Donnerstag, 30. Juni 2011

Nach welchen Spielregeln erfolgt Wahl des Priesterrates?

Es ist eigenartig, dass mit Ende des Arbeitsjahres der Priesterrat gewählt wird, nachdem ein Jahr lang nichts geschehen ist. Listen mit allen Kandidaten wurden bereits zum Ankreuzen verschickt.
Für Verwunderung sorgt eine neue Einteilung der Priester in verschiedene Kategorien.
Über Wahlordnung oder Wahlkommission herrscht das diözesanübliche Schweigen.

Ungehorsame Pfarrer: Keine Angst vor Konsequenzen

Die Pfarrer-Initiative bleibt auch nach den ersten Reaktionen der Amtskirche bei ihren Forderungen. Konsequenzen sind zwar kirchenrechtlich möglich, machen den Priestern aber keine Angst.
Der „Aufruf zum Ungehorsam“ der österreichischen Pfarrer-Initiative kann laut Kirchenrecht tiefgreifende Konsequenzen nach sich ziehen, über die der jeweilig zuständige Diözesanbischof entscheidet. Das erklärte der Leiter des Erzbischöflichen Diözesangerichts von Wien, Ernst Pucher, im Interview mit religion.ORF.at.

Mögliche Konsequenzen
Das Spektrum der möglichen Konsequenzen reiche von „einem einfachen Gespräch, in dem der betroffene Priester auf seine Fehler hingewiesen wird“ bis hin zur „Abberufung aus gewissen Ämtern“, so Pucher. „Eine erste Reaktion ist ja mit der öffentlichen Aussage von Bischof Kapellari bereits da, ob es weitere geben wird, kann ich nicht sagen.“

Unterschied zwischen Worten und Taten
Allerdings sei es ein deutlicher Unterschied, betont Pucher, ob die Pfarrer-Initiative ihren Aufruf bei Worten belassen oder ihm auch Taten folgen lassen würde. In seiner Allgemeinheit nehme das Dokument jedenfalls zu wenig Rücksicht auf Einzelfälle, in denen einige der Forderungen durchaus vertretbar seien.  "Auf jeden Fall liegt die Entscheidung über Konsequenzen aber beim zuständigen Bischof, der eine angemessene Reaktion finden soll." Richard Potz vom Institut für Rechtsphilosophie und Kirchenrecht der Universität Wien meint auf Anfrage von religion.ORF.at nur ergänzend: "Theoretisch kann sicher mehr passieren, als praktisch passieren wird."

"Nur ein Chef: Gott“
Die Pfarrer-Initiative scheint sich darauf zu verlassen. Ungeachtet der scharfen Reaktion der Amtskirche bestehen sie darauf, bei ihren Forderungen bleiben zu wollen. „Kardinal Schönborn hat bei seiner Predigt anlässlich der Priesterweihe in Wien hauptsächlich vom Gehorsam dem Bischof und dem Papst gegenüber gesprochen und wieder einmal das Bild von der Firma gebracht“, sagt Udo Fischer, Vorstandsmitglied der Pfarrer-Initiative, im religion.ORF.at-Interview. „Da müssen wir schon deutlich sagen: Wenn man schon im Bezug auf die Kirche von einer Firma spricht, dann kann es nur einen Chef geben, und das ist Gott.“

Klares Bekenntnis der Bischöfe?
Die Pfarrer erwarten dementsprechend „ein klares Bekenntnis der österreichischen Bischöfe zu diesen Reformanliegen gegenüber der römischen Kirchenleitung“, sagt der Obmann der Initiative, Helmut Schüller. Dass diese Forderung zu unrealistisch sei, glaubt Schüller nicht: „Solche Reformen, die lange zurückgestaut werden, können oft relativ rasch gehen. Manchmal sind Dinge, die aussichtslos erscheinen, plötzlich möglich. Ich wage keine Prognose, aber dass die Dinge in den Augen vieler Menschen überreif sind, ist kein Thema."

Synode gefordert
Fischer hat sogar eine konkrete Vorstellung, wie ein erster Schritt in diese Richtung aussehen könnte: „Ich würde mir die Einberufung einer Synode, einer Kirchenversammlung wünschen. Das hat es in Österreich zum letzten Mal vor 40 Jahren gegeben und leider sind damals schon die gleichen Themen besprochen worden – nur wurden sie nie bearbeitet“, so Fischer. Trotz aller Kritik möchte man dezidiert mit den Bischöfen zusammenarbeiten: „Es bedarf eines gemeinsamen Weges des Kirchenvolks mit der Hierarchie – und das wäre am besten durch eine Synode möglich.“
religion.ORF.at >>

ORF-TV-Thek:
  • Kirchlicher Aufruf zum Ungehorsam (02:45)
    Die Pfarrer-Initiative, ein Zusammenschluss römisch-kritischer Geistlicher rund um den ehemaligen Wiener Generalvikar Helmut Schüller, ruft dazu auf, sich Anweisungen aus dem Vatikan wegen der Verweigerung einer Kirchenreform und der Untätigkeit der Bischöfe aktiv zu widersetzen.

Beitrag in der Presse:
Auch Laien stellen sich gegen Rom
Jene Priester, die zu Ungehorsam aufgerufen haben, werden von den Reformbewegungen "Laieninitiative" und "Wir sind Kirche" unterstützt. Pfarrer- und Laieninitiativen wollen innerkirchliche Reformen forcieren.

Plattform Wir sind Kirche:
„Wir sind Kirche“ unterstützt Pfarrer-Initiative

Mittwoch, 29. Juni 2011

Religionslehrerin kritisiert Klerus: Strafe droht

Aufregung in der Erzdiözese Salzburg: In einem Evangeliums-Kommentar für das diözesan-eigene "Rupertusblatt" hatte eine Religionslehrerin der Kirche vorgeworfen, dass dieser das Gesetz wichtiger sei als der Mensch. Erzbischof Alois Kothgasser  reagierte sofort und maßregelte die Pädagogin für diesen "Missbrauch eines Evangelienkommentars für einen kirchenpolitischen Diskurs". Über weitere Konsequenzen für die Frau werde beraten.

Die Religionslehrerin hatte  in einem Kommentar für das "Rupertusblatt" zum Sonntagsevangelium an Franz Jägerstätter erinnert. Dieser hatte im Zweiten Weltkrieg den Wehrdienst verweigert und war dafür hingerichtet worden. "Damals wie heute hat es oft massive Konsequenzen, dem Auftrag Jesu zu folgen. Wie oft getrauen wir uns aus Angst nicht, diese Botschaft Jesu voll und ganz zu leben? Auch die Kirche ist davon nicht ausgenommen", schrieb sie. Und weiter: "Wer die Gesetze der Kirche mehr liebt als den Auftrag Jesu, ist seiner nicht würdig. Viele persönliche Verletzungen passieren leider auch in der Kirche, weil uns das Gesetz wichtiger ist als der Mensch (Rolle der Frau, Wiederverheiratete- Geschiedene, Zölibat, ...)."

Mehr auf krone.at >>

Siehe in diesem Zusammenhang einen Beitrag von Friedrich Griess:
Wem haben Katholiken Gehorsam zu leisten?

Personelle Verfügungen 2011 in der Diözese

Personalnachrichten
29. Juni 2011
Diözese Eisenstadt

I.
Heilige Weihen

Herr hochwst. Herr Diözesanbischof Dr. Ägidius J. Zsifkovics hat am 29. Juni 2011 in der Dom- und Stadtpfarrkirche zum hl. Martin in Eisenstadt zu Diakonen der Diözese Eisenstadt geweiht die Alumnen des Bischöflichen Priesterseminars

Herrn Mag. Thorsten Carich, zuletzt Pastoralpraktikant in der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt, geb. am 1. Feber 1980 in Eisenstadt, Taufpfarre Oslip, Heimatpfarre Trausdorf a. d. W., und

Herrn MMag. Dr. Matthias Platzer, zuletzt Pastoralpraktikant in den Pfarren Mogersdorf und Maria Bild a. W., geb.am 9. Juli 1977 in Neunkirchen, Heimatpfarre Kranichberg, Erzdiözese Wien.

