Mittwoch, 14. Juni 2017

Der Zölibat ist nicht mehr sakrosankt


Die Diskussion um die Priesterweihe von verheirateten Männern in der katholischen Kirche ist neu belebt worden. Den Anstoss dazu gab der Papst selbst.
NZZ, 11.6.2017 >>

Montag, 12. Juni 2017

Abstimmung in St. Andrä: Mehrheit für Kloster


St. Andrä: Mehrheit für Kloster
Die Bevölkerung von St. Andrä am Zicksee hat am Sonntag über den Bau des geplanten griechisch-orthodoxen Klosters, konkret über die Umwidmung des Grundstücks, abgestimmt. Bürgermeister Erich Goldenitsch verkündete am Nachmittag, dass das Grundstück umgewidmet wird.
burgenland.orf.at, 11.6.2017
Das Projekt war bereits vor mehreren Wochen gestoppt worden. Aus rechtlichen Gründen konnte die Volksabstimmung jedoch nicht mehr abgesagt werden. Am späten Nachmittag gab Goldenitsch (SPÖ) das Abstimmungsergebnis bekannt: 59,6 Prozent (569 Stimmen) kreuzten „Ja“ an, 40,4 Prozent (385 Stimmen) waren für „Nein“. Die Wahlbeteiligung war mit 72,74 Prozent relativ hoch.

Hat das Kloster doch noch eine Chance?
„Das Grundstück wird umgewidmet“, erklärt Goldenitsch. Er habe mit diesem Ergebnis gerechnet, erklärt der Bürgermeister, weil es „positive Zeichen seitens der Bevölkerung“ gegeben habe. Ob das Kloster doch noch eine Chance habe, liege an der Orthodoxen Kirche, so Goldenitsch.

Volksabstimmung in St. Andrä
Freude hingegen bei der griechisch-othodoxen Kirche. Obwohl das Projekt in St. Andrä bereits gestoppt wurde, könnte sich das nun wieder ändern. „Wir freuen uns darüber, denn das Dorf hat ausgedrückt, dass doch eine große Mehrheit für uns ist. Nach diesem Tag werden wir erst einmal darüber nachdenken, wie das bei Mönchen so ist auch beten und Gott wird uns hoffentlich helfen zu sehen, ob St. Andrä der Standort bleibt oder wir doch woanders hingehen, nachdem die Gruppe der Gegner doch nicht zu übersehen ist. Aber das wird die Zukunft zeigen“, sagt Abt Paisios Jung.

Gegner des Klosters enttäuscht
Die Volksabstimmung hatten Gegner des Klosters erwirkt. Deren Sprecher, Gehard Mauersics, ist enttäuscht. „Ich hätte damit gerechnet, dass es mehr Gegenstimmen gibt. Wir nehmen das Ergebnis aber zur Kenntnis“, so Mauersics.


Volksabstimmung
Eindeutiges Ja für Kloster ist da!
Eine Stunde nach dem Ende der Abstimmungszeiten steht das Ergebnis fest: 569 Ja-Stimmen (59,64%) und 385 Nein-Stimmen (40,35%) für das orthodoxe Kloster-Projekt.
bvz, 11.6.2017 >>

Donnerstag, 11. Mai 2017

Bistum Essen erprobt Gemeindeleitung durch Ehrenamtliche

Ehrenamtliche leiten ihre Gemeinden selbst
In zwei katholischen Pfarreien in Essen und Oberhausen erprobt das Bistum Essen jetzt, wie ehrenamtliche Teams katholische Gemeinden leiten können.


Professionelle Begleitung
 
In zwei katholischen Gemeinden in Essen und Oberhausen bereiten sich jetzt ehrenamtliche Teams darauf vor, künftig auch die Leitung ihrer Gemeinden zu übernehmen. In den vergangenen Tagen haben Vertreter der Gemeinde Zur Heilige Familie auf der Essener Margarethenhöhe und Liebfrauen in Oberhausen-Sterkrade eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bistum Essen unterzeichnet. Begleitet von verschiedenen Fachleuten werden die Ehrenamtlichen nun in einem ein- bis anderthalbjährigen Prozess auf diese Leitungsaufgabe vorbereitet, die im Ruhrbistum für gewöhnlich Priester oder Gemeindereferentinnen übernehmen.

„Welche Formen der Struktur und der Organisation eignen sich?“
 
Für das Bistum sind Entwicklung und Erprobung neuer Gemeindeleitungsmodelle ein Lernprozess, für den es keinerlei festes Konzept gibt, betont Roman Blaut. Als Referent für ehrenamtliches Engagement leitet er eine Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen des Zukunftsbildes mit der Frage der ehrenamtlichen Leitung von Gemeinden beschäftigt. „Wichtig ist, dass an den beiden Standorten in Essen und Oberhausen nun in einem geschützten Rahmen absolut zieloffen darüber nachgedacht werden kann, wie Kirchengemeinden sich in Zeiten leerer Kassen und ohne eigenes Personal organisieren können“, betont Blaut. „Welche Formen der Struktur und der Organisation eignen sich? Wie kann es gelingen, dass das christliche Leben vor Ort weiter gehen kann?“, nennt er zwei der Fragen, die die beiden Projektgemeinden nun nicht nur für sich beantworten sollen. „Als Bistum wollen wir natürlich auch lernen, welche Tipps wir in Zukunft Gemeinden geben können, die sich auf diesen Weg begeben“, erläutert Blaut. Um diese Herausforderungen meistern zu können, stellt das Bistum den Projektgemeinden jeweils ein professionelles Begleitungsteam zur Seite, das mit den engagierten Gemeindemitgliedern in den kommenden 12 bis 18 Monaten neue Formen der kirchlichen Präsenz vor Ort entwickeln wird. Organisatorisch bleiben die Gemeinden auch künftig Teil der jeweiligen Pfarrei.

Teil des Zukunftsbild-Prozesses
 
Für die Entwicklung solcher neuen Modelle hat das Bistum Essen in seinem Zukunftsbild-Prozess 2015 einen Impuls der Deutschen Bischofskonferenz aufgegriffen. In deren Papier „Gemeinsam Kirche sein“ betonen die deutschen Bischöfe die gemeinsame Verantwortung von Laien und Priestern, getauften Frauen und Männern für die Kirche von Morgen. Hier seien noch viele Möglichkeiten offen, für die auch das Kirchenrecht durchaus Spielräume offen hält. Zudem hat das Ruhrbistum bereits 2015 der Gemeinde St. Barbara in Duisburg-Röttgersbach den Status einer Projektgemeinde mit einer ehrenamtlichen Leitung eingeräumt.

Weitere Infos auf Bistum Essen >>



KEINE WEIHE IM BISTUM OSNABRÜCK
Kommentar zum Priestermangel:
Stärkt die Laien!

Osnabrück. Alle Stoßgebete sind offenbar verhallt: Seit Jahren macht sich eine Leere im deutschen Altarraum breit, die weder mit Aushilfspriestern noch mit immer größeren Pfarreien kaschiert werden kann.
Neue Osnabrücker Zeitung >>

Mittwoch, 10. Mai 2017

Charamsa: Abrechnung mit „homophober“ Kirche


In seinem Buch „Der erste Stein“ rechnet der ehemalige Vatikan-Prälat Krzysztof Charamsa mit der römisch-katholischen Kirche ab. Dabei teilt er kräftig gegen einen homophoben Klerus aus, auch die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus bleiben nicht verschont.
orf.at >>

»Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?« Diese Worte von Papst Franziskus ließen die Welt aufhorchen und viele homosexuelle Priester Hoffnung schöpfen. Doch ein grundlegender Wandel in der Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexualität lässt weiter auf sich warten. Umso mehr Wirbel verursachte das Coming-out des hochrangigen polnischen Priesters Krzysztof Charamsa im Oktober 2015. Charamsa lehrte an der Gregoriana und war Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre. Charamsa, der mit einem Mann zusammenlebt, wählte bewusst den Zeitpunkt kurz vor Beginn der Familiensynode im Vatikan, um auf das »unmenschliche« Verhältnis der Kirche zu Homosexuellen hinzuweisen und auf die Tatsache, dass der Klerus in weiten Teilen homosexuell sei. In seinem Buch berichtet Charamsa von seinem persönlichen Werdegang und seiner Kirchenkarriere, eröffnet erschreckende Einblicke in den Alltag von kirchlicher Ausbildung und Klerus, beschreibt die Absurdität von Doktrinen und Vorschriften wie dem Zölibat. Dabei greift er immer wieder die homophoben Strukturen der katholischen Kirche an. Sein Coming-out wird für ihn zur großen Befreiung. Seine persönliche Geschichte ist die Geschichte "einer Kirche, die besessen ist vom Sex, die der Sex krank macht." 

Donnerstag, 27. April 2017

Aus für Klosterprojekt St. Andrä

Metropolit Arsenios Kardamakis
Orthodoxes Kloster:
St. Andrä verspielt endgültig Chance auf Jahrhundertprojekt
Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria und Exarch von Ungarn und Mitteleuropa, Arsenios Kardamakis, gibt im persönlichen Gespräch und in einem Brief dem Bürgermeister und dem Gemeinderat von St. Andrä am Zicksee die Entscheidung bekannt, nach dem bedauerlichen Ausmaß der Feindseligkeiten, des Schürens von Falschmeldungen und Ängsten in der Gemeinde das 1. Orthodoxe Kloster in Österreich nicht an diesem Ort zu errichten: "Zum Wohle des Friedens in der Gemeinde, zum Wohle der Mönche und des ökumenischen Stiftungsgedankens".
martinus.at >>

Kein orthodoxes Kloster in St. Andrä
Das griechisch-orthodoxe Kloster wird in St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See) nicht errichtet. Das hat die Diözese Eisenstadt am Donnerstag in einer Aussendung bekanntgegeben.
burgenland.orf.at >>

St. Andrä am Zicksee
Endgültige Absage für Orthodoxes Kloster
Das erste Orthodoxe Kloster Österreichs wird nicht in St. Andrä errichtet. Metropolit Arsenios Kardamakis bedauert in einem Brief an den Gemeinderat „Feindseligkeiten“ rund um das Projekt.
bvz.at >>

