Dienstag, 31. Juli 2012

Schüller: Plädoyer für eine Pastoral der pfarrlichen Nähe


Schüller: Kirche ist den Menschen in den Pfarrgemeinden nahe
Obmann der "Pfarrer-Initiative", Helmut Schüller, referierte bei Sommertagung des Katholischen Akademikerverbandes

Klagenfurt, 30.07.2012 (KAP) Ein Plädoyer für eine Pastoral der pfarrlichen Nähe und damit ein erneutes Plädoyer gegen die Großraumseelsorge hat der Obmann der "Pfarrer-Initiative", Helmut Schüller, gehalten. Die Gemeinde vor Ort sei schließlich "jene Sozialform und öffentliche Präsenz gelebter Religion", in der sich Menschen konkret umeinander kümmern und füreinander da seien, so Schüller bei einem Vortrag zum Abschluss der Sommertagung des Katholischen Akademikerverbandes Österreichs (KAVÖ) im Kärntner Bildungshaus Sodalitas.

Es gehe daher bei der Frage nach der Seelsorge der Zukunft auch um "pastorale Überschaubarkeit", d.h. es gebe "gewisse Höchstgrenzen": "Wenn wir missionarisch sein wollen, müsste der Einwohnerschlüssel und nicht der Katholikenschlüssel das Maß sein", sagte Schüller in Richtung der aktuellen Reformbemühungen etwa in der Erzdiözese Wien. "Wir haben zu wenig Gemeinden und nicht zu viele", dies werde etwa aus der "großen seelischen Not, die in unserer Gesellschaft vorliegt" deutlich. "Die Menschen brauchen Nähe, Stabilität und Wertevermittlung und nicht Konsum."
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Montag, 30. Juli 2012

Zur bevorstehenden Synode über Neue Evangelisierung

Da unser hochwürdigster Herr Diözesanbischof als Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz an der Synode über die Neue Evangelisierung teilnimmt, möchte ich dieses Thema aufgreifen.
Das Arbeitspapier war bereits im Vorjahr innerhalb der Diözese verschickt worden und eine Arbeitsgruppe wollte Vorschläge für die Synode erarbeiten. Was daraus wurde, ist mir leider nicht bekannt.


Vatikan legt Programm für Synode über Neuevangelisierung vor
Arbeitspapier für nächste Weltbischofssynode im kommenden Oktober in Rom präsentiert - Neue Konzentration auf persönliche Begegnung von Gläubigen mit Christus
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Univ.-Prof. em. Dr. Hans J. Stetter hat sich dankenswerter Weise mit dem Vorbereitungspapier für die kommende Bischofssynode befasst und stellt Auszüge davon sowie seine Gedanken dazu wie folgt zur Verfügung:

Hans J. Stetter:
Auszüge aus: "Instrumentum Laboris" zur Bischofssynode über "Die Neue
Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens" (als PDF >>)

Hans J. Stetter:
Zur Problematik von Inhalt und Sprache in der Glaubenskatechese (als PDF >>)

Interessante Gedanken zur SELBSTEVANGELISIERUNG der Kirche:
Pfarrer Gerhard Hackl:
Stellungnahme zu der wichtigen NEUEVANGELISIERUNG der Welt (als PDF >>)

Forum Weltkirche bringt einen lesenswerten Themenschwerpunkt zur Neuen Evangelisierung >>:

FELIX WILFRED:
Die Armen nicht vergessen!
Theologische Reflexion zur Neuevangelisierung aus indischer Perspektive
Die Bischofssynode zur Frage der Neuevangelisierung wird sich unter anderem mit den Herausforderungen in einer sich verändernden Welt auseinandersetzen. Im folgenden Beitrag geht der Autor der Frage der Relevanz der Neuen Evangelisierung im Kontext Indiens nach. Der indische Theologe Felix Wilfred plädiert dafür, die Armen ins Zentrum der Reflexion zu stellen.

MICHAEL SIEVERNICH SJ:
Was ist neu an der »neuen Evangelisierung«?
Eine theologische Einordnung
Das erste Vorbereitungsdokument für die anstehende Bischofssynode – die so genannten Lineamenta – vermeidet es, Neuevangelisierung zu definieren. Dies bietet der Synode die Möglichkeit, eigene Akzente zu setzen und das Thema pointiert zu behandeln.

HUBERTUS SCHÖNEMANN:
Auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche
Herausforderungen einer missionarischen Pastoral in heutiger Gesellschaft
Angesichts der aktuellen weltkirchlichen Debatte um eine Neue Evangelisierung erhebt sich die Frage nach deren Verhältnis zu den Prozessen, die in Deutschland spätestens in der Nachfolge des Papiers »Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein« der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2000 in den Blick genommen werden

NORBERT KÖSSMEIER:
»Neues wagen, Solidarität leben und mutig Antworten suchen!«
Interview mit Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, Vorsitzender der DBK, über die Frage der
Neuevangelisierung
Angesichts der bevorstehenden Weltbischofssynode zum Thema Neuevangelisierung hat Forum
Weltkirche das folgende Interview mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz
geführt.

Sonntag, 29. Juli 2012

Wie heute


so reich waren wir nie wie heute
so habgierig aber waren wir auch nie wie heute
so viele kleider hatten wir nie wie heute
so ausgezogen so nackt aber
waren wir auch nie
wie heute

so satt waren wir nie wie heute
so unersättlich aber waren wir auch nie wie heute
so schöne häuser hatten wir nie wie heute
so unbehaust so heimatlos aber
waren wir nie
wie heute

so versichert waren wir nie wie heute
so unsicher aber waren wir nie wie heute
so viel zeit hatten wir nie wie heute
so gelangweilt aber
waren wir auch nie
wie heute


Wilhelm Wilms in: Manfred Frigger, Zeit für mich - Zeit für Gott. Junge Menschen beten. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 1986.

Freitag, 27. Juli 2012

Online-Petition: Solidarität mit Erzbischof Robert Bezak

Über die skandalöse Vorgangsweise des Vatikans bezüglich der Absetzung von Erzbischof Bezak habe ich schon berichtet. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal besonders auf die Online-Petition "Solidarität mit und Gerechtigkeit für Erzbischof Robert Bezak" hinweisen mit der Bitte, diese zu unterschreiben.

Die UnterzeichnerInnen fordern vom Vatikan, dass Vorhaltungen gegen Erzbischof Róbert Bezák in einem transparenten und fairen Verfahren zu begründeten und überprüfbaren Entscheidungen gefürt werden, in dem der Beschuldigte die Chace zur Verteidigung erhält.

Die von Róbert Bezák beantworteten elf Fragen des Vatikan an ihn zeigen seine Ehrlichkeit und Geradlinigkeit und lassen keinerlei Verschulden erkennen. Im Gegenteil, es ist beachtlich, dass der Vatikan nicht der Anzeige Bezáks nachgeht, wonach 1,65 Millionen Euro in den Finanzunterlagen seines Vorgängers, Ján Sokol, nicht nachvollzogen werden können, sondern die Sportbekleidung des Bischofs und andere Gerüchte Gegenstand einer Visitation waren.

Die UnterzeichnerInnen betonen die Würde alles Menschen und lehnen Verfahren dieser Art ab, weil sie der Menschenwürde widersprechen. Sie drücken Ihre Solidarität Erzbischof Róbert Bezák aus.

Bitte unterschreiben: Hier geht's zur Online-Petition "Solidarität mit und Gerechtigkeit für Erzbischof Robert Bezak" >>

Bischofskongregation: Erzbischof Bezak hätte "die Soutane als Zaubererkleidung lächerlich gemacht"


Slowakei: Abschiedsgottesdienst mit Erzbischof Bezák in Trnava
Aufregung um vom Papst abgesetzten Erzbischof geht weiter - Briefwechsel zwischen römischer Bischofskongregation und Bezak veröffentlicht

Die elf Fragen des Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, die im Mai, also rund drei Monate nach der Visitation in Trnava, an Erzbischof Bezak gerichtet wurden, beschäftigten in den vergangenen Tagen die slowakischen Medien ebenso wie die gleichfalls bekannt gewordenen Antworten. Der Fragenkatalog umfasste sowohl die amtlichen Entscheidungen als auch die Glaubenstreue und den Lebensstil des abgesetzten Erzbischofs.

So interessierte sich die Bischofskongregation etwa konkret für die Rolle der früheren Generaldirektorin der Finanzgruppe ING, Anna Huscavova, in der Erzdiözese Trnava sowie deren Monatsgehalt. Auch der Grund für die Errichtung mehrerer Handelsgesellschaften wurde erfragt und von Bezak beantwortet. Huscavova habe er nach seinem Amtsantritt "um ihre Meinung zu Wirtschaftsfragen der Erzdiözese Trnava gebeten", schrieb Bezak. Die Wirtschaftsexpertin arbeite "zu einem weitaus niedrigeren Gehalt als an ihren früheren Wirkungsstätten", heißt es weiters. Ihre Fähigkeiten hätten "der Erzdiözese bereits viel Geld aus früheren schlechten Verträgen gesichert und ihre Beziehungen" hätten "mitgeholfen, viel Geld von bedeutenden Spendern zu lukrieren". Dass ihr Name bis zur Bischofskongregation vorgedrungen ist, bewertete Bezak als "ein untrügliches Zeichen dafür, wie nervös Leute sind, die um ihre Dotationen, Pfründe und Verträge gekommen sind". Sie hofften, mit Huscavovas Entfernung als Fachberaterin des Erzbischofs könne "alles wieder in die alten Bahnen zurückkehren".

