Freitag, 5. Februar 2016

Pfarrer Angelo avanciert zum Feuerwehrmann

Am 2. Februar war Pfarrer Angelo im Burgenland HEUTE als Feuerwehrmann in action zu sehen. Das Video ist auf der Facebook-Seite von Pfarrer Angelo verlinkt.

Siehe auch KURIER-Artikel vom 12.10.2014
"Ein Priester erobert die Herzen -
Pfarrer Angelo bringt neuen Schwung in die Gemeinde und füllt damit die Kirchenbänke"

sowie den Blog-Beitrag dazu mit den Kommentaren.

Dienstag, 2. Februar 2016

St. Andrä: Knappes „Ja“ für Kloster


Knappes „Ja“ für orthodoxes Kloster!
Bei der Bürgerbefragung zum geplanten christlich-orthodoxen Kloster in St. Andrä am Zicksee stimmten 433 Bürger mit "Ja", 398 mit "Nein". Die Wahlbeteiligung lag bei 64,46 Prozent.
Ortschef: „Ergebnis ist ein klares Votum der Bevölkerung“

Für Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ) ist damit klar: „Das Ergebnis ein klares Votum der Bevölkerung für den Gemeinderat mit dem Projekt zu beginnen. Natürlich werden wir im Gemeinderat ausführlich darüber diskutieren und grünes Licht geben und dann die Weichen stellen, damit der Betreiber – die christlich-orthodoxe Kirche – das Projekt für die Einreichung aufarbeiten kann.“

Grundsätzlich zeigt sich der St. Andräer Ortschef auch mit der Beteiligung bei der Bürgerbefragung von 64,46 Prozent zufrieden: „Das ist aussagekräftig. Die Differenz von 35 Stimmen ist zwar nicht viel, aber eine demokratische Mehrheit. Das Ergebnis wird akzeptiert und wir werden uns danach richten.“

Die Befragung sei äußerst demokratisch abgewickelt worden, weil die Bürger vier Tage lang die Chance gehabt hätten, ihre Stimme abzugeben, so Goldenitsch.
Quelle: BVZ >>

burgenland.orf brauchte diesmal sehr lange, bis ein News-Bericht darüber veröffentlicht wurde.
 
St. Andrä mehrheitlich für Kloster
Nach einer viertägigen Bürgerbefragung hat sich St. Andrä mehrheitlich für den Bau eines orthodoxen Klosters am Ortsrand ausgesprochen. Allerdings ist das Ergebnis knapp ausgefallen. Die Befürworter hatten nur um 35 Stimmen mehr als die Gegner.
Weiterlesen auf burgenland.orf.at >>



Knappe Mehrheit für orthodoxes Kloster

Die Erleichterung stand Bürgermeister Erich Goldenitsch ins Gesicht geschrieben. Der Ortschef habe nicht damit gerechnet, dass das Ergebnis so knapp ausfallen würde. Gerüchte, die von Gegnern in Umlauf gebracht wurden, machten die Bevölkerung skeptisch. "Es hieß, dass das Kloster eventuell als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden könnte", erläuterte Vizebürgermeister Andreas Sattler. Anrainer seien in die Offensive gegangen, weil sie einen Ansturm auf St. Andräs neue "Sehenswürdigkeit" befürchteten.

Die orthodoxe Kirche rechnet mit rund 10.000 Besuchern im Jahr. In dem Kloster auf dem 7,6 Hektar großen Grundstück sollen vorerst ein Abt und fünf Mönche leben und arbeiten.Es ist das erste seiner Art in Österreichweit. Die Gemeinde erwartet sich dadurch einen touristischen Aufschwung.

Als nächsten Schritt soll das Grundstück umgewidmet werden. Im Frühherbst könnte der Spatenstich für den Bau fallen.

Martin Türnbeck ist einer von vielen, dem der religiöse Bau ein Dorn im Auge ist. Er hat 400 Flugblätter mit Gegenargumenten in St. Andrä verteilt. "Wir wissen nicht, wofür das Kloster genutzt werden soll, außerdem war die Vorgehensweise nicht korrekt", sagte Türnbeck. Er werde das Projekt weiter im Auge behalten und sich bei eventuellen Verfahrensfehlern an den Verwaltungsgerichtshof wenden.
KURIER, 02.02.2016



Dankesworte des Metropoliten >>


Weitere Infos auf der Webseite der Freunde des Klosters

Montag, 1. Februar 2016

Bürgerbefragung zu griechisch-orthodoxem Kloster in St. Andrä


Kloster St. Andrä: Entscheidung am Montag
Montagabend fällt die Vorentscheidung, ob das Burgenland in St. Andrä ein griechisch-orthodoxes Kloster erhält. Nachdem Projektgegner Stimmung gegen das Kloster machten, ließ der Gemeinderat die Bürger befragen.
Geplant ist das Kloster seit fast eineinhalb Jahren. Damals hatte die Diözese Eisenstadt ein Gründstück am Ortsrand von St. Andrä (Bezirk Neusiedl am See) der orthodoxen Kirche geschenkt. Als Prestigeprojekt wurde es gepriesen, als vorbildhaft im Sinne der Ökumene, als Chance für den Tourismus - insbesondere deshalb, weil das Kloster in Sichtweite zur Therme Frauenkirchen liegen würde.

