Freitag, 30. März 2012

Aktion Bischofsernennung

Die kirchlichen Reformbewegungen in Österreich bitten um Ihre Unterstützung:
In Österreich stehen wichtige Bischofsernennungen bevor. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre begründen den dringenden Verdacht, dass der Vatikan bei der Personenauswahl hauptsächlich nach dem Prinzip „Romtreue“ vorgeht und alle anderen Voraussetzungen für diesen Leitungsdienst, wie sie im Neuen Testament überliefert werden, sowie zeitgemäße Führungsprinzipien außer acht bleiben. Es wurden zum Teil ungeeignete Personen eingesetzt, was zu einer nachhaltigen Beschädigung der gesamten Kirche und insbesondere für die Glaubwürdigkeit des Bischofsamtes führte. Das Amt eines Bischofs darf nicht zur Filialleitung des Vatikans abgewertet werden.

Ich schließe mich daher folgenden Aufforderungen an:

1. An die Kirchenleitung in Rom, vertreten durch den Nuntius:
Der Papst ist nach seinen eigenen Erklärungen dazu berufen, die Tradition der Kirche zu wahren. Nach dieser dürfen Bischöfe nur mit Zustimmung der Ortskirche eingesetzt werden.
In diesem Sinne fordere ich von der Kirchenleitung, dass in Zukunft bei allen Ernennungen die Wünsche der gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrgemeinderäte und der Laienorganisationen, sowie der Priesterräte und der pastoralen Gremien der betroffenen Diözesen, transparent und nachvollziehbar berücksichtigt werden. Davon abweichende Amtsbesetzungen erachte ich für nicht rechtmäßig.

2. An die Österreichische Bundesregierung:
Das geltende Konkordat der Republik Österreich mit dem „Heiligen Stuhl“ gibt der Bundesregierung die Möglichkeit, Gründe allgemein politischer Natur gegen eine beabsichtigte Ernennung geltend zu machen.
Ich fordere die Bundesregierung daher auf, dieses Recht auch tatsächlich wahrzunehmen und Einwände vorzubringen, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass die getroffene Auswahl auf eine Weise erfolgte, die den Grundsätzen eines auf demokratischer Mitbestimmung basierenden Gemeinwesens entspricht.

Laieninitiative“ - Plattform „Wir sind Kirche“
Pfarrer-Initiative“ - „Priester ohne Amt“

Zur Unterstützung der "Aktion Bischofsernennung" >>

Schönborn bestätigt Pfarrgemeinderat von Stützenhofen

Diözesanleitung bestätigt Wahlergebnis in Stützenhofen
Presseerklärung von Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn zu den Pfarrgemeinderatswahlen in Stützenhofen.

Pressemeldungen:

Schönborn: Homosexueller darf Pfarrgemeinderat werden
Florian Stangl wird nun doch Pfarrgemeinderat im niederösterreichischen Stützenhofen. Kardinal Christoph Schönborn erklärte am Freitag in einer Stellungnahme, der Bischofsrat habe „einhellig beschlossen“, dass es keinen Einspruch gegen die Wahl des bekennenden Homosexuellen geben werde.
Weiter auf Religion.orf.at >>

Erzdiözese bestätigt schwulen Pfarrgemeinderat
Ein 26-Jähriger, der in einer eingetragenen homosexuellen Partnerschaft lebt, darf nun Pfarrgemeinderat in einer Weinviertler Gemeinde werden.
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Stützenhofen: Pfarrer soll Journalist bedroht haben
Der Pfarrer, der einen Homosexuellen als Pfarrgemeinderat ablehnte, soll einen Journalisten in dessen Haus aufgesucht und bedroht haben. Der Redakteur hatte geschrieben, dass der Pfarrer "beurlaubt" sei.
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Donnerstag, 29. März 2012

Kirche: "Querdenker" gefragt?

Leserbrief

Kirche: „Querdenker“ gefragt?

In der Wirtschaft sind Querdenker gefragter denn je. Sie bringen innovative neue Ideen und damit Erfolg. Innovationsexpertin Anja Förster: Wichtig sind Menschen, die Regeln brechen, mit bestehenden Lösungen nicht mehr zufrieden sind und den Status quo kritisch hinterfragen. Ihr Credo lautet: „experimentieren, ausgetretene Pfade verlassen, Fehler tolerieren und daraus lernen.“
Für die Kirchenleitung scheint es genau umgekehrt zu sein: Wer Regeln bricht (Pfarrerinitiative), bestehende Lösungen  kritisch hinterfragt (ausgrenzender Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder Pflichtzölibat), wer experimentiert (z.B. in der Liturgie), wer ausgetretene Pfade verlässt (z.B. in der Jugendarbeit), Fehler toleriert (liberale Bischöfe wie Aichern) wird gemaßregelt, abgesetzt, oder sogar ausgeschlossen.
So lernt die Kirchenleitung nichts dazu und der „Erfolg“ (Glaubwürdigkeit, Autorität, Ansehen, anziehende und einladende Ausstrahlung,..) bleibt immer mehr aus.

Mag. Ludwig Puchinger
Fasanweg 3
4210 Gallneukirchen

Mittwoch, 28. März 2012

Petar Ivandic in Ethik-Kommissionen nominiert

Personalnachrichten vom 23. März:
Lic. Dr. Petar Ivandic, Moderator der Diözesankurie und Leiter des Bischöflichen Sekretariats, wurde als Vertreter der Diözese Eisenstadt in die Ethik-Kommissionen des Landes Burgenland und des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt nominiert.


Lic. Dr. Ivandic dürfte als Moderator und Sekretariatsleiter nicht voll ausgelastet sein, wenn er sich für die Ethikkommission Burgenland und für die interdisziplinbäre Mitarbeit im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt nominiert.
Außerdem fällt auf, dass dafür nicht Moraltheologe Mag. Lic. Roman Frydrich, Pfarrdoderator in Wulkaprodersdorf, vorgesehen wurde.

