Du bist nicht –
Gott
wo Unrecht geschieht
Es sei denn auf der Seite der Benachteiligten
Du bist nicht –
Gott
wo man auf Kosten anderer lebt
Es sei denn auf der Seite der Armen
Du bist nicht –
Gott
wo man die Güter des Lebens anhäuft
Es sei denn auf der Seite der Ausgeschlossenen
Darum will ich dich suchen –
Gott
in der Gerechtigkeit
und bei den Benachteiligten, Armen, Ausgeschlossenen
Rotzetter Anton, Gott, der mich atmen lässt. Gebete des Lebens,
Verlag Herder, Freiburg i. Br., 31994.
Sonntag, 8. März 2015
Freitag, 6. März 2015
Dein Beitrag zur Familiensynode?
Der Fragebogen für die Familiensynode im Herbst kann noch in den nächsten Tagen ausgefüllt werden. Bitte beantworten Sie zumindest teilweise einige Fragen!
Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung begrüßten die Bischöfe Österreichs ausdrücklich die vom Papst gewollte "offene Diskussion" zum Thema Familie, sie fanden aber nicht den Mut zu verständlich formulierten Vorschlägen.
Online-Fragebogen der Diözese Eisenstadt >>
Online-Fragebogen der Diözese St. Pölten (bis spätestens 16. März 2015) >>
NEU:
Die Reformgruppen „Gemeindeinitiative“ und „Wir sind Kirche“ haben unter www.gemeindeinitiative.org/umfrage einen eigenen Katalog mit zehn Fragen veröffentlicht. Anders als die vatikanische Original-Vorlage spricht der Fragebogen lediglich Themen an, die einzelne Kirchenmitglieder bewegen, ist in möglichst klarer Sprache gehalten und bietet Antwortmöglichkeiten nach dem Multiple-Choice-Prinzip.
Zur Umfrage >>
Informationen zum Familienfragebogen sowie zur Familiensynode:
Pressemitteilung der Plattform "Wir sind Kirche Österreich" an die Bischöfe:
Wo bleiben eure kühnen Vorschläge?
Bausteine zum Familienfragebogen aus dem Dekanat Jennersdorf >>
Infos der Gemeindeinitiative >>
Wir-sind-Kirche-Deutschland >>
Vorbereitung der Bischofssynode
Über 700 Antworten zur Familienumfrage im Erzbistum München
Die Resonanz sei sehr gut, alle Antworten seien gelesen und ausgewertet worden: 709 Personen, Paare oder Gruppen haben sich im Erzbistum München und Freising an der neuen Vatikan-Umfrage zum Thema Familie beteiligt. Das gab das erzbischöfliche Ordinariat am Montag bekannt. Einige Fragen sind erwartungsgemäß auf besonderes Interesse bei den Teilnehmern gestoßen.
Münchner Kirchennachrichten >>
Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung begrüßten die Bischöfe Österreichs ausdrücklich die vom Papst gewollte "offene Diskussion" zum Thema Familie, sie fanden aber nicht den Mut zu verständlich formulierten Vorschlägen.
Online-Fragebogen der Diözese Eisenstadt >>
Online-Fragebogen der Diözese St. Pölten (bis spätestens 16. März 2015) >>
NEU:
Die Reformgruppen „Gemeindeinitiative“ und „Wir sind Kirche“ haben unter www.gemeindeinitiative.org/umfrage einen eigenen Katalog mit zehn Fragen veröffentlicht. Anders als die vatikanische Original-Vorlage spricht der Fragebogen lediglich Themen an, die einzelne Kirchenmitglieder bewegen, ist in möglichst klarer Sprache gehalten und bietet Antwortmöglichkeiten nach dem Multiple-Choice-Prinzip.
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Informationen zum Familienfragebogen sowie zur Familiensynode:
Pressemitteilung der Plattform "Wir sind Kirche Österreich" an die Bischöfe:
Wo bleiben eure kühnen Vorschläge?