Erzbischof Bezaks Treue zum kirchlichen Lehramt betreffend hatte die Bischofskongregation formuliert, "es wäre nützlich", Bezaks "Standpunkt im Hinblick auf Zölibat, Euthanasie, Abtreibung, Priestertum der Frauen und voreheliche Beziehungen zu erfahren". Der Erzbischof erklärte dazu, er sei zwölf Jahre lang Provinzial der Redemptoristen sowie sechs Jahre lang Vorsitzender der Konferenz der höheren Ordensoberen der Männerorden gewesen und habe sieben Jahre lang Moraltheologie gelehrt; wenn er "zweifelhafte Ansichten" vertreten habe, so hätte dies "über einen so langen Zeitraum schwerlich der Aufmerksamkeit entgehen können". Er habe seine Meinungen nicht geändert und seine Studenten stets angehalten, "sich um die Einhaltung der christlichen Moralgrundsätze zu bemühen, der Grenzen der göttlichen Normen eingedenk zu sein sowie enthaltsam zu leben und die Würde ihrer Sexualität zu bewahren".

Den größten Widerhall in den Medien fanden die römischen Fragen zum Lebensstil des Erzbischofs. So wurde moniert, Bezak habe "sich nur in ziviler Kleidung (Jeans und Hemd, Trainingsanzug) gezeigt und damit die Soutane als Zaubererkleidung lächerlich gemacht". Weiterer Vorwurf: Bezak habe sich "mit Mitarbeitern zweifelhaften Rufs umgeben", darunter "mit Priestern mit homosexueller Neigung sowie anderen, die Kinder haben".

Weiters wird festgehalten, er habe "Turnhallen, Saunen, Bäder und öffentliche Duschen mit Personen zweifelhaften Rufs aufgesucht". Bezak erklärte dazu, letztere Frage verstehe er nicht und wolle "den in ihr enthaltenen erniedrigenden Ton nicht zulassen". Von "Personen zweifelhaften Rufes" sei ihm "überhaupt nichts bekannt", er wisse "nicht, was eine öffentliche Dusche ist"; für Bäder habe er "keine Zeit" und Saunen interessierten ihn nicht. Vom Turnsaal, den er wegen Rückenproblemen aufsuche, kehre er stets sofort nach Hause zurück.
Kathweb >>

Die elf Fragen des Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet vom Mai 2012 an Róbert Bezák

Wir-sind-Kirche >>

Recht auf Information als "irrige Ansicht"
Neues von der fortschreitenden römischen Selbstbeschädigung
Der Vorgang ist so selten, dass der deutschsprachige "L'Osservatore Romano" gar keine Rubrik dafür kennt. Daher wurde der Rausschmiss (korrekte Bezeichnung: Amtsenthebung) des
slowakischen Erzbischofs Robert Bezak fälschlich unter "Rücktritte" veröffentlicht. Dabei
hatte sich der junge Bischof gerade dazu - trotz massiven Drucks der Nuntiatur - nicht überreden lassen.
Der Standard >>

Bischof abgesetzt: Recht auf Information "irrige Ansicht"
Die Absetzung des slowakischen Erzbischofs Robert Bezák sorgte in Bratislava für viele Fragezeichen bei den Gläubigen. Die Bischofskonferenz nennt keinen konkreten Grund für diese Maßnahme.
Die Presse >>

Neues von der fortschreitenden römischen Selbstbeschädigung
Der Vorgang ist so selten, dass der deutschsprachige "L'Osservatore Romano" gar keine Rubrik dafür kennt. Daher wurde der Rausschmiss (korrekte Bezeichnung: Amtsenthebung) des slowakischen Erzbischofs Robert Bezak fälschlich unter "Rücktritte" veröffentlicht. Dabei hatte sich der junge Bischof gerade dazu - trotz massiven Drucks der Nuntiatur - nicht überreden lassen.
Der Standard >>

Ein seltsames Spiel zwischen dem Vatikan und seinen übertreuen Anhängern in der Slowakei
Beides – seine Menschenfreundlichkeit und Begeisterung für das Evangelium sowie seine Distanzierung von seinem Vorgänger wurden Erzbischof Robert Bezak offenbar zum Verhängnis. Es gab - und gibt - Menschen in der Slowakei, die besser wissen, was katholisch heißt; daher haben sie unermüdlich Berichte über Bezák nach Rom geschickt, bis sich „der Heilige Vater traurig über die Situation zeigte und nach langem Überlegen und intensiven Gebet entschied – zum Wohle der Kirche – Eure Exzellenz zu bitten, abzutreten” hieß es in der Formulierung des Apostolischen Nuntius.
Theologisches Forum >>

Donnerstag, 26. Juli 2012

Präfekt Müller erteilt „Pfarrerinitiative“ Absage


Neuer oberster Glaubenshüter Erzbischof Müller warnt Kritiker des Vatikans

Der neue Chef der Glaubenskongregation ermahnt reformorientierte Pfarrer zum Gehorsam: Ein Priester müsse Spannungen aushalten, statt dem Zeitgeist nachzugeben. Doch auch die traditionalistischen Pius-Brüder fordert Erzbischof Müller auf, dem Recht der katholischen Kirche zu folgen.

Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller, der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan, hat die traditionalistische Priesterbruderschaft Pius X. scharf kritisiert - aber auch jene reformorientierten katholischen Pfarrer, die angekündigt haben, dass sie sich beim Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene nicht mehr ans Kirchenrecht halten wollen. Zugleich betonte Müller im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, seine Hauptaufgabe sei es nicht, "Bischöfe und Theologen zu kontrollieren", sondern vom "Positiven des Glaubens" zu reden.

Papst Benedikt XVI. hatte den in Deutschland wegen zahlreicher Konflikte umstrittenen Regensburger Bischof am 2. Juli zum obersten Glaubenshüter der katholischen Kirche ernannt; der 64-jährige Müller hat damit das dritthöchste Amt in der römischen Kurie nach dem Papst und dem Kardinalstaatssekretär inne. Schon bald dürfte Papst Benedikt XVI. ihn zum Kardinal ernennen.

Über die Verhandlungen der Glaubenskongregation mit den Traditionalisten, die eine Reihe von Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen, sagte Müller, wenn die Bruderschaft die Trennung überwinden wolle, müsse sie "akzeptieren, dass das Zweite Vatikanische Konzil verbindlich ist" - die Erklärungen "zum Judentum, zur Religionsfreiheit, zu den Menschenrechten" könne sie "nicht ablehnen, ohne den katholischen Glauben zu beeinträchtigen". Ob das Tischtuch endgültig zerschnitten sei, könne man allerdings erst nach einer offiziellen Antwort der Priesterbruderschaft sehen. Die Darstellung, dass der Papst sich gerne mit der Piusbruderschaft einigen würde, die Glaubenskongregation dies aber verhindere, habe "mit der Wirklichkeit nichts zu tun".

"Mit bloßer Konformität tun wir den Menschen keinen Gefallen"
Den Initiatoren der österreichischen Ungehorsamsinitiative hielt Müller vor, sie förderten "ein Kirchenbild, das davon ausgeht, dass die Menschen sich selber ihre Kirche schaffen, nach eigenem Geschmack und jeweiligem Zeitgeist"; dies sei "mit dem christlichen Glauben nicht zu vereinbaren". Ein Priester müsse die Lehre seiner Kirche kennen und die Spannungen aushalten, die es in der katholischen Kirche gebe, statt dem Zeitgeist nachzugeben. "Mit bloßer Konformität tun wir den Menschen keinen Gefallen", sagte er.

Zugleich schlug der Präfekt der Glaubenskongregation versöhnliche Töne an. In seinem neuen Amt müsse er "zuerst von der Hoffnung reden, die uns erfüllt, vom Positiven des Glaubens, von seiner Bedeutung für das ganze Leben" - erst danach sei es seine Aufgabe, die kirchliche Lehre gegen "falsche Auslegungen und Verkürzungen" zu verteidigen. Die katholische Kirche brauche "unterschiedliche Denkrichtungen"; Freiheit dürfe allerdings in der katholischen Kirche nicht missverstanden werden als die Erlaubnis, "tun zu können, was man will". Freiheit im Glauben sei die Antwort "auf das, was Gott uns in seiner Freiheit vorgibt". Bei der Frage, ob wiederverheiratete Geschiedene künftig zur Kommunion gehen dürften, deutete Müller an, dass er sich hier durchaus Einzellösungen vorstellen könnte.