„Über Urteil der Bürger nicht hinwegsehen“
Von Seiten der Therme gibt es bereits Interesse, den Gästen Ausflüge in die dort geplante Ikonenmalerei anzubieten. Doch während die einen Prestige und Chancen sehen, machten andere mit Stimmung gegen das Kloster. Das machte Eindruck im Gemeinderat, sagt Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ).
„In der Sitzung des Gemeinderates am 17.12.2015 (Protokoll, Pkt 12) hat sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Umwidmung dieses Grundstücks zur Errichtung einer orthodoxen Klosteranlage entschieden. Gleichzeitig hat aber der Gemeinderat auch beantragt, die Bürger zu befragen“, so Goldenitsch. Auf die Frage, was passiert, falls sich eine Mehrheit gegen das Kloster ausspricht, sagt der Bürgermeister: „Nachdem wir demokratisch gewählte Mandatare sind, können wir über das Urteil der Bürger sicher nicht hinwegsehen“.

Projektgegner kritisiert Bischof
Einer der aktivsten Gegner des Projekts ist Martin Türnbeck. Kurz vor Beginn der Befragung verteilte er 400 Flugblätter. Er begründet seine Gegnerschaft zu dem Projekt so: „Es gibt keine Tradition mit der Ostkirche“. Türnbeck übt auch Kritik an Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics. „Eine Vermutung ist die, dass der Bischof sich profilieren will, in Richtung Nachfolge von Kardinal Schönborn“, so Türnbeck.
Ein anderer Gegner mit anderen Gründen ist Gerhard Mauersics. „Ich bin ein direkt betroffener Anrainer und bin eindeutig dagegen“, so Mauersics. Dass die Projektbetreiber versichern, dass das Kloster mindestens 100 Meter von Anrainern entfernt wäre, beruhige ihn nicht. „Es sind bis jetzt nur Planentwürfe, ich zweifle an, was die Projektbefürworter bis jetzt von sich gegeben haben“, sagt Mauersics.

„Auf alle Wünsche der Anrainer eingegangen“
Ein Misstrauen, das Dominik Orieschnig, der Sprecher der Diözese Eisenstadt, nicht verstehen kann. „Tatsache ist, dass es 100 Meter sind, die das Kloster dann an Entfernung zu den Anrainern aufweisen wird. Man ist bei der Planung und auch der Situierung des Klosters auf dem Grundstück auf alle Wünsche der Anrainer eingegangen. Man hat sogar noch Sonderwünsche erfüllt, wie zum Beispiel einen Windschutzgürtel“, so Orieschnig.

Befragung endet um 16.00 Uhr
Außerdem habe man von Anfang an die Bürger auch mit Veranstaltungen intensiv informiert und viele überzeugen können, ist sich Orieschnig sicher. Auch der Bürgermeister steht hinter dem Kloster. „Grundsätzlich bin ich für das Projekt und würde natürlich, wenn die Bevölkerung Ja sagt, das Projekt unterstützen“, so Goldenitsch. Die Befragung, die seit Freitag läuft, endet am Montag um 16.00 Uhr - dann wird ausgezählt.
Burgenland.orf.at >>


Kloster: Geteilte Meinungen in St. Andrä
Am Freitag hat in Sankt Andrä im Seewinkel eine Bürgerbefragung über ein geplantes orthodoxes Kloster begonnen. Während die einen sich für das Kloster aussprechen, wollen die anderen die Errichtung verhindern.
Weiterlesen auf burgenland.orf.at >>


Im Protokoll der Gemeinderatsitzung vom 17.2.2015 wird unter Punkt 12 die Causa "Griechisch-orthodoxes Kloster" behandelt:
Umwidmung von Teilflächen der Gst.Nr. 1673, KG St. Andrä am Zicksee, zur Errichtung einer orthodoxen Klosteranlage

Nuntius in der Schweiz kritisiert Papst und Deutsche Bischofskonferenz

Nuntius in der Schweiz bekommt viel Gegenwind
Verwunderung und Kopfschütteln

Ein Papstbotschafter, der den Papst kritisiert und die Deutsche Bischofskonferenz öffentlich der Häresie bezichtigt? Im Schweizer Katholizismus gibt es Verwunderung über den neuen Nuntius Erzbischof Thomas Edward Gullickson.

Der neue päpstliche Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Gullickson, sorgt für Schlagzeilen. Die Gemüter erhitzen sich etwa über seine Kritik an den Schweizer Kirchenverhältnissen. Zudem gibt es bereits Gerüchte, der 65-jährige US-Amerikaner könnte zum Wegbereiter für einen erneut sehr konservativen Nachfolger des Churer Bischofs Vitus Huonder werden - der mit bald 74 Jahren auf die kirchenrechtliche Altersgrenze zusteuert.

Allianz "Es reicht!" appelliert an Bischöfe
Eine breite Allianz aus zumeist linkskatholischen Organisationen mit Namen "Es reicht!" fordert nun die Schweizer Bischöfe auf, sich klar zu den Aufbrüchen des Konzils zu bekennen. Zudem sollten sie die Äußerungen des Erzbischofs wachsam verfolgen. Die Allianz kritisiert "mit Befremden", der Botschafter sei einem "völlig überholten Kirchenbild verpflichtet". Der Vatikan-Vertreter stehe der traditionalistischen Piusbruderschaft nahe und empfehle via Twitter ein "fundamentalistisches Standardwerk" und einen "kriegerisch anmutenden Katholizismus". Für die Schweiz habe er bereits vorgeschlagen, alle Pfarreien ohne Priester aufzuheben.

