Mittwoch, 22. Oktober 2014

Franziskus und unsere Bischöfe




Kardinal Walter Kasper
"Wir müssen dafür sorgen, dass Homosexuelle ihren Platz haben"
Kirchenkampf: Kardinal Walter Kasper plädierte nach der Familiensynode im Vatikan für wiederverheiratete Geschiedene und gegen die Diskriminierung von Homosexuellen.
Zeit-Online >>
Seite 2 "Sünden gab es immer"
Seite 3 "Franziskus sagt: Verwandelt das Brot nicht in Steine!"

Dienstag, 21. Oktober 2014

Nach der Synode ist vor der Synode!


„Mehr Frische wünschenswert“
Zwei Wochen haben die Bischöfe im Vatikan im Rahmen der Familiensynode beraten. Heftig diskutiert wurde auch über umstrittene Themen wie den Umgang mit Homosexuellen und Geschiedenen. Ein Zwischenbericht hatte für Aufsehen gesorgt. Beobachter hatten darin einen neuen Ton der Kirche gesehen.
Orf.at >>


Vatikan-Sondersynode ohne Einigung zu heiklen Themen
Die zweiwöchige Sondersynode der katholischen Kirche zu den Themen Ehe und Familie ist nach teils heftigen Debatten ohne Einigung in den strittigen Fragen Homosexualität und Scheidung zu Ende gegangen.
Religion.orf.at >>


Familiensynode im Vatikan
Die bleierne Zeit ist zu Ende
Trotz großer Widerstände ist Papst Franziskus nach der Bischofssynode zu Ehe und Familie einen großen Schritt weiter: Den status quo ante wird es nicht mehr geben. Ein Kommentar.
FAZ >>


Verwirrender Lichtstrahl
Die Bischöfe hat bei ihrer Familiensynode in Rom der Mut verlassen, Geschiedenen und Homosexuellen ein Signal des Aufbruchs zu senden. Viele sind nun enttäuscht. Die katholische Kirche wird grundsätzlich über ihre Ehe-, Familien- und Sexuallehre streiten müssen.
Süddeutsche >>


Synode uneins über Wiederverheiratete und Homosexualität
Entsprechende Passagen im Abschlussdokument wurden mehrheitlich angenommen, verfehlten aber die erforderliche Zweidrittelmehrheit
Kathpress >>


Bischofssynode in Rom endet mit dem Aufruf des Papstes, die Diskussion um Ehe und Familie in der Ortskirche weiterzuführen
Kardinal Marx: „Der synodale Weg geht weiter!“
Zum Abschluss der Bischofssynode in Rom zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine positive Bilanz gezogen. „Wir haben eine spannende Synode erlebt mit einer offenen und freimütigen Diskussion. Dabei sind unterschiedliche Positionen hervorgetreten und Schwierigkeiten gerade im weltkirchlichen Kontext wurden nicht verschwiegen. Gleichzeitig konnten aber auch Chancen und Herausforderungen debattiert werden. Das hat auch das Abschlussdokument der Bischofssynode gezeigt. Am Ende steht für mich fest: Der synodale Weg geht weiter!“
Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz >>


Zwei Schritte vor, einer zurück
Kardinal Reinhard Marx hat als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofssynode zu Ehe und Familie im Vatikan teilgenommen, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. Auch wenn die Teilnehmer dort sehr kontrovers diskutiert hätten, zieht Marx im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) eine positive Bilanz.
Katholisch.de >> 


Synode: Schönborn kritisiert „Tunnelblick“
Zurück von der außerordentlichen Familiensynode in Rom hat Kardinal Christoph Schönborn sowohl den Medien als auch der Kirche am Montag einen thematischen Tunnelblick vorgeworfen.
Religion.orf.at >>


Dokumente:

