Sonntag, 30. November 2014

Gelassenheit

Gelassener möchte ich werden
erdverbundener
um mir auch Brachzeit zu gönnen
wo ich mich erholen kann
innerlich neue Kräfte sammeln kann
um Neues in mir sprießen zu lassen

Gelassener möchte ich werden
aus tiefem Herzen lachen können
auch über mich selber
weil du mich zur Lebensfreude anstiftest

Gelassener möchte ich werden
mich mit meinen Schattenseiten annehmen
damit ich mich nicht zu sehr
mit andern vergleiche
sondern meine Gaben zur Entfaltung bringe

Gelassener möchte ich werden
mich bemühen
mich nicht zu sehr zu bemühen
vertrauend auf meine Spontaneität
meine Lebenskraft
die du in mir angelegt hast

Gelassener möchte ich werden
jeden Tag aus der tiefen Geborgenheit
heraus gestalten
dass du machtvoll wirkst
in all den Menschen
die loslassen können
um sich dadurch von dir bewegen zu lassen

Pierre Stutz, Alltagsrituale,
Kösel-Verlag, München 1998, 99f.

Freitag, 28. November 2014

Zum 100. Geburtstag von Edward Schillebeeckx

"Schillebeeckx" ist wahrscheinlich meinen BlogLesern durch seine Kommentare bekannt, in denen immer wieder der Geist des Konzils auflebt.
Der echte Schillebeeckx hätte vor kurzem seinen 100. Geburtsag gefeiert.


Zum 100. Geburtstag von Edward Schillebeeckx

Edward Schillebeeckx OP, 1958-1983 Professor für Systematische Theologie in Nijmegen, nahm am II. Vatikanischen Konzil als Berater des niederländischen Episkopates teil, der einzelnen Bischöfen in der Vorbereitung ihrer Stellungnahmen beiseite stand. Ausserdem hielt er des öfteren Vorträge am niederländischen Dokumentationszentrum für das Konzil, so am 16. September 1964 einen Vortrag zum Thema Kirche und Welt. Hier mahnte er dazu, die Kirche solle der Welt gegenüber nicht nur als Lehrende, sondern auch als Hörende auftreten (was in GS 40.44 auch ausgesagt werden wird).

Schillebeeckx ging es um eine Schwerpunktverlagerung der Kirche, die mit einer fünffachen Dezentralisierung einhergeht: von sich selbst auf Christus; von der zentralen zu einer kollegialen Leitung der Kirche; von einer Konzentration auf die Hierarchie hin zum Verständnis der Kirche als Gottesvolk; von der Aufmerksamkeit nur auf das Christentum hin zu einer Offenheit für andere Religionen und den Dienst an der Menschheit, und dies letztlich in Hinordnung auf das umfassende Reich Gottes. Deswegen ist für Schillebeeckx die Konzilsaussage, dass die Kirche «universales» bzw. «allumfassendes» «Sakrament des Heils» (LG 48; GS 45) ist, von grösster Bedeutsamkeit.

Das Anliegen, den christlichen Glauben in den Dialog mit der zeitgenössischen Kultur und Gesellschaft zu bringen, prägt das Gesamtwerk des Dominikaners. Heute vor 100 Jahren wurde Edward Schillebeeckx in Antwerpen geboren. Er starb 2009 in Nijmegen.
Konzilsbolg >>


Zum 100. Geburtstag von Edward Schillebeeckx
Erzählen von der Nähe Gottes
Der flämisch-niederländische Dominikaner war einer der weltweit bedeutendsten katholischen Theologen der Nachkriegszeit.
Niederländische Medien nannten ihn nach der Todesnachricht einen „Picasso unter den Theologen“, aber auch eine „Laus im Pelz des Vatikan“.
Luxemburger Wort >>


Der Picasso unter den Theologen
Edward Schillebeeckx (1914-2009) war flämisch-niederländische Dominikaner und einer der weltweit bedeutendsten katholischen Theologen der Nachkriegszeit.

Den Menschen von Jesus und Gott zu erzählen - dieses Anliegen hat Edward Schillebeeckx stets beschäftigt. Er knüpfte bei der Erfahrung des modernen Menschen an und warb für eine einladende Kirche. Damit war der flämisch-niederländische Dominikaner einer der weltweit bedeutendsten katholischen Theologen der Nachkriegszeit. Am 12. November 1914, vor 100 Jahren, wurde Schillebeeckx kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs als sechstes von 14 Kindern im belgischen Antwerpen geboren.
Katholisch.de >>


Edward Schillebeeckx – in Memoriam
Prof. Dr. Edward Schillebeeckx OP
12. November 1914 - 23. Dezember 2009

Würdigung von seinem Nachfolger Prof. Dr. Hermann Häring >>

Edward Schillebeeckx im Alter von 95 Jahren gestorben
Dossier auf Münsteraner Forum für Theologie und Kirche >>

Donnerstag, 27. November 2014

Papst Benedikt XVI sorgt mit Überarbeitung eines Aufsatz zur Unauflösbarkeit der Ehe für kirchenpolitischen Zündstoff

Er ist wieder da:
Benedikt XVI. und der umgeschriebene Artikel

Dass der emeritierte Papst Benedikt XVI. einen Aufsatz von 1972 unlängst redigiert und teilweise verändert hat, führt zu mächtigem Rauschen im Blätterwald: „Damit positioniert er sich eindeutig in der aktuellen Debatte“, urteilt etwa der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf in der FAZ vom Donnerstag. Immerhin kreist der Aufsatz, an dem der Emeritus Retuschen vornahm, um die „Frage der Unauflöslichkeit der Ehe“ – und gerät damit in die derzeitige Diskussion über die Bischofssynode vom Oktober. Hat Benedikt also alle selbstauferlegte Zurückhaltung fahren lassen und sich sozusagen zurückgemeldet? Gibt es damit „zwei konkurrierende Machtzentren an der Kurie, mit Papst und Gegenpapst an ihrer Spitze“ (eine von Wolf zitierte Befürchtung)?

Fest steht, dass tatsächlich einige, denen der neue Papst Franziskus nicht so recht passt, versuchen, den emeritierten Papst für ihre Zwecke und Ansichten zu vereinnahmen. Darum ist allein der Eindruck, Benedikt XVI. lasse sich in dieses Spiel hineinziehen, durchaus schwerwiegend. Wolf sieht den „irrige(n) Eindruck, es gebe nun zwei Päpste“, auch durch die Tatsache befördert, dass der emeritierte Bischof von Rom weiter Weiß trägt und sich immer noch mit „Eure Heiligkeit“ anreden lässt. Konnte Benedikt, so fragt der Historiker, nicht einfach wieder ins Glied der Kardinäle zurücktreten, wie es im 15. Jahrhundert schon einmal zwei zurückgetretene Päpste „erfolgreich“ (Wolf) getan haben?

Wer die derzeitige Aufregung um Ratzinger-Benedikt-Heiligkeit-Emeritus aber einmal durch die Brille eines Literaturwissenschaftlers betrachtet, dem stellt sich der Fall etwas anders dar. Der vierte Band der Gesammelten Schriften Joseph Ratzingers, in dem sich der veränderte Aufsatz findet, ist mit Sicherheit kein Forum, über das ein Gelehrter wie Benedikt in aktuelle Debatten einzugreifen versuchen würde. Dies ist vielmehr eine „Ausgabe letzter Hand“, die „Summa“ eines jahrzehntelangen Forscher- und Denkerlebens. Hier geht es nicht darum zu dokumentieren, was jemand vor vierzig Jahren einmal geschrieben hat, sondern hier will ein großer Lehrer sein Erbe geordnet der Nachwelt übergeben.
Weiterlesen auf Radio Vatikan >>


Diskussion um Benedikt
Ein Schattenpapst im Vatikan?
Trotz seines Rücktritts im Februar 2013 lebt der Joseph Ratzinger weiter im Vatikan. Er empfängt Besucher und verfasst Kommentare zu aktuellen Diskussionen. Kritiker vermuten, der ehemalige Pontifex ziehe im Hintergrund noch immer die Strippen.
n-TV >>

Des Papstes neue Kleider
Greift Joseph Ratzinger mit Korrekturen seiner frühen Schriften in aktuelle kirchenpolitische Debatten ein? Wie sich das Missverständnis einer Doppelherrschaft an der Spitze der katholischen Kirche vermeiden ließe.
Hubert Wolf in der FAZ >>


Äußerung von Benedikt XVI.
Der Dagegen-Papst
Papst Benedikt hat den Schluss eines von ihm 1972 verfassten Aufsatzes zur Unauflösbarkeit der Ehe geändert und neu veröffentlicht.
Damit greift der emeritierte Papst in die Debatte über den Umgang der Kirche mit Geschiedenen ein und bricht sein selbstauferlegtes Schweigen - ein hochpolitisches Signal.
Weiterlesen in der Süddeutschen >>


Gegen das "Killer-Argument"
Reiner Zufall oder kirchenpolitisches Statement zur aktuellen Debatte? Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat einen 40 Jahre alten Aufsatz, den er selbst als junger Theologieprofessor verfasst hat, neu veröffentlichen lassen. Das Thema: die Unauflöslichkeit der Ehe. Das Besondere: Benedikt hat den Schluss umgeschrieben. Worum es genau geht und welche Bedeutung der Artikel hat, erklärt der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff im Interview mit katholisch.de >>