Gullickson, seit September im Amt, stelle sich "klar gegen Errungenschaften, die für die große Mehrheit der ... Katholiken unseres Landes längst selbstverständlich sind". Damit verweist die Allianz vor allem auf Pfarreien, die von Laientheologen geleitet werden, und auch auf Frauen, die in Seelsorge und Liturgie Verantwortung tragen. Verwunderung herrscht darüber, dass die theologischen Positionen des Nuntius in einem "großen Kontrast zu den Reformbemühungen von Papst Franziskus" stünden - den Weiterlesen auf domradio.de >>



Ein Nuntius sorgt für Schlagzeilen
US-Amerikaner erhält viel Gegenwind in der Schweizer Kirche

Der neue päpstliche Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Edward Gullickson, sorgt für Schlagzeilen. Die Gemüter erhitzen sich etwa über seine Kritik an den Schweizer Kirchenverhältnissen. Zudem gibt es bereits Gerüchte, der 65-jährige US-Amerikaner könnte zum Wegbereiter für einen erneut sehr konservativen Nachfolger des Churer Bischofs Vitus Huonder werden - der mit bald 74 Jahren auf die kirchenrechtliche Altersgrenze zusteuert.
Einen neuen Blog eröffnete der Nuntius unter admontemmyrrhae.blogspot.ch. Darin äußerte er sich zuletzt etwa zu Gender-Fragen und über einen Relativismus, der die "Toleranz auf den Kopf stellt".
Katholisch.de >>



Neuer Nuntius – die kirchliche Allianz «Es reicht!» will Konsequenzen
Zürich, 28.1.16 (kath.ch) Der neue Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Edward Gullickson, sorgt für Schlagzeilen. Einerseits regen sich die Gemüter über seine Kritik an der Kirche Schweiz auf. Andererseits wird befürchtet, dass er Wegbereiter für einen konservativen Nachfolger von Bischof Huonder in Chur sein könnte. Die Allianz «Es reicht!» fordert die Schweizer Bischöfe auf, sich klar zu den Aufbrüchen des Zweiten Vatikanischen Konzils zu bekennen. Zudem sollen die politisch Verantwortlichen die Äusserungen des Erzbischofs wachsam verfolgen.


Hintergrund:

Der Nuntius im Zwielicht
Der neue Botschafter des Vatikans in Bern entpuppt sich als Traditionalist und Verfechter eines totalitären Katholizismus. Für die Katholiken in der Schweiz eine Hypothek.
Erwin Koller auf Journal21.ch vom 05.01.2016

Neuer Apostolischer Nuntius
Der konservative Botschafter des Papstes
Erzbischof Thomas Gullickson findet, dass die Traditionalisten den Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils vielleicht besser verstanden hätten als andere.
NZZ vom 24.12.2015

Apostolischer Nuntius über Piusbruderschaft und Exkommunikation
Katholisches.info vom 29.9.2012

Donnerstag, 28. Januar 2016

Orthodoxes Kloster-Projekt in St. Andrä wartet weiter auf Bauland-Umwidmung

Breite Unterstützung für orthodoxes Kloster im Burgenland
Das im burgenländischen St. Andrä/Zicksee geplante orthodoxe Kloster „Maria Schutz“ kann auf breite lokale, regionale und internationale Unterstützung setzen.

Zu den massiven Befürwortern zählen auf höchster Ebene Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. Für die Errichtung des Klosters hat sich u.a. aber auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl ausgesprochen. In St. Andrä könne „ein Stück Weltgeschichte geschrieben“ werden, so Niessl.

Attraktion und „Tourismus-Turbo“
Er sehe das Kloster als „große Chance für St. Andrä und die umliegenden Gemeinden“, zitierte die „Burgenländische Volkszeitung“ (04/2016) den Landeshauptmann. Neben der kulturellen Bereicherung für die Region gehe mit der Umsetzung des Projekts auch eine beachtliche Wertschöpfung einher. Darüber hinaus wäre das erste christlich-orthodoxe Kloster Österreichs eine Top-Attraktion und ein weiterer „Turbo für den burgenländischen Tourismus“, so Niessl.

Auch der historischen Bedeutung eines gemeinsamen Projektes zwischen Kirchen von Ost und West sei er sich bewusst: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn zwei Päpste und das Oberhaupt der christlich-orthodoxen Kirche auf eine 1.400 Einwohner Gemeinde im Burgenland aufmerksam werden und sich gemeinsam hinter das Bauvorhaben stellen.“ Niessl wörtlich: „Ich kann der Bevölkerung von St. Andrä dazu nur gratulieren - hier wird ein kleines Stück Weltgeschichte geschrieben.“ - Bischof Ägidius Zsifkovics, Metropolit Arsenios (Kardamakis) und Abt Paisios Jung hatten den Landeshauptmann jüngst bei einem Besuch über den aktuellen Stand des Klostervorhabens informiert.

