Freitag, 27. Februar 2015

Abt Meyer: «Dann gewinnt die Scheinheiligkeit in unserer Kirche»

Der Streit um die Segnung eines lesbischen Paares in Bürglen (UR) offenbart Gräben innerhalb der katholischen Kirche. Der Engelberger Abt Christian Meyer greift den Churer Bischof Vitus Huonder in der «Rundschau» frontal an. 

Weil er ein lesbisches Paar gesegnet hat, soll Pfarrer Wendelin Bucheli seine Gemeinde in Bürglen (UR) verlassen. So will es der Churer Bischof Vitus Huonder. Nachdem sich bereits die Menschen in Bürglen hinter ihren Pfarrer gestellt hatten, bekommt dieser nun weitere Rückendeckung. Bischof Huonder muss heftige Kritik aus den eigenen Reihen einstecken.
In der «Rundschau» griff der Engelberger Abt Christian Meyer Huonder frontal an: «Es ist für mich nicht akzeptabel, wie man mit einem Seelsorger, der gute Arbeit geleistet hat, umgeht und ihm wie im Fussball einen Tritt gibt. Das hat mir den Deckel gelupft.»
 
Die Kommunikation des Bistums Chur bezeichnet Meyer als peinlich und lächerlich. Bischof Huonders Sprecher Giuseppe Garcia hatte in einem Interview gesagt, die Lesben-Segnung habe über die Landesgrenzen hinaus Aufsehen erregt und bei vielen Gläubigen Ärgernis ausgelöst. Wäre dies ein Kriterium, hätte Huonder bereits mehrfach zurücktreten müssen, meint Meyer: «Mit seinen Hirtenschreiben und Personalentscheiden hat er selbst Ärgernis über die Landesgrenzen hinaus ausgelöst, das ist ganz klar.»
Kirchenrechtlich sei die Segnung eines lesbischen Paares tatsächlich nicht zugelassen, räumt der Abt des Benediktinerklosters von Engelberg ein. «Es gibt aber auch das Kirchenrecht, das vom Seelenheil redet, wo ein Seelsorger auch über das Gesetz hinausgehen darf.» Er selbst habe schon homosexuelle Paare auf einem Weg begleitet und gesegnet.

 Im Bezug auf das Bild von homosexuellen Menschen müsse ein Wandel stattfinden, fordert Meyer: «Wir stellen uns vor, Homosexuelle liegen den ganzen Tag im Bett und machen irgendwas miteinander».
Für den Ausgang der Affäre Bürglen hofft Abt Meyer, dass es keine Verlierer geben wird. Dafür müsse Bischof Huonder mit Pfarrer Wendelin Bucheli reden und eine Versöhnung ermöglichen. Müsse Bucheli dagegen tatsächlich demissionieren, gebe es nur Verlierer: «Dann gewinnt wieder die Scheinheiligkeit in unserer Kirche».
SRF >>

Streit um Pfarrer Bucheli:
«Niemand will ein zweites Röschenz»
Nach Segnung eines lesbischen Paares: Bischof Huonder vom Bistum Chur fordert, dass Pfarrer Bucheli abtritt. Doch der denkt nicht daran. Kirchenrechtsprofessor René Pahud de Mortanges sagt, theoretisch müsse der Pfarrer zwar Folge leisten, praktisch seien dem Bischof aber die Hände gebunden.
SRF >>


Fall Bürglen
Bischof von Chur wehrt sich gegen Vorwürfe
Das Bistum Chur bestreitet im Fall des Pfarrers von Bürglen zu schnell oder zu hart gehandelt zu haben. Noch gibt es aber in dieser Angelegenheit einige Ungereimtheiten.
NZZ >>


Kirchenrat Bürglen kontert:
«Chur stellt Bucheli als Lügner dar»
Bürglen UR, 20.2.15 (kath.ch) Der Kirchenrat Bürglen ist irritiert über das «Fact sheet», welches das Bistum Chur am Donnerstag, 19. Februar, in der Sache Bucheli verschickte. Darin hiess es, Pfarrer Wendelin Bucheli sei bereit, Bürglen zu verlassen. Damit werde Bucheli indirekt als Lügner dargestellt, schreibt der Kirchenrat in seiner Medienmitteilung vom 20. Februar.

