Donnerstag, 31. Juli 2014

Abtprimas Wolf gegen Kirche als „Verbotsinstitution“

Der Abtprimas des katholischen Benediktinerordens, Notker Wolf, hat sich gegen ein Auftreten der Kirche als „Verbotsinstitution“, zum Beispiel in Fragen der Sexualität, ausgesprochen.

In einem Interview der Kärntner Kirchenzeitung „Sonntag“ antwortete Wolf auf die Frage, weshalb junge Menschen die Kirche als „unsexy“ empfinden, diese habe womöglich „Angst vor den Problemen der jungen Leute“. Junge Menschen würden vielfach unbequeme Fragen stellen, „und da erscheint gerade auf dem Boden der Sexualität die Kirche als Verbotsinstitution“, so der aus Deutschland stammende höchstrangige Benediktiner. Nachsatz: „Mit so etwas möchte auch ich nichts zu tun haben.“
Der kritische Zugang Jugendlicher zur kirchlichen Sexualmoral sollte nicht „so tragisch“ genommen werden, so Wolf. Sexualität sei letztlich „ein Geschenk Gottes“, das die Verbindung von Menschen bedeute. Werde stattdessen moralische Enge vermittelt, sei die Konsequenz klar: „Die Jungen schalten ab, suchen ihr Heil woanders.“ Die Kirche werde nicht als „Ort des Glaubens und der Hoffnung“ erlebt.

Neuer Umgang statt Strukturreform
Im Hinblick auf ein neues Kirchenbild setze er große Hoffnung in Papst Franziskus, so Abtprimas Wolf. Beim Papst sehe er zwei hervorstechende Eigenschaften: Erstens sei er ein ganz normaler Mann, der Gespür für das menschliche Leben und für Gemeinschaft habe. Und zweitens lege er eine „entwaffnende Ehrlichkeit“ an den Tag, die aus dem Evangelium komme.
Wichtiger als Strukturreformen sei es allerdings, „die Menschen mit den Augen Gottes zu sehen“ und Barmherzigkeit als dessen vorrangige Botschaft zu erkennen. Kritischen Anfragen, warum der Papst noch keine Strukturen verändert habe, setzte der Benediktiner entgegen: „Strukturen haben noch nie Leben erzeugt! Was wir brauchen, ist ein neuer Umgang miteinander.“
Papst Franziskus schüttle „keine Lösungen aus dem Ärmel“, diese müssten sich im gemeinsamen Gespräch ergeben, wie jetzt im Vorfeld der Bischofssynode über Familienfragen. „Da wird leicht auf oberflächliche Fragen reduziert“, bemängelte Wolf. „Sind denn Schwulen-Ehen wirklich das höchste der Gefühle? Ist Conchita Wurst der Gipfel abendländischer Kultur? Müssen wir das alles wollen?“, fragte er. „Wie viel Intoleranz kommt in diesen Fragen durch! Die Intoleranz der ‚moralisch Korrekten‘ ist fast wie eine moderne Inquisition, das ist kein Dialog.“
religion.ORF.at/KAP

Mittwoch, 30. Juli 2014

Kirchenaustritte: Anatomie eines Misstrauensvotums

"Mir reicht's" - das dachten sich im vergangenen Jahr zahlreiche Katholiken. Rund 178.800 Menschen kehrten deutschlandweit der katholischen Kirche den Rücken, weitaus mehr als 2012 (Foto: dpa)
Franziskus und Tebartz-van Elst: Der bescheidene Papst und Limburgs verschwenderischer Bischof prägten das Bild ihrer Kirche. Nun zeigt sich, wer stärker wirkt - die Zahl der Austritte ist stark gestiegen. 
Ein Kommentar von Matthias Drobinski in der Süddeutschen Zeitung >>


Was die Katholiken aus der Kirche treibt
Das Vertrauen ist zu gering, die Steuern sind zu hoch: Im vergangenen Jahr sind deutlich mehr Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten als 2012.
Weiterlesen auf Zeit-Online >>


Kirchenaustritte - Quittung für Limburg
Seit Jahren treten immer mehr Menschen aus der Kirche aus. An diesem Freitag wurden die Zahlen für 2013 bekanntgegeben. Allein in Limburg sind es 80 Prozent mehr als 2012. Auswirkungen des sogenannten"Tebartz-Effekts"?
Deutsche Welle >>


Region Augsburg
Die Kirche hat ein Problem
Immer mehr Menschen in der Region treten aus der Kirche aus. Das bekommen auch die Pfarreien im Landkreis zu spüren. Sind die Gotteshäuser bald menschenleer?
Augsburger Allgemeine >>

Dienstag, 29. Juli 2014

Woran glauben Menschen mit Demenz?

Der gelöschte Gott – Woran glauben Menschen mit Demenz?

Elfie sitzt ganz ruhig da, nur ihr rechter Zeigefinger ist nervös. Der Fingernagel fährt immer wieder über dieselbe Stelle des Tischtuchs und macht ein schabendes Geräusch. Was sie dabei denkt, weiß man nicht so genau, und schon gar nicht woran sie glaubt. Früher waren es Gott, Kirche, Auferstehung, das volle katholische Programm. Aber seit fünf Jahren hat Elfie Demenz. Kann man Gott einfach so vergessen? Woran glauben demente Menschen eigentlich?

Weiterlesen auf: BR-Blog Woran glauben? >>

Montag, 28. Juli 2014

Papst Franziskus trifft Missbrauchsopfer

Papstpredigt vor Missbrauchsopfern:
„Ich bitte um die Gnade, weinen zu können“

„Ich sehe den Blick Jesu und bitte um die Gnade, weinen zu können, die Gnade für die Kirche, weinen zu können und wiedergutmachen zu können, wo ihre Söhne und Töchter ihre Aufgabe verraten haben und unschuldige Menschen missbraucht haben.“ Ungewöhnlicherweise predigte Papst Franziskus an diesem Montagmorgen auf Spanisch bei der Messe der Kapelle Santa Marta, er sprach die Opfer von sexueller Gewalt an, die bei der Messfeier dabei waren. Er sei sehr ihnen sehr dankbar, so Franziskus, von so weit angereist zu sein.

„Eine ganze Weile habe ich in meinem Herzen nun schon einen tiefen Schmerz und ein oft verborgenes Leiden“, so der Papst weiter. Er sprach von einer Mitschuld, die erst verständlich werde, wenn man realisiere, dass Jesus seinen Blick auf einen richte. Dann finde man den Mut, das zu sehen. „Das ist meine Beklemmung und mein Schmerz darüber, dass einige Priester und Bischöfe durch den Missbrauch Minderjähriger deren Unschuld und ihre eigene priesterliche Berufung verletzt haben.“

Der Papst nannte diesen Missbrauch „Sakrileg“, denn diese Mädchen und Jungen seien Priestern anvertraut gewesen, sei seien der Wollust geopfert worden. Das Bild Gottes, in dem die Menschen geschaffen seien, sei geschändet worden.

In diesen Kindern erkenne die Kirche Jesus, und sie „will weinen“, so Franziskus weiter, weinen vor den verabscheuungswürdigen Missbrauch, der für immer Narben zurück lassen. Der Papst sprach dann diese Narben an, die Schäden die das zurück gelassen habe, bis hin zu Selbstmorden. Abermals bat er um die Gnade, weinen zu können, „bitten wir um diese Gnade gemeinsam mit der um Wiedergutmachung.“
In seiner Predigt ging der Papst auch auf die Wirkungen des Missbrauchs auf die Kirche ein, sie hätten „giftige Wirkungen“ auf den Glauben und die Hoffnung auf Gott. „Ihre Anwesenheit hier spricht vom Wunder der Hoffnung, welche die tiefste Dunkelheit überwunden hat. Ohne Zweifel, es ist ein Zeichen der Barmherzigkeit Gottes, dass wir heute die Möglichkeit haben, uns zu begegnen, den Herrn anzubeten, uns in die Augen zu schauen und die Gnade der Versöhnung zu erbitten.“

„Vor Gott und seinem Volk bitte ich demütig um Vergebung“, so Papst Franziskus weiter. „Ich bitte um Vergebung auch für die Sünden der Unterlassung von Seiten der Leitung der Kirche, die nicht auf angemessene Weise auf die Anzeigen von Missbrauch durch Familien und durch diejenigen, die Opfer von Missbrauch geworden waren, reagiert hat. Das hat das Leiden derer, die missbraucht wurden, noch vermehrt und die Gefahr für andere Minderjährige, die dem Risiko ausgesetzt waren, erhöht.“
Auf der anderen Seite bedeute der Mut, den die Anwesenden und andere durch ihr Sprechen gezeigt haben, ein Dienst der Liebe, denn das habe Licht auf eine furchtbare Dunkelheit im Leben der Kirche geworfen. „Es gibt im Dienst der Kirche keinen Platz für Menschen, die missbrauchen, und ich verpflichte mich dazu, keinerlei an einem Minderjährigen angerichteten Schaden zu tolerieren, sei er Kleriker oder nicht.“ Alle Bischöfe müssten ihr Amt so ausüben, dass der Schutz gewährleistet sei, daran würden sie gemessen werden.

„Für uns alle gilt die Ankündigung, die Jesus denen gibt, die Skandal erregen, mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen zu werden“ (Mt 18:6).

Papst Franziskus betonte die Wichtigkeit, die die Ausbildung zum Priestertum beim Schutz Minderjähriger spiele. Die Bildung aller Menschen, die in der Kirche arbeiteten, müsse so angelegt sein, dass sie diese Grundsätze umsetzen könnten, „Wir müssen alles tun, um sicher zu stellen, dass sich diese Sünden in der Kirche nicht wiederholen.“

Gemeinsam als Kirche seien alle eingeladen, in die Dynamik der Barmherzigkeit einzutreten. Jesus sei schuldlos an den Sünden der Menschen am Kreuz gestorben, an ihn gewandt bitte er um die Gnade der Versöhnung mit dem gesamten Volk Gottes.

