Donnerstag, 17. April 2014

Peinliche Gemeinsamkeit

Kürzlich in Marokko: Mohamed, der junge Reiseleiter erklärt seinen 30 österreichischen Gästen vom Bus aus die Stadt Marrakesch. Plötzlich stockt er mitten im Satz: da schauen Sie, von rechts kommt ein Auto, das von einer Frau gelenkt wird! Mohamed verbindet mit dieser Beobachtung die moderne Entwicklung in seinem Land, die auch die Emanzipation von Frauen miteinschließt. Am selben Tag in der Altstadt: ein junges Mädchen fegt auf dem Moped die enge Straße entlang. Auch diese junge Dame wird von den Österreichern aufmerksam registriert, wie übrigens sehr viel mehr Frauen am Steuer eines Autos, als unser Mohamed erwähnt hat. Die große Überraschung für die Österreicher aber erst im Flugzeug der Lufthansa. Aus dem Cockpit des riesigen Airbus 321 meldet sich wie selbstverständlich eine Dame: Hier spricht Ihre Kapitänin. Butterweich hebt sie den großen Vogel auf und setzt ihn dann auch wieder auf. Sie erntet herzlichen Applaus, nicht nur von den weiblichen Passagieren. Die Pilotin ist kein Einzelfall, genauso wenig wie die marokkanischen Frauen am Steuer. 27 Damen besitzen alleine in der Lufthansa bereits die Kapitänslizenz, sie sitzen also vorne im Cockpit links auf dem Chefsessel, eine davon sogar in der riesengroßen A 380. Es sind Selbstverständlichkeiten, eigentlich, genauso wie die weiblichen Mitglieder bei den Wiener Philharmonikern, ebenfalls einer traditionellen männlichen Domäne. Aber auch hier wird die Zahl der weiblichen Mitglieder immer größer, wie das jüngste Neujahrskonzert unübersehbar gezeigt hat. Frauen holen auf und bewähren sich. Weltweit, wie sich zeigt. Aber nur fast. Einige wenige Länder und Bereiche gibt es, wo ihnen dieses Recht verwehrt wird. Saudi Arabien gehört dazu, und auch die katholische Kirche. Eine peinliche Gemeinsamkeit. Hier wie dort werden zwischen Frauen und Männern völlig irreale und absolut nicht nachvollziehbare Grenzen gezogen. Dieses dürft ihr, jenes nicht. Basta. In Saudi Arabien ist es unter anderem das Lenken von Fahrzeugen, das Frauen gesetzlich vorenthalten wird, in der katholischen Kirche sind es die Weiheämter, von denen Frauen ferngehalten werden. Die Argumente dagegen kommen vor allem aus der vatikanischen Zentrale, in der Männer in rotumrandeten Kleidern dieses „No“ immer und immer wieder begründen. Einwände selbst von hochdekorierten Würdenträgern aus vielen Ländern gegen dieses „No“ werden ignoriert. Und nicht einmal der Papst, sonst in seinem Denken so wohltuend aufgeschlossen, traut sich öffentlich für Priesterinnen am Altar einzusetzen. Wie er persönlich darüber denkt, lässt sich nur vermuten.
Saudi Arabien und der Vatikan. Eine peinliche Gemeinsamkeit in der modernen Welt. Sie hat zu verschwinden, weil sie menschenfeindlich ist und diskriminiert. Und weil der Begründer des christlichen Glaubens, dessen Auferstehung dieser Tage gefeiert wird, die Fleisch gewordene Botschaft gegen solche Ausgrenzungen ist. Ob er damals vor 2000 Jahren persönlich Jüngerinnen berufen hat oder nicht, ist einerlei: heutzutage würde er es tun, davon sind viele Menschen überzeugt.