Den deutschen Theologen warf Müller vor, sie würden sich "zu oft mit zweitrangigen Themen beschäftigen", statt sich der "Auseinandersetzung mit den atheistischen und säkularistischen Lebenskonzeptionen" zu stellen oder den "Herausforderungen in der Medizinethik". Es gebe viele gute Theologen - aber die Fakultäten müssten "mehr in die Offensive".
Süddeutsche Zeitung >>


Präfekt Müller erteilt „Pfarrerinitiative“ Absage
Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, der oberste Glaubenshüter der katholischen Kirche, verurteilt den österreichischen „Aufruf zum Ungehorsam“. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung wirft er der vom niederösterreichischen Pfarrer Helmut Schüller angeführten Initiative vor, dem Zeitgeist nachzugeben.
Religion.orf.at >>

Mittwoch, 25. Juli 2012

Nach Versetzung von Pfarrer Artinger demonstrieren 800 Christen in Passau

Nach Versetzung von Pfarrer
Demo gegen "totale Autorität"
Er soll einer ehemaligen Mitarbeiterin ermöglicht haben, Geld zu unterschlagen - deshalb muss der Pfarrer von Ruhstorf gehen. Die Gemeinde ist von der Entscheidung ihres Bischofs wenig begeistert. Wie groß die Wut gegen Wilhelm Schraml ist, bekommt auch die bistumseigene Brauerei zu spüren.
Weiter in Süddeutsche Zeitung >>


Passau: 800 Christen demonstrieren auf dem Domplatz
Der "Fall Artinger" sorgt erneut für Wirbel: Am Sonntag Vormittag haben sich laut Organisator Christian Lindinger bis zu 800 Menschen in der Passauer Fußgängerzone versammelt. Die "Besorgten Christen Ruhstorf" hatten zur Demonstration gegen den Fall Andreas Artinger geladen. Das Ziel ist: "Längst überfällige Reformen anstoßen und von den Kirchenobersten eine Bereitschaft zum Dialog auf Augenhöhe einfordern."
Ausführlicher Bericht mit Fotos und Video in Passauer Neue Presse >>

Dienstag, 24. Juli 2012

Theologe Niewiadomski für neues kirchliches Hierarchiemodell


Aktuelle Ausgabe der "Theologisch-praktischen Quartalschrift" zieht Bilanz der 50-jährigen Wirkungsgeschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils

Linz, 16.07.2012 (KAP) Für eine neue Bestimmung der Hierarchie in der Kirche hat sich der Innsbrucker Theologe Jozef Niewiadomski stark gemacht. Das Verhältnis von Hierarchie und Volk Gottes sei seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) eine spannungsgeladene Frage, die noch immer einer Klärung bedarf, so der Dogmatiker in der aktuellen Ausgabe der "Theologisch-praktischen Quartalschrift", die sich in dieser Ausgabe ganz dem Konzil widmet.

Niewiadosmki bedauert, dass ein "Zerrbild" dessen, was Hierarchie ist, inzwischen gerade in der Kirche mit Selbstverständlichkeit sondergleichen gepflegt werde: "Das Bild einer seelenlosen, auf Machterhaltung konzentrierten Bürokratie, die dazu noch von Männern am Leben erhalten wird, beflügelt nicht nur die Fantasie jener Autoren aus dem Genre 'Mystery', die immer und immer wieder neu über die 'Geheimnisse des Vatikans' schreiben, sondern auch viele Gläubige."
Weitert auf Kathweb >>


Diözese Eisenstadt vertieft Auseinandersetzung mit Konzil
Eisenstadt, 20.07.2012 (KAP) Die Diözese Eisenstadt möchte im Herbst die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) vertiefen und lädt aus diesem Grund alle Interessierten zu einem entsprechenden "Basiskurs" ein. "Die Zukunft der katholischen Kirche entscheidet sich an der Auslegung und Umsetzung des Konzils", hieß es wörtlich in einer Aussendung der Diözese am Freitag. Deshalb sei es unerlässlich, die Konzilsdokumente und den Streit um den "Geist des Konzils" zu kennen.
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Basiskurs »Das Zweite Vatikanische Konzil« - Programm und Anmeldung >>

Montag, 23. Juli 2012

Linzer Priesterrat fordert Zulassung von Frauen als Diakone


Forderung nach Zulassung von Frauen
Ein Problem, zwei Lösungsansätze: Während sich einige Frauen als Diakoninnen und Priesterinnen vorstellen können, wollen die anderen Pfarren zusammenlegen
Gegen den Priestermangel in der Katholischen Kirche gibt es unterschiedliche Lösungsansätze in Oberösterreich und Wien. Während der Priesterrat der Diözese Linz die Forderung nach Zulassung von Frauen als Diakone und Priester erhebt, wird in der Erzdiözese Wien an Plänen zur Zusammenlegung von Pfarren gearbeitet.
Der Standard >>


Priestermangel verschärft sich weiter - „Die Situation ist bedrängend“
LINZ. Schon jetzt sind 165 von 474 Pfarren in Oberösterreich ohne eigenen Priester vor Ort und die Situation verschärft sich weiter.
„Die Lasten der Seelsorge werden zu großen Teilen von Priestern getragen, die zwischen 70 und 90 Jahre alt sind“, sagt Hans Padinger, Pfarrer in Peuerbach und geschäftsführender Vorsitzender des Priesterrates. „Die Situation ist bedrängend“, sagt Padinger.
OÖ-Nachrichten >>


Die Sicht der Anderen: Was Frauen dürfen - Neumarkter Stammtischgespräche
Neulich im Wirtshaus. Der Stammtisch beim Oxnwirt ist dicht gedrängt, wie jeden Sonntag nach der Messe. Eine der ersten Stellungnahmen: "Gut haben sie es gemacht, die zwei Frauen."
Während der Pfarrer eine Feldmesse zelebriert, übernehmen zwei Damen den Gottesdienst in der Pfarrkirche. Nicht zum ersten Mal, aber beachtet und wegen der sorgfältigen Vorbereitung gelobt von Alt und Jung.
Kommentar in den OÖ-Nachrichten >>

Sonntag, 22. Juli 2012

Aktivismus durchbrechen

Bedenklicher kirchlicher Alltag
verloren im Aktivismus
eine Sitzung nach der andern

Unfähig
tägliche Stille zu leben

Geprägt vom Wahnsinn
die Welt erlösen zu müssen

Du
setzt alles ins richtige Lot
wenn Du das Haus nicht baust
müht sich jede und jeder umsonst

Hole uns heraus aus Hektik
stifte uns an zum
Innehalten
Schweigen
Ausruhen

Jeden Tag neu.

Pierre Stutz, Du hast mir Raum geschaffen. Inspiriert von den Psalmen, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2003, 135.

Freitag, 20. Juli 2012

Ein Kardinal-Fehler


Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg und Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, wurde Anfang Juli 2012 vom Papst zum Präfekten der Glaubenskongregation, und damit zum Glaubenshüter ernannt, wird den dritthöchsten Rang im Vatikan einnehmen. Müller ist ein konservativer Hardliner. Damit will der Papst seinen eigenen Kurs über seinen Tod hinaus sicherstellen, genauso wie er vom konservativen Papst Johannes Paul II. zum Chef der Glaubenskongregation berufen wurde. Für einen eigenen konservativen Nachfolger hat der Papst bereits auch durch die Ernennung vieler antiliberaler Kardinäle vorgesorgt.

Müller hat am 10.11.2011 auf die sanfte, aber vollkommen berechtigte Kritik des Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, am unökumenischen Papstbesuch in Deutschland in äußerst scharfer und unversöhnlicher Form repliziert. Er warf Schneider „unqualifizierte und polemische Äußerungen..., abschätzigen antiliberalen Tonfall“ vor. Das wäre „der Tod der Ökumene“. So würden wir wieder in „die alten Glaubenskämpfe zurückfallen“. Den Fortschritt der Ökumene an der Basis bezeichnete er als „Gerede“, als „konfessionellen Relativismus“. Die Sekularisierung bezeichnete er „als Verursachung zu einem inneren Nihilismus“. „Sektiererische Grüppchen wie ‚Wir sind Kirche‘ können ökumenisch nur schaden und sind als Verbündete zur Schwächung der katholischen Kirche zu meiden.

Müller beschreibt damit sehr treffend sich selbst und straft sich dadurch Lügen. Er macht sich selbst auf diese Weise „lächerlich“, betreibt und bringt „Vergiftung“, „Tod“, „Vorurteil“, „Verrat“, „Polemik“, „Kampf“ und „Gerede“, was er anderen vorwirft.

In Bezug auf dieses Pamphlet Müllers habe ich bereits unmittelbar danach geschrieben: „Auf solche Aussagen hin müsste der Papst Bischof Müller sofort absetzen. Müller aber argumentiert so, weil er um dessen Rückendeckung weiß. Zumindest die Deutsche Bischofskonferenz müsste ihm den Vorsitz in der Ökumene-Kommission entziehen. Auch das wird kaum passieren.“ (Manifest zur Kirchenreform, S. 95) Beides ist nicht passiert. Es kam noch viel schlimmer. Müller wurde vom Papst belohnt und befördert. Bischof William Morris von der großen Diözese Camberra hat er auf bloße Reformvorschläge hin abgesetzt.