„Jahrtausendchance“ für den Ort und die Region
Die ökumenische Vorzeigeprojekt hat auch breite Unterstützung in der lokalen Bevölkerung. So hat sich inzwischen etwa eine Vereinigung der „Freunde des Klosters Maria Schutz“ gebildet, der - nicht nur, aber auch - viele Bewohner von St. Andrä angehören und die sich für die Errichtung des Klosters einsetzen. Von der Diözese Eisenstadt heißt es, das Kloster sei eine „Jahrtausendchance“ für den Ort und die gesamte Region.

Bischof Ägidius Zsifkovics hatte mehrfach betont, dass das Kloster in St. Andrä zur beherzten und vorbildlichen Antwort auf den Wunsch von Papst Franziskus an alle Gläubigen nach „intensivem Eintreten für die kommende Einheit aller Christen“ werden könne.

Mönche bereits vor Ort
Die Mönche des neuen Klosters „Maria Schutz“ leben bereits seit einiger Zeit provisorisch im Pfarrhof in Weiden am See. Abt P. Pasisios Jung, ein Saarländer, und die weiteren vier Mönche, sind alle deutschsprachig. Wie der Abt stets betonte, solle das Kloster zum einen ein geistliches Zentrum der Orthodoxie in Österreich werden, zugleich aber auch als offene Begegnungsstätte für alle Menschen dienen.

Die neuen Mönche sind bereits regelmäßig in St. Andrä vor Ort. Auch der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) sowie weitere Vertreter der orthodoxen und katholischen Kirche hatten in St. Andrä mehrmals den Gemeinderat und die Bevölkerung über das Projekt informiert.

Ursprung reicht ins Jahr 2014
Der Ursprung des Projekts reicht ins Jahr 2014 zurück. Die Diözese stellte - einer Bitte des griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) folgend - ein Grundstück in St. Andrä am Zicksee zur Verfügung. Damit solle „ein sichtbares Zeichen gelebter Ökumene“ gesetzt werden, hieß es damals. Papst Franziskus bedankte sich daraufhin bei der Bevölkerung der Marktgemeinde für deren Offenheit und segnete im Februar 2015 den ersten Entwurf des Klosters in den Händen von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics.

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios besichtigte bei einem Besuch anlässlich des burgenländischen Martinsfestes im November 2014 das Grundstück in St. Andrä, in der Pfarrkirche betete er für die Einheit der Christen und für das gute Gelingen des Klosterprojekts. In seiner Ansprache zum Martinsfest-Gottesdienst sprach Bartholomaios von einem „historischen Tag“ und einem großen Schritt in Richtung Einheit der Christen. Er überreichte zudem im Dezember 2015 an Bischof Zsifkovics und Metropolit Arsenios einen namhaften Betrag zugunsten des Klosterbaus.

Die Entwürfe für das Kloster sind längst fertig. Geplant ist ein moderner Bau, der nicht höher als rund 5,5 Meter werden soll, was der Höhe eines Einfamilienhauses entspricht. Im Komplex sollen auch 20 Zimmer für Pilger zur Verfügung stehen. Das Gebäude soll soweit möglich mit regionalen Unternehmen gebaut werden. Bei der Planung wurden auch die seit langem bestehenden Wünsche der Anrainer nach einem Windschutzgürtel berücksichtigt. Obwohl für das Kloster nicht notwendig, ist ein solcher nun in das Bauvorhaben inkludiert, wie es von Seiten der Diözese Eisenstadt heißt.

„Gezielte Falschmeldungen“
Eine Umwidmung des Grundstücks zu Bauland steht allerdings nach wie vor aus; und das trotz einer bereits im Oktober 2014 getätigten Zusage des Bürgermeisters und eines positiven Gemeinderatsbeschlusses im Dezember 2015, wie ein Sprecher der Diözese Eisenstadt gegenüber „Kathpress“ sagte. Einige wenige Gegner des Projekts hätten im Gemeinderat eine Bürgerbefragung durchgesetzt, die nun von 29. Jänner bis 1. Februar durchgeführt werden soll, der allerdings keine rechtlich bindende Bedeutung zukommt.

Die Gegner des Projekts versuchten nun, mit „gezielten Falschmeldungen“ die Bevölkerung gegen das Klostervorhaben aufzubringen, kritisierte der Diözesansprecher. So wird beispielsweise in einem auch „Kathpress“ vorliegenden Flugblatt suggeriert, dass in dem Kloster hunderte Asylwerber untergebracht werden sollen. Zudem werde es durch das neue Kloster keinen wirtschaftlichen Vorteil für die regionalen Gewerbetreibenden geben, behaupten die Projektgegner.

Enteignungsversuche durch den Bürgermeister
Bis zuletzt habe es auch Versuche des Bürgermeisters gegeben, „die Kirche über die Hintertür zu enteignen, in dem er das für das Kloster vorgesehene Grundstück gegen ein anderes tauschen wollte“, so der Diözesansprecher. Er sprach zugleich gegenüber „Kathpress“ von „xenophober Angstmache“, die die Projektgegner betreiben würden.

Bei dem Grundstück handelt es sich um einen Bestand aus der sogenannten „Pfarrpfründe“, die nichts mit dem Pfarrvermögen zu tun haben. Dieser historisch gewachsene gestiftete Vermögensbestand diente u.a. zur materiellen Absicherung von Pfarrern, ohne dabei aber in ihrem direkten Besitz zu stehen. Vielmehr unterliegt die Pfründe der Verwaltung der Diözese, die im Sinne der Stiftung damit disponieren kann. Da mit einer Stiftung traditionell immer auch das Gebet der Begünstigten für den Stifter verbunden ist, könne es zudem keine bessere Widmung geben als für ein Kloster.

