Freitag, 31. Oktober 2014

Schluss mit der Heuchelei!

Pfarrer Stefan Jürgens
Schluss mit der Heuchelei!

Ideal und Wirklichkeit

Sie liegen miteinander im Dauerstreit: Ideal und Wirklichkeit. Die sich streitenden Hauptvertreter dieser Richtungen heißen Platon und Aristoteles, Augustinus und Thomas von Aquin, Ratzinger und Metz, Müller und Kaspar. Man könnte die Liste beliebig erweitern. Die einen orientieren sich am Ideal der ewig gültigen Wahrheiten, die anderen sehen, dass es keine Dogmatik ohne Geschichte geben kann. In eine idealisierte Kirche passen nun einmal nur idealisierte Menschen; die konkrete Kirche jedoch besteht aus konkreten Menschen. Und wer die Menschen nicht zunächst so akzeptieren kann, wie sie sind, überfordert sich selbst und andere.
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Stefan Jürgens ist Autor bei WDR
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Pfarrer Stefan Jürgens im Interview
Widerspruch aus Loyalität
Pfarrer Stefan Jürgens hat Position bezogen: Am vergangenen Wochenende hat der katholische Priester das Memorandum „Kirche 2011“ in den Mittelpunkt der Predigt gestellt und sich klar dafür ausgesprochen. Die Unterzeichner fordern Reformen in der katholischen Kirche, die bis hin zur Freistellung des Zölibats reichen. Wir sprachen mit dem Seelsorger.
Münsterland Zeitung >>

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Skandale in norditalienischem Bistum Albenga-Imperia unter Traditionalistenbischof Oliveri

Mario Oliveri, der konservativste Bischof Italiens
Sündenpfuhl Albenga-Imperia
Im Bistum Albenga-Imperia in Norditalien sind zahlreiche Priester in Skandale verwickelt. Geistliche sollen Nacktfotos von sich im Netz verbreitet und die Gemeindekasse geplündert haben. Außerdem gibt es Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.
Papst Franziskus hat einen Vatikan-Diplomaten in die Diözese geschickt, um die Vorfälle zu untersuchen.
Ein Vierteljahrhundert konnte Mario Oliveri in dem kleinen norditalienischen Städtchen Albenga unbehelligt seiner Arbeit nachgehen. Eine Vorliebe des 70-jährigen Bischofs sind dreistündige Messen - bevorzugt in lateinischer Sprache. Doch nun steht der Kirchenmann unter direkter Beobachtung des Papstes. Der Grund: Die Skandale in seinem Bistum häufen sich, Gerüchte über italienische Priester auf Abwegen drangen bis nach Rom.

Oliveris Bistum ist nicht groß. Neben der Stadt Albenga mit ihren 23 000 Einwohnern an der Küste Liguriens gehören noch die Nachbarstadt Imperia und einige weitere kleinere Kommunen dazu. Doch was die Kirchenmänner dort so treiben, beschäftigt mittlerweile nicht nur italienische Medien.

So wurde ein Priester versetzt, weil er eine Geliebte gehabt haben soll. Dessen Nachfolger geriet schnell ins Gerede, weil er nackt auf einer Internetseite für Homosexuelle posierte. Doch damit nicht genug: Wenn der Pfarrer nicht gerade Messen las, arbeitete er Berichten von Lokalzeitungen zufolge hinterm Tresen einer Bar, in der Partys mit minderjährigen Prostituierten stattgefunden haben sollen. Ein Priester aus einem Nachbarort soll die Kasse seiner Pfarrei geplündert haben, ein weiterer verbreitete pikante Fotos von sich auf Facebook.
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Wunschtraum der Ewiggestrigen:

Ein Bischof greift durch
Ja, solche Bischöfe wünschen wir uns auch für die deutschen Bistümer!

