Mittwoch, 14. November 2012

Will neue KAÖ-Präsidentin den Reform-Stillstand?

Erst Ende September wurde Mag. Gerda Schaffelhofer bei der Herbstkonferenz der Katholischen Aktion Österreich in Innsbruck von den Delegierten mit großer Mehrheit gewählt.
In einer ersten Reaktion hieß es damals: Neue KAÖ-Präsidentin will „laut“ sein >>
 

Nun wird sie "laut"und zieht alle Register in einem Offenen Brief an Magister Schüller > >

Dabei ist besonders zu beachten, dass sie laut OÖ-Nachrichten zwar als KAÖ-Präsidentin und in der WIR-Form schreibt, aber ihre persönliche Meinung kundtut. Wer "vereinnahmt" nun wen??


Katholische Aktion: Präsidentin rügt Pfarrer-Initiative
WIEN/LINZ. Mit scharfer Kritik an der Pfarrer-Initiative um Helmut Schüller überraschte am Dienstag die neue Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KA), Gerda Schaffelhofer.
Beitrag in OÖ-Nachrichten >>

KAÖ: Pfarrer-Initiative vereinnahmt Laien
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) hat sich in einem offenen Brief an den Obmann der Initiative, Helmut Schüller, gegen eine „Vereinnahmung der Laien“ durch die Pfarrer-Initiative ausgesprochen.
Beitrag auf religion.ORF.at >>


Dienstag, 13. November 2012

Abt Martin Werlen: Lage der katholischen Kirche «dramatisch»

Flammender Appell: Der Einsiedler Abt Martin Werlen will, dass sich die katholische Kirche den aktuellen Problemen stellt.
Die katholische Kirche hat im Urteil von Martin Werlen in den letzten Jahren sehr viel an Glaubwürdigkeit eingebüsst. Die Situation der Kirche sei «dramatisch» – nicht nur weil es immer weniger Priester und Ordensleute gebe. Das wirkliche Problem sei nicht numerischer Natur, sondern: «Es fehlt das Feuer!» Dies schreibt der Abt des Klosters Einsiedeln in der Broschüre «Miteinander die Glut unter der Asche entdecken», welche der «Sonntag» auszugsweise publizierte.
Die Polarisierung zwischen konservativen und progressiven Kreisen habe zu einem Graben geführt, der kaum mehr einen Dialog zulasse. Auf beiden Seiten würde nicht selten der anderen Seite die Kirchlichkeit abgesprochen.

Zölibat infrage gestellt
Es gehe nicht darum, «uns dem Zeitgeist anzupassen», sondern vielmehr darum, «den Zeitgeist wahrzunehmen». Es gebe Kirchenmänner, die heute darüber klagten, dass seit 40 Jahren immer die gleichen Probleme thematisiert würden. «Das sollte eigentlich einen durchschnittlich intelligenten Menschen nicht überraschen: Die gleichen Probleme werden immer wieder thematisiert, weil sie noch nicht gelöst sind», betont Werlen.
Etwa bei der Frage der Ehelosigkeit von Priestern erachtet Werlen andere Wege als möglich. Die zölibatäre Lebensform sei ein möglicher Weg – «genauso wie die eheliche Lebensform». Die Zulassung zur Weihe könnte auch anders gestaltet werden. Auch mit der Integration von Frauen tue sich die Kirche immer noch schwer. Sie zeige sich in der Geschlechterfrage «unbeholfen und ratlos».
Basler Zeitung >>

Abt Martin Werlen:
"Das Zweite Vatikanische Konzil hat eine Kirche erleben lassen, in der die Gläubigen miteinander auf der Suche sind. Nehmen Menschen unserer Zeit, fünfzig Jahre danach, die Kirche so wahr? Es gibt Kirchenmänner, die heute darüber klagen, dass seit 40 Jahren immer die gleichen Probleme thematisiert werden. Das sollte eigentlich einen durchschnittlich intelligenten Menschen nicht überraschen. Die gleichen Probleme werden immer wieder thematisiert, weil sie noch nicht gelöst sind."

Im Unterschied dazu die Dialog- und Reformverweigerung von Bischof Zsifkovics und sein Vergleich mit dem Gulasch:

Bischof Zsifkovics in einem Interview mit der ORF-Sendung "Orientierung" vom 26.09.2010:
Orientierung: Die Weihe von Frauen, der Pflichtzölibat für Priester oder der Umgang mit Geschiedenen, Wiederverheirateten - wie will der neue Bischof von Eisenstadt mit den bekannten heißen kirchenpolitischen Eisen umgehen?