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Vorbereitung der Bischofssynode
Über 700 Antworten zur Familienumfrage im Erzbistum München
Die Resonanz sei sehr gut, alle Antworten seien gelesen und ausgewertet worden: 709 Personen, Paare oder Gruppen haben sich im Erzbistum München und Freising an der neuen Vatikan-Umfrage zum Thema Familie beteiligt. Das gab das erzbischöfliche Ordinariat am Montag bekannt. Einige Fragen sind erwartungsgemäß auf besonderes Interesse bei den Teilnehmern gestoßen.
Münchner Kirchennachrichten >>
Katholische Kirche soll Norwegen betrogen haben
Bischof Eidsvig einvernommen - Verdacht: Staatliche Millionenzuschüsse mit fiktiven Mitgliederzahlen ergaunert
Zwischen 2010 und 2014 habe die Kirche 65.000 neue Mitglieder gemeldet und umgerechnet 5,84 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen erhalten, sagte die Rechtsvertreterin der Polizei, Kristin Rusdal, der Nachrichtenagentur AFP.
Namen aus Telefonbüchern abgeschrieben
Bei den vorgeblichen neuen Mitgliedern handelt es sich laut Rusdal aber vorwiegend um Einwanderer, deren Namen aus den Telefonbüchern entnommen wurden. Mit Hilfe dieser Methode habe sich die Zahl der Katholiken in dem vorwiegend protestantischen Land binnen weniger Jahre von 67.000 auf 140.000 mehr als verdoppelt. Unter Verdacht stehen vor allem der Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, sowie der Finanzverwalter der Diözese. Beide seien bereits von den Ermittlern vernommen worden, sagte Rusdal.
Eidsvig bestätigt die Listenführung, weist aber unlautere Absichten von sich: "Wir wollten alle Katholiken auflisten, die für ein neues Leben nach Norwegen gekommen sind", sagte der Bischof am Dienstag der Zeitung "Dagbladet". "Das ist eine gewaltige Aufgabe, die teilweise auf falsche Weise realisiert wurde." Die Polizei hatte vergangene Woche aufgrund einer Anzeige eines Kirchenangestellten Ermittlungen aufgenommen. Schwerer Betrug kann in Norwegen mit Haftstrafen bis zu sechs Jahren geahndet werden, Organisationen drohen hohe Geldbußen.
Quelle: derstandard.at
Norwegischer Bischof unter Betrugsverdacht
Zehntausende Menschen hatte sein Bistum ohne ihr Wissen als Katholiken registriert – und damit staatliche Zuschüsse kassiert
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2015
Auf einmal waren alle katholisch
RP-Online, 01.03.2015
Nach Betrugsverdacht: Diözese Oslo korrigiert Katholikenstatistik
Norwegische Diözese soll Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern ohne ihr Wissen als Katholiken registriert haben
Kathpress >>
Donnerstag, 5. März 2015
Team der österreichischen "Pastoralinnovation" ging auf Erkundung nach Amerika
Innovative Pfarren in USA: Viele aktiven Laien, klare Optionen
Team der österreichischen "Pastoralinnovation" ging auf Erkundung nach Amerika -
Prioritäten, Leadership und "Fehlerfreundlichkeit" zeichnen die vitalen Pfarren aus
Washington-Wien, 27.02.2015 (KAP) Viele Diözesen in den USA reagieren auf den steigenden Priestermangel mit Pfarrzusammenlegungen und einer stärkeren Einbindung der Laien, und sie haben damit Erfolg. Die Initiative "Pastoralinnovation" hat deshalb im Februar ein Seminar in Washington und Baltimore veranstaltet, um Modellpfarren zu besuchen und für die österreichische Pastoral zu lernen. Die Theologengruppe wählte gut funktionierende Pfarren aus und erlebte dort ein starkes Engagement nicht nur eines kleinen Kreises, sondern einer großen Zahl von Laien.
