Sonntag, 23. November 2014

An der Quelle verwurzelt

Ein Leben lang dich abmühen
mit gutem Willen
jeden Morgen dich neu anstrengen
es allen recht zu machen…

Ein Leben lang
dich durch Leistung definieren
um den Erwartungen
der anderen
gerecht zu werden…

Es gibt eine andere Möglichkeit –
die mystische Lebensgestaltung:
Das Wesentliche ist schon da
du bist in der Quelle verwurzelt
du brauchst dich nicht zu beweisen
weil dein Wert aus deinem Sein entspringt

Aus dieser inneren Freiheit
schöpferisch
kämpferisch
leidenschaftlich sein –
wie Jesus.

Pierre Stutz, Der Stimme des Herzens folgen,
Herder Verlag, Fr. i. Br. 2005, 68.

Freitag, 21. November 2014

"Seelsorge-Beispiel" für den Neuen Pastoralen Weg der Seelsorgeräume?

Die jüngste Personalnachricht der Diözese gibt mir zu denken: welcher pastorale Weg wird hier gegangen?
Personalnachrichten
18. November 2014
Diözese Eisenstadt

In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde der hochw. Herr
Léon Variamanana, Priester der Erzdiözese Variamanana, Madagaskar, und zum Aushilfspriester in der Pfarre Lockenhaus sowie der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. mit Sitz in Lockenhaus ernannt. (14. November 2014)

Ein Priester wird zur Aushilfe - sprich: zum Messlesen - ernannt; innerhalb zweier Dekanate, entlang der Güns, im Tauchental und im Pinkatal!
1. Wie soll der arme Kerl das bewerkstelligen?
2. Wem dient er damit? Wie erleben die Gläubigen hierbei "Seelsorge" und Eucharistiefeier?


Vorstellung von Leon Variamanana 2010 im Ruster Pfarrblatt.

Donnerstag, 20. November 2014

Zölibat: Mit Rom unierte Ostkirchen dürfen weltweit verheiratete Männer weihen

Der Papst erlaubt die Priesterweihe verheirateter Männer in allen Regionen mit eigener ostkirchlicher Struktur.
Zölibat: Eine kleine Sensation
Kirchenrechtlich ist es eine kleine Sensation. Dennoch ging die Nachricht von der erweiterten Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt in den katholischen Ostkirchen zunächst unter. Ab sofort, so entschied der Papst, können nicht nur in den traditionellen ostkirchlichen Territorien verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern geweiht werden - also im Nahen Osten oder in Osteuropa.

Auch für ihre Gemeinden in der Diaspora gilt künftig keine Zölibatspflicht mehr, soweit dort eigene ostkirchliche Strukturen bestehen. Die neue Regelung soll der Migration und den Flüchtlingsströmen von Christen aus Nahost nach Europa, Amerika und Australien Rechnung tragen. Denn ein beachtlicher Teil der rund 20 Millionen "Unierten" aus den 23 verschiedenen ostkirchlichen Riten hat inzwischen seine Stammlande verlassen.

Die von der vatikanischen Ostkirchenkongregation verbreiteten "Päpstlichen Anordnungen für den verheirateten orientalischen Klerus" trägt zwar das Datum vom 14. Juni. Sie wurden damals jedoch nicht veröffentlicht. Erst mit der Aufnahme ins Amtsblatt des Heiligen Stuhls, die meist mit sechsmonatiger Verzögerung erscheinenden und medial kaum beachteten "Acta Apostolicae Sedis" (AAS), wurden sie jetzt publik. Der Vatikan wählt mitunter diesen Weg, wenn er Vorgänge nicht an die große Glocke hängen, sondern eher beiläufig in Kraft setzen will.

Franziskus entsprach der Bitte etwas überraschend

Bei ihrer Vollversammlung im November 2013 hatte die Ostkirchenkongregation den Papst gebeten, die Möglichkeit zur Priesterweihe für verheiratete Männer über die klassischen "Territorien" hinaus auszuweiten. Franziskus entsprach dieser Bitte ein halbes Jahr später - und vielleicht auch etwas überraschend. Denn noch 2008 hatte die Kongregation nach einer ähnlichen Diskussion die Zölibatspflicht, wie sie für Priester des lateinischen Ritus gilt, für die Ostkirchen in der Diaspora bekräftigt.