Die Synodenbotschaft in einer Arbeitsübersetzung
Wir Synodenväter, die hier in Rom vor Papst Franziskus im Zuge der außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode versammelt sind, wenden uns an alle Familien der unterschiedlichen Kontinente und vor allem an jene, die Christus folgen‚ der Weg, Wahrheit und Leben ist. Wir verkünden unsere Bewunderung und unsere Dankbarkeit für das tägliche Zeugnis, das ihr uns und der Welt mit eurem Glauben, eurer Hoffnung und eurer Liebe zeigt.
Weiter auf Radio Vatikan >>


Papst Franziskus zum Ende der Synode
Mit Dank und einem Ausblick auf das anstehende Jahr hat Papst Franziskus an diesem Samstag die Beratungen der Versammlung der Bischofssynode beendet. Wir dokumentieren in einer Arbeitsübersetzung die Ansprache des Papstes zum Ende der Sitzungen, für die es fünf minütigen Applaus gab.
Radio Vatikan >>


Die "Relatio Synodi" gibt es vorerst nur auf Italienisch. Sie informiert auch über die Abstimmungsergebnissen zu den 62 Punkten: 59 Punkte wurden mit Zweidrittelmehrheit und nur drei (Nr. 52, 53 und 55) mit qualifizierter Mehrheit angenommen.
Synod14 - "Relatio Synodi" della III Assemblea generale straordinaria del Sinodo dei Vescovi:
"Le sfide pastorali sulla famiglia nel contesto dell’evangelizzazione"
(5-19 ottobre 2014), 18.10.2014
Press.Vatican.va >>


Zum Nachlesen:
Blog von Holger Dörnemann zur Familiensynode

Familiensynode im Vatikan "Realitätsschübe für die Kirche"

Im Vatikan wird zur Zeit über Ehe, Familie und Sexualität diskutiert. Auch Laien wurden zu der Familensynode eingeladen, manche katholischen Ehepaare sprachen dabei offen von ihrem Sexleben und Verhütung. Einige Kardinäle und Bischöfe machte das sichtlich nervös.

Süddeutsche.de >>

Montag, 20. Oktober 2014

Politi: Papst will Reformen durch Konsens

Kann Papst Franziskus die katholische Kirche reformieren? Einschätzungen zur Bischofssynode über Ehe, Familie und Sexualität von Vatikan-Insider Marco Politi.

Herr Politi, kommt die Synode voran?
Marco Politi: Ganz bestimmt. Diese Synode hat schon ein Erdbeben in der Hierarchie ausgelöst. So etwas hat es seit 50 Jahren nicht gegeben. Papst Franziskus will aus der Synode ein Werkzeug der Kollegialität, der Mitentscheidung machen. Er will keine monarchische, absolutistische Kirche mehr. Er versteht die Synode als konsultatives Instrument, das konkrete Vorschläge macht.
Schon aus der allgemeinen Debatte der ersten Woche sind wichtige Zeichen gekommen und auch wichtige Worte, die man vorher nie gehört hat. In dem offiziellen Dokument nach der generellen Debatte hat man z.B. gesagt, dass die Homosexuellen Gaben und Eigenschaften haben, die sie den christlichen Gemeinschaften anbieten können. Man hat von den Kindern in den homosexuellen Familien gesprochen. Man hat gesagt, dass es positive Elemente auch in Ehen gibt, die nur zivil getraut sind oder auch in den Partnerschaften. Und natürlich hat man gesagt, dass es möglich sein könnte, dass wiederverheiratete Geschiedene - nach einer Zeit der Buße - wieder an der Kommunion teilnehmen dürfen, so wie es z.B. der ehemalige Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, in Freiburg organisiert hatte.
Weiterlesen auf Deutsche Welle >>


Der schwere Weg des Reformers
Rom. Angeführt von Papst Franziskus, signalisieren die katholischen Bischöfe bei der Synode im Vatikan eine Öffnung gegenüber Geschiedenen und Homosexuellen. Doch die Widerstände wachsen.

