Mittwoch, 22. Februar 2017

Solidaritätsaktion katholischer Publizisten für Papst Franziskus


Katholische Publizisten starten Solidaritätsaktion für Papst Franziskus
Gegen "Propaganda und Misstrauen"
Sie wollen öffentlich ihre Unterstützung für Papst Franziskus demonstrieren. Katholische Publizisten aus dem deutschsprachigen Raum haben deshalb einen "Weckruf" veröffentlicht.

Die Initiatoren, die sich zum großen Teil selbst durchaus konservativ verorten, kritisieren darin scharf "eine Kampagne konservativer katholischer Publizisten gegen Papst Franziskus". Zugleich distanzieren sie sich von den "Zweifeln" (Dubia) vier prominenter Kardinäle, die das Papstschreiben "Amoris laetitia" als "Bruch des Lehramtes hinsichtlich der Ehepastoral" angreifen würden.

In dem mit "Sine Dubiis, pro Papa - Wir gehen mit Papst Franziskus" überschriebenen Aufruf loben die Verfasser den Papst und sein Kernanliegen der Barmherzigkeit als großen Segen für die Kirche.

Wörtlich schreiben sie: "Wir distanzieren uns davon, die guten Akzente dieses Papstes ständig argwöhnisch zu beachten und fühlen uns dabei an einen Ausspruch von Berti Vogts erinnert: 'Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: Nicht mal schwimmen kann der!'"
domradio.de >>


Ein Weckruf für 2017
Ubi Petrus, ibi Ecclesia – wo Petrus ist, da ist die Kirche. Gemäß dieser Maxime glaubten und handelten Generationen katholischer Christen. Dieses Vertrauen in Petrus und seine Nachfolger ist kein Vertrauen in menschliche Gestalten, sondern Vertrauen in den Heiligen Geist selbst, der die Kirche Jesu Christi leitet und ihr beisteht. Dieses Vertrauen bedeutete immer auch ein liebevolles, aber dennoch selbstbewusstes Einstehen gegenüber den christlichen Strömungen der Reformation. Doch ausgerechnet im sogenannten „Luther-Jahr“ 2017 schüren die ihrem Selbstverständnis nach „romtreuen“ Kreise Misstrauen und Argwohn gegenüber dem Papst in einer Weise, die Luther alle Ehre gemacht hätte. Dagegen wenden sich die Unterzeichner dieses Weckrufs: Wir wollen keine Reformation reloaded – Wir gehen mit Papst Franziskus!
The CathWalk >>

Montag, 20. Februar 2017

Buch-Tipp: Kirchenlust statt Frust

Dr. Herbert Kohlmaier:
"Das antiquierte Vorschriftenwerk der Katholischen Kirche mag in früheren Zeiten zur Bewahrung und Verkündung des Glaubens geeignet gewesen sein, taugt aber heute nichts mehr. Der Kompaß ist neu und richtig einzustellen, ein Christentum, das wahrhaft im Geiste Jesu wirkt, wäre den unsicher und gleichgültig gewordenen Menschen wieder nahe zu bringen! Sich von der Kirche abzuwenden, verspricht da keinen Fortschritt, sie ist in einer Zeit schwindenden Verantwortungsbewußtseins unentbehrlich. Wir können das alte Regime, das seine göttliche Einsetzung behauptet, nicht verändern, sondern müssen selbst ebenso verantwortungsvoll wie selbstbewußt neue und andere Wege beschreiten. Es liegt also in der Hand des Gottesvolkes, die Kirche zukunftsfähig zu machen."