Im Factsheet aus Chur hiess es, Pfarrer Wendelin Bucheli habe im Gespräch mit Bischof Vitus Huonder vom 2. Februar eingeräumt, den Bischof in eine schwierige Lage gebracht zu haben, weshalb er nicht in Bürglen bleiben könne. «Diese Aussage deckt sich zwar mit dem Brief, den Bischof Vitus Huonder am 4. Februar an Wendelin Bucheli geschrieben hatte», so der Bürgler Kirchenrat. Bucheli habe dieses Schreiben und die darin erhaltenen Aussagen aber umgehend zurückgewiesen, «weil es nicht seinen Aussagen im Gespräch mit dem Bischof entspreche». Er habe stattdessen um ein weiteres Gespräch ersucht.

«Eines bischöflichen Ordinariats unwürdig»

Für den Kirchenrat besteht der Verdacht, dass es sich beim Fact sheet aus Chur um eine «kommunikative Offensive» handle, «um das angeschlagene öffentliche Image des Bistums Chur wieder herzurichten». Dass das Bistum Chur das Ansehen Buchelis nun öffentlich in Frage stelle und «ihn indirekt gar als Lügner hinstellt», befremdet den Kirchenrat. Dies sei «eines bischöflichen Ordinariats nicht würdig».

Der Kirchenrat steht weiterhin vorbehaltslos hinter Bucheli und hofft auf ein klärendes Gespräch zwischen Bucheli und Vitus Huonder. Bis anhin sei aus Chur noch kein Terminvorschlag für dieses Gespräch eingetroffen.

«Wir kommentieren keine Stellungnahme des Bürgler Kirchenrats», liess Giuseppe Gracia, Sprecher des Bistums Chur, auf Anfrage von kath.ch verlauten. Man warte als nächsten Schritt das Gespräch zwischen Bucheli und Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf, Freiburg ab. Laure-Christine Grandjean, die Sprecherin dieses Bistums, bestätigte gegenüber kath.ch, dass man für dieses Gespräch derzeit nach einem Termin suche. (sys)

Quelle: Kath.ch

Donnerstag, 26. Februar 2015

Kirche muss in zukünftige Generationen investieren

Foto: Nicole Cronauge

Generalvikar Klaus Pfeffer sprach in der Akademie Schwerte

Vor einer „Missachtung der Bedeutung der kommenden Generationen“ warnt der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer. „Wir sind als Kirche weit überproportional für Ältere und Alte attraktiv, und sie prägen mit wenigen Ausnahmen auch unser öffentliches Bild“, sagte er am 4. Februar auf der Strategie-Konferenz „Baustelle Zukunft – Herausforderung Demografie“ in der Akademie Schwerte. Die Kirche habe schon seit Jahren vielfach den Anschluss an die jüngeren Generationen verloren. „Wir leben und gestalten unsere Kirche aus der Perspektive der älteren Generationen, aus deren Lebens- und Kirchengeschichte, aus deren Denken und Vorstellungen heraus“, betonte Pfeffer in seinem Vortrag zum Thema „Der zweite Strukturwandel – Aufbruch statt Abbruch“.

Es werde kaum danach gefragt, wie junge Menschen „ticken“, und wenn – dann eher aus einer urteilenden Perspektive. „Haben wir Angst vor dem, was sie sagen? Haben wir Angst vor den radikalen Veränderungen, die dann notwendig wären?“, fragte der Generalvikar. Mit aller Kraft werde versucht, an dem festzuhalten, was war und was ist. Man tue so, als seien Veränderungen nicht nötig. „Kirchen sollen erhalten bleiben, ohne zu fragen, wer sie denn morgen noch besucht“, beklagt Pfeffer. Und wenn die junge Generation nicht mehr zur Kirche komme und ihren Lehren nicht mehr folge, „wollen wir auch nicht ernsthaft wissen, warum sie dies nicht tut, sondern verweisen eher auf die angeblichen Defizite der modernen Gesellschaft und ihrer jungen Generation“, so der Generalvikar. Und er fragte, ob in den Kirchen in die zukünftigen Generationen investiert werde, in Menschen, „die morgen und übermorgen den Gott Jesu Christi entdecken sollen?“ Werde nicht viel zu sehr „in Steine und Mauern der Vergangenheit“ investiert, in Initiativen und Projekte, „die uns selbst, den verbliebenen Katholiken und Protestanten der vergehenden Generationen und Milieus bedeutsam sind, aber an den Menschen anderer Milieus und Generationen vorbeigehen?“, fragte Pfeffer selbstkritisch.

