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Freitag, 15. Juli 2011

Annäherungsgespräche: Passen die Piusbrüder in die katholische Kirche?

Die Piusbruderschaft in Zaitzkofen mit Bischof Williamson - Foto: Piusbruderschaft

Passen die Piusbrüder in die katholische Kirche?
Zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern scheint sich keine Bewegung hin zur Einigkeit bei der theologischen Auslegung des II. Vatikanischen Konzils abzuzeichnen. Dies verlautet aus Vatikanischen Kreisen im Blick auf die Sondierungsgespräche, die eine vatikanische Kommission mit Vertretern der Pius-Bruderschaft seit über einem Jahr führt. Derzeit ist das Abschlußdokument der zuständigen vatikanischen Kommission „Ecclesia Dei“ in Vorbereitung. Das Internetportal kreuz.net, das den Piusbrüdern ideologisch nahe steht, scheint seine Angriffe auf die Konzilstheologie in den letzten Wochen zu verstärken.
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Piusbruder-Bischof nennt Papst „verwirrt"
Der Piusbruder-Bischof Richard Williamson hat in seinem Newsletter an Gläubige Papst Benedikt XVI. als „verwirrt“ bezeichnet. Für Williamson sind die Gespräche zwischen dem Vatikan und der von Rom abgespaltenen Piusbruderschaft offenbar gescheitert. Zwei Tage vor dem neuerlichen Prozess gegen Williamson wegen Leugnung des Holocausts will die Bruderschaft wieder Priester in Zaitzkofen weihen.
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Antwortet Piusbruderschaft erst nach Assisi 3 auf römisches Angebot? – Personalordinariate für Ecclesi-Dei-Gemeinschaften?
Msgr. Bernard Fellay dementierte am Sonntag (19.6.), daß eine Einigung mit Rom unmittelbar bevorstehe. Die Aussage machte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. in einer Predigt, die er anläßlich von Priesterweihen in Winona in den USA hielt.
Weiter auf Katholisches >>

Piusbruder-Bischof poltert gegen Papst und Amtskirche
Am Samstag (2.7.) haben in Zaitzkofen bei Regensburg Priesterweihen der ultrakonservativen Piusbruderschaft stattgefunden. Während die nicht von der katholischen Amtskirche genehmigten Weihen im letzten Jahr noch auf harsche Kritik von Bischöfen und des Vatikans stießen, wollten sich Vertreter der Amtskirche zu den neuerlichen Weihen nicht mehr äußern. Diese fanden zwei Tage vor dem Berufungsprozess gegen den Piusbruder-Bischof Richard Williamson wegen Volksverhetzung statt.
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Lombardi: Priesterweihen der Piusbrüder sind illegitim
Vatikansprecher erinnert, dass zuerst strittige Lehrfragen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Gruppierung geklärt werden müssen
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Fall Williamson verfolgt Papst weiter
Ob der Papst den Fall des umstrittenen Bischofs Richard Williamson wohl jemals loswerden wird? Im Landgericht Regensburg war das Urteil der zweiten Instanz gegen den Piusbruder nur wenige Minuten alt, da läuteten Williamsons Verteidiger schon die nächste Runde ein. Mit vier Sätzen kündigten die Rechtsanwälte Edgar und Benjamin Weiler in einer vorbereiteten Erklärung an, Revision gegen die Verurteilung des Briten zu einer Geldstrafe von 6500 Euro wegen Volksverhetzung einzulegen. «Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung nach Art. 19 der Menschenrechtskonvention», erklärten Vater und Sohn - dabei bestreiten nicht einmal die Verteidiger, dass der 71-Jährige den Holocaust geleugnet hat.
Weiter in der Mitteldeutschen Zeitung >>

Holocaust-Leugner Williamson: Anklage fordert 12.000 Euro Strafe
Der Angeklagte ist zwar nicht persönlich zum Gerichtstermin in Regensburg erschienen - doch auch in Abwesenheit von Bischof Richard Williamson forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 12.000 Euro.
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Mittwoch, 4. Mai 2011

Bischof Morris ist über die Art seiner Abberufung betroffen

"Das pilgernde Volk lebt den Traum Gottes"

Das steht - zumindest noch heute - auf der Homepage der australischen Diözese Toowoomba. Ihr Bischof William Morris (67) ist am 1. Mai von Papst Benedikt XVI. vorzeitig in seinem 18. Jahr als Bischof von den Amtspflichten entbunden worden. Das gaben der Vatikan und die Apostolische Nuntiatur in Canberra am Montag in wenigen Worten und ohne Begründung bekannt.