Mittwoch, 16. April 2014

Papst wettert gegen mittelmäßige, mutlose Priester

Franziskus vor Priesteramtskandidaten im Vatikan: Es ist besser eine Berufung zu verlieren, als ein Risiko einzugehen. Priesterseminare dürften kein Rückzugsort für "psychologische Defizite" sein. 
Papst Franziskus will nach eigenem Bekunden keine laschen Priester. In der Kirche sei "kein Platz für Mittelmäßigkeit, die nur dazu führt, das heilige Volk Gottes zum eigenen Vorteil zu benutzen", sagte Franziskus am Montag vor italienischen Priesteramtskandidaten im Vatikan. Wer nicht dazu bereit sei, "Stimme Christi" zu werden und unermüdlich für die Gläubigen einzutreten, sollte den Mut haben, einen anderen Weg zu wählen, forderte der Papst, schließlich gebe es in der Kirche "viele Arten, christliches Zeugnis abzulegen".
Es sei besser eine Berufung zu verlieren, als mit einem unsicheren Kandidaten ein Risiko einzugehen, zitierte Franziskus einen Ausspruch von Pius XI. Priesterseminare dürfen kein Rückzugsort für "psychologische Defizite" oder für jene sein, denen der Mut fehlte, sich einen Platz im Leben zu erkämpfen. Andernfalls würde ein Seminar "zu einer Hypothek für die Kirche", so der Papst vor Angehörigen des Priesterseminars von Anagni.
DiePresse >>


Papst zu Seminaristen: „Seid keine Bürokraten“
Bei Priestern gibt es keinen Platz für Mittelmäßigkeit. Mit diesen Worten hat Papst Franziskus die Studenten, Seminaristen, Priester und Bischöfe der päpstlichen Universität „Leoniano di Anagni“ der Region Lazio empfangen. Nach dankenden und ehrenden Worten an die Seminaristen, die zu Fuß zu ihm gepilgert sind, hat er betont, wie wichtig die vier Pfeiler sind, auf welche die Ausbildung der Priester basiert: das starke geistliche Leben, das ernste intellektuelle Leben, das gemeinschaftliche Leben und das apostolische Leben. Diese unterschiedlichen Teile sollen keine Reihung sein, meint er, viel eher eine Interaktion. Klare Worte fand der Papst auch für die Fehlformen des Berufes:

„Ihr lieben Seminaristen, bereitet euch nicht auf einen Beruf vor, auf eine Funktion in einer Firma und seid kein Teil eines bürokratischen Körpers. Wir haben viele Priester auf halber Strecke. Es schmerzt, dass sie es nicht geschafft haben: viele wirken wie Funktionäre einer Firma, es bekommt eine bürokratische Dimension und das tut der Kirche nicht gut! Passt auf, dass ihr nicht so werdet! Werdet Hirten, wie Jesus, um wie er zu sein müsst ihr Teil seiner Herde sein und diese nähren. “
Radio Vatikan >>


Die Berufung zum Priestertum ist die Berufung des Guten Hirten!
Am heutigen Montag (14.4.) empfing Papst Franziskus die Seminaristen und Ausbilder des Päpstlichen Kollegs „Leonianum“ (Anagni) in Audienz. Das „Leonianum“ ist ein interdiözesanes Priesterseminar für die Region Latium.

In seiner kurzen Ansprache betonte der Papst, dass sich Seminaristen nicht auf die Ausübung eines Berufs vorbereiten, darauf, „Funktionäre eines Betriebs oder eines bürokratischen Organismus zu werden“. Vielmehr „werdet ihr Hirten nach dem Bild des Guten Hirten, um wie er und an Stelle seiner Person mitten in der Herde zu sein, um seine Schafe zu weiden“.

Angesichts dieser Berufung „dürfen wir antworten, wie dies die Jungfrau Maria vor dem Engel getan hat: ‚Wie soll das geschehen?’. Gute Hirten nach dem Bild Jesu zu werden ist eine zu große Sache, und wir sind so klein.... Ja, das ist wahr, es ist zu groß. Aber das ist nicht unser Werk! Es ist dies das Werk des Heiligen Geistes, mit unserer Zusammenarbeit.“

Priester zu sein bedeute, jeden Tag das Evangelium zu betrachten, um es mit dem Leben und der Verkündigung weiterzugeben. Es bedeute, „die Barmherzigkeit Gottes im Sakrament der Versöhnung zu erfahren, um dessen großherzige und barmherzige Spender zu werden. Es bedeutet, sich mit Glauben und Liebe an der Eucharistie zu nähren, um mit ihr das christliche Volk zu nähren. Es bedeutet, Männer des Gebets zu sein, um Stimme Christi zu werden, die den Vater preist und ständig für die Brüder Fürsprache hält“.

