Freitag, 27. März 2015

„Rom muss den Bischof verklagen“

Teich für Koifische im Innenhof des Limburger Bischofssitzes
„Rom muss den Bischof verklagen“
Der ehemalige Bischof Tebartz-van Elst hat dem Bistum Limburg finanziell geschadet – dafür müsse er sich verantworten, sagt Weihbischof Manfred Grothe, der im Auftrag des Papstes das Bistum leitet. Einen Verabschiedung Tebartz-van Elst aus der Diözese hält er für wünschenswert.
Interview in der Frankfurter Rundschau >>

Kommentare:

Rom prüft den Fall Tebartz-van Elst
Kann der Bischof für den Luxusbau in Limburg belangt werden? Das prüft die Kurie in Rom. Aber auch im Bistum ist noch einiges ungewiss: Nach wie vor ist offen, wann ein neuer Bischof gewählt wird.
FAZ >>

Diözese Limburg: Tebartz an Finanzdebakel schuld
Die Diözese Limburg macht ihren früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst für die Vermögensschäden verantwortlich, die mit der Errichtung des rund 31 Mio. Euro teuren Bischofssitzes entstanden sind.
Das habe ein Gutachten eines Kirchenrechtlers ergeben, teilte der Limburger Apostolische Administrator Manfred Grothe laut Kathpress der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstag-Ausgabe) mit. Das Gutachten habe ergeben, „dass der Bischof als Letztverantwortlicher in der Verwaltung und der Vermögensverwaltung Entscheidungen getroffen hat, die zu Vermögensschäden geführt haben“, präzisierte Grothe.
Religion.orf.at >>

Streit um Tebartz-Bau:
Die "Unterwelt" am Limburger Domberg
Ein Jahr nach dem Abgang von Tebartz-van Elst entbrennt im Bistum Limburg neuer Streit um seine Bischofswohnung. Ein früherer Caritas-Leiter will den 31 Millionen Euro teuren Bau nun in einen Ort der Auseinandersetzung verwandeln.
Spiegel-Onine >>

Limburg nach Tebartz-van Elst
Im Tiefflug unter römischem Radar
Vor einem Jahr wurde Franz-Peter Tebartz-van Elst von Limburg nach Rom beordert. Heute bemüht sich das Bistum um eine Rückkehr zur Normalität. Schwierig, denn das Bischofshaus mit seinem Luxus-Interieur steht wie ein Mahnmal in der Stadt.
Mitteldeutsche Zeitung >>

Donnerstag, 26. März 2015

Der Papst gegen die Kurie

Mit der Wahl von Papst Franziskus vor zwei Jahren kamen in der katholischen Kirche Hoffnungen auf Reformen auf. Tatsächlich hat er die Kurie mit scharfen Worten kritisiert, sie sei zum Teil raffgierig und geistig versteinert. Doch es gibt großen Widerstand gegen ihn.
Deutschlandradio-Kultur >>


Interview mit Gerhard Ludwig Kardinal Müller
"Es gibt kein Argument gegen den Zölibat"
Gerhard Ludwig Kardinal Müller ist als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre einer der wichtigsten "Minister" des Papstes. Viele sehen in dem einerseits sozialkritischen, andererseits traditionalistischen deutschen Theologieprofessor einen mächtigen Anführer gegen diejenigen in der Römischen Weltkirche, die sich vom Pontifikat Franziskus' grundlegende kirchliche Erneuerung wünschen.
rp-online >>

Mittwoch, 25. März 2015

Katholische Verbände fordern Überdenken der kirchlichen Haltung zur Verhütung

AKV-Präsident Helmut Kukacka
AKV appelliert: Familiensynode soll die Fragen von Humane Vitae neu diskutieren
Kukacka: Rigorose Beschränkung der Sexualität auf die Regeln von "Humanae Vitae" wird von den Gläubigen und der Gesellschaft nicht mehr verstanden.

Wien (OTS) - Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV) folgt dem Aufruf von Papst Franziskus, sich an der Vorbereitung der XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" zu beteiligen. Die Mitgliedsverbände der AKV haben sich mit den pastoralen Herausforderungen für die Kirche im Umgang mit der gesellschaftlichen Situation von Ehe und Familie intensiv beschäftigt und können daher die Beantwortung des Fragenkatalogs zu den Lineamenta (Vatikanfragebogen zur Familiensynode) durch den Katholischen Laienrat Österreichs mittragen und unterstützen.

