Freitag, 24. Oktober 2014

Meine Synoden-Bilanz

von Regina Polak am 20. Oktober 2014 

Ein neuer Stil, eine neue Sprache - aber eine inhaltliche Enttäuschung. Gedanken zur Familiensynode.

Die beiden vergangenen Wochen waren ungemein spannend und ich bin aus dem Staunen nicht herausgekommen. Da riskiert ein Papst eine für die Kirchenleitung völlig ungewohnte Synodengestaltung und vertraut offenbar, gut jesuitisch, dem Austausch der Argumente, und dass sich dadurch die dringlich anstehenden pastoralen Fragen in Theorie und Praxis besser beantworten lassen. Nicht nur das, die Diversität der Argumente, die inneren Konflikte dürfen öffentlich werden und damit auch die inneren Konflikte der Kirchenleitung, auch die Unterschiede und Konflikte zwischen den verschiedenen Kontinenten. Er selbst hält sich, diesen Eindruck erweckt zumindest die mediale Berichterstattung, in diesem Prozess weitgehend zurück und hört zu.

Auch eine ungewohnte Sprache wird ab und an hörbar: nicht nur die ängstlich-mahnende, bremsend-restriktive, die primär Probleme und Gefahren sieht, sondern auch eine Sprache, die das Gute, das Hoffnungsgebende benennt, die von der Wirklichkeit ausgeht und deren Potentiale benennt (z.B. in der Treue so mancher gleichgeschlechtlicher Paare). Laien dürfen von ihren Erfahrungen erzählen. Es erscheint ein Zwischenbericht, der Hoffnung gibt. Und dann erscheint ein Endbericht, in dem die Mehrheit der Kardinäle und Bischöfe Veränderungen offenbar derzeit nicht zustimmen kann (Wortlaut).

Als Katholikin und Theologin ist der Prozess für mich zunächst als solcher durchaus erstaunlich. Dass die Kirchenleitung so agieren kann, hätte ich mir nicht erwartet. Sie kommt im 21. Jahrhundert an, wenn es möglich wird, dass die innere Diversität der Kirche, die ja an sich gut katholisch ist, sichtbar werden darf, auch öffentlich. Und um bei der Suche nach deiner wahren und guten Entscheidung muss diese Verschiedenheit zunächst einmal thematisiert werden. Das ist mutig und unabdingbar.

Widerspruch zum Konzil
Inhaltlich bin ich freilich wenig glücklich. Die Gegenwart und ihre Entwicklungen wurden zwar zum Ausgangspunkt der Synode – aber nicht in ihrer theologischen Würde anerkannt. Genau besehen widerspricht dies "Gaudium et Spes", das mit dem Begriff der "Zeichen der Zeit" eine theologische Kategorie einführt, die die Gegenwart zu einer Quelle der Glaubenserkenntnis werden lässt. "Zeichen der Zeit" bedeutet ja, dass die Gegenwart im Lichte des Evangeliums zu deuten ist – ein Vorgang, den aber bereits Karl Rahner in seiner "Unheimlichkeit" erkannt hat, wird damit doch nichts anderes gesagt, dass es eine Dimension der Offenbarung Gottes gibt, die nicht im depositum fidei eines traditionellen Offenbarungsverständnisses vorfindbar ist und daher einer eigenen, neuen theologischen Methode bedarf, um diese zu erkennen.

Die Mehrheit der Synodenmänner kann diese anstehende Deutung der "Zeichen der Zeit" vorläufig nur mit einem Schwerpunkt auf die Defizite der Gegenwart erbringen. Dies lässt mich nicht nur nach der Ausbildung von Theologen und Amtsträgern fragen, es verweist auch auf eine jahrhundertealte defizitorientierte Organisationskultur, die offenbar nicht so einfach zu verändern ist. Innerkirchlich ist es aber schon ein Fortschritt, dass überhaupt einmal Argumente ausgetauscht werden und riskiert wird, offen und frei zu sprechen.

Schmerzhafte Ungleichzeitigkeiten
Als Zeitgenossin, die ich auch bin, erlebe ich allerdings schmerzhafte Ungleichzeitigkeiten. Freilich finde ich den Prozess selbst unter einer organisationsentwicklerischen Perspektive sehr gelungen. Aber ich mache mir große Sorgen, insbesondere um die Kirche in Europa.