Der Papst schweigt. Er sitzt da, die Hände auf dem Tisch gefaltet, den Kopf aufgestützt. Franziskus hört zu. Seit bald zwei Wochen beraten die Bischöfe bei der Synode im Vatikan darüber, was die katholische Kirche heute zu Sexualität, Ehe und Familie zu sagen hat. Der Papst sagt kein Wort. Ab und zu macht er eine Notiz und schiebt sie dem Synoden-Generalsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri zu. Eigentlich muss Franziskus auch gar nichts sagen. Alle ahnen, was er vorhat: Papst Franziskus will eine Kirche, die sich den Menschen öffnet.

Das ist eine unausgesprochene Kriegserklärung an die Tradition. Oder zumindest empfinden es die konservativen Kräfte in der katholischen Kirche als solche, wenn wie jetzt in einem offiziellen Dokument der Kirche Sätze zu lesen sind wie: "Homosexuelle Personen haben Gaben und Qualitäten, die wertvoll für die christliche Gemeinschaft sein können." Diese Worte, auch wenn sie nur im vorläufigen Zwischenbericht der Synode stehen, sind eine Sensation in einer Kirche, die gelebte Homosexualität bislang als Krankheit oder Sünde abtat.
Weiterlesen auf RP-Online >>


Kardinal Pell: Barmherzigkeit ja, aber...
Zehn Kardinäle haben schon vor der Synode ausführlich Kritik am Startvortrag von Kardinal Walter Kasper über Ehe- und Familienpastoral geäußert, in der Regel in längeren Aufsätzen. Von diesen zehn Kardinälen nehmen sechs an der derzeitigen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom teil: Es sind die Kardinäle Müller, Burke, Caffarra, Pell, Ouellet und Scola. Gemeinsam ist ihnen wichtig, dass sie an die Unverrückbarkeit der kirchlichen Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe erinnern. Am Donnerstag hielten die Synodenväter eine – den Berichten nach bewegte – Aussprache über die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen. Wir fragten den australischen Kurienkardinal George Pell, wie er diese Aussprache bewertete.

„Aus meiner Sicht war das sehr, sehr ermutigend! Es war eine Atmosphäre des offenen Redens, der Wahrheit, der Vielfalt in der Einheit. Und es war sonnenklar, dass die Lehre der Kirche, die Lehre Jesu absolut fundamental und zentral ist. Natürlich bedeutet das: Barmherzigkeit, aber Barmherzigkeit in der Wahrheit! Die Dokumente aus den Arbeitsgruppen sind wirklich katholisch im besten Sinn des Wortes. Es gibt da Diversität - offensichtlich. Aber da ist auch die radikale Treue zum Evangelium und zu Jesus Christus.“
Radio Vatikan >>


Die Zettelchen von Papst Franziskus für Kardinal Baldisseri
41 Synodalen meldeten sich nach Bekanntgabe des Zwischenberichts in der Synodenaula zu Wort, darunter die Kardinäle Pell, Ouellet, Müller, Caffarra, Scola, Dolan, Filoni, Vingt-Trois, Burke, Rylko und alle sprachen sich gegen Kaspers Vorschlag aus, der auch das Wort ergriff.
Erzbischof Gadecki, der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz brachte den Unmut unmißverständlich zum Ausdruck.
Katholisches.info >>

Sonntag, 19. Oktober 2014

Unsere Lebensgrundlage

Wir vertrauen auf Gott,
der denen, die unter dem Recht zu leiden haben,
die Liebe gibt.
Wir vertrauen auf Gott,
der denen, die Ausländer genannt werden,
ein Zuhause schenkt.

Wir vertrauen auf Jesus Christus,
der den Hungernden zu essen gibt
und den Durstigen einen Brunnen öffnet.
Wir vertrauen auf Jesus Christus,
der denen, die im Dunkeln sitzen,
ein Licht aufgehen lässt
und denen, die sich gefangen fühlen,
Befreiung verspricht.