Ende 2006 hatte Bischof Morris seinen Gläubigen im Advent-Hirtenbrief mitgeteilt, dass seine - flächenmäßig mit 166.000 Quadratmeilen und 34 Pfarren sehr große - Diözese im Jahr 2014 nur noch 19 Priester haben werde, den Bischof eingeschlossen. Zu seinen Vorschlägen, wie man die Krise bewältigen könne, gehörte die Wiederaufnahme von Priestern, die aus welchen Gründen auch immer ihren Dienst aufgeben mussten. Zudem schlug er die Weihe von verheirateten Männern und die Weihe von Frauen vor. Auch eine Kooperation mit Anglikanern und Protestanten brachte Morris ins Gespräch. In der Folge leitete der Vatikan eine Untersuchung ein.

In einem von Bischof Morris veröffentlichten Brief legt dieser seine Sicht der Vorgänge, die zu seiner Enthebung geführt haben, dar. Morris betont darin, sein beanstandetes Schreiben vom Advent 2006 sei "falsch gelesen" und "bewusst fehlinterpretiert" worden. Nach Beschwerden "einer kleinen Gruppe", der er nicht gepasst hätte, sei es zu einer Apostolischen Visitation gekommen.

Morris beklagt, dass er den Schlussbericht der Apostolischen Visitation nie gesehen hat und dass ihm ein ordentlicher Prozess sowie die Möglichkeit „einer angemessenen Verteidigung und Interessenvertretung in meinem Namen“ vorenthalten wurde. Jene konservativ-romtreuen Kreise, die mit ihm als Bischof der Diözese nicht einverstanden waren, hat Morris gegenüber Medien „Tempel-Polizei“ genannt.

Einen "freiwilligen Rücktritt", wie er offenbar verlangt wurden, lehnt Morris aus Gewissensgründen sowie "aus Liebe zur Kirche“ ab, da er bei seinen Aussagen zur aktuellen Situation der Kirche keinen Fehler sieht.

Bischof Morris ist bei Klerus und Volk sehr beliebt und erhält momentan viele Unterstützungs- und Solidaritätserklärungen.

Toowoomba: Priester stellen sich hinter Bischof Morris
Protest von Priestern: "Überragende Mehrheit der Katholiken der Diözese empfand pastorale Leitung von Bischof Morris als konstruktiv, fundiert und belebend"
Beitrag auf Kathpress >>

Plattform "Wir sind Kirche": Solidarität mit australischem Bischof Morris
„Wir sind Kirche“ sieht in der Abberufung des australischen Bischofs William M. Morris eine Verletzung der Menschenrechte durch eine menschenunwürdige diktatorische Entscheidung des Vatikans. Deshalb ruft die Kirchenreformbewegung alle Menschen die für Gerechtigkeit eintreten auf, bei der Nuntiatur gegen die Entscheidung zu protestieren und Solidarität mit dem australischen Bischof Morris aus der Diözese Toowoomba/Australien zu zeigen.
Zum Aufruf von Wir-Sind-Kirche mit der deutschen Übersetzung des Abschiedsbriefs von Bischof Morris sowie seinem Advent-Hirtenbrief 2006

Radio Vatikan: Vatikan/Australien: Bischof suspendiert
Kathpress: Australischer Bischof scheidet vorzeitig aus seinem Amt

Community rallies behind bishop
THE forced retirement of Catholic Bishop William Morris continues to make headlines across the country, as people rally behind the ousted diocese leader.
Toowoomba’s Fr Hal Ranger – who was a parish priest at Warwick several years ago – yesterday condemned the Vatican for their heavy-handed treatment of the revered Bishop.