Herbert Kohlmeier
KIRCHENLUST STATT FRUST
Der mögliche Glaube von morgen
168 Seiten, Format 19 x 12 cm
broschiert
ISBN 978-3-85167-304-3
€ 17,90 


Rede von Dr. Kohlmaier bei der Buchpräsentation am 15. Februar 2017


Archiv von "Gedanken zu Glaube und Zeit"

Dienstag, 14. Februar 2017

Neue Akzente der revidierten Einheitsübersetzung

Mehr Mut zur Sprache der Bibel
Seit Kurzem gibt es eine neue überarbeitete Fassung der Einheitsübersetzung der Bibel, präsentiert von der Deutschen Bischofskonferenz. An dem Zehn-Jahres-Projekt waren auch österreichische Experten beteiligt. Die ersten neuen Bibelausgaben sind bereits erhältlich – aber es wird noch dauern, bis die Änderungen in die Messbücher gelangen. Wir werfen einen Blick auf die Veränderungen.
Der Sonntag, 10.1.2017


„Meine Lebenskraft bringt er zurück“
Prof. Johannes Marböck lebt mit der Bibel. Als Bibelwissenschafter mit Schwerpunkt auf dem Alten Testament prägt das Ringen um die richtige Übersetzung der hebräischen und griechischen Texte sein Leben. Fast 10 Jahre lang verbrachte er mit der Revidierung der Einheitsübersetzung. Ein Interview in Langfassung.
Katholische Kirche in Oberösterreich, 2/2017


Ein bisschen Jungfrau bleibt
Fünf Dutzend Wissenschaftler haben zehn Jahre lang für die katholische Kirche an einer neuen Übersetzung der Bibel gearbeitet.
In der neuen Textversion sind Frauen stärker repräsentiert - trotzdem ist sie näher an der Urfassung der Heiligen Schrift der Christen.
Die zentralen Positionen der Auslegung bleiben davon aber unberührt: Maria ist auch nach der Empfängnis Jesu eine Jungfrau.
Süddeutsche Zeitung, 20.9.2016 >>


Wie die junge Frau zum Kind kommt
Die neue Einheitsübersetzung der Bibel ist fertig, Anfang Dezember kommt sie auf den Markt. Aus "Jahwe" wird "der HERR", Frauen "empfangen" nun nicht mehr ein Kind, sondern werden schwanger. Und die hart umkämpfte Jungfrau wird zur jungen Frau. Katrin Brockmöller vom Katholischen Bibelwerk erklärt, was sich verändert und was bleibt.
Deutschlandfunk, 29.9.2016 >>



Revidierte Lutherbibel und neue Einheitsübersetzung im Vergleich
Unterschiedliche Akzente
Zeitgleich bringen die beiden Kirchen ihre neuen offiziellen Bibelübersetzungen auf den Markt. Ein Vergleich zeigt, dass sie ihre Revisionsaufgabe unterschiedlich angegangen sind - jenseits konfessioneller Differenzen.
Domradio.de, 20.10.2016 >>


Die Lutherbibel und ihre Revision 2017
Das Erscheinen der revidierten Lutherbibel 2017 ist einer der großen Höhepunkte des Reformationsjubiläums 2016/17. Über fünf Jahre lang haben rund 70 Theologinnen und Theologen den Text intensiv geprüft und, wo nötig, überarbeitet. Ziel war es, eine größere sprachliche Genauigkeit herzustellen und gleichzeitig der Sprachkraft Martin Luthers gerecht werden.
Was ist das besondere an der Lutherbibel und der Revision 2017? Erfahren Sie hier mehr über die Beweggründe, die zur Revision der Lutherbibel geführt haben, erhalten Sie in einer Filmdokumentation mit Heinrich Bedford-Strohm, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Altbischof Christoph Kähler und Dr. Christoph Rösel Einblicke in die intensive Arbeit an der Lutherbibel, den Produktionsabläufen vom Manuskript zum gedruckten Buch und entdecken Sie wertvolle Materialien für ihre Gemeindearbeit.
Deutsche Bibelgesellschaft >>