Allerdings modifizierte Papst Franziskus sein Plazet. Nur in Regionen mit eigener ostkirchlicher Struktur haben deren Leiter das Recht zur Priesterweihe von Verheirateten. Das gilt also für die bestehenden Metropolien, Eparchien oder Exarchate der katholischen Chaldäer, der Maroniten, Melkiten oder Ukrainer in Amerika oder Europa. In München etwa gibt es ein eigenes Exarchat für die unierten Ukrainer in Deutschland und Skandinavien. Allerdings muss der Exarch vor der Weihe eines verheirateten Ukrainers den für dessen Wohnort zuständigen lateinische Bischof informieren und sich über den Kandidaten erkundigen.

Bei fehlender Hierarchie sind die Hauptstadt-Kardinäle zuständig

In ostkirchlichen Ordinariaten ohne eigene Hierarchie geht diese Vollmacht an den zuständigen Ordinarius über. Das gilt etwa für Österreich oder Frankreich, wo die Hauptstadt-Kardinäle Christoph Schönborn oder Andre Vingt-Trois zugleich auch für die Unierten ihres Landes zuständig sind. Dies galt früher auch für Jorge Mario Bergoglio in Argentinien vor seiner Papstwahl. Sie können nach konkreter Information ihrer jeweiligen Bischofskonferenz und des Vatikan auch verheiratete Kandidaten weihen.

In Gebieten, wo Katholiken des östlichen Ritus keine eigene Kirchenstruktur haben und von den lateinischen Ortsbischöfen mitbetreut werden - etwa in Deutschland (mit Ausnahme der Ukrainer) -, gilt diese Sonderregelung nicht. Zuständig bleibt dann die Ostkirchenkongregation, die in konkreten Ausnahmefällen nach Abstimmung mit der jeweiligen Bischofskonferenz entscheidet.

Die Diskussion um die Tätigkeit verheirateter unierter Geistlicher im Westen begann Ende des 19. Jahrhunderts. Als Tausende unierte Ruthenen aus ihren osteuropäischen Stammlanden in die USA auswanderten, lösten ihre verheirateten Priester Protest der lateinischen Bischöfe aus. Daraufhin verbot der Vatikan 1890 verheirateten ruthenischen Geistlichen, sich in den USA niederzulassen.

Das Verbot wurde bald auf Kanada und dann auf alle Unierten ausgeweitet. Das Sonderrecht der ostkirchlichen Klerikerheirat sollte auf die Stammlande beschränkt bleiben.

Ausnahmegenehmigungen für Einzelfälle gab es aber immer wieder. Doch spätestens das Dekret "Anglicanorum coetibus" Benedikts XVI. warf die Frage mit neuen Aspekten auf. Das Dokument von 2009 ermöglicht übertrittswilligen anglikanischen Geistlichen in bestimmten Fällen eine Priestertätigkeit in der katholischen Kirche - auch wenn sie verheiratet sind.

Quelle: katholisch.de


Papst Franziskus erlaubt unierten Kirchen weltweit Priesterweihe von verheirateten Männern
Inzwischen ist es offiziell. Die Kongregation für die orientalischen Kirchen veröffentlichte neue, von Papst Franziskus approbierte Bestimmungen, die faktisch die Priesterweihe für verheiratete Männer und die Seelsorge verheirateter Priester der katholischen Ostkirchen auch außerhalb ihrer historischen Gebiete erlauben. Bisher galten aus historischen Gründen und aufgrund alter Unionsverträge Sonderregelungen in den klar umrissenen historischen Gebieten der mit Rom unierten Ostkirchen. Konkret waren dies der Nahe Osten und Teile des östlichen Mitteleuropas.
Katholisches.info >>

Mittwoch, 19. November 2014

Im Vatikan soll über Frauenpriestertum "offen diskutiert" werden

Culura femminili: Weibliche Kulturen - gleich und unterschiedlich
Päpstlicher Kulturrat für Frauenpriestertum?
Der Päpstliche Kulturrat unter der Leitung von Kardinal Gianfranco Ravasi scheint sich nicht nur mit Kultur und Sport zu befassen, sondern auch mit der Glaubenslehre, und das auf vermintem Boden. Jedenfalls wenn man den Worten des spanischen Claretinerpaters Pablo d’Ors glauben kann. In einem Interview für La Repubblica vom 5. November sagte er, daß für „die nächste Vollversammlung“ des Päpstlichen Kulturrats, die für 2015 zum Thema „weibliche Kulturen“ einberufen ist, eine „Öffnung“ in Richtung Frauenpriestertum feststehe. Er selbst werde daran teilnehmen und sei „absolut dafür“. Pablo d’Ors fügte noch hinzu: „Und ich bin nicht allein.“ Am vergangenen 1. Juli ernannte Papst Franziskus Pablo d’Ors zum Consultor des Päpstlichen Kulturrats.
Katholisches.info >>

Homepage von Päpstlicher Kulturrat>>



Vatican consultant ‘absolutely’ in favour of women priests
Excluding women ‘unacceptable’ says priest due to report to pontifical council
The Irish Times >>

Dienstag, 18. November 2014

Bürgermeister von St. Andrä: "Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt"

"Ehre, dass Heiliger Vater uns dankt"
Die Gemeinde ist den Plänen für ein orthodoxes Kloster aufgeschlossen, übt aber auch Kritik.