Für viele Menschen, die ich kenne und schätze, innerhalb der Kirche und (noch) an den Entwicklungen der Kirche interessiert, ist allein die Frage, ob die Kirche offen ist für alle, ob man gleichgeschlechtlich orientierte Menschen "toleriert", ob wiederverheiratete Geschiedene an den Sakramenten der Kirche teilhaben dürfen, mindestens anachronistisch und schlichtweg aus deren Ethos nicht mehr nachvollziehbar. Und das nicht aus Libertinage oder Relativismus, sondern aufgrund eines humanem Ethos, das nie im Gegensatz zum christlichen stehen kann.

Der Verweis auf die Ungleichzeitigkeit der Entwicklungen in anderen Kontinenten hilft da nur begrenzt, auch die ekklesiologisch korrekte Ansicht, in der Kirche müssen alle, auch die Konservativen, ihren Platz haben können und neue Wege mitgehen können, ist zwar wahr: Aber was, wenn die Ergebnisse theologisch nicht wirklich passen?

Schöpfungstheologisch wirkt Gott sein Heil auch außerhalb der Kirche, daher müssen Spuren davon auch in den konkreten Lebenssituationen von Menschen zu finden sein. Dies hat die Kirche in ihr Lehramt zu integrieren. Was, wenn die Kirche Europa aufgibt, weil viele in der Kirchenleitung Europa für gottlos und verweltlicht halten? Viele dieser Menschen werden die Kirchen endgültig verlassen: Sie wollen weder als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden noch einer Institution angehören, die Menschen moralisch kategorisiert. Auch dies muss die Kirchenleitung einst verantworten.

Bedrohliche Situation
So sehe ich mich also mit einer Vielzahl an Ungleichzeitigkeiten und Widersprüchen konfrontiert. Das wäre an sich auch kein Problem – aber angesichts der Lage der Kirche in Europa ist diese Situation in meinen Augen bedrohlich.

So hoffe ich, dass bis zur nächsten Synode, auf der dann ja erst Beschlüsse gefällt werden, der Geist wirkt: dass die Bischofskonferenzen sich mit den Gläubigen ihrer Diözesen mit den Ergebnissen und Argumenten weiter intensiv auseinandersetzen und durch Nachdenklichkeit und Abwägen bis dahin der eingeläutete Prozess weitergeht. Und, gut jesuitisch, dass es bei der nächsten Synode nicht um Durchsetzung von jeweiligen Eigeninteressen geht, sondern um die Kraft der Argumente. Dabei ist jede Mehrheit verpflichtet, immer auch auf die Argumente der Minderheit zu hören und diese zu bedenken.
Quelle: katholisch.at 


Synode: Reaktionen „vorsichtig positiv“
Eine katholische Theologin, katholische Organisationen und österreichische Bischöfe, äußerten sich teils positiv, teils kritisch zu der am Sonntag zu Ende gegangenen Sondersynode zu Familie und Ehe im Vatikan.
Religion.orf.at >>


Ravasi verteidigt Schlussdokument der Synode
Der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, lädt zu einer genauen Lektüre des Schlussdokuments der Bischofssynode.
Radio Vatikan >>

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Kirchen anders genutzt: Gott aus dem Häuschen


In Italien werden immer mehr Kirchen an private Eigentümer verkauft. Der neue Besitzer kann damit machen, was er will: eine Autowerkstatt eröffnen, ein Büro - oder eine Pizzeria.

Tief steckt Italien in der Rezession, überall muss gespart werden. Und wenn man kein Geld mehr hat, um Kirchen zu restaurieren und sie in Schuss zu halten, werden auch in dem erzkatholischen Land die Gotteshäuser entweiht und verkauft.