D: Ökumenische Würdigung der neuen Bibelübersetzungen
Radio Vatikan >>

Montag, 13. Februar 2017

Über Kampf des Papstes gegen verkrustete Strukturen

Vatikan-Experte plaudert aus dem „Nähkästchen“

Der Papst war zwar am Donnerstagabend nicht unter den mehr als 500 Besuchern in der Steverhalle . Dafür aber der Journalist Andreas Englisch , der Franziskus, wie auch dessen Vorgänger auf dem Stuhl Petri so gut kennt, wie kaum ein anderer. Der jahrzehntelang als Vatikan-Korrespondent die Geschehnisse um Papst und Kirche „unmittelbar vor Ort“ beobachten und skizzieren konnte. Doch nicht nur in Rom und im Vatikan , auch auf vielen Auslandsreisen, im gleichen Flieger mit den Päpsten Johannes Paul II., Benedikt XVI. und zuletzt Franziskus, sammelte Englisch Eindrücke und Erlebnisse. Viele der besonderen Art. Viele die ihn nie losgelassen haben.

Über die spricht er in Senden. Anderthalb Stunden lang. Ohne Pausen, Punkt und Komma fesselt Englisch sein Publikum. Mit lustigen, mehr aber erschreckenden Einzelheiten über den ungleichen „Windmühlenkampf“ des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus, gegen die „in 500 Jahren verkrusteten Strukturen“ der Kirchenfürsten im Vatikan „Die in Luxuswohnungen leben, mit teuren Limousinen umherfahren und Rom genießen.“ Sie stammen zumeist aus den reichsten und einflussreichsten Familien Italiens, erzählt Englisch. Wie die Montinis, die Colonna, die Borghese oder Pacellis. Die alle entsetzt waren, als man den „Schmalspur-Priester“ aus Südamerika in das höchste Amt der Kirche berief.
Weiterlesen auf Westfälische Nachrichten >>


Luxus und Liebe im Vatikan
Die Frau, die die Kirche herausfordert
Sie soll Dokumente der katholischen Kirche veruntreut haben. Doch gegen diese Anklage hat sie sich immer gewehrt. Jetzt erzählt Francesca Immacolata Chaouqui ihre Wahrheit.
[...]
"Im Namen Petri" ist ein Bericht über die Arbeit der Wirtschaftsprüfungskommission COSEA, deren achtköpfigem Komitee sie als einzige Frau angehörte. Neben ihr saßen in dem Gremium sechs weitere Wirtschaftsexperten sowie der später ebenfalls verhaftete Prälat Balda, der sie Papst Franziskus empfohlen hatte.
Beitrag auf n-tv >>


Papst räumt Korruption und Missbrauch im Vatikan ein
Der Papst hat eingeräumt, dass es im Vatikan Korruption gibt. "Es gibt Korruption, doch ich lasse mich davon nicht aus der Ruhe bringen", sagte der Papst im Gespräch mit Leitern verschiedener Ordensgemeinschaften.
Salzburger Nachrichten >>

Donnerstag, 9. Februar 2017

Der neue US-Präsident Trump und die Religion


Theologe: Trump tritt auf wie ein Prophet
Der Theologe Ulrich Berges ist Professor für Altes Testament. Er erkennt im Denken von Donald Trump zahlreiche Anklänge an den ersten Teil der Bibel. Das Neue Testament komme bei Trump jedoch zu kurz. 
katholisch.de >>
Der Bonner Theologe Ulrich Berges sieht beim US-Präsidenten Donald Trump klare Bezüge zum Alten Testament: Trump trete auf wie der Prophet, der sein Volk aus der Bedrängnis in das neue Land führt, sagte Berges am Freitag im Deutschlandfunk. Der US-Präsident spiele auf ein prophetisches Ethos an, nach dem die Macht von den Eliten auf das Volk übertragen werden solle.
"Interessanterweise sind neutestamentliche Bezüge zu Jesus Christus, zur Nächstenliebe, zur Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung überhaupt nicht auszumachen", sagte Berges. Ein stärkerer jesuanischer Bezug bedeute auch mehr ethische Ideen. "Wenn ich dem Nächsten der Nächste bin, dann habe ich eine ethische Verpflichtung. Und das kann er nicht sagen, dann kann er keine Mauer bauen", sagte Berges.
Der US-Präsident sehe Gott offenbar als einen allmächtigen Schöpfer, der die Nation und besonders Amerika schütze, so der Theologe weiter. "Ich denke, dass Trump durch und durch von einer biblischen Ideologie geprägt ist". (KNA)