Zsifkovics: „Da bin ich auch wirklich ein typischer Burgenländer. Wir wissen, das Aufgekochtes nicht immer geniesslich ist und es ist selten, dass etwas besser wird je öfter man es aufkocht, außer das Gulasch. Und ich denke ich möchte hier auch wirklich diesen klaren Weg auch der Kirche gehen.
Es gibt auch eine Lehre der Kirche dazu und als Bischof – und das verspreche ich auch bei der Bischofsweihe – dass ich auch mit dieser Lehre der Kirche einverstanden bin und dass ich sie auch zu lehren, zu schützen und auch zu verteidigen habe und deshalb sehe ich hier überhaupt keinen Widerspruch.“

 Ähnlich:

Kirchenreform: Fürnsinn fordert "mutige Schritte"
Vorsitzender der Männerorden in Österreich: Evangelium allen verkünden, nicht bloß einem "heiligen Rest" - Sr. Fürst: Orden immer auf ganz konkrete Nöte hin gegründet

In der Kirche in Österreich müssten "mutigere Schritte gesetzt werden, um eine andere Entwicklung herbeizuführen". Das betont Propst Maximilian Fürnsinn, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften, in der Novemberausgabe des Magazins "inpuncto", das den österreichischen Kirchenzeitungen beigelegt ist. In der Kirche seien manche Reformen überfällig, dazu brauche es aber den Dialog, so Fürnsinn: "Aber der findet kaum statt, nicht zwischen den unterschiedlichen Positionen und nicht zwischen 'oben' und 'unten'."
Beitrag auf Kathweb >>

Montag, 12. November 2012

Kardinal Meisner erhält höchste Auszeichnung für "stilles Wirken" in der Diözese

Kardinal Schönborn hatte ihn als "Slawischen Bischof" angekündigt, was vermuten ließ, dass Kroatiens Kardinal Bozanic bei der Bischofsernennung von Zsifkovics ein Fürsprecher und Pate war.

Bei der Festakademie zum Martinsfest gab Bischof Zsifkovics selbst einen weiteren Hinweis zum Geschick unserer Diözese: Die Diözese Eisenstadt wäre ohne Kardinal Meisners "stilles Wirken nicht das, was sie heute ist".

Dem Kölner Kardinal Joachim Meisner wurde die höchste Auszeichnung der Diözese, der St. Martins-Orden in Gold, verliehen. Worin die Verdienste wohl liegen?

St. Martinsfest 2012 - Festakademie mit Festansprache von Kard. Meisner


Kardinal Meisner in Eisenstadt: Christen müssen Kopf hinhalten
Predigt des Kölner Erzbischofs zur Eröffnung des "Jahr des Glaubens" in der Diözese Eisenstadt - "St. Martin ist Säule des christlichen Europas"
Beitrag auf Kathweb >>


Hintergrund zu Kardinal Meisner, der am 25.12. seinen 79. Geburtstag begeht:
Kardinal Meisner – der direkte Draht zum Papst
Er wettert gegen die Homo-Ehe, ahndet Widerspruch mit Suspendierung und polarisiert wie kein Zweiter: der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Am 1. Weihnachtsfeiertag (2008) wird er 75 Jahre – doch ans Aufhören denkt er nicht. Auch der Papst setzt auf Meisner, denn kein anderer deutscher Kardinal hat einen so direkten Draht nach Rom.
Beitrag in Die Welt >>

Archiv:
Acht Bischöfe beim Pontifikalamt am Fest der Erscheinung des Herrn in Köln

Sonntag, 11. November 2012

Der Ölkrug versiegt nicht

„Der Mehltopf wird nicht leer
und der Ölkrug versiegt nicht“

Herr, oft bin ich resigniert
und sehe keinen Ausweg mehr in meinem Leben.
Ich bin müde
und ohne Kraft, ohne Freude.
Oft hab ich Angst vor der Zukunft
und vor den großen Problemen unserer Zeit.
Ich meine, nichts ändern zu können.
Dann fühle ich mich so hilflos,
so ohnmächtig.

Du aber sagst mir:
„Fürchte dich nicht!
Nimm das Wenige, das du hast,
und teile es mit anderen,
die Not leiden.
Setz dein bisschen Kraft ein, deine Zeit,
dein Gebet, deine Liebe.
Das Wenige, das du gibst und das du tust,
werde ich in Segen verwandeln -
für dich und die Andern.“

Herr, ich will auf dich vertrauen
und täglich mit deiner Hilfe rechnen.
Lass mich erkennen,
wo und wie du durch mich wirken willst.
Dann werde ich das Mögliche tun
und das Unmögliche in deine Hände geben.

Lotti Brun, in: A. Lissner, Du lässt dich finden in uns selbst
Mit neuen Worten beten, Verlag Herder, Fr. i. Br., 1987.

