Donnerstag, 3. April 2014

Am Anfang stand das böse Wort

Am Anfang stand das böse Wort.
Es wurde als Signal verstanden.
Auch die Entschuldigung wurde verstanden.
Notwendiger taktischer Rückzug.

Das böse Wort setzt sich in den Köpfen fest.
Es funktioniert, bringt Erfolg.
Wenn aus dem Erfolg für wenige Unheil für alle wird sagen sie billig:
Das haben wir nicht gewollt.
Und eigentlich sind wir gar nicht dabei gewesen.
Muss sich alles wiederholen?

Aus Anlass Negerkonglomerat, Vergleich EU – Nazistaat.
Lothar Müller

Mittwoch, 2. April 2014

Die Bischöfe sind in der Pflicht im kirchlichen Richtungsstreit!

Gefordert wie noch nie

An der katholischen Kirchenspitze tobt ein Richtungsstreit, der zurzeit in der Ehe- und Geschiedenenfrage kulminiert. Auch Österreichs Bischöfe müssen Farbe bekennen.

Von Otto Friedrich

„Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als die anderen.“ Das finale „Gebot“ aus George Orwells bitterböser Totalitarismus-Parabel „Die Farm der Tiere“ steht unversehens vor Augen, wenn man das jüngste Interview von Gerhard Ludwig Müller liest. Der Neo-Kardinal sucht darin einmal mehr die Befürworter von Änderungen in der Geschiedenenpastoral in die Schranken zu weisen: Denn er rede als Chef der Glaubenskongregation, der einzigen vatikanischen Behörde, „die am Lehramt des Papstes unmittelbar Anteil“ habe. Andere Wortspender, so Müller, „auch wenn sie im Kardinalsrang sind“, sprächen „einfach nur für sich selber persönlich“.
Hat Müller damit auch Walter Kasper gemeint, der erst Ende Februar unter ausdrücklichem Beifall von Papst Franziskus derartige Änderungen vor den versammelten Mitbrüdern im Kardinalsamt angedacht und referiert hat? Kasper, 81, beileibe kein kirchlicher Heißsporn, sondern renommierter Theo*loge, hat bedachtsam, aber klar aufgezeigt, dass es fürs katholische Lehramt sehr wohl konkrete Möglichkeiten gibt, sich in Bezug auf die Familie und alle Themenbereiche, die damit zusammenhängen – etwa Sakramentenzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen –, neu aufzustellen (vgl. FURCHE 11/2014).

Eigentlich müssten die Ortskirchen aufatmen

Es ist evident, dass um diese Fragen an der katholischen Kirchenspitze ein Richtungsstreit tobt, der bis vor kurzem undenkbar war. Neo-Kardinal Müller kämpft da als Speerspitze der Konservativen mit Zähnen und Klauen für die Zementieren des Status quo, auch wenn ihm die „Privatmeinungen“ anderer Kardinäle, vom Landsmann Reinhard Marx bis zum honduranischen Papstvertrauten Óscar Rodríguez Maradiaga um die Ohren fliegen. Wie dieser Richtungsstreit ausgeht, ist aber längst nicht entschieden. Dass Franziskus Bewegung will, ist ebenso evident wie die Tatsache, dass er dann agieren wird, wenn seine bischöflichen Brüder mitgehen. Was soll der Bischof von Rom denn tun, als einen wie Kardinal Kasper vorzuschicken und ausdrücklich zu ermuntern?
Nichts an Kaspers Überlegungen ist revolutionär, er plädiert für eine vorsichtige Öffnung. Vielerorts sind diese Fragen seit langem „klar“, sie stehen in allen Forderungskatalogen zur Kirchenreform und sind theologisch und pastoral zigfach diskutiert. Dass diese Diskussion nun aber auch vom Papst her zugelassen und gefördert wird, sollte eigentlich ein Aufatmen in den Ortskirchen zur Folge haben. Meint man.

