Montag, 30. April 2012

Kirchenvolk boykottierte Pfarrer und verweigerte Empfang der Kommunion

Am Sonntag ist es in der Pfarrgemeinde Amras in Innsbruck bei der Erstkommunion zu einem Boykott des Kirchenvolkes gegen den dortigen Pfarrer gekommen. Alle anwesenden erwachsenen Gläubigen verweigerten den Empfang der Kommunion.
Geschiedene, Wiederverheiratete und Gläubige, die nicht jeden Sonntag die Kirche besuchen - sie alle seien der Kommunion nicht würdig, sagte Pfarrer Patrick Bußkamp vor der Kommunionsspende am Sonntag in Amras. Daraufhin seien nur die Kinder zur Kommunion gegangen, alle Erwachsenen blieben demonstrativ sitzen, schildert eine Mutter, die anonym bleiben möchte, gegenüber ORF Tirol.
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Kommunion verweigert: "Schäfchen" rebellierten gegen ihren Pfarrer
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Ein weiterer Fall:
Tiroler Pfarrer verweigerte nicht kirchlich Getrauter die Kommunion
In der kleinen Gemeinde Imsterberg im Tiroler Oberland hat ein Pfarrer bei einer Messe am vergangenen Sonntag einer Frau die Hostie verweigert. Die Mutter einer Erstkommunikantin macht das in der "Tiroler Tageszeitung" öffentlich. In der Diözese Innsbruck bestätigte man den Vorfall. Den Grund für die Weigerung glaubt die Tirolerin zu kennen: Sie ist nur standesamtlich verheiratet.
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Sonntag, 29. April 2012

Licht für die Welt - Salz für die Erde

Seid salzig.
Seid nicht nach jedermanns Geschmack;
bringt Würze in die Welt.
Fade gibt es genug.
Mischt euch ein und fürchtet euch nicht,
ihr werdet euch nicht verlieren.
Seid Salz, damit das Leben schmeckt.

Seid Licht in der Stadt auf dem Berg.
Ihr braucht euch nicht zu verstecken.
Dunkelmänner gibt es genug.
Treibt euer Geschäft am Tag,
denn ihr könnt euch sehen lassen!
Wer unter dem Scheffel hockt, dem geht die Luft aus.
Seid Licht, das der Welt heimleuchtet.

Quelle:
Licht für die Welt - Salz für die Erde
(Wortgottesfeier auf canisius.at)

Freitag, 27. April 2012

Zsifkovics: „Kirche muss sich erneuern“



EISENSTADT / „Die Kirche muss sich immer wieder erneuern“, erklärte Bischof Ägidius Zsifkovics sinngemäß vor der Führung durch die Baustelle Bischofshof in Eisenstadt – und ergänzte „…diesmal eben im Äußerlichen“.

Beitrag in der bvz >>

Donnerstag, 26. April 2012

Lob des Ungehorsams

Sie waren sieben Geißlein
Und durften überall reinschaun,
Nur nicht in den Uhrenkasten,
Das könnte die Uhr verderben.
Hatte die Mutter gesagt.

Es waren sechs artige Geißlein,
Die wollten überall reinschaun,
Nur nicht in den Uhrenkasten,
Das könnte die Uhr verderben,
Hatte die Mutter gesagt.

Es war ein unfolgsames Geißlein,
Das wollte überall reinschaun,
Auch in den Uhrenkasten,
Da hat es die Uhr verdorben,
wie es die Mutter gesagt.

Dann kam der böse Wolf.

Es waren sechs artige Geißlein,
Die versteckten sich, als der Wolf kam,
Unterm Tisch, unterm Bett, unterm Sessel,
Und keines im Uhrkasten,
Sie alle fraß der Wolf.

Es war ein unartiges Geißlein,
Das sprang in den Uhrenkasten,
Es wusste, dass er hohl war,
Dort hat’s der Wolf nicht gefunden,
So ist es am Leben geblieben.

Da war Mutter Geiß aber froh.

Franz Fühmann 1922-1984


Lange vor dem "Aufruf zum Ungehorsam":
Lob des Ungehorsams
Vom Mut, nein zu sagen: Fragen an den Psychoanalytiker und Pädagogen Kurt Singer
Das hier leicht redigierte Interview erschien in Publik Forum, 2003, Nummer 2 >>

Mittwoch, 25. April 2012

Brutale Personalpolitik geht weiter

Die Personalpolitik der Diözese unter dem neuen Bischof mit seinem Moderator findet eine Fortsetzung - leider im gewohnten Stil.