Professor Beinert zur Debatte um vermeintliche Einmischung Ratzingers
"Auch Benedikt XVI. kann seine Meinung ändern"
In einem gerade veröffentlichten Text Benedikts XVI. äußert er sich zu wiederverheiratet Geschiedenen in einer Weise, die von Manchen als unangemessene Einmischung verstanden wird. Prof. Wolfgang Beinert ordnet die Aufregung im domradio.de-Interview ein.
Domradio.de >>


Ratzinger 1972, Benedikt 2014
Die Neu-Herausgabe eines Aufsatzes des Theologen und Papstes mit erheblichen textlichen Änderungen weckt Irritationen. Das Thema: wiederverheiratete Geschiedene.
Christ in der Gegenwart >>

Mittwoch, 26. November 2014

Papst Franziskus besuchte Europaparlament und Europarat in Staßburg

Papst-Rede in Straßburg
Sorge um die Seele Europas
Papst Franziskus hat vor dem EU-Parlament zu einer Rückbesinnung auf die Werte der Europäischen Union aufgerufen: zur Achtung der Menschenwürde und zur Solidarität mit den Armen. Erneut kritisierte er die Flüchtlingspolitik.
Tagesschau.de >> (mit Video)

Pontifex in Straßburg
Papst fordert Besinnung auf Europas Werte
Papst Franziskus vermisst in Europa die Konzentration auf seine Werte, wie Achtung der Menschenwürde und Solidarität. Ein „gealtertes und erdrücktes“ Europa müsse wieder den Menschen in den Mittelpunkt der Politik stellen.
FAZ >>  (mit Video)

Der Papst im Europarat
Weckruf für einen müden Kontinent
Der Papst hat vor dem Europarat gesprochen. Dabei hat er die Vision eines jungen dialogbereiten Europas entfaltet, das sozial gerecht ist, Flüchtlinge aufnimmt, Arbeitslosen ihre Würde zurückgibt und Jugendlichen Perspektiven eröffnet.
Domradio.de >>

So katholisch wie nötig
Ein Europa für die Menschen, nicht für die Wirtschaft sollen sie schaffen, verlangt Papst Franziskus von Europas Politikern. Klug definiert er die neue Rolle der Kirche.
Ein Anklang an Martin Luther, ein Zitat von Ernesto Cardenal, ein Satz seines Vorgängers Benedikt – Philosophen würden Papst Franziskus einen Eklektiker nennen, einen, der sein Gedankengebäude aus ganz unterschiedlichen Bausteinen aufmauert. Viel Platz bekommen in seinem Gedankenhaus die Flüchtlinge.
Zeit-Online >>

Franziskus nennt Europa müde und bürokratisch
Der Papst empfiehlt den Europäern eine Rückbesinnung auch auf ihre religiösen Werte. Dringend notwendig sei eine gemeinsame Politik zur Rettung von Flüchtlingen.
Zeit-Online >>

Papst liest EU die Leviten
Papst Franziskus hat am Dienstag in einer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg die „Verabsolutierung der Technik“, Egoismus und hemmungslosen Konsumismus in der westlichen Welt kritisiert.
Religion.orf.at >>

Rede vor Europaparlament:
Papst geht mit Europas Flüchtlingspolitik hart ins Gericht
"Es nicht hinnehmbar, dass das Mittelmeer zum Massenfriedhof wird": Papst Franziskus hat vor dem Europaparlament die europäische Flüchtlingspolitik scharf kritisiert und zur Rückbesinnung auf Menschenwürde und Solidarität aufgerufen.
Spiegel-Online >>

Laute und stille Anerkennung
Der Papst ist da, und Straßburg steht still. Busse und Bahnen fahren nicht mehr, Schwimmbad und Tennisanlage im Stadtteil Wacken in der Nähe des Parlaments sind geschlossen. Während des Besuchs von Franziskus im EU-Parlament und im Europarat ist die Stadt an der Ill lahmgelegt. Bereits in den frühen Morgenstunden herrscht reges Treiben im Parlament. Rund 1.000 Journalisten sind nach Straßburg gereist, um den Papst auf seiner Stippvisite zu begleiten.
Katholisch.de >>

Rede des Papstes an das Europaparlament

An diesem Dienstag sprach der Papst vor dem Europaparlament. Hier lesen Sie eine Arbeitsübersetzung der Ansprache auf Radio Vatikan. ...»
Ansprache des Papstes an den Europarat

Bei seinem Besuch in Straßburg sprach der Papst vor dem Europarat. Hier eine Arbeitsübersetzung von Radio Vatikan. ...»

Dienstag, 25. November 2014

50 Jahre Konzils-Dekret zur Ökumene

Ökumene-Kreuz in Köln
Gottesdienste in ganz Deutschland
50. Jahrestag des Konzilsdekrets zur Ökumene
Mit zahlreichen Gottesdiensten hat die katholische Kirche am Freitag bundesweit an die Verabschiedung des sogenannten Ökumenismusdekrets vor 50 Jahren erinnert. Hier finden Sie einen Überblick über die Predigten und Ansprachen aus diesem Anlass.
Domradio.de >>

Predigten von Kardinal Woelki zur Ökumene (21.11.2014)
Als Video auf Domradio.de >>


Ökumene-Experte: „Wir können viel von anderen Kirchen lernen“
Die katholische Kirche kann durch die ökumenischen Gespräche sehr viel auch von anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften lernen. Das sagt im Interview mit Radio Vatikan Dietmar Winkler. Der Professor für Patristik und Kirchengeschichte in Salzburg ist seit 2006 Konsultor im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen. Seit genau 50 Jahren führt der Vatikan „offiziell“ ökumenische Gespräche.
Radio Vatikan >>


Vatikan feiert 50 Jahre Ökumene-Dekret
Am 21. November feiert der Vatikan das 50jährige Bestehen des Ökumenismus-Dekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils: Damals hatten die Konzilsväter mit überwältigender Mehrheit den Wunsch nach Gesprächen mit anderen christlichen Kirchen bekräftigt.
Radio Vatikan >>


Karl Kardinal Lehmann
„So denke ich ja manchmal beinahe selbst“
Der Bischof von Mainz, Kardinal Lehmann, tritt 2016 in den Ruhestand. Im Interview spricht er über die Ökumene, das Zweite Vatikanische Konzil und die Lehren aus dem Fall Tebartz-van Elst.
FAZ >>

Montag, 24. November 2014

Franziskus: Christen sollen Dienst nicht in Macht verwandeln

Papstmesse: Christen sollen Dienst nicht in Macht verwandeln
Dienen, ohne etwas zu verlangen: Diese Haltung nach dem Vorbild Jesu kennzeichnet den Christen. Das sagte Papst Franziskus bei der Morgenmesse an diesem Dienstag in der Casa Santa Marta. Der Papst warnte davor, sich des Dienstes zu bemächtigen „und ihn in eine Struktur der Macht zu verwandeln“. Im Tagesevangelium Lk 17, 7-10 stellt Jesus den Sklaven vor, der nach dem Dienst des Tages dem Herrn auch zu Hause dient.
Franziskus:

„Einige von uns würden diesem Mann raten, zur Gewerkschaft zu gehen und sich beraten zu lassen, wie er mit einem solchen Herrn umgehen soll. Jesus aber sagt: Nein, der Dienst ist umfassend. Denn er selbst hat mit dieser Haltung des Dienstes begonnen; Er ist der Diener. Er stellt sich vor als jener, der nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Und so zeigt der Herr den Aposteln den Weg jener, die den Glauben empfangen haben, jenen Glauben, der Wunder wirkt. Ja, dieser Glaube wird Wunder wirken auf dem Weg des Dienstes.“

Ein Christ, der die Gabe des Glaubens in der Taufe empfangen hat, aber nicht den Weg des Dienens geht, „wird ein Christ ohne Kraft, ohne Fruchtbarkeit“, so der Papst weiter, ja sogar „ein Christ für sich selbst, der sich selbst dient“. Der Dienst sei überdies nur ein einziger, man könne nicht zwei Herren dienen: „entweder Gott oder dem Reichtum“. Wie aber kann ein Christ in die Lage geraten, sich aus dem Dienst zu entfernen? Am Beginn steht die Trägheit, erklärte Franziskus:

„Die Trägheit entfernt uns vom Dienst und führt uns zur Bequemlichkeit, zum Egoismus. Es gibt viele solcher Christen. Sie sind brav und gehen zur Messe, aber dann verwässert ihr Dienst. Wenn ich aber Dienst sagte, meine ich alles: Dienst an Gott in der Anbetung, im Gebet, im Lobpreis; Dienst am Nächsten, Dienst bis zum Schluss, denn Jesus sagt das ganz deutlich: ,Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven‘. Ein unentgeltlicher Dienst, ohne etwas dafür zu verlangen.“

Noch einen zweiten Weg der Selbstentfernung aus dem Dienst skizzierte Franziskus: sich selbst der Lage zu bemächtigen. Schon die Jünger hätten das getan: „Sie entfernten die Leute, damit sie Jesus nicht störten, aber sie taten das im Grunde, um es selbst bequemer zu haben.“ Die Jünger bemächtigten sich der Zeit und der Macht des Herrn: „Sie wollten ihn für ihr kleines Grüppchen“. Und sie nahmen den Dienst „und verwandelten ihn in eine Struktur der Macht“.

