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Freitag, 19. Dezember 2014

Vater Benedikt im Gespräch

Der Stille im Vatikan
Ein Besuch bei Vater Benedikt
Er trägt noch immer das weiße Papstgewand. Aber die roten Schuhe hat er gegen braune Sandalen über weißen Strümpfen getauscht.
Kaum hat Vater Benedikt auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer Platz genommen, sagt er, es sei „völliger Unsinn“, dass er sich in die Debatte der letzten Bischofssynode um die Zulassung von Geschiedenen zur Kommunion eingemischt habe. Vielmehr sei es so: „Ich versuche, so still zu sein wie nur möglich.“
Mittlerweile sei bei den Gläubigen auch völlig klar, „wer der wahre Papst ist“, setzt Benedikt fort und bedauert, dass es ihm nicht gelang, sich auch von der Anrede her deutlicher vom regierenden Papst abzusetzen. Er habe gewollt, dass man ihn seit seinem Rücktritt „Vater Benedikt“ nennt oder „Padre Benedetto“, aber er sei damals zu schwach und müde gewesen, um das durchzusetzen. Ob man das schreiben dürfe? „Ja, machen Sie das; vielleicht hilft’s.“
Weiterlesen in der FAZ >>

Der alte Pontifex meldet sich zurück
Ein Gegenpapst?
Benedikt schreibt einen Aufsatz um, verfasst ein Grußwort und gibt ein Interview. Das ist eine Kampfansage an Franziskus, meint Christiane Florin. Der Emeritus ist kein Gegenpapst, widerspricht Patrik Schwarz von der ZEIT.
Christ & Welt Ausgabe 51/2014 >>

Donnerstag, 27. November 2014

Papst Benedikt XVI sorgt mit Überarbeitung eines Aufsatz zur Unauflösbarkeit der Ehe für kirchenpolitischen Zündstoff

Er ist wieder da:
Benedikt XVI. und der umgeschriebene Artikel

Dass der emeritierte Papst Benedikt XVI. einen Aufsatz von 1972 unlängst redigiert und teilweise verändert hat, führt zu mächtigem Rauschen im Blätterwald: „Damit positioniert er sich eindeutig in der aktuellen Debatte“, urteilt etwa der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf in der FAZ vom Donnerstag. Immerhin kreist der Aufsatz, an dem der Emeritus Retuschen vornahm, um die „Frage der Unauflöslichkeit der Ehe“ – und gerät damit in die derzeitige Diskussion über die Bischofssynode vom Oktober. Hat Benedikt also alle selbstauferlegte Zurückhaltung fahren lassen und sich sozusagen zurückgemeldet? Gibt es damit „zwei konkurrierende Machtzentren an der Kurie, mit Papst und Gegenpapst an ihrer Spitze“ (eine von Wolf zitierte Befürchtung)?

Fest steht, dass tatsächlich einige, denen der neue Papst Franziskus nicht so recht passt, versuchen, den emeritierten Papst für ihre Zwecke und Ansichten zu vereinnahmen. Darum ist allein der Eindruck, Benedikt XVI. lasse sich in dieses Spiel hineinziehen, durchaus schwerwiegend. Wolf sieht den „irrige(n) Eindruck, es gebe nun zwei Päpste“, auch durch die Tatsache befördert, dass der emeritierte Bischof von Rom weiter Weiß trägt und sich immer noch mit „Eure Heiligkeit“ anreden lässt. Konnte Benedikt, so fragt der Historiker, nicht einfach wieder ins Glied der Kardinäle zurücktreten, wie es im 15. Jahrhundert schon einmal zwei zurückgetretene Päpste „erfolgreich“ (Wolf) getan haben?

Wer die derzeitige Aufregung um Ratzinger-Benedikt-Heiligkeit-Emeritus aber einmal durch die Brille eines Literaturwissenschaftlers betrachtet, dem stellt sich der Fall etwas anders dar. Der vierte Band der Gesammelten Schriften Joseph Ratzingers, in dem sich der veränderte Aufsatz findet, ist mit Sicherheit kein Forum, über das ein Gelehrter wie Benedikt in aktuelle Debatten einzugreifen versuchen würde. Dies ist vielmehr eine „Ausgabe letzter Hand“, die „Summa“ eines jahrzehntelangen Forscher- und Denkerlebens. Hier geht es nicht darum zu dokumentieren, was jemand vor vierzig Jahren einmal geschrieben hat, sondern hier will ein großer Lehrer sein Erbe geordnet der Nachwelt übergeben.
Weiterlesen auf Radio Vatikan >>


Diskussion um Benedikt
Ein Schattenpapst im Vatikan?
Trotz seines Rücktritts im Februar 2013 lebt der Joseph Ratzinger weiter im Vatikan. Er empfängt Besucher und verfasst Kommentare zu aktuellen Diskussionen. Kritiker vermuten, der ehemalige Pontifex ziehe im Hintergrund noch immer die Strippen.
n-TV >>

Des Papstes neue Kleider
Greift Joseph Ratzinger mit Korrekturen seiner frühen Schriften in aktuelle kirchenpolitische Debatten ein? Wie sich das Missverständnis einer Doppelherrschaft an der Spitze der katholischen Kirche vermeiden ließe.
Hubert Wolf in der FAZ >>


Äußerung von Benedikt XVI.
Der Dagegen-Papst
Papst Benedikt hat den Schluss eines von ihm 1972 verfassten Aufsatzes zur Unauflösbarkeit der Ehe geändert und neu veröffentlicht.
Damit greift der emeritierte Papst in die Debatte über den Umgang der Kirche mit Geschiedenen ein und bricht sein selbstauferlegtes Schweigen - ein hochpolitisches Signal.
Weiterlesen in der Süddeutschen >>


Gegen das "Killer-Argument"
Reiner Zufall oder kirchenpolitisches Statement zur aktuellen Debatte? Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat einen 40 Jahre alten Aufsatz, den er selbst als junger Theologieprofessor verfasst hat, neu veröffentlichen lassen. Das Thema: die Unauflöslichkeit der Ehe. Das Besondere: Benedikt hat den Schluss umgeschrieben. Worum es genau geht und welche Bedeutung der Artikel hat, erklärt der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff im Interview mit katholisch.de >>


Professor Beinert zur Debatte um vermeintliche Einmischung Ratzingers
"Auch Benedikt XVI. kann seine Meinung ändern"
In einem gerade veröffentlichten Text Benedikts XVI. äußert er sich zu wiederverheiratet Geschiedenen in einer Weise, die von Manchen als unangemessene Einmischung verstanden wird. Prof. Wolfgang Beinert ordnet die Aufregung im domradio.de-Interview ein.
Domradio.de >>


Ratzinger 1972, Benedikt 2014
Die Neu-Herausgabe eines Aufsatzes des Theologen und Papstes mit erheblichen textlichen Änderungen weckt Irritationen. Das Thema: wiederverheiratete Geschiedene.
Christ in der Gegenwart >>

Montag, 4. März 2013

Tabubruch in unserer Kirche

 „Das Besondere ist für mich die Abdankung vom Amt. Das ist für mich ein Tabubruch und stellt das Papstamt in ein neues Licht. Das gibt Hoffnung auf Reformen.“
burgenland.orf. at >>

Mit dieser Aussage zum Papst-Rücktritt befinde ich mich in guter Gesellschaft. Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper bezeichnete den Papstrücktritt als "wichtigen Reformschritt" katholisch.de >>

Der Papst-Rücktritt schreibt die Regeln unserer katholischen Kirche neu, ist fast revolutionär. Das Papstamt wurde dadurch aus der Abgehobenheit in die Normalität des Lebens heruntergeholt. Das wird noch weitreichende Folgen haben, Gott sei Dank! Ich glaube, den meisten Menschen ist diese Dimension noch gar nicht richtig bewusst.