Orthodoxes Kloster in St. Andrä wird doch nicht gebaut
Die Diözese Eisenstadt gab bekannt, dass das Ansuchen auf Umwidmung des besagten Grundstückes zurückgezogen wurde. Grund sei das "bedauerliche Ausmaß an Feindseligkeiten" im Ort, wo Gegner vehement gegen das erste orthodoxe Kloster Österreichs gekämpft hatten.
Die Presse >>

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St. Andrä muss über Kloster abstimmen
Die griechisch-orthodoxe Kirche hat den Klosterbau in St. Andrä gestoppt. Doch die Geschichte des umstrittenen Projekts ist noch nicht zu Ende: Denn die von den Gegnern erwirkte Volksabstimmung muss am 11. Juni abgehalten werden.
burgenland.orf.at >>

Dienstag, 11. April 2017

Kardinal Kasper stößt erneute Debatte über Zölibat an


„Viri probati“ könnten Seelsorge retten
Ständig anwachsende Seelsorgeeinheiten, dennoch weniger Seelsorge: Der Priestermangel in der katholischen Kirche macht es vielen Gläubigen immer schwerer, Sonntagsmessen mitzufeiern und damit Gemeinschaft zu erleben.
Schwäbische.de >>


Gegenrede von Paul Josef Kardinal Cordes
Der Priester ist kein Auslaufmodell
Kardinal Marx will Laien die Gemeindeleitung übertragen. Doch können amtliche Dienste aus dem geweihten Amt ausgegliedert werden? Eine theologische Gegenrede.
Die Tagespost >>

Montag, 10. April 2017

Dtld: Katholikinnen kritisieren selbstherrliche Pfarrer mit Schubladendenken


Katholikinnen kritisieren selbstherrliche Pfarrer
  • Drei Reformgruppen im Erzbistum München und Freising haben Frauen aufgerufen, ihre Erfahrungen mit der Kirche zu schildern.
  • Viele berichten von selbstherrlichen Pfarrern, Schubladendenken und weit verbreiteter Geringschätzung von Frauen.
  • Die Umfrage ist nicht repräsentativ. 390 Frauen beteiligten sich, die Zahl der Katholiken im Bistum beläuft sich auf etwa 1,7 Millionen. Man wollte vielmehr konkrete Erfahrungen
Süddeutsche Zeitung >>


Ergebnisse der Umfrage zu Erfahrungen von römisch-katholischen Frauen mit und in ihrer Kirche im November 2016  als PDF >>
durchgeführt von Gemeindeinitiative.org in Kooperation mit Münchner Kreis und Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche


Präsentation der Fakten (ppt)

Mittwoch, 5. April 2017

Teresa Forcades, rebellische Nonne und Ärztin



Kommunistische Nonne
"Ich glaube nicht an einen Messias, der die Revolution für uns übernimmt"
Sie ist Nonne und Kommunistin, schreibt Bücher, hält Vorträge, betreibt sogar einen Youtube-Kanal. Wir haben mit Teresa Forcades i Vila über Reichtum, Revolution und das Leben im Kloster gesprochen.
Beitrag im Tagesspiegel >>


Teresa Forcades, die rebellische Nonne
Nonnen sind demütig und weihen ihr Leben ausschließlich dem Gebet, oder? Spaniens berühmteste Ordensschwester hat drei Abschlüsse, spricht fünf Sprachen - und ist genauso linksradikal wie kämpferisch für Frauenrechte.
Süddeutsche Zeitung >>


MMS - Gift oder Medizin?
Vortrag von Teresa Forcades
Youtube-Video >>


Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität:
Die Verbrechen der Pharmaindustrie
Huffington Post >>


Kritik an Arzneimittelherstellern
"Die Pharmaindustrie ist schlimmer als die Mafia"
Medikamente sollen uns ein langes, gesundes Leben bescheren. Doch die Pharmaindustrie bringt mehr Menschen um als die Mafia, sagt der dänische Mediziner Peter C. Gøtzsche - und fordert für die Branche eine Revolution.
Süddeutsche Zeitung >>

Freitag, 31. März 2017

Kommt orthodoxes Kloster nach Deutschkreuz?


Erstes orthodoxes Kloster wahrscheinlich nicht in St. Andrä
Eisenstädter Diözesansprecher Orieschnig im "Standard": "Vergiftetes Klima" in St. Andrä - Interesse aus anderen Gemeinden vorhanden

Eisenstadt, 29.03.2017 (KAP) Nachdem Ende Mai oder Anfang Juni in St. Andrä/Zicksee eine Volksabstimmung über das geplante orthodoxe Kloster stattfinden soll, dürfte diese nun vermutlich obsolet sein. Zwar steht ein diesbezügliches klärendes Gespräch zwischen dem Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics und dem orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) noch aus, der Eisenstädter Diözesansprecher Dominik Orieschnig hat aber bereits deutlich durchblicken lassen, dass man sich nach einem anderen Standort für das erste orthodoxe Kloster in Österreich umsehe.

Es hätten sich zuletzt einige Bürgermeister gemeldet , die solch ein Kloster sehr gerne in ihrer Gemeinde hätten, so Orieschnig gegenüber dem "Standard" (Mittwoch-Ausgabe). "Auch aus Niederösterreich", so Orieschnig, "aber ich halte den Standort Burgenland für ideal." Vor allem die Grenznähe sei ausschlaggebend. Immerhin sei Metropolit Arsenios auch für Ungarn zuständig.

Das Kloster-Projekt wurde 2014 gestartet, als die Diözese Eisenstadt ein Grundstück dafür zur Verfügung stellte. Nach einigen Querschüssen von Gegnern des Projekts kam es im Februar 2016 zu einer Bürgerbefragung, von der Bürgermeister Erich Goldenitsch die Entscheidung der Gemeinde abhängig machen wollte. Die ging zugunsten des Klosterbaus aus. Infolge kam es zu einem einstimmigen positiven Beschluss des Gemeinderats. Im Oktober wurde das betreffende Grundstück umgewidmet in Bauland.

Gegen diesen Beschluss gingen nun aber nochmals die Gegner vor und starteten eine Unterschriftenaktion, um eine Volksabstimmung zu erzwingen. Im zweiten Versuch legten sie Mitte März 366 Unterschriften vor und damit mehr als die vom burgenländischen Gemeindevolksrechtegesetz vorgeschriebenen 25 Prozent der Stimmen der Wahlberechtigten. Der Gemeinderat beschloss daraufhin die Durchführung der Volksabstimmung über jenen Beschluss, den er im vergangenen Herbst einstimmig verabschiedet hatte. Die Volksabstimmung war - nach Beachtung aller Fristen - für Ende Mai/Anfang Juni anvisiert. Die Klostergemeinschaft gibt es freilich bereits: Fünf Mönche und ein Novize leben und wirken seit einiger Zeit in einem angekauften Gebäude vor Ort in St. Andrä.

Diözesansprecher Orieschnig hielt es gegenüber dem "Standard" zwar für wahrscheinlich, dass St. Andrä sich in einer Volksabstimmung für das Kloster entscheiden würde. Woran er aber nicht glaube, sei, dass die Gegner dann ihre Gegnerschaft etwa bei der Bauverhandlung beenden würden. Der Zweck des Klosters - "ein Ort des Friedens" zu sein - könne so jedenfalls nicht erreicht werden. "Selbst bei einem für uns positiven Ausgang der Volksabstimmung würden wir dann in ein bereits vergiftetes Klima kommen", so Orieschnig.

Wie der "Standard" berichtet, könnte nun die burgenländische Gemeinde Deutschkreuz zur neuen Heimat für die orthodoxen Mönche werden. Bürgermeister Manfred Kölly hatte seine Gemeinde bereits vor einiger Zeit ins Spiel gebracht und nun habe es auch bereits einen Lokalaugenschein gegeben. "Die Brüder waren schon da. Gemeinsam mit dem Pfarrer haben wir uns auch schon Grundstücke angeschaut."

Vorwurf der Verschleppung

Orieschnig, Pressesprecher der Diözese Eisenstadt, zeigte sich vor wenigen Tagen auf "Kathpress"-Anfrage sichtlich verärgert und sprach von "äußerst befremdlichen Vorgängen" in St. Andrä. Der Verdacht liege auf der Hand, dass das Verfahren gezielt verschleppt werden solle, so Orieschnig, stünden doch im Herbst Gemeinderatswahlen an. Es sei mehr als kritikwürdig, wie hier mit der orthodoxen Kirche umgegangen werde, wobei Orieschnig auch in der Causa mitschwingende "xenophobe Untertöne" ortet. Es seien auch bereits im Zuge des Umwidmungsverfahrens erhebliche Kosten entstanden, über deren Sinnhaftigkeit und Einklagbarkeit sich manche bereits Gedanken machen würden.
Quelle: kathpress >>


Orthodoxes Kloster: Ein aufziehender Abzug aus dem Seewinkel
Das in St. Andrä geplante orthodoxe Kloster könnte noch vor der durch eine Unterschriftensammlung erzwungenen Volksabstimmung übersiedeln. Alternative Standorte bieten sich jedenfalls schon an.
Der Standard >>


Orthodoxes Kloster: Standortwechsel möglich
Im Juni soll in St. Andrä am Zicksee die Volksabstimmung über das von der griechisch-orthodoxen Kirche geplante Kloster stattfinden. Der Projektbetreiber fasst nun aber auch andere Standorte ins Auge.
Planung und Vorbereitung des Klosterbaus in St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See) dauern nun schon mehr als zwei Jahre. Eine Bürgerbefragung brachte zunächst ein knapp positives Ergebnis. Die Projektgegner setzten letztlich aber doch noch eine Volksabstimmung durch. Die Mönche, die schon seit dem August des Vorjahres in St. Andrä leben, fühlen sich einerseits gut aufgenommen. Andererseits zermürbt sie das lange Warten, sagt Abt Paisios.

„Gerade auch die letzten Ereignisse führen dazu, dass wir auch eine gewisse Traurigkeit, ein gewisses Leid empfinden. Zum Einen weil wir nicht wissen wie es hier weitergehen wird, obwohl wir schon so lange hier sind. Zum Anderen stellen wir uns auch die Frage: Wie wird es danach aussehen?“, so Paisios.