„Wenn ihr nicht bereit seid, diesen Weg zu gehen“, so der Papst, „mit diesen Haltungen und mit diesen Erfahrungen, ist es besser, dass ihr den Mut habt, einen anderen Weg zu suchen“. Das Seminar sei keine Zuflucht für Leute mit psychologischen Problemen: „Wenn ihr nicht für das Priestertum bereit seid, dann sucht einen anderen Weg!“.

Es gebe viele Weisen in der Kirche, christliches Zeugnis zu geben, aber: „In der Nachfolge Jesu Christi im Priesteramt ist kein Platz für die Mittelmäßigkeit, die immer dazu führt, das heilige Volk Gottes zum eigenen Vorteil zu benutzen“.

„Weh den schlechten Hirten“, so Franziskus abschließend, „die nur sich selbst und nicht die Herde weiden! – so riefen die Propheten (vgl. Ez 34,1-6). Dieses ‚Weh!’ lasse euch ernsthaft über eure Zukunft nachdenken! Pius XI. hatte einmal gesagt, dass es besser ist, eine Berufung zu verlieren, als mit einem unsicheren Kandidaten zu riskieren. Er war ein Alpinist, er kannte diese Dinge“.
Kath.net >>

Dienstag, 15. April 2014

Neue Vorsitzende der Plattform „Wir sind Kirche“

"Wir sind Kirche" mit neuer Führung

Die katholische Reform-Plattform "Wir sind Kirche" hat seit Samstag eine neue Führung. Martha Heizer, pensionierte Tiroler Religionspädagogin, übernimmt die Leitung von Hans-Peter Hurka, der sich nach fast zehn Jahren von der Spitze zurückzieht.

Heizer ist in der katholischen Kirche kein unbeschriebenes Blatt. In den 1990er-Jahren initiierte sie mit Thomas Plankensteiner das Kirchenvolks-Begehren zur Reform der katholischen Kirche, das mehr als 500.000 Unterstützer aufwies. Seither war sie als stellvertretende Vorsitzende für "Wir sind Kirche" im Einsatz und leitet seit 2012 die internationale Bewegung We are Church (IMWAC).

Zuletzt hatte sich das Verhältnis von "Wir sind Kirche" zum Vatikan verbessert, seit Papst Franziskus im Amt ist. Dennoch war zum einjährigen Amtsjubiläum des argentinischen Pontifex die eindringlich Aufforderung der Plattform gekommen, nach den von ihm gesetzten Gesten nun auch echte Reformen anzugehen. Nichtsdestotrotz hielt Heizer am Samstag gegenüber der APA fest, man sei froh, sich jetzt nicht mehr auf Kritik konzentrieren zu müssen sondern sich wieder mehr aufs Unterstützen verlegen zu können.

Neben Heizer bei der Generalversammlung in Salzburg gewählt wurden die stellvertretenden Vorsitzenden, der Salzburger Pfarrer Gidi Außerhofer als Vertreter der Priester sowie der Informatiker Matthias Jakubec, der "demokratische Strukturen, Grundrechte und Gewaltenteilung" als besondere Anliegen vertritt. Auch Hurka bleibt in der Plattform tätig, wird sich aber künftig auf die Erzdiözese Wien konzentrieren.
Kleine Zeitung >>