II.
Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat am heutigen Hochfest der hll. Apostelfürsten Petrus und Paulus folgende personelle Verfügungen getroffen:

Änderungen mit 30. Juni bzw. 1. Juli 2011

Kan. Kons.Rat Mag. Martin KORPITSCH
Enthebung als Geistlicher Assistent der Caritas der Diözese
*****

Günther KROISS (Ernannter Pfarrmoderator der Stadtpfarre Mattersburg und der Pfarre Walbersdorf)
Ernennung zum Geistlichen Assistenten der Caritas

Änderung mit 5. Juli 2011

Lèon VARIAMANANA (Priester der Diözese Toamasina, Madagaskar)
Enthebung als Aushilfspriester in Rust, Oggau a. N. und Mörbisch a. S. im Hinblick auf sein Ausscheiden aus der Diözese

Änderungen mit 31. August bzw. 1. September 2011

Geistl.Rat Erwin SCHÜGERL
Enthebung als Stadtpfarrer der Stadtpfarre Mattersburg und der Pfarre Walbersdorf nach erfolgter Annahme seines Rücktrittsgesuches
Versetzung in den dauernden Ruhestand
*****

Günther KROISS
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Rechnitz, Markt Neuhodis, Weiden b. R., Dürnbach, Schachendorf und Schandorf (und als Jugendpfarrer für die Region Oberwart)

Ernennung zum Pfarrmoderator der Stadtpfarre Mattersburg und der Pfarre Walbersdorf
*****

Zdravko GAŠPARIĆ
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren St. Michael i. B. und Deutsch Tschantschendorf

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Rechnitz, Markt Neuhodis, Weiden b. R., die er solidarisch mit Hochw. Mag. Andrzej Dubiel betreut, wobei Hochw. Zdravko Gašparić die Oberleitung inne hat.
*****

Mag. Josip TOLIĆ
Enthebung als Pfarrvikar und Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Dürnbach, Schachendorf und Schandorf
*****

Mag. Dr. Nikolas O. ABAZIE (Dechant und Pfarrer in Draßmarkt und Oberrabnitz)
Enthebung als Pfarrprovisor der Pfarre Lockenhaus
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Mag. Clarence Maria Angelo RAJASEELAN
Enthebung als Aushilfspriester in der Pfarre Lockenhaus

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren St. Michael i. B. und Deutsch Tschantschendorf
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Ehrenkons.Rat Mag. Johannes PRATL
Enthebung als Aushilfspriester in den Pfarren Wolfau und Kitzladen sowie in der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt

Ernennung zum Pfarrer der Pfarre Lockenhaus
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Ehrenkons.Rat P. Mag. Alfons JESTL CssR
Im Hinblick auf sein Ausscheiden aus der Diözese Eisenstadt Enthebung als Dechant des Dekanates Pinkafeld, als Pfarrmoderator der Pfarren Mariasdorf und Bernstein sowie als Pfarrprovisor der Pfarren Wolfau und Kitzladen
*****

Mag. Dr. Johannes FLEISCHACKER (Pfarrer i. R., Graz)
Enthebung von der Mithilfe in den Pfarren Wolfau und Kitzladen
*****

Mag. Clement O. UZOEZIE (Pfarrer in Kemeten)
Enthebung von der Mithilfe in den Pfarren Wolfau und Kitzladen
*****

Dipl. Päd. Rita KOLLER
Enthebung als Pfarrassistentin der Pfarre Wolfau
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Geistl.Rat Johannes MÜLLER (Ständiger Diakon, Oberwart)
Enthebung als Pfarrassistent der Pfarre Kitzladen
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Mag. Johann SCHUSTER (Bisher Pfarrer i. R., Pinkafeld)
Ernennung zum Pfarrer der Pfarren Wolfau und Kitzladen
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Ehrenkons.Rat Johann LIEDL
Enthebung als Pfarrer der Pfarre Grafenschachen nach Annahme seines Rücktrittsgesuches,
Versetzung in den dauernden Ruhestand

Ernennung zum Dekanatsleiter des Dekanates Pinkafeld und Betrauung mit der Mithilfe in der Stadtpfarre Pinkafeld; in der Lokalseelsorgestelle Sinnersdorf und in der Pfarre Grafenschachen
*****

Günter M. SCHWEIFER (Pfarrmoderator in Pinkafeld)
In Anlehnung an den vorgesehenen Seelsorgeraum Ernennung auch zum Pfarrmoderator der Pfarre Grafenschachen
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Kons.Rat Mathias REINER (Diözesandirektor von Mission Burgenland)
Enthebung vom Amt des Pfarrers der Pfarre Wiesen nach erfolgter Annahme seines erfolgten Rücktrittsgesuches, Verbleib als Pfarrer der Pfarre Sigleß
*****

Kan. MMag. Michael WÜGER (Direktor des Pastoralamtes und Generalassistent der Katholischen Aktion)
Unter Beibehaltung seiner Aufgaben auf diözesaner Ebene Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Mogersdorf und Maria Bild a. W.

Ernennung zum Pfarrer der Pfarre Wiesen
*****

Mag. Anton POLLANZ
Enthebung als Kaplan der Stadtpfarre Pinkafeld und von der Mitarbeit in der Seelsorgestelle Sinnersdorf

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Mogersdorf und Maria Bild a. W.
*****

Prälat Kons.Rat Johann HAIDER
Nach erfolgter Annahme seines Rücktrittsgesuches Enthebung als Pfarrer der Großhöflein
Versetzung in den dauernden Ruhestand
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Geistl.Rat Mag. Valentin ZSIFKOVITS (Dechant und Pfarrer in Hornstein)
Enthebung als Pfarrprovisor der Pfarre Müllendorf
*****

Geistl.Rat Mag. Dr. Fabian N. MMAGU
Unter Beibehaltung seiner Aufgaben auf diözesaner und überdiözesaner Ebene
Enthebung als Dechant des Dekanates Rechnitz
Enthebung als Pfarrer der Pfarren Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T.

Ernennung zum Pfarrer der Pfarren Großhöflein und Müllendorf
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Mag. Lic. Damian PRUS (Pfarrmoderator in Mischendorf, Kirchfidisch und Hannersdorf)
Ernennung zum Dekanatsleiter des Dekanates Rechnitz
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Sebastian EDAKAROTTU
Enthebung von der Mithilfe in den der Stadtpfarre Eisenstadt-Kleinhöflein und Propstei- und Stadtpfarre Eisenstadt-Oberberg

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T.
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P. Dr. Mathew Thomas Thazhathukunnel MSFS
Im Hinblick auf sein Ausscheiden aus der Diözese Eisenstadt
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Unterrabnitz, Piringsdorf, Pilgersdorf und Kogl
*****

Mag. Lic. Jacek Jachowicz
Enthebung als Kaplan der Pfarren Mischendorf, Kirchfidisch und Hannersdorf

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Unterrabnitz, Piringsdorf, Pilgersdorf und Kogl, die er gemeinsam mit P. Salu Mathew MSFS solidarisch leitet, wobei dieser wie bisher die Oberleitung inne hat
*****

Basil Ikechukwu OBIEKII
Enthebung als Kaplan der Pfarren Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T.