Das Bistum Essen habe einen Dialogprozess angestoßen, um eine nüchterne und ehrliche Auseinandersetzung auch über diese Fragen zu führen. Es gehe letztlich um die Frage, wie eine Kirche gestaltet werden könne, die zukunftsfähig sein will, die für Menschen anziehend und interessant sei, Relevanz habe und das Christentum in einer sich wandelnden Moderne gegenwartsfähig erhalte.

Innerkirchliche Generationengerechtigkeit
All diese Fragen nach der zukünftigen Gestalt von Kirche berührten auch die Verteilung der Ressourcen. „Innerkirchliche Generationengerechtigkeit bedeutet, dass es bei den anstehenden Verteilungskonflikten nicht allein um den Erhalt dessen gehen darf, was Generationen von gestern wichtig war“, unterstrich der Generalvikar. Die Frage sei doch, wie der christliche Glaube Menschen von heute und morgen erreiche, bestärke und bereichere. Die Kirche von heute könne nicht so sein, „wie sie uns oder unseren Vorfahren gestern gefallen hat“. Es nutze nichts, „in Gebäude der Vergangenheit zu investieren, die heute nur wenige und morgen vielleicht gar keine Menschen mehr betreten“, so Pfeffer. Es brauche einen Mentalitätswandel, der sich vom Bewahren von Strukturen verabschiede und „Wandel als Chance für Entwicklung und Wachstum“ begreife. Stillstand und Rückwärtsgewandtheit sind nach Ansicht des Generalvikars gefährlich und schadeten den kommenden Generationen.

Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre sei die Anpassung der klassischen Strukturen an die neuen Realitäten. „Wir verfügen über zu viele Gebäude, die angesichts des demografischen Wandels und der gesamtgesellschaftlichen Veränderungen auf Dauer nicht mehr finanziert werden können und sie in dieser hohen Zahl auch nicht mehr benötigen“, so der Generalvikar. Die oft großen Kirchenräume seien künftig nicht mehr dazu geeignet, „um mit Menschen von heute und morgen dort angemessen Gottesdienst zu feiern“.

Denkmalschutz verursacht finanzielle Lasten
Doch zahlreiche Kirchen stünden unter Denkmalschutz. Sie kosteten Geld, das die Kirche immer weniger zur Verfügung habe. Manche Kirchengebäude seien ohne Frage erhaltenswert, weil sie geschichtliches Zeugnis einer bedeutenden Glaubenskultur seien. „Aber uns legt es schier untragbare Lasten und Pflichten auf, wenn unsere Kirchen unter Denkmalschutz gestellt werden und dabei keine Rücksicht auf die Realitäten der Gegenwart genommen wird“, so Pfeffer. Er fordert daher einen „ehrlichen und ernsthaften Dialog“ zwischen Kirche, Denkmalschutz und Politik, um eine „gute Balance zwischen dem Respekt vor der Vergangenheit und der Offenheit für einen in die Zukunft gerichteten Wandel“ zu finden.