Langjährige und bewährte Mitarbeiterinnen werden "einvernehmlich" in die Pension gemäß Hackler-Regelung geschickt (gedrängt) und müssen finanzielle Nachteile schlucken, weil sie der Diözese zu teuer kämen.

Die Rechnerei hat ihre Logik. Zu fragen ist allerdings, warum der Rechenstift ausgerechnet hier angesetzt wird und nicht z.B. auch beim Bischofs-Palastbau!?

Jahrzehnte lang haben Christine B. (Pastoralamt) und Veronika A. (Schulamt) loyal der Diözese gegenüber gedient. Das scheint nicht zu zählen.

Die Rolle der jeweiligen Amtsleiter - Wüger (Pastoralamt) und Seifner (Schulamt) -  ist  ein Trauerspiel. Angeblich wurden sie einfach übergangen und nicht angehört - oder sie wollten sich nicht hinter ihre Mitarbeiterinnen stellen. Ist das der Gehorsam, den sich die Kirchenleitung wünscht?

Einmal mehr kommt die zweifelhafte Rolle des Moderators der Diözesankurie, Petar Ivandic zum Vorschein. Er soll ganz wesentlich an diesen Aktionen beteiligt sein, obwohl für Personalangelegenheiten eigentlich Generalvikar Lang zuständig ist. Offensichtlich kann Ivandic mit Rückendeckung des Bischofs machen was er will. Er ist der starke zweite Mann in der Diözese.

Leider bewahrheitet sich wieder einmal, was ich anläßlich der Bischofsernennung 2010 geschrieben habe, unter anderem am  01. Oktober 2010:

"Für Ivandic hat der Bischof jetzt sogar einen neuen Posten geschaffen, den es bisher in der Diözese Eisenstadt nicht gab. Er ist seit 25. September „Moderator der Diözesankurie“. Der Vollstrecker des Bischofs ist nunmehr zweitmächtigster Mann in der Diözese Eisenstadt, der neue Generalvikar Mag. Lang offenbar nur ein „Feigenblatt“ um die Optik etwas schöner ausschauen zu lassen. Diese Ernennung wird noch für viel Zünd- und Gesprächsstoff sorgen.
Diese Ernennung wird noch für viel Zünd- und Gesprächsstoff sorgen. Vor allem wird Bischof Zsifkovics dem Kirchenbeitrag zahlenden Gottesvolk und besonders auch den Priestern erklären müssen, welche Umstände es nahelegen, dass diese Position für Ivandic geschaffen wurde. Die im Kirchenrecht genannten Aufgaben des Moderators der Kurie übernimmt in der Regel der Generalvikar. Erste Recherchen haben ergeben, dass es diesen "Moderator der Diözesankurie" offensichtlich nur im Burgenland (!), der kleinsten Diözese Österreichs gibt. Alle anderen Diözesen kommen ohne diesen Posten aus."

Dienstag, 24. April 2012

Ich traue meinen Augen nicht....


Email an: bischof@graz-seckau.at; clementeroma@hotmail.com; ebs@edw.or.at; sekretariat@bischofskonferenz.at

Sehr geehrte Herren,

ich traue meinen Augen nicht, aber ist das allen Ernstes die von Rom befohlene Marschrichtung?
Vatikan versöhnt sich
ROM. Mehreren Quellen zufolge hat sich die traditionalistische „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ mit dem Vatikan versöhnt. Die vom verstorbenen französischen Konzilsgegner Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Piusbruderschaft könnte damit voraussichtlich noch in der ersten Hälfte dieses Jahres in die volle Gemeinschaft mit Rom zurückkehren.

Ist die Katholische Weltkirche tatsächlich an einem ewig-gestrigen Gängelband des Vatikans?

Der Dialog mit der Pfarrerinitiative wird verweigert (Jesus hat niemandem den Dialog verweigert!), da wird ein drohendes Schisma in den Raum gestellt.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X, zu welcher Holocaustleugner zählen (Jesus war Jude!), und die ein Schisma verursacht hat, wird wieder in den Schoß der Kirche aufgenommen.

Sie alle waren zur Zeit des Konzils, des Aufbruchs, des aggiornamento, junge dynamische, hoffnungsvolle Priester, und Jesu Leben war wie das Konzil Reform (des jüdischen Glaubens).

Können Sie verantworten, zu diesen Vorgängen demütig zu schweigen?

Beim Anhalten dieser Tendenz werden wir bald nur mehr eine kleine, feine Herde sein.