Montag, 14. April 2014

Passau: Dem neuen Bischof flogen die Herzen zu

Bischof Pater Stefan zum 1. Mal in Altötting
Dem neuen Bischof flogen Altöttings Herzen zu
Passaus neuer und gleichzeitig 85. Bischof Pater Stefan Oster hatte sich gewünscht, sein Bistum Passau über Altötting zu betreten - und dieser Wunsch wurde ihm am Donnerstag, 10. April, erfüllt. Tausende Menschen, vom Baby bis zum Greis, waren auf den Kapellplatz geströmt, wo Pater Stefan gegen 14 Uhr eintraf. Und genau zu diesem Zeitpunkt kam endlich auch die Sonnen durch die Wolken des bis dahin verregneten Tages.
Erst nahm er sich viel Zeit für die Blumen- und Fähnchenkinder, dann für die Abordnungen der Vereine und schließlich für die wartenden Menschen. Von den Ehrengästen wurde er mit vielen freundlichen Worten und Geschenken bedacht. Von Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer gab´s einen Korb mit der "Altöttinger Grundausstattung" - u.a. Bruder Konrad-Wasser und ein Mousepad für den neuen Facebook-Freund. Bischof. em. Wilhelm Schraml begrüßte seinen Nachfolger mit einer Umarmung.
Bischof Pater Stefan war überwältigt von dem "herzlichen und warmen Empfang" durch die für ihn schier unglaublich vielen Menschen auf dem Kapellplatz. Aus vollem Herzen könne er von "seinem Wallfahrtsort Altötting" sprechen. Schwerer falle ihm noch die Formulierung "meine Diözese Passau".
Nach seiner Predigt in der Gnadenkapelle wurde Passaus neuer Bischof noch einmal mit Applaus verabschiedet - ein Zuschauer rief ihm nach: "Guad hast es gmacht!"
Wochenblatt >>

Passauer Katholiken bejubeln ihren künftigen Bischof
Große Hoffnung und Freude
Der ernannte Passauer Bischof Stefan Oster hat am Donnerstag seiner künftigen Diözese einen ersten Besuch abgestattet. Im Wallfahrtsort Altötting empfingen ihn mehr als 1.500 Menschen, in Passau über 2.500.
Umfangreiche Berichte auf domradio.de >>

Antrittsbesuch von Stefan Oster
Neuer Bischof in Passau zu Tränen gerührt
Stefan Oster, der designierte Bischof von Passau, hat am Donnerstag (10.04.14) seine künftige Diözese besucht. In Altötting wurde er herzlich empfangen, danach ging es weiter nach Passau - dort weinte er sogar.
BR-Nachrichten >>

Ernannter Bischof besucht Altötting
Großer Zuspruch für Pater Stefan Oster
Mehr als 1.500 Altöttinger haben dem ernannten Bischof von Passau, Salesianerpater Stefan Oster, am Donnerstag einen herzlichen Empfang bereitet. Der Ordensmann zeigte sich gegenüber dem Münchner Kirchenradio "überwältigt" vom Zuspruch der Gläubigen. Oster hatte sich dafür entschieden, in seinem neuen Bistum zuerst den Marienwallfahrtsort aufzusuchen und dort zu beten.
Münchner Kirchennachrichten >>

Sonntag, 13. April 2014

Siehe dein König kommt zu dir

Jesus, du bist unser König,
ein König ganz anders
als die Könige und Herrscher dieser Erde.

Du bist in den Herzen der Menschen:

Wo Menschen das Brot teilen,
da ist dein Königreich.
Wo Menschen verzeihen,
da ist dein Königreich.
Wo Menschen den Frieden bringen,
da ist dein Königreich.
Wo Menschen Mut machen,
da ist dein Königreich.
Wo Menschen trösten,
da ist dein Königreich.
Wo Menschen ohne Gewalt
ihre Streitigkeiten lösen,
da ist dein Königreich.

Autor unbekannt, in:
Gottes Volk LjC 3/2007, 112.

Freitag, 11. April 2014

Papst will von Bischöfen „kühne Vorschläge“

Kirchenreform. Papst Franziskus will nichts allein von Rom aus entscheiden. Er setzt auf Initiativen von Bischofskonferenzen.

