mir ist dort sein erstes, ganz leises und bescheidenes „Oremus“ („Lasset uns beten“), aufgefallen. Lampedusa und das „Oremus“ – das scheint Kernbotschaft. Und diese ist für die Welt keine sehr angenehme; sie wird zu Konflikten führen. Zwischen den AnhängerInnen dieser Botschaft und den BewahrerInnen der derzeitigen Machtaufteilung. In der Kirche und in der Welt. Auch hier, in Tirol!
Franziskus landet in einer Zeit, in der seine Kirche schon sehr viel versäumt, verloren hat. Die gesellschaftliche Entwicklung hat sehr viel Themen schon längst überholt. Das Thema „Viri probati“, erprobte Männer als Priester – wen von denen interessiert das noch? Die haben längst höchst anspruchsvolle Herausforderungen im sozialen, kulturellen Bereich gefunden. Oder: welche Frauen warten denn noch auf die „Gnade der Hierarchie“, auf ihre kompetenten Möglichkeiten?
„Oremus und Lampedusa“. Vielleicht steht das Beten für das noch Verbindende.
Lampedusa steht jedoch sicher für Konflikt! Mit der derzeitigen Politik hinsichtlich der Menschen in Armut und Armutsgefährdung. Mit der beschämenden österreichischen Entwicklungshilfe. Mit der Distanz der offiziellen Politik zu Fragen der Armut und Ausgrenzung. „Oremus“ – wir müssen dafür beten, dass der anstehende Konflikt friedlich gelöst wird.
Eine Idee sei noch hinzugefügt: in diesen Tagen arbeiten tausende SternsingerInnen für Entwicklungsprojekte. Zeigen wir`s der schwachen offiziellen Entwicklungspolitik, was wir zusammenbringen! Sie sollen es gefälligst verdoppeln.
Lothar Müller
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