"In innovativen Prozessen in Pfarren ist Fehlerfreundlichkeit unabdingbar", sagte die Linzer Pastoraltheologin Hildegard Wustmans im "Kathpress"-Gespräch. Im Rahmen eines Innovationsseminars besuchte sie gesunde und wachsende Pfarren im Großraum der Hauptstadt Washington. Bei innovativen Prozessen in der Kirche sei das hauptamtliche Personal besonders gefordert, so Wustmans, denn Leadership im christlichen Sinn bedeute Dienen: "Diese Person verkörpert einen Inhalt. Sie redet nicht nur darüber, sondern handelt danach."
Da keine Pfarre alles abdecken kann, sei eine "klare Option" für ein limitiertes Angebot entscheidend. Pastoraltheologin Wustmans nannte "Jugendliche, junge Familien oder Migranten" als mögliche Optionen.
Die Pfarre "Of the Nativity" in Baltimore, die von der Seminargruppe besucht wurde, entschied sich in einem Strategieprozess für "de-churched people", das sind Menschen, die sich von der Kirche entfremdet haben. Multikulturalität wählte die "Saint Camillus" in Silver Spring als ihren Schwerpunkt. Die Pfarre wird von vier Franziskanern aus drei Kontinenten betreut. Zu ihnen kommen Menschen aus 100 verschiedenen Ländern, sie feiern neben den Messen in Englisch, Spanisch und Französisch auch gemeinsame "Multikulti"-Sonntagsgottesdienste. "Klare Optionen" sind wichtig, so Wustmans, obgleich sie "etwas abverlangen, nicht einfach sind und manchmal auch wehtun."
In allen besuchten Pfarren erlebte die Pastoraltheologin qualitätsvolle Gottesdienste, die die Menschen "ansprechen und berühren". Besonderen Wert legten die Pfarrverantwortlichen auf die Musik, die Predigt und Kinderwortgottesdienste.
Weiterlesen auf Kathpress >>
Die Pfarrei der Zukunft liegt in den USA
Bistümer in den USA reagieren auf den steigenden Priestermangel mit Pfarrei-Zusammenlegungen und einer stärkeren Einbindung der Laien – und sie haben damit Erfolg. Das sieht jedenfalls die österreichische Initiative „Pastoralinnovation“ so.
Radio Vatikan >>
Hintergrund:
Innovations-Programm für Pfarren und Pfarrverbände
Viele sind begeistert von Papst Franziskus. Mit dem Innovationsprogramm (= I-Programm) sollen seine Impulse für eine lebendige und lebensnahe Kirche konkret umgesetzt werden. Das I-Programm richtet sich an Pfarren, die mit Problemen kämpfen und dagegen etwas unternehmen wollen, oder auch an Pfarren, die Ideen für neue Projekte haben, aber nicht sicher sind, ob sie diese ohne Hilfe erfolgreich umsetzen können.
Initiiert wurde das I-Programm von Dr. Georg Plank, der 25 Jahre lang in der Diözese Graz-Seckau viele innovative Projekte umgesetzt hat und nun mit PASTORALINNOVATION überregional zur Verfügung steht.
Das Pastoralamt der Erzdiözese Wien empfiehlt die Teilnahme an diesem Programm.
Nähere Details finden Sie unter www.pastoralinnovation.at oder Blogportal
Aktualisierung:
Die Diözese Eisenstadt war auf diesem Innovations-Semiar in Washington und Baltimore mit Mag. Lic. Norbert FILIPITSCH MAS., Stadtpfarrer in Jennersdorf, vertreten. Ein Beitrag darüber ist im martinus vom 8. März >> zu lesen.
Viele sind begeistert von Papst Franziskus. Mit dem Innovationsprogramm (= I-Programm) sollen seine Impulse für eine lebendige und lebensnahe Kirche konkret umgesetzt werden. Das I-Programm richtet sich an Pfarren, die mit Problemen kämpfen und dagegen etwas unternehmen wollen, oder auch an Pfarren, die Ideen für neue Projekte haben, aber nicht sicher sind, ob sie diese ohne Hilfe erfolgreich umsetzen können.
Das Pastoralamt der Erzdiözese Wien empfiehlt die Teilnahme an diesem Programm.