Negative Stimmen trotz Gemeindratsbeschlusses
Die Befürworter des Projekts betonen jedenfalls die vielen positiven Effekte des Klosters. Durch das Klosterprojekt werde das besagte Grundstück auf alle Fälle für alle St. Andräer am besten genützt, heißt es in einem „Kathpress“ ebenfalls vorliegenden Flugblatt.

Die „Burgenländische Volkszeitung“ kommentierte die von den Projektgegnern ausgelösten politischen Vorgänge in St. Andrä sehr kritisch: „Landeshauptmann Hans Niessl und der Gemeinderat haben sich klar für das Projekt ausgesprochen. Da verwundert es dann doch, dass eine Bürgerbefragung zum geplanten Kloster stattfinden wird“, hieß es wörtlich. Es sei schade, „dass im Vorfeld von einigen eine derart negative Stimmung erzeugt wurde“.


Metropolit Arsenios Kardamakis
Bürgerbefragung soll orthodoxes Kloster im Seewinkel retten
Papstsegen und Patriarchenbesuch halfen bisher nicht, Bauland-Umwidmung umzusetzen - Erstes orthodoxes Kloster Österreichs harrt weiter der Realisierung - Wasserweihe am 6. Februar

Eisenstadt, 26.01.2016 (KAP) Eine Bürgerbefragung in St. Andrä am Zicksee im burgenländischen Seewinkel soll das dort geplante erste orthodoxe Kloster Österreichs retten. Von 29. Januar bis 1. Februar befinden die Bewohner über die Umwidmung des dafür vorgesehenen Grundstückes, das die Diözese Eisenstadt der griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria zur Errichtung des Klosters zur Verfügung stellte. Eine Umwidmung zu Bauland blieb bisher von der politischen Gemeinde allerdings aus, wie aus einer Presseaussendung der "Freunde des Klosters Maria Schutz" vom Dienstag hervorgeht.

Nachdem seitens der Projektbetreiber bereits Überlegungen bekannt wurden, das Kloster in einer anderen Gemeinde entstehen zu lassen, entschied der Gemeinderat von St. Andrä am Zicksee, eine Bürgerbefragung über die Umwidmung des Grundstückes durchzuführen.

Ein Termin für den tatsächlichen Baubeginn ist somit noch nicht absehbar, obwohl die ersten künftigen Bewohner des Klosters "Maria Schutz" bereits vor Ort sind. Die vier orthodoxen Mönche leben noch im Pfarrhof in Weiden am See, wo sie unter anderem in der Seelsorge für orthodoxe Flüchtlinge tätig sind, teilte die Diözese Eisenstadt im September mit.

Inzwischen haben auch engagierte Bewohner von St. Andrä am Zicksee die Bedeutung dieses Projekts erkannt und eine Vereinigung der "Freunde des Klosters Maria Schutz" gegründet, die sich für die Realisierung des Projekts stark macht. In Eigeninitiative wurden Postwurfsendungen verteilt, sogar eine eigene Homepage wurde ins Leben gerufen, auf der sich Befürworter des neuen Klosters eintragen und explizit zu Wort melden können (www.pfarre-standrae.at/kloster).

"Große Wasserweihe" mit Metropolit Arsenios
Orthodoxe Feiern gibt es am Zicksee dennoch bereits: Erstmals im Burgenland wird heuer am 6. Februar um 11 Uhr in St. Andrä eine "Große Wasserweihe" stattfinden. Mit Metropolit Arsenios Kardamakis zelebrieren die Patres des Klosters Maria Schutz, zudem wird unter den Gästen u.a. auch der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics erwartet.

Quelle: Kathpress


St. Andrä am Zicksee

Kloster als „Turbo“
Bürger werden zu geplantem Kloster befragt, Landeshauptmann und Gemeinde stehen voll hinter dem Projekt.
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Bürger werden zu Plänen für ein orthodoxes Kloster befragt
Auf diesem Grundstück soll das Kloster gebaut werden
Die Gemeinde hat sich entschlossen, die Bevölkerung in die Entscheidung miteinzubeziehen.
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Blog-Archiv zum geplanten orthodoxen Kloster in St. Andrä am Zicksee 

Dienstag, 26. Januar 2016

Panorthodoxes Konzil von 19. bis 20. Juni nach Kreta verlegt

Panorthodoxes Konzil nach Kreta verlegt
Die Oberhäupter der orthodoxen Kirchen haben den Tagungsort für ihr in Istanbul geplantes Konzil nach Kreta verlegt. Patriarch Kyrill I. wollte wegen der Spannungen zwischen Russland und der Türkei nicht dorthin reisen.

Die Versammlung (Synaxis) der Patriarchen oder deren Vertreter der 14 Kirchen der griechisch-orthodoxen Kirchenfamilie bestimmte am Sonntag in Chambesy bei Genf die griechische Insel Kreta als neuen Tagungsort. Sie gehört kirchlich zum Patriarchat Konstantinopel.