"Trump ist auf einer Mission"
Der neue US-Präsident hat auf zwei Bibeln geschworen und bei seinem Amtsantritt oft von Gott gesprochen. Der Theologe Ulrich Berges sieht klare Bezüge zum Alten Testament: Trump trete auf wie der Prophet, der sein Volk aus der Bedrängnis in das neue Land führe, sagte er im DLF. Allerdings gebe es in seinem Gottesbild viele Widersprüche.
Deutschlandfunk >>


Donald Trump will die US-Bürger zu einem Glaubenskrieg anstacheln – doch es regt sich Widerstand
* US-Präsident Trump rechtfertigt seine Politik immer wieder mit religiösen Argumenten
* Bislang hatte er damit Erfolg – besonders bei konservativen Evangelikalen
* Gerade bei denen regt sich jetzt aber massiver Widerstand gegen Trumps ReligionsauslegungThe Huffington Post >>


Diese Christen sitzen in Trumps Kabinett
Im Kabinett von Donald Trump sitzen mehrere überzeugte Christen. Auch zwei Botschafter des neuen US-Präsidenten deuten auf eine richtungsweisende Personalentscheidung hin. PRO stellt sie vor.
Christliches Medienmagazin PRO, 20.1.2017 >>


Donald Trump: Der Heide im Weißen Haus
Christen aller Konfessionen haben Donald Trump zum Wahlsieg verholfen. Wie konnte das geschehen? Indem sich Trump als Verteidiger der Religionsfreiheit inszenierte, obwohl seine Ideologie ohne Vergebung, Mildtätigkeit und Gnade auskommt.
Zeit-Online, 17. November 2016 >>


Aktualisierung:

Kirchen und Trump
"Ein fast religiöses Selbstverständnis des Präsidenten"
Donald Trump ist geleitet von einem Selbstverständnis, wonach sich "an ihm das Heil Amerikas entscheidet", sagte der Nordamerika-Experte Michael Hochgeschwender im DLF. Das sei "ein fast religiöser Ansatz". Gegen die Politik des neuen US-Präsidenten rege sich Widerstand in den Kirchen, aber es gebe auch Zustimmung. Besonders in der Abtreibungsfrage.
Deutschlandfunk, 20.2.2017 >>


Trumps Chefberater pflegt engen Kontakt zum Widersacher von Papst Franziskus
Es waren Szenen einer Apokalypse, die Stephen Bannon im Juni 2014 im Vatikan skizzierte. Der heutige Chefberater von US-Präsident Donald Trump führte damals noch das ultrarechte Nachrichtenportal Breitbart News. Über Skype war Bannon aus den USA in den Palazzo der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften zugeschaltet. Eigentlich sollte der Gast über das Verhältnis zwischen Armut, Kapitalismus und Christentum referieren, stattdessen präsentierte Bannon im Schatten des Petersdoms eine Endzeit-Vision.
Kölnische Rundschau, 20.2.2017 >>

Dienstag, 7. Februar 2017

Neues Kapitel der Ökumene aufgeschlagen

Premiere: Eine ökumenische Doppel-Audienz
Es war ein besonderer Moment für die Ökumene: Eine Delegation der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) unter Leitung von EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm war an diesem Montag bei Papst Franziskus zu Gast – und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nahm ebenfalls an der Papstaudienz teil. Eine Premiere und ein Highlight des Jahres, in dem an den Beginn der Reformation vor fünfhundert Jahren erinnert wird.