Nähere Details finden Sie unter www.pastoralinnovation.at oder Blogportal
Aktualisierung:
Die Diözese Eisenstadt war auf diesem Innovations-Semiar in Washington und Baltimore mit Mag. Lic. Norbert FILIPITSCH MAS., Stadtpfarrer in Jennersdorf, vertreten. Ein Beitrag darüber ist im martinus vom 8. März >> zu lesen.
Focus Amerika
Großes Interesse fand die Frage: "Was können wir von amerikanischen Kirchen lernen?" Ca. 50 "Neugierige" sind gekommen als Pfarrer Norbert von seiner Studienreise in die USA (im Feber 2015) lebendig und informativ berichtete.
Stadtpfarre Jennersdorf vom 23. April 2015 >>
Mittwoch, 4. März 2015
"Die Bischöfe sollen jetzt ihre Verantwortung wahrnehmen."
„Ich mache nicht mehr mit“
Die Zeit drängt, um neue Wege in der Pfarrseelsorge zu gehen, betont Propst Johannes Holzinger. Eines will er sicher nicht mehr machen: 75-jährigen Priestern statt der Pensionierung weitere Pfarren zuteilen.
Die Seelsorge in den Stiftspfarren zu gewährleisten – darin besteht eine der Hauptaufgaben für einen Propst. Doch es wird immer schwieriger, für jede Pfarre einen Chorherren als Pfarrer zu bestellen. Und das Durchschnittsalter des Konvents ist bei 70 Jahren. Wie soll das weitergehen?
Propst Holzinger: Ich spüre das als große Last. Ich muss mich vor die Leute in den Stiftspfarren stellen und ihnen sagen: Ihr bekommt keinen Pfarrer mehr. Wie erst vor wenigen Monaten geschehen, muss ich einen 75-jährigen Mitbruder bitten, noch nicht in Pension zu gehen und zu seinen zwei Pfarren noch eine weitere dazuzunehmen. Man weiß, man darf das als Vorgesetzter nicht tun, und trotzdem ist man dazu gezwungen. Ich komme mir als unverantwortlich vor.
Warum machen Sie mit?
Holzinger: Ich werde auch nicht mehr mitmachen. Das heißt: Ich werde keinen Mitbruder mehr bitten, eine zusätzliche Pfarre zu übernehmen. Das bin ich dem Alter vieler Mitbrüder schuldig und andererseits möchte ich auf die Gesundheit der Jüngeren achten.
Wie soll es weitergehen?
Holzinger: Man muss sich eingestehen: Die Versorgung der Pfarren mit Priestern ist am Zusammenbrechen. Ich halte auch nichts davon – wie das mancherorts in Deutschland geschieht –, durch die Schaffung von Großpfarren die Behebung des Priestermangels vorzutäuschen. Was wir brauchen, sind neue Modelle. Die kann ich aber nicht machen.
Wer dann?
Holzinger: Aus meiner Sicht sind jetzt die Bischöfe gefordert. Bischof Kräutler hat Papst Franziskus von den vielen Gemeinden seiner Diözese erzählt, die wegen fehlender Priester nur ein bis zweimal im Jahr Eucharistie feiern können. Der Papst hat geantwortet: Die Bischöfe sollen kühne und mutige Vorschläge machen, wie man die Situation ändern könnte. Die Bischöfe sollen jetzt ihre Verantwortung wahrnehmen. Die Zeit drängt. Wenn der Papst schon um Vorschläge bittet, da wäre ich schneller in Rom als ein E-Mail.
Seelsorgeteams, Pfarr- und Pastoralassistent/innen, ausländische Priester – die Diözese hat Wege eröffnet, dass die Pfarren lebendig bleiben können. Finden Sie das nicht als hilfreich?
Holzinger: Ja, sehr sogar, und ich bin froh, dass es sie gibt. Und ich bin auch für das große ehrenamtliche Engagement in den Stiftspfarren dankbar. Aber wir brauchen trotzdem neue Wege, die in der Öffnung des Priesteramts für verheiratete Männer bestehen könnten. Es bräuchte auch Signale in Richtung Frauen. Ich denke hier an das Diakonenamt.