Die postmoderne Kirchenspaltung ist überwindbar

Ist aber den Einlassungen Kaspers ein Begeisterungssturm beispielsweise der Bischöfe Europas gefolgt? Hat man von den heimischen Hirten, die dieser Tage, zu ihrer Frühjahrssession versammelt sind, bislang klar gehört: Wir unterstützen Kasper, in diese Richtung kann und muss sich die Kirche bewegen? Man will ja hoffen, dass sich Derartiges in nächster Zeit ereignet.
Aber als selbstbewusster Laie kann man dieser Tage nicht umhin, gerade die Hirten in die Pflicht zu nehmen: Positionen wie die von Kardinal Kasper geäußerten haben – Sympathien von Franziskus hin oder her – nur dann Chancen, wenn sie von den Ortskirchen erkennbar aufgenommen werden – auch auf der Bischofssynode im Herbst. Bislang hat man in der kirchlichen Reformdiskussion von den Hirten immer gehört, man könne diese Fragen nur weltkirchlich lösen. Nur zu! – ist man geneigt, zu sagen.
Der am Dienstag verstorbene Religionsphilosoph Eugen Biser hat bereits vor 25 Jahren den bis vor kurzem perpetuierten Kirchenzustand als „vertikales Schisma“, als einen Riss zwischen Hierarchie und den Gläubigen, charakterisiert. Die Chance zur Überwindung dieser postmodernen Kirchenspaltung ist intakt. Dabei sind jedoch die Bischöfe gefordert wie noch nie. Sie können sich nicht zurücklehnen und warten, wer aus dem beschriebenen Richtungsstreit siegreich hervorgeht.

Die Furche >>
Quelle: Die Furche, 27. März 2014


Zum Thema:

"Jede Hoffnung erwartet Realisierung"
Pfarrer-Initiative sieht Bischöfe als "Risikofaktor"
"Wir haben Angst, dass der Papst allein gelassen wird", sagte Initiativen-Sprecher Helmut Schüller. Auf Ebene der Bischofskonferenzen ortet er nur "Passivität". Schüller: "Wenn es scheitert, dann nicht am Papst, sondern an den Bischöfen, die auf seine Reformbemühungen nicht einsteigen. Das ist der Risikofaktor."
Der Standard >>

Dienstag, 1. April 2014

Augustiner-Chef zu Geschiedenen: Kirche ist "unbarmherzig"

Bernhard Backovsky, Abtprimas der Augustiner Chorherren weltweit, übt Kritik.
Die Presse: Sie leiden in Stift Klosterneuburg wie in vielen anderen österreichischen Stiften und Klöstern an einem Nachwuchsmangel. Insgesamt gibt es zu wenige Priester. Könnte man das Personalproblem nicht lindern, indem man den Zölibat, die Verpflichtung zur Ehelosigkeit, aufgibt?
Bernhard Backovsky: Das betrifft nicht eine Ordensgemeinschaft. Zum Orden gehören drei Gelübde: Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit beziehungsweise die gottgeweihte Keuschheit. Wenn einer daraufkommt, es ist nicht seine Lebensform, als Ordensmann zu leben, dann muss er die Gemeinschaft verlassen. Der Pflichtzölibat für den Weltklerus ist ja eine disziplinäre Vorschrift, sie gibt es nicht seit ewig, und sie ist auch nicht von der Heiligen Schrift abzuleiten. Dieses Problem muss die Gesamtkirche lösen. Würde der Zölibat aufgehoben werden, betrifft das die Orden nicht.

Im heurigen Herbst findet in Rom eine Familienbischofssynode statt. Da stellt sich die Frage zum Umgang mit Geschiedenen, die staatlich wieder geheiratet haben und daher von den Sakramenten ausgeschlossen sind. Ist diese Regelung heute noch zeitgemäß?
Ein Beispiel: Die griechisch-katholische Kirche ist mit der lateinischen Kirche in Rom uniert und kennt dieses Wiederverheiratet-Sein. Amtsträger der griechisch-katholischen Kirche sind zum Beispiel in der Erzdiözese Wien als Pfarrer oder Moderator bestellt, sind verheiratet und leben mit ihren Frauen und Familien im Pfarrhof. Auch die orthodoxe Kirche kennt leider etwas, bei dem keiner Hallelujah singt, nämlich das Auseinandergehen einer Zweisamkeit. Man muss sich ja vorstellen, wie das ist, wenn die Fetzen fliegen, und es geht nicht mehr. Es kann aber ein zweiter Start gelingen. Damit lebt die orthodoxe Kirche, uniert oder nicht uniert, schon die längste Zeit.

