Donnerstag, 18. August 2016

Wird Gerhard Ludwig Müller versetzt?


Gerhard Ludwig Müller: Der Störenfried
Seit drei Jahren steht der Präfekt der Glaubenskongregation im Schatten von Papst Franziskus. Wird Gerhard Ludwig Müller nun versetzt?
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Dienstag, 16. August 2016

Zulehner: Papst sollte Holl, Drewermann und Küng anrufen


Zulehner: Papst sollte Holl, Drewermann und Küng anrufen
Wiener Pastoraltheologe blickt in Kirchenzeitung-Interview auf Aufbrüche und Reformen von den 1960er-Jahren bis heute zurück - Kirche leidet nicht nur unter einem Priestermangel, sondern an einem Weihemangel, "weil manche Laien faktisch priesterliche Aufgaben wahrnehmen"


Wien, 12.08.2016 (KAP) "Ganz toll fände ich es, würde Papst Franziskus zum Telefon greifen und Adolf Holl, Hans Küng und Eugen Drewermann anrufen und sie bitten, sich ihrem eigenen biographischen Traum entsprechend wieder mehr in die Kirche und ihre Entwicklung einzubringen": Das betonte der Wiener Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Das Beispiel von Martin Luther zeige, "dass manchmal die Besten die Kirche verlassen haben, vielleicht auch verlassen mussten, weil sie mit ihren kühnen Ideen zu früh dran waren". Zulehner äußerte sich im "Sonntag"-Interview im Rahmen einer Serie anlässlich des Amtsantritt von Franz Königs als Erzbischof von Wien vor genau 60 Jahren.

Der Pastoraltheologe analysierte im Interview die entscheidenden Weichenstellungen der "Ära König" in Kirche und Gesellschaft. Die Bedeutung des 1968er-Jahres für Gesellschaft und Kirche werde dabei von vielen unterschätzt, so Zulehner. Es sei nämlich um den "in vieler Hinsicht gelungenen Versuch" gegangen, die Freiheitsgrade der Menschen zu erweitern. Zugleich hätten damit aber auch "tragische Entwicklungen" ihren Anfang genommen.

Manche Aspekte an den lebensgestaltenden Kräften wie Institutionen, Normen, oder Autoritäten seien damals als repressiv und freiheitsberaubend erlebt und erlitten worden. "Befreiung, Emanzipation stand auf dem Programm. Das Gewicht verschob sich von der Institution zur Person", so Zulehner.

Der Theologe erläuterte diese Entwicklung am Beispiel der Ehe: "Jetzt zählt nicht mehr der Vertrag, sondern das Vertragen, also die persönliche Liebe. Und nichts ist so verwundbar wie die Liebe. Das erklärt die rasche Destabilisierung der Beziehungen, mit oder ohne Trauschein."

Auch die Beichte sei von vielen Menschen "eher als Kontrollinstrument denn als Heilungsort erlebt" worden. Deshalb hätten auch viele aufgehört zu beichten. Zulehner: "Heilung suchten sie dann bei guten Therapeuten oder bei liebevollen Menschen. Papst Franziskus versucht diese tragische Entwicklung zu beenden."

Sozialmodell der "Priesterkirche" beendet
Ende der 1960er Jahre zeigte das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) erste Auswirkungen. Das Konzil habe offiziell das Sozialmodell der "Priesterkirche" beendet, so Zulehner. Der tiefe Graben zwischen den aktiv betreuenden Priestern und den vielen sei zugeschüttet worden. Laien hätten nach und nach ehrenamtliche Aufgaben übernommen. In den Pfarrgemeinderäten hätten sie auch eine Plattform der Mitberatung und Mitgestaltung gefunden, "wichtig war auch das Aufblühen der Beteiligung der Laien am Wirken der Kirche in den Laienorganisationen, der Katholischen Aktion, in den Verbänden. Auch wurden neben den Pfarrgemeinden sogenannte kategoriale Dienste ausgebaut."