Dienstag, 27. März 2012

Schwuler im Pfarrgemeinderat? Kardinal lässt prüfen

Ein Homosexueller, der in eingetragener Partnerschaft lebt, wurde mit großer Mehrheit in den Pfarrgemeinderat gewählt. Nach Kirchenregeln dürfte er kein Kandidat sein.
Kardinal Christoph Schönborn als Troubleshooter einer 102-Seelen-Gemeinde im Weinviertel: Aus Kärnten, wo die Bischöfe tagen, muss er telefonische Anweisungen wegen der Pfarrgemeinderatswahl in der kleinsten Gemeinde seiner Erzdiözese geben. Was passiert ist? Mit 94 von 142 Stimmen wurde ein junger Mann gewählt, der in eingetragener Partnerschaft mit einem Mann lebt.

Nach den Kirchenregeln dürfte er kein Kandidat sein. Schönborn lässt den Fall prüfen. Pfarrer Gerhard Swierzek wartet auf den Entscheid. Er betont, dem jungen Mann dankbar für das Engagement im Kirchenchor zu sein.
Dechant George van Horick: „Wenn wir die Erlaubnis für Leute als Kandidaten haben, die geschieden und wieder verheiratet sind, können wir Menschen, die homosexuell veranlagt sind und das leben, eine Kandidatur nicht verwehren."
Presse >>

Pfarre Stützenhofen: Warten auf den Segen
Kirchgang: Ein Ort hofft und bangt. Für seinen vielleicht ersten homosexuellen Pfarrgemeinderat.
Beitrag im Kurier vom 26.3. >>

Die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel
Die Plattform „Wir sind Kirche“ stellt fest: Florian Stangl ist zu danken, dass er bei der Pfarrgemeinderatswahl in Stützenhofen kandidiert hat. Der überwältigende Zuspruch an Vertrauen gegenüber seiner Person ist zu respektieren. Jede andere Entscheidung gefährdet die Glaubwürdigkeit der Kirche, verletzt die Menschenwürde und stellt eine Abwendung von der Botschaft Jesu dar.
Beitrag von Wir-sind-Kirche >>

Katholische Aktion OÖ: Solidarität mit abgewiesenem Pfarrgemeinderat
„Unchristlich, unsolidarisch und unklug“ nennt Bert Brandstetter, der Präsident der Katholischen Aktion in Oberösterreich, in einer Presseaussendung der KA vom 22. März 2012 die Zurücksetzung eines jungen, erst am Sonntag mit großer Mehrheit gewählten Pfarrgemeinderates in Niederösterreich.
Weiter lesen >>

Stellungnahme der Erzdiözese Wien
Im Zusammenhang mit der Wahl des Pfarrgemeinderats in der Weinviertler Gemeinde Stützenhofen im Bezirk Mistelbach, teilt die Erzdiözese Wien, laut dem Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Michael Prüller, folgendes mit:
"Derzeit prüft die Erzdiözese Wien den Wahlvorgang in Stützenhofen und versucht, auch im persönlichen Kontakt mit den Beteiligten eine Antwort zu finden, die sowohl der Integrität des Betroffenen wie auch den Regeln der Kirche gerecht wird. Dieses Gespräch wollen wir deshalb nicht über die Medien führen.
Weiter auf Erzdiözese Wien >>

Montag, 26. März 2012

Unhaltbarer Kirchen-Zustand

Aus einem Kommentar von Otto Friedrich in DIE FURCHE vom 22. März 2012:

....Eine Kirche, die sich in den Fragen, welche die Menschen bewegen, nicht bewegt, hat keine Zukunft....

....Das Schisma zwischen Oben und Unten in der Kirche ist mit Händen zu greifen - die Erkenntnis der letzten Jahre zeigt, dass es sich verfestigt. Man erinnert sich an den Österreichkongress der Pfarrgemeinderäte in Mariazell 2010, wo die dort Versammelten dasselbe zur Sprache brachten, was 2011/12 die Pfarrer-Initiative forderte....

....Das II. Vatikanum hat bekanntlich das Kirchen-Bild des pilgernden Gottesvolkes propagiert. Das Konzil hat gemeint, dass dabei Hirten und Gläubige gemeinsam auf dem Weg sind. Heute sieht es jedoch so aus, als ob die Hierarchen stehengeblieben sind und sich nicht bewegen können, während die Pilger längst in andere Richtungen unterwegs sind....

Freitag, 23. März 2012

Pfarrer bezeichnet Schüler als "Schande Gottes"

Schüler als Schande Gottes bezeichnet
Wieder herrscht Aufregung um den polnischen Priester Skoblicki. Zwei Elfjährige berichten von Beschimpfungen bei der Osterbeichte.
Dem Kirchenvolk rund um den polnischen Priester Andreas Skoblicki ist wenig Ruhe gegönnt. Erst wurde der konservative Pfarradministrator in Kopfing in Oberösterreich nach heftigen Kontroversen abgesetzt. Seit Februar wirkt er nun in Neuhofen/Ybbs in der Diözese St. Pölten (Niederösterreich) als Kaplan. Dort herrscht jetzt wieder Aufregung – wegen angeb­licher Verbalattacken Skoblickis gegen zwei Hauptschüler bei der Osterbeichte.
Weiterlesen im Kurier>>

Kopfinger Ex-Pfarrer beschimpft Schüler in Neuhofen
Der polnische Priester Skoblicki bezeichnete zwei Elfjährige bei der Osterbeichte als „Schande Gottes“.
Beitrag in den OÖ-Nachrichten >>

AKTUALISIERUNG:
Presseerklärung der Diözese St. Pölten zum KURIER-Bericht über Andreas Skoblicki vom 22. März 2012
Der vorgesetzte Pfarrer von Kaplan Andreas Skoblicki, Bischofsvikar Helmut Prader, betont, dass er im Gespräch mit allen Beteiligten ist, um die Situation aufzuklären und zu bereinigen. Prader erklärt, dass Kaplan Skoblicki fürs Erste keine Kinder- und Jugendbeichten mehr hören wird, bis er sich in der Pfarre eingearbeitet hat und mit den Gepflogenheiten vor Ort vertraut ist.
Kaplan Skoblicki bittet um Verständnis, dass er zu den Beichtgesprächen keine Stellungnahme abgeben könne, da er aufgrund des Beichtgeheimnisses über die Inhalte unter keinen Umständen Auskunft geben dürfe. Sollte er jemanden verletzt haben, tue ihm das leid, erklärt Skoblicki. Dies wäre nie seine Absicht gewesen und hänge möglicherweise damit zusammen, dass Deutsch nicht seine Muttersprache sei.