Was heißt das jetzt also konkret für die römisch-katholische Kirche?
Müssen wir, die lateinische Kirche, das Rad erfinden? Man könnte sich doch erkundigen: „Wie geht es euch damit, wie hat sich das Ganze entwickelt?“ Der jetzige Papst mahnt diesbezüglich Barmherzigkeit ein. Und soll es in der lateinischen Kirche keine Lösung dafür geben? In der Orthodoxie gibt es eine. Da soll doch die lateinische Kirche bei der orthodoxen in die Lehre gehen.

Was ist konkret Ihre persönliche Sicht auf das Problem?
Der Ausschluss von Wiederverheirateten von den Sakramenten ist unbarmherzig. Das ist ja genau das Gegenteil von dem, was der Papst einfordert. Die Kirche muss eine barmherzige Kirche sein. Einem jeden Dieb wird vergeben, aber wenn jemand das Pech hat, dass die Zweisamkeit nicht gelungen ist, dann ist er für sein ganzes Leben abgestempelt. Da stimmt ja etwas nicht. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Sehen Sie noch Auswirkungen der Missbrauchsskandale innerhalb der katholischen Kirche?
Die Sexualität ist eine Gabe und Aufgabe. Wenn die Sexualität nicht wäre, wären wir alle nicht auf der Welt. Wenn ein Amtsträger der Kirche etwas wie Missbrauch beichtet, müsste der Beichtvater sagen: „Sie müssen dieses Unrecht gutmachen.“ Nur mit der Beichte ist es nicht abgetan. Man muss dem Menschen, dem Unrecht bis ins Tiefste geschehen ist, gerecht werden. Man muss sich dann auch dem staatlichen Gesetz stellen.
Quelle: DiePresse >>

Montag, 31. März 2014

Prüfbericht veröffentlicht - Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst bestätigt

Bistum Limburg: Prüfbericht zu den Bauprojekten auf dem Limburger Domberg veröffentlicht
Nach der heute (26.3.) bekannt gewordenen Entscheidung des Heiligen Stuhls zur Situation im Bistum Limburg und der Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wird jetzt der „Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahme auf dem Domberg in Limburg“ veröffentlicht.
Deutsche Bischofskonferenz >>

Prüfbericht zu Limburg veröffentlicht - Videos hier
Bischof verschleierte, Gremien schliefen
Bischof Tebartz-van Elst hat beim Bauprojekt auf dem Limburger Domberg systematisch zu niedrige Kosten angegeben, Kontrollen verhindert und kirchliche Vorschriften umgangen. Das geht aus dem abschließenden Prüfbericht hervor.
domradio.de >>

Ergebnisse des Prüfberichts
Der Bischof kannte die wahren Kosten schon früh
Konsequent falsch kalkulierte Kosten, ausufernde Wünsche für das Bauvorhaben, Verschleierung – der Abschlussbericht zum Bischofssitz in Limburg wirft Tebartz-van Elst schwere Versäumnisse vor.
FAZ >>

Kardinal Schönborn zu Limburg:
„Entscheidung war die einzig mögliche“
„Es gibt bestehende Regeln. Das Problem war, dass die in Limburg systematisch ausgehebelt wurden, und zwar offensichtlich vom Bischof selber.“
Radio Vatikan >>


2. Tebartz-van Elst schiebt Großteil der Schuld auf den Generalvikar

Tebartz-van Elst belastet Generalvikar
Der zurückgetretene Bischof von Limburg hat den Vorwurf der Kostentrickserei bei der Luxussanierung seines Amtssitzes zurückgewiesen. Er sei kein Baufachmann.
Zeit-Online >>

Skandal um Tebartz-van Elst
Staatsanwaltschaft prüft Limburg-Bericht
Der zum Amtsverzicht gedrängte frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst verteidigt sich - und schiebt einen Großteil der Schuld auf den Generalvikar. Die Staatsanwaltschaft erwägt, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.
FAZ >>