In der katholischen Monatsschrift „Kirchliche Umschau“ Februar 2012 - wurde der Brief des italienischen Bischofs Mario Oliveri abgedruckt, der in seiner klaren Sprache und Deutlichkeit dessen, wie ein Bischof seine Aufgabe anzupacken hat und Verantwortung übernimmt, nichts zu wünschen übrig lässt. In Deutschland suchen wir solch einen Hirten bisher vergeblich.

Msgr. Mario Oliveri (geb. 1944 in Ligurien) ist einer der profiliertesten Bischöfe Italiens. Er wurde 1968 zum Priester geweiht. Anschließend trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls und wirkte so u.a. in Dakar im Senegal, aber auch an den großen Nuntiaturen in Paris, London und Rom (Quirinal).
1990 wurde der promovierte Kirchenrechtler Bischof von Albenga-Imperia in Ligurien, das im Süden an die französische Riviera grenzt. Er gilt heute als "konservativster" Bischof Italiens. Mustergültig hat er Direktiven erlassen, die den Hochaltar (Ostung) wieder zu Ehren bringt und die alte Liturgie zum normalen Bestandteil des pfarrlichen Lebens machte. Doch dagegen gab es Widerstände aus dem Klerus. Bischof Oliveri sah sich zu Beginn des Neuen Jahres 2012 gezwungen, diese klerikale Opposition gegen die alte Messe in die Schranken zu weisen.
Blog "Rufer in der Wüste" >>

Pope Francis to investigate 'playboy priests' who posed naked online in scandal-hit disocese
A Catholic church representative is to probe the 'black sheep' diocese of Albenga-Imperia for alleged sexual harassment of parishioners and involvement in pornography
The Telegraph >>

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Nigerianischer Theologe rechtfertigt Bestrafung Homosexueller

Generalvikar und Theologe Msgr. Obiora Ike
Aus Sicht von Obiora Ike gefährdet die Gleichberechtigung von Homosexuellen den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Diese Meinung sei Konsens in Nigeria.
Der nigerianische Theologe und Afrikanist Obiora Ike hat Verständnis für die Bestrafung Homosexueller in seinem Land und in anderen afrikanischen Staaten geäußert. Wer öffentlich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen eintrete, gefährde die "Einheit der Gesellschaft", sagte Ike der ZEIT-Beilage Christ und Welt.
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Theologe Ike für rigorose Homosexuellen-Gesetze in Afrika
Liberalisierung würde nach Worten des in Innsbruck ausgebildeten Theolgen auch Verhältnis zwischen Christen und Muslimen gefährden
Kathpress >>


Diese Positionierung zeigt, dass Kardinal Kasper mit einigen Aussagen zur Haltung der Kardinäle Afrikas auf der Familiensynode Recht hatte. Von traditionalistischen Journalisten (Zenit.org, Gloria.tv oder Kath.net) wurden seine Aussagen entstellt und er als Rassist beschimpft, um ihm zu schaden.


So trickreich läuft der Kampf der Kardinäle in Rom
Der deutsche Kardinal Walter Kasper ist einer der mächtigsten Teilnehmer der römischen Synode. Jetzt kursieren verkürzte Zitate, die Kaspers Reformpartei schwächen sollen. Das ist kein Einzelfall.
Am Donnerstag nun hat die katholische Nachrichtenagentur Zenit, die von den konservativen Legionären Christi gestützt wird, ein auf Englisch geführtes Interview mit Kardinal Kasper veröffentlicht. Darin hat der Theologe seine schon häufiger vorgetragene Forderung wiederholt, den Bischofskonferenzen der verschiedenen Länder mehr Entscheidungsfreiheit bei regionalen Sonderproblemen zu gewähren.