„Im Leben müssen wir sehr gegen diese Versuchungen ankämpfen, die uns von der Haltung des Dienstes entfernen wollen. Die Trägheit führt zur Bequemlichkeit: ein halber Dienst; und das Sich-Bemächtigen der Situation, wenn aus dem Diener ein Herr wird, das führt zu Hochmut, zum Stolz, dazu, die Leute schlecht zu behandeln, sich selbst für wichtig zu nehmen, „weil ich Christ bin und das Heil habe“, und ähnliche Dinge. Der Herr gebe uns diese beiden großen Gnaden: die Demut im Dienst, damit wir uns sagen können: wir sind nutzlose Diener – aber Diener – bis zum Ende; und die Hoffnung im Warten auf das Erscheinen des Herrn, wenn er zu uns kommt.“
Radio Vatikan >>


Seid nicht faul
Messe in Santa Marta am 11. November 2014
Wie soll unser Glaube aussehen? So lautet die Frage der Apostel, und auch die unsere. Die Antwort lautet: »Ein Glaube, der in den Dienst« an Gott und am Nächsten »integriert ist«. Ein demütiger, unentgeltlicher, großzügiger Dienst, der niemals »auf halbem Wege« stehenbleibt. Nur so kann man sich wirklich öffnen für die Hoffnung auf die endgültige Begegnung mit Jesus.
Osservatore Romano >>

Sonntag, 23. November 2014

An der Quelle verwurzelt

Ein Leben lang dich abmühen
mit gutem Willen
jeden Morgen dich neu anstrengen
es allen recht zu machen…

Ein Leben lang
dich durch Leistung definieren
um den Erwartungen
der anderen
gerecht zu werden…

Es gibt eine andere Möglichkeit –
die mystische Lebensgestaltung:
Das Wesentliche ist schon da
du bist in der Quelle verwurzelt
du brauchst dich nicht zu beweisen
weil dein Wert aus deinem Sein entspringt

Aus dieser inneren Freiheit
schöpferisch
kämpferisch
leidenschaftlich sein –
wie Jesus.

Pierre Stutz, Der Stimme des Herzens folgen,
Herder Verlag, Fr. i. Br. 2005, 68.

Samstag, 22. November 2014

Wem "gehört" Martin Luther?

Martin Luthers Thesenanschlag an die Wittenberger Schlosskirche am 31. Oktober 1517 gilt als Startpunkt der Reformation und die Entstehung der protestantischen Kirche.
Der Reformator aus Wittenberg polarisiert bis heute: Die einen preisen ihn als Lichtgestalt des Protestantismus, andere betonen seine religiöse Intoleranz, grenzte er doch Andersdenkende gnadenlos aus.
Martin Luther polarisiert. Für die einen ist er der streitbare Reformator aus Wittenberg, der die evangelische Lehre wieder neu entdeckte. Für die anderen ist er ein Querkopf, der Andersgläubige ausgrenzte und die Spaltung der abendländischen Christenheit heraufbeschwor. Gleichwohl gehört Dr. Martin Luther zu den Persönlichkeiten, deren Wirken als epochal gilt – ganz offiziell. Die Schulbücher bezeichnen seine Reformation als einen jener vier Wendepunkte, die vor 500 Jahren nicht weniger als das Mittelalter beendeten und die Neuzeit einleiteten, das Zeitalter der Aufklärung.

In unserer "gefühlten" Geschichte war er es, der damals "unter den Talaren den Muff von 1000 Jahren" beseitigte, jedenfalls in seiner, der protestantischen Kirche, der ja wenigstens ein Hauch von Aufklärung anhaftet. Dabei stammt dieses geflügelte Wort gar nicht von ihm, sondern aus der Zeit der "'68er". Ausnahmsweise, denn ansonsten geht fast jede zweite solcher Phrasen auf Luther zurück oder zumindest auf seine Bibelübersetzung: "Dem Volk aufs Maul schauen", "auf Sand bauen", "im Dunkeln tappen", "Perlen vor die Säue werfen", "ein Buch mit sieben Siegeln" und viele mehr.
Weiterlesen auf Die Welt >>


Reformationsjubiläum
Martin Luther - Freiheitskämpfer oder Volksverhetzer?
Auf dem Weg zum großen Reformationsjubiläum 2017: Während die Ängstlichen den Berserker Luther am liebsten verstecken würden, feiern die Ahnungslosen ihn als Vorkämpfer eines pluralistischen Gemeinwesens. Beides ist verfehlt.
FAZ >>


Kritik an Martin Luther
Sechs Thesen gegen die Evangelische Kirche
95 Thesen schlug Martin Luther 1517 an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg an. Mit sechs Thesen antwortet der Berliner Historiker Wolfgang Wippermann auf das Bild, das sich seither die Öffentlichkeit von dem Reformator gemacht hat. In seiner "Kritik des deutschen Protestantismus" empfiehlt er den Protestanten einen Bußgang angesichts ihrer Geschichte.
Deutschlandfunk >>

Freitag, 21. November 2014

"Seelsorge-Beispiel" für den Neuen Pastoralen Weg der Seelsorgeräume?

Die jüngste Personalnachricht der Diözese gibt mir zu denken: welcher pastorale Weg wird hier gegangen?
Personalnachrichten
18. November 2014
Diözese Eisenstadt

In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde der hochw. Herr
Léon Variamanana, Priester der Erzdiözese Variamanana, Madagaskar, und zum Aushilfspriester in der Pfarre Lockenhaus sowie der Stadtpfarre Stadtschlaining und der Pfarren Oberkohlstätten, Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt i. T. mit Sitz in Lockenhaus ernannt. (14. November 2014)

Ein Priester wird zur Aushilfe - sprich: zum Messlesen - ernannt; innerhalb zweier Dekanate, entlang der Güns, im Tauchental und im Pinkatal!
1. Wie soll der arme Kerl das bewerkstelligen?
2. Wem dient er damit? Wie erleben die Gläubigen hierbei "Seelsorge" und Eucharistiefeier?


Vorstellung von Leon Variamanana 2010 im Ruster Pfarrblatt.

Donnerstag, 20. November 2014

Zölibat: Mit Rom unierte Ostkirchen dürfen weltweit verheiratete Männer weihen

Der Papst erlaubt die Priesterweihe verheirateter Männer in allen Regionen mit eigener ostkirchlicher Struktur.
Zölibat: Eine kleine Sensation
Kirchenrechtlich ist es eine kleine Sensation. Dennoch ging die Nachricht von der erweiterten Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt in den katholischen Ostkirchen zunächst unter. Ab sofort, so entschied der Papst, können nicht nur in den traditionellen ostkirchlichen Territorien verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern geweiht werden - also im Nahen Osten oder in Osteuropa.

Auch für ihre Gemeinden in der Diaspora gilt künftig keine Zölibatspflicht mehr, soweit dort eigene ostkirchliche Strukturen bestehen. Die neue Regelung soll der Migration und den Flüchtlingsströmen von Christen aus Nahost nach Europa, Amerika und Australien Rechnung tragen. Denn ein beachtlicher Teil der rund 20 Millionen "Unierten" aus den 23 verschiedenen ostkirchlichen Riten hat inzwischen seine Stammlande verlassen.

Die von der vatikanischen Ostkirchenkongregation verbreiteten "Päpstlichen Anordnungen für den verheirateten orientalischen Klerus" trägt zwar das Datum vom 14. Juni. Sie wurden damals jedoch nicht veröffentlicht. Erst mit der Aufnahme ins Amtsblatt des Heiligen Stuhls, die meist mit sechsmonatiger Verzögerung erscheinenden und medial kaum beachteten "Acta Apostolicae Sedis" (AAS), wurden sie jetzt publik. Der Vatikan wählt mitunter diesen Weg, wenn er Vorgänge nicht an die große Glocke hängen, sondern eher beiläufig in Kraft setzen will.

Franziskus entsprach der Bitte etwas überraschend

Bei ihrer Vollversammlung im November 2013 hatte die Ostkirchenkongregation den Papst gebeten, die Möglichkeit zur Priesterweihe für verheiratete Männer über die klassischen "Territorien" hinaus auszuweiten. Franziskus entsprach dieser Bitte ein halbes Jahr später - und vielleicht auch etwas überraschend. Denn noch 2008 hatte die Kongregation nach einer ähnlichen Diskussion die Zölibatspflicht, wie sie für Priester des lateinischen Ritus gilt, für die Ostkirchen in der Diaspora bekräftigt.

Allerdings modifizierte Papst Franziskus sein Plazet. Nur in Regionen mit eigener ostkirchlicher Struktur haben deren Leiter das Recht zur Priesterweihe von Verheirateten. Das gilt also für die bestehenden Metropolien, Eparchien oder Exarchate der katholischen Chaldäer, der Maroniten, Melkiten oder Ukrainer in Amerika oder Europa. In München etwa gibt es ein eigenes Exarchat für die unierten Ukrainer in Deutschland und Skandinavien. Allerdings muss der Exarch vor der Weihe eines verheirateten Ukrainers den für dessen Wohnort zuständigen lateinische Bischof informieren und sich über den Kandidaten erkundigen.

Bei fehlender Hierarchie sind die Hauptstadt-Kardinäle zuständig

In ostkirchlichen Ordinariaten ohne eigene Hierarchie geht diese Vollmacht an den zuständigen Ordinarius über. Das gilt etwa für Österreich oder Frankreich, wo die Hauptstadt-Kardinäle Christoph Schönborn oder Andre Vingt-Trois zugleich auch für die Unierten ihres Landes zuständig sind. Dies galt früher auch für Jorge Mario Bergoglio in Argentinien vor seiner Papstwahl. Sie können nach konkreter Information ihrer jeweiligen Bischofskonferenz und des Vatikan auch verheiratete Kandidaten weihen.