Franziskus würdigte in seiner Ansprache die „langjährige Zusammenarbeit“ und „gereifte ökumenische Beziehung“ der deutschen Kirchen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diesem segensreichen Weg des geschwisterlichen Miteinanders vorankommen und mutig und entschlossen auf eine immer vollkommenere Einheit hin fortschreiten. Wir haben die gleiche Taufe: Wir müssen zusammen gehen, ohne müde zu werden!“

Es sei „bedeutsam“, dass sich evangelische und katholische Christen im Jahr des Reformationsgedenkens vorgenommen hätten, „Christus erneut ins Zentrum ihrer Beziehungen zu stellen“, sagte der Papst. Martin Luthers Frage nach dem gnädigen Gott sei – damit zitierte er seinen Vorgänger Benedikt XVI. – „die tiefe Leidenschaft und Triebfeder“ von Luthers Denken und Handeln gewesen. „Was die Reformatoren beseelte und beunruhigte, war im Grunde der Wunsch, den Weg zu Christus zu weisen. Das muss uns auch heute am Herzen liegen, nachdem wir dank Gottes Hilfe wieder einen gemeinsamen Weg eingeschlagen haben.“
Radio Vatikan >>


Privat-Audienz beim Papst für eine Delegation der EKD
Ökumenischer Rückenwind von Papst Franziskus für die deutschen Kirchen
Das Jahr des 500. Reformationsjubiläums wollen evangelische und katholische Kirche in Deutschland zu einer weiteren Annäherung nutzen. Sie holten sich dafür Rückenwind von Papst Franziskus: Bei einer Audienz für Spitzenrepräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Vatikan sagte Franziskus, die Christen beider Konfessionen müssten sich mit allen Kräften darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse auf dem Weg zur sichtbaren Einheit zu überwinden.

Die deutschen Kirchenvertreter rückten bei der Audienz das konkrete Bemühen um ein gemeinsames Abendmahl für Eheleute unterschiedlicher Konfession in den Fokus. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sagte in seiner Rede, es sei eine "mitunter schmerzhafte Realität", wenn christliche Familien mit Angehörigen unterschiedlicher Konfession nicht gemeinsam zum Abendmahl gehen dürfen. Auch Papst Franziskus sprach von einem "Schmerz" konfessionsverschiedener Eheleute. Er warb für eine "Intensivierung des theologischen Dialogs" und eine stärkere praktische Zusammenarbeit.

Allzu lange hätten Protestanten und Katholiken Feindseligkeiten gehegt und sich "in Kämpfe verbissen, die durch politische Interessen und durch Machtstreben genährt wurden", beklagte der Papst. Dabei hätten sie bisweilen nicht davor zurückgeschreckt, einander Gewalt anzutun.
Weiterlesen auf ekd.de >>



Historisches Treffen: EKD beim Papst
Bei einem historischen Treffen war die Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland am Montag zu Gast beim katholischen Oberhaupt. Papst Franziskus rief dabei auf, die Differenzen und Hindernisse zwischen Katholiken und Protestanten zu überwinden.
Religion.orf.at >>


Papst an deutsche Kirchen: In der Ökumene nicht müde werden
Appell zur Überwindung der noch bestehenden Hindernisse - Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen luden Franziskus bei großer Ökumene-Audienz im Vatikan nach Deutschland ein - Kardinal Marx: Gemeinsame Einladung "ist auch ein Zeichen unseres ökumenischen Wegs"
Kathpress >>

Montag, 6. Februar 2017

Konservative Papstkritik wird lauter und öffentlicher


Konservative Priester lehnen Vorstoß der Bischofskonferenz ab
Die deutsche Bischofskonferenz will wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen - zumindest in Einzelfällen. Nach Informationen des SPIEGEL regt sich unter konservativen Priestern Widerstand.
Spiegel-Online >>

Kardinal Müller: Bischöfe haben Papst nicht zu interpretieren
Glaubenspräfekt äußert sich in aktuellen Interviews zu "Amoris laetitia" und zur Ökumene - "Vom Reformationsgedenken darf man mit Recht weitere Schritte hin zu verbindlicher Kirchengemeinschaft erwarten"
Kathpress >>

Papstkritische Plakate in Rom aufgetaucht
Unbekannte haben in der italienischen Hauptstadt Dutzende Plakate aufgehängt, auf denen Papst Franziskus kritisiert wird. Einen Hinweis auf die Urheber gibt es nicht, aber einen Verdacht.
Frankfurter Allgemeine >>