Ernennung zum Kaplan der Pfarren Mischendorf, Kirchfidisch und Hannersdorf
*****

Ehrenkons.Rat Josip SABOLEK (Pfarrer in Unterpullendorf)
In Entsprechung seines Wunsches Enthebung als Dechant des Dekanates Großwarasdorf
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P. Stefan VUKITS OMV (Bischofsvikar, Delegat, Leiter der Kroatischen Sektion, Superior und Pfarrvikar in Loretto)
Administrator des Dekanates Großwarasdorf
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Ehrenkons.Rat P. Bernhard PACHER OFM (Dechant und Pfarrer in Tobaj)
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarre Großmürbisch
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András KERESZTES
Enthebung als Pfarrer der Pfarren Strem und Moschendorf,
Entlassung aus der Diözese
*****

Mag. Ján Wechter
Enthebung als Kaplan der Pfarren Pöttsching, Bad Sauerbrunn, Krensdorf und Neudörfl a. d. L.
Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Großmürbisch, Strem und Moschendorf
*****

MMag. Dr. Christian VURGLICS
Enthebung als Seelsorger am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt

Ernennung zum Pfarrvikar der Pfarren Pöttsching, Bad Sauerbrunn, Krensdorf und Neudörfl a. d. L
*****

Geistl.Rat Franz GROZAJ (Pfarrer i. R., Urbersdorf)
Verlängerung Betrauung mit der Mithilfe in den Pfarren Olbendorf, Stegersbach und Ollersdorf
*****

MMag. Dr. Matthias PLATZER (Diakon )
Enthebung vom Pastoralpraktikum in den Pfarren Mogersdorf und Maria Bild a. W.
Fortsetzung des Praktikums in der Stadtpfarre Pinkafeld, in der Pfarre Grafenschachen und in der Lokalseelsorgestelle Sinnersdorf
*****

Mag. Thorsten CARICH (Diakon)
Enthebung vom Pastoralpraktikum in der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt.
Fortsetzung des Praktikums in den Pfarren Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T.


Personalnachrichten
11. Juli 2011
Diözese Eisenstadt
 
Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat am heutigen Gedenktag des hl. Benedikt von Nursia (11. Juli 2011) über Vorschlag des hochw. Pater Provinzial der Franziskanerprovinz Austria zum hl. Leopold folgende personelle Verfügungen getroffen, die mit 31. August bzw. 1. September 2011 in Kraft treten:

P. Norbert PLESCHBERGER OFM (Neupriester, Frauenkirchen)
Ausscheiden aus der Diözese Eisenstadt
*****

P. Mag. Kajetan FILIPOWICZ OFM
Ernennung zum Kaplan der Stadtpfarre Frauenkirchen
*****

Geistl.Rat P. Mag. Marcellus MIKOLAJCZYK OFM
Enthebung als Kaplan der Stadtpfarre Güssing
Ausscheiden aus der Diözese
*****

Ehrenkons.Rat P. Anton BRUCK OFM
Ernennung zum Kaplan der Stadtpfarre Güssing


Personalnachrichten
22. Juli 2011
Diözese Eisenstadt

I.

Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat am 16. Juli 2011, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel, folgende weitere personelle Verfügungen getroffen, die mit 31. August bzw. 1. September 2011 in Kraft treten:

Mag. Dietmar D. STIPSITS (Pfarrer in Bad Tatzmannsdorf)
In Anlehnung an den vorgesehenen Seelsorgeraum Ernennung auch zum Pfarrer der Pfarren Mariasdorf  und Bernstein
*****

Ehrenkons.Rat OStR Mag. Erich IBY
Enthebung als Pfarrer der Pfarre Bocksdorf nach erfolgter Annahme seines Rücktrittsgesuches
Versetzung in den dauernden Ruhestand
*****

Stanisław SWIECA
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Gattendorf und Potzneusiedl

Ernennung zum Pfarrmoderator Bocksdorf
*****

Jerzy Wojciech NIEWCZAS
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Pama und Edelstal

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Gattendorf und Potzneusiedl
*****

Mag. Johann KARALL
Enthebung als Pfarrer der Pfarre Kittsee nach Annahme seines Amtsverzichtes
Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Draßburg und Baumgarten
*****

Geistl.Rat Mag. Valentin ZSIFKOVITS
Enthebung als Dechant des Dekanates Eisenstadt
Enthebung als Pfarrer der Pfarre Hornstein

Ernennung zum Pfarrer der Pfarren Kittsee, Pama und Edelstal
*****
Kan. Kons.Rat Mag. Martin KORPITSCH (Propst- und Stadtpfarrer in Eisenstadt-Oberberg und Stadtpfarrer in Eisenstadt-Kleinhöflein)
Ernennung zum Dekanatsleiter des Dekanates Eisenstadt
*****

Mag. Stefan RAIMANN
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Güttenbach und Neuberg

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarre Hornstein
*****

Marko JUKIĆ
Enthebung als Pfarrmoderator der Pfarren Nikitsch und Kroatisch Minihof

Ernennung zum Pfarrmoderator der Pfarren Güttenbach und Neuberg
*****

Mag. Johannes VERTESICH
Enthebung als Pfarrer der Pfarren Draßburg und Baumgarten nach erfolgter Annahme seiner Resignation

Ernennung zum Pfarrer der Pfarren Nikitsch und Kroatisch Minihof
*****

Mag. Dr. Johannes FLEISCHACKER (Pfarrer i. R., Graz)
Betrauung mit der weiteren Mithilfe in Wolfau und Kitzladen
*****

Katholischer Katalog der Rechte und Verantwortungen

Bei einem Kongress des American Catholic Council vom 10 bis 12 Juni 2011 in Detroit billigten die versammelten 2000 Delegierten den folgenden

Katholischen Katalog der Rechte und Verantwortungen

Die Einleitung zum Katholischen Katalog der Rechte und Verantwortungen zitiert den amerikanischen Katalog der Rechte und internationale Dokumente über Menschenrechte, um zu sagen, dass durch den Beitritt zur Kirche Katholiken diese fundamentalen Menschenrechte nicht aufgeben. Gemäß der katholischen Lehre, dass mit Rechten auch Verantwortungen verbunden sind, verbindet es diese durchgehend.

Folgende katholischen Rechte und Verantwortungen werden genannt:

1. Vorrang des Gewissens. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, ein gebildete Gewissen zu entwickeln und in Übereinstimmung damit zu handeln.

2. Gemeinschaft. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, an einer eucharistischen Gemeinschaft teilzunehmen, und das Recht auf seelsorgliche Betreuung.

3. Universeller Dienst. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, das Evangelium zu verkünden und auf den Ruf der Gemeinschaft zu dienender Leitung zu antworten.

4. Äußerungsfreiheit. Jeder Katholik hat das Recht zur Freiheit der Äußerung und zur Freiheit des Widerspruchs.

5. Sakramente. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, an der Fülle des liturgischen und sakramentalen Lebens der Kirche teilzunehmen.

6. Ansehen. Jeder Katholik hat das Recht auf einen guten Namen und auf einen fairen Prozess.

7. Leitung. Jeder Katholik und jede katholische Gemeinschaft haben das Recht zu einer sinnvollen Teilnahme an Entscheidungen, einschließlich der Wahl der Leiter.

8. Teilnahme. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, sich an der Auslegung des Evangeliums und der kirchlichen Tradition zu beteiligen.

9. Räte. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, sich zu versammeln und in Versammlungen zu sprechen, wo unterschiedliche Stimmen gehört werden können.

10. Soziale Gerechtigkeit. Jeder Katholik hat das Recht und die Verantwortung, soziale Gerechtigkeit in der Welt im Allgemeinen und innerhalb der Strukturen der Kirche zu fördern.


Artikel im National Catholic Reporter >>

American Catholic Council >>

Dienstag, 28. Juni 2011

Lockenhauser Ratsvikarin: "Wir werden im Dunkeln gelassen"

Beitrag im Kurier vom 28.6.:
Neuer Pfarrer: Kirchenbasis hofft auf Lösung
Die Entscheidung, wer neuer Pfarrer in Lockenhaus wird, fällt diese Woche. Die Diözese verweist auf ein Gesamtkonzept.