„Erwarten klares Bekenntnis des Bürgermeisters“
Das für den Klosterbau vorgesehene Grundstück am Ortsrand wurde von der katholischen Kirche zur Verfügung gestellt. Aus Sicht der Diözese ist das Ergebnis der Volksabstimmung gar nicht so entscheidend, sagt Pressesprecher Dominik Orieschnig.
Dominik Orieschnig, Pressesprecher Diözese Eisenstadt

„Das entscheidende Moment ist, ob es nun endlich gelingen kann nach zwei Jahren, dass die politische Führung des Ortes - und ich nennen hier explizit den Herrn Bürgermeister - imstande ist, ein klares Bekenntnis zu diesem Kloster abzulegen“, so Orieschnig.

Goldenitsch: „Stehe Projekt positiv gegenüber“
Er müsse den Fristenlauf einhalten, betont Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ). Die Volksabstimmung könne daher höchstwahrscheinlich nicht vor Juni stattfinden. „Generell hat die Gemeinde ihre Arbeit geleistet. Ich kann nur sagen, dass ich dem Projekt positiv gegenüberstehe“, sagt Goldenitsch.

In welchen Gemeinden Grundstücke für den Klosterbau angeboten wurden, will Orieschnig nicht verraten. „Wir möchten verhindern, dass hier nun ein Gegeneinanderausspielen beginnt. Aber es freut uns natürlich, dass hier jetzt ein großes Interesse entstanden ist“, sagt Orieschnig. Die Mönche würden gerne in St. Andrä bleiben. Sie glauben, dass die Mehrheit in der Bevölkerung auf ihrer Seite steht.
Quelle: burgenland.orf.at >>

Donnerstag, 30. März 2017

Evang. Pfarrer in Dtld. beklagen Verschwendung bei Kirchensteuer

Geld für Gemeinden
Wo bleibt die Kirchensteuer?
Obwohl die Einnahmen sprudeln, kommt in den Gemeinden erstaunlich wenig davon an. In der evangelischen Kirche begehren die ersten Pfarrer auf. Sie beklagen Verschwendung.
Frankfurter Allgemeine >>


Veränderung von unten wachsen lassen
Die Überlastungen evangelischer Pfarrer, die häufig zugleich Manager und Seelsorger sein müssen, will die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern vermindern. Dies hat jetzt der Personalchef der Landeskirche, Helmut Völkel, angekündigt.
ovb-online >>


Volkskirchlichen Strukturen erhalten - aber wie?
Der Gemeindebund Bayern will im kirchenpolitischen Gerangel um Personalstellen und Kirchensteuerzuweisungen die Interessen der Ortsgemeinden vertreten.
Evang. Sonntagsblatt für Bayern >>

Evang.-Luth. Kirchengemeinde Prien am Chiemsee >>

Dienstag, 28. März 2017

Thomas Frings: "Mein Pfarrerleben war in hohem Maße demotivierend"

"Mein Pfarrerleben war in hohem Maße demotivierend"
Weil er keine Zukunftsperspektive in seiner Pfarre sah, zog sich der Pastor ins Kloster zurück. Dort schrieb er ein Buch über die Kirche.
rp-online.de >>


Abschied von der Volkskirche

"Priestersein ist in dieser Pfarrerform immer schwerer möglich"
Wenn ein Priester sagt, er wolle nicht mehr als Pfarrer arbeiten, damit er seine Liebe zum Glauben nicht verliert – und stattdessen ins Kloster geht –, dann erweckt das einiges Aufsehen. Thomas Frings hat genau das gemacht: Vor einem Jahr hat er um die Entlassung aus dem Pfarrdienst gebeten.
Deutschlandradio Kultur >>

Montag, 27. März 2017

Das Geheimnis der drei oberen Schneidezähne Jesu


Das Geheimnis des fünften Schneidezahns Jesu
Forscher haben in einer berühmten Skulptur von Michelangelo einen überschüssigen Zahn im Mund Jesus entdeckt. Nun wird gerätselt, ob der Künstler damit eine Absicht verfolgte. Und welche?
Welt.de >>


Jesus' fünfter Zahn - Geheimbotschaften der Kunst
500 Jahre lang hat es keiner gemerkt: Die Jesus-Figur der "Pietà" von Michelangelo im Petersdom in Rom hat einen Zahn zu viel: fünf Schneidezähne statt vier. Auch Berliner können sich dieses Phänomen anschauen: Eine Kopie der Skulptur steht in der St. Hedwigs-Kathedrale. Was aber hat dieser Zahn zu bedeuten? Überlegungen von Tomas Fitzel.
RBB Kulturradio >>

Auf den Zahn gefühlt
Kennen Sie das große Berliner Jesus-Geheimnis?
Dieses Geheimnis blieb ein halbes Jahrtausend lang unentdeckt: Der berühmteste Marmor-Jesus der Kunstgeschichte hat oben einen fünften Schneidezahn.
bz-berlin.de >>

Dienstag, 21. März 2017

Volksabstimmung für orthodoxes Kloster endlich beschlossen


Orthodoxes Kloster in St. Andrä:
Zusammenhalt für Plebiszit

Über das geplante Kloster in der burgenländischen Gemeinde wird das Volk entscheiden, katholische Kirche leistet "Schützenhilfe"
St. Andrä – Der Plan, in St. Andrä am Zicksee Mitteleuropas erstes orthodoxes Kloster zu errichten, wird dem Gemeindevolk zur Entscheidung vorgelegt. Im zweiten Versuch legten die Gegner des Klosterbaus mit 366 gültigen Unterschriften deutlich mehr als die vom burgenländischen Gemeindevolksrechtegesetz vorgeschriebenen 25 Prozent der Stimmen der Wahlberechtigten vor.
Der Gemeinderat, im November einstimmig für die Umwidmung des Grundstückes, beschloss am Freitagabend die Durchführung der Volksabstimmung. Und zwar Ende Mai, Anfang Juni, so SPÖ-Bürgermeister Erich Goldenitsch.

Experte: "Nicht rechtens"
Zuletzt ist es rund um diesen Klosterbau zu einer übers Burgenland hinausgehenden Debatte gekommen. Verwaltungsrechtexperte Bernhard Raschauer hielt die Volksabstimmung überhaupt für "nicht rechtens". Sie sei nämlich nicht gesetzeskonform "anlässlich der Beschlussfassung" verlangt worden. Doch, heißt es in der Eisenstädter Gemeindeabteilung etwas verärgert darob.
Während die orthodoxe Kirche sich vornehm heraushält, macht die katholische Kirche, auf deren Grund das Kloster errichtet werden soll, wenig Hehl aus ihrem Ärger. Michael Proházka, der Abt des Prämonstratenserklosters im niederösterreichischen Geras, leiht sich für die "Niederösterreichischen Nachrichten" gar paulinische Engelszungen für die Forderung nach katholischer "Schützenhilfe". Denn: "Wenn wir hier nicht ökumenische Solidarität zeigen, dann sind unser ganzes Reden und unsere Zusammenkünfte nur 'tönendes Erz und klingende Schelle'!"

"Enteignung durch die Hintertür"
Dominik Orieschnig, Eisenstädter Diözesansprecher, vermutet überhaupt einen Hintersinn. Zur kirchlichen Agentur Kathpress meinte er, der Bürgermeister versuche "mit seinem Angebot eines ominösen Grundstückstausches das kirchliche Grundstück in Gemeindebesitz zu bekommen", dies alles trage "die skandalösen Zeichen einer Enteignung der Kirche durch die Hintertür".
Auch ein Rückzug des Bauwerbers, wie unlängst bei einem Glashausprojekt im benachbarten Frauenkirchen, sei denkbar, inklusive allfälliger Schadenersatzansprüche.
Für diesen Fall gäbe es schon eine Ausweichmöglichkeit. Manfred Kölly, Listenbürgermeister von Deutschkreutz, versprach bei einer Pressekonferenz Grund in seiner Gemeinde zur Verfügung zu stellen. "Schreibt's das einmal!" Hiermit gern geschehen. (Wolfgang Weisgram, 20.3.2017)
Der Standard >>


St. Andrä: Volksabstimmung beschlossen
Der Gemeinderat von St. Andrä hat sich Freitagabend einmal mehr mit dem geplanten Bau eines orthodoxen Klosters beschäftigt. Gegner des Projekts haben genug Unterschriften für die Abhaltung einer Volksabstimmung gesammelt - diese ist beschlossen worden.
burgenland.orf.at >>


Freunde des Klosters Maria Schutz 

Blogarchiv vom 24. Januar 2017
Volksabstimmung über orthodoxes Kloster in St. Andrä kommt

Freitag, 10. März 2017

Vorschlag gegen Priestermangel: verheiratete Diakone

Theologe Hoping schlägt Lösung gegen Priestermangel vor
"Verheiratete Diakone zu Priestern weihen"
An diesem Mittwoch war bei der Bischofsvollversammlung in Bensberg Studientag. Das Thema: die sinkende Zahl von Priestern in Deutschland. Der Freiburger Theologe Helmut Hoping hat dazu einen eigenen Lösungsvorschlag.
domradio.de >>


Ein Vorschlag:
Viri probati zur Priesterweihe zulassen
Den Verantwortlichen in den Diözesen ist das Problem schon lange bekannt. Bedingt durch den Priestermangel drohen viele Diözesen einen Teil ihrer sakramentalen Grundstruktur einzubüßen. Dieser Beitrag macht einen Vorschlag, unter welchen Bedingungen verheiratete Diakone zur Priesterweihe zugelassen werden können, ohne dass dies auf Kosten des zölibatären Priestertums geht. Von Helmut Hoping, Philipp Müller
Herder Korrespondenz 3/2017 >>

Papstinterview: „Ich kenne auch die leeren Momente“
Er war in Hamburg, aber nicht in Augsburg. Er versteht Deutsch, aber nur wenn es langsam gesprochen wird. Und nein, in diesem Jahr kommt er wohl nicht nach Deutschland: Papst Franziskus hat zum ersten Mal in seinem Pontifikat einem deutschsprachigen Medium ein Interview gegeben, es erscheint in der Wochenzeitung „Die Zeit“ unter dem Titel „Ich bin Sünder und bin fehlbar“.
Radio Vatikan >>


Papst Franziskus spricht im Interview über Priestermangel und einen Deutschlandbesuch
Verheiratete Männer als Priester?
In seinem ersten Interview mit einer deutschen Zeitung spricht Papst Franziskus über seine Glaubenszweifel, die Gefahr des Populismus, einen möglichen freiwilligen Zölibat und das Lutherjahr 2017.
domradio.de >>


Franziskus im Interview
Der fehlbare Papst
Franziskus hat erstmals einer deutschen Zeitung ein Interview gegeben. Darin bekennt er: Es gebe auch Glaubenskrisen in seinem Leben. Und er sei ein Sünder und fehlbar. Und was ist mit der päpstlichen Unfehlbarkeit?
Stuttgarter Zeitung >>


Verheiratete Priester
Was heißt hier, man soll mit dem Zölibat nicht spielen?
Du kannst eine Göttin neben dir haben: Ein wegweisender Vorstoß, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, führt zu Diskussionen um den Zölibat. Die Knappheit an Priestern macht Reformen notwendig.
Frankfurter Allgemeine >>

Mittwoch, 8. März 2017

Weckruf von Hans Küng: "Kirchenspaltung beenden!"