Wir haben über Krise, Probleme und Schwierigkeiten gesprochen. Gibt es etwas, was Ihnen Anlass zu Optimismus gibt?
Holzinger: Die Menschen haben eine große Sehnsucht nach Beheimatung. Auf diese Sehnsucht hat die Kirche eine Antwort: Sie kann Gemeinschaft anbieten und auf eine Hoffnung verweisen, die nicht zugrunde geht, sie kann Jesus Christus verkünden – Jesus Christus ist die Mitte unserer Verkündigung. Das ist doch wirklich Grund optimistisch zu sein. Auch im Blick auf die fast 950-jährige Geschichte unseres Klosters bin ich nicht pessimistisch. Es hat schon viele Tiefs gegeben. Und immer wieder ist es weiter- und aufwärts gegangen.
Was kann man jetzt machen, wenn man nicht darauf warten will, was „oben“ entschieden wird?
Holzinger: Mir ist es wichtig, nicht untätig zu sein, sondern mit allen Sinnen Ausschau zu halten, wohin Gott seine Kirche führen und wohin er sie verändert haben will. Es gilt, den Willen der Liebe Gottes zu erspüren. Mich begleitet der Satz aus dem zweiten Timotheusbrief: Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2 Tim 1,7).
Was wird Ihre größte Herausforderung in den nächsten Jahren als Propst sein?
Holzinger: Bis zum Ende meiner Amtszeit werden wir Florianer Chorherren aus eigener Kraft nicht einmal mehr annähernd unsere Aufgaben in den Pfarren und im Stift bewältigen können. Davor darf man die Augen nicht verschließen.
Meine Verantwortung sehe ich darin, vernünftige Übergänge zu schaffen und zu verantworten, was nicht mehr geht. In den nächsten drei Jahren möchten wir ein Programm erarbeiten, das den jüngeren Mitbrüdern Freiheit und neue Gestaltungsräume verschafft. Im Vertrauen auf das Wirken Gottes wird uns das gelingen.
Quelle: kirchenzeitung.at
Ähnliches Thema:
„Wir sind Kirche“ an die Bischöfe:
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Dienstag, 3. März 2015
Reformstreit im Bistum Limburg: Neuanfang blieb aus
Der unheilige Zorn von Limburg
Das Bistum Limburg öffnete am Freitag die Privatgemächer seines Ex-Bischofs. Für einen wichtigen Fortschritt halten kritische Reformer das nicht. Sie sind verbittert, wie die Amtskirche mit ihnen umgeht – und mit Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Im September des vergangenen Jahres packte der damals längst emeritierte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst doch noch seine Koffer. Anders als seine Amtszeit war der lange hinausgezögerte Auszug aus seiner Wohnung, die das Bistum Limburg heute erstmals den Medien zeigt, offenbar eine saubere Sache. "Ordnungsgemäß und besenrein" seien die Privaträume übergeben worden, hieß es anschließend. Fünf Monate später ist die Kirche mit sich selbst alles andere als im Reinen.
Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich der vom Papst als Ausputzer eingesetzte Päpstliche Administrator Manfred Grothe in diesen Tagen öffentlich anhören muss, sein Umgang mit dem geschassten Ex-Oberhirten rieche nach "Kumpanei" unter Klerikern? Dass ein Tebartz-Kritiker nicht auf seinen noch immer unbesetzten Posten zurück darf? Und dass Grothes rechte Hand, der sonst so sanft auftretende Wolfgang Rösch, sich gerade schriftlich bei einer kritischen Mitarbeiterin wegen einer Anwandlung unheiligen Zornes entschuldigt hat?
Seelsorgerin übt öffentlich Kritik
Laienvertreter, Verwaltungsmitarbeiter, Pfarrer: Viele glauben, es sei durchaus merklich besser geworden. Die Gefängnisseelsorgerin Pia Arnold-Rammé gehört zu denen, die inzwischen aber bis an den Rand der Resignation und darüber hinaus zweifeln, ob auch tiefgreifende Reformen als Lehren aus der tiefen Krise gewollt sind. Und die es sagen. Manche wittern gar Restauration – der alte Klerikalismus, mit menschlicherem Antlitz und durch die Hintertür.