„Ich bedanke mich für diese Begegnung und bitte darum, für mich zu beten, dass meine Augen immer klar den Weg der barmherzigen Liebe Gottes sehen und mir den Mut schenken, ihn zum Wohl der Minderjährigen weiter zu gehen.“

Radio Vatikan >>


Papst hört drei Stunden lang Missbrauchsopfern zu
Radio Vatikan >>

Kommentare:

Papst Franziskus trifft erstmals Missbrauchsopfer
Jahrzehntelang kehrte die katholische Kirche die Vergehen von Geistlichen unter den Tisch, nun hat Papst Franziskus erstmals Opfer, auch aus Deutschland, getroffen.
FAZ >>

Papst Franziskus trifft Missbrauchsopfer
Papst "erschöpft und erschüttert" nach einer langen Begegnung mit sechs Personen, die in der Vergangenheit von Priestern sexuell missbraucht worden waren.
Erzdiözese Wien >>

Sonntag, 27. Juli 2014

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz

Du musst graben
tief graben
der Schatz liegt im Acker
nicht oben drauf
für jeden sichtbar
greifbar

der Schatz liegt im Acker verborgen
im Acker deiner Hoffnungen
und Enttäuschungen
im Acker deiner Ängste und Freuden
in deinem Leben
in dir

darum
du musst graben
tief graben
immer wieder
auch an anderen Stellen versuchen
deine Erfahrungen befragen
die Höhen und Tiefen deines Lebens schmecken
vielleicht sogar
dein ganzes Leben umkrempeln

aber dann
eines Tages
schweigst du im Glück
staunend
voll Freude
wirst du nur noch stammeln können
ich hab ihn gefunden
ich hab dich gefunden
Gott
du
mein Schatz

Gerd Blick, in: Lebendig ist das Wort, Impuls- und Meditationstexte zur Bibel,
Haus der Stille-Heiligenkreuz, 2000, 141.

Freitag, 25. Juli 2014

Sprachlos – ein Bild ohne Worte



Ein im Jahr 2007 in Argentinien aufgenommenes Foto zeigt zwei nebeneinander sitzende Kardinäle, Jorge Mario Bergoglio und Tarcisio Bertone. Ihre Stühle stehen auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Zu diesem Zeitpunkt war Bertone Vatikanischer Staatssekretär und besuchte im Namen Seiner Heiligkeit, Benedikt VXI., ein Dorf im nördlichen Patagonien, um dort einer Seligsprechung eines Theologiestudenten vorzustehen, der um die Jahrhundertwende lebt. Bergolgio war damals Erzbischof von Buenos Aires.

Donnerstag, 24. Juli 2014

"Bischofsernennungen" im 3. Jahrhundert

Interessant, wie im 3. Jahrhundert die Bischöfe "erwählt" wurden.

"Auch diese Sitte geht, wie wir sehen, auf eine göttliche Weisung zurück, daß der Bischof in Gegenwart des Volkes vor aller Augen erwählt und durch öffentliches Urteil und Zeugnis als würdig und geeignet anerkannt wird. ... Vor der ganzen Gemeinde, so befiehlt der Herr, soll der Hohepriester aufgestellt werden, das heißt: er lehrt und zeigt, daß die Einsetzung von Priestern nur im Einverständnis mit dem dabei anwesenden Volk erfolgen darf, damit in Gegenwart der Gemeinde die Missetaten der Bösen aufgedeckt oder die Verdienste der Guten gepriesen werden und eine rechtmäßige und gesetzliche Ernennung zustande kommt, die durch Abstimmung und Urteil der Gesamtheit geprüft ist."
Cyprian von Karthago († 258)

Mittwoch, 23. Juli 2014

Papst Franziskus entlässt Vatikan-Diplomaten wegen „schmutzigem Komplott“


Die starke Hand von Papst Franziskus
Msgr. Luca Lorusso
Wenn sich der Bischof entschlossen vor seinen Klerus stellt und der Papst zu einer Entscheidung drängt, damit Unrecht als Unrecht erkannt und benannt wird. 

Rom (kath.net/as) „Waren Priester Kunden minderjähriger männlicher Prostituierter?“: so titulierten Agenturen im Juni 2013. Nach italienischen Medienberichten hatte die Staatsanwaltschaft gegen einen mutmaßlichen Prostitutionsring ermittelt, der katholischen Priestern Minderjährige zugeführt haben soll.

Was war geschehen?

Der wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilte ehemalige römische Pfarrer Patrizio Poggi hatte im März 2013 in einer Anzeige behauptet, dass sich rund zehn Priester des Bistums regelmäßig mit minderjährigen männlichen Prostituierten getroffen haben sollen. Laut Zeitungsberichten sollte ein ehemaliger Polizist die Treffen organisiert haben. Unter den von dem Ex-Priester Poggi genannten Geistlichen seien einfache Pfarrer, aber auch ranghohe Prälaten gewesen.

Zu den Carabinieri wurde Poggi von seinem Freund Msgr. Luca Lorusso begleitet. Lorusso ist Offizial und die „Nummer 2“ der Vatikanbotschaft bei der Republik Italien. Der ranghohe Diplomat, der schon vorher der Anwalt Poggis in seinem kanonischen Prozess bei der Glaubenskongregation zur Wiederaufnahme in den priesterlichen Dienst gewesen war, beglaubigte vor den Carabinieri die Anschuldigungen Poggis und unterstützte das Anliegen seines Klienten.

Bereits im Juni hatte der Vikar des Papstes für das Bistum Rom, Agostino Kardinal Vallini, seine Priester entschlossen verteidigt und die Vermutung geäußert, Poggi verbreite aus Rache oder persönlichen Ressentiments heraus die Unwahrheit. Zugleich verurteilte der Kardinal die Berichterstattung, die den journalistischen Redlichkeitskriterien nicht gerecht werde und jede Objektivität vermissen lasse: „Es geht darum, die Kirche und ihre Diener zu diskreditieren“, so Vallini.

Was später in den Medien kein oder begrenztes Echo gefunden hat, waren die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen. Diese ergaben, dass die Anschuldigungen des Ex-Priesters Teil eines „schmutzigen Komplotts“ gewesen seien. Poggi wurde verhaftet. Doch wie es bei Schmutzkampagnen immer der Fall ist: die grundlos Beschuldigten hatten schwere Zeiten durchmachen müssen. Der in den Fall verwickelte Vatikandiplomat Lorusso schien „aus dem Schneider“ zu sein. Bis zum 6. März 2014, dem Tag der Begegnung von Papst Franziskus mit dem Klerus seines Bistums.

Unmittelbar vor Beginn seiner Ansprache an die Priester erklärte der Papst, dass ihn die Geschichte der falschen Anschuldigungen gegenüber Mitgliedern des römischen Presbyteriums sehr betroffen gemacht habe und er den Schmerz einiger der Priester teile: „Ich habe mit einigen von euch, die beschuldigt wurden, gesprochen, und ich habe den Schmerz gesehen, den diese ungerechten Wunden verursacht haben, ein Wahnsinn, und ich will öffentlich sagen, dass ich dem Presbyterium nahe stehe, denn: hier geht es nicht nur um sieben, acht oder fünfzehn Beschuldigte: es geht um das ganze Presbyterium“.

„Ich möchte euch um Entschuldigung bitten“, so Franziskus weiter, „dies nicht so sehr als euer Bischof als vielmehr als der Verantwortliche für den diplomatischen Dienst, als Papst, denn einer der Ankläger gehört zum diplomatischen Dienst. Aber das ist nicht vergessen worden, das Problem wird untersucht, damit diese Person entfernt wird. Man ist dabei, den Weg zu suchen, es handelt sich um einen Akt schweren Unrechts, und dafür bitte ich euch um Entschuldigung“.

Erneut wurde deutlich: der Papst vergisst nichts, auch wenn etwas aus dem Scheinwerferlicht der Medien gerutscht ist. Und – wie die überraschten Gesichter von Hunderten von Bischöfen und Priestern in der Audienzaula „Paolo VI“ zeigten: sein Klerus dankt es dem Bischof und Papst. Unrecht wird benannt, die verantwortlichen Personen werden zur Rechenschaft gezogen. Wie sein Vorgänger ist Franziskus ein Papst der „Reinigung“, der es nicht dabei belässt, den Schmutz nur festzustellen.
Kath.net >>

Dienstag, 22. Juli 2014

Papst stellt "Lösungen" in Zölibatsfrage in Aussicht

In der Kontroverse um das Enthaltsamkeitsgebot für katholische Geistliche hat Papst Franziskus mögliche Veränderungen angedeutet. Für die Zölibatsfrage gebe es "Lösungen, und ich werde sie finden", sagte das Kirchenoberhaupt der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". Die Vorschrift zur Ehelosigkeit sei "900 Jahre nach dem Tod unseres Herrn" erlassen worden, in einigen mit Rom unierten Ostkirchen dürften Priester zudem heiraten. Die Zölibatsfrage sei in seinen Augen "ein Problem, aber kein vordringliches", sagte der 77-jährige Argentinier.

In dem Interview verurteilte Franziskus erneut den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Geistliche. Er sprach in diesem Zusammenhang von "Aussatz". Unter Hinweis auf Angaben seiner Mitarbeiter sagte der Papst weiter, der Anteil pädophiler Geistlicher in der katholischen Kirche liege "bei zwei Prozent". "Unter diesen zwei Prozent sind Priester und sogar Bischöfe sowie Kardinäle", sagte Franziskus.
Der Papst hatte vor einer Woche erstmals Opfer sexuellen Missbrauchs im Vatikan empfangen. Das Treffen war von Opfervertretern seit langer Zeit gefordert worden. Die katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Missbrauchsfälle weltweit erschüttert. Hunderte Geistliche wurden ihrer Priesterämter enthoben. Nach Angaben des Vatikans wurden den internen Ermittlern im vergangenen Jahrzehnt 3420 Verdachtsfälle gemeldet.

Montag, 21. Juli 2014

Schweiz: Bischöfe trafen Partnerinnen katholischer Priester

Erstmals seit Jahren haben Schweizer Bischöfe Partnerinnen katholischer Priester zum Gespräch empfangen. Das Treffen habe am Montag dieser Woche in Freiburg in einer „angenehmen, aufmerksamen Atmosphäre" stattgefunden, sagte eine Sprecherin des Vereins vom Zölibat betroffener Frauen, kurz Zöfra, der Presseagentur Kipa. Zu dem Treffen geladen hatte nach Angaben der Sprecherin der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Markus Büchel. Anwesend waren auch der Vizepräsident Charles Morerod sowie der Basler Weihbischof Denis Theurillat. Dass eine Abordnung einer Bischofskonferenz eine Organisation wie Zöfra überhaupt empfange, sei ihres Wissens „weltweit einmalig", sagte die Sprecherin der Vereinigung, Gabriella Loser Friedli. In der Regel reagierten Bischöfe nicht auf Briefe von Organisationen, die sich mit der gleichen Thematik befassen.