Plakat-Protest gegen den Papst
Quer durch Rom tauchen wie aus dem Nichts papstkritische Poster auf. Anonym und umso schwerer in den Vorwürfen. Aus welcher Richtung dem Pontifex der raue Wind entgegenschlägt, ist unklar. Doch es gibt einen Verdacht.
GMX-Magazin >>

Plakative Kritik an Papst Franziskus: Roms Polizei ermittelt
In Rom hat die Polizei am Samstag mehr als 200 Plakate entfernt, die den Papst kritisierten. Darüber hinaus nahm eine Sondereinheit für Extremismusbekämpfung Ermittlungen auf, wie italienische Medien berichteten. Wer die Plakataktion verantwortete, ist vorerst unbekannt. Beobachter vermuten als Täter konservative katholische Kreise, die den Kurs von Papst Franziskus ablehnen.
Radio Vatikan >>

Fundamentalopposition gegen Papst Franziskus
Große Teile Roms sind momentan mit Anti-Papst-Plakaten vollgepflastert.
Deutschlandfunk, 13.02.2017

Plakate gegen den Pontifex
Tagesschau, 14.01.2017


So viel Streit um "die Freude der Liebe"
Auslegung von "Amoris laetitia" geht in Weltkirche auseinander - Hintergrundbericht von Alexander Brüggemann und Thomas Jansen
Bonn, 01.02.2017 (Kathpress >>) Um neue Ansätze in der Familienseelsorge geht es im Papstschreiben "Amoris laetitia". Doch die Diskussion hat sich festgebissen an der Frage des Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Skeptiker sprechen von einem "faktischen Schisma", das sich entlang der Frage der Unauflöslichkeit der Ehe durch die Weltkirche ziehe. Andere, wie der Wiener Pastoraltheologe Zulehner, sehen schlicht eine "neue pastorale Kultur" der Zugewandtheit, die Papst Franziskus wünsche.

Die bisher weitestreichende Auslegung des Papstschreibens haben am Mittwoch die Deutschen Bischöfe vorgelegt. "Eine Entscheidung für den Sakramentenempfang gilt es zu respektieren", legte sich die Bischofskonferenz fest. Sakramente sollten vor allem als Hilfe für das Wachstum in der Gnade Gottes und in der Liebe verstanden werden. Keine generelle Freigabe zwar, doch größere Öffnung in begründeten Einzelfällen mit Rücksicht auf das Gewissen des Einzelnen, so die Position, mit der die Debatte weltkirchlich nun neu angeheizt werden dürfte.

Aus weltkirchlicher Perspektive treibt die Frage nach dem Kommunionempfang vor allem Kirchenvertreter aus Europa und Nordamerika um. In Afrika oder Lateinamerika stehen ganz andere Probleme an. Innerhalb des reichen Westens verläuft der Streit entlang der altbekannten Grenzen von "konservativ" und "liberal". Die Debatte wird inzwischen über Kommentare und Ausführungsbestimmungen geführt.

Knapp ein halbes Jahr nach "Amoris laetitia" veröffentlichte die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" eine "Orientierungshilfe" argentinischer Bischöfe für ihre Geistlichen. In einem Brief lobte der Argentinier Franziskus diese Handreichung; sie habe den Geist von "Amoris laetitia" vollauf erfasst. Es gehe um "Begleiten, Unterscheiden und Integrieren" in schwierigen Lebenssituationen. "Es gibt keine anderen Interpretationen", so der Papst.

Inhaltlich schlagen die Argentinier einen Mittelweg zwischen Rigorismus und Laissez-faire ein. In den Worten der Bischöfe: "Es muss die generelle Möglichkeit eines Zugangs zu den Sakramenten ausgeschlossen bleiben - es sei denn, eine Situation rechtfertigt das."