Dabei ist es, wie AKV-Präsident Helmut Kukacka feststellt, der AKV ein besonderes Anliegen im speziellen noch einmal auf die Fragen einzugehen, die sich mit der Sexualität von jungen Menschen und Eheleuten beschäftigen. Eine von der Generalversammlung der AKV am 18. März 2015 einstimmig beschlossene Resolution hat dazu folgende Feststellungen getroffen.

Kukacka: "Die AKV sieht die rigorose Beschränkung der Sexualität auf die strenge Haltung von "Humanae Vitae" nach fast fünfzig Jahren Erfahrung als problematisch und nicht mehr zeitgemäß an". Wie Kukacka dazu feststellt, mache die medizinische Entwicklung und die veränderte Einstellung der Gesellschaft, aber auch der Gläubigen, eine Präzisierung erfor-derlich. Denn die von der Kirche empfohlenen sogenannten "natürlichen Methoden" der Ver-hütung würden heute nur noch wenig berücksichtigt und verstanden.

Die AKV tritt nachdrücklich dafür ein, sehr viel klarer zwischen jenen Methoden und Mitteln zu unterscheiden, die eine Empfängnis verhindern (z.B. Antibabypille) und jenen, die zur Beendigung bereits empfangenen Lebens führen. Hier sind besonders die verschiedenen Versionen der sogenannten "Pille danach" zu nennen. Kukacka: "Wir lehnen daher alle le-bensbeendenden Mittel und Methoden strikt ab, hingegen sollte eine vom geprüften Gewissen getragene Verwendung künstlicher Methoden oder medikamentöser Mittel zur Verhütung akzeptiert werden". Die AKV setzt sich für eine verantwortet Elternschaft ein, wonach die Eltern entsprechend der Familiensituation in ihrem Gewissen über Zeitpunkt und Anzahl der Kinder selbst entscheiden müssen. Grundsätzlich müsse das eheliche Leben offen sein für Kinder, aber das muss nicht für jeden sexuellen Akt gelten.

Die AKV will mit dieser Stellungnahme bewusst an der vom Konzil im Dokument "Gaudium et Spes" formulierten Verantwortung der Eltern für die Kinder anknüpfen und für eine zeitge-mäße Sicht auf die von Gott geschenkte Sexualität eintreten.
OTS/APA >>


Katholische Verbände wollen Sexualmoral neu diskutieren
AKV-Präsident Kukacka im Blick auf Familiensynode im Herbst: Klare Trennung von Empfängnisverhütung und lebensbeendenden Mitteln und Methoden erforderlich
Kathpress >>

Rückmeldungen und Stellungnahmen zum Familienfragebogen 2015


Bistum Münster veröffentlicht Rückmeldungen auf die Umfrage in Vorbereitung der Familiensynode
Die Katholiken im Bistum Münster wünschen sich eine Kirche, die barmherzig und liebevoll auf alle Menschen zugeht, unabhängig davon, in welchen Familiensituationen oder Beziehungs-Formen sie leben.
Bistum Münster >>
Zusammenstellung der Antworten aus dem Bistum Münster >>


Kritik am Stil des Vatikan-Fragenbogens
Grundsätzlich werden der „schwer verständliche Sprachstil und die Komplexität der Fragestellung“ des Vatikan-Fragebogens kritisiert. Diese habe die Beantwortung nicht nur erschwert, „sondern selbst bei wohlmeinenden Katholiken z.T. Anlass gegeben, die gute Absicht einer breiten Befragung in Frage zu stellen“.
Quelle: Bistum Essen >>
Die vollständige Zusammenfassung der Antworten zum zweiten Vatikan-Fragebogen im Bistums Essen.




Kaum Beteiligung – Fragen zu komplex
Kritik am Vatikan-Fragebogen zur Familiensynode
Schwer verständliche Sprache, theologische Begriffe – mit diesen Worten kritisieren mehrere Bistümer den Fragebogen des Vatikans zur Vorbereitung der zweiten Familiensynode. domradio.de hat mit Dr. Michael Dörnemann vom Bistum Essen gesprochen.
Domradio.de >>

 

Katholische Verbände wollen Sexualmoral neu diskutieren
AKV-Präsident Kukacka im Blick auf Familiensynode im Herbst: Klare Trennung von Empfängnisverhütung und lebensbeendenden Mitteln und Methoden erforderlich
Kathpress >>