Zum Abschied von Papst Benedikt XVI. schrieb Bischof Ägidius Zsifkovics ein salbungsvolles Kanzelwort: „Dem Petrusamt auf die ihm eigene selbstlose Weise gedient“

Dienstag, 26. Februar 2013

Lieber neuer Papst, nimm Dir ein Beispiel ...

Wie spricht man jemanden korrekt an, den die Welt als Eure Heiligkeit, Heiliger Vater oder gar als Stellvertreter Christi auf Erden bezeichnet:

Darf man zu einem Vater, auch wenn er heilig ist, „Du“ sagen, bietet sich das früher gebräuchliche „Ihr“ an oder einfach „Sie“? Weil der Adressat im Moment ja noch anonym ist, er aber demnächst auch mein Heiliger Vater sein wird, nehme ich mir die Freiheit, ihn respektvoll mit „Du“ anzusprechen.

Also: Lieber neuer Papst, nimm Dir ein Beispiel an dem, den Du auf Erden vertreten sollst. Vor ihm sind alle Menschen gleich an Würde und Rechten, Männer UND Frauen. Lass die Hälfte Deiner Katholiken nicht links liegen, sondern spann sie ein in Deinen Dienst genauso wie das bei den Männern üblich ist, solange sie noch wollen.

Lieber Heiliger Vater, nimm Dir ein Beispiel daran, was Jesus in Sachen Barmherzigkeit getan hat. Ich glaube nicht, dass er mit Leuten, deren Ehen gescheitert sind, so hartherzig umgegangen wäre, wie es Deine Vorgänger praktiziert haben. Apropos: Wenn es stimmt, dass sein größtes Gebot das der Liebe ist, dann würde sich auch ein Blick auf die geltende Sexualmoral unserer Kirche anbieten.

Lieber künftiger Papst, glaube nur nicht, Du könntest eine Milliarde Menschen alleine regieren. Nimm Dir ein Beispiel an Papst Johannes XXIII., der gesagt hat: „Johannes, nimm dich nicht so wichtig.“ Am Gescheitesten ist es, Du hilfst Deiner Kirche, sich selbst zu regieren. Nimm Dir ein Beispiel an gesunden Wiesen, wo Blumen friedlich nebeneinander blühen.

Lieber Herr Papst, nimm Dir auch ein Beispiel an Führern anderer Religionen: Predige weniger Dogmen, Zucht und Ordnung, sondern Freude, Hoffnung und Zuversicht. Einem vatikanischen Zuchtmeister laufen die Leute davon.

Lieber Heiliger Vater, der Religionen gibt es viele auf der Welt und wer weiß schon, welche die richtige ist. Keine besitzt die ganze Wahrheit. Aber miteinander sind wir auf dem Weg dorthin. Nimm Dir ein Beispiel an Eltern. Sie fahren immer gut damit, das Gemeinsame ihres Nachwuchses zu betonen, als sich auf die Verschiedenheiten zu konzentrieren. Vergleiche sind oft ungerecht. Wenn es aber stimmt, dass Gott alle Menschen liebt, wird er das wohl nicht nur auf Katholiken beziehen.

Lieber künftiger Papst, ich wünsche mir, Dich als einen Mann zum Angreifen. Einen, der weder konservativ noch progressiv ist, sondern als einen, der in der Mitte steht und den alle akzeptieren können. Und wenn Du auch die päpstliche Kleiderkammer durchforstest und alles ausmustert, was wirklich nicht mehr in unsere Zeit passt (von komischen Mützen angefangen bis zu lächerlichen roten Schuhen), dann kann schon nicht mehr so viel passieren.

Bert Brandstetter ist Präsident der Katholischen Aktion Oberösterreich.

Oberösterreichische Nachrichten >>

Montag, 25. Februar 2013

Abgründe - Bericht über die Kurie bleibt unveröffentlicht

Abgründe
Ein von Papst Benedikt XVI in Auftrag gegebener Bericht über die Kurie
bleibt unveröffentlicht
Von Jörg Bremer
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 44 / 2013, 8. - 21. Februar 2013 / Zeitgeschehen

Im Vatikan haben am Sonntag nach dem Angelusgebet die Fastenexerzitien begonnen. Eine Woche leitet nun einer der aussichtsreicheren Kandidaten für die Nachfolge von Benedikt XVI., Gianfranco Kardinal Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, die gemeinsamen Gebete des Papstes und seiner geistlichen Kurienmitarbeiter zu Einkehr, Buße und Umkehr mit Meditationen an. Die Geistlichen hätten darauf bereits eingestellt sein müssen. Der Papst hatte sie seit der Ankündigung seines Rücktritts am 11. Februar in seinen Erklärungen und Predigten auf die Bußtage vorbereitet. Er habe aus der Einsicht in seine Schwäche in "radikaler Freiheit" vor Gott begriffen, dass er zu schwach geworden sei, diese Kirche mit ihrem "bisweilen entstellten Gesicht" aus Zwietracht und Hass wieder zu heilen, sagte er. Papst Benedikt XVI. mahnte seine Kardinäle, Bischöfe und Prälaten, Selbstsucht und Karrierestolz abzulegen und sich Gott zu öffnen, um ähnlich frei zu werden wie er selbst. Der Papst weiß aus eigener Erfahrung, dass manche dieser Herren eine Läuterung besonders nötig haben.

Für manche Geistliche im Vatikan mögen die jährlichen Exerzitien zu Beginn der vierzig Tage dauernden Fastenzeit Routine sein. Für einen frommen Mann wie den Theologen Joseph Ratzinger sind sie aber im Kirchenjahr eine Wegscheide. Das sollte auch für seine Mitarbeiter gelten. Viele von ihnen haben nun die Chance, vor Gott das wiedergutzumachen, was sie ihrem Oberhirten angetan haben. Der Papst scheidet nicht nur alt, schwach und müde, er geht auch enttäuscht und unverstanden. Viele beim Heiligen Stuhl spürten in den vergangenen Tagen die Distanz zwischen dem Papst und der Kurie. Er forderte die Kardinäle auf, für ihn zu beten - als täten sie das nicht bereits in jeder Messe. Hingegen bedankte er sich sichtlich bewegt in der Generalaudienz in der vergangenen Woche bei den Gläubigen für ihre Anteilnahme, ihren Applaus, ihre Gesänge und für die Zuneigung in aller Welt. Auch den Priestern seiner Diözese fühlte er sich nah; er sei "dankbar für das Gebet, das ich fast physisch spüre", sagte er.

Mit bitterem Ernst meinte dieser Tage ein Prälat, der Papst habe vor der Wahl gestanden: "Entweder gehen der Kurienchef Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und einige andere - oder ich." Nun tut's der Papst. Für Außenstehende ist schwer zu begreifen, dass der Papst seine Kurie nicht einfach lenken kann. Natürlich hätte Benedikt unwillige oder unfähige Mitarbeiter jederzeit entlassen können. Gerade Ratzinger ist aber nie ein guter Verwalter und Organisator gewesen. Er war bei Personalentscheidungen und in Führungsfragen oft so unsicher, dass er lieber an falschen Entscheidungen festhielt, als neue Risiken einzugehen. Mit dem Alter wurde diese Neigung immer stärker. Als Theologe war der Papst immer sein eigener Herr, als Papst aber war er nur ein, wenn auch der größte Stein in seiner Kirche.

Nun lässt er viele Baustellen zurück: Das von ihm ausgerufene "Jahr des Glaubens'" geht erst im Oktober zu Ende; seine Enzyklika über den Glauben kommt nicht mehr heraus. Da der Papst sie schon im Frühherbst abgeschlossen hatte, glauben manche, der Text stecke bei Kurienprälaten wegen dogmatischer Bedenken fest. Die Piusbrüder leben weiter im Schisma mit Rom. Erst 2010 hatte der Papst einen Rat zur Neuevangelisierung ins Leben gerufen - ein Herzensthema seiner letzten Amtsjahre. Nun lässt der Vater sein "Kind" zurück. Zudem geht Benedikt in einem Moment, in dem die Christenverfolgung in Afrika und Asien zunimmt und in dem auch Christen in säkularen Gesellschaften des Westens es schwerer haben. Um auf diesen Baustellen wirkungsvoll zu arbeiten, braucht die Kirche nicht allein einen neuen Chef. Der benötigt auch tatkräftige und loyale Mitarbeiter. Mit seinem Rücktritt zur Fastenzeit, die zu Buße und Umkehr mahnt, fordert der Papst geschickt die Reform der Kurie.