Der Zöfra zufolge war es das erste Gespräch mit Schweizer Bischöfen seit 1997. Anlass für die Bemühungen, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, war laut der Sprecherin die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch die Kirche. Zum Inhalt des Treffens sagte die Sprecherin, man habe nicht mit einem umfassenden „Forderungskatalog" kommen wollen, es sei zunächst um ein Ausloten der Problemfelder gegangen. „Ich glaube, es hat sich grundsätzlich etwas verändert", zitiert kipa die Sprecherin. Lange Zeit hätten die Bischöfe wenig Respekt für die Arbeit der Zöfra gezeigt. Heute würden sie die Arbeit der Organisation anerkennen. Eines der vorgetragenen Anliegen sei ein fester Ansprechpartner bei der Bischofskonferenz gewesen. Bischof Büchel habe versprochen, das Thema bei der nächsten Versammlung der Konferenz einzubringen. Außerdem wünschte die Zöfra, dass Bischöfe bei Laisierungen von Priestern, die in einer Beziehung mit einer Frau lebten, manche Restriktionen aufheben und etwa mehr Seelsorge durch laisierte Priester zulassen.
Radio Vatikan


Schweizer Bischofskonferenz empfängt Zöfra zum Gespräch
Eine Delegation der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat den Verein vom Zölibat betroffener Frauen (Zöfra) in Freiburg zu einem Gespräch empfangen. Das Treffen vom Montag, 14. Juli, habe in einer «angenehmen, aufmerksamen Atmosphäre» stattgefunden, sagte Gabriella Loser Friedli, Mitbegründerin und Vereinspräsidentin, am Dienstag auf Anfrage gegenüber der Presseagentur Kipa. Heute gebe es «mehr Raum» in der Bischofskonferenz, um auch über «ganz schwierige Sachen» zu sprechen, so Loser Friedli.
Kipa >>


Verein vom Zölibat betroffener Frauen

Sonntag, 20. Juli 2014

Du Unbegreiflicher

Wir möchten dich auch loben, Gott,
für alles, was wir nicht verstehen:
warum es Hunger gibt und Krebs und Krieg…
warum auch kleine Kinder leiden müssen…
warum wir leben, um am Schluss zu sterben…

Wir loben dich, du Unbegreiflicher,
trotz unserer Fragen, trotz unserer Zweifel,
trotz unsrer Angst, trotz unsrer dunklen Stunden

Und hoffen, dass wir nicht umsonst
auf Antwort warten.
Dass du sie alle krönen wirst,
die unbekrönt und ungeliebt
trotz allem dieses Leben still ertragen.
Wir loben dich, du Unbegreiflicher.

Hermann J. Coenen, Singen im Feuerofen. Jugendgottesdienste,
Patmos Verlag, Düsseldorf, 1985, 25.

Freitag, 18. Juli 2014

Prikoszovits bittet Papst um Entpflichtung


Der frühere Dompfarrer von Eisenstadt, Josef Prikoszovits, wird noch im Juli beim Papst um die „Entpflichtung“ vom priesterlichen Dienst ansuchen. Er wird somit nicht mehr als Pfarrer tätig sein.

Als Prikoszovits mit September 2013 seine Ämter als Dompfarrer niederlegte, sorgte das für große Aufregung in der Diözese Eisenstadt. Als Grund nannte Prikoszovits Probleme mit dem Zölibat - mehr dazu in Dompfarrer Prikoszovits zurückgetreten. Er nahm sich ein Jahr Auszeit, ein Sabbatjahr, in dem er seine Zukunft klären wollte.

Nicht mehr Pfarrer
Jetzt, noch vor Ablauf des Sabbatjahres, lässt der frühere Dompfarrer wieder aufhorchen. In einem Schreiben an Freunde und Wegbegleiter teilte er mit, dass er noch im Juli beim Papst um die „Entpflichtung von seinem priesterlichen Dienst“ bitten werde. Das heißt, er wird nicht mehr als Pfarrer tätig.

Prikoszovits übernimmt Schulpastoral
Seine Berufung will Prikoszovits nun in einem anderem Bereich leben, wie er schrieb: Ab September übernimmt er bei der Vereinigung der Ordensschulen Österreichs die Agenden der Schulpastoral. Neuer Dompfarrer in Eisenstadt wird mit 1. November Pater Erich Bernhard vom Kalansantiner-Orden - mehr dazu in Pater Erich ist neuer Dompfarrer von Eisenstadt.
Burgenland ORF

Leider: Wieder ein hervorragender Priester wegen des nicht zu rechtfertigenden Zwangszölibats weniger. Es ist höchste Zeit, dieses Machtrelikt der Hierarchie, das keine biblische Grundlage hat zu entsorgen. 
Der Zwangszölibat ist mit ein Grund für den Priestermangel. Bischof Kräutler hat dies bei einem Gespräch mit Papst Franziskus angesprochen. Franziskus hat ihn gebeten, die Bischöfe mögen mutige Vorschläge machen.
Bischof Ägidius ist gefordert diesbezüglich etwas zu tun und die Anliegen des Papstes umzusetzen.



Mitteilung der Diözese:
In der Angelegenheit des früheren Dompfarrers der Diözese Eisenstadt, Mag. Josef Prikoszovits, teilt die Diözese Eisenstadt aus aktuellem Anlass Folgendes mit:
Josef Prikoszovits befindet sich derzeit noch in einem Sabbatjahr, um das er nach Niederlegung seines Amtes als Dompfarrer im vergangenen September gebeten hat. Diese Auszeit zur Klärung seines weiteren Lebensweges soll auf Prikoszovits' Wunsch mit Ende August 2014 enden.
aktuell.martinus.at >>

Donnerstag, 17. Juli 2014

Kirche von England erlaubt Frauen Bischofsamt

In der anglikanischen Kirche von England können künftig Frauen zu Bischöfen ernannt werden. Die Generalsynode stimmte am Montag in York mehrheitlich dafür, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen.

„Heute wird vollendet, was vor über 20 Jahren mit der Ordination von Frauen zu Priesterinnen begonnen hat“, sagte das geistliche Oberhaupt der Kirche, der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby. Ein ähnlicher Vorstoß war im November 2012 am Widerstand der Laien im Kirchenparlament gescheitert. Ihnen war der Vorschlag nicht weit genug gegangen. Er hatte vorgesehen, dass Priester ein Vetorecht gegen die Ernennung von Frauen ausüben dürfen

Die Kirche von England ist die Mutterkirche der anglikanischen Weltgemeinschaft und gilt in England als Staatskirche. Jeder vierte Engländer betrachtet sich als Teil der Kirche, auch wenn es keine formelle Mitgliedschaft gibt. In anderen Teilkirchen der Anglikaner, etwa in Neuseeland und den USA, sind Bischöfinnen seit Jahren üblich.

Starkes Signal an Anglikanische Gemeinschaft
Die Entscheidung gilt als starkes Signal an die anderen Mitglieder der Anglikanischen Gemeinschaft mit ihren weltweit etwa 85 Millionen Gläubigen. Es wird nun damit gerechnet, dass in England noch im laufenden Jahr die ersten Bischöfinnen geweiht werden.
Zu der Frage gab es in York drei Abstimmungen: Die Bischofskammer ließ das Vorhaben mit 37 Jastimmen gegen zwei Neinstimmen bei einer Enthaltung passieren. In der Priesterkammer wurde es mit 162 gegen 25 Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen. In der Laienkammer kamen 125 Jastimmen bei 45 Neinstimmen und fünf Enthaltungen zusammen.

Jahrzehntelange Grundsatzdebatte
Der Abstimmung war eine jahrzehntelange, teils erbittert geführte Grundsatzdebatte vorausgegangen. Skeptiker hatten wegen der Frage der Frauen-Ordination sogar einen Bruch der Church of England nicht mehr ausgeschlossen. Welby rief deshalb zur Einigkeit zwischen Befürwortern und Gegnern auf. „Es geht jetzt nicht darum, dass der Sieger alles kriegt, es geht darum als liebevolle Familie weiter gut miteinander auszukommen.“
Die britische Politik begrüßte die Entscheidung vom Montag. Premierminister David Cameron erklärte, er sei für weibliche Bischöfe und beglückwünschte Welby, der die Entscheidung durch seine Führungsqualitäten möglich gemacht habe. Vizepremier Nick Clegg sprach von einem „großen Moment“ für die Kirche von England.

Ein Drittel des anglikanischen Klerus Frauen
Ein Drittel des anglikanischen Klerus in England ist inzwischen weiblich. Die Staatskirche hatte sich Anfang der 1990er Jahre mit hauchdünner Mehrheit für eine Zulassung von Frauen zum Priesteramt entschieden. Seitdem spaltet die Frage von Frauen und geistlichem Amt Liberale und Konservative. Immer mehr der anglikanischen Nationalkirchen weltweit lassen Bischöfinnen zu. Allein seit September 2013 folgten Irland, Wales, Südindien und Australien.
Außerhalb Englands gibt es 38 anglikanische Nationalkirchen in 26 Kirchenprovinzen, darunter in den USA, Australien und - mit wachsender Bedeutung - in mehreren afrikanischen Ländern. Der englischen Mutterkirche steht die Königin als weltliches Oberhaupt vor. Geistliches Oberhaupt, Primas der Kirche von England sowie Ehrenoberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft ist der Erzbischof von Canterbury, derzeit Justin Welby (58).
religion.ORF.at


Anglikanische Kirche lässt Bischöfinnen zu
Die Synode der anglikanischen Staatskirche von England hat den Weg frei für Frauen im Bischofsamt gemacht. Zu Beschluss stand ein Kompromiss: Gemeinden, die weibliche Geistliche ablehnen, können einen männlichen Alternativkandidaten wählen.
Der Standard >>


Anglikaner lassen Bischöfinnen zu
Justin Welby, Oberhaupt der anglikanischen Kirche, bat die Generalsynode darum, nach der Abstimmung über die Zulassung von Bischöfinnen nicht zu jubeln.
Frauen dürfen in der anglikanischen Kirche von England jetzt auch Bischöfinnen werden. Die Entscheidung der Generalsynode fiel nach einem jahrelangen Richtungsstreit.
evangelisch.de >>