In konservativen Kreisen kursieren nun allerdings verkürzte, irreführende Auszüge aus dem Gespräch, die den Eindruck erwecken sollen, Kardinal Kasper habe sich abfällig über die afrikanischen Synodenteilnehmer geäußert. "Sie sollen uns nicht zu sehr erklären, was wir zu tun haben", habe Kasper über die Afrikaner gesagt, berichtet etwa das deutschsprachige Portal kath.net. "Ich denke, dass wir am Ende eine gemeinsame Linie in der Kirche brauchen, allgemeine Kriterien, aber die Fragen in Afrika können wir nicht lösen."
Anstatt ihn zu kompromittieren, entlastet das Tondokument den Kardinal allerdings. Im Gesamtzusammenhang des in guter Qualität aufgezeichneten Gesprächs wird deutlich, dass Kasper lediglich auf die vielen kulturellen Unterschiede innerhalb der Weltkirche hinweist und als ein Beispiel die Lage in Afrika nennt. Sinngemäß heißt es, beide Seiten, Europäer wie Afrikaner, hätten jeweils eigene Probleme, die jeweils vor Ort am besten gelöst werden könnten.

Wörtlich sagt Kasper an der fraglichen Stelle: "Die lokalen Bischofskonferenzen müssen Raum haben, ihre eigenen Probleme zu lösen. Ich kann nicht für Afrika sprechen. Das ist nicht möglich. Aber sie sollen auch nicht zu sehr sagen, was wir tun sollen (lacht). So wäre es das Beste." (Englisch: "There must be space also for the local bishops' conferences to solve their problems. But I can't say for Africa. It's impossible. But they should not tell too much what we have to do. It's best.") Kasper war am Freitag zunächst nicht persönlich für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Welt >>

Kardinal Kasper und afrikanische Bischöfe!
Zenit hatte Kasper mit folgenden Aussagen zitiert: Afrikanische Bischöfe „sollen uns nicht zu sehr erklären, was wir zu tun haben“
Kath.net >>

Synode der Medien
Ja, es gibt eine Synode der Medien. Ja, es gibt Leute, die Aussagen entstellend in die Medien bringen. Die Übeltäter findet man aber nicht bei den üblichen Verdächtigen, sondern bei denen, sie sich normalerweise als Opfer böser Kampagnen sehen. Beispiel: Die Äußerungen von Kardinal Walter Kasper von Mitte der Woche.
Der Kardinal schildert das Ereignis, der Journalist, der das veröffentlicht hat, hat eine andere Version. Und auf diese Version baut er dann den unausgesprochenen Vorwurf auf, Kardinal Kasper habe sich rassistisch geäußert. Es geht um Werte und Kulturen, so viel ist unumstritten. Der Journalist und seine Helfershelfer haben dann so laut wie möglich „Skandal“ geschrien, schlicht um Kardinal Kasper zu schaden.
Blog von Pater Bernd Hagenkord SJ >>

Text-Transkription und Audio:
Statement on Cardinal Kasper Interview
Edward Pentin Blog >>

Dienstag, 28. Oktober 2014

Brief an die Bischöfe: Ihr habt mit Christus nichts zu tun!

Erik Flügge
Es war eine historische Chance für die Katholische Kirche, sich zu erneuern. Sie hat sie wie jede Chance seit 40 Jahren verpasst. Am Ende der Vatikansynode gab es keine Zweidrittelmehrheit für Respekt und Menschlichkeit. Es ist an der Zeit, dass wir aufhören zu schweigen!

Ich bin nicht irgendjemand, der über die Katholische Kirche schimpft. Ich bin ein Mitglied und um ehrlich zu sein, kein unbekanntes. In den meisten Diözesen Deutschlands gibt es Katholiken, die mich kennen. Sie haben mir zugehört, sie haben mit mir gearbeitet oder sich mit mir gestritten.
Auch bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Ich gehöre zu den jüngsten Menschen, die in den letzten 200 Jahren in der Konferenz gesprochen haben. Ich zähle zu denen, denen dort am längsten zugehört wurde. Der Vorsitzende der DBK honorierte das damals mit den Worten “das, was Sie hier gesagt haben, hat uns noch nie jemand gesagt, aber wie sie es uns gesagt haben, hat uns noch gar nie jemand etwas gesagt”. 