Bei einer Tagung von pastoralen Mitarbeitern und Bistumsleitung beging Arnold-Rammé den Fehler, im Beisein Röschs falsche Signale bei wichtigen Personalentscheidungen zu bemängeln.
Es gab Beifall. Aber nicht von Rösch, wie Teilnehmer berichten. Der Generalvikar stürmte demnach anschließend auf die Mitarbeiterin zu, ging sie in harschem Ton wegen dieser "Unverschämtheit" an, und verschwand in Richtung Ausgang.
Personeller Neuanfang blieb aus
"Bevor ich argumentieren konnte, war er weg. Aber Widerspruch muss doch möglich sein", bestätigt Arnold-Rammé den Vorfall. Obwohl Rösch in der Form zurückruderte, hält die Kritikerin die Attacke für symptomatisch. Es gebe gewiss Bemühen um einen anderen Umgang, und es werde viel über Vertrauensbildung gesprochen. "Sobald aber Kritik konkret wird, wird es ungemütlich. Unter Neuanfang stellen die sich etwas ganz anderes vor. An den Strukturen ändert sich nichts."
Rösch ("Es geht nicht darum, Köpfe auszutauschen. Wir müssen das System heilen") nahm die Kritik persönlich, weil es auch um einen Freund geht. Der Pfarrer, der noch von Tebartz-van Elst auf dem Höhepunkt der Krise zum Generalvikar ernannt wurde, setzte als seinen Nachfolger Klaus Nebel als Stadtdekan in Wiesbaden durch. Nebel gilt als sehr konservativ. Auflehnung gegen den Ex-Bischof ist nicht bekannt, aber Loyalität.
Auch auf anderen Posten blieb der personelle Neuanfang aus: Noch immer sind Stützen des alten Systems Dezernatsleiter. Und auch nach zwei Neubesetzungen im Domkapitel, das den künftigen Bischof wählen wird, ist dort für niemanden Platz, der sich früh und mutig gegen Tebartz-van Elst gestellt hätte.
Grothe mit besten Wünschen für Tebartz-van Elst
Breiten Widerstand oder gar eine Spaltung wegen des Krisenbewältigungskurses kann die Amtskirche in Limburg derzeit aber nicht erkennen. Im Gegenteil. "Es gibt ein gutes und vertrauensvoller werdendes Miteinander", lautet die Lagebeurteilung von Bistumssprecher Stephan Schnelle. Auch Äußerungen heftigen Unmuts über ein überraschend wohlwollendes Zeugnis, das der Apostolische Administrator Grothe gerade dem geschassten Bischof öffentlich ausstellte, kann Schnelle nicht verstehen. "Es war ein Aufruf, nicht alles schwarz-weiß zu sehen."
Während der Münsterer Kirchenrechtler Thomas Schüller seit Monaten vergeblich fordert, Tebartz-van Elst endlich für den von ihm angerichteten Schaden in Regress zu nehmen, wünschte Grothe dem Bischof emeritus für seinen neuen Job als Vatikan-Sekretär gerade: "Er möge seine Fähigkeiten, sein Charisma und seine vielfältigen Begabungen" fruchtbringend einbringen.
Diese Form des christlichen Miteinanders unter Klerikern geht Tebartz-Kritikern der ersten Stunde wie dem Pfarrer Hubertus Janssen entschieden zu weit. "Diese Sätze sind ein Schlag ins Gesicht vieler Gläubigen. Sie sind eine große Provokation und riechen nach Kumpanei", schäumt Janssen.
6.600 Euro Ruhegehalt für Bischof
Bemerkenswert: Grothe weiß von der Rom-Stelle für Tebartz-van Elst nach Angaben seines Sprechers offiziell gar nichts und hat es aus den Zeitungen. Ob es stimmt, ob der Posten Lohn oder Strafe ist, ob Franziskus davon unterrichtet war – alles ist auch ihm noch unbekannt. Und Grothe, der hinsichtlich der Ordnung der zerrütteten Kirchenfinanzen eindrucksvoll sein Transparenzversprechen erfüllt hat, weiß nicht einmal: Bekommt Tebartz-van Elst Lohn vom Vatikan?