Beendet die Kirchenspaltung!

500 Jahre nach der Reformation: Römische Absichtserklärungen und Vorschläge zur Buße und Versöhnung haben die ökumenisch engagierten Christen schon zu oft gehört. Nun müssen endlich Taten folgen.

Für das Jubiläumsjahr 2017 sollten die Verantwortlichen die teils schon seit Jahrzehnten vorliegenden Ergebnisse der ökumenischen Dialogkommissionen konsequent in die Tat umsetzen. Für die katholische Kirche drängen sich auf:
  1. Rehabilitation Martin Luthers,
  2. Aufhebung aller Exkommunikationen aus der Reformationszeit,
  3. Anerkennung der protestantischen und anglikanischen Ämter,
  4. Gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft.


Weckruf von Hans Küng im Standard >>

Mittwoch, 1. März 2017

Begleiter durch die Fastenzeit



Impulse in der Fastenzeit vom Bibelwerk der Diözese Linz
Einmal am Tag innehalten – nur kurz.
Einmal am Tag durchatmen, aufatmen,
sich beschenken lassen:
von einem biblischen Wort, einem Bild, einem Text


Thema Fastenzeit - Erzdiözese Wien
Die Fastenzeit - das ist die 40-tägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest, das Fest der Auferstehung. Sie ist eine Zeit der Umkehr, des Neuwerdens und eine Zeit der Gottesbegegnung - das deutet die Zahl 40 in der Bibel immer wieder an. So zog sich auch Jesus 40 Tage in die Wüste zurück zum Fasten und Beten.


Mit "Papst-SMS" durch die Fastenzeit
40 Tage lang bis Karsamstag täglich gratis ein Papst-Zitat aufs Handy.


"Mehr ist Mehr" - Fastenimpulse 2017

Die Fastenimpulse sind tägliche Mails sowie WhatsApp-Nachrichten, die während der Fastenzeit mit einem prägnanten Bild, und einem kurzen Textimpuls einen kleinen Nachdenk-Impuls setzen wollen.


Nur für Heute
Täglich einen Impuls.
Nur Für Dich.
Nur Für Heute.
Einfach mal kurz Innehalten,
Durchatmen und
mit in den Tag nehmen.

Freitag, 24. Februar 2017

Kirchenasyle in Deutschland steigen um 17 Prozent

Bischöfe: Erneute Überprüfungen der Fälle vermeiden Härtefälle
Kirchenasyle steigen um 17 Prozent in Deutschland
Die Deutsche Bischofskonferenz bewertet das mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vereinbarte Verfahren zum Kirchenasyl weiterhin positiv. »Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass durch die erneute Überprüfung der von den Kirchenvertretern vorgetragenen Fälle individuelle Härten vermieden werden können und die Möglichkeit eines Asylverfahrens in Deutschland eröffnet wird«, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, auf Anfrage am Dienstag in Bonn.
Weiterlesen auf Kirche+Leben >>

Mittwoch, 22. Februar 2017

Solidaritätsaktion katholischer Publizisten für Papst Franziskus


Katholische Publizisten starten Solidaritätsaktion für Papst Franziskus
Gegen "Propaganda und Misstrauen"
Sie wollen öffentlich ihre Unterstützung für Papst Franziskus demonstrieren. Katholische Publizisten aus dem deutschsprachigen Raum haben deshalb einen "Weckruf" veröffentlicht.

Die Initiatoren, die sich zum großen Teil selbst durchaus konservativ verorten, kritisieren darin scharf "eine Kampagne konservativer katholischer Publizisten gegen Papst Franziskus". Zugleich distanzieren sie sich von den "Zweifeln" (Dubia) vier prominenter Kardinäle, die das Papstschreiben "Amoris laetitia" als "Bruch des Lehramtes hinsichtlich der Ehepastoral" angreifen würden.

In dem mit "Sine Dubiis, pro Papa - Wir gehen mit Papst Franziskus" überschriebenen Aufruf loben die Verfasser den Papst und sein Kernanliegen der Barmherzigkeit als großen Segen für die Kirche.

Wörtlich schreiben sie: "Wir distanzieren uns davon, die guten Akzente dieses Papstes ständig argwöhnisch zu beachten und fühlen uns dabei an einen Ausspruch von Berti Vogts erinnert: 'Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: Nicht mal schwimmen kann der!'"
domradio.de >>


Ein Weckruf für 2017
Ubi Petrus, ibi Ecclesia – wo Petrus ist, da ist die Kirche. Gemäß dieser Maxime glaubten und handelten Generationen katholischer Christen. Dieses Vertrauen in Petrus und seine Nachfolger ist kein Vertrauen in menschliche Gestalten, sondern Vertrauen in den Heiligen Geist selbst, der die Kirche Jesu Christi leitet und ihr beisteht. Dieses Vertrauen bedeutete immer auch ein liebevolles, aber dennoch selbstbewusstes Einstehen gegenüber den christlichen Strömungen der Reformation. Doch ausgerechnet im sogenannten „Luther-Jahr“ 2017 schüren die ihrem Selbstverständnis nach „romtreuen“ Kreise Misstrauen und Argwohn gegenüber dem Papst in einer Weise, die Luther alle Ehre gemacht hätte. Dagegen wenden sich die Unterzeichner dieses Weckrufs: Wir wollen keine Reformation reloaded – Wir gehen mit Papst Franziskus!
The CathWalk >>

Montag, 20. Februar 2017

Buch-Tipp: Kirchenlust statt Frust

Dr. Herbert Kohlmaier:
"Das antiquierte Vorschriftenwerk der Katholischen Kirche mag in früheren Zeiten zur Bewahrung und Verkündung des Glaubens geeignet gewesen sein, taugt aber heute nichts mehr. Der Kompaß ist neu und richtig einzustellen, ein Christentum, das wahrhaft im Geiste Jesu wirkt, wäre den unsicher und gleichgültig gewordenen Menschen wieder nahe zu bringen! Sich von der Kirche abzuwenden, verspricht da keinen Fortschritt, sie ist in einer Zeit schwindenden Verantwortungsbewußtseins unentbehrlich. Wir können das alte Regime, das seine göttliche Einsetzung behauptet, nicht verändern, sondern müssen selbst ebenso verantwortungsvoll wie selbstbewußt neue und andere Wege beschreiten. Es liegt also in der Hand des Gottesvolkes, die Kirche zukunftsfähig zu machen."


Herbert Kohlmeier
KIRCHENLUST STATT FRUST
Der mögliche Glaube von morgen
168 Seiten, Format 19 x 12 cm
broschiert
ISBN 978-3-85167-304-3
€ 17,90 


Rede von Dr. Kohlmaier bei der Buchpräsentation am 15. Februar 2017


Archiv von "Gedanken zu Glaube und Zeit"

Dienstag, 14. Februar 2017

Neue Akzente der revidierten Einheitsübersetzung

Mehr Mut zur Sprache der Bibel
Seit Kurzem gibt es eine neue überarbeitete Fassung der Einheitsübersetzung der Bibel, präsentiert von der Deutschen Bischofskonferenz. An dem Zehn-Jahres-Projekt waren auch österreichische Experten beteiligt. Die ersten neuen Bibelausgaben sind bereits erhältlich – aber es wird noch dauern, bis die Änderungen in die Messbücher gelangen. Wir werfen einen Blick auf die Veränderungen.
Der Sonntag, 10.1.2017


„Meine Lebenskraft bringt er zurück“
Prof. Johannes Marböck lebt mit der Bibel. Als Bibelwissenschafter mit Schwerpunkt auf dem Alten Testament prägt das Ringen um die richtige Übersetzung der hebräischen und griechischen Texte sein Leben. Fast 10 Jahre lang verbrachte er mit der Revidierung der Einheitsübersetzung. Ein Interview in Langfassung.
Katholische Kirche in Oberösterreich, 2/2017


Ein bisschen Jungfrau bleibt
Fünf Dutzend Wissenschaftler haben zehn Jahre lang für die katholische Kirche an einer neuen Übersetzung der Bibel gearbeitet.
In der neuen Textversion sind Frauen stärker repräsentiert - trotzdem ist sie näher an der Urfassung der Heiligen Schrift der Christen.
Die zentralen Positionen der Auslegung bleiben davon aber unberührt: Maria ist auch nach der Empfängnis Jesu eine Jungfrau.
Süddeutsche Zeitung, 20.9.2016 >>


Wie die junge Frau zum Kind kommt
Die neue Einheitsübersetzung der Bibel ist fertig, Anfang Dezember kommt sie auf den Markt. Aus "Jahwe" wird "der HERR", Frauen "empfangen" nun nicht mehr ein Kind, sondern werden schwanger. Und die hart umkämpfte Jungfrau wird zur jungen Frau. Katrin Brockmöller vom Katholischen Bibelwerk erklärt, was sich verändert und was bleibt.
Deutschlandfunk, 29.9.2016 >>



Revidierte Lutherbibel und neue Einheitsübersetzung im Vergleich
Unterschiedliche Akzente
Zeitgleich bringen die beiden Kirchen ihre neuen offiziellen Bibelübersetzungen auf den Markt. Ein Vergleich zeigt, dass sie ihre Revisionsaufgabe unterschiedlich angegangen sind - jenseits konfessioneller Differenzen.
Domradio.de, 20.10.2016 >>