Mehrere Jahre lang hatte sich der Papst mit der Möglichkeit eines Rücktritts getragen: Erst theoretisch in Gesprächen mit seinem Bruder Georg und im Gesprächsbuch "Licht der Welt" mit seinem Biographen Peter Seewald; seit bald einem Jahr praktisch. Als er im März 2012 in Mexiko war und während der Nacht einmal aufstehen musste, verlor der Papst die Orientierung, stolperte im Bad gegen die Wand und zog sich eine Verletzung zu. Immer schwerer fällt ihm das Gehen. Bei Schwindel hilft auch der Stock nicht. Zudem verlässt ihn der Appetit. Mit letzter Kraft schrieb er den dritten Band zu Jesus von Nazareth. Vor gut zehn Wochen erfuhr Seewald vom Papst, von ihm sei "nicht mehr viel zu er­warten. Ich bin ein alter Mann, die Kraft hört auf."

Der Skandal um Vatileaks und die gestohlenen Dokumente aus seinem Büro sollen ihn nach Seewald "nicht aus der Bahn geworfen" haben. Der Diebstahl selbst sei "kein Anlass" für den Rücktritt gewesen. In der Tat war der Dieb und Kammerdiener Paolo Gabriele ein kleines Licht. Bis heute ist für die Öffentlichkeit jedoch ungeklärt, wie der, so heißt es in den psychiatrischen Berichten, um Anerkennung buhlende Dieb ohne Selbstbewusstsein dazu kam, den "wie seinen Vater geliebten" Papst zu bestehlen und zu betrügen. Er soll "allein gehandelt" haben, urteilte ein säkulares vatikanisches Gericht. Was aber trieb ihn? Was hatte es mit der Behauptung Gabrieles vor Gericht auf sich, dem Papst würden wichtige Informationen durch das Staatssekretariat vorenthalten? Und der Papst wisse vieles nicht, was er wissen müsste.

Mit seinem Wunsch nach Transparenz setzte der Papst einen Strafprozess gegen den Dieb durch. In der Kirchengeschichte war dieses Vorgehen neu; früher waren Diebe im Vatikan ohne öffentlichen Prozess aus dem Verkehr gezogen worden. Der Papst setzte eine Kommission aus den drei hochbetagten Kardinälen Julian Herranz, Jozef Tomko und Salvatore De Giorgi ein, die auf niemanden mehr Rücksicht nehmen müssen. Sie sollten in Vernehmungen mit Klerikern der Kurie die Hintergründe von Vatileaks aufklären. Der Strafprozess war längst zu Ende, und der zu 18 Monaten Haft verurteilte Gabriele wartete auf seine Begnadigung, da trugen die Kardinäle am 17. Dezember dem Papst ihren Abschlussbericht vor.

Der Bericht blieb unveröffentlicht. Die Gesprächspartner des Papstes, die von ihm über diesen Bericht haben reden hören, ergehen sich in Bemerkungen über ungeahnte Abgründe von Intrigen und Hass unter Geistlichen der Kurie. Dem Papst sollen die Spannungen deutlicher denn je vor Augen geführt worden sein. Benedikt XVI. habe in diesem Moment begriffen, dass die jetzige Kurie Veränderungen und Transparenz geradezu bekämpfe. Mit seinem Rücktritt verlieren auch die Chefs der Dikasterien und andere ranghohe Geistliche ihre Posten. Der Papst will zwar in Zukunft "für die Welt verborgen bleiben". Gewiss aber wird er vor dem Konklave den fragenden Kardinälen aus dem Dossier berichten, und gewiss wird er seinem Nachfolger das Dokument zur Verfügung stellen, damit dieser sich bei der Neubesetzung der Ämter orientieren kann.


„Vatileaks“ - Kardinal Pell fordert Infos zu Geheimdossier
Medienspekulationen über ein vertrauliches Kardinalsdossier zu der Affäre „Vatileaks“ belastet offenkundig immer mehr auch die Kardinäle, die sich an der Wahl eines neuen Papstes beteiligen werden.
Religion.orf.at >>

Der Papst, wilde Gerüchte und ein Geheimdokument
Italienischen Medien zufolge tritt der Papst wegen eines homosexuellen Netzwerks im Vatikan zurück. Auch von Erpressung ist die Rede. Welche Rolle spielt das Geheimdossier dreier Kardinäle?
Die neuen Erkenntnisse und Enthüllungen bestehen deshalb in der Substanz aus Kombinationen von bereits Bekanntem oder Vermutetem, was vielleicht sonst noch möglich sein könnte. Einiges davon klingt nach ordinärem Tratsch. Anderes stammt aus vergangenen Fällen, die nie wirklich ganz aufgeklärt wurden. Dass es, wie überall sonst, auch im Vatikan schwule Netzwerke gibt, ist keinem neu, der den Zwergstaat einige Jahre beobachten durfte.
Die Welt >>

Der Vatikan dementiert in sehr allgemeiner Form und beschuldigt die Medien, "die Verbreitung oft nicht überprüfter oder schlichtweg falscher Nachrichten zu vervielfachen".

Komuniqué des Staatssekretariats
L'Osservatore Romano >>


Nur nächster Papst darf Kardinalsbericht zu Vatileaks lesen

Vatikanstadt, 25.02.2013 (KAP) Der Untersuchungsbericht der drei Kardinalskommissare in der "Vatileaks-Affäre" bleibt unter Verschluss und soll nur dem neuen Papst zur Verfügung gestellt werden. Das geht aus einem Vatikan-Kommunique vom Montag im Anschluss an eine Audienz für die drei Kardinäle Julian Herranz, Jozef Tomko und Salvatore De Giorgi hervor. Zunächst war vermutet worden, der Papst könnte den Text den Kardinälen zum Beginn der Generalkongregationen zugänglich machen.

Bei der Audienz habe der Papst den drei Kardinälen zum Abschluss ihrer Beauftragung für ihre Arbeit gedankt, heißt es jetzt in der Erklärung. Ihr Bericht habe - "neben Grenzen und Unvollkommenheiten angesichts der menschlichen Komponente aller Institutionen - die Großzügigkeit, Rechtschaffenheit und Hingabe der Mitarbeiter beim Heiligen Stuhl im Dienst für den Papst" deutlich gemacht.

"Der Papst hat entschieden, dass die Akten der Untersuchung, von deren Inhalt nur der Papst Kenntnis hat, ausschließlich dem neuen Papst zur Disposition bleiben", so das Kommunique.
Kathpress >>

Samstag, 23. Februar 2013

Benedikts Erbe: Die dubiosen Geschäfte der Vatikanbank

Der überraschende Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat weltweit zu wildesten Spekulationen Anlass gegeben. Von körperlicher Schwäche und Grabenkämpfen im Vatikan ist die Rede. Doch kaum einer blickt auf den Ort, der möglicherweise eine wichtige Rolle bei seinem Rücktritt gespielt hat: die Vatikanbank.
Noch immer ist sie offenbar ein Hort von Geldwäsche und Schmiergeldzahlungen. Alle Versuche, Geschichte und Gegenwart aufzuarbeiten, sind bislang gescheitert - am internen Widerstand in der Kurie. Erst jüngst hat der Europarat der Vatikanbank mangelnde Transparenz und zu wenig Aufklärungswillen bescheinigt. In den letzten Tagen von Benedikts Amtszeit wurde jetzt noch hastig ein Deutscher zum neuen Chef ernannt - doch Insider bezweifeln, ob er wirklich rücksichtslos aufklären wird.