So viel Aufmerksamkeit hat St. Andrä am Zicksee noch nie erlebt. Seit bekannt wurde, dass in der rund 1400-Seelen-Gemeinde das erste orthodoxe Kloster Österreichs errichtet werden soll, ist der kleine Ort im Seewinkel in aller Munde. Selbst Papst Franziskus meldete sich in einem Schreiben an seinen "verehrten Bruder Bischof Ägidius Zsifkovics" zu Wort, dankte darin der Pfarre St. Andrä für die "wohlwollende und großherzige Unterstützung" und erteilte ihr ihren Segen.

Historisches Ereignis

Für Bürgermeister Erich Goldenitsch ist dies eine historisch Sache. "Es ist eine große Ehre für die Gemeinde, dass uns der Heilige Vater seinen Dank ausspricht." Auch der Besuch des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. vergangene Woche war für den Ortschef ein einzigartiges Ereignis. Das Treffen mit den orthodoxen Priestern sei gut verlaufen. "Es waren alle gesprächsbereit."

Obwohl Goldenitsch dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber steht, sind für ihn noch viele Fragen offen. "Leider hat uns die Diözese erst sehr spät über ihre Pläne informiert. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Gemeinde und auch die Bürger hätten sich vorab mehr Informationen gewünscht und wären gerne mehr in das Projekt miteingebunden worden."

Der Bürgermeister ist von der Diözese enttäuscht und hofft in Zukunft auf eine bessere Zusammenarbeit. "Der Gemeinderat muss die Umwidmung des Grundstückes einstimmig genehmigen. Dafür hätten wir gerne gewusst, was genau geplant ist." Und er betont: "Es wird nichts ohne die Bevölkerung gemacht."

Weiterlesen im Kurier >>

Montag, 17. November 2014

Frauen in der Kirche: Gleiche Würde - gleiche Rechte

Resolution der Katholischen Reformbewegungen am 15. November 20014

Frauen in der Kirche
Gleiche Würde – gleiche Rechte
Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten.
Warum könnt ihr die Zeichen der Zeit nicht deuten? (Lk 12, 56)

Die ungelösten Fragen nach der Stellung, der Würde und den Rechten der Frauen in der Kirche berühren zentrale Themen der Glaubwürdigkeit der Kirche.

In manchen Regionen der Erde hat Frauenverachtung furchtbare Folgen. Da kann die katholische Kirche nicht ohne Glaubwürdigkeitsverlust an der Diskriminierung der Frauen festhalten.

Gleiche Rechte für Männer und Frauen in der Kirche einzufordern, bedeutet keine Anpassung an einen beliebigen Zeitgeist. Vielmehr haben sich die Texte der Frohbotschaft den damals herrschenden patriar­cha­lischen Verhältnissen angepasst, obwohl gerade die Schöpfungstexte einen gleichrangigen Entwurf vom Menschen als Frau und Mann zeigen. Die Kirchenleitung muss die „Zeichen der Zeit“ wahrnehmen und ihr Menschen- und Geschlechter­verständ­nis gründlich überdenken, will sie nicht in eine hoffnungslose Situation geraten.

Daher darf auch die Priesterweihe für Frauen kein Tabu bleiben. In die Prüfung der Berufung zum Priesteramt müssen endlich auch Frauen einbezogen werden. Alle Erfahrungen der seelsorglichen Wirklichkeit belegen, dass die römische Kirche schon heute und erst recht in Zukunft Frauen in allen kirchlichen Ämtern braucht.

Der Ausschluss der Frauen von der Priesterweihe ist eine Diskriminierung, die man nicht Jesus mit dem Argument in die Schuhe schieben kann, er habe dazu keine Vollmacht erteilt. Schon auf aufgrund des natürlichen göttlichen Rechts ist jede Diskriminierung unzulässig; um sie abzustellen, bedarf es keiner besonderen Vollmacht.