Linzer Pastoralrat: Wiederverheiratete zu Sakramenten zulassen
Größtes Beratungsgremium der Diözese Linz empfiehlt mit Blick auf Familiensynode theologische und pastorale Weiterentwicklung des Ehesakraments und Akzeptanz von Personen mit homosexueller Orientierung
Kathpress >>


„Wir sind Kirche“ an die Bischöfe:
Wo bleiben eure kühnen Vorschläge?
Plattform "Wir-sind-Kirche.at" >> 





Entfaltung des Lebens in Würde statt rigorosem Gesetzesvollzug
Stellungnahme vom Netzwerk: zeitgemäß glauben >>


Deutsche Ordensobere für anderen Umgang mit Geschiedenen
Bonn (KAP/KNA) Mehr Barmherzigkeit im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und einen anderen Umgang mit dem Scheitern menschlicher Lebensentwürfe wünschen sich die katholischen Orden in Deutschland von der Kirche. In einer am Montag in Bonn veröffentlichten Stellungnahme zur kommenden Weltfamiliensynode im Vatikan erklärte die Deutsche Ordensoberenkonferenz (DOK), auch in einer zweiten Zivilehe lebenden Katholiken sollte unter bestimmten Voraussetzungen der Zugang zu den Sakramenten wieder ermöglicht werden.
Generell sprechen sich die Vertreter der Männer- und Frauenorden dafür aus, in Fragen von Sexualität, Partnerschaft und Ehe das Gewissen der Katholiken stärker zu achten und ihnen mehr Vertrauen entgegenzubringen. "Gläubige aus dem Kernbereich der Gemeinden bitten auch ganz ausdrücklich die Verantwortlichen unserer Kirche, ihnen doch mehr Vertrauen entgegenzubringen", heißt es. "Sie wünschen durchaus eine Unterstützung der Gewissensbildung und Hilfen zur Entscheidungsfindung. Sie kritisieren aber auch, dass manche Seelsorger versuchen, ihnen sehr stark in ihre Gewissensentscheidungen hineinzuwirken."
Kathpress >> 

Dienstag, 24. März 2015

„Kleriker müssen vom hohen Ross steigen“

Im Gespräch mit der KirchenZeitung erzählt Pfarrer Franz Schobesberger, warum er die ablehnende Haltung des Vatikans in Bezug auf die Priesterweihe von Frauen kritisiert.

Die Versorgung mit Priestern ist am Zusammenbrechen, sagt Propst Johannes Holzinger im ­Interview mit der KirchenZeitung. Ein Befund, den Sie teilen?
Franz Schobesberger: Die Befürchtung habe ich schon lange. Dass der Zusammenbruch nun so schnell geht, war auch klar. Die großen, starken Priester-Jahrgänge meiner Generation, die sind bald so weit, dass sie in die Ewigkeit gehen.

Sie pflegen Kontakte zu Dutzenden Gemeinden in Afrika und Asien, die Sie über Ihren Hilfsfonds finanziell unterstützen. Gibt es Ihrer Einschätzung nach dort genügend Priester?

Schobesberger: Nein. Den Priestermangel gibt es in Afrika und Asien weit mehr als bei uns. In Afrika kenne ich Priester, die Pfarren mit 30 und mehr Außenstationen zu betreuen haben. Dort können sie dann nur ein paar Mal im Jahr vor Ort sein. Ich finde es problematisch, dass viele afrikanische Priester zu uns geholt werden, vorwiegend nur, um das bestehende System aufrechtzuerhalten, wo sie doch in ihrer Heimat Arbeit bis über beide Ohren haben.

In einem Ihrer jüngeren Pfarrbriefe kritisieren Sie die ablehnende Haltung des Vatikans in Bezug auf die Weihe von Frauen zu Priesterinnen.

Schobesberger: Wenn der Vatikan sagt, die Kirche habe keine Ermächtigung durch Jesus, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, stimmt das so nicht. Jesus hat dazu einfach nichts gesagt – und das ist weder ein Verbot noch ein Gebot. Es ist auch keine Glaubensfrage, sondern eine Frage der amtlichen Strukturen in der Kirche, die nur teilweise auf Jesus zurückgehen, aber größtenteils von der Kirche selbst eingerichtet wurden.

Wie war das für Sie, als Sie jung waren? Wie sind Sie damals zur Weihe von Frauen gestanden?