Müller wird die bereits aufgezogenen Betonmauern Roms ausbauen und verstärken, zur Freude und im Auftrag der Restaurativen, zum Schrecken der Kirchenreformer und zum großen Schaden für die Kirche. Bei solcher Gesinnung genügt ein deutscher Papst. Da brauchen wir nicht auch noch einen deutschen Präfekten der Glaubenskongregation. Damit bestätigt der Papst wieder einmal seinen europazentrierten Kurs, vernachlässigt die Weltkirche. Insbesondere die Bischöfe und die Kirche in Deutschland will er damit fest im Griff behalten, keineswegs zur Freude aller deutschen Bischöfe.

Müller hat bereits mehrfach die Frauenordination verurteilt, hat nichts für die Laien übrig, vertritt wie der Papst eine einschränkende Amtstheologie, kritisiert die aufgeschlossene Theologie, behauptet die „moralische Integrität“ des Lehramtes. Dabei müsste er selbst genau wissen, dass es weder in Bezug auf die Moral noch in Bezug auf die Wahrheit eine solche Integrität des Lehramtes gibt. Es steht zu befürchten, dass er für weitere Entleerungen des Lehramtes und der Kirche sorgen wird, dass er auf die Kompetenz des Lehramtes der Theologen nicht hören, mit ihnen keinen Dialog führen wird. Er wird bei seinem Monolog und Nekrolog bleiben. Die Wissenschaft wird ihn ignorieren. Müller ist ein Sektierer, kein Glaubenshüter, er wird die Kirche weiter spalten. Er wird sicher zum Kardinal ernannt werden. Damit werden sich die Kardinal-Fehler des Papstes und Müllers mehren.

Em.O.Univ.-Prof. Dr. Anton Kolb Graz, am 11.07.2012

Donnerstag, 19. Juli 2012

Slowakei: Erzbischof ohne Bekanntgabe von Gründen abgesetzt


Der slowakische Erzbischof Róbert Bezák muss "den Hut nehmen"
Slowakei: Vatikan verteidigt Erzbischof-Absetzung

Der abgesetzte Erzbischof von Trnava habe die Schweigepflicht und das "päpstliche Geheimnis" nicht gehalten, sagt der Vertreter des Vatikan in Bratislava.

Die Apostolische Nuntiatur in der Slowakei verteidigt die Absetzung des Erzbischofs von Trnava, Robert Bezak, durch Papst Benedikt XVI. Die diplomatische Vertretung des Vatikan bittet zudem alle Gläubigen, die Entscheidung des Heiligen Vaters "mit Willigkeit und im Geist des Glaubens" anzunehmen. Bezak sei nach "sorgfältiger Prüfung" ersucht worden, "von der pastoralen Verantwortung für Trnava zu resignieren". Weil er dieser Bitte nicht nachgekommen sei, habe der Papst ihn schließlich abgesetzt, erklärte am Dienstag die von Erzbischof Mario Giordano geleitete Nuntiatur in Bratislava. Bezak habe die Schweigepflicht und das "päpstliche Geheimnis" nicht gehalten, wird Giordano von der Nachrichtenagentur laut Kathpress zitiert.

Die gegen Bezak ergriffene Maßnahme sei eine direkte Folge der Visitation der Erzdiözese, die "aufgrund zahlreicher, von Priestern und Gläubigen an den Heiligen Stuhl geäußerter Beschwerden über die pastorale Situation veranlasst worden war". Die Visitation sei von 22. Jänner bis 1. Februar vom tschechischen Diözesanbischof Jan Baxant von Litomerice im Auftrag der römischen Kleruskongregation geleitet worden.

Kundgebungen für den Erzbischof

Der am 2. Juli erfolgten Absetzung des Erzbischofs waren in der Vorwoche Proteste, Gebetsversammlungen und Unterschriftenaktionen gefolgt. Am Dienstagabend sollte auf dem Hauptplatz der Hauptstadt Bratislava ein Solidaritätskonzert mit prominenten Künstlern aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen stattfinden. Mit dem Konzert wollten die Veranstalter den Bürgern die Gelegenheit geben, Robert Bezak zu unterstützen, "der mit seinen Positionen nicht nur Gläubige, sondern auch Atheisten geeint" habe.

Umstrittener Ex-Erzbischof Sokol

Bezak hatte nach seinem Amtsantritt im Jahr 2009 eine gründliche Überprüfung der Finanzgebarung und Kontoführung des umstrittenen früheren Erzbischofs Jan Sokol angeordnet und eine Visitation durch Rom angefordert, die aber nicht zustande kam. Sokol soll mehrere Prozesse angestrengt haben, deren Ausgang jedoch nach wie vor unklar ist. Sokol hat durch die von ihm öffentlich bekundete Wertschätzung für Prälat Jozef Tiso wiederholt Anstoß erregt. Der 1947 hingerichtete Geistliche war Chef des slowakischen Marionettenstaates, dessen Gründung das Ergebnis der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Nazideutschland war. Sokol sah sich zudem mit dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit der früheren kommunistischen Geheimpolizei konfrontiert.
Der frühere slowakische Botschafter in Italien und jetzige christdemokratische Abgeordnete Jozef Miklosko hatte erklärt, die Absetzung Erzbischof Bezaks sei von langer Hand vorbereitet worden und einer Initiative aus den Reihen des hohen Klerus in der Slowakei zu verdanken.
DiePresse.com >>

Der Bischof, der sich Feinde machte

Der slowakische Erzbischof Róbert Bezák wurde vom Papst abgesetzt - In der Slowakei regt sich Widerstand
Bislang hat der Vatikan seine Gründe nicht genannt, und Bezák gilt gerade als einer, der Transparenz, auch in der Finanzgebarung, einforderte.
Bezák selbst hatte, nachdem er vor drei Jahren zum Erzbischof geweiht wurde, begonnen, die frühere Finanzgebarung seiner Diözese unter die Lupe zu nehmen. Er schickte eine Sachverhaltsdarstelllung an den Vatikan. Sein Vorgänger, Erzbischof Ján Sokol, bestritt die Vorwürfe. Sokol gehört zu jener Generation an Bischöfen in Osteuropa, die unerwartet mit den Herausforderungen der Wende konfrontiert waren, unter anderem mit der Restitution. In der Slowakei wurden zahlreiche Immobilien an die Kirche zurückerstattet.
Interessant ist auch, dass der Papst nun gerade den slowakischen Kardinal Jozef Tomko in jene dreiköpfige Kommission berief, die die Vatileaks-Affäre aufklären, also herausfinden soll, wer päpstliche Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Zwischen Sokol und Tomko gibt es jedenfalls eine gute, alte Achse.
Der Standard >>

Slowakei: Protest gegen Erzbischofs-Absetzung hält an

Dem Aufruf zum Boykott der Sonntagsmesse im Dom von Trnava folgten 100 Personen - Episkopatssprecher Kovacik: "Papst ist niemandem Rechenschaft schuldig"
Kathpress >>

Mittwoch, 18. Juli 2012

Bischof mahnt Katholische Aktion

Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz hat die Katholische Aktion (KA) seiner Diözese zur Ordnung gerufen. Er teilte ihr seine Besorgnis zu ihrer „pauschalen Solidaritätserklärung“ mit den Reformgruppen Wir sind Kirche, Laieninitiative und Pfarrerinitiative mit.
ORF OÖ >>

Montag, 16. Juli 2012

Branko Kornfeind als Dechant und Pfarrer enthoben

Neue Pfarre für Branko Kornfeind
WECHSEL AB 1. SEPTEMBER / Branko Kornfeind wird ab September nicht mehr als Pfarrer in Neudorf und Parndorf tätig sein. Auch Valentin Zsifkovits, Pfarrer in Pama, Kittsee und Edelstal, stehen Veränderungen bevor.

Gegenüber der BVZ kommentiert Kornfeind die Entscheidung wie folgt: „Natürlich fällt mir der Abschied nach 19 Jahren in Neudorf und Parndorf nicht leicht. Leider ist die Entscheidungsfindung nicht unbedingt gemeinsam mit der Pfarrgemeinde und den Leuten geschehen.“ Im Vorhinein habe es laut Kornfeind Gespräche mit Bürgern und Bischof Ägidius Zsifkovics gegeben, in denen sich diese für ihn starkgemacht hätten. Dabei sei es Bischof Zsifkovics nicht gelungen, seine Beweggründe für diese Entscheidung an die Leute zu bringen.
Weiter auf bvz >>

Im Zuge dieser Versetzung ist Branko auch als Dechant von Neusiedl a. S. enthoben worden. Branko ist Mitglied der Pfarrerinitiative. Vielleicht ist ja das der eigentliche Grund der Versetzung, auf diese Art einen Dechant aus der Pfarrerinitiative  abzuservieren?

Branko wird seine neuen Pfarren Dürnbach, Schachendorf und Schandorf erst nach einem Sonderurlaub ab 1. Dezember übernehmen. So Gott will.

Anlässlich seines 60. Geburtstags wurde ihm die Ehrenbürgerschaft von Parndorf verliehen.