Bischöfinnen in der anglikanischen Kirche und die Ökumene
"Der ökumenische Dialog wird dadurch nicht erschwert"
Die Generalsynode der Kirche von England hat für eine Zulassung von Bischöfinnen gestimmt. Was bedeutet das für die Ökumene? Dr. Burkhard Neumann vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn im domradio.de-Interview >>.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Papst besorgt über Kindesmissbrauch in Kirche

Der Papst hat sich in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ besorgt über Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche gezeigt. Er bezeichnete Kindesmissbrauch als „Lepra“, die auch die Kirche anstecke. Kindesmissbrauch sei eines der schrecklichsten Verbrechen, das man sich nur vorstellen könne, vor allem weil es oft in der Familie oder in einer Gemeinschaft vorkomme.
Der Papst gab zu, dass Kindesmissbrauch auch die Kirche belaste. „Wir auch haben diese Lepra zu Hause. Mitarbeiter, die mit mir gegen Kindesmissbrauch kämpfen, versichern aufgrund zuverlässiger Daten, dass Pädophilie in der Kirche zwei Prozent betrifft. Diese Zahl sollte mich beruhigen, doch ich muss offen sagen, dass sie mich überhaupt nicht beruhigt. Ich halte das für äußerst gravierend. Zwei Prozent von Pädophilen, das sind Priester und sogar Bischöfe und Kardinäle“, sagte der Papst heute im Interview mit dem Gründer von „La Repubblica“, Eugenio Scalfari.
Franziskus monierte, dass in der Kirche über Kindesmissbrauch zu oft geschwiegen werde. „Viele wissen, aber schweigen, bestrafen, ohne den Grund bekanntzugeben. Das finde ich, ist unerträglich, und es ist meine Absicht, all das mit der notwendigen Strenge in Angriff zu nehmen“, betonte der Papst.

Gespräche mit Opfern
Papst Franziskus hatte am Montag drei Stunden mit sechs Opfern von sexuellem Missbrauch durch Kleriker verbracht und ihnen zugehört. Sechs Personen, je zwei aus Deutschland, Irland und England, waren von Kardinal Sean O’Malley, dem Erzbischof von Boston, zu dem Treffen eingeladen worden. Franziskus sprach mit jedem der Opfer rund eine halbe Stunde.
Zur Gruppe gehörte auch die Irin Marie Collins, Mitglied einer Kommission zum Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche, die der Papst im März eingesetzt hatte. Die aus Dublin stammende Collins wurde in den 60er Jahren von einem katholischen Priester sexuell missbraucht und engagiert sich seit längerem für einen besseren Schutz von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche.
news.orf.at 


Papst zu Missbrauch und Mafia: Das Übel ausrotten
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi stellt einige Aussagen des Papstes klar, die in der Tageszeitung "La Repubblica" erschienen sind und auf ein Gespräch mit dem Journalisten Eugenio Scalfari beruhen


Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hat zu den heute in der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" wiedergegebenen Aussagen von Papst Franziskus in einem Gespräch mit dem Journalisten Eugenio Scalfari eine Erklärung abgegeben. Die aktualisierte und mit Aussagen über das Zölibat ergänzte Meldung lautet daher wie folgt:

Zum zweiten Mal binnen einer Woche hat Papst Franziskus einen energischen Kampf gegen sexuellen Missbrauch in den Reihen der Kirche angekündigt. Die Übergriffe pädophiler Kleriker seien eine "Lepra", gegen die er mit aller erforderlichen Härte vorgehen werde, sagte er in einem Gespräch mit dem italienischen Journalisten und Kirchenkritiker Eugenio Scalfari laut der Tageszeitung "La Repubblica" (Sonntag). Am Montag hatte sich Franziskus erstmals mit Missbrauchsopfern getroffen und eine Null-Toleranz-Linie gegenüber Tätern betont.

Vatikansprecher Federico Lombardi wendete nach der Veröffentlichung allerdings ein, es handle sich nicht um ein Interview im eigentlichen Sinne. Wie nach seinem Gespräch mit Franziskus im Oktober 2013 habe Scalfari dem Papst in dem Bericht auch Worte in den Mund gelegt, die so nicht gefallen seien. So habe Franziskus etwa nicht von Kardinälen gesprochen, die sich des Missbrauchs schuldig gemacht hätten.

Zwar seien nur zwei Prozent der Kleriker Täter, doch dies beruhige ihn überhaupt nicht, so der Papst laut Scalfari. "Und andere, die noch zahlreicher sind, wissen davon und schweigen; sie strafen, aber sagen nicht warum", zitiert er ihn. "Ich finde diesen Zustand unerträglich und es ist meine Absicht, dagegen mit aller nötigen Härte anzugehen", sagte Franziskus laut Scalfari.

Jesus habe den Menschen zwar Barmherzigkeit gepredigt, doch in manchen Augenblicken habe er auch zur Peitsche gegriffen, um den Teufel aus den Seelen zu verjagen. Die Zerstörung einer Kinderseele zähle zum Schlimmsten, was man sich vorstellen könne, so Franziskus.

Erneute Verurteilung der Mafia
Ein energischeres Vorgehen kündigte Franziskus auch gegenüber der Mafia an. Priester in Süditalien stellen sich aus seiner Sicht nicht immer entschieden genug gegen das Phänomen des Organisierten Verbrechens. "Natürlich verurteilen sie die einzelnen Verbrechen, ehren die Opfer, helfen den Familien, so gut sie können. Aber ihre öffentliche und konstante Verurteilung der Mafia ist selten."

Die Kirche werde aber unter ihm im Kampf gegen das organisierte Verbrechens nicht nachlassen. Seine Verurteilung der Mafia vor drei Wochen in Kalabrien werde kein Einzelfall bleiben. Damals hatte Franziskus erklärt, Mafiosi stünden durch ihr Tun nicht mehr in der Gemeinschaft mit Gott und der Kirche; sie seien exkommuniziert.

Mit Blick auf eine Marienprozession in der kalabrischen Gemeinde Oppido Mamertina, bei der es vor einer Woche zur Ehrbezeugung für einen verurteilten `Ndrangheta-Boss kam, sagte Franziskus: "Alles ändert sich gerade und alles wird sich weiter verändern." Er wolle sich künftig genau über das Phänomen Mafia informieren und dazu auch Fachbücher lesen.

In dem Gespräch, das laut Scalfari rund eine Stunde dauerte, äußerte sich Franziskus auch zum Zölibat. Er erinnerte daran, dieses sei in der katholischen Kirche erst 900 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung eingeführt worden. Die Tatsache, dass die orthodoxe Kirche Heiraten von Klerikern teilweise zulasse, sei aber "kein großes Problem" für die Ökumene. Anders als in "Repubblica", sagte der Papst laut Lombardi jedoch nicht, Probleme um den Zölibat bräuchten Zeit und er werde eine Lösung finden.

Unwidersprochen blieben indes Aussagen zum Dialog mit Nichtkatholiken. Demnach kündigte der Papst an, er wolle auch auf die Pfingstkirchen und die Glaubensgemeinschaft der Waldenser zugehen und die Kontakte zum Judentum weiter verstärken.
Kathpress >>


Neues Papst-„Interview“ von Scalfari:
Krise der Familie, Pädophilie und Mafia
Beitrag auf Radio Vatikan >>


"Das hat der Papst so nie gesagt"
Hagenkord von Radio Vatikan zum angeblichen Papst-Interview
Domradio >>

Dienstag, 15. Juli 2014

Internetprojekt "2017gemeinsam.de" zum Gedenken der Reformation gestartet


Um das Gedenken der Reformation 2017 vorzubereiten, ist im deutschsprachigen Raum ein neues Internetprojekt gestartet: Unter der Adresse 2017gemeinsam.de kann jeder Gläubige, ganz gleich welcher Konfession, seine Meinung zu dem Thema einbringen. Ausgangspunkt ist das katholisch-lutherische Dialogdokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“, das im letzten Jahr veröffentlicht wurde.
Jeweils am Anfang der Woche stellen prominente Kirchenvertreter Beiträge ins Internet.




Kommentare zum Dialogdokument:

Zwischen Kritik und Zuversicht
Der Vorsitzende der Ökumenekommission, Bischof Gerhard Feige, sieht mit Blick auf das Reformationsgedenken in drei Jahren Möglichkeiten zur Versachlichung, Versöhnung und Verständigung zwischen Katholiken und Protestanten. Zugleich kritisierte er den im Mai veröffentlichten "Grundlagentext" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Reformationsjubiläum.
Katholisch.de >>


Reformationsjahr 2017: Ökumenische Deutung
Katholiken und Lutheraner haben sich auf eine gemeinsame Darstellung der Reformationsgeschichte geeinigt. Der Lutherische Weltbund nahm am Montag das Studiendokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ entgegen.
Religion.orf.at >>

Deutscher Bischof "empört" über EKD-Text zum Reformationsjubiläum
Der Text, so der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, sei für ihn sozusagen die Ausladung der katholischen Kirche zugunsten einer Einladung dazu, die - wie es im Dokument heiße - "Verbindung von Reformation und neuzeitlicher Freiheitsgeschichte" als Grund für ein "Fest der ganzen Gesellschaft und des säkularen Staates" zu feiern. Hier werde die Katze aus dem Sack gelassen, nachdem schon zuvor der katholischen Kirche indirekt eine Ohrfeige nach der anderen verpasst worden sei. Nach all den Konsenspapieren der letzten Jahrzehnte sei die Diktion des Textes "destruktiv".
Kathpress >>


Gliederung und Erklärungen zum Dokument auf Wikipedia >>

Weitere Homepage zum Jubiläum:

500 Jahre Reformation: www.luther2017.com


Diskussionsbeiträge zum "Reformations-Jubiläum":

Reformationsgedenken: Theologen für Verheutigung damaliger Fragen
Straßburger Theolge Dieter und Münsteraner Theologin Sattler: Im Licht der alten Traditionen auf die Fragen von heute antworten
Kathpress vom 05.09.2014 >>

Montag, 14. Juli 2014

Ergänzende personelle Veränderungen (Juli-November 2014)