Wir vertrauen dem Heiligen Geist,
der den Hoffnungslosen einen Weg zeigt
und denen, die belogen werden,
die Wahrheit sagt.
Wir vertrauen dem Heiligen Geist,
der für uns alle Hoffnung zum Leben ist.

Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten (A),
Herder-Verlag, Fr. i. Br. 2004, 211.

Freitag, 17. Oktober 2014

St. Michael: Zweifel am "neuen Schwung" von Pfarrer Angelo


Der KURIER-Artikel vom 12.10.  "Ein Priester erobert die Herzen - Pfarrer Angelo bringt neuen Schwung in die Gemeinde und füllt damit die Kirchenbänke" sorgte für viele empörte Kommentare.
Für Facebook-User weitere Kommentare dazu >>

Hinweis:
Zum Lesen der Kommentare muss hier unterhalb auf "Kommentare" geklickt werden.

Suscipe depressionem nostram!

Nimm die Enttäuschung, den Frust, sogar das Jammern vieler über unsere Kirche an. Über von (noch) „oben“ dogmatisch – deduktive Äußerungen über den Zugang zu Deinen Sakramenten für wiederverheiratet Geschiedene. Über Seligsprechungen und Verhandlungen mit Exklusivvereinen, die sich zu Deinen besonderen Freunden ernennen. Über das „Dir – und der bösen Welt - Zuschieben“ der Verantwortung für den Priestermangel, über Verbote von „Wortgottesdiensten am Rand“ (Du lachst? Ein Bischof – sei Dir besonders nahe!!). Oder über die bewusste Verhinderung der Ökumene. Soll ja durch ihre Kompliziertheit theologische Arbeitsplätze sichern.

Uns freut, dass wir um Deine grenzenlose Barmherzigkeit wissen. Diese gilt auch jenen, die glauben, dass sie die ersten an Deinem Tische seien. Du siehst sehr, sehr gnädig, als ob Du es nicht merktest, über diese von irdischen Kriterien bestimmte Selbstannahme hinweg. Hilf uns, dies auch zu tun und nach ihrer Versetzung an das Ende der Tafel freundlich zu ihnen zu sein! Ihr Sein bestimmt halt auch ihr Bewusstsein, da hat der alte Karl Marx trotz seiner sonstigen Gegnerschaft zu der von ihm erlebten Kirche noch immer Recht.

Wenn wir Dich bitten, unsere „Depression“ so wie die gewohnte „deprecation“ anzunehmen, dann wissen wir schon, was Du uns dazu sagen wirst:
„Ich bin nicht Euer Obertherapeut! Mit diesen Fragen und Problemen – da werdet gefälligst selbst fertig. Hab Euch meinen eigenen Sohn und viele weitere Menschen geschickt, die Euch sagen: gegen die Ursachen von Depressionen müsst Ihr selbst antreten! Bin doch nicht Euer Ausputzer! Und diese Hierarchie – die hab ich auch nicht erfunden! Damit das ein für allemal klar ist, nicht von mir!“

Alles O.K., lieber Gott! Danke, jetzt wissen wir, wie wir mit diesen Müllers, den selbsternannten Spezialfreunden von Dir (Werk Gottes, Amici etc.) umzugehen haben. Naja, und Du wirst auch sie irgendwo an Deinem Tisch sitzen lassen.

Ihr geht mir schon langsam auf die Nerven mit eurer ewigen Fragerei! Tut halt endlich was, wozu habe ich Euch jenen Verstand gegeben, auf den ihr sonst so stolz seid? Der gilt auch und sogar besonders für die Kirche! Verstand, aber auch Barmherzigkeit! Die letztere sollt ihr auch denen gegenüber an den Tag legen, die es nach Eurer Einschätzung nicht so verdienten. Sind eigentlich ja arme Hund, abhängig von der Kirchensteuer.

Lothar Müller