ARD - monitor >> (Video-Beitrag von 9 min)


Blog-Archiv vom 14. Juni 2012
Kirchenstaat blockt Ermittlungen gegen Vatikanbank ab

Papst-Rücktritt:
Hatte Osama Bin Laden ein Konto bei der Vatikan-Bank?
Machtkampf im Vatikan: Im Finanz-Skandal um die Vatikan-Bank hat Papst Benedikt XVI. am Freitag überraschend eine der Schlüssel-Figuren nach Kolumbien versetzt. Ein Geheim-Bericht spricht angeblich von homosexuellen Ausschweifungen und Erpressungs-Geldern. Es geht um viel Geld, sagt ein Kardinal. Immer klar wird: Die massive Wirtschafts-Kriminalität hat Joseph Ratzinger zu seinem spektakulären Rücktritt veranlasst.

Nachdem die italienische Zeitung „La Repubblica“ am Freitag Details aus einem Geheim-Bericht von drei Kardinälen über Korruption, Unzucht und Kriminalität enthüllt hatte, reagierte Papst Benedikt XVI. mit einer überraschenden Personalie: Er griff noch einmal in den mit aller Härte geführten Machtkampf der Kirchenfürsten ein und versetzte die rechte Hand des mächtigsten Mannes im Vatikan-Stadt, des Kardinal-Staatssekretärs Tarcisio Bertone: Ettore Balestrero muss als Nuntius nach Bogotà gehen.

Balestrero war der Beauftragte des Vatikan für die Beziehungen zur berüchtigten Vatikan-Bank, dem „Istituto per le opere di Religione“ (IOR). Er wusste alles über die Konto-Bewegungen der Bank. Und er wusste vermutlich viel über die Machenschaften, die den Papst aus Deutschland in die Resignation gezwungen haben. Balestrero ist ein enger Vertrauter von Silvio Berlusconi. Berlusconi machte gute Geschäfte mit dem Vatikan – bis er als Regierungschef stürzte. Erst als sein Sturz unvermeidlich wurde, bequemte sich der Vatikan, Berlusconis Affäre mit einer Minderjährigen als bedenklich zu klassifizieren. Berlusconi hat der Kirche ihre Kehrtwende bis heute nicht verziehen.

Die Vatikan-Bank funktioniert auf einmalige Weise. Eigentlich dürfen nur Priester und Ordensleute dort Konten unterhalten. Zugriff zu den Konten haben jedoch nur Geistliche aus dem Vatikan. Selbst die Bank-Manager, wie der wegen seines Beharrens auf Transparenz gefeuerte Ettore Gotti-Tedeschi, haben keine Ahnung, wer Geld auf der Bank deponiert. „Eine große Waschmaschine“ sei die Bank, schreibt La Repubblica. Und sie zitiert einen Kardinal mit den Worten: „Selbst Osama Bin Laden oder Salvatore Riina, der Chef der Cosa Nostra, hätten ein Konto auf der Bank haben können, und niemand hätte es erfahren.“ Ein bemerkenswertes Urteil eines Insiders, fasst es doch die Hauptvorwürfe gegen das IOR zusammen: Von der Mafia bis zu den internationalen Terroristen sollen die Kunden der Bank der Katholischen Kirche gereicht haben.

Joseph Ratzinger soll über den in rotem Leder gebundenen Bericht so schockiert gewesen sein, dass er seinen Rücktritts-Entschluss nach der ersten Lektüre bereits im Dezember gefasst habe, berichtet ein Kardinal.

Auch bei einem angeblichen Homosexuellen-Ring soll es um Geld gegangen sein. Kein Wunder: Besuche in einschlägigen Schwulen-Bars, Massage-Salons und andere diskrete Aktionen wollten finanziert werden. Da werden keine Belege aufbewahrt, mit denen das deutsche Finanzamt zufrieden gewesen wäre.

Noch wahrscheinlicher sind Erpressungsversuche und Schutzgelder: Denn wer im Vatikan als homosexuell geoutet wird, bekommt ein Riesen-Problem.

Hinzu kommen Millionen-Beträge, die für die Stützung von religiösen Einrichtungen verwendet wurden, deren Leitungspersonal zum inneren Kreis der Macht gehören. Das IOR soll über 3 Milliarden Euro Spielgeld verfügen. Bertone hatte stets versucht, die wirtschaftliche Potenz strategisch einzusetzen. So wollte er das bankrotte San Raffele Krankenhaus in Mailand retten. Wer sich ihm entgegenstellte, wurde gefeuert.

Zu den in die Wüste Geschickten gehörte der Chef der Bank, Gotti Tedeschi, und der Chef der Finanzaufsicht. Oder der Kämmerer des Vatikan, Kardinal Carlo Maria Viganò. Er wurde entlassen, nachdem er versucht hatte, die Wirtschaft im Kirchenstaat in Ordnung zu bringen. Der Journalist Gianluigi Nuzzi berichtet in seinem Buch „Seine Heiligkeit“ von abenteuerlichen Zuständen: Über Jahrzehnte waren immer dieselben Dienstleister beauftragt worden, zu Preisen, die teilweise doppelt so hoch waren wie die üblichen Marktpreise. Auch Siemens gehörte zu den treuen Dienern der Herren im Vatikan. Siemens hat gewisse Erfahrungen mit Schmiergeldern.

Auch in die aktuellen italienischen Mega-Skandale um den Rüstungskonzern Finmeccanica und die Banca Monte dei Paschi di Siena ist die Vatikan-Bank verwickelt (über die Ermittlungen gegen die Bank – hier). Papst Benedikt XVI. hatte kurz vor seinem spektakulären Rücktritt davor gewarnt, die Sünde zur „Struktur der Sünde“ zu machen. Beobachter in Rom sind sich darüber einig, dass Ratzinger damit die Vatikan-Bank gemeint hat.

Als zum Jahreswechsel die Bankomaten und Kreditkarten-Zahlungen wegen der anhaltenden Geldwäsche-Vorwürfe gesperrt wurden, sei dem Papst klargeworden, dass er mit seinem Rücktritt nicht mehr warten könne: Die Gründe für die drastischen Maßnahmen der italienischen Finanzbehörden seien dieselben gewesen, die den Papst aus Oberbayern zu seinem Entschluss gebracht hätten, sagte ein Kardinal, der wegen seines hohen Alters nicht mehr an der Wahl des Ratzinger-Papstes teilnehmen darf.

Ratzinger selbst hatte in einem öffentlichen Gebet um die Kraft gebetet, „kämpfen“ zu können. Es ist ein einsamer Kampf eines isolierten Kirchenmannes. Alles deutet darauf hin, dass der Kampf erst jetzt richtig begonnen hat.
Deutsche Wirtschafts Nachrichten >>

Freitag, 22. Februar 2013

Papst-Rücktritt wegen Sex und Erpressung im Vatikan?

Ein Dementi folgte auf dem Fuß, doch das Gerücht ist brisant: Italienischen Medien zufolge tritt der Papst wegen eines homosexuellen Priester-Netzwerks zurück. Auch Erpressung soll im Spiel sein.
 
Der Rücktritt Papst Benedikts XVI. könnte nach italienischen Presseangaben mit einem geheimen Schwulennetzwerk im Vatikan zu tun haben. Nach Informationen der Tageszeitung "La Repubblica" hätten sich Kardinäle aufgrund ihrer "sexuellen Orientierung" durch Laien erpressbar gemacht.

Demnach habe sich der Papst am 17. Dezember zum Rückzug entschlossen – an dem Tag, an dem ihm drei eigens dazu beauftragte Kardinäle einen 300-seitigen Geheimbericht zur sogenannten Vatileaks-Affäre vorlegten. In dem "in rot gebundenen" Dossier unterscheiden die Kardinäle mehrere Fraktionen innerhalb der Kirche, darunter eine, deren Mitglieder einander "durch ihre sexuelle Orientierung" verbunden seien. Einer der Verfasser des Berichts, Kardinal Julián Herranz aus Spanien, habe gegenüber Benedikt XVI. bereits am 9. Oktober das Wort "Homosexualität" geäußert.