In Gebieten, wo Katholiken des östlichen Ritus keine eigene Kirchenstruktur haben und von den lateinischen Ortsbischöfen mitbetreut werden - etwa in Deutschland (mit Ausnahme der Ukrainer) -, gilt diese Sonderregelung nicht. Zuständig bleibt dann die Ostkirchenkongregation, die in konkreten Ausnahmefällen nach Abstimmung mit der jeweiligen Bischofskonferenz entscheidet.

Die Diskussion um die Tätigkeit verheirateter unierter Geistlicher im Westen begann Ende des 19. Jahrhunderts. Als Tausende unierte Ruthenen aus ihren osteuropäischen Stammlanden in die USA auswanderten, lösten ihre verheirateten Priester Protest der lateinischen Bischöfe aus. Daraufhin verbot der Vatikan 1890 verheirateten ruthenischen Geistlichen, sich in den USA niederzulassen.

Das Verbot wurde bald auf Kanada und dann auf alle Unierten ausgeweitet. Das Sonderrecht der ostkirchlichen Klerikerheirat sollte auf die Stammlande beschränkt bleiben.

Ausnahmegenehmigungen für Einzelfälle gab es aber immer wieder. Doch spätestens das Dekret "Anglicanorum coetibus" Benedikts XVI. warf die Frage mit neuen Aspekten auf. Das Dokument von 2009 ermöglicht übertrittswilligen anglikanischen Geistlichen in bestimmten Fällen eine Priestertätigkeit in der katholischen Kirche - auch wenn sie verheiratet sind.

Quelle: katholisch.de


Papst Franziskus erlaubt unierten Kirchen weltweit Priesterweihe von verheirateten Männern
Inzwischen ist es offiziell. Die Kongregation für die orientalischen Kirchen veröffentlichte neue, von Papst Franziskus approbierte Bestimmungen, die faktisch die Priesterweihe für verheiratete Männer und die Seelsorge verheirateter Priester der katholischen Ostkirchen auch außerhalb ihrer historischen Gebiete erlauben. Bisher galten aus historischen Gründen und aufgrund alter Unionsverträge Sonderregelungen in den klar umrissenen historischen Gebieten der mit Rom unierten Ostkirchen. Konkret waren dies der Nahe Osten und Teile des östlichen Mitteleuropas.
Katholisches.info >>

Mittwoch, 19. November 2014

Im Vatikan soll über Frauenpriestertum "offen diskutiert" werden

Culura femminili: Weibliche Kulturen - gleich und unterschiedlich
Päpstlicher Kulturrat für Frauenpriestertum?
Der Päpstliche Kulturrat unter der Leitung von Kardinal Gianfranco Ravasi scheint sich nicht nur mit Kultur und Sport zu befassen, sondern auch mit der Glaubenslehre, und das auf vermintem Boden. Jedenfalls wenn man den Worten des spanischen Claretinerpaters Pablo d’Ors glauben kann. In einem Interview für La Repubblica vom 5. November sagte er, daß für „die nächste Vollversammlung“ des Päpstlichen Kulturrats, die für 2015 zum Thema „weibliche Kulturen“ einberufen ist, eine „Öffnung“ in Richtung Frauenpriestertum feststehe. Er selbst werde daran teilnehmen und sei „absolut dafür“. Pablo d’Ors fügte noch hinzu: „Und ich bin nicht allein.“ Am vergangenen 1. Juli ernannte Papst Franziskus Pablo d’Ors zum Consultor des Päpstlichen Kulturrats.
Katholisches.info >>

Homepage von Päpstlicher Kulturrat>>



Vatican consultant ‘absolutely’ in favour of women priests
Excluding women ‘unacceptable’ says priest due to report to pontifical council
The Irish Times >>

Dienstag, 18. November 2014

Bürgermeister von St. Andrä: "Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt"

"Ehre, dass Heiliger Vater uns dankt"
Die Gemeinde ist den Plänen für ein orthodoxes Kloster aufgeschlossen, übt aber auch Kritik.

So viel Aufmerksamkeit hat St. Andrä am Zicksee noch nie erlebt. Seit bekannt wurde, dass in der rund 1400-Seelen-Gemeinde das erste orthodoxe Kloster Österreichs errichtet werden soll, ist der kleine Ort im Seewinkel in aller Munde. Selbst Papst Franziskus meldete sich in einem Schreiben an seinen "verehrten Bruder Bischof Ägidius Zsifkovics" zu Wort, dankte darin der Pfarre St. Andrä für die "wohlwollende und großherzige Unterstützung" und erteilte ihr ihren Segen.

Historisches Ereignis

Für Bürgermeister Erich Goldenitsch ist dies eine historisch Sache. "Es ist eine große Ehre für die Gemeinde, dass uns der Heilige Vater seinen Dank ausspricht." Auch der Besuch des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. vergangene Woche war für den Ortschef ein einzigartiges Ereignis. Das Treffen mit den orthodoxen Priestern sei gut verlaufen. "Es waren alle gesprächsbereit."

Obwohl Goldenitsch dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber steht, sind für ihn noch viele Fragen offen. "Leider hat uns die Diözese erst sehr spät über ihre Pläne informiert. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Gemeinde und auch die Bürger hätten sich vorab mehr Informationen gewünscht und wären gerne mehr in das Projekt miteingebunden worden."

Der Bürgermeister ist von der Diözese enttäuscht und hofft in Zukunft auf eine bessere Zusammenarbeit. "Der Gemeinderat muss die Umwidmung des Grundstückes einstimmig genehmigen. Dafür hätten wir gerne gewusst, was genau geplant ist." Und er betont: "Es wird nichts ohne die Bevölkerung gemacht."

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Montag, 17. November 2014

Frauen in der Kirche: Gleiche Würde - gleiche Rechte

Resolution der Katholischen Reformbewegungen am 15. November 20014

Frauen in der Kirche
Gleiche Würde – gleiche Rechte
Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten.
Warum könnt ihr die Zeichen der Zeit nicht deuten? (Lk 12, 56)

Die ungelösten Fragen nach der Stellung, der Würde und den Rechten der Frauen in der Kirche berühren zentrale Themen der Glaubwürdigkeit der Kirche.

In manchen Regionen der Erde hat Frauenverachtung furchtbare Folgen. Da kann die katholische Kirche nicht ohne Glaubwürdigkeitsverlust an der Diskriminierung der Frauen festhalten.

Gleiche Rechte für Männer und Frauen in der Kirche einzufordern, bedeutet keine Anpassung an einen beliebigen Zeitgeist. Vielmehr haben sich die Texte der Frohbotschaft den damals herrschenden patriar­cha­lischen Verhältnissen angepasst, obwohl gerade die Schöpfungstexte einen gleichrangigen Entwurf vom Menschen als Frau und Mann zeigen. Die Kirchenleitung muss die „Zeichen der Zeit“ wahrnehmen und ihr Menschen- und Geschlechter­verständ­nis gründlich überdenken, will sie nicht in eine hoffnungslose Situation geraten.

Daher darf auch die Priesterweihe für Frauen kein Tabu bleiben. In die Prüfung der Berufung zum Priesteramt müssen endlich auch Frauen einbezogen werden. Alle Erfahrungen der seelsorglichen Wirklichkeit belegen, dass die römische Kirche schon heute und erst recht in Zukunft Frauen in allen kirchlichen Ämtern braucht.

Der Ausschluss der Frauen von der Priesterweihe ist eine Diskriminierung, die man nicht Jesus mit dem Argument in die Schuhe schieben kann, er habe dazu keine Vollmacht erteilt. Schon auf aufgrund des natürlichen göttlichen Rechts ist jede Diskriminierung unzulässig; um sie abzustellen, bedarf es keiner besonderen Vollmacht.


Pressebericht
Frauen in der Kirche /Gleiche Würde – gleiche Rechte!
Studientag im Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten, 15. November 2014

Protest und Ermutigung

Gleiche Würde wird den Frauen auch in der römisch-katholischen Kirche schon zugestanden, gleiche Recht werden ihnen aber immer noch verweigert. Die „Laieninitiative“, gemeinsam mit den anderen Reformbewegungen, richtete im Bildungshaus St. Hippolyt (St. Pölten) einen Studientag aus, der sich mit Ursachen und Folgen kirchlicher Frauendiskriminierung beschäftigte. Mit 130 TeilnehmerInnen war  die Tagung ein bemerkenswerter Erfolg.

Ist die Bibel schuld?
Während der Papst eine „vertiefte Theologie der Frauen“ fordert, wird in Rom übersehen, dass es diese schon längst gibt. Die Grazer Alttestamentlerin Univ.- Prof. Dr. Irmtraud Fischer zeigte, dass die Bibel für Frauendiskriminierung nicht in Anspruch genommen werden kann, obwohl sie in einer patriarchalischen Gesellschaft entstanden ist. Die Schöpfungstexte stellen Frau und Mann als ebenbürtig dar; das wird allerdings durch tendenziöse Bibelübersetzungen  verschleiert.

Behutsamkeit statt Ungeduld
Ein persönliches Bekenntnis legte der oberste Benediktiner Österreichs, Abtpräses Mag. Christian Haidinger ab: Seine Erfahrung lehrte ihn, dass Frauen durchaus zum Priesteramt berufen sind. Er ist überzeugt, dass alle Ämter in der Kirche schließlich auch Frauen offenstehen werden, aber er verwahrte sich dagegen, dass Frauen zur Selbsthilfe greifen und schon jetzt Eucharistiefeiern leiten.  Haidinger trat für ein behutsames Vorgehen ein und machte darauf aufmerksam, dass Frauenweihe in der römischen Kirche zu einem Bruch mit den Kirchen der Orthodoxie führen würde.