Die Lutherbibel und ihre Revision 2017
Das Erscheinen der revidierten Lutherbibel 2017 ist einer der großen Höhepunkte des Reformationsjubiläums 2016/17. Über fünf Jahre lang haben rund 70 Theologinnen und Theologen den Text intensiv geprüft und, wo nötig, überarbeitet. Ziel war es, eine größere sprachliche Genauigkeit herzustellen und gleichzeitig der Sprachkraft Martin Luthers gerecht werden.
Was ist das besondere an der Lutherbibel und der Revision 2017? Erfahren Sie hier mehr über die Beweggründe, die zur Revision der Lutherbibel geführt haben, erhalten Sie in einer Filmdokumentation mit Heinrich Bedford-Strohm, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Altbischof Christoph Kähler und Dr. Christoph Rösel Einblicke in die intensive Arbeit an der Lutherbibel, den Produktionsabläufen vom Manuskript zum gedruckten Buch und entdecken Sie wertvolle Materialien für ihre Gemeindearbeit.
Deutsche Bibelgesellschaft >>


D: Ökumenische Würdigung der neuen Bibelübersetzungen
Radio Vatikan >>

Montag, 13. Februar 2017

Über Kampf des Papstes gegen verkrustete Strukturen

Vatikan-Experte plaudert aus dem „Nähkästchen“

Der Papst war zwar am Donnerstagabend nicht unter den mehr als 500 Besuchern in der Steverhalle . Dafür aber der Journalist Andreas Englisch , der Franziskus, wie auch dessen Vorgänger auf dem Stuhl Petri so gut kennt, wie kaum ein anderer. Der jahrzehntelang als Vatikan-Korrespondent die Geschehnisse um Papst und Kirche „unmittelbar vor Ort“ beobachten und skizzieren konnte. Doch nicht nur in Rom und im Vatikan , auch auf vielen Auslandsreisen, im gleichen Flieger mit den Päpsten Johannes Paul II., Benedikt XVI. und zuletzt Franziskus, sammelte Englisch Eindrücke und Erlebnisse. Viele der besonderen Art. Viele die ihn nie losgelassen haben.

Über die spricht er in Senden. Anderthalb Stunden lang. Ohne Pausen, Punkt und Komma fesselt Englisch sein Publikum. Mit lustigen, mehr aber erschreckenden Einzelheiten über den ungleichen „Windmühlenkampf“ des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus, gegen die „in 500 Jahren verkrusteten Strukturen“ der Kirchenfürsten im Vatikan „Die in Luxuswohnungen leben, mit teuren Limousinen umherfahren und Rom genießen.“ Sie stammen zumeist aus den reichsten und einflussreichsten Familien Italiens, erzählt Englisch. Wie die Montinis, die Colonna, die Borghese oder Pacellis. Die alle entsetzt waren, als man den „Schmalspur-Priester“ aus Südamerika in das höchste Amt der Kirche berief.
Weiterlesen auf Westfälische Nachrichten >>


Luxus und Liebe im Vatikan
Die Frau, die die Kirche herausfordert
Sie soll Dokumente der katholischen Kirche veruntreut haben. Doch gegen diese Anklage hat sie sich immer gewehrt. Jetzt erzählt Francesca Immacolata Chaouqui ihre Wahrheit.
[...]
"Im Namen Petri" ist ein Bericht über die Arbeit der Wirtschaftsprüfungskommission COSEA, deren achtköpfigem Komitee sie als einzige Frau angehörte. Neben ihr saßen in dem Gremium sechs weitere Wirtschaftsexperten sowie der später ebenfalls verhaftete Prälat Balda, der sie Papst Franziskus empfohlen hatte.
Beitrag auf n-tv >>


Papst räumt Korruption und Missbrauch im Vatikan ein
Der Papst hat eingeräumt, dass es im Vatikan Korruption gibt. "Es gibt Korruption, doch ich lasse mich davon nicht aus der Ruhe bringen", sagte der Papst im Gespräch mit Leitern verschiedener Ordensgemeinschaften.
Salzburger Nachrichten >>

Donnerstag, 9. Februar 2017

Der neue US-Präsident Trump und die Religion


Theologe: Trump tritt auf wie ein Prophet
Der Theologe Ulrich Berges ist Professor für Altes Testament. Er erkennt im Denken von Donald Trump zahlreiche Anklänge an den ersten Teil der Bibel. Das Neue Testament komme bei Trump jedoch zu kurz. 
katholisch.de >>
Der Bonner Theologe Ulrich Berges sieht beim US-Präsidenten Donald Trump klare Bezüge zum Alten Testament: Trump trete auf wie der Prophet, der sein Volk aus der Bedrängnis in das neue Land führt, sagte Berges am Freitag im Deutschlandfunk. Der US-Präsident spiele auf ein prophetisches Ethos an, nach dem die Macht von den Eliten auf das Volk übertragen werden solle.
"Interessanterweise sind neutestamentliche Bezüge zu Jesus Christus, zur Nächstenliebe, zur Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung überhaupt nicht auszumachen", sagte Berges. Ein stärkerer jesuanischer Bezug bedeute auch mehr ethische Ideen. "Wenn ich dem Nächsten der Nächste bin, dann habe ich eine ethische Verpflichtung. Und das kann er nicht sagen, dann kann er keine Mauer bauen", sagte Berges.
Der US-Präsident sehe Gott offenbar als einen allmächtigen Schöpfer, der die Nation und besonders Amerika schütze, so der Theologe weiter. "Ich denke, dass Trump durch und durch von einer biblischen Ideologie geprägt ist". (KNA)


"Trump ist auf einer Mission"
Der neue US-Präsident hat auf zwei Bibeln geschworen und bei seinem Amtsantritt oft von Gott gesprochen. Der Theologe Ulrich Berges sieht klare Bezüge zum Alten Testament: Trump trete auf wie der Prophet, der sein Volk aus der Bedrängnis in das neue Land führe, sagte er im DLF. Allerdings gebe es in seinem Gottesbild viele Widersprüche.
Deutschlandfunk >>


Donald Trump will die US-Bürger zu einem Glaubenskrieg anstacheln – doch es regt sich Widerstand
* US-Präsident Trump rechtfertigt seine Politik immer wieder mit religiösen Argumenten
* Bislang hatte er damit Erfolg – besonders bei konservativen Evangelikalen
* Gerade bei denen regt sich jetzt aber massiver Widerstand gegen Trumps ReligionsauslegungThe Huffington Post >>


Diese Christen sitzen in Trumps Kabinett
Im Kabinett von Donald Trump sitzen mehrere überzeugte Christen. Auch zwei Botschafter des neuen US-Präsidenten deuten auf eine richtungsweisende Personalentscheidung hin. PRO stellt sie vor.
Christliches Medienmagazin PRO, 20.1.2017 >>


Donald Trump: Der Heide im Weißen Haus
Christen aller Konfessionen haben Donald Trump zum Wahlsieg verholfen. Wie konnte das geschehen? Indem sich Trump als Verteidiger der Religionsfreiheit inszenierte, obwohl seine Ideologie ohne Vergebung, Mildtätigkeit und Gnade auskommt.
Zeit-Online, 17. November 2016 >>


Aktualisierung:

Kirchen und Trump
"Ein fast religiöses Selbstverständnis des Präsidenten"
Donald Trump ist geleitet von einem Selbstverständnis, wonach sich "an ihm das Heil Amerikas entscheidet", sagte der Nordamerika-Experte Michael Hochgeschwender im DLF. Das sei "ein fast religiöser Ansatz". Gegen die Politik des neuen US-Präsidenten rege sich Widerstand in den Kirchen, aber es gebe auch Zustimmung. Besonders in der Abtreibungsfrage.
Deutschlandfunk, 20.2.2017 >>


Trumps Chefberater pflegt engen Kontakt zum Widersacher von Papst Franziskus
Es waren Szenen einer Apokalypse, die Stephen Bannon im Juni 2014 im Vatikan skizzierte. Der heutige Chefberater von US-Präsident Donald Trump führte damals noch das ultrarechte Nachrichtenportal Breitbart News. Über Skype war Bannon aus den USA in den Palazzo der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften zugeschaltet. Eigentlich sollte der Gast über das Verhältnis zwischen Armut, Kapitalismus und Christentum referieren, stattdessen präsentierte Bannon im Schatten des Petersdoms eine Endzeit-Vision.
Kölnische Rundschau, 20.2.2017 >>

Dienstag, 7. Februar 2017

Neues Kapitel der Ökumene aufgeschlagen

Premiere: Eine ökumenische Doppel-Audienz
Es war ein besonderer Moment für die Ökumene: Eine Delegation der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) unter Leitung von EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm war an diesem Montag bei Papst Franziskus zu Gast – und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nahm ebenfalls an der Papstaudienz teil. Eine Premiere und ein Highlight des Jahres, in dem an den Beginn der Reformation vor fünfhundert Jahren erinnert wird.

Franziskus würdigte in seiner Ansprache die „langjährige Zusammenarbeit“ und „gereifte ökumenische Beziehung“ der deutschen Kirchen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diesem segensreichen Weg des geschwisterlichen Miteinanders vorankommen und mutig und entschlossen auf eine immer vollkommenere Einheit hin fortschreiten. Wir haben die gleiche Taufe: Wir müssen zusammen gehen, ohne müde zu werden!“

Es sei „bedeutsam“, dass sich evangelische und katholische Christen im Jahr des Reformationsgedenkens vorgenommen hätten, „Christus erneut ins Zentrum ihrer Beziehungen zu stellen“, sagte der Papst. Martin Luthers Frage nach dem gnädigen Gott sei – damit zitierte er seinen Vorgänger Benedikt XVI. – „die tiefe Leidenschaft und Triebfeder“ von Luthers Denken und Handeln gewesen. „Was die Reformatoren beseelte und beunruhigte, war im Grunde der Wunsch, den Weg zu Christus zu weisen. Das muss uns auch heute am Herzen liegen, nachdem wir dank Gottes Hilfe wieder einen gemeinsamen Weg eingeschlagen haben.“
Radio Vatikan >>


Privat-Audienz beim Papst für eine Delegation der EKD
Ökumenischer Rückenwind von Papst Franziskus für die deutschen Kirchen
Das Jahr des 500. Reformationsjubiläums wollen evangelische und katholische Kirche in Deutschland zu einer weiteren Annäherung nutzen. Sie holten sich dafür Rückenwind von Papst Franziskus: Bei einer Audienz für Spitzenrepräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Vatikan sagte Franziskus, die Christen beider Konfessionen müssten sich mit allen Kräften darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse auf dem Weg zur sichtbaren Einheit zu überwinden.