Church slammed for dumping Toowoomba bishop
Catholic leaders have criticised the church hierarchy for a lack of transparency after the Vatican confirmed the removal of a long-serving Queensland bishop.
* Video: Pope 'forces' Toowoomba bishop out of church (7pm TV News QLD)
* Audio: Catholic Bishop retires early amid Vatican row (The World Today)

'Temple police' blamed for Toowoomba Bishop William Morris' downfall

Diocesan Pastoral Plan
It stressed four things:-
1. It is vital to have a Pastoral Plan in every local Church;
2. The plan should involve all the people and all the organizations and movements within the Diocese;
3. The plan calls for participation, dialogue and community discernment; and
4. The plan flows from the spirituality of the Second Vatican Council, which is the spirituality of communion.

Mittwoch, 20. April 2011

Dekan Müller: "Amtsträger lassen sich von feiertäglich gefüllter Bischofskirche blenden"

Motivierend, aufbauend, wohlwollend und erfrischend sind diese Worte von Prof. Klaus Müller, die er den Erstsemestrigen, den neuen Studenten, den an Theologie - zu deutsch: an vernunftgeleiteter Rede von Gott - Interessierten zutraut.

Lesen Sie den Originaltext, und bekommen Sie Lust aufs Theologiestudium oder zumindest auf einen Theologischen Fernkurs: Keine Professorin und kein Professor an der Münsteraner Fakultät muss sich den Vorwurf mangelnder Kirchlichkeit gefallen lassen
 Begrüßung der Erstsemestrigen SoSe 2011 von Prof. Dr. Klaus Müller, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster

Dienstag, 5. April 2011

Bischof Küng erläutert Vorgangsweise bei Exorzismus

Wenn der Teufel im Detail steckt

Im Vatikan wächst die Angst vor dem Bösen, immer mehr Exorzisten sind weltweit im Einsatz – In Österreich bieten drei Diözesen einen "Befreiungsdienst" an – Flächendeckendes Netz ist das Ziel

"Der Kampf gegen den Teufel geht weiter, denn der Teufel lebt und ist in der Welt aktiv" - diese Worte von Johannes Paul II. stehen am Anfang des Kinofilms Das Ritual, in dem derzeit Anthony Hopkins in seiner Rolle als Exorzist das Publikum in seinen Bann zieht. Und die päpstlichen Worte zeugen davon, wie groß die Angst vor dem Rauch des Satans in der Kirche ist. Auch in Österreich. Seit einigen Jahren ist man in den heimischen Diözesen bemüht, ein flächendeckendes Netz an Exorzisten aufzubauen. Nach Vorgaben aus Rom sollte es in jeder Diözese einen vom Bischof beauftragten Teufelsjäger geben. Das ist derzeit in Wien, St. Pölten und Linz der Fall. Weitere Diözesen werden folgen.
Weiter im Standard vom 31.3.2011

Anmerkungen
Hinweisen möchte ich auf einige im Standard gepostete interessante Kommentare zum Thema Exorzist und Befreiungs-Beauftragte wie diesen:
dass "befreiung" vulgo "exorzismus" ein offizielles angebot der röm-kath. kirche ist kann nur ein aprilscherz sein, weil die kirchenführung ganz sicher keine befreiungs-theologie zulassen würde.

Homepage der Diözese St. Pölten
"Beauftragter zum Befreiungsdienst" anstatt "Exorzist"
Bischof Klaus Küng erläutert kirchliche Vorgangsweise

Kommentar dazu auf Kathweb:
Küng: "Beauftragter zum Befreiungsdienst" anstatt "Exorzist"

St. Pöltner Diözesanbischof erläutert kirchliche Vorgangsweise, wenn Menschen "durch Kräfte des Bösen existentielle Bedrängungen erfahren"


Hinter dem Interview mit Bischof Küng steht der momentan in den Kinos laufende Film "Das Ritual", der in der Kritik sowohl des Vatikan als auch unserer Medien gelobt wurde.
Siehe dazu den Kathweb-Beitrag vom 16.3.2011:
Exorzismusthriller "Das Ritual" ab Freitag im Kino
Neuer Film mit Anthony Hopkins als Teufelsaustreiber zitiert Johannes Pauls II. - Lob des "Osservatore Romano"

Montag, 4. April 2011

Deeskalation bei kirchenlichen Titeln

Gastbeitrag von Dr. theol. Lothar Müller, Tirol:

Schafft Platz für Gott und den irdischen „Heiligen Vater“! Deeskalation bei kirchlichen Titeln!