3. Tebartz-van Elst entschuldigt sich nach Papst-Audienz

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst entschuldigt sich
"Ich bitte um Vergebung"
"Ich erkenne, dass ich Fehler gemacht habe" - der emeritierte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich in einer Erklärung entschuldigt. Zuvor hatte Tebartz-van Elst Papst Franziskus in Rom getroffen.
Die Stellungnahme des emeritierten Limburger Bischofs im Wortlaut auf domradio.de >>


Nach Papst-Audienz
Tebartz-van Elst bittet um Vergebung
Nur wenige Minuten dauerte die Audienz bei Papst Franziskus - doch sie scheint Wirkung hinterlassen zu haben. Nach seinem Kurzbesuch im Vatikan hat sich Limburgs zurückgetretener Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in einer Stellungnahme entschuldigt. Er hofft auf Versöhnung.
swr.de >>


Tebartz-van Elst erhält eine üppige Pension
Der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst darf sich auf eine üppige Pension und womöglich eine angenehme Aufgabe freuen. Auch wenn in Rom der Einfluss seiner Unterstützer schwindet.
Die Welt >>

Sonntag, 30. März 2014

Wann endlich Segen

Wann endlich ist einer da
für die Ängstlichen,
dass sie sich heraustrauen aus sich selbst;
für die Blinden,
dass sie sehen, wo ihnen das Leben glückt;
für die Traurigen,
der ihnen zuhört und sie versteht;
für uns alle hier einer,
der anfängt und einfach lebt,
wovon wir nur träumen.

Wann endlich ist einer da,
der das sagt:
Spürt es doch Freunde, der gute Geist weht.
Ich fange an.
Ich befreie – wie Gott.
Ich wende mich den Ängstlichen zu:
Kommt aus euch heraus – seid frei!
Ich wende mich den Blinden zu:
Seht doch, ihr seid hier wichtig,
damit es gut wird!
Ich wende mich den Traurigen zu:
Fühlt es doch, ihr seid nicht allein!
Ich wende mich allen zu, jetzt, hier:
Spürt doch den guten Geist,
fangt einfach an
und befreit einander – wie Gott.

nach einem hebräischen Gedicht, in:
Werkmappe Jugendgottesdienste, 142.

Freitag, 28. März 2014

Rücktritt von KA-Präsidentin Schaffelhofer gefordert

Katholische Aktion für Rücktritt ihrer Präsidentin
Die katholischen Laien der Diözese Linz wollen „keine Leibeigenen“ ihrer Präsidentin Gerda Schaffelhofer sein.
Bert Brandstetter, dem Präsidenten der Katholischen Aktion der Diözese Linz, reicht es. „Wir ersuchen Gerda Schaffelhofer, als gesamtösterreichische Präsidentin zurückzutreten. Die Katholische Aktion ist keine Firma und wir sind keine Leibeigenen.“ Seit ihrem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren gebe es mit Schaffelhofer Probleme, sagt Brandstetter im Gespräch mit dem KURIER. Sie vertrete stets ihre persönliche Meinung als die der Laienorganisation. Gleich zu Beginn habe sie sich mit den Reformkräften um Helmut Schüller angelegt, die der Katholischen Aktion nahe stünden. Und: „Immer dieser ein bisschen herrische Ton, das will ich nicht und andere auch nicht.“ Man könne die Katholische Aktion nicht wie eine Generaldirektorin führen. Schaffelhofer ist von Beruf Geschäftsführerin der Styria Buch AG.
Kurier >>

Katholischer Aufstand nach "Fundi-Position"

Die Frage, ob Homosexuelle ein Adoptionsrecht bekommen sollen, entzweit Österreichs größte katholische Laienorganisation
"Ich werde dazu jetzt gar nichts sagen. Das ist eine rein interne Angelegenheit": Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ), zeigt sich dieser Tage wenig auskunftsfreudig. Doch eine "rein interne Angelegenheit" ist der Grund für den Unmut an der Spitze der größten katholischen Laienorganisation Österreichs längst nicht mehr.