Im Parndorfer Pfarrblatt Nr 58 bedankt sich Branko Kornfeind für die vielen Wünsche zu seinem Geburtstag. U.a. heißt es:
"Viele Glückwünsche waren, ich möge noch lange in Parndorf Pfarrer bleiben. Gott gebe es. An mir liegt es nicht. Ich hoffe, auch der Bischof wird letztlendlich einsehen, dass es nicht gut wäre, wenn er mich in eine andere Pfarre schickt."


Sonntag, 15. Juli 2012

Was macht die Kirche aus?

Die Freude an Gott, nicht an der Macht –
macht die Kirche aus.
Deswegen glaube ich an die Zukunft der Kirche,
weil es auch unter uns Frauen und Männer gibt,
die ihre Stimme erheben um der Wahrheit willen,
Veränderung fordern um der Gerechtigkeit willen,
sich für das Leben einsetzen
und so gegen den Tod protestieren.

Die Freude an Gott, nicht an der Macht –
macht die Kirche aus.
Deswegen glaube ich an die Zukunft der Kirche,
weil es auch unter uns Frauen und Männer gibt,
die teilen, helfen, heilen,
und damit Hoffnung stiften und zeigen,
dass man mit Vertrauen weiter kommt
als mit Geld und Macht und Vorräten
und einem zweiten Paar Schuhe.

Aus: Roland Breitenbach, Sechs Minuten Predigten, Freiburg, 2002, 4. Auflage, Seite 165f.

Freitag, 13. Juli 2012

Kardinal Meisner und die Beschneidung


 Leserbrief an "martinus" zu Ausgabe Nr. 27 vom 08.Juli 2012
Sehr geehrte Redaktion!

Mit Entsetzen habe ich auf Seite 5 des „martinus“ die scharfe Kritik des Kölner Kardinals Joachim Meisner am Urteil des Kölner Landgerichts gelesen, wonach Beschneidungen von Jungen strafbar sind. Der Kardinal erwartet, dass dieser „Eingriff in die Religionsfreiheit zurückgenommen wird“. Die Beschneidung ist kein Teil dieser Religionen sondern ein religiöses Ritual, welches Religionsführer irgendwann einmal eingeführt haben. Die nicht medizinisch indizierte Beschneidung ist ein Eingriff in die Menschenrechte, sehr häufig mit Krankheiten, Tod, lebenslangen Beschwerden und übermäßiger Verstümmelung verbunden. Dass ein Kardinal dieses bösartige Ritual verteidigt ist unverständlich. Im Mittelalter war die Hexenverbrennung Teil der Religionsfreiheit, ich glaube, Menschen, die die Beschneidung verteidigen sind immer noch im Mittelalter. Ich finde es sehr traurig, dass Sie diese Botschaft in der Kirchenzeitung auch noch weiterverbreiten und damit vielen Menschen suggerieren die Verstümmelung anderer Menschen aus religiösen Gründen wird von der katholischen Kirche auch noch unterstützt.

Ich würde mich freuen, wenn sich die Diözese Eisenstadt von dieser Aussage distanziert.

mit freundlichen grüßen
franz kaiser


Antwort: Ausgabe Nr. 27 vom 8. Juli

S.g. Herr Kaiser,

die Diözese Eisenstadt - und schon gar nicht die Redaktion des "martinus" muss sich von der Aussage eines Deutschen Kardinals distanzieren. Wir sind ein berichterstattendes Medium, die Aussage fand nicht in einem unserer Kommentare (Meinungsartikel) statt.
Ich werde ihren Brief jedoch als Leserbrief abdrucken.

Freundliche Grüße,
Walter Fikisz


Mittwoch, 11. Juli 2012

Theologe Pesch befürchtet "windelweichen Kompromiss“ mit Piusbrüdern


Theologe befürchtet "windelweichen Kompromiss“
Der Theologe Otto Hermann Pesch spricht im Interview über die Politik des Vatikans gegenüber den Pius-Brüdern. Eine Entscheidung über den zukünftigen Kurs steht unmittelbar bevor.
Interview in der Frankfurter Rundschau >>

Theologe Pesch warnt Vatikan vor Konzessionen an Piusbrüder
Papst Benedikt XVI. drohe selbst zum Kirchenspalter und Häretiker zu werden, befürchtet der emeritierte Hamburger Theologe Otto Hermann Pesch.
„Wenn sich der Papst ohne Einschränkung auf die Seite der Pius-Brüder stellt und ihnen die Ablehnung der Lehre zur Religions- und Gewissensfreiheit zugestehen würde, "würde er eine Kirchenspaltung, ein Schisma, fördern und wäre damit selbst schismatisch", so der Theologe Otto Hermann Pesch in einem Interview.
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Presseerklärung der Priesterbruderschaft zur Ernennung von Bischof Müller
Die Kirche hat es immer als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachtet, das ihr von Christus und den Aposteln anvertraute Glaubensgut getreu zu bewahren und gegen Irrtümer zu verteidigen, um es unversehrt an die kommenden Generationen weitergeben zu können. Zu Recht ist darum das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation eines der höchsten Ämter in der Kirche.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland hat daher mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, zu diesem Amt berufen wurde. Die Priesterbruderschaft fragt sich, welche Eignung für dieses Amt ein Mann hat, der in seinen Schriften und öffentlichen Reden mehrfach gegen die katholische Lehre verstoßen hat.
pius.info >>

Dienstag, 10. Juli 2012

Europäisches Laienforum fordert Öffnung von Diensten und Ämtern in der Kirche für Laien


Studienversammlung des Europäischen Laienforums in Wien

„Um der Zukunftsfähigkeit der Kirche willen müssen die im gegenwärtigen Kirchenrecht vorgesehenen Dienste und Ämter weiter sowohl für haupt- als auch ehrenamtlich tätige Männer und Frauen geöffnet werden“, fordert das Europäische Laienforum (ELF) in einem gemeinsamen Text, der auf seiner Studienversammlung in Wien verabschiedet wurde.

Im Rahmen des Europäischen Laienforums trafen sich in Wien vom 29. Juni bis 2. Juli rund 70 Vertreter nationaler Laienkomitees und -räte aus 16 europäischen Ländern. An zwei Studientagen hatten sie sich über ihre Erfahrungen und die Rolle der Laien in Kirche und Gesellschaft vor dem Hintergrund des 50-jährigen Jubiläums des 2. Vatikanischen Konzils ausgetauscht.
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Helmut Krätzl: Berufung und Sendung der Laien nach dem 2. Vatikanum
Ohne sich in geschichtlichen Betrachtungen zu verlieren zuerst ein ganz kurzer Überblick über die sich veränderte Stellung der Laien in der römisch katholischen Kirche.

Vom Verbändekatholizismus zum „gemeinsamen Priestertum“
Im aufkommenden Liberalismus des 19. Jahrhunderts schlossen sich Katholiken zusammen, um Belange der Kirche zu verteidigen und ihre Vorstellungen in der Öffentlichkeit zu vertreten.[1] Unter Pius XI bekam die Katholische Aktion einen besonderen Vorrang. Er definierte sie als „Mitarbeit und Teilhabe der Laien am hierarchischen Apostolat der Kirche.“ [2] Gleichzeitig sollte durch diesen Zusammenschluss die Jugend für den aufkeimenden Nationalsozialismus gestärkt werden.  So war auch in der Nazizeit die KA die einzige lebensfähig Form, ganz nahe der Kirche, rund um den Altar, weil die übrigen Verbände vom Regime aufgelöst waren.

Nach dem Krieg gab es Meinungsverschiedenheiten,  wie weit die früheren Verbände  wieder aufleben sollten oder nicht und in welchem Verhältnis sie  zur Kirchenleitung stehen. Vielfach gab man weiterhin der KA den Vorrang.

Wie vieles so hat sich auch die Stellung der sog. „Laien“ – ich werde später noch zeigen, warum ich “sogenannte Laien“ sage -  in der Kirche durch das Konzil wesentlich verändert. Die Kirche wird ja nicht mehr vornehmlich hierarchisch gesehen, sondern zuerst als Volk Gottes, in dem alle Glieder die gleiche Würde haben. Theologisch hat das die Basis im „gemeinsamen Priestertum“.
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Laien in Diözesanleitungsfunktionen: Thesentext von DBK und ZdKDer von Vertretern der Bischofskonferenz und des Katholiken-Zentralkomitees gebildete "Beirat Priester und Laien" fordert "deutlicheres Herausstellen" und "bessere strukturelle Absicherung" von Leitungsverantwortung in der Kirche, die von Priesterweihe unabhänig ist - Bedauern über vatikanische Nicht-Beantwortung der schon 1975 Rom übergebenen Fragen nach Diakonat der Frau
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Montag, 9. Juli 2012

Gehorsam und andere Verbrechen

Für katholische Bischöfe ist der Begriff des "Ungehorsams" ein Reizwort: Wer ungehorsam ist, handle falsch, unverantwortlich und zerstörerisch - Für eine philosophische und theologische Ethik ist eine solche Gleichsetzung jedoch höchst problematisch

Ich bin vor kurzem aus den USA zurückgekommen. Eine der letzten Zeitungsmeldungen, die ich dort gelesen hatte, betraf den Strafprozess gegen Monsignore William J. Lynn. Lynn war ein enger Berater und Mitarbeiter des im Jänner 2012 verstorbenen Kardinals von Philadelphia, Anthony Bevilacqua. Lynn ist nicht einer jener über 6000 katholischen Priester, die in den USA in den letzten sechzig Jahren sexueller Gewalttaten gegenüber Kindern und Jugendlichen beschuldigt wurden, sondern der erste katholische Geistliche, der vor Gericht stand, weil er seine Verantwortung als kirchlicher Vorgesetzter hinsichtlich priesterlicher Sexualdelikte nicht wahrgenommen hatte. Im Jahre 1994 hatte Lynn eine Liste von 35 in der Erzdiözese Philadelphia tätigen Priestern verfasst, die bereits gerichtlich verurteilt worden waren oder zumindest beschuldigt wurden, Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt zugefügt zu haben. Er legte Bevilacqua diese Liste vor. Doch auf Geheiß des Kardinals ließ er die Liste verschwinden, und die geistlichen Kinderschänder behielten ihre Stellen.