Ich komme noch von den Ausläufern einer echt harten Phase des Theologiestudiums! Vorlesung „Philosophische Logik“ in Latein. Unvergesslich und lebenslang prägend. Es gibt Fragen, von denen man nicht mehr wegkommt. Und so eine – ganz aktuell – macht mir jetzt eigentlich täglich & nächtlich zu schaffen. Ununterbrochen. Mein Fehler – ich werd`s meinem Psychiater eingestehen müssen – ich las in Herrn Poschs Blog die Personalnachrichten seiner Diözese. Die vom 18.3.2011 – mein Unglückstag!!

Ich las vom „hochwürdigsten Herrn Diözesenbischof“, von anderen nur „hochwürdigen“, von „hochwst“ (also abgekürzte Hochwürdigsten). Und da fiel es mir plötzlich – und leider langfristig – wie Schuppen von meinen nichthochw. Augen: „Was tun die, wenn ein Kardinal oder gar ein Papst kommt? Wie reden die den lieben Gott an? Auch er könnte ja kommen“. Alle hochwürdigen Steigerungsstufen sind ja schon vergeben!!

Ich blickte in den mir durchaus bekannten Titelhierarchien der Kinder dieser Welt herum. Sie sind auch nicht ohne (Titel), aber ich fand nichts Vergleichbares! Ein Hofrat ist ein Hofrat, aber damit ist keine persönlichkeitsbezogene Qualifikation wie bei „Hochwürdig“ verbunden. Diese Variante funktioniert nicht! Auch nicht im universitären Bereich – na ja, ein „Emeritus“ – früher war das schon was, besonders im Familien- und Freundeskreis. Aber jetzt – jetzt ist er einfach ein „Ex-“ oder „Alt-".

Und wenn wir – ja, wir! Wir sind gefordert! – vielleicht die bisher kaum beachtete „2. Steigerungsstufe“ einführten? Hochwürden – Hochwürdiger/er – Hochwürdigster – und für Gäste „Allerhochwürdigster“ ? Damit nähmen wir auch niemandem was weg. Sehr wichtig!!

Das alles ist und kann nur provisorisch sein! Ist mir klar. Aber wir müssen was tun, es lodert unter den Nägeln! Ich bitte um Ihre Stellungnahme! Damit auch ich meinem Psychiater einmal ein Erfolgserlebnis mitteilen kann. Er ist schon ganz fertig!

Helfen Sie mir, bitte! In der Bibel finde ich leider nichts Entsprechendes dazu!
Herzlichen Dank!
Lothar Müller

Dienstag, 22. Februar 2011

Dechant sorgt für Aufregung

Dechant soll Schüler schikaniert haben
In der Volksschule Pama soll ein Religionslehrer einen Schüler aufgefordert haben, einen Hausschuh mit dem Mund aus einem Mistkübel zu holen. Der Lehrer, der Pfarrer von Parndorf, äußerte sich dazu exklusiv gegenüber dem ORF Burgenland und betont, den Schüler nicht berührt zu haben.
Dem widersprechen die Eltern in einer Sachverhaltsdarstellung, basierend auf Aussagen der Schüler.
Das Schulamt spricht von einem verdienten Mann, dem einmal ein Ausrutscher passiert sei.

Weiter zum Artikel auf burgenland.orf.at>>

Der ausführlichere Video-Beitrag auf Burgenland-Heute vom 21.2. >>


Neue Eltern-Vorwürfe gegen Pfarrer Branko
Nach dem Bericht über den angeblichen Übergriff des Parndorfer Pfarrers Branko Kornfeind auf einen Volksschüler in Pama haben sich mittlerweile weitere Eltern von betroffenen Kindern beim ORF Burgenland gemeldet.
Weiter zum Artikel>>

Fachinspektor will Fall Kornfeind prüfen
Nach dem Vorwürfen gegen den Pfarrer Branko Kornfeind, hat Stefan Bubich vom Schulamt der Diözese Eisenstadt in der Sendung Burgenland heute zu den Vorwürfen der Eltern Stellung genommen. Er kündigte eine Prüfung an.
Weiter zum Artikel>>

Dienstag, 30. November 2010

"Hochwürdigste" Titulierungen befremden Jung und Alt

Im "martinus" vom 28.11.2010 ist ein Leserbrief von kfb-"Urgestein" Hilde Steiner (90) veröffentlicht, in dem sie die altmodischen Anreden wie "Hochwürdigster Herr..." beklagt.
Damit spricht sie nicht nur mir, sondern auch vielen andern von der Seele.