Pfeffer beklagte, dass der Denkmalschutz zuweilen instrumentalisiert werde, um vor den gesamtgesellschaftlichen Veränderungen die Augen zu verschließen. „Wir können nicht alles Vergangene festhalten, weil wir dann gar nicht mehr in der Lage sind, das Zukünftige zu gestalten“, unterstrich der Generalvikar. Es stelle sich die Frage, ob die Kirche Kraft und Geld in Denkmäler der Vergangenheit investiere oder in die Menschen und deren Zukunft. Pfeffer: „Es wäre absurd, wenn wir wichtige finanzielle Ressourcen in die Sicherung unter Schutz gestellter Kirchengebäude investieren, die nicht mehr genutzt werden können.“

Quelle: bistum-essen.de

Mittwoch, 25. Februar 2015

D: Erzbistum Köln legt Milliardenvermögen offen

Das Erzbistum Köln, das größte und reichste in Deutschland, verfügt über ein Vermögen von 3,35 Milliarden Euro. Das Erzbistum legte am Mittwoch seinen Jahresabschluss für das Jahr 2013 vor.
Es ist das erste Mal, dass die Erzdiözese Köln ihr Vermögen offenlegt. Allein die Finanzanlagen, im Wesentlichen Wertpapier- und Immobilienfonds, beliefen sich auf 2,4 Milliarden Euro, teilte das Erzbistum mit. Nicht erfasst sind unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschrein im Kölner Dom.

Für „Seelsorge und Caritas“
Sachanlagen, insbesondere Immobilien wie Schulen und Tagungshäuser, wurden mit 646 Millionen Euro bewertet. Hinzu kamen unter anderem Bankguthaben und Vorräte. Die Zahlen umfassen auch selbstständige Rechtsträger wie den Erzbischöflichen Stuhl, den Dom, das Metropolitankapitel, das Priesterseminar und von der Erzdiözese verwaltete Stiftungen.
Das Milliardenvermögen sichere „die tägliche Arbeit in der Seelsorge und Caritas“, so Generalvikar Stefan Heße, der die erzbischöfliche Verwaltung leitet. Jeden Tag flössen rund zwei Millionen Euro in Kirchengemeinden, Caritas und Hilfseinrichtungen sowie in Projekte in Krisenregionen und Entwicklungsländern. Damit sei die Kirche nicht nur für die rund zwei Millionen Katholiken im Erzbistum da, „sondern sucht den Dienst an allen Menschen“.

Weitgehend zweckgebunden?
Nach Angaben von Finanzdirektor Hermann Schon wies der Haushalt für das Jahr 2013 bei einem Volumen von 811 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von gut 59 Millionen Euro aus. Die Bilanz zeige, dass das Erzbistum zwar über viel Vermögen verfüge, dieses aber weitgehend zweckgebunden sei. So würden hohe Rücklagen etwa zur Erhaltung der 600 denkmalgeschützten Kirchen und für die Pensionen der Bistumsbeschäftigten ausgewiesen.

APA/dpa-Bildfunk/Oliver Berg
Stadtansicht von Köln mit der Kirche Groß St. Martin (l.) und dem Dom (r.)
Rücklagen für langfristige Verpflichtungen und Risiken deckten 1,66 Milliarden Euro, wie es hieß. Die Pensionsrücklage für rund 4.000 Priester beträgt 410 Millionen Euro. Die Bauerhaltungsrücklage zur Instandhaltung von Kirchengebäuden umfasst 596 Millionen Euro, die Ausgleichsrücklage für Schwankungen bei der Kirchensteuer 620 Millionen Euro. Mehr als ein Viertel des Gesamtvermögens ist als Fremdkapital ausgewiesen. Dazu zählen Sonderposten von 220 Millionen Euro sowie Rückstellungen von 508 Millionen Euro, darunter Spenden und Vermächtnisse.

Reaktion auf Journalistenfragen
Die Ausweitung der Aufstellungen war notwendig geworden, weil Journalisten bei Haushaltspressekonferenzen seit Jahren nach mehr Details fragen. Diese sollten nun nach dem Limburger Finanzskandal um Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst offengelegt werden. Einige andere Diözesen wie Osnabrück und Essen haben eine solche Gesamtbilanz bereits veröffentlicht. Weitere bereiten eine solche Berechnung nach den Standards des Handelsgesetzbuches vor.
Es ist nicht der erste Schritt der Erzdiözese zu mehr Transparenz: Ende Mai vergangenen Jahres legte sie schon einmal unter dem programmatischen Titel „Auf dem Weg“ ihren Immobilienbesitz offen und bezifferte den Wert auf 612 Millionen Euro.