Die Gemeinde Lockenhaus kämpft um ihren Pfarrer. Wie der KURIER berichtete, muss der beliebte Pfarrer Clarence Maria Angelo Rajaseelan (Pfarrer Angelo Anm.) die Gemeinde verlassen. Gläubige, Pfarrgemeinderat und Gemeinderat sind indes gegen eine Neubesetzung der Pfarre, die Diözese scheint aber bereits eine Entscheidung für einen anderen Geistlichen getroffen zu haben.

Bestellung

"Pfarrbesetzungen werden auf Grund der vorhandenen Strukturen von Pfarren, Pfarrverbänden und Seelsorgeräumen sowie der zur Verfügung stehenden Ressourcen an Priestern vorgenommen", erklärt Barbara Horvath-Piroska, Pressesprecherin der Diözese. Eine Entscheidung über die Nachfolge soll noch diese Woche fallen. Ausgeschrieben wurde die Stelle schon im April, beworben hat sich auch Pfarrer Angelo - seine Chancen dürften gering sein.

Der Pfarrgemeinderat weiß noch nichts über Anzahl und Namen aller Bewerber. "Wir werden im Dunkeln gelassen", erklärt Wiltraut Tschida, Ratsvikarin in Lockenhaus. Die Umstellung war nach der Pensionierung von Monsignore Josef Herowitsch im Dezember 2010 schon schwer und jetzt müsse man sich wieder auf jemand Neuen einstellen.

Aus der Diözese ist zu erfahren, dass man zwar bemüht sei, die Entscheidungen auch im Interesse der einzelnen Pfarren und der jeweils betroffenen Priester zu treffen. Aber diesen Wünschen könne nicht immer entsprochen werden.

Gesamtkonzept

"Interventionen durch Bürgermeister, Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte hat es auch in der Vergangenheit gegeben", erklärt Piroska-Horvath. Diese könnten nur berücksichtigt werden, so weit sie "dem Gesamtkonzept der Pfarrbesetzungen zuträglich sind".

Man könne es nicht allen recht machen, weiß man auch im Pfarrgemeinderat. "Trotzdem sollte eine gute Lösung gefunden werden", sagt Tschida. Der Kontakt der Diözese mit der Kirchenbasis sollte gestärkt werden. "Der neue Pfarrer wird es nicht leicht haben, er muss erst mit der jetzigen Situation fertig werden", sagt die Ratsvikarin. Für Pfarrer Angelo ist klar: Er geht dorthin, wo ihn die Diözese hinschickt.

Beitrag in der "Burgenland-Krone" vom 28. Juni (Grafik anklicken):

Pfarre kämpft für ihren Pfarrer
RESOLUTION UND UNTERSCHRIFTENAKTION / Die Pfarre Lockenhaus möchte ihren Aushilfspriester Clarence Maria Angelo Rajaseelan unbedingt behalten.
Beitrag in der bvz >>

Zsifkovics zu Lockenhaus: "Ich will es nicht mehr hören"

Verständnis- und Fassungslosigkeit der Gläubigen wie in Lockenhaus sind schlichtweg die Folgen der seit fast einem Jahr praktizierten Kommunikations- und Dialogverweigerung seitens der Diözesanleitung. Wenn die Menschen über die pastorale Zukunft im Ungewissen gelassen werden, kann Angst entstehen und die Befürchtung, dass es nicht besser wird. Natürlich ist es nicht einfach, jedermann und -frau gerecht zu werden. Aber Geheimniskrämerei bis zur letzten Sekunde und "Befehlsausgaben der Insider-Personalkommission" sind leider auch nur Holzhackermethoden.


Gemeinde kämpft um Pfarrer Angelo

Seit Dezember 2010 ist der Pfarrer in Lockenhaus tätig. Die Diözese will ihn versetzen, die Bevölkerung behalten.
Der Pfarrer sitzt schon in der Kirche", sagt die Mesnerin. Um zehn Uhr beginnt der Kirchgang in Lockenhaus. Pfarrer Clarence Maria Angelo Rajaseelan, der Pfarrer Angelo genannt wird, ist nicht mehr lange für die Lockenhauser Katholiken zuständig. Diese setzen jedoch alle Hebel in Bewegung, damit der Seelsorger bleiben kann. Die Diözese Eisenstadt scheint die Interventionen bisher zu ignorieren.
"Ich liebe die Menschen hier und die Arbeit macht mir große Freude", sagt Angelo, der in Sri Lanka geboren wurde und seit rund zehn Jahren in Österreich ist. Aber wenn Bischof Ägidius Zsifkovics ihn woanders hinschicke, gehe er: "Es ist meine Pflicht." Bleiben würde er trotzdem gerne in der Gemeinde, in der er seit Dezember 2010 seinen Dienst tut, befristet bis September 2011. Bei der Ausschreibung um den Posten als Pfarrer in Lockenhaus sei Angelo jedoch von der Diözese abgelehnt worden.

Verständnislos  
Die Kirchengemeinde versteht diese Entscheidung nicht. Anna und Maria Paller kommen etwas früher zur Messe. "Er ist ein guter Pfarrer und überall dabei und beliebt", erklären die beiden. Außerdem würde er klar und deutlich predigen, "dass es auch alte Menschen verstehen" und sogar die Jungen seien wieder mehr in der Kirche - seinetwegen wird behauptet. Ein regelmäßiger Kirchengeher, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, findet es nicht in Ordnung, dass hier gegen die Bevölkerung entschieden wird. Bei einer Visitation von Bischof Ägidius am Ostermontag sei er in allen fünf Ortsteilen auf Pfarrer Angelo angesprochen worden, mit der Bitte, dass dieser hier bleiben dürfe. "Er will es nicht mehr hören, hat er in zwei Ortsteilen gesagt", erklärt er. Der Pfarrgemeinderat hat bereits eine Unterschriftenaktion gestartet und will sie an die Diözese schicken.

"Immer mehr Bürger bitten mich etwas zu unternehmen", sagt SP-Bürgermeister Werner Brenner. Der Gemeinderat steht geschlossen hinter Pfarrer Angelo. "Ich habe versucht mit dem Bischof zu reden, bekam jedoch keine Antwort und wurde vertröstet", sagt Brenner und ortet "diktatorische Verhältnisse" in der Diözese. In Zeiten wie diesen, wo das Ansehen der Kirche am Boden sei, über die Menschen so hinweg zu entscheiden, sei nicht zielführend. "Wo liegt hier die Weitsicht einer verantwortungsvollen Führung", erklärt Brenner.

Die Kirche ist um kurz nach zehn gut gefüllt. Pfarrer Angelo hält die Messe. In welche Pfarre er ab September wechseln muss, ist unklar. Wer der nächste Geistliche in Lockenhaus wird, steht ebenfalls in den Sternen.

Von der Diözese war - wie so oft - zu diesem Thema niemand erreichbar.
Beitrag im Kurier >>

Montag, 27. Juni 2011

Danke: 100.000 Seitenaufrufe heute erreicht

Liebe LeserInnen und FreundInnen von "Begegnung und Dialog"! 
Seit Mitte September 2010 gibt es meinen Blog "Begegnung & Dialog". Heute haben die Seitenaufrufe die 100.000er Marke übersprungen. Ich danke allen LeserInnen für den Besuch auf dieser Seite.
In den letzten Monaten habe ich sehr viele Rückmeldungen erhalten. Überwiegend  Zustimmung, aber auch kritische  Reaktionen. Für alle diese Rückmeldungen bin ich sehr dankbar.

Bleiben wir weiterhin im Dialog!
Euer/Ihr Edi Posch


PS.:  Heute habe ich von einer weiteren bevorstehenden personellen Veränderung an maßgeblicher Stelle im Bischofshof  erfahren, die ab September wirksam werden soll. Ich werde demnächst darüber berichtgen.