Damals soll auch schon erklärt worden sein, die Mitglieder der vermeintlichen homosexuellen Fraktion seien Opfer von "externer Beeinflussung" geworden, durch Personen, denen sie in "mondäner Natur" verbunden seien. Die Zeitung interpretiert diese Formulierung als Anspielung auf Erpressung durch Laien. Ebenfalls aufgelistet werden in dem Bericht Treffpunkte des "Netzwerks", darunter ein Haus außerhalb Roms, eine Sauna in einem römischen Vorort, ein Kosmetiksalon im Zentrum der italienischen Hauptstadt und ein Studentenappartement, das ein norditalienischer Erzbischof als Wohnsitz in Rom nutzt.
Die Welt >>


Offene Fragen nach „Vatileaks“ und Papst-Rücktritt
Vatikan-Insider fragen sich, ob der Skandal um den untreuen Butler Paolo Gabriele Benedikt XVI. zum Amtsverzicht bewogen hat. Viele Fragen sind nach der „Vatileaks“-Affäre offen geblieben.

Die „Vatileaks“-Affäre war nach Meinung des Journalisten und Papst-Biografen Peter Seewald nicht der Anlass für den Amtsverzicht Benedikts XVI. Der Verrat seines langjährigen Kammerdieners Paolo Gabriele habe den Papst weder aus der Bahn geworfen noch amtsmüde gemacht, hatte Seewald nach einem Gespräch mit Benedikt XVI. in der Sommerresidenz in Castel Gandolfo im vergangenen August berichtet. Doch der Fall um die entwendeten Papst-Dokumente, die zum Teil an die Öffentlichkeit gelangt sind, zählt zu den spektakulärsten Skandalen in der ganzen Geschichte des Vatikans.

Bisher war noch nie ein enger Mitarbeiter des Papstes mit derart gravierenden Vorwürfen konfrontiert worden. Nicht auszuschließen ist, dass die Verbitterung wegen des Skandals sowie die Machtkämpfe unter den Kardinälen in der Kurie den Papst in seinem Entschluss zum Rücktritt bestärkt haben. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ sprach am Donnerstag von der Erpressbarkeit einiger Kardinäle und bezog sich dabei auf einen Geheimbericht zur „Vatileaks“-Affäre, den drei Kardinäle am 17. Dezember 2012 dem Papst vorgelegt hatten.
religion.ORF.at >> 


Angebliche Erpressung schwuler Würdenträger:
Machtspiele in der Gerüchteküche Vatikan
Papst Benedikt XVI. tritt ab. Doch war die Gesundheit tatsächlich der entscheidende Grund? Oder waren seine engsten Mitarbeiter am Ende erpressbar? Inmitten von Gerüchten beginnt die Suche nach dem Nachfolger.
Süddeutsche >>


Was steckt hinter den bösen Gerüchten?
Neue Missbrauchs-Affäre zwei Tage vor dem Papst-Rücktritt ★ Zeitung spekuliert über „Schwulen-Lobby“ ★ Bericht über verräterischen Kammerdiener bleibt geheim
Bild >>

RTL-News: Sexorgien und Erpressung im Vatikan

Dienstag, 19. Februar 2013

Der Rücktritt als Bruch

Ein spannender und interessanter Artikel von Prof. Großbölting von der Universität Münster:

Vom „heiligen Vater“ zur Entsakralisierung des Amtes
Von Zeithistoriker Prof. Dr. Thomas Großbölting, Münster

Der Papst tritt Ende Februar zurück. Aus Benedikt XVI. wird wieder Joseph Ratzinger, aus dem Kirchenoberhaupt der Theologe, Priester und Gottesmann. Die Kräfte reichten nicht mehr für die Ausübung des Amtes, so hat der 85-jährige Papst die Welt wissen lassen – und kann sich mit dieser Begründung sicher sein, bei vielen Beobachtern und Kommentatoren auf Verständnis zu stoßen. Nur allzu menschlich ist die Motivation für diesen Schritt: Die Gebrechen und Krankheiten des Alters lassen die Bürde des Amtes und die römischen Intrigen umso schwerer erscheinen. So viel Einsicht und Selbstbescheidung möchte man so manchem Konzernlenker oder Politiker wünschen!

Dieses spontane Verständnis aber rührt allzu sehr aus der Perspektive des Gefühligen, des Menschelnden und verfehlt damit den besonderen Charakter dieses Schrittes. Unabhängig von der Person Benedikts und seines Gesundheitszustandes ist die Abdankung des Papstes ein nahezu revolutionärer Akt in der katholischen Kirche. Dem Rücktritt kommt eine hohe symbolische Tragweite zu, stellt er doch einen Bruch mit dem Verständnis vom Papstamt dar, wie es sich spätestens seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hat. Die erste öffentliche Reaktion aus dem Vatikan machte deutlich, welch grundstürzender Akt mit der Rücktrittserklärung einhergeht: Wie ein Blitz aus heiterem Himmel habe die Nachricht eingeschlagen, so äußerte ein Vatikansprecher. Dieser Vergleich mit der Naturgewalt macht nicht nur darauf aufmerksam, wie plötzlich dieser Schritt verkündet wurde. Zudem zeigt er auch, wie stark der Rücktritt als Zäsur interpretiert wird. Hier tritt nicht irgendein Politiker, Aufsichtsratsvorsitzender oder Chefdirigent zurück, sondern der Papst als geistliches Oberhaupt der katholischen Kirche. Theoretisch ist durchaus möglich, was praktisch bis zu diesem Schritt von Benedikt (fast) undenkbar erschien: Auch wenn das Kirchenrecht die Möglichkeit der Amtsaufgabe durchaus eröffnet, ist sie in der Moderne bislang nicht genutzt worden. Die besondere Aufladung des Papstamtes im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts hat einen solchen Schritt nicht zugelassen. Der Rücktritt bricht mit dem in den vergangenen 200 Jahren gewachsenen Amtsverständnis und hat damit das Potenzial, nicht nur den Charakter des Amtes grundlegend zu wandeln, sondern damit auch weit in den Katholizismus selbst auszustrahlen.
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Die bedingungslose Verehrung des Papstes, von der sich dann auch eine besondere Stellung der Bischöfe und des Klerus ableiten ließe, gehört der Vergangenheit an. Auch wenn einzelne Bischöfe mit einer besonders repräsentativen Selbstdarstellung noch auf die Haltung der besonderen Verehrungswürdigkeit setzen wollen, so zeigen sich doch die Katholiken davon weitgehend unbeeindruckt oder kritisieren offen den demonstrativen Einsatz von Statussymbolen wie schweren Dienstwagen und Privatkapellen.
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Zum ganzen Beitrag >>


Ratzinger hat das Papstamt verweltlicht

Der Papst-Rücktritt ist ein gewaltiger Tabubruch. Er bringt das sakrale Gebilde Kirche auf das Niveau irdischer Vernunft, sagt der Medienwissenschaftler Jochen Hörisch.

Nach seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. alle Sympathie und aller Respekt der Welt zuteil – gibt es giftigere Komplimente? Ratzinger ist die Inkarnation des Erzkonservativen, der unfreiwillig für den Umsturz sorgt. Er könnte als Papst der Paradoxien in die Geschichte eingehen, ob der produktiven oder der desaströsen Paradoxien, das entzieht sich noch irdischer Einsicht.
Kommentar auf ZEIT-Online >>

Kardinal Kasper: „Eine neue Phase des Papsttums beginnt“
Der Rücktritt hat Folgen für die kommenden Pontifikate. Ich will nicht sagen, dass es ein Präzedenzfall ist, aber es ändert die Sicht des Pontifikates, es de-sakralisiert es im gewissen Sinn. Und macht das Amt im gewissen Sinn auch menschlich, weil es deutlich macht, dass dahinter ein Mensch steht, der alt wird und der mit den normalen Beschwerden des Alters zu tun hat. Es ist jetzt eine neue Phase des Papsttums angebrochen.“
Interview auf Radio Vatkan >>

Freitag, 15. Februar 2013

Der Glaube wächst, wenn die Kirche glaubwürdig ist

Die mutige Entscheidung von Papst Benedikt XVI. muss als Chance wahrgenommen werden, der Kirche ein neues Profil zu geben, das sich allein am Auftrag Christi und nicht an Dogmen, Zwängen und Macht orientiert. Der Glaube wächst, wenn die Kirche glaubwürdig ist.