Pfarren gar nicht berücksichtigt
Wesentlich schwieriger anzugeben ist der Wert der fünf Kirchen im Besitz der Erzdiözese, darunter die romanische Kirche Groß Sankt Martin in Köln und die Abteikirche in Siegburg. Sie sind unverkäuflich und verursachen Instandhaltungskosten. Deshalb hat sie die Erzdiözese jeweils mit dem symbolischen Wert von einem Euro verbucht.
Mit einem Fünftel der Gebäude und Grundstücke werden Einnahmen erzielt. Für Heße liegt das im Rahmen. Damit sei die Kirche „kein Unternehmen mit wirtschaftlichen Zielen“. Die Erträge dienten nur als „Mittel zum Zweck“, also zur Erfüllung der Aufgaben der Erzdiözese.
Trotz der Offenlegung der neuen Zahlen sieht der scheidende Generalvikar nach wie vor bleibende Aufgaben in Sachen finanzieller Transparenz. Denn die Bilanz spiegelt nicht den Immobilienbesitz und die Vermögenswerte der rund 550 Pfarren in der Erzdiözese wider. Sie sind wie die Caritasverbände und andere kirchliche Organisationen selbstständige Rechtsträger und verwalten ihre Finanzen eigenverantwortlich. Umso eindringlicher appellierte Heße an die Kirchengemeinden, sich in den Finanzfragen ebenfalls der Öffentlichkeit zu stellen.
Quelle: relgion.orf.at


Immobilien, Aktien, Beteiligungen:
Erzbistum Köln legt Milliardenvermögen offen
Köln gilt als eine der reichsten Diözesen der Welt. Jetzt legt das Bistum sein Vermögen erstmals offen. Das Ergebnis: Mit Immobilien und Wertpapieren kommt das Bistum auf mehr als drei Milliarden Euro - konservativ gerechnet.
Weiterlesen-Spiegel online >>

Diese Vorgangsweise des Erzbistums Köln ist zu begrüßen. Eine solche umfassende Transparenz bei den Kirchenfinanzen,  dem Kirchenvermögen sowie den Finanzen des Bischöflichen Stuhls ist  auch in der Diözese Eisenstadt notwendig und längst überfällig.


Vatikan findet 1,4 Milliarden Dollar
Kardinal George Pell überraschte die 186 Kardinäle im Rahmen einer nicht offiziellen Konsistoriumssitzung mit "neu aufgetauchten Assets"
Der Standard >>

Dienstag, 24. Februar 2015

Wie ein evangelischer Pfarrer zum Katholiken wurde

Hans Janßen aus Bremen ist verheiratet, er hat vier Kinder und war viele Jahre evangelischer Pfarrer. Doch dann packte ihn die Sehnsucht nach einer anderen Art von Frömmigkeit - und er entschloss sich zu einem radikalen Schritt.
Deutschlandradio-Kultur >>

Katholische Kirchengemeinde Bad Oldesloe >>


Wenn ein Vater Priester wird
Über Jahre arbeitet Hans Janßen als evangelischer Pfarrer. 2008 konvertiert der Familienvater zum Katholizismus und wird Priester – mit Billigung des Vatikans.
taz.de >>


Hans Janßen auf dem Weg - evangelischer Pfarrer wird katholischer Priester
In dem Video-Interview beschreibt Hans Janßen seine Beweggründe, nach über 20 Jahren evangelischer Pfarrer in die katholische Kirche einzutreten und Priester zu werden. Authentisch und zugleich spannend gibt er Einblicke in seine Glaubensentwicklung und erläutert seine Wahrnehmung des Umgangs mit wesentlichen Elementen von Gottesdienst und Eucharistie.
Katholische Kirchengemeinde Hamburg-Bergedorf

Montag, 23. Februar 2015

Danke!

 
Heute wurde die Marke von 800.000 Zugriffen auf Begegnung & Dialog überschritten.

Ich danke allen Leser_innen recht herzlich.

Liebe Grüße & bis bald bei 900.000 :-)

Euer Edi Posch

Schuldbekenntnis zum Aschermittwoch: Vergebung für Sünden der Kirche

In einer außergewöhnlichen Zeremonie hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle für Verfehlungen der Kirche im Laufe der Geschichte um Vergebung gebeten.

