Mittwoch, 10. August 2011

Für die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zum Kommunionempfang

Beim PGR-Kongress in Mariazell im Mai 2010 wurde seitens der Bischöfe eine Stellungnahme zur Pastoral von wiederverheirateten Geschiedenen versprochen. Bis heute ist nichts geschehen außer der Errichtung einer Arbeitsgruppe.

Die Pfarrer-Initiative hat nun diesbezüglich in ihrem "Aufruf zum Ungehorsam" einen Vorstoß gewagt: WIR WERDEN gutwilligen Gläubigen grundsätzlich die Eucharistie nicht verweigern.

Befremdend wirken dagegen zwei Leserbriefe im martinus vom 31. Juli 2011, die von den wiederverheirateten Geschiedenen Opfer und Kommunionverzicht fordern und dafür eine "Göttliche Ordnung" beanspruchen. Außerdem werden Priester als "weltlich" und "den Weg der Heiligkeit verlassen" diffamiert, die Geschiedene-Wiederverheiratete an der Mahlgemeinschaft teilhaben lassen und - wie Jesus - auch das im Gestrüpp hängen gebliebene Lämmlein suchen und zur Herde bringen. Hier wäre ein klärendes Wort des martinus-Herausgebers notwendig.
Wohltuend und informativ ist hingegen der Beitrag von Eberhard Schockenhoff, seit 1994 Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg, erschienen in  HERDER KORRESPONDENZ Heft 08-2011 >>

Kirche als Versöhnungsgemeinschaft

Für die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zum Kommunionempfang
Das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen im gegenwärtigen kirchlichen Leben stellt einen pastoralen Notstand dar, dessen Ausmaß zu selten wahrgenommen wird. In der Frage einer möglichen Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten bündeln sich dabei Fragestellungen mehrerer theologischer Disziplinen. Die Einladung zur vollen Teilnahme am eucharistischen Mahl wäre auch für die Kirche selbst von großer Bedeutung.

4 Kommentare:

Schillebeeckx hat gesagt…

Sehr guter und sensibler Artikel, den sich alle Bischofskonferenzen zu Gemüte führen sollten! Und immer wieder herrlich der Verweis auf einen (genialen!) Artikel/Vortragstext aus 1970 von einem damals überaus konzilsgeprägten Dogmatikprofessor namens Joseph Ratzinger ...

Regina hat gesagt…

Herr Papst Ratzinger handelt "konsequent": schon als Vorsitzender der vat. Glaubenskongregation ( neudeutsch, aber inhaltlich immer noch inqusitorisch !) hat er nichts anderes gemacht, als das Ziel der Rückwärtsgewandtheit verfolgt. Handeln nach dem Motto: Was kümmert mich mein Gechwätz von früher.

Giorgio hat gesagt…

@Regina: ist das die Sprache von "Begegnung und Dialog"? - na super.........

Regina hat gesagt…

@Giovanni: Woran stoßen Sie sich denn ? An der Titulation " inquisitorisch" in Bezug auf Papst Ratzinger ? Der französische Theologe und Kardinal Yves Congar schreibt schon 1954 (!)über die Glaubenskongregation (damals noch Hl.Offizium gennant):" Das hl.Offizium regiert konkret die Kirche und beugt alles unter der Furcht seiner Interventionen.Es ist diese höchste Gestapo, unbeugsam, deren Beschlüssenicht diskutierbar sind..." Dahingegen nimmt sich die Bezeichnung "Inquisition" sogar noch nett aus... Heute ist es neben diesem Wächtergremium auch das Denunziantentum, das mehr und mehr um sich greift und offenbar nicht nur heute eine Atmosphäre des christlichen Glaubens vergiftet. Herr Ratzinger tät gut daran, sich seiner frühen Schriften aus den 70er Jahren zu erinnern, als er noch als kluger Kopf ein Gespür für den frischen Wind des 2.Vatikanischen Konzils spürte. Kaum war er aber Professor, Kardinal, Wächterchef und nun Papst, hat sich das Blatt entscheidend gewendet. Er lebt den römischen Zentralismus in einer Inkulturation von Antimodernismus, Relativismusphobie und geradezu höchster Verliebtheit der hellenistsichen Philosophie, das man von der Kirche als Liebesgemeinschaft einer erzählenden, weiterdenkenden weiten und offenen Kirche nichts mehr spürt. DAS allerdings wäre für mich tatsächlich Dialog und Begegnung, und nicht Enge und ängstliches Klammern !