Robert Szinovatz

Weiterführend:

Rücktrittsgründe des Papstes
Kommentar von Anton Kolb (emeritierter Professor für Philosophie an der Katholischen Fakultät Graz)

Die Restaurativen, zu denen Benedikt selbst und die Kurie gehören, hielten ihn fest umklammert. Den berechtigten Forderungen der sich mehrenden Reformer wollte er nicht entsprechen. Den übrigen Machenschaften und Intrigen der Kurie war er nicht gewachsen. Das, und vor allem sein eigenes „Unvermögen“, wie er selbst in seiner Rücktrittsansprache eingestanden hat, waren die wahren Ursachen seines Rücktrittes.

Letztlich ist er an sich selbst gescheitert, weil er all diesen „Ansprüchen“ nicht gewachsen war. Erfolglosigkeit und Aussichtslosigkeit haben ihn in den Rücktritt getrieben. Die Macht ist in Ohnmacht umgeschlagen. Im Alter bekommt er seine Rechnung präsentiert. Alter und Krankheit sind als Gründe vor-geschoben worden. Mit seiner Lieblingsbeschäftigung, der (konservativen) Theologie und Theorie sowie mit Angst kann man die Weltkirche nicht regieren. Er war kein Politiker und kein Diplomat.

Benedikt hat der Weltkirche mit seinem Rücktritt, dem Achtung und Respekt gebühren, der weltweit fast allenthalben gelobt wurde, einen großen Dienst erwiesen, der allerdings nicht der Beschönigung dienen soll. Er hat damit erstmals mit der Tradition gebrochen. Er hat damit die Möglichkeit für einen Wandel zum Besseren eröffnet, wenngleich diese Chance leider nicht sehr groß sein dürfte.

So aber kann es nicht weitergehen, soll es nicht in absehbarer Zeit zu einem großen Krach kommen. Es ist sehr vieles zu ändern. Die Kirche muss menschlicher werden. Hoffentlich sehen es auch die überwiegend konservativen, den neuen Papst wählenden Kardinäle so. Sein Rücktritt ist historisch, leider auch seine restaurative, antiliberale Kirchenpolitik.

Graz, am 13.02.2013

Dienstag, 12. Februar 2013

Ein Papst läuft nicht weg, er gibt ein Beispiel

Papst Benedikt XVI. verkündet seinen Rücktritt
Dieser Rücktritt ist ein Fanal für moderne Amtsführung und gibt der ganzen Welt ein außerordentliches Vorbild: So wird Benedikt XVI. zur großen historischen Figur.
Frankfurter Allgemeine >> 

Thema "Rücktritt Papst Benedikt XVI." in der Frankfurter Rundschau >>

Versprecher des Jahres in den WDR5-Nachrichten am 11. Februar 2013

Reaktionen von Theologen zum Papst-Rücktritt >>

Historisch: Papst Benedikt XVI. tritt zurück
Papst Benedikt XVI. wird am 28. Februar aus Altersgründen zurücktreten. Er habe nicht mehr die Kraft für sein Amt. Die Planungen für ein Konklave haben begonnen. Bis Ostern soll es einen neuen Papst geben.
Die Presse >>

Kirchenrebell Schüller: „War es ein Putsch der Konservativen?"
Kirchenrebell Helmut Schüller bezweifelt, dass der Papst wegen des Alters zurückgetreten ist.
Die Presse >>

Thema: Papst-Rücktritt in DiePresse >>

"Wir waren Papst"
Der Rücktritt des Kirchenoberhaupts löste Bestürzung, Respekt und scherzhafte Reaktionen aus.
Kurier >>

Papst Benedikt XVI. tritt zurück: "Meine Kräfte reichen nicht mehr"
85-Jähriger verlässt sein Amt am 28. Februar - Erster freiwilliger Amtsverzicht eines Pontifex maximus
Der Standard >>

Verzichten, um zu dienen
Rolle und Bedeutung eines außerordentlichen Aktes – die Ausübung des Petrusamtes im persönlichen Verzicht zum Wohl der Kirche
L'Osservatore Romano >>

Skurriles zum Papst-Rücktritt:
Prophetischer Comic, mysteriöser Blitz
STERN-Online >>

Dienstag, 1. Mai 2012

Vatikan-Experte: Piusbruderschaft führt den Vatikan vor

Marco Politi
Vatikan-Experte Politi: Piusbrüder führen Papst und Vatikan vor
"De facto überließ man es den Traditionalisten, die neuesten Inhalte der Einigungs-Präambel zu diktieren"

Vatikan-Experte Marco Politi wirft dem Vatikan vor, sich von der lefebvrianischen Piusbruderschaft vorführen zu lassen und ihr immer weiter entgegenzukommen. Der Vatikan habe seit Jahren nach und nach seine Positionen aufgegeben, kritisierte Politi am Sonntag im WDR. Auch Papst Bendikt XVI. selbst fordere inzwischen nicht mehr, "was er noch als Kardinal Ratzinger mit Papst Johannes Paul II. von den Piusbrüdern verlangt hat".

Konkret nannte der Vatikan-Fachmann eine klare Anerkennung der wichtigsten Reformtexte des Zweiten Vatikanischen Konzils über Religionsfreiheit und Gewissensfreiheit sowie über die Beziehungen zu den christlichen Kirchen und zu den anderen Weltreligionen.
Weiter auf Kathweb >>


Interview (MP3) in der WDR-Serie Diesseits von Eden:
Piusbruderschaft führt den Vatikan vor (ungef. in der Mitte des Streams)

Hintergrund:

Gespräch mit Ulrich Ruh und Marco Politi auf Bayern 2 vom 16.4.2012

Mittwoch, 22. Februar 2012

Der Vatikan sucht seinen Maulwurf

Es klingt wie der Plot aus einem Roman von Dan Brown: Italienische Medien wollen interne Dokumente aus dem Vatikan erhalten haben, die auf ein Mordkomplott gegen den Papst hinweisen. In anderen Interna werden Vertraute von Benedikt XVI. gezielt diskreditiert. Wer steckt hinter den "Vatileaks"? Tobt ein Machtkampf im Kirchenstaat?
Mehr in der Süddeutschen>>

Aufregung über VatiLeaks
Im Vatikan ist der Teufel los
Der Vatikan hat ein Problem mit Namen VatiLeaks. In den vergangenen Tagen gelangten viele vertrauliche Dokumente, teils mit brisantem Inhalt, nach außen. Vom Mordkomplott gegen den Papst ist die Rede. Vor allem aber wird kräftig gemobbt. Doch wer schießt hier eigentlich gegen wen und warum?
Beitrag auf ARD >>

"VatiLeaks"
Enthüllungen vom Heiligen Stuhl
Hinter den mächtigen Mauern des Vatikanstaates tobt ein Machtkampf: Mit immer neuen Indiskretionen bekriegen sich Reformer und Traditionalisten, landsmannschaftliche Seilschaften und ehrgeizige Kirchenmänner - auch mit Blick auf die Nachfolge von Benedikt XVI.
Beitrag auf Spiegel Online >>

"VatiLeaks" schürt Unruhe im Kirchenstaat
Der Vatikansprecher bestreitet Gerüchte über einen Machtkampf: "Man will die Kirche in ein schlechtes Licht stellen."
Beitrag im Kurier >>