Während des Gottesdienstes am Aschermittwochabend im Hildesheimer Dom bekannte Trelle vor dem Altar kniend die Sünden in der Geschichte der Diözese Hildesheim. "Wir haben nicht erkannt, dass unser Platz bei den Opfern von Gewalt und Missbrauch ist", sagte Trelle.
Die Jubiläumsfeiern zum 1.200-jährigen Bestehen der Diözese seien auch ein Grund innezuhalten und sich die Verfehlungen in der Vergangenheit bewusst zu machen, "die Sünden von uns selbst und die Sünden derjenigen, die vor uns zur Kirche von Hildesheim gehört haben".

Bitte um Verzeihung für Gewalt und sexuellen Missbrauch
Trelle bat dabei auch eindringlich um Verzeihung für Gewalt und sexuellen Missbrauch, den Priester und kirchliche Mitarbeiter Kindern angetan haben. Zu lange seien Augen verschlossen geblieben, zu lange auch habe die Kirche die Opfer alleine gelassen. "Heute sehen wir, dass wir nicht den Weg der Liebe gegangen sind und Gutes unterlassen haben. Jetzt stehen wir vor dir barmherziger Gott, in dieser Zeit. Wir stehen vor dir und den Menschen, bedrückt mit alter Schuld. Wir bitten um Vergebung", so der Bischof.
Zuvor hatte Trelle bereits Schuldbekenntnisse zur gewaltsamen Glaubensverbreitung im Mittelalter etwa in den Kreuzzügen, zu Ablasshandel, Hexenverbrennung sowie dem Inkaufnehmen der Glaubensspaltung durch die Reformation und des Dreißigjährigen Kriegs abgelegt.

Gedenken an Verfolgte von Glaubenskriegen
Bei der rund halbstündigen Zeremonie wurde der Bischof unterstützt von den Weihbischöfen Nikolaus Schwerdtfeger und Heinz-Günter Bongartz sowie der Diözesanratsvorsitzenden Elisabet Eicke und Jubiläums-Projektleiter Thomas Hartling. Während der Kreuzzüge wurde "der Einsatz von Gewalt in jener Zeit im Namen Gottes gerechtfertigt", sagte Elisabeth Eicke. Thomas Harling gedachte der Verfolgten aufgrund von Glaubenskriegen und Hexenprozessen.
Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger beklagte "das Versagen der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus" und Weihbischof Heinz-Günter Bongartz bekannte: "Zu lange wurden die Augen verschlossen vor dem sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener und der Gewalt in der Erziehung." Im Anschluss fand die traditionelle Austeilung des Aschenkreuzes als Zeichen der Buße statt. Es folgten Fürbitten für alle Menschen, denen durch die Kirche Unrecht widerfahren war.

Quelle: domradio.de



Bischof erinnert an Fehler aus 1.200 Jahren
"Ein Heiliges Experiment" sollen die Jubiläums-Feierlichkeiten zum 1.200-jährigen Bestehen des Bistums Hildesheim sein. Mit einem historischen Schuldbekenntnis hat Bischof Norbert Trelle denn auch etwas gewagt, das - zumindest in Hildesheim - etwas Neues ist. In seinem Aschermittwochsgottesdienst erinnerte der Bischof an die Fehler der Kirche in den vergangenen 1.200 Jahren.
NDR.de >> (mit Videos)

Sonntag, 22. Februar 2015

Ich suche nach einem Sinn


Ich suche

Ich suche nach einem Sinn des Lebens.
Das tägliche Einerlei,
das bisschen Spaß in der Freizeit,
das Warten auf Festlichkeiten –
kann darin der sinn des Lebens stecken?

Ich suche nach etwas Tieferem,
nach etwas Größerem,
nach etwas,
das Trost,
Halt
und Hoffnung gibt,
etwas, das selbst die Angst vor dem Ende
nehmen kann.

Ich suche…

Sandra Synowzik, aus: Wachsen zur Fülle. Impuls- und Meditationstexte (nicht nur) zur Fastenzeit, Haus der Stille, 1996, 25.