Je nachdem, wer der neue Besitzer ist, wird die Kirche dann neu genutzt. Der italienische Fotograf Andrea Di Martino ist mit seiner Kamera zu vielen ehemaligen Gotteshäusern gefahren und hat diese abgelichtet. Was er hinter den schweren Kirchentüren vorfand, ist überraschend.
Spiegel-Online >>

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Franziskus und unsere Bischöfe




Kardinal Walter Kasper
"Wir müssen dafür sorgen, dass Homosexuelle ihren Platz haben"
Kirchenkampf: Kardinal Walter Kasper plädierte nach der Familiensynode im Vatikan für wiederverheiratete Geschiedene und gegen die Diskriminierung von Homosexuellen.
Zeit-Online >>
Seite 2 "Sünden gab es immer"
Seite 3 "Franziskus sagt: Verwandelt das Brot nicht in Steine!"

Dienstag, 21. Oktober 2014

Nach der Synode ist vor der Synode!


„Mehr Frische wünschenswert“
Zwei Wochen haben die Bischöfe im Vatikan im Rahmen der Familiensynode beraten. Heftig diskutiert wurde auch über umstrittene Themen wie den Umgang mit Homosexuellen und Geschiedenen. Ein Zwischenbericht hatte für Aufsehen gesorgt. Beobachter hatten darin einen neuen Ton der Kirche gesehen.
Orf.at >>


Vatikan-Sondersynode ohne Einigung zu heiklen Themen
Die zweiwöchige Sondersynode der katholischen Kirche zu den Themen Ehe und Familie ist nach teils heftigen Debatten ohne Einigung in den strittigen Fragen Homosexualität und Scheidung zu Ende gegangen.
Religion.orf.at >>


Familiensynode im Vatikan
Die bleierne Zeit ist zu Ende
Trotz großer Widerstände ist Papst Franziskus nach der Bischofssynode zu Ehe und Familie einen großen Schritt weiter: Den status quo ante wird es nicht mehr geben. Ein Kommentar.
FAZ >>


Verwirrender Lichtstrahl
Die Bischöfe hat bei ihrer Familiensynode in Rom der Mut verlassen, Geschiedenen und Homosexuellen ein Signal des Aufbruchs zu senden. Viele sind nun enttäuscht. Die katholische Kirche wird grundsätzlich über ihre Ehe-, Familien- und Sexuallehre streiten müssen.
Süddeutsche >>


Synode uneins über Wiederverheiratete und Homosexualität
Entsprechende Passagen im Abschlussdokument wurden mehrheitlich angenommen, verfehlten aber die erforderliche Zweidrittelmehrheit
Kathpress >>


Bischofssynode in Rom endet mit dem Aufruf des Papstes, die Diskussion um Ehe und Familie in der Ortskirche weiterzuführen
Kardinal Marx: „Der synodale Weg geht weiter!“
Zum Abschluss der Bischofssynode in Rom zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine positive Bilanz gezogen. „Wir haben eine spannende Synode erlebt mit einer offenen und freimütigen Diskussion. Dabei sind unterschiedliche Positionen hervorgetreten und Schwierigkeiten gerade im weltkirchlichen Kontext wurden nicht verschwiegen. Gleichzeitig konnten aber auch Chancen und Herausforderungen debattiert werden. Das hat auch das Abschlussdokument der Bischofssynode gezeigt. Am Ende steht für mich fest: Der synodale Weg geht weiter!“
Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz >>


Zwei Schritte vor, einer zurück
Kardinal Reinhard Marx hat als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofssynode zu Ehe und Familie im Vatikan teilgenommen, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. Auch wenn die Teilnehmer dort sehr kontrovers diskutiert hätten, zieht Marx im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) eine positive Bilanz.
Katholisch.de >> 


Synode: Schönborn kritisiert „Tunnelblick“
Zurück von der außerordentlichen Familiensynode in Rom hat Kardinal Christoph Schönborn sowohl den Medien als auch der Kirche am Montag einen thematischen Tunnelblick vorgeworfen.
Religion.orf.at >>


Dokumente:

Die Synodenbotschaft in einer Arbeitsübersetzung
Wir Synodenväter, die hier in Rom vor Papst Franziskus im Zuge der außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode versammelt sind, wenden uns an alle Familien der unterschiedlichen Kontinente und vor allem an jene, die Christus folgen‚ der Weg, Wahrheit und Leben ist. Wir verkünden unsere Bewunderung und unsere Dankbarkeit für das tägliche Zeugnis, das ihr uns und der Welt mit eurem Glauben, eurer Hoffnung und eurer Liebe zeigt.
Weiter auf Radio Vatikan >>