Personalnachrichten
11. Juli 2014
Diözese Eisenstadt


Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat unter Berücksichtigung der aufrechten Betrauungen folgende personelle Verfügungen im Bereich des Bischöflichen Diözesangerichts getroffen, die mit 15. Juli 2014 in Kraft treten, soferne keine andere Wirksamkeit angegeben ist:

Kan. Lic. László PÁL, Bischofsvikar, Stadtpfarrer von Eisenstadt-St. Georgen
Ernennung zum Offizial(Gerichtsvikar) des Bischöflichen Diözesangerichts, nachdem er interimistisch mit dieser Aufgabe betraut war (1. Juli 2014)

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Msgr. Lic. Dr. Franz Xaver BRANDMAYR, Rektor des Pontificio Istituto Teutonico di Santa Maria dell‘Anima
Ernennung zum Diözesanrichter des Bischöflichen Diözesangerichts

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P. Mag. Martin (Michael) KRUTZLER OCist, LL.M, Professmönch, Stift Heiligenkreuz, Universitätsassistent am Institut für Kirchenrecht der Katholisch- Theologischen Fakultät der Universität Wien
Ernennung zum Diözesanrichter des Bischöflichen Diözesangerichts

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Mag. Lic. Jacek JACHOWICZ, Pfarrmoderator in Pöttsching, Bad Sauerbrunn, Krensdorf und Neudörfl a. d. L., ernannter Stadtpfarrer von Neufeld a. d. L. und Pfarrer von Wimpassing a. d. L.
Ernennung zum Advokaten des Bischöflichen Diözesangerichts



Personalnachrichten
11. Juli 2014
Diözese Eisenstadt

Ergänzung bzw. Erläuterung der bischöflichen Verfügungen vom 24. Juni 2014, die am 19. Mai 2014 publiziert wurden und die mit 1. September 2014 in Kraft treten, soferne keine andere Wirksamkeit angegeben ist:

P. Mag. Erich BERNHARD COp, Ernannter Dom- und Stadtpfarrer
Ernennung zum Kanoniker des Kathedralkapitels zum hl. Martin in Eisenstadt (1. November 2014)

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Kan. Mag. Hubert A. WIEDER, Dompropst, Regens des Bischöflichen Priesterseminars
Ernennung zum Canonicus poenitentiarius

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P. Mag. Bruno MEUSBURGER COp
Ernennung zum Pfarrvikar an der Dom- und Stadtpfarre in Eisenstadt

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P. Mag. Achim BAYER COp
Ernennung zum Pfarrvikar an der Dom-und Stadtpfarre in Eisenstadt mit dem Schwerpunkt Schulseelsorge und Mithilfe in den Pfarren in der näheren Umgebung


Weitere personelle Verfügungen des hochwst. Herrn Diözesanbischfs vom heutigen Tag, die mit 31. August bzw. 1. September 2014 in Kraft treten, soferne keine andere Rechtswirksamkeit angegeben ist:


Dipl. Theol. Marko JUKIĆ
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Güttenbach und Neuberg im Hinblick auf den Ablauf seiner Freistellung für den Dienst in der Diözese Eisenstadt

Rückkehr in die Erzdiözese Vrhbosna, Sarajevo

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Dipl. Theol. Josip BANFIĆ
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Steinberg a. d. R. und Oberloisdorf

Ernennung zum Pfarrer (Pfarrmoderator) der Pfarren Güttenbach und Neuberg

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Johann GHINARI, Priester der Diözese Timişoara (Temeswar)
Aufnahme in den Dienst der Diözese Eisenstadt

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Steinberg a. d. R. und Oberloisdorf

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MMag. Stefan Martin RENNER
Enthebung als Stadtpfarrer der Stadtpfarre Stadtschlainining und als Pfarrer der Pfarre Oberkohlstätten nach Annahme seines Amtsverzichtes

Ernennung zum Geistlichen Assistenten des Bildungs- und Tagungszentrums im „Haus St. Stephan“ in Oberpullendorf und zum Aushilfspriester für die Pfarren Lockenhaus, Rattersdorf und Mannersdorf a. d. R.

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Sebastian EDAKAROTTU, Pfarrmoderator in Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T.
Zusätzliche Ernennung zum Pfarrmoderator der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarre Oberkohlstätten

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MMag. Dr. Matthias PLATZER
Enthebung als Kaplan der Pfarren Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. unter Beibehaltung seiner Aufgaben als Koordinator der Seelsorge am Landeskrankenhaus Oberwart

Ernennung zum Pfarrvikar der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Großpetersdorf, Jabing, Neumarkt i. T. und Oberkohlstätten mit Sitz in Großpetersdorf

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Mag. Mariusz MAŁEK, Priester der Diözese Rzeszów, Polen; zuletzt in der Diözese Graz-Seckau tätig gewesen
Aufnahme in den Dienst der Diözese Eisenstadt,
Ernennung zum Pfarrvikar der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. mit Sitz in Stadtschlaining

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Philipp SUPPER, Alumne des Bischöflichen Priesterseminars
Zuteilung zur Absolvierung des Pastoralpraktikums in der Stadtpfarre Stadtschlaining und in den Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T.

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Stipe MLIKOTIĆ
Enthebung als Pfarrer der Pfarre Kleinwarasdorf nach Annahme seines Amtsverzichtes
Eintritt in den dauernden Ruhestand

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Dipl. Theol. P. Božidar BLAŽEVIĆ OFM, Pfarrmoderator in Großwarasdorf und Nebersdorf
Bisher Pfarradministrator, nun zusätzliche Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarre Kleinwarasdorf

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Jerzy Wojciech NIEWCZAS
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Gattendorf und Potzneusiedl

Ernennung zum Seelsorger im A. ö. Ladislaus Batthány-Strattmann Krankenhaus in Kittsee sowie zum Aushilfspriester für die Pfarren Kittsee, Pama und Edelstal und für das Dekanat Neusiedl a. S.

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Geistl.Rat Mag. Roman SCHWARZ, Dechant, Pfarrer in Zurndorf, Nickelsdorf und Deutsch Jahrndorf
Zusätzliche Ernennung zum Pfarrprovisor der Pfarren Pfarren Gattendorf und Potzneusiedl

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P. Stephen Gerald AUGUSTINE MSFS, Dzt. Marz
Enthebung als Aushilfspriester für das Dekanat Mattersburg

Ernennung zum Pfarrvikar der Pfarren Zurndorf, Nickelsdorf, Deutsch Jahrndorf, Gattendorf und Potzneusiedl

Personalnachrichten
20. August 2014
Diözese Eisenstadt

1. Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat ernannt die hochw. Herren

P. Mag. Thomas Lackner OFM, bisher Pfarrer in Maria Enzersdorf, zum Stadtpfarrer der Stadtpfarre Frauenkirchen. (1. September 2014)

Br. Mag. Elias Unegg OFM, Guardian, bisher Pfarrmoderator, zum Kaplan der Stadtpfarre Frauenkirchen. (1. September 2014)


2. Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat enthoben den hochw. Herrn

P. Mag. Markus Schlichthärle OFM als Kaplan der Stadtpfarre Frauenkirchen im Hinblick auf seinen Wechsel in die Erzdiözese Wien. 1. September 2014)


Personalnachrichten
21. August 2014
Diözese Eisenstadt

Frau Gabriela Zarits (L) wurde im Hinblick auf ihren Eintritt in die Altersteilzeit als Mitglied des Diözesanrates, des diözesanen Pilgerkomitees und der Vollversammlung des Hilfswerkes Fastenaktion der Diözese Eisenstadt enthoben. (31. August 2014)

Frau Andrea Lagler (L), derzeit Beigeordnete Diözesanleiterin und künftige Diözesanleiterin der Katholischen Frauenbewegung, wurde als Mitglied in den Diözesanrat und in die Vollversammlung des Hilfswerkes Fastenaktion der Diözese Eisenstadt berufen. (1. September 2014)

Frau Julia Widlhofer BA (L), Wiesen, wurde neben ihrer Tätigkeit bei der Caritas als Assistentin für Medienarbeit und Marketing im Büro für Kommunikation und Information in Dienstverwendung genommen. (1. September 2014)

Herr Patrick Divos (L) wurden neben seiner Tätigkeit im diözesanen Büro für Kommunikation und Information nunmehr auch der Kroatischen Sektion zur Mitarbeit zugeteilt. (1. September 2014)


Personalnachrichten
30. September 2014
Diözese Eisenstadt
Diözesane Gremien

Der hochwst. Diözesanbischof hat mit Rechtswirksamkeit vom 1. Oktober 2014 den Seminarbeirat für das Bischöfliche Priesterseminar der Diözese Eisenstadt für eine Funktionsperiode von 5 Jahren, d. i. bis zum 30. September 2019, neu bestellt und zu Mitgliedern die hochwst. und hochw. Herren berufen:

Kan. Kons.Rat Mag. Martin Korpitsch, Generalvikar und Domkustos
Kan. MMag. Michael Wüger, Direktor des Pastoralamtes und Pfarrer in Wiesen
Mag. Josef M. Giefing, Pfarrer in Marz und Rohrbach b. M.
Geistl.Rat Mag. Dr. Nikolas O. Abazie, Dechant, Pfarrer in Draßmarkt und Oberrabnitz
Mag. Ignaz Ivanschits, Pfarrer in Stinatz und Pfarrprovisor der Pfarren Litzelsdorf und Wolfau


Personalnachrichten
9. Oktober 2014
Diözese Eisenstadt

1. Der hochwürdigste Herr Diözesanbischof hat ernannt den hochw. Herrn
Ehrenkons.Rat Mag. Dr. Johannes Pratl, Pfarrer in Lockenhaus, zum Kreisdechant des Dekanatskreises Mitte. (9. Oktober 2014)

2. Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat enthoben
Hochw. Geistl.Rat Johannes Müller, Ständiger Diakon, Oberwart, als Geistlicher Assistent der Charismatischen Erneuerung in der Diözese. (31. Oktober 2014)

3. Pastorale Mitarbeiter
Sr. Nikolina Pejić, Großwarasdorf, wurde zur Pastoralassistentin für das Dekanat Großwarasdorf zwecks Betreuung der Ministranten/Ministrantinnen und Erstkommunionkinder bestellt. (1. Oktober 2014)

Herr Ivo Šeparović (L) wurde zum Pastoralassistenten für das Dekanat Großwarasdorf für die Kinder- und Jugendarbeit bestellt. (1. Oktober 2014)


Diözesane Gremien - Priesterrat der Diözese

Hochw. Ehrenkons.Rat Mag. Dr. Johannes Pratl, Kreisdechant und Pfarrer in Lockenhaus, ist über eignes Ersuchen als Mitglied ausgeschieden. (15. Oktober 2014)
Er war Vertreter der Wahlgruppe der Priester in sonstiger Verwendung, weil er zum Zeitpunkt der Wahl noch Aushilfspriester war.