Schobesberger: Zu dieser Zeit war es überhaupt noch keine Frage. Das hat sich erst später ergeben, dass ich über die Weihe von Frauen zu Priesterinnen nachgedacht habe. Hinsichtlich der Weihe von Frauen habe ich aber eine sehr vielschichtige Ansicht und bin kein reiner Befürworter.

Was heißt das konkret?

Schobesberger: Grundsätzlich wäre als Erstes zu beachten, ob es dem Wesen der Frau und der von Gott in sie gelegten Berufung entspricht. Dann wären die sehr verschiedenen Voraussetzungen in den weltweiten Kulturen und die Folgen für die Ökumene, besonders bezüglich der Ostkirchen, zu berücksichtigen.
Wenn man die Weihe von Frauen jetzt durchführen würde, gäbe das eine Kirchenspaltung in der Größe der Reformation. Priesterinnen kann es nicht von heute auf morgen geben.  

Und das Diakonen-Amt für Frauen zu öffnen: Das würde einfacher umzusetzen sein?

Schobesberger: Überhaupt kein Problem, Diakoninnen hat es schon gegeben, die könnten sofort kommen. Vor allen Überlegungen in Amtsfragen sollte man aber endlich das gemeinsame Priestertum aller Getauften ernst nehmen. Das II. Vaticanum sagte, dass alle Getauften zu Priestern geweiht sind, also priesterliche Dienste erfüllen können.

Was erschwert die Einführung der Weihe von Frauen zu Priesterinnen?

Schobesberger: Die Weihe sollte, wenn grundsätzlich nichts dagegenspricht, möglich sein, aber nicht auf der gewohnten Ebene des Klerus. Bevor man Frauen zu Mitgliedern des Klerus macht, müssen die männlichen Kleriker vom hohen Ross heruntersteigen. Auf ebener Erde wird es kaum ein Problem sein, wenn zu den männlichen Priestern weibliche Priesterinnen kommen. Wenn es eine Machtangelegenheit ist, wird es gefährlich. Meines Erachtens ist die den Vorgaben Jesu widersprechende klerikale Entwicklung der Kirche ab dem 1. Jahrhundert eine Fehlentwicklung. Nicht der priesterliche Dienst, aber der Klerikalismus – und der sollte keine Erweiterung erfahren. 

Ein Argument von Gegnern der Weihe von ­Frauen ist, dass Jesus eben ein Mann war, Priester Stellvertreter Christi sind und einfach Männer sein müssen.
Schobesberger: Das scheint mir eine ideologische Festlegung zu sein, damit man nichts anderes mehr zu denken braucht. Aber in der Heiligen Schrift ist nicht von der Mannwerdung Gottes, sondern von der Menschwerdung zu lesen. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, steht in der Bibel. Jesus kann von Männern und Frauen vergegenwärtigt werden.

Trauen Sie Frauen zu, Priesterinnen zu sein, wenn Sie an konkrete Menschen in der katholischen Kirche denken?

Schobesberger: Ich habe schon mit einigen Frauen zu tun gehabt, die wären gut geeignet für dieses Amt. Von der Spiritualität oder dem Können her hätte ich keinerlei Bedenken.

Viele, die sich mehr Gleichberechtigung in der Kirche wünschen, wollen nicht mehr länger warten. Müssten sie einfach geduldiger sein?

Schobesberger: Mit geduldig sein allein wird sich nichts ändern. Nur zuwarten, bis der Heilige Geist allein etwas tut, da warten sie umsonst. Der Heilige Geist wird nur etwas gemeinsam mit den Menschen bewirken.
Anderseits: Mit Revolutionen erzeugt man keinen positiven Weg, nur einen Bruch. Man müsste einen Weg finden, auf dem man mit Nachdruck richtig Erkanntes mit Blick auf das Ganze verwirklicht.    

Sollen Priesterinnen eigentlich zölibatär leben?
Schobesberger: Die Frage, ob Priester zölibatär oder verheiratet leben, ist auf der Männerseite noch nicht gelöst. Man wird sich zuerst einmal hier und für den Fall einer Weihe von Frauen auch für diese dazu ernsthaft Gedanken machen müssen.

Was halten Sie von verheirateten Männern als Priester?

Schobesberger: Der verpflichtende Zölibat ist mit Sicherheit keine verbindliche Vorgabe Jesu. Die Zwangsverbindung der beiden selbstständigen Charismen Ehelosigkeit und Priestertum müsste gelöst werden, denn so, wie es jetzt ist, ist es nicht ehrlich. Der Heilige Geist teilt Charismen zu, wie er will, nicht wie es das Kirchenrecht bestimmt. Unter den Jugendlichen, etwa bei den Jugendseminaren war eine ganze Reihe dabei, die wären heute Priester, wenn der Zölibat nicht gewesen wäre. Die sind Pastoralassistenten geworden, machen gute Arbeit. Sie wollten eben auch eine Familie haben.