Die deutschen Kirchenvertreter rückten bei der Audienz das konkrete Bemühen um ein gemeinsames Abendmahl für Eheleute unterschiedlicher Konfession in den Fokus. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sagte in seiner Rede, es sei eine "mitunter schmerzhafte Realität", wenn christliche Familien mit Angehörigen unterschiedlicher Konfession nicht gemeinsam zum Abendmahl gehen dürfen. Auch Papst Franziskus sprach von einem "Schmerz" konfessionsverschiedener Eheleute. Er warb für eine "Intensivierung des theologischen Dialogs" und eine stärkere praktische Zusammenarbeit.

Allzu lange hätten Protestanten und Katholiken Feindseligkeiten gehegt und sich "in Kämpfe verbissen, die durch politische Interessen und durch Machtstreben genährt wurden", beklagte der Papst. Dabei hätten sie bisweilen nicht davor zurückgeschreckt, einander Gewalt anzutun.
Weiterlesen auf ekd.de >>



Historisches Treffen: EKD beim Papst
Bei einem historischen Treffen war die Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland am Montag zu Gast beim katholischen Oberhaupt. Papst Franziskus rief dabei auf, die Differenzen und Hindernisse zwischen Katholiken und Protestanten zu überwinden.
Religion.orf.at >>


Papst an deutsche Kirchen: In der Ökumene nicht müde werden
Appell zur Überwindung der noch bestehenden Hindernisse - Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen luden Franziskus bei großer Ökumene-Audienz im Vatikan nach Deutschland ein - Kardinal Marx: Gemeinsame Einladung "ist auch ein Zeichen unseres ökumenischen Wegs"
Kathpress >>

Montag, 6. Februar 2017

Konservative Papstkritik wird lauter und öffentlicher


Konservative Priester lehnen Vorstoß der Bischofskonferenz ab
Die deutsche Bischofskonferenz will wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen - zumindest in Einzelfällen. Nach Informationen des SPIEGEL regt sich unter konservativen Priestern Widerstand.
Spiegel-Online >>

Kardinal Müller: Bischöfe haben Papst nicht zu interpretieren
Glaubenspräfekt äußert sich in aktuellen Interviews zu "Amoris laetitia" und zur Ökumene - "Vom Reformationsgedenken darf man mit Recht weitere Schritte hin zu verbindlicher Kirchengemeinschaft erwarten"
Kathpress >>

Papstkritische Plakate in Rom aufgetaucht
Unbekannte haben in der italienischen Hauptstadt Dutzende Plakate aufgehängt, auf denen Papst Franziskus kritisiert wird. Einen Hinweis auf die Urheber gibt es nicht, aber einen Verdacht.
Frankfurter Allgemeine >>

Plakat-Protest gegen den Papst
Quer durch Rom tauchen wie aus dem Nichts papstkritische Poster auf. Anonym und umso schwerer in den Vorwürfen. Aus welcher Richtung dem Pontifex der raue Wind entgegenschlägt, ist unklar. Doch es gibt einen Verdacht.
GMX-Magazin >>

Plakative Kritik an Papst Franziskus: Roms Polizei ermittelt
In Rom hat die Polizei am Samstag mehr als 200 Plakate entfernt, die den Papst kritisierten. Darüber hinaus nahm eine Sondereinheit für Extremismusbekämpfung Ermittlungen auf, wie italienische Medien berichteten. Wer die Plakataktion verantwortete, ist vorerst unbekannt. Beobachter vermuten als Täter konservative katholische Kreise, die den Kurs von Papst Franziskus ablehnen.
Radio Vatikan >>

Fundamentalopposition gegen Papst Franziskus
Große Teile Roms sind momentan mit Anti-Papst-Plakaten vollgepflastert.
Deutschlandfunk, 13.02.2017

Plakate gegen den Pontifex
Tagesschau, 14.01.2017


So viel Streit um "die Freude der Liebe"
Auslegung von "Amoris laetitia" geht in Weltkirche auseinander - Hintergrundbericht von Alexander Brüggemann und Thomas Jansen
Bonn, 01.02.2017 (Kathpress >>) Um neue Ansätze in der Familienseelsorge geht es im Papstschreiben "Amoris laetitia". Doch die Diskussion hat sich festgebissen an der Frage des Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Skeptiker sprechen von einem "faktischen Schisma", das sich entlang der Frage der Unauflöslichkeit der Ehe durch die Weltkirche ziehe. Andere, wie der Wiener Pastoraltheologe Zulehner, sehen schlicht eine "neue pastorale Kultur" der Zugewandtheit, die Papst Franziskus wünsche.

Die bisher weitestreichende Auslegung des Papstschreibens haben am Mittwoch die Deutschen Bischöfe vorgelegt. "Eine Entscheidung für den Sakramentenempfang gilt es zu respektieren", legte sich die Bischofskonferenz fest. Sakramente sollten vor allem als Hilfe für das Wachstum in der Gnade Gottes und in der Liebe verstanden werden. Keine generelle Freigabe zwar, doch größere Öffnung in begründeten Einzelfällen mit Rücksicht auf das Gewissen des Einzelnen, so die Position, mit der die Debatte weltkirchlich nun neu angeheizt werden dürfte.

Aus weltkirchlicher Perspektive treibt die Frage nach dem Kommunionempfang vor allem Kirchenvertreter aus Europa und Nordamerika um. In Afrika oder Lateinamerika stehen ganz andere Probleme an. Innerhalb des reichen Westens verläuft der Streit entlang der altbekannten Grenzen von "konservativ" und "liberal". Die Debatte wird inzwischen über Kommentare und Ausführungsbestimmungen geführt.

Knapp ein halbes Jahr nach "Amoris laetitia" veröffentlichte die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" eine "Orientierungshilfe" argentinischer Bischöfe für ihre Geistlichen. In einem Brief lobte der Argentinier Franziskus diese Handreichung; sie habe den Geist von "Amoris laetitia" vollauf erfasst. Es gehe um "Begleiten, Unterscheiden und Integrieren" in schwierigen Lebenssituationen. "Es gibt keine anderen Interpretationen", so der Papst.

Inhaltlich schlagen die Argentinier einen Mittelweg zwischen Rigorismus und Laissez-faire ein. In den Worten der Bischöfe: "Es muss die generelle Möglichkeit eines Zugangs zu den Sakramenten ausgeschlossen bleiben - es sei denn, eine Situation rechtfertigt das."

Schlagzeilen machte vor kurzem die Kirche in Malta, indem sie die Möglichkeiten dieses Zugangs noch ein wenig weiter fasste als die Argentinier. Das ließ aufhorchen, weil Malta als eines der letzten fast geschlossenen katholischen Milieus gilt - und weil der neue Verantwortliche, Erzbischof Charles Scicluna, ein Kirchenrechtler ist, der aus dem Innersten des Vatikan kommt. Er promovierte übrigens beim heutigen Wortführer der konservativen Opposition, Kardinal Raymond Leo Burke - über das Ehesakrament.

Auch in Diözese Rom Kommunionzulassung

Besondere Bedeutung kommt der Diözese Rom zu, an dessen Spitze der Papst selbst steht. Dort können Katholiken, die nach einer Scheidung erneut standesamtlich geheiratet haben, in bestimmten Einzelfällen die Kommunion empfangen. Zunächst ist jedoch zu prüfen, ob die kirchliche Ehe für nichtig erklärt werden kann. Ist dies ausgeschlossen, soll sich der Seelsorger vergewissern, dass bei den Betroffenen ein Prozess der Buße eingesetzt hat. Auch ist stets die individuelle Situation zu berücksichtigen - etwa ob Kinder durch eine Trennung der zweiten Verbindung in Mitleidenschaft gezogen würden.

Am Ende eines solchen Prozesses kann nach einer Gewissensentscheidung, die mit dem Seelsorger besprochen werden soll, in Einzelfällen der Kommunionempfang stehen. Dieser soll in "diskreter Weise" erfolgen. Kardinalvikar Agostino Vallini, der die Diözese für den Papst verwaltet, erklärte dazu, dass wiederverheiratete Geschiedene keineswegs ein Recht auf den Kommunionempfang hätten.

In der Erzdiözese Bologna hingegen bleibt wiederverheirateten Geschiedenen der Kommunionempfang weiter offiziell verwehrt. Dessen 2015 emeritierter Kardinal Carlo Caffarra, einer der Mitstreiter Burkes, hatte schon in seiner Amtszeit stets vor einer Aufweichung der strengen, einheitlichen Praxis gewarnt. Individuell zu findende Einzelwege überforderten zudem den einzelnen Geistlichen, so Caffarra.

Doppelschachzug von Kardinal Müller

Kann also nun jeder Diözesanbischof in dieser Frage tun, was er will? Der deutsche Kurienkardinal und oberste Glaubenshüter Gerhard Ludwig Müller vollführte zuletzt einen interessanten Doppelschachzug. Er dekretierte, dass die von manchen kritisierten Unschärfen in "Amoris laetitia" keine "Gefahr für den Glauben" darstellten. Daneben steht unkommentiert seine Ansprache vor der Weltfamiliensynode im Vatikan 2014/15. Und die ist in der Frage der Ehepastoral ähnlich glashart wie die Position von Burke und Caffarra.

In den USA gehen einige Bischöfe voraus - in die eine oder die andere Richtung. So nahm sich San Diegos neuer Bischof Robert McElroy den synodalen Prozess, der zu "Amoris laetitia" führte, zum Vorbild und berief eine Bistumssynode zum Thema ein. Die votierte für eine konkrete Umsetzung des vom Papst angeregten "Wegs zur Teilnahme an den Sakramenten". In der Erzdiözese Philadelphia dagegen empfiehlt Erzbischof Charles Chaput wiederverheirateten Geschiedenen sexuelle Enthaltsamkeit. Sie sollten wie "Bruder und Schwester" leben, um im Sakrament der Buße Versöhnung zu empfangen.

Dem schloss sich zuletzt der junge Bischof des Personalordinariates Kathedra Petri für zum Katholizismus übergetretene Anglikaner, Steven Joseph Lopes, an. Der 41-Jährige untersagte wiederverheirateten Geschiedenen, die nicht sexuell enthaltsam leben, den Kommunionempfang.