Innerhalb der KAÖ hängt nämlich schon seit geraumer Zeit der Haussegen gewaltig schief. So soll sich Schaffelhofer - die Geschäftsführerin der Styria-Buchverlage und der Wochenzeitung Die Furche ist seit 2012 KAÖ-Präsidentin - mit einem allzu autoritären Führungsstil und diversen öffentlichen Aussagen den Unmut von vielen KA-Verantwortlichen in den Diözesen und in der Bundesorganisation zugezogen haben.
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Anlass der Kritik an Schaffelhofer:

Adoption: Wohl des Kindes hat Vorrang vor Erwachsenenrechten
Kritik von KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer an Forderung von Minister Rupprechter
Kritik an der von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (VP) erhobenen Forderung nach einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare übt die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Gerda Schaffelhofer. „Die Debatte kreist wieder einmal um das falsche Thema. Bei der Adoption geht es zuallererst um das Wohl des Kindes, nicht um die Rechte von Erwachsenen“, betonte die KAÖ-Präsidentin am Dienstag. „Für Kinder ist es nachweislich wichtig, eine männliche und eine weibliche Identifikationsfigur zu haben. Mit welchem Recht enthält der Staat einem Kind von vorneherein die Beziehung zu Vater und Mutter vor?“, fragte die KAÖ-Präsidentin.
KAÖ >>

Adoptionsrecht: Schaffelhofer weist Kritik zurück
Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) weist die internen Rücktrittsaufforderungen des Linzer KA-Präsidenten Bert Brandstetter zurück und kritisiert seine Vorgangsweise.
Das Thema Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sorgt jetzt für einen massiven Konflikt innerhalb der Katholischen Aktion: Der Linzer KA-Präsident Bert Brandstetter richtete mit einem Schreiben am 19. März eine Rücktrittsforderung an die KA-Präsidentin auf Bundesebene, Gerda Schaffelhofer - und ließ das Schreiben mit Kritik an mangelnder interner Abstimmung von Positionen auch ausgewählten Medien zukommen.
Zu diesem Thema gebe es in der KA keine einhellige Meinung, so Brandstetter, und das müsse man auch sichtbar machen. „Man kann die Katholische Aktion, die sehr basisdemokratisch orientiert ist, nicht wie eine Generaldirektorin führen.“ Die Präsidentin habe sich bereits 2012 ohne Absprache mit den Gremien sehr kritisch über die Pfarrer-Initiative um Helmut Schüller geäußert.

Schaffelhofer: „Keine Diskriminierung“
Die KAÖ-Präsidentin lehnte in einem tags darauf formulierten Antwortbrief (der „Kathpress“ ebenfalls vorliegt) einen Rücktritt ab und unterstrich im Blick auf eine mögliche Liberalisierung des Adoptionsrechtes ihre Priorität für das Kindeswohl, „ohne die Betroffenen zu diskriminieren“. Damit wisse sie sich „auf kirchlichem Boden und eins mit Grundaussagen des Papstes“.
Unmittelbarer Anlass für den Konflikt war eine „ZIB2“-Diskussion am 5. März, in der Schaffelhofer bereits davor geäußerte Vorbehalte gegenüber einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare bekräftigte. Es fehlten Langzeitstudien, die über das Wohlbefinden betroffener Kinder (die Adoption leiblicher Kinder eines gleichgeschlechtlichen Partners sowie die Pflegeelternschaft durch homosexuelle Paare sind bereits jetzt legal) auch nach längeren Zeiträumen Auskunft geben. Ihr Vorrang für das Kindeswohl sei aber nicht als Diskriminierung von Menschen zu verstehen, die ihre homosexuellen Neigungen leben, so Schaffelhofer damals.

Brandstetter: Präsidentin im Alleingang

Brandstetter warf der KAÖ-Präsidentin vor, jenseits der „Kultur des gewachsenen Miteinanders in der KA“ Fakten und Positionierungen zu schaffen, die von vielen KA-Verantwortlichen nicht mitgetragen werden könnten. Durch Schaffelhofers Haltung zum Adoptionsrecht laufe die KA Gefahr, „in der Wahrnehmung von aufgeschlossenen Menschen in eine fundamentalistische Ecke zu geraten, wo wir sicher nicht hingehören“. Die Katholische Aktion müsse als weltoffene, vorwärtsgewandte Bewegung den „Mut“ haben, „wenn dies notwendig ist, Positionen zu vertreten, über die sich unsere Bischöfe nicht freuen“.
Auch Schaffelhofers mehrfach kritisierter Führungsstil sei für die KA-Oberösterreich Anlass für die Bitte an die KAÖ-Präsidentin, durch Rücktritt „den Weg für vorgezogene Neuwahlen freizumachen“.