Die „Heilige und Große Synode der Orthodoxie“ war vor zwei Jahren vom Ökumenische Patriarchen von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, Bartholomaios I., nach Istanbul einberufen worden. Bereits die jetzt in Chambesy tagende Versammlung zur Vorbereitung des Konzils hatte ursprünglich am Sitz des Patriarchats stattfinden sollen, war aber auf Drängen der russisch-orthodoxen Kirche verlegt worden.

Mehrere Punkte ausschlaggebend für Verlegung
Die Frage des Konzilsortes wurde am Sonntag vom Moskauer Patriarchen Kyrill I. aufgeworfen. Er erklärte, angesichts der Spannungen zwischen Russland und der Türkei nicht nach Istanbul reisen zu können. Bartholomaios I. widersprach dem nicht. Wie er selbst schon früher andeutete, steht noch immer die Genehmigung der türkischen Staatsorgane zur Abhaltung der Synode in der alten Istanbuler Irenenkirche aus, die sich heute in Staatsbesitz befindet. In der Hagia Irene hatte 381 das Zweite Ökumenische Konzil getagt.

Während die russische Delegation daraufhin für ein Konzil in Moskau plädierte, schlug das Ökumenische Patriarchat zunächst die griechische Insel Rhodos vor. Dort hatten die gesamtorthodoxen Synodenvorbereitungen schon 1961 begonnen.

Angesichts der Finanzkrise des griechischen Staates, für den die dort nötige Mitfinanzierung des Konzils unmöglich geworden ist, setzte sich dann das Angebot des Metropoliten von Frankreich, Emmanuel Adamakis, durch, die Große Synode in seiner Heimat Kreta abzuhalten. Adamakis gilt als „Finanzminister“ von Bartholomaios I. Die unter Konstantinopel „halbautonome“ Kirche von Kreta wird als wohlhabend genug eingeschätzt, um sich das Konzil leisten zu können.

Erstes Konzil seit Jahr 787
Das für Juni geplante Panorthodoxe Konzil wäre nach orthodoxer Zählung das erste Konzil seit dem Jahr 787. Die 1. Panorthodoxe Konferenz zur Vorbereitung des Konzils hatte bereits 1961 auf Rhodos stattgefunden. Damals hatte man auf Vorarbeiten für ein Panorthodoxes Konzil aufgebaut, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel - damals eine der bestorganisierten Ortskirchen Europas mit kapillarer Präsenz in Anatolien und Thrakien - in die Wege geleitet worden waren.

Weltweit gibt es zwischen 300 und 400 Millionen orthodoxe Christen. Genaue Angaben fehlen. Die Orthodoxie zählt 14 allgemein anerkannte autokephale orthodoxe Kirchen (Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Jerusalem, Russland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Zypern, Griechenland, Polen, Albanien, Tschechien und Slowakei) sowie fünf autonome orthodoxe Kirche (Finnland, Estland, Japan, Amerika, Sinai). Dazu kommen zahlreiche weitere Kirchen, deren Status strittig bzw. nicht von allen Kirchen anerkannt ist.
Quelle: religion.orf.at >>


Panorthodoxes Konzil
Kirchenvolk bleibt außen vor
In der Theorie sehen sich die orthodoxen Kirchen der Welt als eine einheitliche Kirche. In der Praxis aber ist die Orthodoxie ein kompliziertes Geflecht vieler Einzelkirchen. Im Juni soll nun ein panorthodoxes Konzil stattfinden – das erste seit Jahrhunderten. Offene Fragen gibt es reichlich. Experten bezweifeln, ob das Konzil ein Erfolg werden kann.
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Ökumene-Experte: Kircheneinheit in weiter Ferne
Mit einer pointierten Kritik zum gegenwärtigen Stand in der Ökumene hat sich der Salzburger Ökumene-Experte und Kirchenhistoriker Dietmar W. Winkler zu Wort gemeldet: „Wir leben in einer ökumenisch bewegten Zeit – und doch geht nicht viel weiter“.
Radio Vatikan >>


Aktualisiert am 29.1.:

Orthodoxes Konzil von Kreta fast gescheitert
Das lange vorbereitete Konzil der orthodoxen Kirchen soll vom 16. bis 27. Juni auf Kreta stattfinden. Dabei wäre das Treffen beinahe im letzten Moment an unterschiedlichen Auffassungen zum Konzilsthema Ehe gescheitert.
Religion.orf.at >>

Mittwoch, 13. Januar 2016

Buch von Papst Franziskus: "Der Name Gottes ist Barmherzigkeit"

Papst Franziskus und das Buch der Barmherzigkeit

Papst Franziskus selbst hat die erste Ausgabe am Montagnachmittag in der Casa Santa Marta persönlich überreicht bekommen, und am Dienstag wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt: das Interview-Buch von und mit Papst Franziskus mit dem Titel „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“. Die 40 Fragen gestellt und die Antworten aufgezeichnet hat der italienische Vatikanjournalist Andrea Tornielli, der bei der Tageszeitung "La Stampa" arbeitet und die Website „Vatican Insider“ koordiniert. Auf dem Umschlag ist der Titel des Buches handgeschrieben vom Papst selber zu sehen.

Interview vergangenen Juli aufgenommen

Im Juli 2015 wurde das Interview in dem Gästehaus und auch Wohnort des Papstes aufgenommen. Er war gerade erst von seiner Reise nach Ecuador, Bolivien und Paraguay zurückgekommen. Mit drei Aufnahmegeräten war der Vatikan-Journalist ausgestattet. Hauptthema des Gesprächs war die „Barmherzigkeit“ mit Blick auf das „Jahr der Barmherzigkeit“, das fünf Monate später eröffnet wurde.