"Vatileaks" beunruhigt die Kirchenführung
Dokumente über angebliche Geldwäsche der Vatikanbank
Beitrag im Standard >>

Über die neueste Entwicklung weiß - wie so oft in derartigen Angelegenheiten - Kath.net zu berichten:
Vaticanleaks: Die Lecks sind entdeckt
‚Promoveatur ut amoveatur’ (befördern um los zu werden): zwei hochrangige Monsignori bereiten sich auf eine ‚One-Way-Ticket-Reise’ nach dem Fernen Osten und Afrika vor.
Beitrag auf Kath.net >>

Vatileaks-Informanten werden Papstbotschafter in Afrika
Sind die Löcher im Vatikan gefunden, durch die vertrauliche Dokumente aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gelangen konnten? Eine nicht deklarierte vatikanische Quelle berichtet von „mindestens zwei“ ranghohen vatikanische Prälaten aus dem näheren Umfeld von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, denen die unmittelbare Strafversetzung nach „Afrika oder in den äußersten, äußersten Orient“ bevorstehe, „weit weg von Rom, wo sie keinen Schaden mehr anrichten können“.
Weiter auf explizit.net >>

Samstag, 21. Januar 2012

Quelle für "Jahr des Glaubens" ist Katechismus und nicht die Bibel

Em. Univ. Prof. Dr. Hans J. Stetter, Wien

Das Motu proprio "Porta fidei",
mit dem von Papst Benedikt XVI. am 11.10.2011 ein Jahr des Glaubens ausgerufen wird.

Als Anlass für das am 11.10.2012 beginnende Jahr dienen zwar der 50. Jahrestag des Beginns des 2. Vatikanischen Konzils und der 20. Jahrestag der Veröffentlichung des Katechismus des Katholischen Kirche (KKK); jedoch werden die Bedeutung und der allgemeine Nutzen eines solchen Ereignisses für die Gläubigen und für die gesamte Kirche breit dargestellt und auf die einberufene Vollversammlung der Bischofssynode für den Oktober 2012 zum Thema "Die Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens" hingewiesen. Das Wort "Glauben" bezieht sich dabei zunächst vornehmlich auf den Glaubensakt ("fides qua creditur"); es wird dann auf die hierfür notwendige Kenntnis des Glaubensinhalts übergeleitet, weil "eine tiefe Einheit zwischen dem Glaubensakt und den Inhalten, denen wir zustimmen" besteht. Andrerseits wird nach Lukas betont, "dass die Kenntnis der zu glaubenden Inhalte nicht genügt, wenn ... das Herz nicht durch die Gnade geöffnet wird".

Als Zugang zu einer systematischen Kenntnis der Glaubensgeheimnisse wird dann der KKK herausgestellt, in dem "der Reichtum der Lehre aufleuchtet, die die Kirche in den zweitausend Jahren ihrer Geschichte empfangen, gehütet und dargeboten hat". Die Kongregation für die Glaubenslehre ist beauftragt worden, "eine Note zu erstellen, mit der der Kirche und den Gläubigen einige Hinweise gegeben werden, um dieses Jahr des Glaubens auf höchst wirksame und geeignete Weise im Dienst des Glaubens und der Evangelisierung zu leben".

Nach einer nochmaligen ausführlichen Darstellung der Bedeutung des Glaubens vom Beginn der Kirche bis heute folgt in Nr. 14 noch ein Hinweis auf die gleichzeitige Bedeutung der Werke mit dem Jacobus-Zitat "... ist der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat". Es wird auch nirgends auf die Bedeutung der Heiligen Schrift für den Erwerb und die Pflege des Glaubens hingewiesen. Offenbar ist an eine gemeinsame Feier des Jahres des Glaubens mit den Kirchen der Reformation, die eigentlich ja naheliegend wäre, nicht gedacht!

Note mit pastoralen Hinweisen zum Jahr des Glaubens der Kongregation für die Glaubenslehre (6.1.2012)

In einer ausführlichen Einführung, in der zunächst an die Ausführungen des Papstes in "Porta fidei" angeschlossen, aber auch auf die Bedeutung des 2. Vatikanischen Konzils für die unverfälschte und vollständige Weitergabe der katholischen Lehre (bei Verwendung der richtigen Hermeneutik) hingewiesen wird, wird dann die Bedeutung des KKK als "sichere Norm für die Lehre des Glaubens" und ein "gültiges und legitimes Werkzeug im Dienst der kirchlichen Gemeinschaft" herausgestellt. Tatsächlich ist der eigentliche Inhalt der Note ("Hinweise") fast ausschließlich dem Einsatz des KKK im Rahmen des Jahres des Glaubens sowohl für die Gläubigen wie für die Neuevangelisierung gewidmet; das Stichwort KKK kommt in dem Schreiben 22-mal vor! Dabei wird der Zusammenhang zwischen dem "Glauben als persönlichem Vertrauen auf den Herrn (fides qua) und dem Glauben, den wir im Credo bekennen (fides quae)," als untrennbar bezeichnet, da sie sich gegenseitig bedingen und erfordern. Begründet wird diese Feststellung mit dem Verweis auf einen Satz im KKK, der selber nicht ausreichend begründet ist!

Die nachfolgenden konkreten "Hinweise" sind für alle Teile der Kirche bestimmt:
Nacheinander werden behandelt
die weltkirchliche Ebene
die Ebene der Bischofskonferenzen
die Ebene der Diözesen
die Ebene der Pfarreien / Gemeinschaften / Vereinigungen / Bewegungen

Dabei fallen u. a. die folgenden Eigenheiten auf1:
1 Die durchaus zahlreichen naheliegenden und sinnvollen Vorschläge sind hier nicht aufgelistet.
- Weltkirche: Die Kenntnis der Inhalte der katholischen Lehre soll durch Symposien etc., auch auf internationaler Ebene, gefördert werden. Einige Zusammenkünfte sollen vor allem der Wiederentdeckung (!) der Lehren des 2. Vatikanums dienen.

- Weltkirche: Besonders für Priesteramtskandidaten soll die Kenntnis der wichtigsten Dokumente des 2. Vatikanums und das Studium des KKK vertieft werden.

- Bischofskonferenzen: Lokale Katechismen sollen auf ihre volle Übereinstimmung mit dem KKK überprüft werden; im Fall von Lücken oder bei nicht vollem Einklang soll die Arbeit an neuen Texten begonnen werden.

- Bischofskonferenzen: Es sollen apologetische Hilfsmittel vorbereitet werden zur besseren Beantwortung von ... "Fragen, die aus einer veränderten Mentalität herrühren, die ... den Bereich der Gewissheiten auf den der wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften reduziert".

- Diözesen: In einen kreativen Dialog zwischen Glaube und Vernunft soll die Welt der Wissenschaft und der Kultur neu(!) mit einbezogen werden. Dabei ist zu zeigen, "dass zwischen Glauben und authentischer(!) Wissenschaft kein Konflikt bestehen kann, da beide - wenn auch auf verschiedenen Wegen ... nach der Wahrheit streben".

- Pfarren: Lesen des KKK in Gruppen von Gläubigen.

Auf keiner Ebene wird die Heilige Schrift als Quelle für den Glaubensinhalt empfohlen. Die teilweise schon 1992 antiquierte und auf vorkonziliare Auffassungen zurückgehende Denk- und Sprechweise des KKK wird nirgends als ergänzungsoder gar revisionsbedürftig angemerkt. So kommt ja etwa im KKK nicht einmal das Wort "Evolution" vor, die Entstehung des menschlichen Lebens wird als durch die Genesis beschrieben angenommen!

Durch die rigorose Bindung lokaler Katechismusversionen an den KKK wird einer auch nur ansatzweisen Inkulturation des Glaubensinhalts von vorneherein eine Absage erteilt! Ebenso verbietet dies eine Adaption an die Bedürfnisse bestimmter Bevölkerungsgruppen - (Jugend, Gebildete, etc.).