Freitag, 9. November 2012

Zsifkovics: Authentizität der Neuevangelisierung trägt das Antlitz der Armen

Wie Recht hat doch Bischof Ägidius mit seiner Predigt bei der Bischofskonferenz in Brüssel: eine glaubwürdige Verkündigung des Evangeliums trägt das Antlitz der Armen, sie kommt ohne die Option für die Armen nicht aus. 

Bischof Zsifkovics beklagt, dass in Europa viele Christen die Einladung zum Festmahl nicht annehmen.  Er erlebt kirchliche Rückzugsgefechte in ethischen Fragen, sei es die verbrauchende Embryonenforschung oder die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe. Was schwebt ihm vor?
 

Leider lässt er sich auf die eigentliche Botschaft jenes Evangeliums nicht ein, wo Jesus zum Diener sagt: "Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei. (Lk 14,21)" Jesus will, dass der Saal für das Festmahl voll ist. Ganz anders in unserer Amtskirche, wo geschiedene Wiederverheiratete, jene die  Empfängnisverhütung praktizieren, verheiratete Priester oder Gläubige christlicher Geschwisterkirchen vom Sakramentenempfang ausgeschlossen bleiben.

Außerdem bleibt die Frage, ob und wie sein pompöser Bischofspalast um 3,2 Millionen Euro (laut Angaben des ORF - seitens der Diözese fehlen noch immer offizielle Kostenangaben) das "Antlitz der Armen" authentisch ausdrücken kann?!

Die Predigt schließt wieder einmal im individuellen Rückzug: "Neuevangelisierung beginnt bei uns selber und bei der eigenen Bekehrung".  Allmählich wäre es an der Zeit, dass Bischof Zsifkovics das auch konret umsetzt, was er predigt und einmahnt.



Zsifkovics: Christliche Werte in Europa beharrlich einmahnen
Eisenstädter Bischof ruft bei Bischofskonferenz in Brüssel zur Neuevangelisierung auf

Brüssel, 06.11.2012 (KAP) Der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics hat dazu aufgerufen, trotz aller Widerstände in Europa christliche Werte einzumahnen und nicht vor Säkularisierungstendenzen zu kapitulieren. In seiner Predigt beim Morgengottesdienst der österreichischen Bischöfe am Dienstag in Brüssel sagte Zsifkovics wörtlich: "Die Kirche in Europa lädt ein - und immer mehr folgen der Einladung nicht. Ohne Pathos und Wehleidigkeit können wir es sagen: So sehr das Christentum eine der Wurzeln Europas ist, so sehr erleben wir täglich, wie es im europäischen Projekt zunehmend zum Fremdkörper zu werden scheint." Die Säkularisierung verlange von der Kirche, die eigene Präsenz in der Gesellschaft neu zu überdenken.

Der Eisenstädter Bischof sprach von einer "Marginalisierung christlicher Identität". Er beklagte zudem "kirchliche Rückzugsgefechte in ethischen Fragen, sei es die verbrauchende Embryonenforschung oder die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe". Mehr und mehr werde den Christen signalisiert, dass ihre Werte nicht jene der europäischen Gesellschaft seien.

Das sei jedoch kein Grund, nicht alle Anstrengungen zur Neuevangelisierung voranzutreiben, sagte der Bischof. Dabei würden vor allem die vielen und ständig neuen Formen der Armut unbekannte Räume eröffnen. Zsifkovics: "Die Authentizität der Neuevangelisierung trägt das Antlitz der Armen - auch und gerade in Europa!"
Kathweb >>

Donnerstag, 8. November 2012

"Die Kirche ist nicht der Privatkonzern des Kardinals"

Bischöfe, die nicht mit ihm reden, Nuntien, die vor ihm warnen: Pfarrer Helmut Schüller polarisiert. Er fordert Grundrechte für die Gläubigen sowie neue Wege für die Gemeindeleitung statt Strukturreformen.

Interessantes Interview im Standard  >>

Mittwoch, 7. November 2012

Glaubwürdig Kirche leben

"Dialog" lautet das Motto in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Leider nicht in der Diözese Eisenstadt. So gibt es zum Beispiel seit 2 1/2 Jahren kein Zusammentreffen des Pastoralrates (nunmehriger Diözesanrat).
 
"Glaubwürdig Kirche leben." - Unter diesem Titel hat Bischof Dr. Gebhard Fürst im Jahr 2011 einen Dialog- und Erneuerungsprozess für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgerufen. An dieser Stelle finden Sie nun eine Dokumention der Themen, die die Katholikinnen und Katholiken in der Diözese bewegen.
Diözese Rottenburg-Stuttgart >>

Besonderer Hinweis: Gebete und Impulse für den Dialog >>