In einer Audienz für Bischof Erwin Kräutler am 4. April hat Papst Franziskus seine Vorgangsweise für Reformen in der römisch-katholischen Kirche deutlich gemacht. In den SN schildert Kräutler im Detail seine wegweisende Begegnung mit Papst Franziskus.

SN: Bischof Erwin, Sie waren exklusiv beim Papst. Wie hat Franziskus Sie empfangen und was konnten Sie vorbringen?

Kräutler: Der Papst hat mich sehr liebenswürdig und unheimlich herzlich empfangen. Es war für mich eine große Auszeichnung, dass ich mit ihm knapp 20 Minuten allein habe reden können.
Das erste Thema war die Situation der bedrohten Indios in Amazonien, ein zweites war unsere große Not, weil wir für 800 Gemeinden nur 27 Priester zur Verfügung haben.

SN: Wie hat der Papst auf diese seelsorgliche Notlage reagiert?

Kräutler: Ich habe dem Papst berichtet, dass ich Bischof der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens mit 700.000 Gläubigen bin und dass unsere Gemeinden nur zwei bis drei Mal im Jahr die Eucharistie feiern können.
Franziskus hat erwidert, der Papst könne von Rom aus nicht alles selbst in die Hand nehmen. Wir Bischöfe seien vor Ort, wir würden die Bedürfnisse unserer Gemeinden am besten kennen und wir sollten ihm daher ganz konkrete Vorschläge machen. Wir sollten „corajudos“ sein, sagte er auf Spanisch, das heißt couragiert, mutig, beherzt, kühn.
Ein Bischof sollte nichts im Alleingang machen, sagte der Papst. Regionale und nationale Bischofskonferenzen sollten sich auf Reformvorschläge einigen. Die sollten wir dann in Rom vorbringen.

SN: Wurde bei der Audienz mit dem Papst die Weihe von verheirateten Männern angesprochen?

Kräutler: Es ist im Zusammenhang mit der Not unserer Gemeinden auch das Wort von den Viri probati gefallen, also von bewährten verheirateten Männern, die zu Priestern geweiht werden könnten. Der Papst selbst erzählte von einer Diözese in Mexiko, in der jede Gemeinde einen Diakon habe, aber viele keinen Priester. Es gebe 300 Diakone, die freilich nicht die Eucharistie feiern könnten. Die Frage sei, wie das weitergehen könne. Dazu sollten die Bischöfe Vorschläge machen.

SN: Das heißt, dass es jetzt sehr von den Bischofskonferenzen abhängt, ob in der Kirchenreform etwas weitergeht?

Kräutler: Ja, davon bin ich nach diesem persönlichen Gespräch mit dem Papst absolut überzeugt.

SN: Wie konkret ist der Papst über die bedrängten Völker in Amazonien informiert?

Kräutler: Ich bin Präsident des Rats für die indigenen Völker der brasilianischen Bischofskonferenz und habe dem Papst dazu eine Stellungnahme übergeben. Denn derzeit werden die Rechte der Indios, die wir 1988 in die Verfassung hineingebracht haben, im brasilianischen Kongress wieder massiv infrage gestellt.

SN: Konkret spitzt sich dieser Konflikt beim Staudamm Belo Monte zu. Dieses drittgrößte Kraftwerk der Welt wird ein Drittel Ihrer Bischofsstadt Altamira unter Wasser setzen.

Kräutler: Durch den Stausee des Kraftwerks Belo Monte wird ein Drittel der Stadt Altamira überflutet. 40.000 Menschen werden zwangsumgesiedelt.

SN: Der Papst bereitet ein Schreiben zu Ökologie und zur Bewahrung der Schöpfung vor. Konnten Sie ihm dazu Hinweise geben?

Kräutler: Ich habe ihm eine Dokumentation über die 90 indigenen Völker übergeben, die in Amazonien ohne Kontakt mit der umgebenden Gesellschaft leben. Diese sind besonders bedroht, weil sie offiziell nicht existieren.
Ich konnte das dem Papst selbst nahebringen, ich hatte aber auch drei Stunden lang ein Gespräch mit dem Präsidenten der päpstlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Turkson. Dieser bereitet einen ersten Text für das geplante Papstschreiben vor. Ich habe ihn gebeten, dass da unbedingt die Anliegen der indigenen Völker und des Regenwaldes in Amazonien hineinkommen. Der Kardinal hat mir seine private E-Mail-Adresse gegeben und mich ersucht, ihm Unterlagen aufzubereiten.