Papst Franziskus zum Ende der Synode
Mit Dank und einem Ausblick auf das anstehende Jahr hat Papst Franziskus an diesem Samstag die Beratungen der Versammlung der Bischofssynode beendet. Wir dokumentieren in einer Arbeitsübersetzung die Ansprache des Papstes zum Ende der Sitzungen, für die es fünf minütigen Applaus gab.
Radio Vatikan >>


Die "Relatio Synodi" gibt es vorerst nur auf Italienisch. Sie informiert auch über die Abstimmungsergebnissen zu den 62 Punkten: 59 Punkte wurden mit Zweidrittelmehrheit und nur drei (Nr. 52, 53 und 55) mit qualifizierter Mehrheit angenommen.
Synod14 - "Relatio Synodi" della III Assemblea generale straordinaria del Sinodo dei Vescovi:
"Le sfide pastorali sulla famiglia nel contesto dell’evangelizzazione"
(5-19 ottobre 2014), 18.10.2014
Press.Vatican.va >>


Zum Nachlesen:
Blog von Holger Dörnemann zur Familiensynode

Thema "Bischofsynode zur Familienpastoral" der Erzdiözese Wien >>

Familiensynode im Vatikan "Realitätsschübe für die Kirche"

Im Vatikan wird zur Zeit über Ehe, Familie und Sexualität diskutiert. Auch Laien wurden zu der Familensynode eingeladen, manche katholischen Ehepaare sprachen dabei offen von ihrem Sexleben und Verhütung. Einige Kardinäle und Bischöfe machte das sichtlich nervös.
Süddeutsche.de >>


Rom hat gestritten …
Ungekannte Offenheit – so lautet der erstaunliche Befund nach der Familiensynode. Ob diese aber auch zu einem Umbau führt, ist noch lang nicht ausgemacht.
Otto Friedrich in der Furche >>


US-Erzbischof Chaput: Gesamt der Synodenbotschaften "konfus"
Prominentester Kapuziner Amerikas übt scharfe Kritik an Debatten der Bischofssynode - "Verwirrung ist etwas, was vom Teufel kommt"
Kathpress >>

Montag, 20. Oktober 2014

Politi: Papst will Reformen durch Konsens

Kann Papst Franziskus die katholische Kirche reformieren? Einschätzungen zur Bischofssynode über Ehe, Familie und Sexualität von Vatikan-Insider Marco Politi.

Herr Politi, kommt die Synode voran?
Marco Politi: Ganz bestimmt. Diese Synode hat schon ein Erdbeben in der Hierarchie ausgelöst. So etwas hat es seit 50 Jahren nicht gegeben. Papst Franziskus will aus der Synode ein Werkzeug der Kollegialität, der Mitentscheidung machen. Er will keine monarchische, absolutistische Kirche mehr. Er versteht die Synode als konsultatives Instrument, das konkrete Vorschläge macht.
Schon aus der allgemeinen Debatte der ersten Woche sind wichtige Zeichen gekommen und auch wichtige Worte, die man vorher nie gehört hat. In dem offiziellen Dokument nach der generellen Debatte hat man z.B. gesagt, dass die Homosexuellen Gaben und Eigenschaften haben, die sie den christlichen Gemeinschaften anbieten können. Man hat von den Kindern in den homosexuellen Familien gesprochen. Man hat gesagt, dass es positive Elemente auch in Ehen gibt, die nur zivil getraut sind oder auch in den Partnerschaften. Und natürlich hat man gesagt, dass es möglich sein könnte, dass wiederverheiratete Geschiedene - nach einer Zeit der Buße - wieder an der Kommunion teilnehmen dürfen, so wie es z.B. der ehemalige Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, in Freiburg organisiert hatte.
Weiterlesen auf Deutsche Welle >>


Der schwere Weg des Reformers
Rom. Angeführt von Papst Franziskus, signalisieren die katholischen Bischöfe bei der Synode im Vatikan eine Öffnung gegenüber Geschiedenen und Homosexuellen. Doch die Widerstände wachsen.