Ich habe wieder etwas zu sagen! 
Ich habe euch Bischöfen wieder etwas zu sagen: Ihr liegt falsch. Ihr liegt falsch, so falsch wie man nur liegen kann. Es gibt für euren Beschluss auf der Vatikansynode keine theologische Begründung. Ihr steht nicht in der Nachfolge Jesu. Ganz sicher nicht, denn ihr missachtet seine innerste und zentralste Geisteshaltung: Menschenfreundlichkeit.
Erinnert ihr die Bibelstelle, in der Jesus eine Steinigung verhindert? Er stellt sich schützend vor eine Ehebrecherin und fordert die Urteilenden auf “wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein”. Der größte Stein, den die Katholische Kirche werfen kann, ist der Ausschluss von der heiligen Kommunion. Sie wirft ihn auf alle Geschieden-Wiederverheirateten.
Ich weiß, dass die meisten von Euch für die Resolution gestimmt haben. Ich weiß, dass es nur wenige Stimmen waren, die fehlten. Aber das, was auf der Vatikansynode passierte ist symptomatisch für diese Kirche. Es fehlt immer und immerzu der Wille, sich zu erneuern. Es ist egal, wie ihr abgestimmt habt, denn in allen euren Diözesen verbreitet ihr Angst – unabhängig davon, ob ihr euch liberal oder konservativ nennt.

Nur die Angst der Mitglieder macht euch stark. 
Ich kenne hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche. Ich kenne tausende Mitglieder. Ich kenne Konservative und Liberale. Aber ich kenne niemanden, der Eure Position noch versteht. Der einzige Grund, warum ihr das nicht erfahrt, ist, weil ihr so viel Angst verbreitet, dass ihr es nicht gesagt bekommt.
Mir sagte mal ein enger Mitarbeiter von Kardinal Meißner “wir lügen den Kardinal jeden Tag an, weil er die Wahrheit über die Welt nicht überleben würde”. Mir berichtete jemand aus einer Social Media Beratung mit einem Bischof. Dessen einzige Frage war: “Kann man die Kommentarfunktion auf Facebook komplett abschalten?” – Als die Antwort nein lautete, war für ihn klar, dass man dieses Medium nicht nutzt.

Unseren Mut könnt ihr nicht überwinden. 
Es ist an der Zeit, die Angst zu beenden. Ich weiß wie mächtig ihr seid, aber eine Kirche, in der sich die Ehrenamtlichen nicht mehr engagieren, kann nicht überleben. Ihr seid abhängiger von uns Mitgliedern und von euren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als wir von euch und eurer Borniertheit.
Hören wir endlich auf, zu schweigen. Ich will nicht mehr nur von Kirchenfeinden lesen, dass die Bischöfe falsch liegen. Ich will es von allen hören, die es in der Kirche denken. Erst dann merken diese alten Männer, dass sie sehr einsam sind.

Warum ich nicht austrete? 
Ihr mögt hoffen, dass ich wie so viele andere aus der Katholischen Kirche austrete. Ihr nennt das eine “Bekennende Kirche”. Ja, als bekennend werde ich mich jederzeit bezeichnen. Ich bekenne, dass ich in der katholischen Jugendarbeit im BDKJ und in der KjG fast alles gelernt habe, was mich auszeichnet. Ich bekenne, dass ich an die Idee Jesu Christi von einer gerechten Welt glaube. Ich trete dennoch nicht aus, weil ich weiß, wie schwach ihr seid. Wir, die wir wahrhaftig eine menschenfreundliche Kirche wollen, sind in der Mehrheit. Wir müssen dieser Mehrheit nur endlich eine laute Stimme geben. – Dann erzittern eure Paläste.

Das Mindeste, was Du von Dir selbst erwarten kannst: Teile den Beitrag, wenn er Dir aus dem Herzen spricht. Besser noch: Schreib selbst!

Blog Erik Flügge



„Die Kirche darf nicht mehr so klammern“
Erik Flügge ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sinus-Institut in Berlin. Und er zeigt auf, wie die Kirchen sich verändern müssen, um im Konkurrenzkampf der Sinnangebote zu bestehen. Doris Brändle hat sich mit ihm unterhalten.