Ende Juni dieses Jahres wurde der 61-jährige Lynn von einem zwölfköpfigen Geschworenengericht schuldiggesprochen, durch sein Verhalten Kinder gefährdet zu haben. Unmittelbar nach dem Urteil legte Lynn seinen Priesterkragen ab und ließ sich von Polizeibeamten in eine Gefängniszelle führen. Ihm droht eine Haftstrafe von dreieinhalb bis sieben Jahren.

Im Gerichtsprozess rechtfertigte sich Monsignore Lynn damit, dass er nur ein willfähriger Untergebener seines kirchlichen Vorgesetzten gewesen sei. Er sagte aus, dass er davon überzeugt gewesen sei, die Anordnungen des Kardinals würden Ausdruck des Willens Gottes sein, dem gehorsam Folge zu leisten sei.

In Spokane im Nordwesten der USA habe ich mich als Gastprofessor an der von Jesuiten geleiteten Gonzaga University ein Jahr lang bemüht, Studierenden die Grundlagen der christlichen Moral zu vermitteln. Ich habe ihnen erklärt, dass es zahlreiche ethische Fragen gibt, die eine reflektierte Güter- und Wertabwägung erfordern, um zu angemessenen sittlichen Urteilen zu gelangen.

Wer Gehorsam als ausschließlich oder vorrangig positiv bewertet, bei Ungehorsam aber nichts als Wut und Ekel verspürt, verkennt die moralische Komplexität der Gehorsamsproblematik und unterbietet das Reflexionsniveau einer zeitgemäßen theologischen Ethik. Sowohl Monsignore Lynns Fall als auch die Erkenntnisse der Sozialpsychologie zeigen eindeutig auf, dass Gehorsam gegenüber dem Befehl einer übergeordneten Autorität nicht nur eine schwere Sünde im theologischen Sinn, sondern auch ein Verbrechen im straf- und menschenrechtlichen Sinn sein kann. Aus ethischer Perspektive sind die Begriffe des Gehorsams und des Ungehorsams instrumental und sittlich neutral. Gehorsam ohne jede weitere Präzisierung ist nicht besser als Ungehorsam. Ungehorsam ist von vornherein nicht schlechter als Gehorsam; in manchen Fällen ist er ein Recht und sogar eine Pflicht.

Reformen sind möglich

Wir wissen heute, dass die klerikale Gehorsamsstruktur und "eine gesellschaftliche Tendenz, den Klerus und andere Autoritäten zu begünstigen" (Papst Benedikt XVI.), Hauptursachen für den sogenannten " Missbrauchsskandal" in der katholischen Kirche darstellen. "Die klerikale Kultur", stellt der ehemalige Benediktinermönch und Psychotherapeut Richard Sipe fest, der 250 Prozesse gegen Kleriker als Sachverständiger begleitet hat, "basiert auf Geheimhaltung ... Die Identifikation mit dem Machtsystem entlastet die Individuen von persönlicher Verantwortung für die Folgen ihrer individuellen Handlungen."

Trotzdem hat Sipe die katholische Kirche nicht abgeschrieben. "Worauf setze ich meine Hoffnung für die Kirche und für uns alle, die wir uns über den Schutz unserer Kinder Sorgen machen?", fragt er sich. Seine Antwort lautet: "Auf Reform. Institutionelle und persönliche Reformen sind möglich."

Die österreichische Pfarrerinitiative, die übrigens auch in US-amerikanischen Medien wiederholt Erwähnung fand, fordert kirchliche Reformen, die heute sogar von manchen Bischöfen für wünschenswert oder zumindest möglich gehalten werden. Als Vincent Nichols kurz nach seinem Amtsantritt 2009 als katholischer Erzbischof von London-Westminster gefragt wurde, ob es in der römisch-katholischen Kirche nicht ebenso wie in ihrer anglikanischen Schwesterkirche über kurz oder lang Priesterinnen und Bischöfinnen geben werde und ob es eines Tages zur Segnung homosexueller Partnerschaften kommen könnte, antwortete Nichols: "Das weiß ich nicht. Wer weiß, was die Zukunft bringen wird?"

Mit einer solch laxen Einstellung könnte der katholische Erzbischof von London in Österreich derzeit nicht einmal Dechant von Gänserndorf werden.
(Kurt Remele, DER STANDARD, 3.7.2012 >>)

Autor
Kurt Remele lehrt Ethik und christliche Gesellschaftslehre an der Uni Graz.

Sonntag, 8. Juli 2012

Handeln im Sinne Jesu

Lass mich dienen
ohne Aufdringlichkeit,
lass mich andern helfen,
ohne sie zu demütigen.

Mach mich mit dem Boden vertraut und allem,
was niedrig ist und unansehnlich,
dass ich mich kümmere,
um was sich niemand kümmert,
und lehre mich warten, zuhören und schweigen.

Mach mich klein und so arm,
dass auch andere mir helfen können.
Schick mich auf den Weg
in diese Welt.


Huub Oosterhuis, in:Werkmappe Jugendgottesdienste,
Hrsg. Kath. Jungschar, Innsbruck 21997, Gebete 35.




Freitag, 6. Juli 2012

Politik unterstützt „ungehorsamen“ Dechant


Ungehorsamer Dechant erhält Unterstützung aus der ÖVP
Die Causa des nicht mehr verlängerten Dechanten Peter Meidlinger zieht größere Kreise. Der Klubobmann der niederösterreichischen ÖVP, Klaus Schneeberger, bittet Kardinal Schönborn in einem Brief, seine Vorgangsweise zu überdenken.

Der wegen seines „Ungehorsams“ nicht verlängerte Dechant Peter Meidinger hat Unterstützung aus der Politik bekommen. Der niederösterreichische VP-Klubobmann Klaus Schneeberger hat sich in einem Brief an Kardinal Christoph Schönborn gewandt, berichteten die lokalen Ausgaben der Tageszeitungen „Heute“ und „Kurier“ am Donnerstag.

Bleibenden Schaden verhindern

„Eminenz, ich ersuche Sie Ihre Vorgangsweise nochmals zu überdenken, um nicht bleibenden Schaden innerhalb der katholischen Kirche zu hinterlassen“, schrieb Schneeberger an den Kardinal. Der ehemalige Piestinger Dechant Meidinger sei ein „hervorragender Priester und Seelsorger“.
Religion.ORF >>


Pfarrerinitiative will weiter „ungehorsam“ bleiben
Zuletzt bekam der Piestinger Dechant auch Rückendeckung von der Initiative „Wir sind Kirche“ unter dem Vorsitz von Hans Peter Hurka. In einer Aussendung übte die Initiative heftige Kritik an der Entscheidung von Kardinal Christoph Schönborn. Und auch die Pfarrerinitiative will dem eingeschlagenen Weg treu bleiben - mehr dazu auf NÖ.orf.at >>.


Donnerstag, 5. Juli 2012

Willst du nicht Dechant werden, dann geh zur Pfarrer-Initiative!

Die Dechantenwahlen stehen im Herbst an. Dazu wird es in der Diözese Eisenstadt ein neues Statut geben, aus dem deutlich hervor geht, dass der Dekanatsrat wirklich nur beratende Funktion hat und der hochwürdigste Herr Diözesanbischof den Dechant bestimmt. Ist das eine weitere Umsetzung der Dissertation des hochw. Herrn Moderators?

Aber ist es überhaupt nötig, die Beratungsfunktion der Laien extra zu betonen? Bereits jetzt wird in vielen Dekanaten des Burgenlandes bereits ein "Dekanatsleiters" vom Bischof ernannt  - weil kaum jemand freiwillig bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen. Angesichts der Überlastung der Pfarrer mit Pfarrverbänden und Seelsorgeräumen müsste der Dechant allzu oft den Krisenmanager spielen. Keine leichte und angenehme Aufgabe, wo es überall an Ressourcen fehlt.

Wie könnte man dem "entkommen"? Laut Bischof Scheuer wurde bei der letzten Bischofskonferenz vereinbart, dass für die Bestätigung der Wahl eines Dechants „die Distanzierung vom Aufruf zum Ungehorsam“ eine Voraussetzung ist.