Donnerstag, 22. März 2012

Veränderung braucht Widerstand

Friedhelm Hengsbach und seine Anregungen zur Kirchenreform – Schonungslose Anlayse in Eschhofen

Das Wort des Papstes und der Bischöfe ist in der katholischen Kirche Gesetz. Muss aber nicht sein. Für den Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach gehört zur Zukunft der Kirche: Aufatmen, aufstehen, verändern: Zivilcourage.
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Aufatmen, Aufstehen, Verändern - Zivilcourage in der Kirche
Das Zentralkomitee der Katholiken und die Bischöfe plakatieren: „Einen neuen Aufbruch wagen“.
Klingt wie das Pfeifen im Wald:
- vergangenheitsorientiert, um die sexuellen und gewalttätigen Übergriffe kirchlicher Amtsträger sowie die institutionelle Vertuschung aufzuarbeiten;
- defensiv in der Klage über den Schwund von Mitgliedern, Finanzmitteln und Kandidaten für ein männliches, sexuell abstinentes und weihebasiertes Amt;
- paralysiert durch die Kirchenleitung, die Gespräche über Fragen verweigert, die von den Gemeinden dringend gestellt werden, und solche über Fragen anbietet, die die Gemeinden weniger drängend umtreiben;
- enttäuschend und kabarettreif der eingeleitete Gesprächsprozess in Mannheim, weil das Onlineportal von Hunderten kaum lesbarer Pinnwände die Kaffeehausatmosphäre im Rosengarten dokumentiert, aber die Erwartungen ernsthafter Konsequenzen zumüllt;
- emotional übertüncht die Gebetsappelle der Bischöfe um geistliche Berufe und spirituelle Konversion;
- abgefahren der Versuch kirchlicher Autoritäten, von der Debatte über eine Strukturkrise abzulenken und eine Gottes-, Glaubens- oder Vertrauenskrise.zu identifizieren.
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Mittwoch, 21. März 2012

Kohlmaier antwortet auf Kapellaris Hirtenrüge der Reformbewegungen

Herbert Kohlmaier
Gedanken zu Glaube und Zeit
Nr. 34 16. März 2012 





Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Kapellari!

In Ihrem über Ihre Diözese hinaus verbreiteten Hirtenbrief zur Fastenzeit weisen Sie die Reformbewegungen in unserer Kirche zurecht. Dies bedarf energischen Widerspruchs, zu dem ich mich als Mitbegründer der Laieninitiative und deren Vorstandsmitglied sehr persönlich gedrängt fühle. Ich will in diesem offenen Brief an Sie meine Einwände auf Ihre Behauptungen so vorbringen, dass ich darauf im Einzelnen eingehe: 

1. Die Reformbewegungen setzen in ihrer Überzeugung einer historischen Sendung die Einheit der Kirche aufs Spiel und wollen eigenmächtig deren Steuerrad ergreifen.

Keiner von uns will die Leitung der Kirche an sich ziehen, wir anerkennen deren notwendige Ordnung. Allerdings kann niemand übersehen, dass der von der Hierarchie eingeschlagene Kurs gefährlichen Untiefen zusteuert. Nicht ohne Grund verlassen Viele – um bei Ihrem Bild zu bleiben – das Schiff. In so einer Situation ist es Pflicht verantwortlicher Katholiken, eindringlich zu warnen und notfalls auch „einzugreifen“, um eine Richtungskorrektur herbeizuführen, nicht aber das Steuer zu „ergreifen“. Wir sind tatsächlich davon überzeugt, dass dies eine „historische Sendung“ bedeutet!

Ja, die Einheit ist ein kostbares Gut und Sie stellen richtigerweise fest, dass es im Gegensatz dazu bereits eine Spaltung gibt. Haben Sie über deren Ursache wirklich nachgedacht? Alle Lebensweisheit und die Wissenschaft vom Menschen erkennen, dass bei einem Auseinandergehen nie ein Teil allein die Schuld trägt. Die überwiegende Zahl der Kirchenmitglieder kann sich nicht mehr mit dem identifizieren, was die Kirchenleitung tut und vor allem unterlässt. Eine der Quellen des spirituellen Reichtums der Kirche ist der Sensus fidelium, doch er ist heute nicht mehr ein Consensus mit der Hierarchie. Das bedeutet eine ganz große Gefahr für die Zukunft unserer Glaubensgemeinschaft!

Eindeutige demoskopische Ergebnisse zeigen, dass gerade über die von Ihnen erwähnten „heißen Eisen“ die Menschen anders denken, als die Kirchenleitung. Ist da nur „Glaubensverlust“ die Ursache, wie immer wieder unintelligent und ideenlos behauptet wird? Sie sehen sich als Hirte. Als solcher müssten Sie wahrnehmen, dass die „Schafe“ die fruchtbaren Weiden des Evangeliums keineswegs verlassen, sondern immer mehr den dürr gewordenen Boden eines unfruchtbaren Klerikalismus meiden. Wo sind heute die „Lebenskeime“ des Glaubens zu finden, die Sie zu Recht erwähnen? Bei den Menschen, die sich noch für ihre Glaubensgemeinschaft engagieren, Männer und Frauen! Und genau das tun auch die Reformbewegungen.

2. Die Forderung nach einer Eucharistiefeier ohne Priester läuft auf einen offenen Bruch mit dem Kern der verbindlichen katholischen Lehre über die Kirche und deren Sakramenten hinaus.