In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde am 24. Oktober 2014 der hochw. Herr
Dr. Richard Geier (P. Maximilian), Professe des Zisterzienser-Stiftes Rein, bisher Verantwortlicher für die Seelsorge im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, nach der erfolgten Exklaustration und zum Seelsorger im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder sowie im Altenwohn- und Pflegeheim „Haus St. Martin“ in Eisenstadt ernannt. (1. November 2014)


Personalnachrichten
18. November 2014
Diözese Eisenstadt

1. In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde der hochw. Herr
Léon Variamanana, Priester der Erzdiözese Variamanana, Madagaskar, und zum Aushilfspriester in der Pfarre Lockenhaus sowie der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. mit Sitz in Lockenhaus ernannt. (14. November 2014)

2. Betraut wurde der hochw. Herr
Mag. Mariusz Małek, bisher Pfarrvikar in der Stadtpfarre Stadtschlaining sowie in den Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T., mit der Mithilfe in der Stadtpfarre Pinkafeld und in den Pfarren der näheren Umgebung. (14. November 2014)


Personalnachrichten
25. November 2014
Diözese Eisenstadt

1. In Dienstverwendung der Diözese genommen wurden die hochw. Herren
P. Mag. Raphael Leitner COp, Professe der Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz (Kalasantiner), für die Dauer seiner Exklaustration und zum Aushilfspriester in den Pfarren Ollersdorf und Stegersbach und für die Pfarren in der näheren Umgebung ernannt. (25. November 2014)

P. Vjekoslav Matić OFM, Professe der Franziskanerprovinz Bosna Srebrena, und zum Pfarradministrator der Pfarre Unterpullendorf ernannt. (30. November 2014)

2. Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat entlastet den hochwst. Herrn
Prälaten EKan. Geistl.Rat Dr. Johannes Kohl, ehem. Generalvikar der Diözese, als Seelsorger im Altenwohn- und Pflegeheime der Caritas „Haus St. Martin“ in Eisenstadt. (30. November 2014)


Personalnachrichten
11. Dezember 2014
Diözese Eisenstadt

Der hochwürdigste Herr Diözesanbischof hat ernannt den hochw. Herrn
P. Mag. Henryk Sitko CSsR,
bisher Kaplan, zum Pfarrvikar der Stadtpfarre Oberpullendorf sowie der Pfarren Mitterpullendorf und Stoob. (1. Jänner 2015)


Personalnachrichten
28. April 2015
Diözese Eisenstadt

Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat betraut
Herrn Mag. Josef Frank (L), Religionslehrer, Frauenkirchen, mit der Wahrnehmung der Vertretung von Frau Christine Sgarz MAS während ihres Mutterschafts- und Karenzurlaubes als Bereichsleiter (Referate Organisationsentwicklung und Gemeindeberatung) im Pastoralamt sowie als Leiter des Referates Seelsorgeräume. (1. Mai 2015)


Personalnachrichten
25. Mai 2015
Diözese Eisenstadt
Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat ernannt den hochw. Herrn
P. Lic. Lorenz Voith CSsR, Rektor des Klosters Maria am Gestade, Erzdiözese Wien, zum Bischofsvikar der Diözese Eisenstadt für die Orden (für die Institute des geweihten Lebens, die Gemeinschaften des apostolischen Lebens, die Säkularinstitute und die spirituellen Gemeinschaften) ernannt. (1. September 2015)

Diözesane Gremien
Hochw. P. Lic. Lorenz Voith CSsR, Rektor, ernannter Bischofsvikar der Diözese Eisenstadt für die Orden, wurde als Mitglied in den Priesterrat und in den Diözesanrat berufen. (1. September 2015)

Sonntag, 13. Juli 2014

Frucht bringen

Auf unseren leeren Acker
leg dein Samenkorn.

In unsere offenen Hände
leg dein Handeln.

In unsere bereiten Herzen
leg deine Liebe.

Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten,
Herder-Verlag. Fr. i. Br., 2004, 158.

Freitag, 11. Juli 2014

Das Finale Benedikt XVI. gegen Franziskus

domradio.de brachte dieses Thema der beiden Päpste vor dem Fußball-Fernsehschirm bereits am Dienstag - lange bevor es in den sozialen Netzwerken zirkulierte. Gestern dementierte Vatikansprecher Lombardi allerdings einen möglichen gemeinsamen TV-Abend im Vatikan: "Emeritus Benedikt XVI. geht stets früh zu Bett ..."


"Gucken zwei Päpste zusammen Fußball ..."

Deutschland und Argentinien - das WM-Finale 2014. Die beiden Päpste, Benedikt und Franziskus, vertreten genau diese Nationen. Und wer weiß, vielleicht werden sie gemeinsam dieses historische Fußballspiel anschauen...

"Gucken zwei Päpste zusammen Fußball..." Bis März 2013 ein echter Witz. Doch seitdem ist vieles möglich geworden im Vatikan - und nach dem unfassbaren 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen WM-Gastgeber Brasilien fehlt nun nur noch eine klitzekleine Niederlande-Niederlage, dann könnte es zum historischen Shootout kommen: Papst Benedikt XVI., der deutsche Verteidiger, gegen Papst Franz, den Stürmer aus Argentinien. Seiner päpstlichen Schweizergarde hatte Franziskus einen Korb gegeben, als die Argentinier im Achtelfinale gegen die Eidgenossen antraten - um "Krieg zu vermeiden", wie unverbürgt überliefert wurde. Aber ein Finale der Päpste zusammen im Vatikan-Kino? Die Gelegenheit wird es wohl nie wieder geben!

Zwei Päpste, zwei Stile

Oft wird reklamiert, zwischen Franziskus und seinen Vorgänger gehe inhaltlich "kein Blatt". Dabei wird niemand bezweifeln, dass der Stil zu regieren und der Stil zu verkündigen durchaus gewisse Unterschiede aufweisen. So ist auch der Zugang Joseph Ratzingers und Jorge Mario Bergoglios zum Fußball sehr verschieden geraten. Bei Ratzinger: reine Kopfsache. In einer frühen Reflexion über die Fußball-WM 1978 spricht er von einem "Tun, das ganz frei ist, ohne Zweck und ohne Nötigung, und das dabei doch alle Kräfte des Menschen anspannt". Im Heraustreten aus dem versklavenden Ernst des Alltags handele es sich um eine "versuchte Heimkehr ins Paradies", in den "freien Ernst dessen, was nicht sein muss und gerade darum schön ist".

Der Fußball, so der emeritierte Papst, nötige den Menschen, zunächst sich selbst in Zucht zu nehmen, "so dass er durch Training die Verfügung über sich gewinnt, durch Verfügung Überlegenheit und durch Überlegenheit Freiheit". Diese sei dann im Mannschaftsspiel Fußball einzubinden "in das disziplinierte Miteinander, vereint im gemeinsamen Ziel". Es dürfte statthaft sein, das mit Sepp Herberger so zu übersetzen: "Elf Freunde müsst ihr sein!"

Kicken im Herzen von Buenos Aires

Papst Franziskus geht die ontologische Problematik, wie das Runde ins Eckige gelangen kann, anders an. Eher als ein Talentscout, der für seine Mannschaft Straßenkicker sucht: Abräumer, Teamplayer, falsche Neuner. Die Begeisterung dafür liegt tief in seiner Biografie verwurzelt. Der kleine Jorge Bergoglio hat das Kicken noch vor der Theologie gelernt: an der Membrillar Nummer 531, seinem Geburtshaus.

Der Straßenzug in Flores im Herzen von Buenos Aires ist heute die erste Station der sogenannten päpstlichen Stadtführung. Der Musiker Mario Valdez, der 1948 gemeinsam mit Bergoglio die fünfte Klasse besuchte, erzählt: "Rechts, an der Ecke, wo heute ein kleiner Spielplatz ist, da hat der Papst als kleiner Junge jeden Nachmittag gekickt. Literatur und Fußball, das waren seine Leidenschaften - in der Reihenfolge."

Taktiker vor dem Herrn

Dabei behauptet ein weiterer Schulfreund, Nestor Carabajo, der später mit Bergoglio eine Ausbildung zum Chemietechniker machte, der kleine Jorge sei nie ein begnadeter Techniker gewesen, aber dafür schon damals ein Taktiker vor dem Herrn. Gemeinsam spielten die beiden Jungs und diskutierten über Fußball. Oft sei es Bergoglio gewesen, der die Mannschaften aufstellte und die Taktik bestimmte. "Jorge war ein Anführer, immer bescheiden und bestimmt, wie ihn die Welt heute erlebt."

Schon ewig ist Bergoglio, Jahrgang 1936, Anhänger des Stadtclubs San Lorenzo, oder noch genauer: seit dem Meisterjahr 1946 und einem begeisterten Stadionbesuch mit seinem Vater. Bis heute zahlt "Mitglied 88235" per Einzugsermächtigung seine Beiträge, wie Clubvize Marcelo Tinelli versichert.