Laut KURIER stellt Kardinal Schönborn in einem internen Protokoll klar, dass er sich außerstande sieht, jemanden zum Dechanten zu ernennen, der den Aufruf zum Ungehorsam aufrecht erhält. Weiters untersagte der Kardinal Reisetätigkeiten, wenn Priester mit dem Aufruf zum Ungehorsam unterwegs sind.

Daraus könnte man den Schluss ziehen: Willst du nicht Dechant oder Dekantsleiter werden, dann werde Mitglied der Pfarrer-Initiative! Sie ist langsam aber stetig im Wachsen!


Pfarrer kritisieren Schönborn
Für Dekan Bernhard Kranebitter von der Pfarrerinitiative ist die Vorgangsweise des Wiener Erzbischofs ein Armutszeugnis. Amtsenthebungen sind in der Diözese Innsbruck kein Thema.
Weiter in der Tiroler Tageszeitung >>


Kommentare zur Stellungnahme von Mag. Peter Meidinger bezüglich seiner Entscheidung, für das Amt als Dechant nicht mehr zur Verfügung zu stehen und Mitglied der Pfarrer-Initiative zu bleiben auf Thema Kirche >>

Schönborn warnt vor Kirchenspaltung
Dem KURIER wurde ein Papier des Priesterrates zugespielt. Darin warnt Kardinal Schönborn vor einer Kirchenspaltung - er setzt die Reformer unter Druck.
Weiter im KURIER >>

Mittwoch, 4. Juli 2012

Personalwechsel im Vatikan: Bischof Müller geht nach Rom

Seit fast zehn Jahren ist Gerhard Ludwig Müller Bischof in Regensburg - nun beruft der Papst den 64-Jährigen als Präfekt der Glaubenskongregation in das dritthöchste Amt der römischen Kurie, dem Think Tank der katholischen Kirche. Müller, der immer wieder Kritik auf sich zieht, wird dem bisherigen Amtsinhaber, dem US-Amerikaner William Levada, nachfolgen.
So ist er, könnte man sagen. Alle anderen müssen stehen, er sitzt; Gerhard Ludwig Müller muss wieder einmal zeigen, dass er etwas Besonderes ist, als Bischof von Regensburg. Doch es ist schlicht eine Knieoperation, die den 64-jährigen mächtigen Zwei-Meter-Mann zum Sitzen zwingt, und überhaupt tritt Müller an diesem Tag nicht als strenger Herr des Bistums auf; er ist leutselig, entspannt, ein Volksbischof, hier im Kreise derer, die ihn verehren, zumindest nicht mehr zu kritisieren wagen.
Weiterlesen in der Süddeutschen >>

In seinem Bistum ist er insbesondere wegen einer umfassenden Umgestaltung der katholischen Laienräte scharf kritisiert worden.

Umstrittener Bischof wird Chef der Glaubenskongregation
Spekulationen gab es seit langem, nun ist es offiziell: Der umstrittene Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wird eines der höchsten Ämter in der katholischen Kirche übernehmen. Papst Benedikt XVI. ernannte den 64-Jährigen zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation.
Spiegel Online >>

Der neue Großinquisitor
Papst setzt mit Bischof Müller einen Hardliner an die Spitze der Glaubenskongregation
News >>

Bischof Müller – Ein streitlustiger Katholik in Rom
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ist bislang noch keinem Konflikt aus dem Weg gegangen. Seine zahlreichen Gegner halten ihn wahlweise für erzkonservativ oder viel zu liberal.
Welt Online >>

Gerhard Ludwig Müller - Im roten Gewand
Papst Benedikt XVI. beruft Bischof Gerhard Ludwig Müller zum obersten Glaubenshüter im Vatikan. Der Karrieresprung befördert den früheren Professor auf Platz drei der katholischen Kirche – hinter Papst und Kardinalstaatssekretär.
Frankfurter Rundschau >>

Stimmen zu Müllers Ernennung äußerst unterschiedlich
Nach dem Bekanntwerden der Ernennung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation im Vatikan könnten die Reaktionen nicht unterschiedlicher sein. Während es vom Freiburger Erzbischof Zollitsch Lob für die theologischen Leistungen Müllers gibt, spricht der Theologe Hans Küng von einer „Katastrophalen Fehlbesetzung“.
Religion.ORF >>

Aus dem Blog-Archiv:
31. Mai 2012
Bischof Müller bezeichnet Reformgruppen als "parasitäre" Existenzen

29. Februar 201
Regensburger Bischof wettert gegen österreichische Pfarrer

Dienstag, 3. Juli 2012

Priester nehmen Sonderurlaub oder geben ihr Amt auf

Bei unseren Priestern nehmen Sonderurlaube und Krankenstände auffällig zu. Verbergen sich dahinter auch Konlikte mit der Kirchenleitung, wie das im Bistum Münster der Fall ist?

Sechs Priester geben auf: Aufregung im Bistum Münster

Kirchentreue Katholiken und Seelsorger im Bistum Münster sind aufgeschreckt. Wie im Mai 2012 bekannt wurde, haben innerhalb von wenigen Wochen sechs Geistliche ihren Priesterberuf aufgegeben. Die Personalien sorgen für Diskussion, denn auch der frühere Leiter der Priesterausbildung und zwei Hochschulprofessoren sind darunter.

Das Bistum Münster spricht von einem Zufall. Kritische Gläubige und Theologen deuten den Weggang dagegen als Zeichen für die Konfliktlage innerhalb der katholischen Kirche. "Das macht uns natürlich nachdenklich", sagt der bischöfliche Personalleiter Hans-Bernd Köppen.

Konflikte mit der Bistumsleitung
Einer der sechs scheidenden Seelsorger öffnet sich jetzt aber doch – allerdings nur unter einem Pseudonym. Ben Lonsing war jahrelang Gemeindepfarrer in der Diözese Münster. Zuletzt leitete er eine fusionierte Pfarrgemeinde, aus der jetzt eine Großpfarrei mit 20.000 Gläubigen entsteht. In der Auseinandersetzung darüber, wie diese künftig gestaltet werden soll, kam es zum Konflikt mit der Bistumsleitung. Gegen die bischöflichen Strukturpläne habe er mit seiner Idee, weg von der Großpfarrei hin zu nachbarschaftlich orientierten Basisgruppen keine Chance gehabt, sagt Lonsing. "Man hat Beschlüsse vorgesetzt und so getan, als könnten die Menschen noch mitreden. Das waren Gespräche, wo vorher schon alles festgelegt war", kritisiert der Seelsorger. Die Tragweite ihrer Strukturpläne und Beschlüsse seien der Bistumsleitung nicht wirklich klar, befürchtet Lonsing. "Weil der Bischof an seinem Schreibtisch sitzt und nicht unter die Leute geht. Denn dann würde er sehen, es brennt, es brennt an allen Ecken."

Seelsorger geraten in die Zerreißprobe
Norbert Arntz aus Kleve ist Gemeindepfarrer aus Kleve im Ruhestand. Er beobachtet mit Sorge, dass nicht nur engagierte Gläubige, sondern auch viele seiner Amtskollegen resignieren, weil sie die an Priesterzahlen und kirchlichen Finanzen ausgerichtete Umgestaltung der Seelsorge nicht mit den eigenen seelsorglichen Ansprüchen vereinbaren können und in die Zerreißprobe geraten. Durch die bischöflichen Beschlüsse "über die Köpfe hinweg" werde viel Frust und Enttäuschung wach gerufen, stellt Arntz fest. Geistliche, die sich dagegen wehrten, bekämen zu hören, dass sie dem Bischof gehorsam zu sein haben. "Und dann wird mit Druck gearbeitet und Angst bei den Kollegen erzeugt." Daher sieht Norbert Arntz in der Amtsaufgabe der sechs Priester keinen Zufall. "Ich halte es für ein Zeichen wachsender Konflikte in der Kirche, weil manche Kollegen offenbar keinen anderen Ausweg sehen, als aus dem Amt zu scheiden."
Gläubige haben andere Fragen

Dass das Bistum Münster auf einen Schlag so viel geistliches Potential verliert, sei herber Verlust, sagt Thomas Schüller, Professor für katholische Theologie an der Universität Münster. Auch er sieht darin ein Signal an die Kirchenführung. Gläubige und Geistliche erlebten derzeit, dass es in der Kirche konservativer und restaurativer werde. Während die Kirchenführung sich mit Themen wie Piusbrüder oder altem Ritus befasse und einen neuen Klerikalismus pflege, spürten so manche Priester an der Basis, dass die Gläubigen ganz andere Fragen haben. Und da gebe es Geistliche, die das System nicht mehr mittragen wollten, sagt Schüller.

"... eine organisierte Gesprächsunfähigkeit"
Auch die Bistumsleitung sieht große Spannungen. Für Hans-Bernd Köppen sind sie in erster Linie Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Veränderungen. "Die großen Übereinkünfte sind heute schwieriger, das zeigt sich eben auch bei uns." Konservative und fortschrittliche Strömungen in der Kirche zusammenzubringen, werde zunehmend komplizierter, stellt Köppen fest. Vorwürfe mangelnder Gesprächsbereitschaft im Hinblick auf schwierige Pfarrfusionen und unterschiedliche Ansichten über Seelsorge weist der bischöfliche Personalchef zurück. "Wenn einzelne nur ihre eigene Position als richtig ansehen, ist ein Dialog schwierig", sagt Köppen.