Mit freundlichen Grüßen

Edi Tusch
9020 Klagenfurt

P.S.: Ironischer Vorschlag: Die Österreichische Katholische Kirche löst sich von Rom, um handlungsfähig zu werden, und in ca. 25 Jahren dürfen wir als sanierte, dynamische, runderneuerte Kirche mit einer Wiederaufnahme in die Römisch-Katholische Weltkirche rechnen.

Anmerkung: Am 15. März 2011 habe ich schon einmal einen Gastbeitrag von Edi Tusch veröffentlicht: Euer neuer uralter Hirtenspieler - zur Bischofsernennung in der Diözese Eisenstadt >> 


Hintergrund:
Piusbrüder schließen Frieden mit Rom
Aus: Christ & Welt Ausgabe 16/2012 >>
Zuletzt verdichteten sich die Gerüchte. Jetzt hat sich die ultrakonservative katholische Priesterbruderschaft St. Pius X. mit Rom versöhnt.

Vatikan-Experte: Rom hat sich mit Piusbrüdern geeinigt  
Bonn, 18.4.12 (Kipa >>) Nach Angaben des italienischen Vatikan-Experten Andrea Tornielli sollen sich der Vatikan und die traditionalistische Piusbruderschaft auf eine Wiedereingliederung in die katholische Kirche geeinigt haben. Bernard Fellay, der Generalobere der Priestergemeinschaft, habe am Dienstag eine "lehrmässige Präambel unterzeichnet zurückgeschickt", die ihm der Vatikan im September zur Zustimmung vorgelegt hatte, schreibt Tornielli in der in Bonn erscheinenden "Zeit"-Beilage "Christ und Welt".

Lombardi: Vatikan erhielt "ermutigende" Antwort der Piusbrüder
Kathweb, 18.4.2012 - Nach der jetzt erfolgten positiven Antwort könnte die Piusbruderschaft noch in der ersten Hälfte dieses Jahres in die volle Gemeinschaft mit Rom zurückkehren

Entscheidung in Rom erst Mitte Mai
pius.info >>

Montag, 23. April 2012

Denkmalgeschützter Bischofshof wird völlig umgebaut

Moderator Petar Ivandic, Diözesankonservator Markus Zechner, Finanzkammerdirektor Richard Dienstl und Architekt Michael Eckel
Endlich werden die Kosten von rund 3,2  Mio Euro für den Umbau des Bischofshofes, die ich bereits am 10. Jänner 2011 befürchtet hatte, bestätigt.
Am denkmalgeschützten Bau bleibt fast kein Stein auf dem andern. Von "Renovierung" oder "Sanierung" kann keine Rede sein. Man darf gespannt sein wieviel Euro da noch dazukommen bis zur endgültigen Fertigstellung. 


Einige Vergleiche - 3,2 Millionen Euro:
  • sind 19,82 % der Einnahmen des Kirchenbeitrages der Diözese im Jahr (siehe Burgenländisches Jahrbuch 2012)
  • sind der Jahreskirchenbeitrag von 28.125 Kirchenbeitragszahlern (der durchschnittliche Kirchenbeitrag pro Beitragszahler beträgt 113,78 Euro)
  • kosten ca. 16 Einfamilienhäuser
  • ist das Jahreseinkommen von rund 290 Menschen mit Mindestsicherung
  • dafür könnte man Franz Grandits aus Stinatz mit 1,6 Millionen kg Hirse im Kampf gegen den Hunger in Burkina Faso unterstützen
  • sind rund 44 Millionen Schilling
  • ................

Zsifkovics führt durch Bischofshof
Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics bat heute zu einer Führung durch den Haupttrakt des sanierten Bischofshofes. Das Projekt zur Generalsanierung des Hauses ist jetzt ungefähr in der Halbzeit angelangt.
Beitrag und Video auf burgenland.ORF.at >>


Schon am 28.10.2010 habe ich unter dem Titel "Des Bischofs neuer Palast" über die Umbaupläne geschrieben. Unter anderem:

Gegen Ende des Konzils (am 16. November 1965) unterzeichneten 40 Bischöfe den sog. Katakombenpakt "Für eine dienende und arme Kirche", der im nachhinein von weiteren 500 Bischöfen unterschrieben wurde und 13 Selbstverpflichtungen enthält. U. a.:

  1. Wir werden uns bemühen so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt. 5,3; 6,33-34; 8,20).
  2. Wir verzichten ein für allemal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall - weder Gold noch Silber - gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).
  3. Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum Ausdruck gebracht werden (Eminenz, Exzellen, Monsignore,...). Stattdessen wollen wir als "Padre" angesprochen werden, eine Bezeichnung, die dem Evangelium entspricht. (vgl. Mt 20, 25-28;23,6-11; Joh 13,12-15)