Sie haben als Priester viele Jahre mehrere Pfarren betreut. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?
Schobesberger: Eine persönliche Seelsorge ist, wenn man für drei Pfarren zuständig und manchmal zusätzlich Dechant ist, nur noch schwer möglich.

Was haben Sie als schwierig erlebt?

Schobesberger: Seelsorge lebt vom Hören auf den Geist und die Menschen und von der freien Kreativität. Das Muss zur Erfüllung von verschiedensten Verpflichtungen würgt diese aber nicht selten ab. Das Wesentliche wäre die frei schaffende spirituelle Arbeit.

Das ist es, was Ihnen Freude macht am Priestersein?
Schobesberger: Ja, in einer vom Geist inspirierten Tätigkeit auf allen Ebenen die Menschen für ein Leben mit Christus gewinnen, sie für ein Leben aus dem Geist im Alltag begeistern und befähigen. Das Modell Jesu für seine Gemeinde war Freundschaft. So habe ich von Anfang an versucht, auf diesem Weg zu leben und zu arbeiten, und das war die Grundlage für ein erfülltes Leben und eine erfolgreiche Arbeit.
Es erfüllt mit Freude und Dankbarkeit, sich von einem fast weltweiten großen Freundeskreis im Gebet und gegenseitigen Austausch getragen zu wissen.

Würden Sie heute – wenn Sie sich nochmals entscheiden könnten – auch wieder Priester werden?

Schobesberger: Ich habe die Berufung, die ich als Dreizehnjähriger völlig unerwartet wie eine Liebeserklärung erlebte, zeitlebens als eines der besten und wertvollsten Geschenke Gottes angesehen.
Sie hat mir, obwohl ich  dieser Liebeserklärung oft nicht entsprochen habe, ein erfülltes Leben ermöglicht, in dem ich alle meine Talente und Charismen einsetzen und – wie schon gesagt – einen fast weltweiten Freundeskreis gewinnen konnte.

Montag, 23. März 2015

Bistum Essen mit Kritik an der Sprache des Vatikan-Fragebogens


Diözese legt Stellungnahme für die Familiensynode im Herbst vor

Deutliche Kritik an der Sprache, aber auch klare Vorschläge und Wünsche für die künftige Ehe- und Familienpastoral – auf acht Seiten hat das Bistum Essen jetzt die Antworten aus dem Ruhrbistum auf den zweiten Vatikan-Fragebogen zur Vorbereitung der Familiensynode im Herbst zusammengestellt. Ein barmherziger Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, eine neue Position der Kirche zur Empfängnisverhütung, eine Stärkung christlicher Ehepaare und eine Segnungsfeier für homosexuelle Paare lauten einige der Vorschläge, die beim großen Bischofstreffen im Oktober auf die Agenda kommen sollten. Das Bistum hatte den Vatikan-Fragebogen auf seiner Internetseite veröffentlicht. Nun hat die Diözese eine Zusammenfassung der Antworten von Einzelpersonen und Stellungnahmen von Gremien wie dem Priester- und dem Diözesanrat – dem höchsten Laiengremium in Ruhrbistum – zur Weiterleitung nach Rom an die Deutsche Bischofskonferenz geschickt. Ebenso wie die Antworten zum ersten Vatikanfragebogen im vergangenen Jahr sind die aktuellen Ergebnisse nicht repräsentativ, wollen aber vor allem durch ihre inhaltliche Tiefe und konkrete Anregungen einen Beitrag für die Diskussionen in Rom liefern.
„Perspektive des Heilens“ statt Fixierung aufs Kirchenrecht
So geht das Dokument ausführlich auf die Situation von Geschiedenen ein. Es gehe nicht darum, die kirchliche Lehre zu relativieren, heißt es. Aber die Kirche „muss wieder eine barmherzige, zuhörende, zugewandte Kirche werden, die Schwache und Verletzte nicht ausschließt.“ Dies betreffe „auch kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, deren Ehe gescheitert ist“. Konkret fordert das Dokument, die Diskussionen über einen Sakramentenempfang Wiederverheirateter Geschiedener nicht aus der „Perspektive einer kirchenrechtlichen Sanktion“, sondern aus einer „Perspektive des Heilens“ zu führen. Unter anderem sollen „Möglichkeiten der Versöhnung“ geschaffen werden, die auch Wiederverheirateten Geschiedenen den Weg zum Kommunionempfang ebnen.
Mit Blick auf das Thema Empfängnisverhütung ergab der Vatikan-Fragebogen, dass „die Plausibilität der kirchlichen Lehre fast gar nicht zu vermitteln ist“, heißt es in der Antwort. Hier scheine eine Öffnung der kirchlichen Aussagen „auf andere moraltheologische Positionen dringend erforderlich“.