Ihr Institut teilt die deutsche Bevölkerung in zehn Milieus ein und hat unter anderem die religiösen Einstellungen der Deutschen erforscht. Haben Sie in allen Milieus gleichermaßen treue Kirchgänger gefunden?

Erik Flügge: Nein. Die Kirchgänger finden sich im Wesentlichen in vier, fünf Milieus: Im konservativ-etablierten Milieu und in der bürgerlichen Mitte existiert noch ein Wissen über die Bibel, man fühlt sich an die Kirche gebunden. Im traditionellen Milieu, zu dem viele Ältere gehören, herrscht eine starke Priester- und Pfarrerorientierung, Tradition und Rituale werden nicht in Frage gestellt. Im liberal-intellektuellen Milieu findet dagegen eine kritische Auseinandersetzung mit Religion und Kirche statt.
Weiterlesen in der Eßlinger Zeitung >>

Montag, 27. Oktober 2014

„Ein kleines Kreuz an einer Kette“

Hier kann man sehen, wie unterschiedlich Nachrichten sein können. Deshalb sind Begegnung und Dialog so wichtig, um zu erfahren, wie es wirklich zugeht. 

Keine Ahnung vom Rosenkranz
Die Bayern verstehen ihr Papst-Geschenk nicht
Ihre Audienz bei Franziskus haben die Bayern offensiv vermarktet. Blöd nur, wenn das religiöse Hintergrundwissen fehlt. Laut Verein schenkte der Papst jedem „ein kleines Kreuz an einer Kette“; gemeinhin nennt man das Rosenkranz. Und das war längst nicht der einzige Fehler.

Es müssen schon sehr aufregende 15 Minuten gewesen sein, die Papst Franziskus der siegreichen Mannschaft des FC Bayern München am frühen Mittwochmorgen widmete. Am Vorabend hatte das Team noch mit 7:1 im Champions League-Spiel über AS Roma triumphiert, und nun durfte es mit dem Präsidenten und allen Begleitern den fußballbegeisterten Papst Franziskus im Vatikan besuchen. Freilich fand das Treffen nicht im Apostolischen Palast statt, wie der Verein später meldete, sondern wie bei allen Anlässen dieser Art kurz vor der Generalaudienz im Empfangssaal der „Audienzhalle Paul VI“.

Verwirrend war offenbar für die bunt gemischte Mannschaft aus Bayern auch das Geschenk an jeden einzelnen gewesen. Laut Verein gab Franziskus „ein kleines Kreuz an einer Kette“ aus; gemeinhin nennt man das Rosenkranz. Inzwischen wurde der Fehler auf der Webseite des Vereins berichtigt.
Weiterlesen auf FAZ >>


FC Bayern beim Papst: „Wunderschönes Spiel“
Die Fußballprofis des FC Bayern wurden am Mittwochvormittag - am Tag nach ihrem 7:1-Sieg gegen AS Roma - im Vatikan von Papst Franziskus empfangen. Der Pontifex gratulierte ihnen zu einem „wunderschönen Spiel“.
Religion.orf.at >>

Papst Franziskus empfängt FC Bayern
Video auf FCB.tv >>

Der FC Bayern zu Besuch bei Papst Franziskus
Sie hätten allen Grund gehabt, auszuschlafen. Aber keine elf Stunden nach der 7:1-Gala beim AS Rom waren die Bayern schon wieder im Einsatz. Fein gekleidet in ihren Klubanzügen verließen sie das Mannschaftshotel und machten sich auf den Weg zum Vatikan. Dort erlebten sie am Mittwochmorgen das nächste Highlight ihres Aufenthalts in der Ewigen Stadt: eine Privataudienz bei Papst Franziskus.
FC Bayern.de >>

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Sonntag, 26. Oktober 2014

Einfach reden

Meditation

Einfach reden,
statt sich hinter vielen Worten zu verstecken.
Einfach denken,
statt sich in Gedankenspielereien zu verlieren.
Einfach zuhören,
statt schon Antworten parat zu haben.
Einfach mitfühlen,
statt sich mit einem Panzer zu schützen.
Einfach zärtlich sein,
statt damit Absichten zu verbinden.
Einfach treu sein,
statt eine Gegenleistung zu erwarten.
Einfach vertrauen,
statt ständig Beweise zu fordern.
Einfach glauben,
statt Sicherheiten auszubauen.
Einfach beten,
statt alles von sich selber zu erwarten.

Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten,
Herder-Verlag, Fr. i. Br., 2004, 215.

Freitag, 24. Oktober 2014

Meine Synoden-Bilanz

von Regina Polak am 20. Oktober 2014 

Ein neuer Stil, eine neue Sprache - aber eine inhaltliche Enttäuschung. Gedanken zur Familiensynode.

Die beiden vergangenen Wochen waren ungemein spannend und ich bin aus dem Staunen nicht herausgekommen. Da riskiert ein Papst eine für die Kirchenleitung völlig ungewohnte Synodengestaltung und vertraut offenbar, gut jesuitisch, dem Austausch der Argumente, und dass sich dadurch die dringlich anstehenden pastoralen Fragen in Theorie und Praxis besser beantworten lassen. Nicht nur das, die Diversität der Argumente, die inneren Konflikte dürfen öffentlich werden und damit auch die inneren Konflikte der Kirchenleitung, auch die Unterschiede und Konflikte zwischen den verschiedenen Kontinenten. Er selbst hält sich, diesen Eindruck erweckt zumindest die mediale Berichterstattung, in diesem Prozess weitgehend zurück und hört zu.

Auch eine ungewohnte Sprache wird ab und an hörbar: nicht nur die ängstlich-mahnende, bremsend-restriktive, die primär Probleme und Gefahren sieht, sondern auch eine Sprache, die das Gute, das Hoffnungsgebende benennt, die von der Wirklichkeit ausgeht und deren Potentiale benennt (z.B. in der Treue so mancher gleichgeschlechtlicher Paare). Laien dürfen von ihren Erfahrungen erzählen. Es erscheint ein Zwischenbericht, der Hoffnung gibt. Und dann erscheint ein Endbericht, in dem die Mehrheit der Kardinäle und Bischöfe Veränderungen offenbar derzeit nicht zustimmen kann (Wortlaut).

Als Katholikin und Theologin ist der Prozess für mich zunächst als solcher durchaus erstaunlich. Dass die Kirchenleitung so agieren kann, hätte ich mir nicht erwartet. Sie kommt im 21. Jahrhundert an, wenn es möglich wird, dass die innere Diversität der Kirche, die ja an sich gut katholisch ist, sichtbar werden darf, auch öffentlich. Und um bei der Suche nach deiner wahren und guten Entscheidung muss diese Verschiedenheit zunächst einmal thematisiert werden. Das ist mutig und unabdingbar.

Widerspruch zum Konzil
Inhaltlich bin ich freilich wenig glücklich. Die Gegenwart und ihre Entwicklungen wurden zwar zum Ausgangspunkt der Synode – aber nicht in ihrer theologischen Würde anerkannt. Genau besehen widerspricht dies "Gaudium et Spes", das mit dem Begriff der "Zeichen der Zeit" eine theologische Kategorie einführt, die die Gegenwart zu einer Quelle der Glaubenserkenntnis werden lässt. "Zeichen der Zeit" bedeutet ja, dass die Gegenwart im Lichte des Evangeliums zu deuten ist – ein Vorgang, den aber bereits Karl Rahner in seiner "Unheimlichkeit" erkannt hat, wird damit doch nichts anderes gesagt, dass es eine Dimension der Offenbarung Gottes gibt, die nicht im depositum fidei eines traditionellen Offenbarungsverständnisses vorfindbar ist und daher einer eigenen, neuen theologischen Methode bedarf, um diese zu erkennen.