Schlagzeilen machte vor kurzem die Kirche in Malta, indem sie die Möglichkeiten dieses Zugangs noch ein wenig weiter fasste als die Argentinier. Das ließ aufhorchen, weil Malta als eines der letzten fast geschlossenen katholischen Milieus gilt - und weil der neue Verantwortliche, Erzbischof Charles Scicluna, ein Kirchenrechtler ist, der aus dem Innersten des Vatikan kommt. Er promovierte übrigens beim heutigen Wortführer der konservativen Opposition, Kardinal Raymond Leo Burke - über das Ehesakrament.

Auch in Diözese Rom Kommunionzulassung

Besondere Bedeutung kommt der Diözese Rom zu, an dessen Spitze der Papst selbst steht. Dort können Katholiken, die nach einer Scheidung erneut standesamtlich geheiratet haben, in bestimmten Einzelfällen die Kommunion empfangen. Zunächst ist jedoch zu prüfen, ob die kirchliche Ehe für nichtig erklärt werden kann. Ist dies ausgeschlossen, soll sich der Seelsorger vergewissern, dass bei den Betroffenen ein Prozess der Buße eingesetzt hat. Auch ist stets die individuelle Situation zu berücksichtigen - etwa ob Kinder durch eine Trennung der zweiten Verbindung in Mitleidenschaft gezogen würden.

Am Ende eines solchen Prozesses kann nach einer Gewissensentscheidung, die mit dem Seelsorger besprochen werden soll, in Einzelfällen der Kommunionempfang stehen. Dieser soll in "diskreter Weise" erfolgen. Kardinalvikar Agostino Vallini, der die Diözese für den Papst verwaltet, erklärte dazu, dass wiederverheiratete Geschiedene keineswegs ein Recht auf den Kommunionempfang hätten.

In der Erzdiözese Bologna hingegen bleibt wiederverheirateten Geschiedenen der Kommunionempfang weiter offiziell verwehrt. Dessen 2015 emeritierter Kardinal Carlo Caffarra, einer der Mitstreiter Burkes, hatte schon in seiner Amtszeit stets vor einer Aufweichung der strengen, einheitlichen Praxis gewarnt. Individuell zu findende Einzelwege überforderten zudem den einzelnen Geistlichen, so Caffarra.

Doppelschachzug von Kardinal Müller

Kann also nun jeder Diözesanbischof in dieser Frage tun, was er will? Der deutsche Kurienkardinal und oberste Glaubenshüter Gerhard Ludwig Müller vollführte zuletzt einen interessanten Doppelschachzug. Er dekretierte, dass die von manchen kritisierten Unschärfen in "Amoris laetitia" keine "Gefahr für den Glauben" darstellten. Daneben steht unkommentiert seine Ansprache vor der Weltfamiliensynode im Vatikan 2014/15. Und die ist in der Frage der Ehepastoral ähnlich glashart wie die Position von Burke und Caffarra.

In den USA gehen einige Bischöfe voraus - in die eine oder die andere Richtung. So nahm sich San Diegos neuer Bischof Robert McElroy den synodalen Prozess, der zu "Amoris laetitia" führte, zum Vorbild und berief eine Bistumssynode zum Thema ein. Die votierte für eine konkrete Umsetzung des vom Papst angeregten "Wegs zur Teilnahme an den Sakramenten". In der Erzdiözese Philadelphia dagegen empfiehlt Erzbischof Charles Chaput wiederverheirateten Geschiedenen sexuelle Enthaltsamkeit. Sie sollten wie "Bruder und Schwester" leben, um im Sakrament der Buße Versöhnung zu empfangen.

Dem schloss sich zuletzt der junge Bischof des Personalordinariates Kathedra Petri für zum Katholizismus übergetretene Anglikaner, Steven Joseph Lopes, an. Der 41-Jährige untersagte wiederverheirateten Geschiedenen, die nicht sexuell enthaltsam leben, den Kommunionempfang.

Papst Franziskus selbst sagte jüngst in einem Interview: "Einige kapieren es immer noch nicht." Das ist eine ziemlich eingängige Aussage. Viel eingängiger jedenfalls als die komplexe Gewissensentscheidung, vor der die Seelsorger nun in ihrem pastoralen Alltag stehen.