Eine Frage der Menschenrechte
Aktuelle Meinungsforschungen ergeben, dass der Hype des Feminismus längst vorbei ist und damit auch der Druck von außen auf Veränderungen in der Kirche geringer geworden ist. Dr. Petra Steinmair-Pösel, Habilitantin an der Wiener Theologischen Fakultät, folgerte daraus:  Umso wichtiger ist die Einsicht, dass es sich bei der Forderung nach gleichen Rechten für Frauen um keine Anpassung an den Zeitgeist handelt, sondern um eine Forderung der Menschenrechte, für die die Kirche nach außen gern ein tritt, während sie diese im Inneren nicht gelten lässt.

Eine klare Resolution
Die Tagung wurde durch knappe Erfahrungsberichte von Theologinnen und einer Ordensfrau angereichert und mit einer allein von Frauen gestalteten Wortgottesfeier abgeschlossen. Die Jahrzehnte lange  Unzufriedenheit mit der Stagnation in der Kirche  drückte sich schließlich in einer sehr deutlichen Resolution aus, die von den TeilnehmerInnen unterschrieben wurde (siehe Beilage). Während Statements und Diskussionen auch immer wieder ein härteres Vorgehen der Frauen forderten, blieb doch die Einsicht vorherrschend, dass den Frauen in den letzten Jahrzenten viele neuen Möglichkeiten zugewachsen sind. Die Ermutigung, alles Gegebene zu nutzen, würde auch die  Gleichberechtigung weiter vorantreiben.



Haidinger: Beim Nein zu Frauen-Priesteramt wird es nicht bleiben
Abtpräses Christian Haidinger bei Studientag katholischer Gruppen über Frauen in der Kirche - Resolution fordert Ende der Diskriminierung von Frauen
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Sonntag, 16. November 2014

Deine Begabungen

Hat dir schon einmal ein Mensch gesagt,
dass du schön bist,
dass sich tief in deiner Seele
eine innere Schönheit verbirgt,
dass du durch dein Lachen
einen Menschen froh machen
und dich durch den Ernst deines Schweigens
ganz auf einen andern einstimmen kannst?

Ahnst du eigentlich,
wie viele Möglichkeiten,
welch kostbare Begabungen
noch in dir schlummern,
die im Laufe deines Lebens
von dir betreut werden wollen,
um dich zu der Vollendung
deiner einmaligen Schönheit hin
wachsen und reifen zu lassen?

Manches in dir fügt sich,
wenn du dich nicht allem fügst!

Werkmappe Jugendgottesdienste, Innsbruck 21997,
Zum Nachdenken 101.

Freitag, 14. November 2014

"Keine klassische Studenten-WG"

Hauskapelle von Bischof Stefan Oster
Der Passauer Bischof Stefan Oster (49) führt in einem neuen Video seines Bistums durch die gerade renovierte Bischofswohnung, die er noch vor Weihnachten zusammen mit drei Mitbewohnern beziehen will. Vor kurzem hatte Deutschlands jüngster Diözesanbischof angekündigt, in Kürze eine Wohngemeinschaft zu gründen. Der Einzug ist bis Anfang Dezember geplant.

In dem Video zeigt er die drei Zimmer, die er selbst bewohnen will, die Gemeinschaftsräume und die Kapelle. "Von einer WG im klassischen Studentensinn kann man nicht ganz sprechen, aber natürlich gibt es im ersten Stock auch einen Gemeinschaftsraum, in dem wir gemeinsam essen, reden, arbeiten oder auch mal gemeinsame Bekannte treffen können", betonte Oster. "Ganz wichtig ist mir auch die kleine Kapelle, in der wir - so hoffe ich - auch das geistliche Leben miteinander teilen."

Mitbewohner des Bischofs vorgestellt
Am Donnerstag hat das Bistum Passau auch Osters künftige Mitbewohner vorgestellt: Ordensschwester Conrada Aigner von den Schwestern vom Hl. Kreuz in Altötting wird als Referentin für Exerzitien und Spiritualität für das Bistum tätig sein. Eckhard Hub (46) und Stefanie Wanner (23), die Oster aus seiner Zeit in der Salesianer-Hochschule in Benediktbeuern kennt, werden vorerst für ein Jahr in die bischöfliche Wohngemeinschaft ziehen und für dieses Jahr befristet beim Bistum teilzeitbeschäftigt sein.

Wanner soll sich um die Organisation des Archivmaterials und Aufbau eines Archivs des Regensburger Philosophen Ferdinand Ulrich kümmern sowie für Sekretariatsarbeiten zur Verfügung stehen. Ulrich ist einer der wichtigsten akademischen und geistlichen Lehrer des Bischofs. Über ihn verfasste Oster auch seine theologische Habilitationsschrift.

Hub soll den Bischofsfahrer vertreten, in der bischöflichen Kapelle Mesnerdienste leisten sowie Hausmeisterdienste übernehmen, teilte das Bistum mit. Alle Bewohner entrichten nach Angaben des Bistums für ihre Appartements die ortsübliche Miete. Eine klassische Haushälterin zieht nicht ein. Wie die "Passauer Neue Presse" (Donnerstag) berichtet, will der Bischof ab und an selbst mit seinen Mitbewohnern kochen. (KNA)
Quelle: katholisch.de

Donnerstag, 13. November 2014

Stiftungsurkunde für orthodoxes Kloster beim Martini-Festgottesdienst überreicht

Martini-Festgottesdienst im Zeichen der Ökumene
Zum Großereignis mit internationaler Beteiligung wurde der Martini-Festgottesdienst im Eisenstädter Dom. Aus Sicht der Diözese gar ein „weltkirchliches Gipfeltreffen der Ökumene“. Grund war die Teilnahme des Patriarchen von Konstantinopel Bartholomaios I.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde die Stiftungsurkunde für das neue Kloster in deutscher und griechischer Sprache verlesen. Mit dem Kloster soll den orthodoxen Christen Pannoniens eine spiritueller Ort geschenkt werden, heißt es in der Urkunde. Das neue Kloster solle „einen Raum gelebter, von Nächstenliebe und Respekt getragener Ökumene zwischen orthodoxen und katholischen Christen“ ermöglichen.
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Bartholomaios: „Großer Schritt in Richtung Einheit“
Mit dem Patriarchen waren auch Metropolit Arsenios (Kardamakis) und weitere Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel nach Eisenstadt gekommen, Superintendent Manfred Koch vertrat die evangelische Kirche. Die Diözese Eisenstadt hat der Griechisch-orthodoxen Kirche in Österreich ein kirchliches Grundstück in St. Andrä am Zicksee zur Verfügung gestellt. Dort soll das erste orthodoxe Kloster Österreichs entstehen.

Patriarch Bartholomaios dankte der Katholischen Kirche im Burgenland für die Hilfe bei der Errichtung eines orthodoxen Klosters. Dieses neue Kloster solle zur Einheit der Christen beitragen, betonte der Patriarch in seiner Ansprache zum Martinsfest-Gottesdienst. Er sprach von einem „historischen Tag“ und einem großen Schritt in Richtung Einheit der Christen.

Der offizielle theologische Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche müsse noch viele Herausforderungen bestehen, räumte Bischof Zsifkovics in seinem Grußwort an den Ökumenischen Patriarchen ein, „doch wir dürfen dabei nicht vergessen, dass die volle und sichtbare Einheit aller Söhne und Töchter Jesu in erster Linie nicht durch Debatten und Konsenspapiere zu erreichen ist“. Die Einheit sei nicht „machbar“, die Einheit der Christen sei kein intellektueller sondern ein spiritueller Prozess.

„Wartet nicht auf die Theologen“, zitierte der Eisenstädter Bischof Papst Franziskus, der zu mehr Bemühungen in der Ökumene aufgerufen hatte. Zsifkovics: „Wir sollen zusammen vorangehen, füreinander beten und miteinander Werke der Barmherzigkeit tun und dabei nicht erst auf Einigung in theologischen Fragen warten.“ Wichtiger als Konsenspapiere und ökumenische Erklärungen sei es, „dass wir alle in der Liebe und im Glauben wachsen. Dann wird uns auch eines Tages die Einheit geschenkt werden.“
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Kurienkardinal Kurt Koch mit Bischof Zsifkovics
Papst Franziskus: Danke für orthodoxes Kloster als Zeichen gelebter Ökumene
Der historische Besuch von Bartholomaios I. und die Stiftung des Grundes für das 1. Orthodoxe Kloster Österreichs auf burgenländischem Boden durch die Diözese Eisenstadt wurden beim Martinsfest der Diözese mit einer persönlichen Grußbotschaft von Papst Franziskus gekrönt. Kurienkardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und somit der „Ökumene-Minister“des Vatikans, verlas im übervollen Martinsdom das von Freude und Herzlichkeit getragene päpstliche Dokument.
martinus.at >>

"Christen im Mittleren Osten schützen"
Wenn man so will, ist Patriarch Bartholomaios I. der Papst des Ostens. Er ist das Oberhaupt von 250 bis 300 Millionen orthodoxen Christen weltweit. Anlässlich der Übereinkunft für das erste orthodoxe Kloster in Österreich weilte er in der Alpenrepublik und gab dem KURIER als einzigem Medium des Landes ein ausführliches Interview.
Kurier >>


Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios im Burgenland:
"Großer Schritt in Richtung Einheit"
Orthodoxe Kirche in Österreich >>



Kanzelwort zum Martinsfest 2014

Klosterkirche in Leoben an Orthodoxe übergeben

Patriarch Bartholomaios war auch in der Steiermark, wo er am Sonntag in Leoben die Klosterkirche der Redemptoristen übergeben bekam.
Allerdings mit weniger Aufsehen als bei uns. Nicht einmal ORF-Steiermark berichtete darüber.