Sehr geehrter Herr Bischof, es gibt tatsächlich einen Bruch, einen tiefen und verhängnisvollen, den allerdings jene Regeln der Kirche herbeigeführt haben, an denen Sie sich festklammern. Es ist ein Bruch mit Jesus, der in unüberbietbarer Offenheit zu allen Menschen ging und uns seine Anwesenheit zusagte, wenn wir in seinem Namen zusammenkommen. Davon, dass dies von der Zwischenschaltung eines Kirchenfunktionärs abhängig sei, ist bei ihm keine Rede.

Wir wären sehr dankbar, wenn es Geweihte ausreichend gäbe, die mit allen Gemeinden feiern! Wäre dies der Fall, würde niemand von „priesterlosen Eucharistiefeiern“ reden. Aber Sie sind wie alle Bischöfe der „Weltkirche“ – und in der mitzureden wäre sehr wohl auch Ihre Pflicht! – nicht in der Lage, uns genug Priester zur Verfügung zu stellen. Wiederum nicht, weil es einen Glaubensverlust gäbe, sondern weil die Kirche mit ihren unbiblischen Zulassungsbestimmungen zahlreiche Berufungen abweist und vernichtet. Sie lädt damit eine historische Schuld auf sich, ja sie begeht eine Sünde gegen Christus. Da sind wir zum Widerstand aus unserem Gewissen berechtigt und verpflichtet!

3. Die Kirche hat von Christus her nicht die Vollmacht, Frauen das Weihesakrament zu spenden.

Angesichts dieser Behauptung kann ich bei Ihnen – verzeihen Sie mir das! – entweder nur mangelndes theologisches und kirchenhistorisches Wissen oder ein Sacrificium intellectus auf dem päpstlichen Altar erkennen. Wer auch nur oberflächlich im Glauben gebildet ist, weiß, dass Jesus weder Priester weihte, noch den Auftrag oder die „Vollmacht“ dazu gab. Er wurde von der jungen Kirche bekanntlich als der einzige Priester angesehen und wir erfahren dabei, dass alle Getauften seines Priestertums teilhaftig sind. Dass man in der Folge ein gesondertes und über die Gläubigen erhöhtes Amt wieder einführte, entsprach angenommener Zweckmäßigkeit und einem empfundenen Bedürfnis der Obrigkeit; wohl auch des damals noch ungebildeten Kirchenvolkes.

Das Amt wurde so ausgestattet, wie man es in der immer mächtiger werdenden Kirche für angebracht hielt. Menschenwerk zeigt sich uns da, nicht aber gewissenhafte Nachfolge Jesu. Daher kann die Kirche die Gestaltung des Dienstes nicht nur ändern, sondern sie muss es auch. Hier und jetzt, will sie der Seelsorge keinen unwiederbringlichen Schaden zufügen!

4. Betreffend die Frauen bedeutet nicht jede Unterscheidung – wie der Ausschluss vom priesterlichen Dienst – eine „Diskriminierung“.

Bei allem Respekt – wodurch sich Frauen diskriminiert zu fühlen haben, und wo nicht, obliegt nicht Ihrem Urteil. Noch immer schließen einige Ihrer Amtsbrüder Mädchen sogar vom Dienst am Altar als Ministrantin aus. Wird „gleiche Würde“ schon deswegen hergestellt, weil man Frauen administrative Leitungsaufgaben (gnädig) überträgt und es weibliche Heilige gibt?

Sehr geehrter Herr Diözesanbischof! Ich will keineswegs übersehen, dass Sie in Ihrem Hirtenbrief auch positive Aspekte erwähnen. Aber Ihr Hauptmotiv scheint zu sein, die Reformbewegungen als Gefahr für die Kirche abzumahnen. Sie fühlen sich offenbar verpflichtet, mit dem betonten Beharren auf dem Standpunkt Roms in schwierig gewordenen Zeiten ein bestimmtes Signal zu setzen. Es ist freilich ein falsches. Wir vernehmen es, aber weder beeindruckt das die Erneuerungskräfte, noch kann es diese entmutigen.

Warum tun Sie das überhaupt in einer zugegebenermaßen für die Bischöfe schwierigen Situation, die sich ja vatikanischem Druck einerseits und dem der Reformkräfte andererseits ausgesetzt sehen? Wir sollen also nach Anhören Ihres Hirtenbriefes keine Aussicht haben, dass sich etwas zum Besseren ändern könnte. Diese Hoffnung wollen Sie uns offenbar austreiben, ein für allemal. Passt dies zu dem angeblich angestrebten und allseits verkündeten „Dialog“? Man könnte das vielmehr als Verhöhnung empfinden.

In Ihrem Hirtenbrief ist eine prinzipielle Fehlhaltung spürbar, die zu erkennen und abzulegen Sie wohl nicht in der Lage sind. Offenbar meinen Sie, das Schicksal und die Zukunft der Kirche lägen in der Hand der Hierarchie. Das wäre nur dann so, wenn die Bischöfe und das „Oberhaupt“ der Kirche (gemeint ist da von Ihresgleichen der „Heilige Vater“, nicht aber Jesus) im Einklang mit dem Kirchenvolk handeln wollten. Doch die in der Vergangenheit errichteten Barrieren werden nicht weggeräumt, sondern von Ihnen neuerlich und ganz bewusst befestigt.

Wir sind auch als mündige Christen sehr wohl bereit, Autorität anzuerkennen. Doch diese wird keineswegs allein durch ein Amt hergestellt, sondern muss durch rechtes und mutiges Handeln erworben werden. Nicht aber nur durch blinden „Gehorsam“ gegenüber einem antiquierten und untauglich gewordenen Regelwerk! Rechte Autorität, die sich nicht nur auf Würden und Titel stützt, wird verspielt, wenn man nicht auf Volkes Stimme hört. Denn damit bewirkt man, dass auch dieses umgekehrt nicht mehr zuhört!

Paulus sagt, in Christus würden Unterschiede aller Art überwunden, auch die zwischen Männern und Frauen. Hätte es damals schon Bischöfe („Exzellenzen“), Monsignori und Prälaten gegeben, hätte er wohl hinzugefügt: Es gibt nicht mehr geistliche Obrigkeit und deren Untergebene. Absurd ist also, was Papst Gregor XVI. – einer der angeblichen „Stellvertreter Christi“ – sagte und was als Gift im Leib der Kirche fortwirkt: „Es kann niemandem verborgen sein, dass die Kirche eine ungleiche Gesellschaft ist, in der die einen zum Herrschen, die anderen zum Gehorchen bestimmt sind.“ Bildet das gar für Sie noch immer den Hintergrund Ihrer Belehrungen und Verurteilungen?