Heute würde man sagen, Kirche ereigne sich zunehmend über die Pfarrgemeinden hinaus auch an anderen Orten - "in einer Hochschulgemeinde, in einem Familienkreis, in einer Ökumenischen Morgenfeier im Rundfunk", sagte der Wiener Theologe. Freilich sei als Folge des Konzils die Liturgie auch ein wenig nüchterner und manchmal auch banaler geworden, räumte er ein. Sehr wichtig sei zugleich die Entdeckung der Wortgottesliturgie gewesen, "und zwar nicht als Sonntagsmessersatz, sondern als Glaubensfeier mit eigener Würde". Auch das Lesen der Bibel sei insgesamt wichtiger geworden.

Viele seelsorgliche Aufgaben seien von den Priestern zu kompetenten, gut ausgebildeten Frauen und Männern übergegangen. Der Grund dafür sei aber nicht allein der Priestermangel, so Zulehner: "Eine Rolle spielte, dass es aufwändiger wurde, Menschen zu einer persönlichen Entscheidung für das Evangelium zu gewinnen. Laienseelsorger, Frauen wie Männer, trugen zu einer qualitätsvollen Seelsorge bei."

Heute, angesichts des grassierenden Priestermangels, seien die Laien aus der Seelsorge nicht mehr wegzudenken. Dabei zeige sich, "dass die Kirche nicht nur unter einem Priestermangel leidet. Vielmehr gibt es auch einen Weihemangel, weil manche Laien faktisch priesterliche Aufgaben wahrnehmen."

Vielfalt ist Reichtum der Kirche
Zur Frage, inwieweit neue Bewegungen wie das Opus Dei, die Charismatische Erneuerung oder das Neokatechumenat die Kirche bereicherten, meinte Zulehner, dass sich im Lauf der bewegten Geschichte der Kirche immer Menschen um Gründergestalten zu neuen Gemeinschaften unterschiedlicher Art zusammengeschlossen hätten. Die Orden seien das wichtigste Beispiel, "was auch bedeutet, dass das Sterben vieler Orden eine massive Schwächung der Kirche im Land darstellt".

In neuerer Zeit seien andere Nachfolgegemeinschaften entstanden. Sie zeigten, "dass das Evangelium unentwegt seine schöpferische Kraft erweist". Dass diese neuen Gebilde vielfältig seien, habe weniger mit dem Evangelium zu tun als mit mit der Verschiedenheit der Menschen, ihr Leben zu deuten und zu gestalten. Manche suchten mehr die Ordnung, andere den sozialen Dienst, wieder andere die spirituelle Tiefe. Diese Vielfalt sei aber ein Reichtum der Kirche.

Resümee des Pastoraltheologen: "Ist das einmal gesagt, kann immer noch im Detail besprochen werden, ob es nicht auch Schattenseiten in manchen neuen Bewegungen gibt. Dann gelten manche als autoritär und fremdbestimmend, andere wiederum als gar fromm, und das an den bedrängenden Leiden der Welt vorbei. Aber: Welche Gemeinschaft hat keine Schwächen?"



Zulehner wünscht sich Papst-Telefonate
„Ganz toll fände ich es, würde Papst Franziskus zum Telefon greifen und Adolf Holl, Hans Küng und Eugen Drewermann anrufen und sie bitten, sich ihrem eigenen biographischen Traum entsprechend wieder mehr in die Kirche und ihre Entwicklung einzubringen“
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Mittwoch, 10. August 2016

Pater Karl Schauer künftig in der Diözese Eisenstadt tätig

Führungswechsel im steirischen Wallfahrtsort Mariazell
Pater Michael Staberl neuer Superior ab 1. Oktober.

P. Karl Schauer legt sein Amt als Superior zurück. Sein Nachfolger wird P. Michael Staberl, wie das Stift St. Lambrecht am Dienstag, 9. August 2016 mitteilte.
P. Schauer habe gebeten, "nach fast 25 Jahren die Aufgabe des Superiors von Mariazell in jüngere Hände übergeben zu können", heißt es in der Aussendung des Stifts. P. Staberl wird demnach sein Amt als Superior am 1. Oktober antreten. Das Kloster in Mariazell ist ein Superiorat und gehört zum steirischen Benediktinerstift St. Lambrecht.