Klosterkirche der Redemptoristen in Leoben
Patriarch Bartholomaios I. besuchte Leoben
Klosterkirche an Orthodoxe übergeben. Diözesanbischof Kapellari: Ökumenisches Miteinander soll wachsen.
Bischof Kapellari würdigte die vom Patriarchen geleitete große Heilige Liturgie, "ich und die anderen hier versammelten Katholiken haben ergriffen durch die Schönheit und mystische Tiefe dieser Liturgie daran teilgenommen". Vom Ziel der Ökumenischen Bewegung, nämlich einer vollen eucharistischen Altargemeinschaft, seien die katholische und orthodoxe Kirche noch entfernt, bedauerte Kapellari. "Wir müssen aber jede Eigenmächtigkeit im Umgang mit unserer großen Tradition vermeiden, weil es sonst zu mehr Spaltung und nicht zu mehr Einheit käme."
Katholische Kirche Steiermark >>


Eine Kirche für alle Christen
Die Leobener Klosterkirche St. Alfons wird zu einem besonderen Ort der ökumenischen Begegnung.
Meine Woche.at >>

Mittwoch, 12. November 2014

Stühlerücken im Vatikan

Papst trifft wichtige Personalentscheidungen
Stühlerücken im Vatikan
Papst Franziskus hat zwei wichtige Ämter in der Leitung der katholischen Weltkirche neu besetzt. Er ernannte Erzbischof Paul Richard Gallagher zum neuen vatikanischen Außenminister. Den bisherigen Amtsinhaber, Dominique Mamberti, machte er zum Präfekten des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur.
Da löst Mamberti Kardinal Raymond Leo Burke (66) ab. Burke wurde vom Papst zum Kardinalpatron beim Malteserorden ernannt. Der Amerikaner, der als einer der schärfsten konservativen Kritiker einer moraltheologischen Öffnung der katholischen Kirche gilt, hatte seine bevorstehende Versetzung bereits im Oktober selbst angekündigt.
Mit Gallagher, zuletzt Apostolischer Nuntius in Australien, ist zum ersten Mal ein Brite vatikanischer Außenminister. Als "Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten" leitet er die Zweite Sektion des Kardinalstaatssekretariats. Erzbischof Mamberti, den Benedikt XVI. 2006 ins Amt berief, blieb bei der Gestaltung der vatikanischen Außenpolitik in der öffentlichen Wahrnehmung eher zurückhaltend.
Domradio.de >>


Papst besetzt Top-Posten im Vatikan um
Papst Franziskus besetzt Schlüsselpositionen im Kirchenstaat neu. (Archivfoto) Foto: dpa
Der Papst treibt die Erneuerung der Kurie voran. Dafür besetzt er Schlüsselposten neu. An der Spitze des obersten Gerichtshofs des Kirchenstaats löst Franziskus einen konservativen Kardinal ab und ernennt einen neuen „Außenminister“.
Kölnische Rundschau >>


Burkes Abschied vom Vatikan

"Schon lange gekriselt"
Der Papst hat jetzt seinen Chefjuristen, Kardinal Raymond Burke, abgesetzt. Burke soll den Papst massiv und wiederholt kritisiert haben. Jörg Bremer, Rom-Korrespondent der FAZ, erklärt im domradio.de-Interview die Hintergründe.
Domradio.de >>


Kraftprobe im Vatikan
Franziskus entmachtet Hardliner
Rom - Nach der Bischofssynode spitzt sich die Kraftprobe des Papstes mit Traditionalisten im Vatikan weiter zu: Jetzt wurde Papst-Kritiker Kardinal Burke abberufen. Es ist ein klares Signal
Merkur-Online >>



Diskussion zur ablehnenden Haltung der "Traditionsverbundenen" der Familiensynode gegenüber:

Burke: Vielen kommt es vor, als habe die Kirche den Kompass verloren

Kurienkardinal Raymond Leo Burke, Präfekt der Apostolischen Signatur, äußerte sich im Interview offen über seine Eindrücke von der Bischofssynode zu Ehe und Familie.
Kath.net >>

Keine Kapitulation vor dem Zeitgeist
Die Zukunft der Kirche kann nur in der Rückbesinnung auf ihre Wurzeln liegen: Gedanken zur Bischofssynode.
Kommentar von Pater Stefan Frey (Distriktoberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. für Österreich) in der Presse >>

Kirche: In 2000 Jahren immer wieder geändert
Die heurige Bischofssynode war keine Niederlage der Reformer. Papst Franziskus will die katholische Lehre im Licht gesellschaftlicher Veränderungen anwenden. Die "geistigen Erdbeben" werden vielen guttun.
Kommentar von Hubert Feichtlbauer (freier Journalist) in der Presse >>

Die Kapitulation vor dem Evangelium
Papst Franziskus schützt die Kirche – zum Ärger vermeintlich Frommer.
Kommentar von Paul Zulehner (katholischer Priester und em. Universitätsprofessor für Pastoraltheologie) in der Presse >>

Dienstag, 11. November 2014

Patriarch Bartholomaios besuchte St. Andrä am Zicksee

Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen, kam am Montag nach St. Andrä. Dort soll das erste orthodoxe Kloster in Österreich entstehen.
Nachdem Bischof Zsifkovics den orthodoxen Gästen das Grundstück gezeigt hatte - von der Anwesenheit politischer Gemeindevertreter wurde im ORF-Beitrag nichts erwähnt -  gab es in der Pfarrkirche ein Friedensgebet.




Burgenland-HEUTE-Beitrag vom 10.11.2014 >>


Bartholomaios I. in St. Andrä
Das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen, Bartholomaios I., der Patriarch von Konstantinopel, besuchte am Montag das Burgenland. Zusammen mit Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics besuchte er die Pfarre St. Andrä am Zicksee, wo ein orthodoxes Kloster entstehen soll. Erste Station war dabei das von Bischof Ägidius Zsifkovics zur Verfügung gestellte Grundstück am Ortsrand, wo bald ein orthodoxes Kloster entstehen soll - mehr dazu in Orthodoxes Kloster: Warten auf Umwidmung.

Er könne verstehen, dass manche Menschen dem Klosterprojekt noch reserviert gegenüberstehen, sagte der Metropolit von Österreich, Arsenios Kardamakis in St. Andrä. „Man hat Angst am Anfang, wenn man etwas nicht gut kennt. Warten Sie bis wir uns kennenlernen und dann bin ich sicher, dass es kein Problem geben wird“, so Kardamakis.
Burgenland.orf.at >>

Pfarrhomepage St. Andrä >>



Ankündigung des Ereignisses in Der Standard:
Patriarch von Konstantinopel besucht das Burgenland
Der Patriarch von Konstantinopel besucht zu Martini das Burgenland, wo Österreichs erstes orthodoxes Kloster entsteht. Bartholomaios I. dankt für diese "Martinstat". Der Heilige erzählt aber nicht nur vom Teilen
Der Standard >>


Aktuell aus dem Bistum Essen:
Sankt Martin war ein guter Mann, der auch als Playmobil-Figur im Netz berühmt werden kann…
Das Bistum Essen hat die Legende in einem Stop-Motion-Video mit Playmobil-Figuren nachgestellt.
Sankt Martin Video auf Bistum Essen >>

Montag, 10. November 2014

Missbrauchsvorwürfe gegen die Geistliche Familie “Das Werk”

Der ORF stellte zwar weitere Niederlassungen von "Das Werk" in mehreren Ländern Europas, in den USA und in Jerusalem fest, erkannte aber nicht, dass die Wiener Mail-Kontaktadresse aus der Erzdiözese Wien stammt.
Georg Gantioler, Sprecher des Ordens, empfängt den ORF vor dem Priesterhaus
Das Werk: Aussteiger erheben schwere Vorwürfe
Die geistliche Gemeinschaft Das Werk mit Hauptsitz in Vorarlberg gilt Kritikern seit Jahren als zweifelhafte ultrakonservative Hochburg innerhalb der katholischen Kirche. Jetzt melden sich Aussteiger zu Wort - und üben scharfe Kritik.

