
Kaufen statt sparen
Die Kirche schenkt sich nun selbst reinen Wein ein
Blaufränkisch, Rotburger, Merlot und Pinot Noir: Trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten und hartem Sparkurs ersteigerte die Diözese Eisenstadt ein renommiertes Weingut am Eisenberg samt historischem Weinkeller mit Produktions- und Lagerhalle. Was damit geschieht, ist allerdings noch offen.
KronenZeitung, 28.01.2025
Diözese ersteigerte Weingut Schützenhof
Die Wirtschaftliche Generaldirektion der Diözese Eisenstadt hat das Weingut Schützenhof am Eisenberg ersteigert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. In einem Statement am Mittwoch wurde jedoch betont, „dass der Preis deutlich unter dem tatsächlichen Wert des Weinguts liegt“.
ORF, 29.1.2025
Weingut Schützenhof von Diözese Eisenstadt ersteigert
Inoffiziell schon länger bekannt, wurde es jetzt offiziell bestätigt - die Wirtschaftliche Generaldirektion der Diözese Eisenstadt ersteigerte das renommierte Weingut Schützenhof der Familie Körper-Faulhammer in Deutsch Schützen.
MeinBezirk, 29.1.2025
Diözese Eisenstadt erhält Zuschlag zu Weingut am Eisenberg
Die Wirtschaftliche Generaldirektion der Diözese Eisenstadt hat sich im vergangenen Jahr in Abstimmung mit den diözesanen Gremien (Domkapitel, Diözesaner Wirtschaftsrat) dazu entschlossen, am Bieterverfahren rund um das Weingut Schützenhof am Eisenberg teilzunehmen und hat schließlich den Zuschlag für das Weingut erhalten.
Über den Kaufpreis wurde zwischen dem bisherigen Eigentümer und dem
Auktionshaus, das die Versteigerung abgewickelt hat, Stillschweigen
vereinbart. Es sei jedoch erwähnt, dass der Preis deutlich unter dem
tatsächlichen Wert des Weinguts liegt.
Die Diözese Eisenstadt möchte mit dem Weingut am Eisenberg wir eine
Tradition wiederbeleben, die in der Vergangenheit bereits Bestand hatte.
Bereits unter Bischof Stefan László betrieb die Diözese ein kleines
Weingut.
„Die Verbindung von Kirche und Wein hat eine lange Geschichte, die in vielen Regionen sichtbar ist – von den Augustiner-Chorherren über das Stift Klosterneuburg bis hin zur Abtei Pannonhalma. Wir fühlen uns dieser Tradition verbunden und möchten sie auch im Burgenland pflegen“, so der Wirtschaftliche Generaldirektor der Diözese Eisenstadt, Johannes Stipsits.
Der Diözese Eisenstadt war es ein großes Anliegen, mit dem Erwerb des
Weinguts auch einen positiven Beitrag für die Region Eisenberg zu
leisten. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten haben wir uns bewusst
für eine Investition in den Erhalt der burgenländischen Weinkultur
entschieden. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit,
dass wir dazu beitragen konnten, das Weingut in regionalen Händen zu
belassen. Durch unser Engagement konnten wir letztlich verhindern, dass
das Weingut an ausländische Investoren gelangt, die keinen Bezug zu
dieser besonderen Weinbauregion haben. Während des gesamten
Versteigerungsprozesses gab es ein starkes Interesse von Investoren aus
dem asiatischen Raum. Unsere Gespräche mit den politischen
Verantwortungsträgern der Region sowie den Vorbesitzern zeigten eine
spürbare Erleichterung über den Zuschlag an die katholische Kirche im
Burgenland als verlässlicher, langfristiger und stabiler Partner für die
Zukunft.
Derzeit prüfen wir sorgfältig, wie sich die Zukunft des Schützenhofs
gestalten lässt. Ob durch eine Verpachtung an junge Winzer, eine
Zusammenarbeit mit erfahrenen Kellermeistern oder die eigene Erzeugung
von Wein – alle Optionen stehen offen. Wir möchten uns dabei von einer
offenen Haltung leiten lassen, um die beste Entscheidung für das Weingut
und die Region zu treffen.
Die Katholische Kirche habe sich selbst einen strikten Sparkurs
verordnet, aber Stipsits stellt auch klar, dass er immer betont habe,
dass die Kirche abseits vom Kirchenbeitrag weitere Einnahmequellen
erschließen müsse. Alleine schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei
es notwendig Investitionen zu tätigen.
„Ich habe schon in meinen ersten Interviews immer gesagt, dass wir neue Standbeine brauchen und uns verstärkt mit den Themen Energie, Immobilienentwicklung und Beteiligungen und Investments beschäftigen werden und dies tun wir seit zwei Jahren sehr intensiv“, so Stipsits weiter.
Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir seitens der
Diözese Eisenstadt klarstellen, dass für den Erwerb des Weinguts keine
Mittel aus der Verpachtung von Pfründen verwendet wurden. Die
Pachtvorschreibung durch die Diözese ist derzeit noch nicht erfolgt,
sodass daraus bislang keine Einnahmen bestehen. Die Gelder aus der
Verpachtung der Pfründen sind ausschließlich für die Bezahlung der
Priesterpensionen bestimmt, wie es das Kirchenrecht vorschreibt.
Quelle: martinus.at, 30.1.2025
Die Diözese Eisenstadt hat im vergangenen Jahr am Bieterverfahren um das Weingut Schützenhof am Eisenberg teilgenommen und nun den Zuschlag erhalten.
falstaff, 31.01.2025
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