Moraltheologe Roman Frydrich in die Diözese inkardiniert

Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der Pfarrbesetzungen erfolgt überraschend die Mitteilung über die Eingliederung (Inkardination) des slowakischen Priesters und Moraltheologen Mag. Lic. Roman Frydrich in unsere Diözese. Dadurch ist für seine existentiellle Absicherung letztlich nicht mehr die Erzdiözese Bratislava, sondern Eisenstadt zuständig.
Bereits seit 20. Juni ist Frydrich dem Moderator Dr. Petar Ivandic in Wulkaprodersorf als Pfarradministrator zugeteilt.
Für welches Sprungbrett dient wieder einmal Wulkaprodersdorf!?


Mag. Lic. Roman Frydrich
Geboren am 18.7.1972 in Bratislava (Slowakei)
Priesterweihe am 31.8.1996

13 Jahre als Seelsorger in der Slowakei tätig:
1.9.1996 als Kaplan in der Pfarre Bratislava- Blumentál
1.7.1998 als Kaplan in den südslowakischen Städten Komárno und Surany
1.7.2000 bis 30.6.2009 als Pfarrer in der Pfarre Bratislava–Vrakuňa

1.9.2009: Aushilfsseelsorger im Stephansdom Wien und Doktoratsstudium in Moraltheologie an der Uni Wien

20. Juni 2011: vorübergehend zum Pfarradministrator der Pfarre Wulkaprodersdorf bestellt und sofort in die Diözese Eisenstadt inkardiniert

Pfarrbesetzungen: Verunsicherungen & Frustration


Am 13. April habe ich über die diözesane Ausschreibung von 9 offenen Pfarrstellen geschrieben.
Dem Vernehmen nach soll es zu viel mehr Besetzungen kommen, angeblich auch in Kittsee, Neusiedl, Gattendorf, Neudörfl, Grafenschachen und Strem.
Gespannt warten die betroffenen Pfarren auf die Entscheidungen des Diözesanbischofs. Es gibt Verunsicherungen und auch viel Frustration, weil alles so geheim gehalten wird. Mit den betroffenen Pfarren hat es überwiegend keine Kommunikation und keinen Dialog gegeben.

Vereinzelt sickern gewisse Fakten durch und führen auch schon zu Widerständen wie zum Beispiel in Lockenhaus, wo man die Dialogverweigerung der Diözesanleitung offen kritisiert.

Am 29. Juni sollen angeblich  die "Geheimnisse gelüftet" werden.  Es ist zu hoffen, dass die Entscheidungen des Bischofs keine Scherbenhaufen herbeiführen. Jedenfalls wird aber wieder einmal der Seelsorgenotstand eklatant zu Tage treten.

Wer noch immer glaubt mit Pfarrzusammenlegungen, Seelsorgeräumen,  und ausländischen Priestern diesen Notstand beseitigen zu können, handelt verantwortungslos.

"Die römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, sondern sie zwingen uns, dem Gewissen zu folgen und selbständig tätig zu werden," heißt es in einem Aufruf zum Ungehorsam der Pfarrerinitiative.

Wir haben ein massives Versagen  der Kirchenleitung, für das Papst und Bischöfe die Verantwortung tragen. Wir haben eine Krise der absolutistisch herrschenden klerikalen Hierarchie.

Die Macht der Bischöfe ist die Geduld des Volkes. Wie lange noch?

Sonntag, 26. Juni 2011

Heute musst du glücklich sein

Heute musst du leben.
Heute musst du glücklich sein.

Blase nicht Trübsal über das,
was gestern passiert ist.
Daran kannst du doch nichts mehr ändern.
Quäle dein Herz
nicht mit lauter Angst vor morgen,
mit übertriebenen Sorgen um das,
was kommt.

Mach dein Herz frei, um heute zu leben,
um jetzt, in diesem Augenblick glücklich zu sein.
Das ist nicht einfach, vor allem,
wenn dich das Leben schwer getroffen hat,
wenn deine Liebe enttäuscht wurde,
wenn sich deine Erwartungen zerschlagen haben.

Lass deine Lebensfreude und dein Glück
nicht abhängig sein vom Urlaub, der vorbei ist;
von der Arbeit, die wieder anfängt;
vom Geldbeutel, von der Verdauung, vom Wetter,
von hundert Lappálien.
Nimm dein Los selbst in die Hand.
Alles hängt davon ab, wie du innen bist,
in deinen Gedanken und Gefühlen.

Suche immer das Licht,
und das Dunkle lass liegen.
Und wenn es dir trotzdem mal
zu schwer werden sollte,
dann versuche ein bisschen
wie der Clown zu sein.
Er weint in seinem Herzen
und spielt dennoch mit einem lachenden Gesicht
für ein Kind auf der Geige.
So wird sein eigenes Herz von Traurigkeit geheilt.

Phil Bosmans, Lebe jeden Tag. 365 Vitamine für das Herz,
Verlag Herder, Freiburg i. Br., 2008, 148.

Samstag, 25. Juni 2011

Die klassische Seelsorge bricht zusammen

[...] »Jetzt ist Zeit für überfällige Reformen«, schreibt die Internationale Bewegung Wir sind Kirche und unterstützt nachdrücklich den offenen Brief, den Hans Küng zum 5. Jahrestag des gegenwärtigen Pontifikats an alle Bischöfe der Welt geschickt hat. Er fordert sie auf, in dieser bedrohlichen Situation nicht länger zu schweigen, Reformen zur Not kollegial und in eigener Verantwortung anzupacken, regionale Lösungen anzustreben und uneingeschränkten Gehorsam dabei nur Gott zu leisten. Zur Lösung der dramatisch aufgebrochenen Reformprobleme fordert er ein Konzil in Erinnerung an das Reformkonzil von Konstanz (1414 - 1418), das sich zu Recht über die Päpste gestellt und dessen fünfjährige Zusammenkunft beschlossen hat. Die Päpste haben sich nicht daran gehalten.
Dieser dramatische Aufruf kommt nicht von ungefähr, denn nach Jahrzehnten des Unmuts und vergeblichen Hoffens ergreift die Krisenstimmung nicht nur kritische Gruppen, sondern auch viele Gemeinden: Die klassische Seelsorge bricht zusammen. Man verweigert ihnen Gemeindeleiter bzw. Gemeindeleiterinnen oder hebt sie nach Maßgabe der fehlenden Priester einfach auf, so als seien die Gemeinden für die Priester da. Erste Reformen könnten schnell vollzogen werden, denn der Zölibat ist nur ein disziplinäres, die Ordination von Frauen nur ein vermeintlich theologisches Problem und die Mitarbeit des Gottesvolks ließe sich durch strukturelle Eingriffe problemlos aktivieren. Reformmodelle gibt es genügend. [...]

in: Hermann Häring, Freiheit im Haus des Herrn. Vom Ende der klerikalen Weltkirche, Gütersloh 12011, 188.

Freitag, 24. Juni 2011

Pfarrerinitiative: Aufruf zum Ungehorsam


Die römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, sondern sie zwingen uns, dem Gewissen zu folgen und selbständig tätig zu werden:

Wir Priester wollen künftig Zeichen setzen:

1 WIR WERDEN in Zukunft in jedem Gottesdienst eine Fürbitte um Kirchenreform sprechen. Wir nehmen das Bibelwort ernst: Bittet, und ihr werdet empfangen. Vor Gott gilt Redefreiheit.

2 WIR WERDEN gutwilligen Gläubigen grundsätzlich die Eucharistie nicht verweigern. Das gilt besonders für Geschieden-Wiederverheiratete, für Mitglieder anderer christlicher Kirchen und fallweise auch für Ausgetretene.

3 WIR WERDEN möglichst vermeiden, an Sonn- und Feiertagen mehrfach zu zelebrieren, oder durchreisende und ortsfremde Priester einzusetzen. Besser ein selbstgestalteter Wortgottesdienst als liturgische Gastspielreisen.

4 WIR WERDEN künftig einen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung als "priesterlose Eucharistiefeier" ansehen und auch so nennen. So erfüllen wir die Sonntagspflicht in priesterarmer Zeit.