Er habe am Ende jeden Tag geweint, erzählt der Engländer Darren Canning, der sechs Jahre lang Mitglied der Gemeinschaft war, im Gespräch mit dem ORF-Religionsmagazin „Orientierung“. „Ich habe immer gehofft und darum gebetet, einfach zu sterben. Es war die Hölle.“ Canning stieg 2003 aus der Gemeinschaft aus. Er stand vor dem Nichts, hatte weder Ausbildung noch Geld und musste sich in seinem Heimatland ein völlig neues Leben aufbauen.
Das Werk wurde 1938 von der Belgierin Julia Verhaeghe (1910 bis 1997) gegründet. 2001 wurde sie vom damaligen Papst Johannes Paul II. als „Familie des geweihten Lebens päpstlichen Rechts“ anerkannt. Zur Gemeinschaft gehören eine Schwestern- und eine Priestergemeinschaft. Darüber hinaus gibt es auch nicht-geweihte männliche und weibliche „Mitglieder im weiteren Sinn“. Das Werk betreibt neben dem Hauptquartier im Kloster Thalbach in Bregenz weitere Niederlassungen in mehreren Ländern Europas, in den USA und in Jerusalem.
Weiterlesen auf Religion.orf.at >>


Missbrauchsvorwürfe gegen “Das Werk” in Bregenz
Sie sprachen von Missbrauchsfällen und der Einschränkung der persönlichen Freiheit innerhalb der Gemeinschaft, berichtete der ORF Radio Vorarlberg. Der Vatikan soll “Das Werk” ein Jahr lang intensiv untersucht haben.
VOL.at >>


Vorwürfe: Das Werk räumt Fehler ein (Mit Videos)
Mehrere ehemalige Mitglieder der katholischen Gemeinschaft Das Werk in Bregenz berichten von Einschränkung der persönlichen Freiheit und sexuellen Übergriffen. Ein Sprecher räumt jetzt Fehler ein, die gehörten aber der Vergangenheit an.
Vorarlberg.orf.at >>





Beispiele der jüngsten Zeit, wo rasch und konsequent entschieden wurde:

Argentinien: In den Laienstand versetzt
Radio Vatikan >>

Missbrauch: Vier Jahre Haft für TV-Priester in Chile
Wegen sexuellen Missbrauchs ist ein prominenter katholischer Priester in Chile zu vier Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Das Mitglied der „Legionäre Christi“ beteuert seine Unschuld.
Religion.orf.at >>

Priester wegen "sexueller Grenzüberschreitung" beurlaubt
Der Würzburger Bischof Hofmann hat einen Priester beurlaubt. Der Vorwurf: "sexuelle Grenzüberschreitung gegenüber einer minderjährigen Person".
Die möglichen Vergehen sollen nicht strafbar gewesen sein.
Süddeutsche Zeitung >>

Sonntag, 9. November 2014

Warten auf das große Fest

Warten wie…

ein Läufer auf den Startschuss,
ein Wächter auf das Signal,
ein junger Mensch auf das Leben,
ein Schuldiger auf Vergebung,
ein Trauriger auf das Fest,
ein Suchender auf das Gefundenwerden,
ein Liebender auf die Begegnung.

Und wenn die Nacht lang wird,
das Licht nicht verglimmen,
das Herz nicht zagen lassen:
Warten auf das große Fest –
warten.

Eleonore Beck, Messbuch ’90,
Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer, 698.

Freitag, 7. November 2014

Papst Franziskus: Eine Kirche, die nicht mit dem Bischof einig ist, ist eine kranke Kirche!

Papst bei der Generalaudienz: Bischöfe sollen dienen – Lob der Kollegialität

Eine Kirche, die nicht einig ist, ist nicht gesund – dies hat der Papst an diesem Mittwoch am Beispiel des Bischofsamtes ausgeführt. Die Mütterlichkeit der Kirche komme vor allem im Bischof zum Ausdruck, so Franziskus im neuesten Teil seiner Katechesen-Reihe über das Wesen der Kirche. Er ging von Mahnungen des Apostels Paulus an seinen Schüler, den Bischof Titus, über die „Tugenden“ eines Bischofs aus. Bischöfe sollten ein „lebendiges Zeichen der Anwesenheit des Herrn“ in den Glaubensgemeinschaften sein, formulierte der Papst.

„Wir verstehen also, dass es sich nicht um eine Position mit Prestige handelt oder um ein Ehrenamt. Das Bischofsamt ist keine Auszeichnung, sondern ein Dienst! Und so hat es Jesus gewollt. In der Kirche darf kein Platz sein für eine weltliche Mentalität, die sagt: ,Dieser Mann hat in der Kirche Karriere gemacht und ist Bischof geworden…‘ Nein, nein! Bischof sein heißt, immer die Augen auf Jesu Beispiel zu richten, der als guter Hirte nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben für die Schafe hinzugeben.“

Das Bischofsamt suche und erbitte man nicht, man „kauft es nicht“, fuhr der Papst fort, sondern man empfange es in Demut, um zu dienen.

„Es ist traurig, wenn man einen Mann sieht, der dieses Amt sucht und viel unternimmt, um dorthin zu kommen - und der dann, wenn er es innehat, nicht dient, sondern sich aufplustert und nur für seine Eitelkeit lebt.“

Als Jesus seine Apostel berief, wählte er sie zusammen aus, erinnerte der Papst weiter: Er begriff sie als Familie, nicht separat. Das gelte auch heute, so Franziskus, der hier auch auf das Papstamt zu sprechen kam.

„Auch die Bischöfe bilden ein einziges Kollegium, rund um den Papst, der Hüter und Garant der tiefen Einheit ist, die Jesus und seinen Aposteln sehr am Herzen lag. Wie schön ist es, wenn die Bischöfe mit dem Papst diese Kollegialität ausdrücken und versuchen, mehr und mehr, mehr und mehr zu Dienern der Gläubigen zu werden, zu Dienern der Kirche! Wir haben dies vor kurzem bei der Synode zur Familie erlebt.“

Der Papst würdigte Bischöfe in anderen, weit entfernten Teilen der Welt, die sich trotz großer Entfernung und kultureller Unterschiede in Einheit fühlten mit der katholischen Weltkirche, die „in Christus“ einig sei. Und er betonte:

„Es gibt keine gesunde Kirche, wenn die Gläubigen, die Diakone und Pfarrer nicht mit dem Bischof vereint sind. Eine Kirche, die nicht mit dem Bischof einig ist, ist eine kranke Kirche! Jesus hat diese Einheit aller Gläubigen mit dem Bischof gewollt, auch der Diakone und Presbyter.“

Wir alle sind Sünder, fügte der Papst an. Und er bat um das Gebet der Gläubigen für ihre Bischöfe und den Bischof von Rom, damit sich diese den von Paulus formulierten Tugenden des Bischofs annäherten.
Radio Vatikan >>


Auf Italienisch mit Originalton-mp3:

Il Papa all'udienza generale: essere vescovi non è onorificenza ma servizio

Donnerstag, 6. November 2014

Orthodoxe Klosterstiftung als Martins-Tat von Bischof Zsifkovics

Im Frühsommer dieses Jahres hatte Metropolit Arsenios Kardamakisin die Diözese Eisenstadt um Unterstützung für eine orthodoxe Klostergründung gebeten.

Bischof Ägidius Zsifkovics wird beim Martinsfest 2014 eine Martins-Tat der Solidarität setzen und der Metropolis von Austria dafür ein kirchliches Grundstücks in St. Andrä am Zicksee zur Verfügung stellen.

„Der Gemeinderat muss dieses Grundstück umwidmen. Und deswegen habe ich auch mit der Diözese vereinbart, dass der Gemeinderat eine detaillierte Information über das anstehende Projekt bekommt“, so der Bürgermeister von St. Andrä auf orf.at.

Da man in den Medienberichten zur Klostergründung kaum etwas über die orthodoxe Kirche erfahren kann, hier ein lesenswerter Artikel über Patriarch Bartholomaios und die aktuelle orthodoxe Kirchengeschichte:

„Mehr Offenheit für die Minderheiten"
Patriarch Bartholomaios wünscht sich einen Nachfolger, der bereit ist zum Dialog mit den anderen christlichen Kirchen und mit dem Islam.
Die Tagespost >>

Orthodoxe Kirchen
Leserservice der Vorarlberger Nachrichten >>

Biographie:
Patriarch Bartholomaios I., ökumenischer Patriarch von Konstantinopel
Religion.orf.at >>
Wikipedia.de >>

Medienberichte zur orthodoxen Klosterstiftung im Seewinkel:

Erstes orthodoxes Kloster Österreichs entsteht im Burgenland

Bischof Ägidius und Metropolit Arsenios
Im Burgenland, in St. Andrä am Zicksee im Seewinkel, entsteht das erste orthodoxe Kloster in Österreich. Die Diözese Eisenstadt stellt dafür – einer Bitte von Metropolit Arsenios folgend – ein Grundstück zur Verfügung. Der Metropolit und der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics betonen, dass damit “ein sichtbares Zeichen gelebter Ökumene” gesetzt werden soll. Das neue Klostergebäude soll sich in seiner architektonischen Gestaltung “harmonisch in die Landschaft” einfügen. Metropolit Arsenios: “Das neue Kloster soll ein Ort des Gebetes sein, ein geistliches Ausstrahlungszentrum für alle orthodoxen Christen im pannonischen Raum und ein Haus gelebter Ökumene zwischen den Gläubigen unserer beiden Kirchen.” Der Metropolit erhofft sich von dem Kloster neue Impulse in der Ökumene.
Weiterlesen auf Metropolis von Austria >>


Orthodoxes Kloster: Warten auf Umwidmung
In St. Andrä (Bezirk Neusiedl am See) entsteht - wie berichtet - das erste orthodoxe Kloster in Österreich. In der Tourismusgemeinde steht man der Errichtung offen gegenüber. Das Grundstück muss aber noch vom Gemeinderat umgewidmet werden.
burgenland.orf.at >>


Diözese Eisenstadt ermöglicht Gründung des 1. Christlich-orthodoxen Klosters in Österreich
Bischof Zsifkovics wird den Besuch von Bartholomaios I. beim Martinsfest 2014 dazu nutzen, eine besondere Martins-Tat der Solidarität zu setzen, die gleichzeitig eine kirchenpolitische Pioniertat darstellt: Mit der Zurverfügungstellung eines kirchlichen Grundstücks in St. Andrä am Zicksee an die Metropolis von Austria soll im Seewinkel die Gründung des 1. Orthodoxen Klosters in Österreich ermöglicht werden.
aktuell.martinus.at >>


Patriarch Bartholomaios I. besucht Österreich
Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., besucht von 6. bis 11. November Österreich. Grund des Besuchs ist das 50-Jahr-Jubiläum der Stiftung Pro Oriente.
Religion.orf.at >>


Unsere Pfarre wird Heimat für Christen des östlichen Ritus
Homepage der Pfarre St. Andrä >>

Mittwoch, 5. November 2014

Kirche leer, Kasse voll

Trotz Mitgliederschwund verzeichnen die Kirchen Steuereinnahmen auf Rekordniveau. Dennoch führen sie ihren Sparkurs fort – zum Unmut vieler Gläubigen und Mitarbeiter

Die Hüft-Knie-Gruppe ist schon da, als Penelope Somaraki mit schnellen Schritten durch die Tür eilt. Ein halbes Dutzend Männer und Frauen macht sich im Wasser des Therapiebeckens der Aachener Schwertbad-Klinik warm für die Übungsstunde. Penelope Somaraki ist Physiotherapeutin, und jetzt sorgt sie dafür, dass es ihren Hüft-Knie-Patienten wieder besser geht.