Dienstag, 19. Oktober 2010

Benedikt, Bischof, Diener der Diener Gottes,

an den geliebten Sohn ÄGIDIUS ZSIFKOVICS aus dem Klerus der Diözese Eisenstadt, bislang Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, in der Kurie von Eisenstadt Leiter des Referates für die pastorale Belange des kroatischen Volksteiles und Pfarrer von Wulkaprodersdorf, erwählter Bischof des Bischofssitzes der obengenannten Diözese, Gruß und Apostolischen Segen.

Das überaus verantwortungsvolle Amt des obersten Hirten der ganzen Herde des Herrn, das Wir ausüben, fordert unter anderem von Uns, dass Wir für den Bischofssitz von Eisenstadt, der durch die Annahme des Rücktritts des verehrungswürdigen Bruders Paul Iby vakant geworden ist, entsprechend Vorsorge treffen.

Da Du, geliebter Sohn, mit offenkundigen Talenten begabt und mit den Bedürfnissen der Ortskirche vertraut, als geeignet erscheinst, diese zu leiten, ernennen Wir Dich auf Vorschlag der Kongregation für die Bischöfe kraft Unserer Apostolischen Vollmacht zum Bischof von Eisenstadt mit allen Rechten und Pflichten. Wir erlauben, dass Du die Weihe von jedem beliebigen katholischen Bischof außerhalb der Stadt Rom unter Beachtung der liturgischen Vorschriften und nach vorheriger Ablegung des katholischen Glaubensbekenntnisses so wie des Treueides Uns und Unseren Nachfolgern gegenüber gemäß den heiligen Canones empfängst. Wir verfügen darüber hinaus, dass Du dieses Schreiben Deinem Klerus und Volk zur Kenntnis bringen lässt; diese fordern wir auf, dass sie Dich gerne annehmen und mit Dir verbunden bleiben.

Dir schließlich, lieber Sohn, erbitten Wir die Gabe des heiligen Geistes, mit deren Hilfe Du die Dir anvertrauten Gläubigen so weiden mögest, dass sie im Glauben, in der Hoffnung und vor allem in der gegenseitigen Liebe täglich wachsen, eingedenk der Worte des göttlichen Meisters: "Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe." (Joh 15,12). Sein Friede sei auf die Fürbitte der Seligen Jungfrau Maria immer mit Dir und mit der kirchlichen Gemeinschaft von Eisenstadt, die Uns sehr teuer ist.

Gegeben zu Rom bei Sankt Peter, am 9. Juli des Jahres des Herrn 2010, im 6. Jahr Unseres Pontifikates.
Benedikt XVI., Papst

Samstag, 16. Oktober 2010

„... dann wird man sie nicht von der Kommunionbank weisen“

Bischof Franz-Josef Bode zur Zukunft der Kirche.

Die katholischen Bischöfe (Anmerkung: in Deutschland) lassen frischen Wind in die Kirche. Sie suchen den Dialog und deuten Reformen an. Motor des Aufbruchs ist der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Im Liborius Magazin spricht er über den Vertrauensverlust der Kirche, den Dialogprozess und die Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene: "Wenn bei einer betroffenen Person der berechtigte Wunsch nach dem Kommunionempfang vorhanden ist", sagt Bischof Bode, "dann wird man sie nicht von der Kommunionbank weisen."

Ermutigende Worte, die auch bei uns Gültigkeit haben.

Anmerkung zur Sprache - der Unterschied bei der Anrede:
"Herr Bischof," im Interview von Franz Josef Bode im Kirchenmagazin Liborius
"Hochwürdigster Herr Diözesanbischof", im Interview von Ägidius Zsifkovics in der Kirchenzeitung martinus vom 10. Oktober 2010

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Se. Exzellenz, der hochwst. Herr Diözesanbischof hat...