Ist Ihnen und Ihren Amtsbrüdern nicht erkennbar, dass die Kirche ihre Lebenskraft und ihre Zukunft verspielt, wenn die unaufhaltsamen Entwicklungen in einer frei und selbstbewusst gewordenen Gesellschaft als „Zeitgeist“ abgetan werden, wie es ständig geschieht? Wenn Bischöfe uneinsichtig und in ängstlicher Abwehr stehen bleiben, wo die Menschen voranschreiten? Diese Menschen unserer Zeit haben nach wie vor ein Bedürfnis nach dem Glauben. Aber ganz und gar nicht, bloß vorgefertigte und unverständlich gewordene Vorschriften zu hören. Sie wollen motiviert und überzeugt werden. Glauben Sie wirklich, dass Ihr Hirtenbrief das bewirkt? Das durch die Zeiten wandernde Volk Gottes braucht Verständnis, Vertrauen und befruchtendes Tun in Einmütigkeit.

Sehr geehrter Herr Bischof, Sie stehen so wie ich am Abend Ihres Lebens und Wirkens. Da muss ein selbstkritischer Rückblick erfolgen. Bei einem Geistlichen hat dieser wohl in erster Linie unter dem Gesichtspunkt zu erfolgen, ob man dem Willen Jesu entsprochen hat. Der Nachweis dafür, dass man von Menschen erfundene Regeln hartnäckig verteidigt hat, obwohl sich diese längst als unzureichend und sogar schädlich erwiesen haben, wird da wohl nicht zur Rechtfertigung genügen.

Der christliche Umgang miteinander erfordert offene Worte. Die werden Sie also, wie ich hoffe, verstehen, denn uns allen geht es trotz unterschiedlicher Sichtweisen um das Wohl der Kirche. 

Mit meinen besten Grüssen 
Ihr Herbert Kohlmaier

Dienstag, 20. März 2012

KA fordert: Über Pfarrer abstimmen und bei der Ernennung von Bischöfen mitreden

Kirchenvolk will auch Pfarrer wählen
Die Katholische Aktion fordert anlässlich der Pfarrgemeinderatswahlen mehr Demokratie.
Bert Brandstetter hat sich seine Hörner in der Kirche noch nicht abgestoßen. Seit November 2011 ist er Vorsitzender der Katholischen Aktion (KA) der Diözese Linz. Sie ist mit 100.000 Mitgliedern die schlagkräftigste Laienorganisation (österreichweit rund 400.000). Der ehemalige ORF- Journalist will mehr Mitsprache in der römisch-katholischen Kirche. "Ich fordere das, auch wenn ich weiß, dass das die nächsten Jahre noch nicht so sein wird", sagt er gegenüber dem KURIER >>.

Montag, 19. März 2012

Kapellari gebraucht scharfe Worte gegen Reformgruppen

Bischof Kapellari warnt vor Gefährdung der Einheit der Kirche
Grazer Bischof kritisiert in Fastenhirtenbrief Versuch der "Pfarrerinitiative" und anderer Reformgruppen, "eigenmächtig das Steuerrad des Schiffes Kirche ergreifen zu wollen"
Weiter auf Kathpress >>

Kapellari rügt Pfarrerinitiative
Scharfe Worte in Hirtenbrief an jene, die "eigenmächtig Steuer ergreifen wollen" - "Vom Gashebel heruntersteigen"
Weiter im Standard >>

Bischof Kapellari: Letzte Warnung an die Pfarrerinitiative
Bischof spricht von Kirchenspaltung. Schüller ortet "Abspaltung der Kirchenführung vom Kirchenvolk".
Weiter im Kurier >>

Wortlaut des Hirtenbriefes >>

Freitag, 16. März 2012

Rechnitz: Feierliche Vesper der Kontakttage musste verschoben werden

Im Programm für die Dekanatskontakttage im Dekanat Rechnitz wird zwar auf eine Änderung hingewiesen - jene zum GEMEINSAMEN Treffen. Aber es gab eine weitere.

Die Feierliche Vesper wurde abgesagt, weil Bischof Ägidius Zsifkovics zur selben Zeit einen Termin in Eisenstadt wahrnehmen musste und die Dekanatsangehörigen mit dem Bischof beten wollten und nicht nur mit Kanonikus Dr. Seifner.
Neuer Termin für die Dekanatsvesper ist der 16. März in der Pfarrkirche Großpetersdorf, Beginn ist um 16.30 Uhr.

Die Stunde der Laien

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse):

Die Aussage, 2012 gebe es keine bundesweite Wahl, ist falsch. Tatsächlich findet am Sonntag in ganz Österreich ein Wahltag statt, wenn auch allgemein eher unbemerkt: In (fast) allen Pfarren Österreichs. Bei der Pfarrgemeinderatswahl schlägt die Stunde der Laien. Mehr denn je. Denn je größer der Priestermangel, umso bedeutender deren (Mit-)Arbeit. Schon jetzt leiten de facto manchmal Laien Gemeinden, in die Priester zur Sakramentenspendung „eingeflogen“ werden. Auf absehbare Zeit wird sich das nicht ändern. Wahlen und Kirche sind keine Gegensätze: Der Papst wird gewählt, Klostervorsteher ebenso wie nun Pfarrgemeinderäte. Heuer wird Salzburgs Domkapitel aus einem päpstlichen Dreiervorschlag den Erzbischof wählen. Noch ein Privileg. Aber als Vorbild für den Rest der katholischen Welt durchaus geeignet.