Schaffelhofer: „Wohl kaum fundamentalistisch“

Schaffelhofer bestritt in ihrem Antwortschreiben an Brandstetter, zum Adoptionsrecht Positionen vertreten zu haben, die „für die KA unannehmbar“ seien. Sie habe als „Anwältin der Schwächsten - und das sind die Kinder! - die Frage des Kindeswohls thematisiert“, dies könne „wohl kaum als fundamentalistisch abqualifiziert“ werden.
Die KAÖ-Präsidentin bekannte sich zu einem „Aggiornamento im Sinne des II. Vaticanums“, und versicherte: „Bei allen Entscheidungen und Wortmeldungen weiß ich mich in meinem Gewissen Gott, der Kirche und der KA verpflichtet, und zwar in dieser Reihenfolge. So werde ich es auch in Zukunft halten.“ Mit anderen Meinungen innerhalb der KA könne sie „durchaus leben, solange sie nicht zum Dogma erklärt werden“, betonte Schaffelhofer. „Einer KA-Identität hingegen, die den Widerspruch zu den Bischöfen sucht, wo er nicht gegeben ist, kann ich nichts abgewinnen.“
religion.ORF.at/KAP

Donnerstag, 27. März 2014

Franziskus: „Ein Bischof, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch“

Ein Bischof, Priester oder Diakon, der seine Herde nicht mit Liebe führt, ist nicht hilfreich. Das hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz gesagt. In seiner Katechesenreihe zu den sieben Sakramenten ging es diesmal um die Weihe. Diese sei in ihren drei Graden Bischof, Priester und Diakon das Sakrament, das zur Ausübung des Amtes befähige, welches Jesus den Aposteln anvertraut habe. „In diesem Sinn tragen die ausgewählten und geweihten Männer die Gegenwart und das Wirken Christi in der Welt fort“, sagte Franziskus. Was das für das Leben des Geweihten bedeutet, fasste der Papst in drei Punkten zusammen: Dienst, Liebe zur Kirche und Gebet.

„Jene, die geweiht werden, sind an die Spitze der Gemeinde gestellt. Ah, ich bin ein Chef! Ja, aber an der Spitze stehen bedeutet für Jesus, die eigene Autorität in den Dienst zu stellen, so wie er selbst es seine Schüler gelehrt hat: Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. Ein Bischof, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch. Ein Priester, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch.“
Das zweite Merkmal des Bischofs, Priesters und Diakons sei „die leidenschaftliche Liebe zur Kirche“. Gebet, Schriftlesung, tägliche Eucharistie und häufiger Empfang des Bußsakramentes seien - drittens - den Geweihten aufgetragen, andernfalls „verlieren sie den echten Sinn ihres Dienstes aus dem Blick“, so der Papst. Er rief die Gläubigen dazu auf, ihren Hirten in dieser Hinsicht zu helfen.

„Wir müssen den Bischöfen und Priestern helfen zu beten, das Wort Gottes zu hören, das die tägliche Nahrung ist, wir müssen ihnen helfen, jeden Tag die Eucharistie zu feiern und regelmäßig zu beichten. Das ist wichtig, weil es wirklich zur Heiligung der Bischöfe und Priester beiträgt.“
In freier Rede fügte Franziskus hinzu, Priester werde man nicht, indem man eine Eintrittskarte kaufe. Nur der Herr berufe.

„Vielleicht sind ein paar Jugendliche hier, die in ihrem Herzen diesen Ruf gehört haben. Die Lust, Priester zu werden, die Lust, anderen zu dienen in den Dingen, die von Gott kommen. Die Lust, das ganze Leben im Dienst zu stehen, um zu verkünden, zu taufen, zu vergeben, die Messe zu feiern, die Kranken zu heilen… das ganze Leben! Wenn das jemand von euch im Herzen gespürt hat, dann hat das Jesus da hineingelegt! Pflegt diese Einladung und betet, damit das wächst und Frucht gibt in der ganzen Kirche.“
Radio Vatikan >>