5 WIR WERDEN auch das Predigtverbot für kompetent ausgebildete Laien und Religionslehrerinnen missachten. Es ist gerade in schwerer Zeit notwendig, das Wort Gottes zu verkünden.

6 WIR WERDEN uns dafür einsetzen, dass jede Pfarre einen eigenen Vorsteher hat: Mann oder Frau, verheiratet oder unverheiratet, hauptamtlich oder nebenamtlich. Das aber nicht durch Pfarrzusammenlegungen, sondern durch ein neues Priesterbild.

7 WIR WERDEN deshalb jede Gelegenheit nützen, uns öffentlich für die Zulassung von Frauen und Verheirateten zum Priesteramt auszusprechen. Wir sehen in ihnen willkommene Kolleginnen und Kollegen im Amt der Seelsorge.

Im Übrigen sehen wir uns solidarisch mit jenen Kollegen, die wegen einer Eheschließung ihr Amt nicht mehr ausüben dürfen, aber auch mit jenen, die trotz einer Beziehung weiterhin ihren Dienst als Priester leisten. Beide Gruppen folgen mit ihrer Entscheidung ihrem Gewissen - wie ja auch wir mit unserem Protest. Wir sehen in ihnen ebenso wie im Papst und den Bischöfen "unsere Brüder". Was darüber hinaus ein "Mitbruder" sein soll, wissen wir nicht. Einer ist unser Meister - wir alle aber sind Brüder. "Und Schwestern" - sollte es unter Christinnen und Christen allerdings heißen. Dafür wollen wir aufstehen, dafür wollen wir eintreten, dafür wollen wir beten. Amen.

Dreifaltigkeitssonntag, 19. Juni 2011
Pfarrerinitiative >>

Donnerstag, 23. Juni 2011

Mittwoch, 22. Juni 2011

Melker Altabt Burkhard: Alle Getauften und Gefirmten haben Auftrag der Verkündigung

Neue Perspektiven in der Pastoral
Forum XXIII diskutierte mit Altabt Burkhard über neue pastorale Entwicklungen
Neue Perspektiven in der pastoralen Entwicklung angesichts der gegenwärtigen Situation sieht der Melker Altabt Burkhard Ellegast bei einem Vortrag vor dem Forum XXIII am 16. Juni im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten. Auch in der Diözese selbst sei ein „Ringen um neue Wege“ festzustellen, sagte er.
Es sei zu begrüßen, dass die Mitverantwortung der Laien zunehmend positiv gesehen werde, sagte Altabt Burkhard Ellegast. In einem Brief des Bischofs an die Priester werde neben vielen wertvollen Vorschlägen und Anregungen ein „Pfarrteam“ angeregt, das Verantwortung mittragen soll. Es werde darauf hingewiesen, dass nicht der Priester im Mittelpunkt der Pfarre stehe, sondern Christus. Der Priester habe dabei aber ganz bestimmte Aufgabe, nämlich die des guten Hirten. Hier geschehe bereits sehr viel, stellte Burkhard fest und ergänzte: „doch noch mehr ist möglich“.
Beitrag auf der Diözese St. Pölten >>

Forum XXIII - zur Orientierung in Kirche und Gesellschaft

Kirchliche Gleichstellungsinitiative Basel fordert Reform des Kirchenrechts

Grafik vom "Verein der vom Zölibat betroffenen Frauen"


In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind in Staat und Gesellschaft die Forderungen nach der Gleichstellung der Geschlechter mehr und mehr umgesetzt worden. Eine solche Entwicklung geht in der Römisch-Katholischen Kirche weit langsamer voran oder ist sogar blockiert. Der Ausschluss der Frauen vom Priesteramt allein auf Grund ihres Geschlechts widerspricht jedoch dem Grundrecht der Gleichstellung der Geschlechter und ebenso dem Evangelium Jesu, das zu einer Gemeinschaft von Gleichgestellten aufgerufen hat. Die Diskriminierung von Frauen in der Römisch-Katholischen Kirche ist für uns inakzeptabel, und es gilt, ein Zeichen zu setzen.

Der Reformstau betrifft noch andere ungelöste Fragen und macht unsere Kirche zunehmend unglaubwürdig. Vielen Menschen fällt es daher immer schwerer, sich mit ihr zu identifizieren und Mitglied zu bleiben.

Weil in den vergangenen Jahren innerkirchlich schon einiges unternommen, jedoch wenig bewirkt worden ist, greifen wir, Frauen und Männer der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und der Römisch-Katholischen Landeskirche Basel-Landschaft, zum demokratischen Mittel einer kirchlichen Verfassungsinitiative.

Diese Initiative soll die Behörden der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und der Römisch-Katholischen Landeskirche Basel-Landschaft (d.h. Synoden und Kirchenräte) verpflichten, darauf hinzuwirken, dass die Römisch-Katholische Kirche die gleichberechtigte Zulassung – unabhängig von Zivilstand und Geschlecht – zum Priesteramt ermöglicht.
Unterstützen Sie unser Anliegen!

Das heisst:
- Abschaffung des Pflichtzölibats und
- Zulassung der Frauen zum Priesteramt

Unterschriftsberechtigt sind zwar nur Kirchenmitglieder von Basel-Stadt und Basel-Land, aber man kann sich auch als "Sympathisant(in)" in eine Online-Liste eintragen.


Link zur Kirchlichen Gleichstellungsinitiative Basel

Dienstag, 21. Juni 2011

Opus Dei bald allgegenwärtig?


In letzter Zeit hört man immer häufiger, dass Leitungsämter in der katholischen Kirche mit Männern aus dem Opus Dei besetzt werden. An den "Annäherungsgesprächen" zwischen der Päpstliche Kommission Ecclesia Dei und den Lefebvrianer, die vor dem Abscchluss stehen sollen, ist das Opus beteiligt.

Nun ist der spanische Opus-Dei-Priester Msgr. Miguel Delgado Galindo (48) vom Papst zum neuen Untersekretär und damit zum "dritten Mann" im vatikanischen Laienrat ernannt worden. Siehe dazu auf Kathpress >>

Der Gedenktag für den Gründer von Opus Dei, Josefmaria Escrivá, ist der 26. Juni. Vor zwei Jahren feierte Ägidius Zsifkovics, damals Generalsekretär der Bischofskonferenz und inzwischen Bischof von Eisenstadt, zusammen mit dem Regionalvikar des Opus Dei in Österreich Ludwig Juza und dem Rektor der Wiener Peterskirche Christian Spalek die Festmesse in der Wiener Peterskirche. Siehe Beitrag auf Opus-Dei.at >>

Der wachsende Einfluss des Opus Dei innerhalb der Hierarchie sorgt für Diskussionen und Unruhe. Es bleibt zu hoffen, das es im Burgenland nicht dazu kommt.

Opus Dei auf Wikipedia >>

Artikel von Friedrich Griess: Der Konflikt um das Opus Dei

Messen zu Ehren des hl. Josefmaria 2011

Montag, 20. Juni 2011

Lockenhaus: Bürgermeister beklagt Dialogverweigerung bei Pfarrbesetzung


Interview auf echtzeit-tv >>


Bei unseren Filmarbeiten erfuhren wir von den Kirchgängern, dass Bischof Ägidius Zsifkovics den Lockenhauser Pfarrer Angelo, von der Pfarrgemeinde abziehen wird und das gegen den Willen der Bevölkerung.
Zsifkovics, ein Bischof, der die Wünsche der Gläubigen dermaßen ignoriert, dass viele sogar über einen Kirchenaustritt nachdenken.
Da stellt sich schon die Frage ob sich die Kirche in der heutigen Zeit noch leisten kann, so über die Bevölkerung hinweg zu entscheiden.