Kapitel 1: Es ist Zeit der Barmherzigkeit

Gebete, Reflexionen des vorhergehenden Pontifikats und das Bild der Kirche als ein „Feldlazarett, welches die Herzen der Menschen mit Nächstenliebe erwärmt.“ Das seien auch die Gründe dafür gewesen, ein Jahr der Barmherzigkeit auszurufen, betonte der Papst. Es sei jetzt die „richtige“ Zeit dafür, betonte er, denn wir würden ein doppeltes Drama erleben: der Sinn für die Sünde sei verloren gegangen, daher sei die Menschheit verletzt. Geschwächt von den vielen „sozialen Krankheiten“ wie Armut, Ausgrenzung, Menschenhandel, Gleichgültigkeit.

Die Gnade der Scham

Ein zentraler Punkt des ersten Kapitels ist die päpstliche Reflexion zum Thema der „Scham“. Dass das Sich-Schämen als Gnade zu verstehen sei, denn die Scham rufe dem Sünder die Sünde erst ins Bewusstsein. Hier betonte der Papst die Notwendigkeit des „Zuhörens“, das „Apostolat des Ohres“. Denn die Menschen hätten heute das große Bedürfnis, dass ihnen jemand Zeit schenke und ihnen wirklich zuhören. Aus diesem Grund würden viele einen Wahrsager aufsuchen. Außerdem betonte der Papst, jeder Beichtende bekomme eine Segnung, selbst wenn er das Sakrament der Beichte und der Absolution nicht empfangen könne.

Die Verantwortung des Beichtvaters

„Seid liebevoll zu diesen Personen“ – richtet der Papst sein Wort an die Geistlichen- „und schickt sie nicht weg.“ Denn die Menschen leiden, betonte der Papst und die Verantwortung des Beichtvaters sei genau aus diesem Grund nicht zu unterschätzen. Er erzählte hier die Geschichte einer seiner Nichten, die standesamtlich mit einem äußerst religiösen Mann verheiratet war, der jedoch noch keine kirchliche Ehe-Annullierung hinter sich hatte. Er bat bei der Beichte daher nicht um Absolution, sondern um einen Segen.

Kapitel 2: Die Beichte ist keine Wäscherei, keine Qual – zuhören statt befragen

Man gehe nicht zur Beichte um „verurteilt zu werden“, sondern um etwas Größeres als eine Verurteilung zu erleben, nämlich um die Barmherzigkeit Gottes zu treffen.

Daher sei die Beichte, so der Papst, weder ein Waschgang, „wo die Sünde wie ein Fleck nach einer Trockenwäsche einfach weg" sei – noch eine Folterkammer, wo manche Beichtvater in einem „etwas krankhaften Exzess von Neugier“ das Gespräch in eine Befragung verwandle.

Kapitel 3: Sich als Sündiger anerkennen


Um die Barmherzigkeit Gottes empfangen zu können, sei es notwendig, sich auch als Sünder zu „erkennen“, betonte der Papst. Denn das „Herz in Stücken“ sei die größte Gabe für Gott, sagte Franziskus. Damit meine er, dass wir unsere Sünde erkennen, die Schuld selbst sehen, das sei bereits der große Schritt in die richtige Richtung. Die Barmherzigkeit sei unendlich groß, betonte er, viel größer als jede Sünde.

Kapitel 4: Auch der Papst benötige die Barmherzigkeit Gottes

Papst Franziskus selbst definiere sich als „Mann, der die Barmherzigkeit Gottes brauche“. Er rate den Beichtenden „nicht hochmütig sondern ehrlich seine Sünden zu betrachten“ und den Beichtvätern „die Sünden mit Zärtlichkeit zu betrachten und auch die eigenen Sünden nicht zu vergessen.“

Kapitel 5: Kirche verurteilt Sünde, aber umarmt Sünder

Auch wenn die Kirche die Sünde verurteile, so hätte sie immer offene Arme für den Sünder, betonte der Papst in dem Interviewgespräch mit Tornielli. In einem Verhältnis von „70 mal 7“ - also immer müsse man vergeben, so der Papst. Keine Sünde, so schlimm sie auch sei, könne nicht vergeben werden. Die Kirche sei also nicht auf dieser Welt, um zu „verurteilen, sondern um ein Treffen von inniger Liebe und der Barmherzigkeit Gottes zu ermöglichen.“

Die Kirche als „Feldlazarett“

Die Aufgabe der Kirche sei es „die bedürftigen Menschen aus ihrer Not“ abzuholen, dies jedoch mit Achtung ihrer Menschenwürde. Zuhören, Verständnis, Vergebung und Liebe seien die Stichwörter. In Zeiten als Erzbischof von Buenos Aires in Argentinien erinnerte er sich an eine Frau, die ihren Körper verkaufen musste, um ihre Kinder durchzubringen – sie bedankte sich bei dem zukünftigen Papst dafür, dass er sie immer mit „Frau“ ansprach.