Deutschland wie Argentinien haben bei Fußball-Weltmeisterschaften schon über zwei Jahrzehnte nicht mehr ganz oben gestanden. Doch auch für den Moment des größtes Triumphes gibt es womöglich eine Parallele zu dem deutschen und dem argentinischen Pontifikat: die Art der Bilder im Kopf. Argentinien, das ist die "Hand Gottes"; das sind die Sololäufe von Maradona und Messi. Und Deutschland? Ein Foulelfmeter von Andy Brehme und ein Kullertor von Oliver Bierhoff. Hummels, Lahm, Neuer und Co haben nun zumindest gegen Fünffachweltmeister Brasilien andere, starke Bilder hinzugefügt.
Domradio.de >>

WM-Finale 2014:
Franziskus und Benedikt schauen nicht zusammen
Deutschland spielt im WM-Finale gegen Argentinien. Schauen Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt das Endspiel gemeinsam an? Eher unwahrscheinlich, heißt es aus dem Vatikan.
Augsburger Allgemeine >>

Franziskus vs. Benedikt XVI.
Welcher Papst wird am Sonntag Weltmeister?
Deutschland gegen Argentinien – da wird im Vatikan auf jeden Fall gejubelt. Oder nicht? Beistand von oben erhoffen sich beide Teams: Messi und Klose holten sich persönlich den päpstlichen Segen
Bild-Online >>

Wer hat am Sonntag den Papst in der Tasche?
Aberglaube gehört für etliche Fußballfans zum Geschäft. Abendblatt.de listet Umstände auf, die den deutschen Anhängern vor dem Finale am Sonntag Hoffnung machen - oder eben auch nicht.
Hamburger Abendblatt >>


WM-Finale der Päpste
WM-Finale: Deutschland gegen Argentinien. Das ist auch ein Duell der Heimatländer des ehemaligen und des amtierenden Papstes. Deren Verhältnis zum Fußball könnte unterschiedlicher nicht sein: Fußball-Philosoph gegen Straßenfußballer.
Tagesschau.de >>

Hintergrund:
Franziskus und “Der Pfosten Gottes”
Wie der Papst Argentinien zum Sieg gegen die Schweiz verhalf
Katholisch-informiert.ch >>

Donnerstag, 10. Juli 2014

Küng Nachfolgerin: Kirche ist eine "keusche Hure"

Johanna Rahner wird den Tübinger Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie übernehmen, den Hans Küng leitete
Die neue Theologie-Professorin an der deutschen Universität Tübingen, Johanna Rahner, hält weibliche Priester in der katholischen Kirche für möglich und fordert eine erneuerte Dogmatik.

Die katholische Theologin Johanna Rahner, die den Tübinger Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie des Kirchenkritikers Hans Küng übernimmt, fordert in der „Zeit“ (Donnerstag-Ausgabe) theologische Reformen. „Ich möchte die klassische Dogmatik nach außen hin öffnen“, sagt Rahner. „Wir können nicht den Menschen an die Regeln anpassen, sondern müssen die Regeln menschlich verstehen.“ Weiter heißt es provokant: „Wenn die Kirche die Welt scheut, wird sie esoterisch.“ Die Kirche sei jedoch eine „keusche Hure“.

Männliche Apostel kein Argument gegen Priesterinnen
Rahner, die am Donnerstag ihre Antrittsvorlesung in Tübingen hält, forderte ihre Kirche auf, sie solle „bei der Emanzipation eine Vorreiterrolle spielen“. Denn schon die Bibel sehe Mann und Frau als gleichberechtigt. Zum Frauenpriestertum sagte sie: „Die Apostel mögen ja männlich gewesen sein.“ Fraglich sei jedoch der Zusammenhang zwischen den Aposteln und der Ämterstruktur der Kirche: „Weder ist historisch betrachtet Petrus der Papst, noch sind die Bischöfe einfach die Nachfolger der Apostel. Männliche Apostel sind also ein schwaches Argument gegen Frauenordination.“
Rahner schließt an den kritischen Kurs Hans Küngs an und verteidigte einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: „Die Bitte um den Beistand Gottes kann auch hier theologisch legitim sein.“ Auch mit den wiederverheiratet Geschiedenen könnte die Kirche einen besseren Umgang finden. „Wenn das Schuldigwerden am Scheitern der ersten Ehe anerkannt wird, ist eine Zweitheirat möglich.“

Kein Glaube ohne Zweifel
Unter Berufung auf Papst Franziskus fordert Rahner eine neue Pastoral: „Prinzipien zu haben ist gut, aber man muss sie auch menschenwürdig anwenden.“ Sie verteidigt das aufgeklärte Christentum Westeuropas: „Zum Amen gehört das Aber. Wer den Glauben ohne Zweifel will, verkauft ihn unter Niveau.“ Mit Blick auf Afrika und Lateinamerika erklärte Rahner: „Mir sind halbleere Kirchen mit aufgeklärten Katholiken lieber als volle Kirchen, die die Not der Menschen ausnutzen.“

Zugleich übte Rahner scharfe Kritik an der evangelischen Kirche: „Die deutschen Protestanten machen zur Zeit nicht den besten Eindruck: Man scheint immer noch nicht sagen zu können, was protestantisch heute heißt, ohne sich am Katholizismus abzuarbeiten.“ Rahner sprach in dem ZEIT-Interview von „Profilierungsnot“ und „konfessioneller Profilneurose“. Sie forderte eine aktive Annäherung der Kirchen: „Das Erbe der Reformation ist ein gemeinsames Erbe. (…) Wir sollten das Gemeinsame betonen.“

religion.ORF.at


Hintergrund:

“Die heilige Hure”
Predigt von Prof. Niewiadomski >>


Artikel von Johanna Rahner:

Was wir vom neuen Papst erwarten

Zeit-Online vom 28.2.2013 >>

Frauen als Priester? Nein, als Kardinäle!
Der Papst und die Frauenfrage. Ein Gespräch mit Johanna Rahner.
Zeit-Online >>

"Denkverbote in der Kirche haben nie weitergeholfen"
Die Theologin Johanna Rahner hält eine stärkere Einbindung von Frauen in die katholische Kirche für eine theologisch legitime Forderung - trotz dem Wunsch des Papstes, nicht mehr darüber zu sprechen. Ein Anknüpfungspunkt sei sicher das Diakonenamt - ein Amt, dass Frauen in der Vergangenheit auch schon ausgeführt haben.
Johanna Rahner im Gespräch mit Kirsten Dietrich auf Deutschlandradio vom 12.11.2011 >>

„Gut angezogen? - Nachfolge in Tradition und Wandel?“.
Kleider machen Leute. Das Taufkleid ist ein Symbol für das Leben in Christus. Welches Glaubensgewand trage ich heute? Wie verändert sich der Glaube im Leben? Was ist einem im Glauben wichtig, wie gehen Menschen heute mit Tradition und Wandel um? Wie anziehend ist das christliche Erbe heute - für mich - für andere?
Vortag von Johanna Rahner im Rahmen der „Ökumenischen Wochenimpulse“ während der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier als PDF >>

Mensch - Macht - Kunst
Der Mensch als Schöpfer und Gestalter der Welt fordert die Theologie heraus.
Vortrag von Prof. Dr. Johanna Rahner vom 8. Juli 2012 als mp3 >>

Mittwoch, 9. Juli 2014

Kritik an der Bestellung des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger

Wer erinnert sich nicht sofort an Salzburg ... und wartet gespannt auf Graz ...
Domkapitulare im Freiburger Münster

Ist die Freiburger Bischofswahl zur Farce verkommen?
Machtspiele, Intrigen, Intransparenz: Der Vatikan hat das Freiburger Domkapitel erneut übergangen. Auf der Liste für die Wahl zum Erzbischof stand nicht ein einziger Vorschlag des Domkapitels. "Wir sind Kirche" spricht von einem Skandal.
Beitrag in Badische Zeitung >>


„Missachtung von Domkapitel und Kirchenvolk“
Kritik am Verfahren der Bischofsbestellung im Erzbistum Freiburg
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche hält es für einen Skandal, dass die Bischofskongregation in Rom alle drei vom Freiburger Domkapitel vorgetragenen Kandidaten übergangen und drei andere Personen auf die „Dreier-Liste“ (Terna) gesetzt hat, aus der das Domkapitel den neuen Freiburger Erzbischof zu wählen hatte. Damit ist der Mindeststandard ortskirchlicher Beteiligung missachtet worden.
Wir-sind-Kirche.de >>

Dienstag, 8. Juli 2014

Papst-Interview im Messaggero: "Der Kommunismus hat uns die Fahne geraubt"

Papst im Interview:
„Nichts habe ich allein getan“
Der Bischof von Rom kennt Rom nicht. Das hat Papst Franziskus in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ eingeräumt, das an diesem Sonntag – zum römischen Patronatsfest Peter und Paul – veröffentlicht wurde. Die Sixtinische Kapelle von innen habe er zum ersten Mal beim Konklave von 2005 gesehen, in den Vatikanischen Museen sei er noch nie gewesen, sagte Franziskus in dem Interview. Als Kardinal sei er nicht oft nach Rom gekommen. Er kannte Santa Maria Maggiore – „denn dorthin bin ich immer gegangen“ – und die Piazza Navona, weil er bei seinen Aufenthalten stets im Priesterhaus um die Ecke gewohnt habe, in der Via della Scrofa. Nun langsam beginne er sich „als Römer“ zu fühlen, sagte der Papst in dem Interview, das wir hier auszugsweise in Übersetzung wiedergeben.
[...]
Sie gelten als kommunistischer und populistischer Papst. Die Zeitschrift „Economist“ hat Ihnen eine Titelseite gewidmet und festgehalten, Sie sprechen wie Lenin. Erkennen Sie sich wieder?