Der Papst schweigt. Er sitzt da, die Hände auf dem Tisch gefaltet, den Kopf aufgestützt. Franziskus hört zu. Seit bald zwei Wochen beraten die Bischöfe bei der Synode im Vatikan darüber, was die katholische Kirche heute zu Sexualität, Ehe und Familie zu sagen hat. Der Papst sagt kein Wort. Ab und zu macht er eine Notiz und schiebt sie dem Synoden-Generalsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri zu. Eigentlich muss Franziskus auch gar nichts sagen. Alle ahnen, was er vorhat: Papst Franziskus will eine Kirche, die sich den Menschen öffnet.

Das ist eine unausgesprochene Kriegserklärung an die Tradition. Oder zumindest empfinden es die konservativen Kräfte in der katholischen Kirche als solche, wenn wie jetzt in einem offiziellen Dokument der Kirche Sätze zu lesen sind wie: "Homosexuelle Personen haben Gaben und Qualitäten, die wertvoll für die christliche Gemeinschaft sein können." Diese Worte, auch wenn sie nur im vorläufigen Zwischenbericht der Synode stehen, sind eine Sensation in einer Kirche, die gelebte Homosexualität bislang als Krankheit oder Sünde abtat.
Weiterlesen auf RP-Online >>


Kardinal Pell: Barmherzigkeit ja, aber...
Zehn Kardinäle haben schon vor der Synode ausführlich Kritik am Startvortrag von Kardinal Walter Kasper über Ehe- und Familienpastoral geäußert, in der Regel in längeren Aufsätzen. Von diesen zehn Kardinälen nehmen sechs an der derzeitigen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom teil: Es sind die Kardinäle Müller, Burke, Caffarra, Pell, Ouellet und Scola. Gemeinsam ist ihnen wichtig, dass sie an die Unverrückbarkeit der kirchlichen Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe erinnern. Am Donnerstag hielten die Synodenväter eine – den Berichten nach bewegte – Aussprache über die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen. Wir fragten den australischen Kurienkardinal George Pell, wie er diese Aussprache bewertete.

„Aus meiner Sicht war das sehr, sehr ermutigend! Es war eine Atmosphäre des offenen Redens, der Wahrheit, der Vielfalt in der Einheit. Und es war sonnenklar, dass die Lehre der Kirche, die Lehre Jesu absolut fundamental und zentral ist. Natürlich bedeutet das: Barmherzigkeit, aber Barmherzigkeit in der Wahrheit! Die Dokumente aus den Arbeitsgruppen sind wirklich katholisch im besten Sinn des Wortes. Es gibt da Diversität - offensichtlich. Aber da ist auch die radikale Treue zum Evangelium und zu Jesus Christus.“
Radio Vatikan >>


Die Zettelchen von Papst Franziskus für Kardinal Baldisseri
41 Synodalen meldeten sich nach Bekanntgabe des Zwischenberichts in der Synodenaula zu Wort, darunter die Kardinäle Pell, Ouellet, Müller, Caffarra, Scola, Dolan, Filoni, Vingt-Trois, Burke, Rylko und alle sprachen sich gegen Kaspers Vorschlag aus, der auch das Wort ergriff.
Erzbischof Gadecki, der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz brachte den Unmut unmißverständlich zum Ausdruck.
Katholisches.info >>

Sonntag, 19. Oktober 2014

Unsere Lebensgrundlage

Wir vertrauen auf Gott,
der denen, die unter dem Recht zu leiden haben,
die Liebe gibt.
Wir vertrauen auf Gott,
der denen, die Ausländer genannt werden,
ein Zuhause schenkt.

Wir vertrauen auf Jesus Christus,
der den Hungernden zu essen gibt
und den Durstigen einen Brunnen öffnet.
Wir vertrauen auf Jesus Christus,
der denen, die im Dunkeln sitzen,
ein Licht aufgehen lässt
und denen, die sich gefangen fühlen,
Befreiung verspricht.

Wir vertrauen dem Heiligen Geist,
der den Hoffnungslosen einen Weg zeigt
und denen, die belogen werden,
die Wahrheit sagt.
Wir vertrauen dem Heiligen Geist,
der für uns alle Hoffnung zum Leben ist.

Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten (A),
Herder-Verlag, Fr. i. Br. 2004, 211.