Kapitel 6: Nicht die Verletzungen der Sünde „lecken lassen“, aber in Richtung Gott bewegen

Auch in diesem Kapitel betont Franziskus, dass es nichts nütze, nur nach einer Vergebung zu lechzen. Dies sei eine „narzisstische Krankheit, die nur zu einer Bitterkeit“ führe. Es sei die Bewegung Richtung Gott und die Anerkennung der Sünden die wichtige Aktion und die einzige Medizin gegen diese Volkskrankheit.

Keine Ausgrenzung für Homosexuelle

Auf die Frage über den Umgang mit Homosexuellen antwortete Franziskus wie bereits bei seiner Rückreise von Rio de Janeiro 2013: „Wenn eine Person homosexuell ist, den Herren sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, um zu urteilen?“

Er bevorzugt die Ausdrucksweise „homosexuelle Personen“ denn so würde die Person in ihrer gesamten Würde und Menschheit vorangestellt (Anm.: Im italienischen steht die Person vor dem Wort ‚homosexuell‘ [persone omosessuali] ). Er bevorzuge auch, dass sie in der „Nähe des Herren“ bleiben, so der Papst.

Barmherzigkeit als Glaubenslehre

Franziskus betonte in dem Interview, dass für ihn die Barmherzigkeit „wahr sei“, denn es sei die „erste Eigenschaft Gottes“. Man könne auch weitere Überlegungen über die Glaubenslehre anstellen, aber man dürfe nicht vergessen, dass die Barmherzigkeit Glaubenslehre sei, so der Papst. Die „Doktoren des Rechtes“ waren gegen Gott. Die Logik von Jesus sei die, das Böse in Gutes zu verwandeln, die weit entfernten erreichen und sie retten, alle Menschen zu retten, aber vor allem die Ausgegrenzten integrieren.

Türen öffnen, nicht schließen

Menschen mit einer kranken Seele brauchen offene Türen, so der Papst. Keine Verurteilung, keine verschlossenen Türen, keine Ausgrenzung. Die Christen dürften nicht das ausmachen, was der Heilige Geist im Herzen des Sünders anmache, so der Papst. Er bezog sich in diesem Zusammenhang auf Gesetze, zu strenge, die den Menschen nur die Türen vor den Augen zuwerfen würden und auch auf Kleriker, die sich allzu starr an der Glaubenslehre festkrampften. Er nannte hierfür auch Beispiele – wie zum Beispiel eine Frau, die 500.000 Dollar für einen Ehe-Annullierungsprozess hätte zahlen sollen, oder die Verweigerung einer Beerdigung eines Kindes, weil es nicht getauft war.

Kapitel 7: Die systematische Sünde der Korruption

Eine sehr ausführliche Antwort hatte Franziskus auf die Frage nach der Korruption. Sie sei „die fortgeschrittene systematische Sünde, die zu einer Lebensart werde“. Der Korrupte sündigt ohne zu bereuen, fingiert sein christliches Dasein und mit seinem Doppelleben von einem Skandal zum Nächsten, er denke, er müsse nicht mehr um Vergebung bitten. Mit seinem „Engelsgesicht“ hinterzieht er Steuern, kündigt Angestellte, beutet Schwarzarbeiter aus und gibt dann mit seiner „Schlauheit“ an – vielleicht sogar in der Messe am Sonntag. Sünder seien also zum Heiligen Jahr eingeladen, Korrupte nicht!

Kapitel 8: Mitleidenschaft gewinnt über Globalisierung und Gleichgültigkeit

Gottes Liebe sei unendlich, daran erinnert der Papst in diesem Kapitel. Er liebe mit Mitleid und Barmherzigkeit. Er sieht nicht auf Äußerlichkeiten, als würde er ein Foto machen, sondern er lasse sich „hineinziehen“. Genau dieses Mit-Leiden würde man heute benötigen, so der Papst, man brauche es, um die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ zu bekämpfen.

Kapitel 9: Werke der Barmherzigkeit sind Teil der christlichen Glaubwürdigkeit

Im letzten Kapitel des Interviewbuches konzentriert sich der Papst auf die Werke der Barmherzigkeit - körperlich und spirituell: „Sie sind immer aktuell und immer gültig, bleiben an der Basis der Gewissenserforschung und helfen, sich vor Gott zu öffnen“, so der Papst im Interview. Es ist die Auserwählung, Gott zu dienen – und ihn finde man in jedem Menschen der ausgegrenzt wird - im Ausgehungerten, Verdursteten, Nackten, Eingesperrten, Erkrankten, Arbeitslosen, Verfolgten - und auch im Flüchtling. In dem Willkommenheißen des Ausgegrenzten und des in der Seele Verletzten spielt man eben die „christliche Glaubwürdigkeit“, so der Papst. Denn wie es auch der Heilige Johannes am Kreuz sagte, „am Lebensabend werden wir an unserer Liebe gemessen.“

Quelle: Radio Vatikan >>

Das neue Buch von Papst Franziskus ist in deutscher Übersetzung im Münchner Kösel-Verlag erschienen.




Kommentar:

Mit watteweichen Gedanken anecken
Das erste Interviewbuch von Papst Franziskus liegt vor: "Der Name Gottes ist Barmherzigkeit". Der Vatikan-Experte Andrea Tornielli hatte die Gelegenheit, mit Franziskus über das Thema Barmherzigkeit zu sprechen. Herausgekommen ist eine Art geistliche Übung für hart gesottene Barmherzigkeitsverweigerer.
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