Ben Lonsing und Pfarrer Norbert Arntz kritisieren dagegen, die Kommunikation sei einseitig von der Kirchenleitung vorgegeben, die Konflikte hausgemacht. Die Mitverantwortung der Gläubigen für die Kirche – wie es das 2. Vatikanische Konzil vorsieht – werde von der Kirchenführung zu wenig berücksichtigt und der Umgang mit engagierten Laien sei wenig partnerschaftlich, kritisiert Arntz, "Daher gibt es eine organisierte Gesprächsunfähigkeit." Die Ursachen dafür sieht der Pfarrer in der theolgischen Grundeinstellung vieler Kirchenführer. Dass diese ihre Haltung zum zweiten Vatikanum nicht überprüften, sei eine der Hauptursachen für die gegenwärtige Konfliktlage der Katholischen Kirche.

Quelle: WDR-Diesseits von Eden vom 24.6.2012


Als Audio-Podcast auf WDR-Diesseits von Eden - die Sendung vom 24.6.2012 anklicken

Sehr merkwürdig liest sich folgender Artikel über Pfarrneubesetzungen bzw. über die Bildung eines "Pastoralen Raumes" im Bistum Paderborn:
Vorabendmesse entfällt
Beitrag der WAZ >>

Wichtige Inforamtionen für alle Pfarreien des Pastoralverbundes Lünen-Mitte-Brambauer
Bei der Informationsveranstaltung für die Gremien des Pastoralverbundes hat der Herr Dechant die Verfügungen des Erzbischöflichen Generalvikariates zum Zusammenschluss der beiden Pastoralverbünde Lünen-Südost und Lünen-Mitte-Brambauer zum Pastoralen Raum Lünen bekannt gegeben.
Künftig sollen alle 7 Pfarreien im „Paderborner Teil“ Lünens eine Seelsorge-Einheit bilden.
Der neue pastorale Anfang soll auch in neuer personeller Besetzung geschehen, d.h. alle bisher tätigen vier Priester werden versetzt.
Katholische Kirche im Bereich Lünen-Mitte >>

Aufsteiger der Woche

Neuer Domprobst Mag. Hubert A. WIEDER
Mag. Hubert A. WIEDER wird zum Kanoniker und Dompropst des Kathedralkapitels zum hl. Martin ernannt und folgt Kan. Prälat Kons.Rat Mag. Dr. Hans TRINKO nach, der in den dauernden Ruhestand tritt.


Neuer Sekretariatsleiter Mag. Dr. Dominik ORIESCHNIG
Mit 1. Juli 2012 tritt Mag. Dr. Dominik ORIESCHNIG in die Fußstapfen von Lic. Dr. Petar IVANDIĆ und wird neuer Leiter des Bischöflichen Sekretariates und persönlicher Referent des hochwst. Herrn Diözesanbischofs. Nach Baukurator und Diözesankonservator Dipl.-Ing. arch. Markus Zechner zieht somit ein weiterer Steirer in den neuen Bischofspalast ein.

Der aus Leoben stammende Dominik Orieschnig erregte bereits als Wiener Sängerknabe in solistischen Aufgaben Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aus dem Sängerknaben, der Amerika und Japan bereiste, wurde inzwischen ein anerkannter Experte, Ökonom und Herausgeber mehrerer Bücher (unter anderem auch über den Orden der Redemptoristen in Leoben und ihr Schicksal).
Seine Dissertation mit dem Titel „Das religiöse Element in der Realverfassung Europas und die zivilisatorische Höhe der europäischen Rechtsordnung“ wurde 2009 mit dem Kardinal-Innitzer-Förderungspreis für besondere wissenschaftliche Leistungen prämiert. Der im Spannungsfeld von Recht, Religion und Evolution stehende Grundlagendiskurs untersucht die Qualität des aktuellen Europarechts in Hinblick auf das Faktum des Religiösen und thematisiert unter anderem die drohende Gefahr eines Selbstverständnisses der EU.
Orieschnig hat sich als „Akademischer Europarechtsexperte“ der Johannes-Kepler- Universität in Linz, als Absolvent der diplomatischen Akademie Wien, sowie mit einem mit, „Summa cum laude“ absolvierten Doktoratsstudium an der Karl-Franzens-Universität in die internationalen Dimensionen von Recht und Gesellschaft vertieft. Er hat diese in zahlreichen Einzelpublikationen und Vorträgen zum Thema gemacht.
Orieschnig ist nicht nur Herausgeber mehrer Bücher sondern auch Ordensökonom und Rechtsberater für die österreichische Redemptoristen-Kongregation und als solcher mit den Agenden eines Verwaltungsdirektors betraut. Zudem ist Orieschnig miteingebunden in die Organisation internationaler Kongresse der Oberen des Ordens und Mitherausgeber der Ordenszeitschrift der Redemptoristen.
Auch im Generalsekretariaat der Österreichischen Biscihofskonferenz ist Orieschnig für das Rechtsreferat zuständig.

Quellen:
Stadtmagazin Leoben, Feber 2010
Erzdiözese Wien

Wiener Provinz der Redemptoristen

Montag, 2. Juli 2012

Laieninitiative: Offener Brief an Kardinal Dr. Christoph Schönborn

Sehr geehrter Herr Kardinal,

Sie haben einen Dechanten, der zwanzig Jahre seinen Dienst versah, zu nötigen versucht, aus der Pfarrer-Initiative auszutreten, wenn er weiterhin Dechant bleiben wollte. Er wollte nicht. Damit bewies er aufrechten Gang und Überzeugungskraft gegen den Versuch, ihn autoritär unter Druck zu setzen.

Wir wissen alle, dass Rom auch Sie unter Druck setzt. Sollten da nicht auch Sie mit aufrechtem Gang auftreten und mit Überzeugungskraft Pressionen widerstehen, die Ihnen die Besten Ihrer Priester nehmen wollen?

Wir wissen auch und schätzen es, dass Sie noch eine gewisse Zurückhaltung üben, Vorzensur und Redeverbote vermeiden, mit denen Rom glaubt, den inzwischen internationalen Protest der Priester niederzuhalten. Aber so beginnen alle autoritären Systeme: Verweigerung des Dialogs, wer nicht linientreu ist, wird am Aufstieg gehindert, Zensur wird eingeführt, Redeverbote werden erteilt. Als Karl Rahner seine berühmte Rede „Löscht den Geist nicht aus“ beim Katholikentag 1962 hielt, warnte er die Kirche vor „parteiförmigem“ Verhalten. Die Antwort Roms war ein Publikationsverbot.

Wir alle kennen den Inhalt des „Aufrufs zum Ungehorsam“. Es handelt sich um Abweichungen vom geltenden Kirchenrecht, die die Bischöfe seit Jahren kennen und dulden. Die Pfarrer-Initiative bringt nichts Neues, sondern beendet die seit Jahren herrschende Heuchelei, die die Glaubwürdigkeit der Kirche schwer beeinträchtigt. Keiner der Pfarrer hat Ihnen die Loyalität aufgekündigt, ihr Ungehorsam bezieht sich nur auf Regeln, die dem Evangelium ebenso widersprechen wie den Menschenrechten.

Herr Kardinal! Sie übertreten gerade eine Schwelle, hinter der die Macht der Institution die Würde der Menschen überrollt. Wenn Sie weitergehen, vertreiben Sie ihre besten Mitarbeiter, lösen Sie eine neue Welle von Kirchenaustritten aus, leiten Sie jene Spaltung der Kirche ein, die sie den anderen vorwerfen. Mit dem Glauben an das Evangelium, dem Sie verpflichtet sind, hat das nichts mehr zu tun.

Treiben Sie die Kirche in Österreich nicht in ein repressives System. Die Geschichte lehrt, dass damit nichts zu gewinnen ist, aber viele Opfer auf der Strecke bleiben. Noch ist Zeit zur Umkehr. Der Kardinal von Wien hat nichts zu befürchten. Dienen Sie der Einheit der Kirche, um die Sie sich sorgen, und Sie werden viele Verbündete haben, unter den Katholiken und Katholikinnen, unter den Priestern und Ordensleuten, sogar unter den Bischöfen.

Dr. Peter Pawlowsky
derzeit Leiter der „Laieninitiative“

Sonntag, 1. Juli 2012

Begegnung mit Jesus

Wenn ich dir begegne, Jesus,
verwandelt sich meine Dunkelheit
in Licht,
meine Zaghaftigkeit
in Mut
und meine Angst
in Zuversicht.

Durch dich finde ich
zu meiner Mitte,
aus der heraus ich
leben
und lieben kann.

Christa Spilling-Nöker, in:Werkmappe Jugendgottesdienste,
Hrsg. Kath. Jungschar, Innsbruck 21997, zum Nachdenken 108.