Ein ökumenisches Vorgehen wird nur am Rande erwähnt: Auf weltkirchlicher Ebene soll ein(!) feierlicher Ökumenischer Gottesdienst stattfinden, und das Verhältnis von Glaube und Kunst soll gegebenenfalls ökumenisch bearbeitet werden.

Auf Grund all dieser Bemerkungen ist nicht zu erwarten, dass die vom Vatikan ausgehenden Impulse eine Breitenwirkung in Bezug auf die Evangelisierungsbemühungen vor Ort haben werden. Zudem erwecken die Vermeidung expliziter Hinweise auf die Lektüre der Heiligen Schrift in beiden Dokumenten sowie die Betonung der "Werke" zusätzlich zum Glauben in "Porta dei" Erinnerungen an Perioden der Kirchengeschichte, die man eigentlich als endgültig überwunden annimmt.

Quellen:
Apostolisches Schreiben "Porta fidei" >>

Note der Glaubenskongregation >>



Pressemeldungen:

Vatikan ruft Bischofskonferenzen zur Überprüfung der Katechismen auf
Der Vatikan hat die Bischofskonferenzen zu einer Überprüfung der von ihnen herausgegebenen Katechismen aufgerufen. Ziel ist, etwaige Abweichungen von der offiziellen katholischen Glaubenslehre zu korrigieren. Hintergrund ist das „Jahr des Glaubens“.
Weiter auf domradio >>

Vatikan: Konzilsjubiläum ist auch Weltkatechismusjubiläum
Der Weltkatechismus, das von Benedikt XVI. promulgierte "Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche" und der von Kardinal Schönborn mitinitiierte "YouCat" sollen drei zentrale Pfeiler für das kommende "Jahr des Glaubens" sein
Weiter auf Kathweb >>

Montag, 3. Oktober 2011

Uta Ranke-Heinemann: "Alle Hirten sind Männer, alle Frauen sind Schafe“

Uta Ranke-Heinemann, eine Studienkollegin von Benedikt XVI., sieht drohende Spaltung innerhalb der katholischen Kirche voraus

Uta Ranke-Heinemann ist nicht nur eine ehemalige Kommilitonin des aktuellen Kirchenoberhaupts sondern auch die erste Frau der Welt, die einen Lehrstuhl in katholischer Theologie erhalten - und später aufgrund ihrer Kritik an der Kirche - wieder verloren hat. Im derStandard.at-Interview spricht sie über die Hoffnungen, die sie in ihren Studienkollegen einst gesetzt hatte und die Ernüchterung, die sich seit Beginn seiner Regentschaft zunehmend breit macht.
Interview im Standard >>

Zum Thema "Papstbesuch in Deutschland":
Professor Papst
Papst Benedikt XVI. ist dem Professor Joseph Ratzinger treu geblieben: Seine „Freiburger Rede“ über den Zustand der Kirche in Deutschland hat er fast wörtlich vor allem mit Vorträgen und Aufsätzen aus dem Jahr 1969 bestritten.
Beitrag in der FAZ vom 27.09.2011

Papst-Kritiker Tzscheetzsch: "Eine schöne Show, mehr nicht"
Er ist Katholik, Querdenker und war Professor der Theologie: Werner Tzscheetzsch hat Kirchengeschichte geschrieben, als er sich auf eigenen Wunsch die Lehrbefugnis entziehen ließ. Für ihn ist die Deutschland-Reise des Papstes vor allem eins - eine perfekte Inszenierung.
Beitrag im Spiegel vom 25.09.2011 

Dienstag, 27. September 2011

Enttäuschung über Papstbesuch in Deutschland


Hans Küng: "Probleme der katholischen Kirche überspielt"
Theologe Hans Küng zieht eine bittere Bilanz des Papstbesuches
Kommentar in der Freien Presse >>

Papst erteilt Absage an Reformen
ZDF-Mediathek >> mit allen wichtigen Berichten des Papstbesuches

Ratzinger: Kirche muss auf Distanz zur Gesellschaft gehen
Papst gegen Modernisierung: Kirche darf sich nicht der Gegenwart anpassen
Freiburg - Papst Benedikt XVI. hat sich gegen eine Modernisierung der katholischen Kirche ausgesprochen. Die Kirche dürfe sich nicht der Gegenwart anpassen, sondern müsse mehr auf Distanz zur Gesellschaft gehen, forderte der 84-Jährige am Sonntag im Freiburger Konzerthaus. Bei seiner Rede beklagte er eine "zunehmende Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben" und betonte: "Umso mehr ist es wieder an der Zeit, die wahre Entweltlichung zu finden, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen."
Weiter im Standard >>

Papstbesuch in Deutschland: Keine Signale Richtung Öffnung
Wer von Papst Benedikt XVI. beim Besuch seiner Heimat ein Signal der Reform erhofft hat, der musste von der dritten Deutschland-Reise des Oberhaupts der katholischen Kirchen enttäuscht sein. Statt Öffnung und Ökumene lautete die Botschaft des Papstes Treue zu Rom. Er appellierte daran, zum Kern des Glaubens zurückzukehren. Viele Fragen, die das Kirchenvolk bewegen, blieben unbeantwortet. „Benedikt XVI. hat die Christen in Deutschland besucht. Auf sie zugegangen ist er nicht“, befand etwa eine nicht gerade kirchenkritische Zeitung.
Beitrag auf ORF.at >>


"Wir sind Kirche-Dtld" äußert sich enttäuscht über Papst-Besuch
Mehr dazu auf "Wir sind Kirche zum Papstbesuch 2011" >>

Offizielle Homepage zum Papstbesuch in Deutschland >>

Alle Ansprachen und Predigten im Wortlaut und als Video/Audio auf domradio.de >>

Professor Papst
Papst Benedikt XVI. ist dem Professor Joseph Ratzinger treu geblieben: Seine „Freiburger Rede“ über den Zustand der Kirche in Deutschland hat er fast wörtlich vor allem mit Vorträgen und Aufsätzen aus dem Jahr 1969 bestritten.
Beitrag in der FAZ vom 27.09.2011

Papst-Kritiker Tzscheetzsch: "Eine schöne Show, mehr nicht"
Er ist Katholik, Querdenker und war Professor der Theologie: Werner Tzscheetzsch hat Kirchengeschichte geschrieben, als er sich auf eigenen Wunsch die Lehrbefugnis entziehen ließ. Für ihn ist die Deutschland-Reise des Papstes vor allem eins - eine perfekte Inszenierung.
Beitrag im Spiegel vom 25.09.2011

Dienstag, 7. Juni 2011

Rückblick auf den Papstbesuch in Kroatien

Kroatien-Presseschau: Unwetter bei Abflug als größtes Thema
Häufig findet sich auch Forderung des Vorsitzenden der Familienkommission in der Bischofskonferenz, Zupan, nach gesetzlichem Abtreibungsverbot
Beitrag auf Kathweb.at >>

Märtyrer-Kardinal Stepinac verbindet Kroatien und Österreich
Papst betete zum Ende seiner Kroatienreise vor Sarg Stepinacs - Reliquien des Seligen auch in österreichischen Kirchen in Wien und Wulkaprodersdorf
Beitrag auf Kathweb.at >>

Der Papst in Kroatien
Benedikt XVI. feiert großen Gottesdienst im Zagreber Hippodrom, hält Rede vor Politikern und der Ökumene, trifft Jugendliche und feiert Vesper mit Geistlichen
Dossier auf Kathweb.at >>

„Von Anfang an Europa“
Papst Benedikt XVI. beendet seinen Besuch in Kroatien
Dossier auf Domradio.de >>

Ante Pavelic: Massenmörder hatte Wohlwollen des Papstes
Der Papstbesuch bringt die Erinnerung an einen Massenmörder zurück, der Hunderttausende massakrieren liess: Ante Pavelic, kroatischer Führer von Hitlers und Mussolinis Gnaden.
Zum kritischen Beitrag >>