P. Schauer künftig in Diözese Eisenstadt tätig
P. Schauer wird demnach künftig in der Diözese Eisenstadt tätig sein, "da durch die lebendige Wallfahrtstradition der Burgenländer nach Mariazell eine enge Beziehung zu vielen Menschen und Pfarren" der Diözese im jüngsten Bundesland Österreichs gewachsen sei. "In den intensiven Jahren seines Dienstes in Mariazell ist eine gewaltige Aufbauarbeit in spiritueller, völkerverbindender und baulicher Hinsicht geschehen, für die wir sehr dankbar sind", heißt es weiter in der vom St. Lambrechter Abt Benedikt Plank gezeichneten Aussendung.

Welche Aufgaben P. Schauer künftig in der Diözese Eisenstadt übernehmen wird, steht derzeit noch nicht fest. Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und P. Schauer stünden im guten Einvernehmen, die konkrete Ausgestaltung der Aufgaben müsse aber erst vereinbart werden, so Diözesansprecher Dominik Orieschnig am Dienstag gegenüber "Kathpress". Auch P. Schauer bestätigte dies gegenüber "Kathpress" und betonte zugleich, dass er derzeit noch in vollem Einsatz für die Pilger stehe.
Erzdiözese Wien >>


Pater Karl Schauer geht
Führungswechsel im steirischen Wallfahrtsort Mariazell: Pater Karl Schauer legt sein Amt als Superior zurück. Sein Nachfolger wird Pater Michael Staberl.
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Blogarchiv vom 27.8.2014:

Karl Schauer OSB wird Ehrenkanoniker in Eisenstadt

Dienstag, 26. Juli 2016

Österreichs Reformbewegungen wenden sich an den Bischof von Rom


Im Februar 2016 haben die Reformbewegungen in der katholischen Kirche Österreichs der Bischofskonferenz das Anliegen unterbreitet, dem Wunsch des Papstes entsprechend Vorschläge zu unterbreiten, nämlich betreffend die Ermächtigung von bewährten Personen (sog. viri probati) zur Leitung der Eucharistiefeier. (Hier der Brief an die Biko als PDF >>).
Kardinal Schönborn empfahl ihnen, sich direkt an den Papst wenden. Sie baten sohin den Päpstlichen Nuntius, jenes Anliegen an Rom weiterzuleiten. Auch dies fand kein Gehör.

So haben sie nun dem Bischof Franziskus von Rom einen Brief geschrieben - hier der Brief als PDF >>.


Blog-Archiv vom 11. Juli 2016:
Newsletter 35: Österreichs Bischöfe verweigern Unterstützung für "Viri probati"

Montag, 18. Juli 2016

Papst bremst Kardinal Sarahs „Reform der Reform“

Kardinal Robert Sarah
Papst bremst Kardinal Sarah
„Reform der Reform“: Vatikan warnt vor Missverständnissen – Keine neuen Bestimmungen zur Zelebrationsrichtung.
Würzburg (DT/reg/om) Der Vorschlag des Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Kardinal Robert Sarah, mit einer Änderung der Zelebrationsrichtung gen Osten ein tieferes Liturgieverständnis im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils zu fördern (DT vom 9. Juli) hat im Vatikan eine rasche Reaktion gezeitigt: Ungeachtet der sommerlichen Audienzpause fand nach Sarahs Vortrag in London ein Gespräch des Präfekten der Gottesdienstkongregation mit Papst Franziskus (das Bild (IN) zeigt ihn bei der Messfeier in der Sistina am 10. Januar 2016) statt. Am Montagabend veröffentlichte der Vatikan in drei Sprachen „einige Klarstellungen zur Feier der Messe“. Daraus geht hervor, dass die erneuerte Form der Messe seit der Liturgiereform nach Osten gefeiert werden kann. Für den ersten Advent seien keine neuen liturgischen Bestimmungen vorgesehen. Zudem sei es besser, „den Begriff ,Reform der Reform‘ mit Bezug auf die Liturgie nicht zu verwenden, da dieser manchmal eine Quelle von Missverständnissen ist.“
Weiterlesen in Die Tagespost >>