Die Mehrheit der Synodenmänner kann diese anstehende Deutung der "Zeichen der Zeit" vorläufig nur mit einem Schwerpunkt auf die Defizite der Gegenwart erbringen. Dies lässt mich nicht nur nach der Ausbildung von Theologen und Amtsträgern fragen, es verweist auch auf eine jahrhundertealte defizitorientierte Organisationskultur, die offenbar nicht so einfach zu verändern ist. Innerkirchlich ist es aber schon ein Fortschritt, dass überhaupt einmal Argumente ausgetauscht werden und riskiert wird, offen und frei zu sprechen.

Schmerzhafte Ungleichzeitigkeiten
Als Zeitgenossin, die ich auch bin, erlebe ich allerdings schmerzhafte Ungleichzeitigkeiten. Freilich finde ich den Prozess selbst unter einer organisationsentwicklerischen Perspektive sehr gelungen. Aber ich mache mir große Sorgen, insbesondere um die Kirche in Europa.

Für viele Menschen, die ich kenne und schätze, innerhalb der Kirche und (noch) an den Entwicklungen der Kirche interessiert, ist allein die Frage, ob die Kirche offen ist für alle, ob man gleichgeschlechtlich orientierte Menschen "toleriert", ob wiederverheiratete Geschiedene an den Sakramenten der Kirche teilhaben dürfen, mindestens anachronistisch und schlichtweg aus deren Ethos nicht mehr nachvollziehbar. Und das nicht aus Libertinage oder Relativismus, sondern aufgrund eines humanem Ethos, das nie im Gegensatz zum christlichen stehen kann.

Der Verweis auf die Ungleichzeitigkeit der Entwicklungen in anderen Kontinenten hilft da nur begrenzt, auch die ekklesiologisch korrekte Ansicht, in der Kirche müssen alle, auch die Konservativen, ihren Platz haben können und neue Wege mitgehen können, ist zwar wahr: Aber was, wenn die Ergebnisse theologisch nicht wirklich passen?

Schöpfungstheologisch wirkt Gott sein Heil auch außerhalb der Kirche, daher müssen Spuren davon auch in den konkreten Lebenssituationen von Menschen zu finden sein. Dies hat die Kirche in ihr Lehramt zu integrieren. Was, wenn die Kirche Europa aufgibt, weil viele in der Kirchenleitung Europa für gottlos und verweltlicht halten? Viele dieser Menschen werden die Kirchen endgültig verlassen: Sie wollen weder als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden noch einer Institution angehören, die Menschen moralisch kategorisiert. Auch dies muss die Kirchenleitung einst verantworten.

Bedrohliche Situation
So sehe ich mich also mit einer Vielzahl an Ungleichzeitigkeiten und Widersprüchen konfrontiert. Das wäre an sich auch kein Problem – aber angesichts der Lage der Kirche in Europa ist diese Situation in meinen Augen bedrohlich.

So hoffe ich, dass bis zur nächsten Synode, auf der dann ja erst Beschlüsse gefällt werden, der Geist wirkt: dass die Bischofskonferenzen sich mit den Gläubigen ihrer Diözesen mit den Ergebnissen und Argumenten weiter intensiv auseinandersetzen und durch Nachdenklichkeit und Abwägen bis dahin der eingeläutete Prozess weitergeht. Und, gut jesuitisch, dass es bei der nächsten Synode nicht um Durchsetzung von jeweiligen Eigeninteressen geht, sondern um die Kraft der Argumente. Dabei ist jede Mehrheit verpflichtet, immer auch auf die Argumente der Minderheit zu hören und diese zu bedenken.
Quelle: katholisch.at 


Synode: Reaktionen „vorsichtig positiv“
Eine katholische Theologin, katholische Organisationen und österreichische Bischöfe, äußerten sich teils positiv, teils kritisch zu der am Sonntag zu Ende gegangenen Sondersynode zu Familie und Ehe im Vatikan.
Religion.orf.at >>


Ravasi verteidigt Schlussdokument der Synode
Der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, lädt zu einer genauen Lektüre des Schlussdokuments der Bischofssynode.
Radio Vatikan >>