„Ich sage nur, die Kommunisten haben uns die Fahne geraubt. Die Fahne der Armen ist christlich. Die Armut ist im Mittelpunkt des Evangeliums. Die Armen sind im Mittelpunkt des Evangeliums. Nehmen wir Matthäus 25, die Fragen, nach denen wir gerichtet werden: ich hatte Hunger, ich hatte Durst, ich war im Gefängnis, ich war krank, ich war nackt. Oder sehen wir auf die Seligpreisungen – noch eine Fahne. Die Kommunisten sagen, das alles sei kommunistisch. Ja, sicher, zweitausend Jahre später! Also könnte man ihnen sagen, wenn sie reden: Aber ihr seid doch Christen!“ (Lacht)

Mehr auf Radio Vatikan >>


Im Original:
Papa Francesco:
«Il comunismo ci ha rubato la bandiera»
("Der Kommunismus hat uns die Fahne geraubt")

Il Messaggero >>


Papst-Interview:
„Theologie der Frau“ verstärken
Papst Franziskus hat sich dafür ausgesprochen, die Frauenfrage in der Kirche zu vertiefen. Die Kirche spreche zu wenig über die Rolle der Frau, sagte er im Interview der Tageszeitung „Il Messaggero“ (Sonntag-Ausgabe).
Er plädierte dafür, intensiver an einer „Theologie der Frau“ zu arbeiten. „Die Frauen sind das Schönste, was Gott geschaffen hat“, schwärmte Franziskus in dem Interview mit der römischen liberalen Zeitung. Und der Papst weiter: „Die Kirche ist weiblich, es ist ein weiblicher Begriff. Man kann nicht Theologie ohne diese Weiblichkeit machen.“ Er stimme zu, so der Papst, „dass man die Frauenfrage vertiefen muss, sonst kann man die Kirche selbst nicht verstehen“. Auf die Frage nach vatikanischen Leitungsämtern für Frauen ging er jedoch nicht näher ein.
Weiterlesen auf Religion.orf.at >>

Papst:
Ich beginne mich jetzt als Römer zu fühlen
Franziskus in einem Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Messaggero"
Kathpress >>

Aktuell:

So half Papst Franziskus, einen Mord aufzuklären
Der Vatikan übergab brisante Briefe an die Justiz Argentiniens. Jetzt wurden zwei ehemalige Offiziere wegen des Mordes an einem Bischofs verurteilt worden. Papst Franziskus musste einen Ex-Kardinal beschuldigen.
Hamburger Abendblatt >>

Montag, 7. Juli 2014

"So wie Ihr im Domkapitel agiert habt, kann ich euch nicht schonen"



Pfarrer kritisiert Domkapitel von Limburg
Albert Dexelmann, katholischer Pfarrer von Runkel und Arfurt, hat einen offenen Brief an das Domkapitel verfasst. Darin ist von Untreue, illoyalem Vorgehen und konspirativem Handeln die Rede.

Das Domkapitel hatte Ende vergangener Woche "zu wenig Kontrolle" im "Fall Tebartz" eingeräumt. Dexelmann kritisierte, dass "Reflexion und Darstellung" viel zu spät eingesetzt hätten. Der Pfarrer fragt nun nach, warum das Domkapitel das alte Bischofshaus am Bischofsplatz unbewohnbar gemacht und das Neubauprojekt betrieben habe. Von Untreue spricht Dexelmann, weil das bestehende Bischofshaus für den Nachfolger von Kamphaus nicht treuhänderisch vorgehalten wurde. Faktisch habe sich das Ordinariat die Räume des alten Bischofshauses zu eigen gemacht. Gleichzeitig habe sich Bischof Kamphaus bei den besparten Gemeinden dafür verbürgt, dass die Verwaltung nicht wachsen werde - in Dexelmanns Augen ein illoyales Vorgehen. Als konspiratives Handeln bezeichnete der Pfarrer, der im August in Ruhestand geht, das eiserne und kollektive Schweigen, in das das Domkapitel verfallen sei. "Bitter enttäuscht" sei er, weil kein Bedarf zum Dialog gesehen wurde beziehungsweise sich "dieser vom Hals gehalten worden sei". Dexelmann wirft dem Domkapitel Falschinformation und Informationsverweigerung gegenüber dem Bistum in den entscheidenden Phasen vor sowie chaotisches Bauen ohne Bedarfsanalysen. Den offenen Brief wählte er, weil er die bestehenden Dialogforen des Bistums noch nicht so renoviert sieht, dass seine kontroverse Sicht nur dort "zielführend und heilend" besprochen werden könne.
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Offener Brief von Pfarrer Dexelmann an das Domkapitel von Limburg zur Erklärung vom 20. Juni 2014 als PDF >>


Kirchenbezirk Limburg:
Ex-Bezirksdekan kritisiert Pfarreienreform scharf

Westerwald/Limburg – Die vom Apostolischen Administrator Weihbischof Manfred Grothe zum 1. Oktober verfügte Errichtung von 7 statt bisher 15 Pastoralen Räumen im Kirchenbezirk Limburg ist umstritten.

Einer der schärfsten Kritiker von Anfang an ist der Limburger Bezirksdekan Dieter Lippert. Er hält es für die falsche Entscheidung, die einmal von Bischof Tebartz-van Elst angestrebten neuen Strukturen nach der Devise "Weiter so!" oder "Augen zu und durch!" zu verfolgen.
Der WZ stellte sich Lippert im Interview >>



100 Tage ohne Tebartz:
Ein Bistum, zwei Welten
Es scheint zwei Bistümer Limburg zu geben. In dem einen ist der Apostolische Administrator, wie Manfred Grothes offizieller Titel für die Mission an der Lahn lautet, im Auftrag des Papstes auf einem schweren, aber guten Weg. In dem anderen verpasst er gerade die Chance zum Aufbruch. Je nachdem, mit wem man spricht.

Die Lage in Bistum 1 gibt seit dem Ende der Amtszeit von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst – vor genau 100 Tagen – mehrere Anlässe zur Hoffnung: Die Zeit immer neuer Enthüllungen ist vorbei. Immer wieder berichten Grothe, der eigentlich Weihbischof von Paderborn ist, und sein Stellvertreter Wolfgang Rösch von einem "wichtigen Schritt der Aufarbeitung und des Neubeginns in der Diözese". Gerade war das wieder der Fall, als die Limburger Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde die Akte Tebartz-van Elst ohne Ermittlungen schließen. Grothe und die Seinen ordnen die Finanzen, heben Unrechtspassagen in Satzungen auf, eilen von Gremium zu Gremium, werben angesichts des Ausmaßes der Verheerung um Geduld - auch bei Journalisten.

Transparenz und Ungeist
Mitarbeiter im Bischöflichen Ordinariat und der Bistumsgremien berichten, wie gut die Atmosphäre nach vielen beklemmenden Jahren wieder sei. "Man wird wieder gehört", sagt Ingeborg Schillai, die Präsidentin der Diözesanversammlung. Demnächst will das Bistum, das die ganze Kirche mit Schlagzeilen über Protzsucht, First-Class-Flüge und falsche eidesstattliche Erklärungen in Misskredit brachte, sogar zum Vorbild in Sachen Transparenz werden: mit der bislang einzigartigen Offenlegung seiner neu geregelten Finanzen.

Grothe, 75 Jahre alt, spricht von einer ganzen Themenliste, die "nun systematisch und verlässlich abgearbeitet" werde - auf Basis des Berichts der Prüfkommission, die er selbst geleitet hatte. Er will das Feld bestellen für einen neuen Bischof, der möglicherweise erst in zwei Jahren kommt. Einen symbolischen Erfolg kann der Krisenmanager nach langer Hängepartie auch verbuchen: Im September beginnt in Limburg tatsächlich die Zeit ohne Tebartz-van Elst: Der will dann doch noch aus der 31-Millionen-Euro teuren Residenz ausziehen, die ihn um Amt und guten Ruf brachten.

Angriff auf die "lieben Mitbrüder"
Den Katholiken im Bistum 2 reicht das nicht. Sie fühlen sich schon fast um ihre Hoffnung betrogen, das Desaster werde grundsätzliche Reformen unvermeidlich machen. Ihr Verdacht: Die Ruhe ist trügerisch. Der konservative selbstherrliche Geist der Tebartz-Ära bleibe institutionell und personell am Ende unangetastet. Zu viel Kontinuität, zu wenig Umbruch.

Ob Millionen ins Limburger Priesterseminar gesteckt oder Pläne zum Bau eines katholischen Kultur- und Bildungszentrums in Frankfurt geschmiedet werden: Immer wieder äußern nicht nur einzelne Reformer den Verdacht, das Bistum habe seine Lektion nicht gelernt, spare nicht, höre die Basis nicht. Gerade sammelt ein Pfarrei Unterschriften gegen eine Fusion mit Nachbargemeinden. Ein Argument gegen die umstrittene Bildung neuer XXL-Pfarreien "modernen Typs", die Grothe absegnete: Die Idee hatte Tebartz-van Elst.

Breitseite gegen "liebe Mitbrüder"
Was sich an neuem heiligem Zorn inzwischen angestaut hat, verdeutlichte der Pfarrer Albert Dexelmann aus Runkel gerade erst in einem geharnischten offenen Brief an die "lieben Mitbrüder" des Domkapitels. Den Männern, die Tebartz-van Elst wählten und schalten und walten ließen, wirft der Bischofskritiker der ersten Stunde nicht weniger vor als "Illoyalität" gegenüber dem früheren Bischof Franz Kamphaus, "Untreue", "konspiratives Schweigen" und "Fehlinformation" der Gläubigen. Keine Spur vom "Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung" also, das Grothe immer wieder beschwört.

Die Domherren hatten den streitbaren Pfarrer ausgerechnet mit einer Erklärung in Rage gebracht, in der sie sich zerknirscht zur schweren Mitverantwortung am Desaster um den Bau der 31-Millionen-Residenz auf dem Domberg bekannten. Zurücktreten, um anderen die Wahl eines neuen Bischofs zu überlassen, wollen die Domherren nicht. Mit ihnen bleiben auch die pompösen Ehrentitel, die Tebartz-van Elst einigen von ihnen verschaffte, obwohl sein Vorvorgänger sie eingemottet hatte. Und Grothe lässt Milde walten mit Prälaten und Monsignores: Abberufen wird keiner.

Den Falschen gedankt?
Dass es in seiner Versöhnungsarbeit ein schmerzliches Missverhältnis zugunsten von Schuldigen und Mitschuldigen gebe, darauf haben Pastoralreferenten den Apostolischen Administrator vor kurzem ungewöhnlich deutlich hingewiesen. Ihre Forderung: Grothe habe dem Ex-Bischof und seinen Vertrauten ausdrücklich gedankt. Nun solle das Bistum endlich auch denen Dank sagen, "die dem Bischof Tebartz-van Elst entgegengetreten sind, um die Missstände zu benennen und sich mutig auch öffentlich geäußert haben".

Geschehen ist das noch nicht, wie enttäuschte Betroffene berichten. Bis die Wunden halbwegs verheilt seien, würde es wohl mindestens noch fünf Jahre dauern, sagt Grothe-Stellvertreter Rösch. Das wären noch mehr als 18 mal 100 Tage.
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Tebartz-van Elst wird nicht angeklagt

Gnade vor Kirchenrecht
Die Staatsanwaltschaft Limburg klagt nicht gegen Tebartz-van Elst. Damit liegt der Ball unwiderruflich im Feld der Kirche. Würden die vatikanischen Gerichtsinstanzen den emeritierten Bischof zu Rechenschaft ziehen – es wäre ein Präzedenzfall von weltweiter Bedeutung.
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