Papst Franziskus selbst sagte jüngst in einem Interview: "Einige kapieren es immer noch nicht." Das ist eine ziemlich eingängige Aussage. Viel eingängiger jedenfalls als die komplexe Gewissensentscheidung, vor der die Seelsorger nun in ihrem pastoralen Alltag stehen.

Freitag, 3. Februar 2017

Protestanten träumten von Reformationsfeier im Freiburger Münster


Evangelische Anfrage sorgt in Freiburg für Verwirrung
Reformationsgedenken im katholischen Münster?
Christuskirche, Münster oder doch das Stadttheater: Die evangelische Kirche Freiburg tat sich schwer, den richtigen Ort fürs Reformationsgedenken zu finden. Das zeigt ein jetzt bekanntgewordener Briefwechsel.

Es war ein wohl bundesweit beispielloser Vorstoß: Im Sommer 2015 fragte der evangelische Freiburger Stadtdekan Markus Engelhardt bei seinem katholischen Amtsbruder Wolfgang Gaber an, ob die evangelische Kirche den Reformationstag 2017 nicht mit einem großen Gottesdienst im katholischen Freiburger Münster feiern könne. Als Münsterpfarrer ist Gaber "Hausherr" der gotischen Bischofskirche.

Ein solcher gemeinsamer Gottesdienst zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag - und damit dem Auftakt der Kirchenspaltung - könne, so die Überzeugung Engelhardts, bei allen Unterschieden zwischen evangelischer und katholischer Kirche ein starkes Zeichen für die Kraft des gemeinsamen christlichen Glaubens setzen. Gerade im Blick auf die "liberale, teilweise sehr kirchendistanzierte Freiburger Öffentlichkeit". Denn schließlich sei das Münster nicht nur katholische Kathedrale, sondern auch Bürgerkirche und Wahrzeichen aller Freiburger über Konfessionsgrenzen hinweg, argumentierte Engelhardt in seiner schriftlichen Anfrage.

Ökumenische Ernüchterung

Zwar stand Gaber der Idee dem Vernehmen nach zunächst keineswegs ablehnend gegenüber. Den offiziellen Gesprächen mit der Freiburger Bistumsleitung aber folgte bald die ökumenische Ernüchterung: Bei den Besprechungen im Dekanat und mit Erzbischof Stephan Burger sei die katholische Sichtweise deutlich geworden, wonach der Reformationstag als protestantischer Feiertag "seinen Platz in einer evangelischen Kirche haben sollte", meldete Gaber an die Freiburger Protestanten zurück. Insofern sei es auch "schlüssig", dass Burger für den 31. Oktober die Einladung von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh zu einem gemeinsamen Gottesdienst in die evangelische Stadtkirche Karlsruhe angenommen habe.

Das an den "Bruder Stadtdekan" gerichtete Schreiben war sehr freundlich im Ton, klar in der Sache - und beendete die evangelischen Pläne vom Reformationsgedenken im katholischen Münster. Beide Seiten versicherten sich zugleich, dass die enge evangelisch-katholische Zusammenarbeit durch die Ablehnung keinen Schaden genommen habe.

Muntere Leserbriefdebatte

Und dennoch wirbelte der vertrauliche Briefwechsel Staub auf, wenn auch mit erheblicher Verspätung. Denn nach einer kurzen Bemerkung von Engelhardt bei einem Pressegespräch machte die "Badische Zeitung" jetzt die eineinhalb Jahre zurückliegende Anfrage öffentlich. Rasch entwickelte sich eine muntere Leserbriefdebatte. Die einen warfen den Katholiken vor, eine große Chance der Annäherung verpasst zu haben und kritisierten Engstirnigkeit. Anderen sahen schon die evangelische Anfrage als Provokation, die den Erzbischof in unnötige Schwierigkeiten gebracht habe. Der katholische Theologe Helmut Hoping fasste lapidar zusammen: "Die Briten würden den Brexit auch nicht im Europaparlament feiern."

Erschrocken ob des Wirbels betonte die evangelische Seite nun, es sei niemals ihre Absicht gewesen, den Katholiken den Schwarzen Peter zuzuschieben. Vielmehr sei die Anfrage Ausdruck einer engen Verbundenheit mit den Katholiken gewesen. Auch sei es das Ziel gewesen, eine möglichst große Kirche für möglichst viele Menschen zu finden. Die katholische Bistumsleitung wollte wiederum nicht neues Öl ins Feuer gießen und die Verwicklungen nicht weiter kommentieren.

Gottesdienst nun im Stadttheater

Gelegenheit, über die aktuellen Befindlichkeiten 500 Jahre nach dem Beginn von Reformation und Kirchenspaltung weiter nachzudenken, gibt es in Freiburg am 11. März: bei einem evangelisch-katholischen Gottesdienst unter der Überschrift "Heilendes Erinnern" - in einer evangelischen Gemeindekirche. Und auch für die Freiburger Hauptfeiern am 31. Oktober hat die evangelische Kirche ein Ausweichquartier gefunden: Der Gottesdienst wird im Stadttheater organisiert. "Wir wollen hinein in den Stadt, hin zu den Bürgern", betonte ein Kirchensprecher. Ein Theatersessel ist dort für den katholischen Dekan Gaber reserviert.



Kein Reformationsjubiläum im Münster:
Luther spaltet noch immer
Badische Zeitung, 25.1.2017
Die Nachricht, dass die Katholische Kirche den Protestanten für ihr Reformationsjubiläum nicht das Münster überlässt, hat nicht nur zwischen den Konfessionen zu Debatten geführt. Auch unter katholischen Theologen sowie innerhalb der Evangelischen Kirche gehen die Meinungen auseinander.


Protestanten dürfen Reformation nicht im Münster feiern
Badische Zeitung, 12.1.2017
Die Evangelische Kirche wollte ihr Reformationsjubiläum in der Freiburger Kathedrale feiern, doch die Katholische Kirche lehnte ab. Nun weichen die Protestanten auf nicht-kirchliches Terrain aus.


Ähnliche Situation im Erzbistum Paderborn:

Annette Kurschus sollte in der Abtei Königsmünster sprechen
Keine Predigt von evangelischer Präses in katholischem Kloster Königsmünster

Zu Irritationen hat ein von der Abtei Königsmünster in Meschede geplanter Gottesdienst geführt. Die Benediktiner hatten die westfälische evangelische Präses Annette Kurschus zur Predigt beim Benediktsfest im März eingeladen, was auf Widerspruch beim Erzbistum Paderborn stieß, wie dessen Sprecher Ägidius Engel der Katholischen Nachrichten-Agentur am Montag bestätigte.

Die Predigt in einer heiligen Messe sei geweihten Diakonen, Priestern und Bischöfen vorbehalten, sagte Engel. Kurschus sei aber weiter zum Benediktsfest am 21. März eingeladen und könne entsprechend dem Vorschlag der Erzdiözese im Rahmen einer Vesper sprechen.
Weiterlesen auf Kirche und Leben >>

Donnerstag, 2. Februar 2017

Deutsche Bischöfe: Kommunion für Wiederverheiratete möglich


Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz
01.02.2017 - Nr. 015
Bischöfe veröffentlichen Wort zur erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia
„Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche“
Die deutschen Bischöfe haben heute (1. Februar 2017) das Wort „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘ – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia“ veröffentlicht (als PDF >>). Papst Franziskus hatte in den Jahren 2014 und 2015 zwei Bischofssynoden zu Fragen von Ehe und Familie durchgeführt. Danach verfasste er das Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris laetitia, das am 8. April 2016 erschien. Die deutschen Bischöfe haben über die Bedeutung und Wegweisung dieses Dokumentes in den vergangenen Monaten intensiv beraten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach den Schlussfolgerungen, die sich für die Ehe- und Familienpastoral in der Kirche Deutschlands ergibt.

Deutsche Bischöfe: Sakramente für Wiederverheiratete
Religion.orf.at
Die deutschen katholischen Bischöfe wollen wiederverheirateten Geschiedenen einen Zugang zu den Sakramenten ermöglichen. Ihre Auslegung des Papst-Schreibens „Amoris laetitia“ enthält eine starke Betonung der Gewissensentscheidung.

Bischöfe: Kommunion für Wiederverheiratete möglich
FAZ, 01.02.2017
Bonn (dpa) - Katholiken in Deutschland sind nach einer Scheidung und erneuten Heirat nicht mehr grundsätzlich von der Kommunion ausgeschlossen. Dies hat die Deutsche Bischofskonferenz entschieden.

Bischöfe öffnen Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene
Spiegel-Online
Die deutschen Bischöfe haben Stellung bezogen zu Papst Franziskus' Familienpolitik. Demnach können geschiedene Katholiken in Deutschland trotz erneuter Heirat zur Kommunion zugelassen werden - ab und zu.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Kirchenhistoriker kritisiert "zwei weiße Männer auf dem Petersplatz“


Kritik an Kleidungsstil von Benedikt XVI.