Segnung homosexueller Paare als Zeichen der Gerechtigkeit
Zudem wird in den Antworten für einen „Ritus der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren“ plädiert. Es habe auch einzelne Voten gegen eine solche Segnung gegeben. Dennoch erscheine ein solcher Schritt folgerichtig und glaubwürdig angesichts der immer wieder aufgestellten kirchlichen Forderung nach einer „Nichtdiskriminierung“ homosexueller Menschen, heißt es in dem Dokument. Eine Segnung homosexueller Paare „würde als ein Zeichen der Gerechtigkeit verstanden und würde nicht die Grundaussage aufweichen, dass die Ehe von Frau und Mann wegen ihrer Ausrichtung auf die Nachkommenschaft eine besondere Bedeutung hat und somit in besonderer Weise zu schützen ist“, wird betont.

Stärke und Beistand für christliche Familien
Auch im konkreten Umgang mit Familien in den Gemeinden und Pfarreien vor Ort sieht die Antwort des Ruhrbistums auf den Vatikan-Fragebogen deutliches Verbesserungspotenzial. Die Familienpastoral solle weniger Erwartungen formulieren, als zunächst Stärke und Begleitung für Familien anbieten, die ihr Leben bewusst in Beziehung zur Botschaft Jesu stellen. Viel stärker als bislang sollten sich die Gemeinden und Pfarreien zum Beispiel mit besonderen Segensfeiern darauf einstellen, dass das Zusammenleben vor der Eheschließung in Deutschland inzwischen die Regel ist. Als besonders hilfreich in der Arbeit mit Familien stellt das Antwort-Dokument des Bistums die Arbeit verheirateter Diakone heraus, die „Zeugnis und Beispiel aus dem persönlichen Lebensumfeld geben können“.

Kritik am Stil des Vatikan-Fragenbogens
Grundsätzlich werden der „schwer verständliche Sprachstil und die Komplexität der Fragestellung“ des Vatikan-Fragebogens kritisiert. Diese habe die Beantwortung nicht nur erschwert, „sondern selbst bei wohlmeinenden Katholiken z.T. Anlass gegeben, die gute Absicht einer breiten Befragung in Frage zu stellen“. (tr)
Quelle: Bistum Essen >>
Die vollständige Zusammenfassung der Antworten zum zweiten Vatikan-Fragebogen im Bistums Essen.


Kaum Beteiligung – Fragen zu komplex
Kritik am Vatikan-Fragebogen zur Familiensynode
Schwer verständliche Sprache, theologische Begriffe – mit diesen Worten kritisieren mehrere Bistümer den Fragebogen des Vatikans zur Vorbereitung der zweiten Familiensynode. domradio.de hat mit Dr. Michael Dörnemann vom Bistum Essen gesprochen.
Domradio.de >>


Ruhrbistum kritisiert Vatikan scharf
Essen. Scheidung, Pille, Homosexualität – die Kirche soll sich in Familienfragen bewegen, steht in der siebenseitigen Stellungnahme des Ruhrbistums. Der Vatikan versucht, mit einem Fragebogen die Haltung der katholischen Basis zu ergründen. Allerdings haben nur 14 Gläubige den Bogen ausgefüllt.
WAZ.de >>

Freitag, 20. März 2015

Kretschmann fordert Meinungsfreiheit in der Kirche

Die katholische Kirche sei von Angst regiert, beklagt der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann in der ZEIT. Besonders das Kondom-Dogma hält er für weltfremd und überflüssig.
Zeit-Online >>


"Ich habe zu eng geglaubt"
Winfried Kretschmann, grüner Ministerpräsident und bekennender Katholik, war einst bei einer kommunistischen Sekte. Jetzt liest er seine Radikalenerlass-Akte – und ist erschrocken. Ein Gespräch über Verblendung.
Zeit-Online >>