Interview auf echtzeit-tv >>

Papstkult als Grundübel der katholischen Kirche

[...] Viele Mitglieder der katholischen Kirche verfügen in Sachen Kirchenreform über eine hohe Kompetenz, und aus guten Gründen verweisen sie darauf, dass auch ihnen der Beistand des Geistes versprochen ist: »Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand belehren zu lassen.« (1 Joh 2,27). Viele von ihnen haben sich zu engagierten Gruppen zusammengeschlossen. Stellvertretend seien hier nur die »Arbeitsgemeinschaft von Priester- und Solidaritätsgruppen (AGP)«, »Wir sind Kirche«, die Initiative »Kirche von unten« oder die junge Initiative pro concilio genannt. Man kann sie nicht als destruktive Kritiker diskriminieren, denn je mehr sie ihre Forderungen argumentativ unterbauen, umso klarer stehen die Kirchenleitungen für ihre Ansprüche und ihr Verhalten unter Beweiszwang. Andernfalls höhlt sich ihre Legitimität ebenso aus wie die Verpflichtung der Kritik zur Loyalität. Nicht eine Revolution ist auszurufen, aber zu eigenen Wegen ist zu ermuntern, weil wir sie guten christlichen Gewissens gehen können. Die innerkirchliche Kommunikation ist zum Erliegen gekommen; Wolfgang Seibel SJ hält den Papstkult, der heute in der katholischen Kirche betrieben wird, für eines der Grundübel der katholischen Kirche. Dabei geht es nicht um dessen Abschaffung, sondern darum, dass der Nachfolger des Petrus statt vielfältiger Machtansprüche endlich seine Brüder und Schwestern stärkt. Dies hätte für die gesamte Autoritätsstruktur der katholischen Kirche eine Signalwirkung. [...]
in: Hermann Häring, Freiheit im Haus des Herrn. Vom Ende der klerikalen Weltkirche, Gütersloh 2011, 60.


Aus ähnlicher Perspektive:
... ein sehr bekannter Konzilstheologe schrieb 1968 folgendes: "Über dem Papst als Ausdruck für den bindenden Anspruch der kirchlichen Autorität steht noch das eigene Gewissen, dem zuallererst zu gehorchen ist, notfalls auch gegen die Forderung der kirchlichen Autorität"

Zuerst das Gewissen und dann der Papst
Andreas R. Batlogg SJ in „Stimmen der Zeit“ über Henry Newmans Lehre vom Gewissen

Sonntag, 19. Juni 2011

Gott - Dreifaltig

Ich glaube an Gott,
den liebenden Vater,
der wie eine barmherzige Mutter ist,
der uns diese Welt geschenkt hat,
auf der wir Menschen leben,
die Liebe und Zuneigung füreinander empfinden,
die füreinander einstehen
und sich um den Nächsten kümmern
und die mitdenken,
damit auch der andere glücklich sein kann.

Und
ich glaube an Jesus Christus,
der uns das alles vorgelebt hat:
Mitdenken,
Dasein,
Zuneigung,
Liebe bis in den Tod,
der am eigenen Leib spüren musste,
wie weit Hass und Unverständnis
            einen Menschen treiben kann.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
den Geist der Liebe, des Verzeihens,
der Vorurteilslosigkeit,
der alles eint,
den Geist der Harmonie, der Zuneigung,
der feurigen Liebe.

Dieser Glaube
an
den Vater
und
den Sohn
und
den Heiligen Geist,
dieser Glaube ist es,
der mein Leben trägt
und der Zuneigung beflügelt.


Werkmappe Jugendgottesdienste, Innsbruck 21997,
Glaubensbekenntnisse, 36f.

Samstag, 18. Juni 2011

Die Personalrochaden gehen munter weiter: Referat für Kirchenmusik ist frei (gemacht) geworden

Die einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses von Mag. Dr. Wolfang Horvath als Leiter des Referates für Kirchenmusik erübrigt die Frage, ob er einem Nachfolger den Platz räumen muss.
In der Ausschreibung des bischöflichen Ordinariates heißt es unter anderem : "Die Diözese Eisenstadt ordnet die Agenden in der Leitung ihrer Dommusik bzw. im Bereich Kirchenmusik neu und sucht dazu eine/n Dom- und Diözesanmusikdirektor."

In dieser Form hat es diese Funktion in der Diözese noch nicht gegeben. Wieder eine neue und zusätzliche Leitungsfunktion in der Zentrale, die zusätzlich Kosten verursacht.

Liest man die Ausschreibung (Inhalt und Umfang) gewinnt man den Eindruck, dass man schon jemanden für diese Position im Auge hat. Angeblich soll Bischof Zsifkovics durchaus Sympathien für Thomas Dolezal hegen, den er von der Bischofskonferenz her kennt und der bereits bei der von Kurienkardinal Kurt Koch zelebrierten Chrisam-Messe 2011 im St. Martinsdom durch pompöse Inszenierung aufgefallen ist.

Thomas Dolezal ist u.a. Mitglied  der Liturgiekommission der Erzdiözese Wien >> 
und
Dommusiker in der Dompfarre St. Stephan >>

Ich bin gespannt, wer sich alles bewirbt und ob es ein transparentes Auswahlverfahren gibt.

Anmerkung:

Benedikt XVI.: Gregorianik ist weiter ein Vorbild für die Kirchenmusik
Vatikanstadt, 31.05.2011 (KAP) Der Gregorianische Choral sollte nach den Worten von Papst Benedikt XVI. auch heute das "erste Vorbild" für die Kirchenmusik sein. Bisweilen werde diese Form des Gesangs zu Unrecht als eine Einschränkung der Freiheit und Kreativität des Einzelnen sowie der Gemeinde angesehen, heißt es in einer am Dienstag vom vatikanischen Presseamt veröffentlichten Botschaft zum 100-jährigen Bestehen des Päpstlichen Institutes für Kirchenmusik.
Beitrag auf Kathpress >>

Freitag, 17. Juni 2011

Kardinal Kasper beklagt Kommunikationsmängel in der Kirche

"Wir brauchen einen dauernden Gesprächsprozess des Bischofs mit Priestern und Gläubigen"

Kardinal Walter Kasper hält eine bessere kirchliche Gesprächskultur für notwendig. "Wir haben ein grundlegendes Kommunikationsdefizit in der Kirche", sagte Kasper dem am Mittwoch in Bonn erschienenen Newsletter des Deutschen ökumenischen Predigtpreises.

Mehr auf Kathpress >>


„Einführung in den Glauben funktioniert nicht mehr“
Kardinal Kasper für Unterricht in der Kirche
Beitrag auf Domradio >>

Jeder Christ muss predigen
Interview mit Walter Kardinal Kasper auf Predigerpreis >>

Donnerstag, 16. Juni 2011

"Mutter Kirche" und ihre Söhne: von Selbsthass und Frauenfeindlichkeit blockiert?


"Geschlossene Gesellschaft" ecclesia semper non reformanda est - Karikatur von Annelie Hürter

Die große "Mutter Kirche" und ihre Söhne 

Homosexueller Selbsthass und Frauenfeindlichkeit blockieren den römisch-katholischen Männerbund

Unerlöste Homosexualität und männerbündlerische Frauenverachtung blockieren die römisch-katholische Kirche. Doch dieser Tabukomplex wird nicht offen diskutiert. Nutznießer des Kleriker-Systems aus unterschiedlichen Lagern fürchten eine Debatte. Aber auch auf Seiten der Reformkatholiken tut man sich schwer, das heiße Eisen anzupacken. Die mächtigen Männer der Kirche stilisieren sich oft ganz ungeniert als Homo-Feinde. Derweil sorgen guter Anstand und Toleranz auf der Gegenseite dafür, dass die strukturelle und ästhetisch verfeierlichte Gleichgeschlechtlichkeit der Hierarchie als Problemschauplatz Nummer Eins nicht gründlich unter die Lupe kommt.