Der deutsche Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat aus Anlass des bevorstehenden 4. Jahrestags der Rücktrittsankündigung des deutschen Papstes seine Kritik daran erneuert, dass Benedikt XVI. weiterhin Papst-Gewänder trägt.
Wolf findet das hinterfragenswert: „Nach katholischem Amtsverständnis gibt es nur einen Papst“, so der Autor im Gespräch mit der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. „Der hat das Recht, mit ‚Heiliger Vater‘ angeredet zu werden und die weißen Gewänder zu tragen. Der andere ist es nicht mehr, und er ist auch nicht emeritiert.“ Und weiter: „Es gibt zwei historische Beispiele, da haben die Zurückgetretenen den Kardinalspurpur wieder angenommen und ihren Papst-Namen abgegeben.“
Religion.orf.at >>


Kritik an Benedikt XVI
„Da sind zwei weiße Männer auf dem Petersplatz“
Die Welt, 25.01.2017


Bestseller-Autor schreibt Buch zum Konklave

Historiker Hubert Wolf: Papstwahl ist ein faszinierendes Erlebnis
Für den Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf ist die Whal eines neuen Papstes ein faszinierendes Erlebnis. Der Bestseller-Autor hat ein Buch über das Konklave und Geheimnisse der Papstwahl geschrieben und äußert sich dazu im Interview.
Kirche und Leben, 25.01.2017

Dienstag, 24. Januar 2017

Volksabstimmung über orthodoxes Kloster in St. Andrä kommt


Der umstrittenen Bau eines orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See) soll zum Thema einer Volksabstimmung gemacht. Das forderten 405 Menschen per Unterschrift, 385 Unterschriften waren gültig. Damit ist die Volksabstimmung fix.
Die Unterschriftenlisten wurden am Montag im Gemeindeamt abgegeben. Für die Abhaltung einer Volksabstimmung hätten 329 Unterschriften genügt. Die Gemeinde wird nun innerhalb von vier Wochen einen Bescheid erlassen, um die Volksabstimmung durchzuführen, sagte Bürgermeister von St. Andrä, Erich Goldenitsch (SPÖ). Der Wortlaut der Fragestellung und das Datum der Volksabstimmung werden dann veröffentlicht.
So soll das Kloster aussehen

Die griechisch-orthodoxe Kirche will in St. Andrä ein Kloster bauen. Dieser Plan stößt nicht überall auf Gegenliebe und sorgt schon seit mehr als einem Jahr für Diskussionen. Es gab schon eine Bürgerbefragung dazu, die den Gegnern nicht genügte - mehr dazu in St. Andrä mehrheitlich für Kloster. Das Kloster werde zu groß und sei überdimensioniert, lautet eines der Gegenargumente - mehr dazu in St. Andrä: Weihe auf dem See und St. Andrä: Weiter Zwist um Kloster.
Quelle: burgenland.orf.at, 23.2.2017



St. Andrä am Zicksee
Volksabstimmung zu geplantem Klosterbau kommt!
405 Unterschriften haben die Gegner des geplanten griechisch-orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See) gesammelt. 385 davon sind gültig: Volksentscheid innerhalb von vier Monaten!
bvz.at >>


Orthodoxes Kloster:
Diözese Eisenstadt für Klarstellung
Die Diözese Eisenstadt hat sich für eine rasche Klärung im anhaltenden Streit um den geplanten Bau eines orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee ausgesprochen.
burgenland.orf.at, 25.1.2017 >>
Falls die Behörden eine Volksabstimmung als rechtens erachteten, werde man diese unterstützen, sagte Diözesansprecher Dominik Orieschnig am Dienstag gegenüber Kathpress.

„Es soll nicht später behauptet werden, etwas sei nicht mit rechten Dingen zugegangen“, so Orieschnig. Sowohl die Diözese als auch die orthodoxe Kirche stünden hinter dem Klosterbau und hätten von Anfang an gewünscht, „dass ein Kloster dort entstehen soll, wo es auch Gottes Willen ist“.

Streit in der nächsten Runde
Zuvor hatten am Dienstag Gegner des Klosterprojekts 405 Unterschriften für eine Volksabstimmung eingebracht, von denen laut Angaben von Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ) 385 gültig waren, wie die APA am Dienstag berichtete. 329 Unterschriften - ein Viertel der Wahlberechtigten - waren für das Erzwingen einer Volksabstimmung nötig.

Diese soll nach einem binnen eines Monats ausständigen Bescheid durch den Gemeinderat innerhalb von drei Monaten abgehalten werden. Der Streit um das orthodoxe Kloster geht somit in die nächste Runde.

Bereits zahlreiche positive Beschlüsse
Gestartet worden war das Klosterprojekt in St. Andrä 2014, als die Diözese Eisenstadt dafür der griechisch-orthodoxen Kirche ein Grundstück zur Verfügung stellte. Aufgrund einiger Querschüsse führte die Gemeinde bereits Anfang 2016 eine Bürgerbefragung durch, die ebenso zugunsten des Klosters ausging wie ein einstimmiger Beschluss im Gemeinderat.

Die notwendigen Behördenverfahren für die Errichtung des Gebäudes sind daher bereits im Laufen. Der Baubeginn war zuletzt für Frühjahr 2017 erwartet worden. Schon jetzt leben einige orthodoxe Mönche als Klostergemeinschaft St. Andrä in einem angekauften Gebäude.


Orthodoxes Kloster:
LH Niessl will „Klarheit schaffen“
Diözesanbischof und Landeshauptmann über eine Volksabstimmung zu dem geplanten Projekt in St. Andrä am Zicksee.
bvz.at >>


St. Ändrä: Weitere Frist für Kloster-Gegner
Die Zukunft des geplanten Klosters der orthodoxen Kirche in St. Andrä am Zicksee bleibt weiter ungewiss. Nach einer Gemeinderatssitzung am Freitagabend bleibt vorerst offen, ob es zu einer Volksabstimmung kommen wird oder nicht.
Burgenland.orf.at, 11.2.2017 >>


AKTUALISIERUNG:

Seewinkel: Ökumene und ein kommunaler Volksentscheid
In St. Andrä soll Mitteleuropas erstes orthodoxes Kloster gebaut werden. Darüber soll aber das Volk abstimmen
Der Standard, 27.2.2017 >>
St. Andrä – Hinterm Bahnhof geht's hinaus zum Zicksee. Die letzten Häuser von St. Andrä, links eine Feriensiedlung, ein Campingplatz, das Strandbad, rechts Ackerland, flach und weit, bis nach Frauenkirchen hinüber. Die dortige St.-Martins-Therme ist schon in Sichtweite. Hier, in St. Andrä herüben, soll ein geistliches Pendant dazu errichtet werden. "Eine Therme für die Seele" nennt Pater Igor jene Klosteranlage, die auf den Ackerflächen hinter dem Ort, an der Straße zum See, errichtet werden soll.

Der Grund, sieben Hektar ungefähr, gehört der Diözese Eisenstadt. Die hat ihn der orthodoxen Kirche gewissermaßen als Lehen gegeben. Und hier soll Mitteleuropas erstes griechisch-orthodoxes Kloster entstehen. Paul Zulehner, der katholische Pastoraltheologe, nennt das "ein großes Glück", denn "damit erhält der Ort ein spirituelles Juwel".

Unterschriftensammlung der Gegner
Ob St. Andrä dieses Glück annehmen will, wird sich bald vorentscheiden. Es gibt nämlich auch hartnäckigen Widerstand gegen den Klosterbau, für den sich vor rund einem Jahr eine Volksbefragung schon ausgesprochen hat. Nun wurden Unterschriften gesammelt, um eine kommunale Volksabstimmung zu erzwingen, so wie im benachbarten Frauenkirchen in Glashaus-Angelegenheiten. Vor 14 Tagen verkündeten die Klostergegner, sie hätten die nötigen 25 Prozent der Wahlberechtigten beieinander, es gab allerdings fehlerhafte darunter, die Nachfrist endet am Dienstag.

"Innerhalb von drei Monaten", so Gerhard Mauersics, der Sprecher der Initiative, "muss dann die Volksabstimmung durchgeführt werden." Dass sie das wird, man also die nötigen Unterschriften gegen die Umwidmung zusammenbringe, bezweifelt er nicht. "Es schaut gut aus", sagte er vergangene Woche.

Derzeit sechs Mönche
Während die ortspolitischen Wogen, wenn schon nicht hoch, so doch hin- und hergehen, hat sich im vergangenen Jahr bereits so was wie ein orthodoxes Leben etabliert in der 1.300-Seelen-Gemeinde im Seewinkel. Die Mönche – sechs sind es zurzeit – haben sich in einem Haus gegenüber dem Bahnhof eingerichtet.

Ein offenes Haus, wie man betont. "Wir sind ja zur Gastfreundschaft angehalten", sagt Pater Igor. Und man erlebe diese hier auch, im Seewinkel. Gerade zu den Gottesdiensten in der kleinen St.-Bartholomäus-Kapelle, "in denen", so Paul Zulehner, "der Himmel auf die Erde heruntergesungen wird", lade man die Ortsbevölkerung. Das werde auch angenommen. Ein Verein der Freunde hat sich etabliert, eine Wirtin versorgt die Mönche zuweilen mit Essen, ein Landwirt unterweist Pater Arsenios in der Kunst der Ziegenhaltung.

Plötzlich Pilgertourismus im Ort
In einer Pension musste man in diesem Winter Heizkörper anschaffen, weil auch außerhalb der bisherigen Saison auf einmal Gäste gekommen sind beziehungsweise Pilger, wie die Patres sagen. Als Teil der Tourismuswirtschaft sieht man sich klarerweise nicht, aber man bestreitet auch nicht den Effekt. "Die Pilger kommen ja nicht nur zu uns", sagt Pater Arsenios – sondern auch in die Therme für den Leib nach Frauenkirchen; oder in die Therme für den Shoppingwahn nach Parndorf.

Für die katholische Verpächterin ist das Projekt ein Teil des Vermächtnisses von Kardinal König, der ja sein Lebtag lang beschäftigt war mit dem Voranbringen der Ökumene. Bischof Ägidius Zsifkovics war auch heuer wieder bei der traditionellen Wasserweihe, diesmal auf dem Eis des Zicksees. Stanislav Zvolenský, Erzbischof von Bratislava, hat dem Kloster Reliquien des heiligen Johannes von Alexandrien geschenkt. Der Papst hat das Vorhaben gesegnet, nicht nur abgesegnet.

Nicht mehr als zwölf Brüder
Das Kloster wird – so die Umwidmung nicht zurückgenommen werden muss – den schönen Namen "Maria-Schutz-Kloster des heiligen Paisios vom Berg Athos" tragen. Mehr als zwölf Brüder werden dort nicht leben, sagt Pater Igor, nur so viele Zellen werde es geben. Aber St. Andrä soll doch auch ein spirituelles Zentrum werden für die immerhin 600.000 Orthodoxen in Österreich. Ob griechisch, serbisch, russisch – orthodox sei orthodox. Man unterscheide sich nur in der liturgischen Sprache. In St. Andrä ist die Umgangssprache Deutsch. Zwei der zurzeit sechs Mönche, darunter der angehende Ziegenzüchter Arsenios, sprechen es mit griechischem Zungenschlag, Pater Igor, Student der Religionswissenschaft an der Uni Wien, tut dies mit unüberhörbar wienerischem in serbischer Prägung, der Abt mit pfälzischem. Er heißt Paisios Jung. (Wolfgang Weisgram, 27.2.2017)