Deshalb zahlt das Bistum Limburg weiterhin gut 6.600 Euro Ruhegehalt - weil man zu seinen Verpflichtungen stehe. Gegenüber einem entlassenen Kritiker des gut versorgten Bischofs spürt die Amtskirche eine moralische Verpflichtung offenbar nicht so stark: gegenüber dem unbequemen Theologe Patrick Dehm. Er hatte unter Tebartz-van Elst seinen Posten als Leiter des Hauses der Begegnung in Frankfurt verloren - nach einer unrechtmäßigen Kündigung und einem Vergleich, und trotz Protesten und einer Unterschriftenaktion.
Die Stelle hat das Bistum wieder ausgeschrieben. "Ich habe mich beworben", bestätigte Dehm hr-online auf Anfrage. Er will mit einer Rückkehr auf den alten Posten öffentlich rehabilitiert werden. Im Bischöflichen Ordinariat kommentierte Rösch den Wunsch nach Wiederherstellung seines Rufs mit den Worten: Nicht Dehms Ruf habe gelitten, sondern der des Bistums.
hr-online >>
Bischof Neymeyr 100 Tage im Bistum Erfurt:
100 Tage im Amt
Bischof Neymeyr hält an Bildung größerer Pfarreien fest
Der neue Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hält an der Strukturreform des Bistums fest. Neymeyr sagte zu seinen ersten 100 Tagen im Amt: "Der Fahrplan zur Bildung größerer Pfarreien ist schon beschlossen und wird umgesetzt."
Bischof lobt von Laien geleitete Wort-Gottes-Feiern
In diesem Zusammenhang würdigte Neymeyr die von Laien geleiteten Wort-Gottes-Feiern mit Kommunionausteilung, wenn keine Eucharistiefeier möglich ist. "Ich erlebe, dass sie in Ostdeutschland eine gute Tradition haben", betonte er. "Das verwischt keineswegs die Grenze zur Eucharistie." Die Teilnehmer wüssten sehr wohl, dass es sich nicht um eine Heilige Messe handle.
mdr.de >>
Ulrich Neymeyr zu seinen ersten 100 Tagen als Erfurter Bischof
"Eine turbulente Zeit"
Ulrich Neymeyr ist nun seit 100 Tagen Bischof des Bistums Erfurt. Im Interview äußert sich der frühere Mainzer Weihbischof zu seinem Start in das neue Amt und den Aufgaben, die sich ihm nun besonders stellen.
domradio.de >>
Montag, 2. März 2015
Papst Franziskus berät Klerus von Rom in der Kunst des Messfeierns
Weder nachlässig noch penibel
Papst Franziskus hat sich an diesem Donnerstag (19.2.) im Vatikan mit Pfarrern seines Bistums Rom getroffen. Hinter verschlossenen Türen sprach er mit ihnen über das Thema ‚Ars Celebrandi’, die Kunst des Zelebrierens, und speziell über das Predigen. Der Wortlaut des Gesprächs wurde vom Vatikan nicht veröffentlicht, allerdings gelangten Auszüge durch Twitter an die Öffentlichkeit. Franziskus sagte nach Angaben eines teilnehmenden Pfarrers, es gelte heute „das Staunen in der Liturgie wiederzuentdecken“. Priester sollten Gottesdienste weder „nachlässig“ feiern noch lediglich auf die Einhaltung der liturgischen Normen achten. Pfarrer müßten im Kontakt zu den Menschen stehen und sie an das Heilige heranführen.
Nach Angaben von Nachrichtenagenturen wurde Franziskus auch auf das Thema verheiratete Priester angesprochen. Darauf habe er erwidert, das Thema stehe auf seiner Agenda.