Vatikan dementiert Spekulationen um Liturgiereform
Papst Franziskus plant keine allgemeine Rückkehr zur Zelebration Richtung Osten bei der Liturgie. Das hat der Vatikan am Montagabend klargestellt. Anlass waren Aussagen von Kardinal Robert Sarah, dem Präfekten der vatikanischen Gottesdienstkongregation, der bei einer Konferenz in London eine möglichst rasche Rückkehr zur Messfeier in Richtung Osten angeregt hatte. Kardinal Sarah habe sich „immer zu Recht um die Würde der Messfeier“ gesorgt, heißt es in einer Mitteilung von Vatikansprecher Federico Lombardi. Einige Aussagen Sarahs seien aber falsch interpretiert worden, so als ob sie neue liturgische Anordnungen vorwegnähmen.
Radio Vatikan >>


Schau mir nicht in die Augen
Priester sollen gen Osten zelebrieren und sich von der Gemeinde abwenden wie vor dem Zweiten Vatikanum. Das hat Kurienkardinal Robert Sarah vorgeschlagen. Klingt traditionalistisch, dient aber der sakralen Schönheit.
Zeit-Online >>

Mittwoch, 13. Juli 2016

Pfarrer Georg Lang über Art seiner Versetzung sehr enttäuscht


Pfarrer bricht sein Schweigen: "Der Bischof war böse auf mich"
Pfarrer Georg Lang wurde durch Bischof Ägidius Zsifkovics versetzt. Jetzt brach der Passionsspielleiter sein Schweigen. In den Pfarrnachrichten schreibt Lang über die Gründe für seinen Wechsel.
Beitrag im KURIER >>


„Ich wurde angelogen" – Pfarrer Georg Lang packt nach Versetzung aus
Am 8. Mai gab Pfarrer Georg Lang im Sonntagsgottesdienst seinen Abschied aus St. Margarethen bekannt. Der 53-Jährige muss – auf Wunsch von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics – nach 18-jähriger Tätigkeit in der Marktgemeinde Ende November seine Sachen packen. Lange Zeit herrschte Rätselraten darüber, wie es – ausgerechnet im Passionsspieljahr – dazu kommen konnte. Nun steht nicht nur sein neuer Einsatzort fest, der ehemalige Generalvikar nahm auch erstmals Stellung zu seiner bevorstehenden Versetzung.
Bericht auf MeinBezirk.at >>


Weiter Aufregung um Pfarrer-Versetzung
Der Pfarrerwechsel in der Passionsspielgemeinde Sankt Margarethen sorgt weiter für großen Wirbel: Jetzt machte sich Noch-Pfarrer Georg Lang in den örtlichen Pfarrnachrichten Luft und tat seinen Unmut über seine Versetzung kund.
Beitrag auf Burgenland.orf.at >>

Montag, 11. Juli 2016

Newsletter 35: Österreichs Bischöfe verweigern Unterstützung für "Viri probati"

Ein höchst bedauerliches Versagen unserer Bischöfe

Die Reformbewegungen Plattform Wir sind Kirche, Priester ohne Amt und Laieninitiative haben im Februar dieses Jahres an die Bischofskonferenz folgendes Schreiben gesendet:

… unterbreiten den Bischöfen Österreichs gem. Can. 212 CIC („Rechte aller Gläubigen“) das
Anliegen:
Die Bischöfe Österreichs mögen Papst Franziskus den Vorschlag unterbreiten, folgende Entscheidung herbeizuführen:
Die Bischofskonferenzen der Weltkirche werden ermächtigt, auf Wunsch und Vorschlag der glaubenden Gemeinden Personen des Laienstandes, welche die dafür notwendigen Fähigkeiten besitzen bzw. erworben haben (sog. „Viri probati“), zu berufen, im Falle des Bedarfes die Eucharistie zu feiern.


(Der Brief an die Biko als PDF >>)

Da seitens der Bischofskonferenz überhaupt keine Reaktion kam, wurde erneut nachgefragt.

Kardinal Schönborn hat daraufhin am 11. Mai mitgeteilt, dass dem nicht entsprochen würde. Er hat es aber als uns „unbenommen“ erklärt, dieses Anliegen an den Papst heranzutragen; dieser kenne die Argumente bestens und das Thema sei im Gespräch.
Wir folgen diesem Rat selbstverständlich...

Ausführlich nachzulesen im Newsletter Nr. 35 >>