Artikel von Peter Bürger:

Mittwoch, 15. Juni 2011

Bischof Kräutler: "Aus 1000 Lügen wird doch keine Wahrheit"


Er erholt sich „dazwischen“. Handbemalte Karten, die Spendengeld bargen, muss er noch beantworten. Die abgenutzte Tastatur seines Laptops verrät, wie oft „Dom Erwin“ in die Tasten haut. Den Kontakt mit Jugendlichen schätzt er. „Die sind viel besser als ihr Ruf. Die wissen, dass ich mich für die Menschen einsetze.“ Immer wieder fällt das Wort „Belo Monte“.
So heißt das gigantomanische Kraftwerks­projekt, das Brasilien am Rio Xingu in Szene setzt. Der 1620 m lange und 93 m hohe Staudamm, gegen den sich Kräutler zur Wehr setzt. Dieses „Monument des Wahnsinns“, gegen dessen Verwirklichung Kräutler 600.000 Unterschriften übergab. Antwort hat er nie erhalten.
Weiter auf Vorarlberg ONLINE >>


Zum Thema Umwelt und Schöpfungsverantwortung:
Eisenstädter Altbischof bilanziert seine Zeit als "Umweltbischof" im Interview mit "ARGE Schöpfungsverantwortung"

Dienstag, 14. Juni 2011

„Viri probati“ – ein Ausweg aus der Kirchenkrise?

Angesichts der zuletzt in eine Schieflage geratenen katholischen Kirche wäre es höchste Zeit, entstandenes „Geröll“ zu beseitigen.

Gastkommentar von Bruno Primetshofer, Ordenspriester und em. Ordinarius für Kirchenrecht an der Kath.-theol. Fakultät der Universität Wien

Der immer spürbarer werdende Mangel an Priestern im Bereich der Lateinischen Kirche ist ein immer drängender werdendes Problem. Viele Pfarreien können nicht mehr besetzt werden, die Priester sind mit der Vielzahl der auf sie zukommenden Aufgaben heillos überfordert. Priester aus dem Ausland können oftmals aufgrund bestehender Sprach- und (bisweilen) Mentalitätsunterschiede nur begrenzt eingesetzt werden.

Als Ausweg aus dieser Krisensituation wird immer stärker der Rufe nach den sogenannten „viri probati“ (bewährten Männern) laut, das heißt, nach verheirateten Männern, die, entsprechende Eignung vorausgesetzt, zu Priestern geweiht werden, ohne dass sie an die Zölibatspflicht gebunden wären.

(Beitrag in der Presse >>)

Montag, 13. Juni 2011

Karl Rahner: Das Konzil als Anfang eines Anfangs

Im kommenden Jahr wird sich der Beginn des II. Vatikanischen Konzils (am 11. Oktober 1962) zum 50. Mal jähren. Dieses ökumenische Konzil und seine Wirkungsgeschchte rücken damit wieder ins Blickfeld.

Ich möchte auf folgende Homepages zu diesem Thema hinweisen:


Und als "Ohrenschmaus" die Stimme von Karl Rahner:

Karl Rahner: Das Konzil – Anfang eines Anfangs
Karl Rahner 1965: Das Konzil hat sich zweifellos Aufgaben und Themen gestellt, die gemessen an den konkreten Möglichkeiten, die der Kirche im Augenblick zu Gebote stehen, nicht größer sein konnten.


Kardinal Franz König hat am Ende des Konzils zu Journalisten gesagt: Ihr braucht nun nicht mehr die Kirche zu fragen, was ihr fragen dürft; ihr könnt und sollt fortan eure Fragen und Anliegen offen vorbringen.

Sonntag, 12. Juni 2011

Meditation: Die Kirche Christi sei…

Die Kirche Christi sei…
 
eine einladende Kirche,
eine Kirche der offenen Türen,
eine wärmende, mütterliche Kirche,
eine Kirche der Generationen,
eine Kirche der Toten, der Lebenden
und der Ungeborenen,
eine Kirche derer, die vor uns waren, die mit uns sind und die nach uns kommen werden,
eine Kirche des Verstehens und des Mitfühlens, des Mitdenkens, des Mitfreuens und des Mitleidens,
eine Kirche, die mit den Menschen lacht und mit den Menschen weint,
eine Kirche, der nichts fremd ist
und die nicht fremd tut,
eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann,
eine Kirche, die ihre Kinder sucht
und ihnen nachgeht,
eine Kirche, die die Menschen dort begegnet, wo sie sind: bei der Arbeit und beim Vergnügen, beim Fabrik-Tor und auf dem Fußballplatz, in den vier Wänden des Hauses,
eine Kirche der festlichen Tage und eine Kirche des täglichen Kleinkrams,
eine Kirche, die nicht verhandelt und nicht feilscht, die nicht Bedingungen stellt oder Vorleistungen verlangt,
eine Kirche, die nicht politisiert,
eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse verlangt oder ausstellt,
eine Kirche der Armen und Kleinen, der Mühseligen und Beladenen, der Scheiternden und Gescheiterten – im Leben, im Beruf, in der Ehe;
eine Kirche derer, die im Schatten stehen, der Weinenden, der Trauernden,
eine Kirche der Würdigen, aber auch der Unwürdigen, der Heiligen, aber auch der Sünder,
eine Kirche – nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen helfenden Tat,
eine Kirche DES VOLKES!
 
Dr. Franz Kardinal König

Samstag, 11. Juni 2011

Vatikan bestätigt Ministrantinnenverbot bei Messen im "alten Usus"


Vatikan: Keine Messdienerinnen bei Alter Messe

Radio Vatikan (7.6.2011) In tridentinischen Messen dürfen nach vatikanischen Angaben keine weiblichen Messdiener eingesetzt werden. Die Zulassung von Ministrantinnen durch die Gottesdienstkongregation 1994 erstrecke sich nicht rückwirkend auf Feiern nach dem alten Messbuch von 1962. Das bestätigte die für Traditionalisten zuständige Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“ am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Ein vom Mai datierendes Antwortschreiben der Kommission auf eine entsprechende Anfrage aus Großbritannien war zuvor im Internet verbreitet worden. Die vatikanische Fachstelle beruft sich darin auf eine Mitte Mai veröffentlichte Ausführungsbestimmung zur alten lateinischen Messe. Demnach sind nach 1962 erlassene liturgische Vorschriften, die mit den damals gültigen liturgischen Büchern unvereinbar sind, für tridentinische Feiern nicht bindend. Papst Benedikt XVI. hatte 2007 in dem Erlass „Summorum Pontificum“ den 1970 weltweit abgelösten Ritus als „außerordentliche Form“ wieder zugelassen; die normale Form bleibt aber die „modernere“ Feier gemäß dem Messbuch von Papst Paul VI.

Kommentar dazu von einem Kanonisten:

Ministrantinnen im außerordentlichen Ritus?
Wie berichtet wird, hat der Sekretär der Päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei" Guido Pozzo sich amtlich zur Frage der Ministrantinnen im außerordentlichen Ritus geäußert.
Diese Antwort läßt den Kanonisten den Kopf schütteln, den die Begründung ist nicht nur dünn, sie ist haarsträubend: Ministrantinnen wurden nicht - wie Pozzo behauptet - 1994 erlaubt, sondern zum 1. Advent 1983. Das Ministrantinnenverbot stand nämlich mitnichten in den Rubriken des Missale, es fand sich im piobenediktinischen Codex von 1917 und war (so vermute ich) in der Codexreform schlicht vergessen worden, was nach 1983 einige Diskussionen auslöste.
Zum Beitrag >>


Heftige Kritik an vatikanischer Instruktion zur "Alten Messe"
Um die vatikanische Instruktion "Universae Ecclesiae" zur Messfeier im vorkonziliaren "außerordentlichen" Ritus ist in Fachkreisen eine Debatte um Für und Wider entflammt.
Beitrag auf Religion.orf.at >>