Radio Vatikan >>
Papst berät Priester in der Kunst des Messfeierns
Wenn wir die Messe feiern, dürfen wir das weder allzu steif tun noch als „Showman“ auftreten: Das hat Papst Franziskus als Bischof von Rom den Priestern seiner Diözese gesagt. Er traf sie gestern in einer Audienz, ein Redetext wurde nicht veröffentlicht. Stellvertreter des Papstes für die Leitung der Diözese Rom ist Kardinalvikar Agostino Vallini. Er sagte unserem Sender, Franziskus habe insistiert auf der Art und Weise, wie ein Priester die Messe feiert. „Dem zelebrierenden Priester muss bewusst sein, was es bedeutet, Diener Christi zu sein, das heißt, er muss auf gewisse Weise die Erfahrung des Geheimnisses Christi mitteilen; er muss sich selbst auf diese tiefe spirituelle Erfahrung vorbereiten. Er wird keiner sein, der in der Liturgie improvisiert oder eine unangemessene Haltung einnimmt. Der Papst hat dazu eingeladen zu sagen: Jeder muss seine eigene Modalität des Messfeierns finden, die aber aus dem Leben entsteht, aus einem tiefen Glauben und aus dem Wunsch, dem Volk Gottes zu dienen, und das heißt auch: Extreme zu vermeiden.“
Der Priester sei niemals Träger seiner eigenen Worte, fuhr Vallini fort. Die Geistlichen des Bistums Rom seien gut auf das Treffen mit dem Papst vorbereitet gewesen. Er selbst, sagte Vallini, habe allen Priestern einen Text des damaligen Kardinals Bergoglio von 2005 geschickt. Der Erzbischof von Buenos Aires und heutige Papst habe dieses Papier der vatikanischen Liturgiekongregation vorgelegt, der er seinerzeit angehörte.
Radio Vatican >>
Warum verachtet Papst Franziskus die Tradition?
Verächtliche Worte von Papst Franziskus vor dem römischen Klerus über Priester und Seminaristen der Tradition
[...]
Papst Franziskus bezeichnete das Motu proprio Summorum Pontificum und den überlieferten Ritus als Geste, die sein Vorgänger, ein „Mann der Einheit“ setzen wollte, um „den Lefebvrianern und den Traditionalisten eine mutige Hand“ zu reichen, bzw. jenen Personen, die den Wunsch hatten, die Messe nach dem alten Rituale zu zelebrieren. Diese Art der sogenannten „tridentinischen“ Messe, so der Papst, sei jedoch eine „außerordentliche Form des römischen Ritus“, jenem, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil approbiert wurde. Daher ist er nicht als eigener Ritus zu betrachten, sondern nur als „unterschiedliche Form desselben Ritus“. Dennoch, so Franziskus, gebe es Priester und Bischöfe, die von einer „Reform der Reform“ sprechen würden.
Einige von ihnen seien ‚Heilige‘ und sprechen im ‚guten Glauben‘. Das aber „ist falsch“, so der Papst. Er berichtete dann von einigen Bischöfen, die „traditionalistische“ Seminaristen, die von anderen Diözesen weggeschickt wurden, aufgenommen hätten, ohne zuvor Informationen zu ihnen einzuholen, weil „sie sich sehr gut und sehr fromm präsentierten“. Sie wurden geweiht, doch dann haben sie „psychologische und moralische Probleme“ gezeigt. Das ist nicht die Regel, aber es „passiert oft“ in diesen Kreisen, sagte der Papst. Und solche Typen von Seminaristen zu weihen, sei wie „die Kirche mit einer Hypothek zu belasten“. Das eigentliche Problem sei, daß einige Bischöfe manchmal von der „Notwendigkeit“ übermannt würden, „neue Priester in der Diözese“ zu brauchen, deshalb komme es nicht zur nötigen Auswahl unter den Kandidaten, bei denen sich hinter einigen eine „Unausgeglichenheit“ zeigen kann, die dann gerade in der Liturgie zum Ausdruck komme. Die Kongregation der Bischöfe habe bei drei Bischöfen zu solchen Fällen eingreifen müssen, wenn auch nicht in Italien. Soweit die Ausführung des Papstes am Donnerstag.
Katholisches.info >>
Priest reacts to Pope Francis’ meeting with Roman clergy
news.va >>
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