... das Bischöfliche Domkapitel kräftig umgekrempelt und neue Mitglieder ernannt:



Überraschend ist sicher die Ernennung des 71jährigen Dr. Hans Trinko zum Kanoniker. Hans Trinko ist sogar Vorsitzender (Domprobst) des Kapitels.

Auch Schulamtsdirektor Erich Seifner ist vom Bischof in das Domkapitel berufen worden. Das macht Viele betroffen. Offensichtlich entspricht er in der Sichtweise des Bischofs besonders den Anforderungen, die das Kirchenrecht im Can. 509 § 2 für Kanoniker festlegt: "Der Diözesanbischof darf Kanonikate nur Priestern übertragen, die sich durch Rechtgläubigkeit und einen unbescholtenen Lebenswandel auszeichnen und ihren Dienst in lobenswerter Weise ausgeübt haben."

Das Domkapitel besteht aus sieben Mitgliedern. Neben den vier neu Ernannten, gehören Mag. Martin Korpitsch, Mag. Josef Prikoszovits und Thomas Krojer dem Kapitel an.

Anmerkung zur Sprache:
Eine längst überwunden geglaubte Sprache scheint wieder Einzug gehalten zu haben. Überschwenglichste und überhöhte Ehrenbezeugungen sowie Reden in der dritten Person gehören wieder zum diözesanen Alltag:
- Se. Exzellenz, der hochwürdigste Herr Diözesanbischof
- hochwürdigste Herren
- hochwürdige Herren

Es geht auch anders - zum Beispiel Bischof Erwin Kräutler:
In einem Interview mit der Tageszeitung KURIER am 02.10.2010 sagt der weltweit bekannte und mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnete Amazonas-Bischof:

KURIER: Soll ich Sie mit Exzellenz ansprechen?
Erwin Kräutler: Um Himmels willen. Bitte nur Dom Erwin. In Brasilien sagt kein Mensch Exzellenz zu mir. Manchmal werde ich mit “oi Bispo” – “Hallo Bischof” angeredet. Auch im Evangelium oder der Bibel steht nichts von “Exzellenz”.

Sehr geehrter Herr Bischof Zsifkovics! Nehmen Sie sich ein Beispiel an Bischof Kräutler und stellen Sie bitte diese absolut unbiblischen und unerträglichen Ehrenbezeugungen ab.

Sonntag, 26. September 2010

Sprache und Macht in der katholischen Kirche

Bei der gestrigen Bischofsweihe ist mir (wieder einmal) bewusst geworden, dass Sprache als Machtinstrument eingesetzt wird – auch in unserer römisch-katholischen Kirche. Da ist die Rede von:

…Seine Heiligkeit Papst…..
…Heiliger Vater…
…hochwürdigsten Monsignore….
…Seine Eminenz Kardinal…
…Seine Eminenz Bischof…
…Exzellenz…
…Hochwürden…
…hochwürdigster Herr Pfarrer

Solche Ehrentitel drücken Über- und Unterordnung aus und sollen durch den ständigen Gebrauch das Volk immer wieder daran erinnern, wer eigentlich die Macht hat und wem Ehre gebührt.

Die Heilige Schrift missbilligt allerdings solche Ehrentitel. Jesus selbst verbietet ausdrücklich, jemanden „Rabbi“, „Vater“, oder „Lehrer“ zu nennen:

„Ihr aber sollt euch nicht Rabbi (Meister) nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ (Mt 23, 8-12)

Daher ist es endlich an der Zeit, dass in unserer Kirche diese Ehrentitel abgeschafft und nicht mehr verwendet werden. „Hochwürden“, „Exzellenz“, „Eminenz“, „Heiliger Vater“ oder „Seine Heiligkeit“ sind Titel, die theologisch nicht begründet werden können und daher offensichtlich nur als Machtinstrument eingesetzt werden.

Es bleibt die klare Funktionsbezeichnung - Herr Papst, Herr Kardinal, Herr Bischof, Herr Pfarrer, Herr Abt, Frau Äbtissin usw. – die einzig passende und keineswegs unhöfliche Anrede und ChristInnen.