Derzeit kämpfen Somaraki und einige ihrer Kollegen bei ihrem Arbeitgeber für eine bessere Bezahlung in der Reha-Klinik, die einer katholischen Holding gehört. "Immer wieder hören wir nur, dass wir sparen müssen. Wir haben auf Lohn verzichtet, und viele von uns werden auch heute noch unter dem bezahlt, was der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst eigentlich vorsieht", klagt Somaraki. Nur: Dieser Tarifvertrag soll in ihrem katholischen Haus nicht gelten. Hier wird offenbar erwartet, dass man auch mal für Gotteslohn arbeitet.
Welt am Sonntag >>

Dienstag, 4. November 2014

Weil er schwul ist: Mann darf nicht Pfarrgemeinderat werden

Der ehemalige Mönch Horst Fritze aus Wörleschwang ärgert sich über die katholische Kirche. Weil er mit einem Mann zusammen ist, durfte er nicht Pfarrgemeinderat werden.
Horst Fritze war einmal Mönch und wollte Pfarrgemeinderat werden. Er durfte nicht, weil er mit einem Mann liiert ist. Dabei möchte die katholische Kirche Homosexuelle einbinden. 

Im Lauf seines Lebens hat sich Horst Fritze zweimal entschieden, Mönch zu werden. Das erste Mal 1989. Damals ging er als Novize ins Kloster Königsmünster in der Diözese Paderborn. Weil sich das Klosterleben für ihn nicht richtig anfühlte, trat er nach einem Jahr wieder aus. Zwölf Jahre später versuchte er es noch einmal. „Ich habe immer wieder an die Zeit im Kloster gedacht und wollte meine Spiritualität mehr in mein Leben einbinden“, sagt er. Doch auch diesmal hielt die Verbindung nicht lange. Im Jahr 2004 verließ er den Benediktinerorden erneut, zog nach München und arbeitete als Innenarchitekt. Mittlerweile lebt der 50-Jährige in Wörleschwang, einem Ortsteil von Zusmarshausen, und ist seit sieben Jahren liiert: mit einem Mann.

Katholische Kirche ruft Homosexuelle zu Keuschheit auf
Bei der vergangenen Pfarrgemeinderatswahl im Frühjahr hätte er sich gerne aufstellen lassen. Einige Menschen wünschten sich, dass er in der Kirche Lektor werde. Fritze fände das schön, denn der Glaube und die Spiritualität bedeuten ihm viel. Doch der gebürtige Westfale wurde zu beiden Ämtern nicht zugelassen. Der Grund ist seine Partnerschaft mit einem Mann.

Aus Sicht der katholischen Kirche steht er damit im offenen Gegensatz zu ihren Lehren. Und Pfarrgemeinderat darf nur werden, wer sich an diese Grundsätze hält. Eine Partnerschaft zwischen zwei Männern ist für die Kirche eine Sünde, denn sie bleibt kinderlos. So steht es im Katechismus.
Schwulsein hingegen wird nicht verdammt. So schreibt Prälat Bertram Meier auf eine Anfrage unserer Zeitung: Die katholische Kirche diskriminiere Menschen mit homosexuellen Veranlagungen nicht und lehne sie nicht ab. Vielmehr gelte das Motto von Papst Johannes XXIII.: Den Irrtum ablehnen, den Irrenden lieben. Das Problem bestehe darin, dass Fritze seine Veranlagung auslebe. Denn: „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit aufgerufen“, teilt der Leiter des bischöflichen Seelsorgeamtes mit.

Homosexueller darf bei Pfarrgemeindewahl nicht teilnehmen
Diese Einstellung verärgert den ehemaligen Mönch Fritze. „Warum kümmert es die Kirche mehr, was in den Betten ihrer Mitglieder passiert, als in ihrem Glauben?“, fragt er. Aus seiner Zeit im Kloster wisse er, dass Homosexualität unter Geistlichen weit verbreitet sei und auch gelebt werde. „Aber es gilt das Prinzip: Solange es keiner erfährt, kannst du machen, was du willst.“ Diese Doppelmoral macht die katholische Kirche aus seiner Sicht unglaubwürdig.
Wenn Horst Fritze seine Geschichte heute erzählt, wirkt er sehr ruhig. Aber innerlich brodle es noch immer, sagt er. Als er im April davon erfuhr, dass er nicht aufgestellt werde, war der Ärger deutlicher zu spüren. Damals entscheid er sich, einen offenen Brief an die Wörleschwanger zu schreiben. Zusammen mit seinem Partner Björn verteilte er das Schreiben an alle Haushalte im Ort. Den Ausschlag für den offenen Brief gab ein Gespräch mit Pater Saji, dem Pfarrer von Zusmarshausen.
Saji hatte erzählt, dass es aus dem Dorf eine Bitte gebe, Fritze nicht für die Wahl zuzulassen. „Auf mich ist keiner zugekommen und hat mir gesagt, dass er nicht möchte, dass ich kandidiere“, erzählt der Innenarchitekt. Diese Unaufrichtigkeit habe ihn geärgert. In seinem offenen Brief schrieb er: „Man hat mich ausgegrenzt und hinter meinem Rücken geurteilt, was für mich persönlich zutiefst verletzend ist.“

Katholische Kirche: Wegen Homosexualität ausgegrenzt?
Eigentlich hat das Paar keine Probleme mit seinen Nachbarn und ist gut in das Gemeindeleben integriert. Horst Fritze betreibt mitten in dem kleinen Ort sein Innenarchitekturbüro. Er leitet den Wörleschwanger Chor Cantaremos, ließ sich bei der Kommunalwahl im März für die Freien Wähler aufstellen und ist Ansprechpartner für die Umgestaltung des Dorfplatzes.
Nur mit der Kirche und Pater Saji herrscht seit dem offenen Brief Funkstille. „Ich habe mich noch ein paarmal um ein Gespräch mit Pater Saji bemüht, aber er hat abgeblockt“, sagt Fritze. Seitdem fällt es dem Innenarchitekt schwer, in Wörleschwang einen Gottesdienst zu besuchen. Auch in unserer Zeitung wollte sich der Priester nicht äußern und verwies an das Bistum Augsburg. Er habe die Weisung erhalten, alle Anfragen weiterzuleiten.

Papst Franziskus spricht sich für Einbindung von Homosexuellen aus
Dass sich Papst Franziskus nun für die Einbindung von Homosexuellen ausspricht und auch die aktuelle Familiensynode in Rom eine Öffnung der Kirche signalisiert, deutet der 50-Jährige als ein positives Zeichen. Viel Hoffnung schenkt es ihm allerdings nicht. „Um wirklich etwas zu verändern, muss es aus zwei Richtungen Impulse geben: von unten und von oben“, sagt er. Eine Verordnung aus Rom helfe wenig, wenn die Gläubigen nicht mitzögen, und umgekehrt.
Um seine Geschichte mit der Kirche zu verarbeiten, schreibt der ehemalige Mönch nun ein Buch. Dann hofft er, dass er irgendwann wieder mit Freude einen Gottesdienst feiern kann.

Quelle: Augsburger Allgemeine 


Homepage von Innenarchitekt Dipl.-Ing. Horst Fritze:
Räume und Gebäude gestaltend zu verändern nennen viele Planer ihre Aufgabe. Nur wenige schaffen es, hinter der Fassade des "Angesagten" den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken und Innen-Architektur auch als eine im Außen erlebbare Gestalt des Inneren des Menschen zu verstehen, der diese Räume bewohnt.
Wir verstehen unsere Aufgabe darin, jenseits des Diktates eines Mainstreams mit dem Auftraggeber gemeinsam Wohn-, Arbeits- und Lebenswelten zu schaffen, die be-seelt sind und dennoch den Zeitgeist atmen.


Kommunalwahlen
Eine junge Liste, ein musikalischer Kandidat
Die Freien Wähler nominieren einstimmig Joachim Weldishofer als Anwärter auf das Bürgermeisteramt
Augsburger Allgemeine >>


Zum Thema:

Schweiz: Pfarrer segnet lesbisches Paar
In der katholischen Kirche in der Schweiz herrscht Aufregung um den Segen eines Priesters für ein lesbisches Paar. Mit dem Akt widersetzte sich der Geistliche aus dem Ort Bürglen der Meinung der Kirchenoffiziellen. Das Bistum Chur will dem Fall nun nachgehen. Stattgefunden hat die umstrittene Segnung im Oktober, sagte ein Sprecher des Bürgler Pfarreirats am Freitag.
Weihnachtsmärkte in Deutschland

Es handelte sich dabei nicht um eine Trauung, ähnelte aber in der Form einer solchen. Er habe sich nach reiflicher Überlegung für eine Segnung entschieden, sagte der Pfarrer zuvor dem "Urner Wochenblatts". Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte, fragte der Pfarrer.
Die Presse >>