"Das pilgernde Volk lebt den Traum Gottes"
Das steht - zumindest noch heute - auf der Homepage der australischen Diözese Toowoomba. Ihr Bischof William Morris (67) ist am 1. Mai von Papst Benedikt XVI. vorzeitig in seinem 18. Jahr als Bischof von den Amtspflichten entbunden worden. Das gaben der Vatikan und die Apostolische Nuntiatur in Canberra am Montag in wenigen Worten und ohne Begründung bekannt.
Ende 2006 hatte Bischof Morris seinen Gläubigen im Advent-Hirtenbrief mitgeteilt, dass seine - flächenmäßig mit 166.000 Quadratmeilen und 34 Pfarren sehr große - Diözese im Jahr 2014 nur noch 19 Priester haben werde, den Bischof eingeschlossen. Zu seinen Vorschlägen, wie man die Krise bewältigen könne, gehörte die Wiederaufnahme von Priestern, die aus welchen Gründen auch immer ihren Dienst aufgeben mussten. Zudem schlug er die Weihe von verheirateten Männern und die Weihe von Frauen vor. Auch eine Kooperation mit Anglikanern und Protestanten brachte Morris ins Gespräch. In der Folge leitete der Vatikan eine Untersuchung ein.
In einem von Bischof Morris veröffentlichten Brief legt dieser seine Sicht der Vorgänge, die zu seiner Enthebung geführt haben, dar. Morris betont darin, sein beanstandetes Schreiben vom Advent 2006 sei "falsch gelesen" und "bewusst fehlinterpretiert" worden. Nach Beschwerden "einer kleinen Gruppe", der er nicht gepasst hätte, sei es zu einer Apostolischen Visitation gekommen.
Morris beklagt, dass er den Schlussbericht der Apostolischen Visitation nie gesehen hat und dass ihm ein ordentlicher Prozess sowie die Möglichkeit „einer angemessenen Verteidigung und Interessenvertretung in meinem Namen“ vorenthalten wurde. Jene konservativ-romtreuen Kreise, die mit ihm als Bischof der Diözese nicht einverstanden waren, hat Morris gegenüber Medien „Tempel-Polizei“ genannt.
Einen "freiwilligen Rücktritt", wie er offenbar verlangt wurden, lehnt Morris aus Gewissensgründen sowie "aus Liebe zur Kirche“ ab, da er bei seinen Aussagen zur aktuellen Situation der Kirche keinen Fehler sieht.
Bischof Morris ist bei Klerus und Volk sehr beliebt und erhält momentan viele Unterstützungs- und Solidaritätserklärungen.
Toowoomba: Priester stellen sich hinter Bischof Morris
Protest von Priestern: "Überragende Mehrheit der Katholiken der Diözese empfand pastorale Leitung von Bischof Morris als konstruktiv, fundiert und belebend"Beitrag auf Kathpress >>
Plattform "Wir sind Kirche": Solidarität mit australischem Bischof Morris
„Wir sind Kirche“ sieht in der Abberufung des australischen Bischofs William M. Morris eine Verletzung der Menschenrechte durch eine menschenunwürdige diktatorische Entscheidung des Vatikans. Deshalb ruft die Kirchenreformbewegung alle Menschen die für Gerechtigkeit eintreten auf, bei der Nuntiatur gegen die Entscheidung zu protestieren und Solidarität mit dem australischen Bischof Morris aus der Diözese Toowoomba/Australien zu zeigen.Zum Aufruf von Wir-Sind-Kirche mit der deutschen Übersetzung des Abschiedsbriefs von Bischof Morris sowie seinem Advent-Hirtenbrief 2006
Radio Vatikan: Vatikan/Australien: Bischof suspendiert
Kathpress: Australischer Bischof scheidet vorzeitig aus seinem Amt
Community rallies behind bishop
THE forced retirement of Catholic Bishop William Morris continues to make headlines across the country, as people rally behind the ousted diocese leader.
Toowoomba’s Fr Hal Ranger – who was a parish priest at Warwick several years ago – yesterday condemned the Vatican for their heavy-handed treatment of the revered Bishop.
Church slammed for dumping Toowoomba bishop
Catholic leaders have criticised the church hierarchy for a lack of transparency after the Vatican confirmed the removal of a long-serving Queensland bishop.
* Video: Pope 'forces' Toowoomba bishop out of church (7pm TV News QLD)
* Audio: Catholic Bishop retires early amid Vatican row (The World Today)
'Temple police' blamed for Toowoomba Bishop William Morris' downfall
Diocesan Pastoral Plan
It stressed four things:-
1. It is vital to have a Pastoral Plan in every local Church;
2. The plan should involve all the people and all the organizations and movements within the Diocese;
3. The plan calls for participation, dialogue and community discernment; and
4. The plan flows from the spirituality of the Second Vatican Council, which is the spirituality of communion.