Donnerstag, 15. März 2012

Deutsche BiKo: Der Jammer mit dem Dialog


Kurze Dialoge an der Donau
Bei der Frühjahrsvollversammlung in Regensburg mühen sich die deutschen Bischöfe um Zusammenhalt.
... der Eichstätter Hirte Gregor Maria Hanke erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung, der Dialogprozess solle ein geistlicher Weg sein, eine Vergewisserung und Vertiefung des Glaubens... „So zu tun, als ob alles diskutabel und veränderbar sei hieße letztlich, den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Über den Glauben kann man nicht ohne Glaubenswissen sprechen. Ohne eine gemeinsame Lektüre des Katechismus kommen wir nicht aus.“
Angesichts der unübersehbaren Meinungsvielfalt bemühte sich der Vorsitzende in seiner Abschlusserklärung offensichtlich darum, auch jene geistlich einzubinden, die beim Dialogprozess von Anfang den Bezug zum kirchlichen Lehramt und zur Weltkirche vermissten und ihn als zu einseitig an deutschen Befindlichkeiten ausgerichtet empfanden. So will man das Wort des seligen Johannes Paul II. von der „Zivilisation der Liebe“ in das Jahresthema „Diakonia“ integrieren... Der nachdrücklichen Empfehlung des Heiligen Vaters zur Katechismuslektüre mochte man sich nicht kollektiv anschließen.
Weiterlesen >>
(Gutes Video in der Spalte rechts)

Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
auf domradio.de >>

Nebenbei interessant:

Bischof Hofmann über das neue Gebet- und Gesangbuch:
Gotteslob geht in die Endkurve

Aktuell:
Bischof erteilt Vatikankritiker "Sprechverbot"

Das Zölibat - ein umstrittenes Thema, über das heutzutage immer wieder diskutiert wird. In Soltau allerdings hat die katholische Kirchengemeinde eine mögliche Debatte im Keim erstickt. Auf Wunsch des Bischofs von Hildesheim, Norbert Trelle, sagte sie den Auftritt des vatikankritischen Geistlichen Helmut Schüller aus Österreich ab. Schüller wollte unter anderem über das Zölibat und über den Umgang der Kirche mit Geschiedenen sowie das Zusammenlegen von Gemeinden sprechen, wie die Gemeinde am Montag mitteilte.
Mehr auf NDR >>

Mittwoch, 14. März 2012

Churer Bischof Vitus Huonder will Wiederverheiratete von den Sakramenten ausschliessen


Bischof Huonder verteidigt umstrittenen Hirtenbrief
Der Churer Bischof Vitus Huonder verteidigt seinen umstrittenen Hirtenbrief. Darin schreibt er, dass geschiedene Wiederverheiratete von den Sakramenten ausgeschlossen sind. Zahlreiche katholische Priester verweigerten die Verlesung des Briefs.

«Beliebt waren auch die 10 Gebote nie»: Mit diesen Worten hat der Churer Bischof Vitus Huonder in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» seinen umstrittenen Hirtenbrief verteidigt. Die Kirche habe nicht dem Zeitgeist zu folgen.

In seinem Fastenhirtenbrief, der am Sonntag von den Kanzeln hätte verlesen werden sollen, erinnert der Oberhirte daran, dass geschiedene Wiederverheiratete von den Sakramenten ausgeschlossen sind. Zahlreiche katholische Priester verweigerten die Verlesung. Zweck der Kirche sei die Lebenshilfe, nicht die Ausgrenzung.

Schweiz aktuell vom 09.03.2012

Hirtenbrief: Katholische Pfarrer fallen Huonder in den Rücken
Viele katholische Pfarrer im Bistum Chur werden am Wochenende den Hirtenbrief ihres Bischofs nicht verlesen. Der Grund: Der Churer Bischof Vitus Huonder fordert für geschiedene Wiederverheiratete einen Ausschluss von den Sakramenten.
Weiter im Schweizer Fernsehen >>

Bischof Felix Gmür übt Kritik an Kollege Vitus Huonder
Die Anordnung des Churer Bischofs Vitus Huonder, wiederverheirateten Geschiedene vom Empfang der Sakramente auszuschliessen, ruft nun Kollege Felix Gmür auf den Plan. Er weist auf die «Barmherzigkeitspraxis Jesu» hin.
Weiter in der Aargauer Zeitung >>

Dienstag, 13. März 2012

Linz: Pfarrer nominiert "seine" Kandidaten für PGR-Wahl

Konflikt rund um PGR-Wahl in Linz-Herz Jesu
Die Erstellung der Kandidatenliste zur Pfarrgemeinderatswahl führt in der Pfarre Linz Herz Jesu zu erheblichen Differenzen. „Mir ist bekannt, dass Personen, die bis zu 30 Mal in den Wahlvorschlägen genannt wurden, nicht auf der Wahlliste aufscheinen“, sagt Roland Forster, noch bis zu der im März auslaufenden Amtsperiode Pfarrgemeinderat in Linz Herz Jesu. Er glaubt, dass diese nicht der Linie des Pfarradministrators Dietmar Neubauer entsprochen hätten und deshalb gar nicht erst kandidieren dürfen.
Weiter in der Linzer Kirchenzeitung >>

Montag, 12. März 2012

Pfarrgemeinderatswahlen 2012: Demokratie "auf katholisch"


Video auf ORF-TV-Thek >> 

Christoph Riedl präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 11. März 2012, um 12.30 Uhr in ORF 2 u.a. folgenden Beitrag:

Pfarrgemeinderatswahlen 2012: Demokratie "auf katholisch"
Am 18. März ist es - nach fünf Jahren - wieder einmal so weit: Österreichs Katholikinnen und Katholiken werden zu den Urnen gerufen. Die Pfarrgemeinderatswahlen 2012 stehen an. Rund 30.000 Pfarrgemeinderäte sollen dabei gewählt werden. Aber immer schwieriger scheint es zu werden, engagierte Christinnen und Christen zu finden, die sich bereit erklären, für dieses Ehrenamt zu kandidieren.
Was das Engagement bremsen könnte: Einerseits haben PGR-Mitglieder in den vergangenen Jahren zwar viele wichtige Aufgaben übernommen - ganz im Sinne des Zweiten Vatikanums ("gemeinsames Priestertum aller Gläubigen") - andererseits wird, z. B. aus der Diözese Eisenstadt über "bischöfliche Rückwärtsbewegungen" berichtet, die wenig dazu angetan sind, Mut zu mehr Verantwortungsbewusstsein zu machen. So hat Bischof Ägidius Zsifkovics erst vor wenigen Monaten die PGR-Ordnung überarbeitet und dabei - deutlich merkbar - die Verantwortung der Laien zurückgenommen und teilweise sogar völlig gestrichen. Ein Bericht von Marcus Marschalek.