Pressebericht
Frauen in der Kirche /Gleiche Würde – gleiche Rechte!
Studientag im Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten, 15. November 2014

Protest und Ermutigung

Gleiche Würde wird den Frauen auch in der römisch-katholischen Kirche schon zugestanden, gleiche Recht werden ihnen aber immer noch verweigert. Die „Laieninitiative“, gemeinsam mit den anderen Reformbewegungen, richtete im Bildungshaus St. Hippolyt (St. Pölten) einen Studientag aus, der sich mit Ursachen und Folgen kirchlicher Frauendiskriminierung beschäftigte. Mit 130 TeilnehmerInnen war  die Tagung ein bemerkenswerter Erfolg.

Ist die Bibel schuld?
Während der Papst eine „vertiefte Theologie der Frauen“ fordert, wird in Rom übersehen, dass es diese schon längst gibt. Die Grazer Alttestamentlerin Univ.- Prof. Dr. Irmtraud Fischer zeigte, dass die Bibel für Frauendiskriminierung nicht in Anspruch genommen werden kann, obwohl sie in einer patriarchalischen Gesellschaft entstanden ist. Die Schöpfungstexte stellen Frau und Mann als ebenbürtig dar; das wird allerdings durch tendenziöse Bibelübersetzungen  verschleiert.

Behutsamkeit statt Ungeduld
Ein persönliches Bekenntnis legte der oberste Benediktiner Österreichs, Abtpräses Mag. Christian Haidinger ab: Seine Erfahrung lehrte ihn, dass Frauen durchaus zum Priesteramt berufen sind. Er ist überzeugt, dass alle Ämter in der Kirche schließlich auch Frauen offenstehen werden, aber er verwahrte sich dagegen, dass Frauen zur Selbsthilfe greifen und schon jetzt Eucharistiefeiern leiten.  Haidinger trat für ein behutsames Vorgehen ein und machte darauf aufmerksam, dass Frauenweihe in der römischen Kirche zu einem Bruch mit den Kirchen der Orthodoxie führen würde.

Eine Frage der Menschenrechte
Aktuelle Meinungsforschungen ergeben, dass der Hype des Feminismus längst vorbei ist und damit auch der Druck von außen auf Veränderungen in der Kirche geringer geworden ist. Dr. Petra Steinmair-Pösel, Habilitantin an der Wiener Theologischen Fakultät, folgerte daraus:  Umso wichtiger ist die Einsicht, dass es sich bei der Forderung nach gleichen Rechten für Frauen um keine Anpassung an den Zeitgeist handelt, sondern um eine Forderung der Menschenrechte, für die die Kirche nach außen gern ein tritt, während sie diese im Inneren nicht gelten lässt.

Eine klare Resolution
Die Tagung wurde durch knappe Erfahrungsberichte von Theologinnen und einer Ordensfrau angereichert und mit einer allein von Frauen gestalteten Wortgottesfeier abgeschlossen. Die Jahrzehnte lange  Unzufriedenheit mit der Stagnation in der Kirche  drückte sich schließlich in einer sehr deutlichen Resolution aus, die von den TeilnehmerInnen unterschrieben wurde (siehe Beilage). Während Statements und Diskussionen auch immer wieder ein härteres Vorgehen der Frauen forderten, blieb doch die Einsicht vorherrschend, dass den Frauen in den letzten Jahrzenten viele neuen Möglichkeiten zugewachsen sind. Die Ermutigung, alles Gegebene zu nutzen, würde auch die  Gleichberechtigung weiter vorantreiben.



Haidinger: Beim Nein zu Frauen-Priesteramt wird es nicht bleiben
Abtpräses Christian Haidinger bei Studientag katholischer Gruppen über Frauen in der Kirche - Resolution fordert Ende der Diskriminierung von Frauen
Beitrag auf Kathpress >>

Sonntag, 16. November 2014

Deine Begabungen

Hat dir schon einmal ein Mensch gesagt,
dass du schön bist,
dass sich tief in deiner Seele
eine innere Schönheit verbirgt,
dass du durch dein Lachen
einen Menschen froh machen
und dich durch den Ernst deines Schweigens
ganz auf einen andern einstimmen kannst?

Ahnst du eigentlich,
wie viele Möglichkeiten,
welch kostbare Begabungen
noch in dir schlummern,
die im Laufe deines Lebens
von dir betreut werden wollen,
um dich zu der Vollendung
deiner einmaligen Schönheit hin
wachsen und reifen zu lassen?

Manches in dir fügt sich,
wenn du dich nicht allem fügst!

Werkmappe Jugendgottesdienste, Innsbruck 21997,
Zum Nachdenken 101.