SN: In welcher Sprache redet ein brasilianischer Bischof mit dem Papst aus Lateinamerika?

Kräutler: Im Grunde Spanisch. Aber wenn mir ein Ausdruck auf Spanisch nicht eingefallen ist, konnte ich auf das brasilianische Portugiesisch ausweichen, das versteht der Papst aus Argentinien selbstverständlich auch.
Salzburger Nachrichten >>


Kräutler informiert Papst über Indios
Bischof Erwin Kräutler ist am Freitag von Papst Franziskus in einer Privataudienz empfangen worden. Kräutler sprach vor allem über die Problematik der einheimischen Bevölkerung und ihre Bedrohung durch das Mega-Kraftwerk Belo Monte.
Es war die erste persönliche Begegnung der beiden Kirchenmänner, seit Jorge Bergoglio Papst Franziskus ist. Die beiden Kirchenmänner haben ja eine Gemeinsamkeit: den Kampf an der Seite der Armen.
Der austro-brasilianische Bischof und Träger des Alternativen Nobelpreises kämpft seit Jahren gegen das geplante Mega-Kraftwerk Belo Monte in seiner Diözese Xingu. Der aus Koblach stammende Bischof informierte den Papst vor allem über die dramatischen Folgen des Mega-Kraftwerks.
ORF-Vorarlberg >> (mit Video-Interview)


Papst will mehr Mitbestimmung der Ortsbischöfe
Franziskus-Reformen I und II

Papst Franziskus hat nicht nur eine Reform der Kurie im Vatikan angestoßen, sondern setzt verstärkt auch auf ein kollegiales Miteinander und gemeinsame Entscheidungen der Bischöfe. Das betont er nun in einem Schreiben.

Mehr denn je sei es notwendig, "die enge Bindung mit allen Hirten der Kirche zu beleben", schreibt Franziskus in einem am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Brief an den Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri. Der Papst macht deutlich, wie wichtig für ihn der Rat, die Erfahrung und die Umsicht der Bischöfe sind. Seit der Einführung der Bischofssynode im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) seien nahezu fünf Jahrzehnte vergangen, dieses wertvolle Erbe müsse aufgewertet werden. Es gehe ihm darum, die kirchliche Gemeinschaft noch tiefer zu leben.
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Donnerstag, 10. April 2014

Kardinal Kasper fordert Frauen in Päpstlichen Räten

Frauen in Leitungspositionen der Kurie
Ohne Frauen sei die Kirche "bloß ein verstümmelter Körper", hat Walter Kardinal Kasper gesagt. Deshalb sollen sie nun nach seinem Willen Leitungsaufgaben in der römischen Kurie übernehmen.

Frauen sollten nach Worten von Kardinal Walter Kasper in der römischen Kurie Leitungsaufgaben übernehmen, die nicht unbedingt an die Priesterweihe gebunden sind. Es sei etwa "absurd", dass Frauen in den Päpstlichen Räten für Familie, Kultur, Soziale Kommunikation und Laien bislang keine wichtige Rolle spielten, sagte der frühere Ökumeneminister des Vatikan im Interview der Südtiroler Kirchenzeitung "Sonntagsblatt". Die Kirche sei ohne Frauen bloß "ein verstümmelter Körper". Viele kirchliche Aktivitäten oder auch die Pfarrgemeinden seien ohne Mitwirkung von Frauen "undenkbar".
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Kasper: Frauen sollten Leitungsaufgaben in Kurie übernehmen
Emeritierter Kardinal im Interview mit Südtiroler "Sonntagsblatt": Kirche muss in Sachen Ehe und Familie Resignation und Defensivhaltung verlassen
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