PGR-Wahl: Volksentscheid gegen Bischofsspruch
Als „Stück gelebte Demokratie“ wird der Pfarrgemeinderat (PGR) oft bezeichnet. Aber wie viel Demokratie ist in der katholischen Kirche möglich? Rechtsprofessor Herbert Kalb antwortete auf die Fragen von religion.ORF.at >>.


Archiv:
Begegnung & Dialog, 19. September 2011
Bischof Zsifkovics erlässt neues PGR-Statut mit wesentlichen Änderungen

Vergleich der diözesanen Pfarrgemeinderatsstatuten 

Donnerstag, 8. März 2012

Bistum Augsburg: Kirchenumarmungen gegen "Seelsorgeraum"-Konzept


Audio-Beitrag auf Bayern1 >>

Thalfinger Kirchenumarmung
Zeichen für die christliche Heimat
300 Elchinger Katholiken äußerten mit einer Menschenkette an Thalfingens „Christus unser Leben“ ihre Besorgniss über die Reformpläne des Bistums Augsburg.
Weiterlesen >>

Mittwoch, 7. März 2012

"Ich kann mir Priesterinnen vorstellen"


Die Kirche werde nicht als die Institution wahrgenommen, die tatsächlich die Lebensfragen junger Menschen beantwortet, sagt Simon Rapp, Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Die Kirche müsse sich mehr bemühen, die Fragen der Menschen von heute zu beantworten.
Simon Rapp im Gespräch mit Jörg Degenhardt auf Deutschlandradio >>

Dienstag, 6. März 2012

Mitbestimmung und Menschenrechte - Eine unentbehrliche Dokumentation

Mit zwei wichtigen Tagungen haben die Reformbewegungen in den letzten Jahren den Weg der Kirche in die Zukunft aufgezeigt: 2009 ging es unter Federführung der "Laieninititative" in Wien um "Kirchenreform und Menschenrechte", 2010 in Batschuns unter Leitung der Plattform "Wir sind Kirche" um die "Eckpunkte einer menschenrechtskonformen Kirchenverfassung".

Nun wurden die Referate beider Tagungen in einem Band dokumentiert; die Autoren: Walter Kirchschläger, Paul Weß, Heribert Franz Köck, Leonard Swidler, Gotthold Hasenhüttl, Daniel Kosch und Wilhelm Rees. Überdies enthält das Buch die Tagungsergebnisse: das "Wiener Manifest" und die "Batschunser Erklärung".

Wer die aktuelle Arbeit an der Kirchenrefom verfolgen will, kommt ohne diese Dokumentation nicht mehr aus:
Martha Heizer/Hans Peter Hurka (Hg.), Mitbestimmung und Menschenrechte. Plädoyer für eine demokratische Kirchenverfassung. topos-Taschenbuch (Verlag Tyrolia) ISBN 978-3-8367-0763-3, 304 Seiten, € 15,40

Montag, 5. März 2012

Auch in Wiesen wurde für den Schutzwall des Bischofs gebetet

Seit Dezember 2010 betet Pfarrer Mag. Johannes Lehrner monatlich am Sonntag Nachmittag um 15 Uhr für Bischof Ägidius und seine Mitarbeiter.
"Manche oft medial gestützte und vorgetragene Angriffe auf unseren neuen Bischof zeigen die Notwendigkeit, ... diesen Dämon durch Gebet auszutreiben ... und einen unsichtbaren Schutzwall um ihn (den Bischof) zu bilden."

Ich wollte das eigentlich unkommentiert lassen - die Geister sind ja frei. Doch weil nun auch der Herr Pastoralamtsdirektor seine Pfarrkirche für die "Schutzwallbildung" geöffnet hat, kann ich nicht mehr hinweg sehen.

Eine Frage nebenbei: wird nicht bei jeder Messe für den Bischof gebetet? Ist das nicht richtig?

Über die Ernennung von MMag. Michael Wüger zum Direktor des Pastoralamtes hatte ich mich gefreut und darüber auch im Blog berichtet. Bisher ist er aber "pastoral" noch nicht in Erscheinung getreten.

Dass nun Priester-Exerzitien und Anti-Dämonen-Veranstaltungen in der Diözese stattfinden, die in der Vergangenheit nicht möglich waren, stimmt mich nachdenklich.

Hinweisen möchte ich auf geplante Exerzitien für Priester, Diakone und Seminaristen mit Athanasius Schneider, Weihbischof von Astana (Kasachstan), der der fundamentalistischen Vereinigung des Engelswerks angehört. Er tritt vehement für die Mundkommunion im Knien ein.

Obskures "Engelwerk" feiert Anerkennung durch den Papst
Vatikan billigt angeblich Riten des Opus Angelorum - Schutzengel sollen Menschen gegen Dämonen helfen
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Freitag, 2. März 2012

Dialog

Folgendes Gespräch zwischen dem frei erfundenen Bischof von Zeisenstadt, Zägidius Zwitschkowitsch (Zwi) und seinem nicht existenten Diözesanmoderator Zetar Zivandic (Ziv), welches nie stattgefunden hat, wurde von Niemandem aufgezeichnet:

Ziv: (erfreut): Guten Morgen, Herr Bischof, gute Nachrichten.
Zwi (erstaunt): Zivandics, was haben wir vergessen?
Ziv (fragend): ?
Zwi (ungeduldig): Zivandics!
Ziv: Ach so! Guten Morgen hochwürdigster Herr Diözesanbischof.
Zwi: Na bitte, Zivandics, geht doch. Selbstverständlich würde ich auf diese Anrede nicht bestehen, aber Rom fordert das von uns und dieser Forderung können und wollen wir uns nicht entziehen. (träumerisch) Ach, Rom!
Ziv: Selbstverständlich, hochwürdigster Herr Diözesanbischof. Wie gesagt, gute Neuigkeiten: Die Kirchenaustritte sind gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen.
Zwi: Sehen Sie, mein guter Zivandics, wieder ein Ergebnis unserer unermüdlichen Arbeit. Es bestätigt uns auf unserem rechten Weg. Durch Gesetzestreue und beispielhafte Lebensführung lässt sich viel erreichen.
Ziv: In absoluten Zahlen sind das …
Zwi: Verschonen Sie mich bitte mit unwichtigen Details, mein Guter. Was gibt es weiter für wichtige Nachrichten?
Ziv: Der Umbau des Bischofssitzes geht zügig voran.
Zwi: Ah, wahrlich gute Nachrichten.
Ziv: Allerdings unterlässt es dieser Berufsquerulant aus Zinkafeld, dieser Frosch Fredi, nicht weiter seine Giftpfeile gegenüber uns und den Umbau abzuschießen.
Zwi: Ach, der gute Frosch Fredi. Dieses umherirrende Schaf! Wenn ihm unser Herr doch die Augen öffnen würde! Wie kann man so etwas wie diesen Umbau nicht verstehen Zivandics? Ich mache mit Ihnen einen kleinen Test: Was ist das schönste Gebäude in Rom?
Ziv: Der Petersdom natürlich, Herr Bischof.
Zwi (verärgert): Zivandics – schon wieder!
Ziv: Ach so! Der Petersdom natürlich, hochwürdigster Herr Diözesanbischof.
Zwi (versöhnt): Richtig! Und was ist das schönste Gebäude in Zeisenstadt?
Ziv: Das Schloss Zesterhazy.
Zwi: Na bitte, da haben wir‘s. Diese Profanbauten überragen unseren Amtssitz in Größe und Ausstattung. Welche Erniedrigung unseres Herrn! Gott der Allmächtige hat wohl einen besseren Amtssitz verdient als diesen baufälligen Bischofshof. Denken Sie an Rom, mein Lieber. (träumerisch) Ach, Rom!
Ziv: Natürlich, hochwürdigster Herr Diözesanbischof, es ist auch mir schleierhaft, wie dieser Frosch Fredi nur so blind sein kann. Möge Gott ihm seine Augen öffnen.
Zwi: Ihr Wort in Gottes Ohr, mein guter Zivandics. Aber unsere Schäfchen werden uns auf dem rechten Weg sicher noch folgen. Was gibt es noch?
Ziv: Im erzbischöflichen Palais in Wien gibt es demnächst eine Sitzung gegen die Bekämpfung der Armut in Österreich.
(es klopft, der Chauffeur des hochwürdigsten Diözesanbischofs tritt ein)
Chauffeur: Die Limousine wartet, hochwürdigster Herr Diözesanbischof.
Zwi: Die Pflicht ruft mein guter Zivandics. Auf Wiedersehen. Gelobt sei Jesus Christus.
Ziv: Gelobt sei Jesus Christus.

Gastbeitrag von Gregor Görtler

Donnerstag, 1. März 2012

Die Ignoranz der Kirche

Dietmar Neuwirth ( Die Presse):

Ab sofort dürfen auch Ausgetretene kirchlich begraben werden.
Meine Güte, den richtigen „Heuler“, wie abgebrühte Kollegen sagen würden, gab es ja nicht unbedingt bei der Pressekonferenz Kardinal Christoph Schönborns. Eine Ermahnung für den „Aufruf zum Ungehorsam“ einiger Pfarrer, ein Bekenntnis zu Bildung im umfassenden Sinn und zu einer Aufstockung der Entwicklungszusammenarbeit – mehr war nicht. Dabei haben die Bischöfe damals, vor mehr als drei Monaten, auch einen Beschluss gefasst, der für kirchliche Verhältnisse sensationell ist. Man ist ja bescheiden. Dieser wurde erst jetzt über die Katholische Presseagentur öffentlich gemacht: Ausgetretene dürfen ab sofort in Österreich auch kirchlich begraben werden. Wenn es die Angehörigen wünschen und der Tote sich Derartiges nicht vorher verbeten hat.

In der entsprechenden Richtlinie wird ausdrücklich der Auftrag der Barmherzigkeit angesprochen. Schön, dass die Bischöfe nachvollziehen und absegnen, was bereits üblich war. Dass verschämt(?), mit monatelanger Verzögerung eine derartige Maßnahme publiziert wird, die manche aufatmen und auf Barmherzigkeit auch gegenüber Geschiedenen hoffen lässt, muss Zweifel an der medialen Kompetenz der Verantwortungsträger nähren. Fatal zu sehen, wie extrem schwer sich ausgerechnet die katholische Kirche mit dem Bekanntmachen der „guten Nachricht“ tut – das Griechische kennt ja bekanntlich dafür den Begriff Evangelium.

Kirche begräbt nun auch Ausgetretene
Die Bischofskonferenz erlaubt Priestern, auch das Begräbnis von Verstorbenen zu leiten, die die Kirche verlassen haben, wenn die Angehörigen dies wünschen. Das geht aus dem aktuellen Amtsblatt hervor.
Katholische Priester dürfen ab sofort auch für aus der Kirche Ausgetretene ein Begräbnis feiern – wenn das im Einzelfall „im Sinn des Verstorbenen“ gewesen wäre oder er das zumindest nicht explizit ausgeschlossen hat. Das geht aus dem aktuellen Amtsblatt der österreichischen Bischofskonferenz hervor, das „Richtlinien für das Begräbnis von Verstorbenen, die aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten sind“ enthält.
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Bischofskonferenz: Ausgetretene können kirchlich begraben werden
Neue Richtlinien der Bischofskonferenz betonen seelsorgliche Begleitung von Angehörigen und definieren Kriterien für eine situationsgemäße Entscheidung des Pfarrers
Amtsblatt der Österreichischen Bischofskonferenz >>