Montag, 31. März 2014

Prüfbericht veröffentlicht - Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst bestätigt

Bistum Limburg: Prüfbericht zu den Bauprojekten auf dem Limburger Domberg veröffentlicht
Nach der heute (26.3.) bekannt gewordenen Entscheidung des Heiligen Stuhls zur Situation im Bistum Limburg und der Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wird jetzt der „Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahme auf dem Domberg in Limburg“ veröffentlicht.
Deutsche Bischofskonferenz >>

Prüfbericht zu Limburg veröffentlicht - Videos hier
Bischof verschleierte, Gremien schliefen
Bischof Tebartz-van Elst hat beim Bauprojekt auf dem Limburger Domberg systematisch zu niedrige Kosten angegeben, Kontrollen verhindert und kirchliche Vorschriften umgangen. Das geht aus dem abschließenden Prüfbericht hervor.
domradio.de >>

Ergebnisse des Prüfberichts
Der Bischof kannte die wahren Kosten schon früh
Konsequent falsch kalkulierte Kosten, ausufernde Wünsche für das Bauvorhaben, Verschleierung – der Abschlussbericht zum Bischofssitz in Limburg wirft Tebartz-van Elst schwere Versäumnisse vor.
FAZ >>

Kardinal Schönborn zu Limburg:
„Entscheidung war die einzig mögliche“
„Es gibt bestehende Regeln. Das Problem war, dass die in Limburg systematisch ausgehebelt wurden, und zwar offensichtlich vom Bischof selber.“
Radio Vatikan >>


2. Tebartz-van Elst schiebt Großteil der Schuld auf den Generalvikar

Tebartz-van Elst belastet Generalvikar
Der zurückgetretene Bischof von Limburg hat den Vorwurf der Kostentrickserei bei der Luxussanierung seines Amtssitzes zurückgewiesen. Er sei kein Baufachmann.
Zeit-Online >>

Skandal um Tebartz-van Elst
Staatsanwaltschaft prüft Limburg-Bericht
Der zum Amtsverzicht gedrängte frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst verteidigt sich - und schiebt einen Großteil der Schuld auf den Generalvikar. Die Staatsanwaltschaft erwägt, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.
FAZ >>


3. Tebartz-van Elst entschuldigt sich nach Papst-Audienz

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst entschuldigt sich
"Ich bitte um Vergebung"
"Ich erkenne, dass ich Fehler gemacht habe" - der emeritierte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich in einer Erklärung entschuldigt. Zuvor hatte Tebartz-van Elst Papst Franziskus in Rom getroffen.
Die Stellungnahme des emeritierten Limburger Bischofs im Wortlaut auf domradio.de >>


Nach Papst-Audienz
Tebartz-van Elst bittet um Vergebung
Nur wenige Minuten dauerte die Audienz bei Papst Franziskus - doch sie scheint Wirkung hinterlassen zu haben. Nach seinem Kurzbesuch im Vatikan hat sich Limburgs zurückgetretener Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in einer Stellungnahme entschuldigt. Er hofft auf Versöhnung.
swr.de >>


Tebartz-van Elst erhält eine üppige Pension
Der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst darf sich auf eine üppige Pension und womöglich eine angenehme Aufgabe freuen. Auch wenn in Rom der Einfluss seiner Unterstützer schwindet.
Die Welt >>

Sonntag, 30. März 2014

Wann endlich Segen

Wann endlich ist einer da
für die Ängstlichen,
dass sie sich heraustrauen aus sich selbst;
für die Blinden,
dass sie sehen, wo ihnen das Leben glückt;
für die Traurigen,
der ihnen zuhört und sie versteht;
für uns alle hier einer,
der anfängt und einfach lebt,
wovon wir nur träumen.

Wann endlich ist einer da,
der das sagt:
Spürt es doch Freunde, der gute Geist weht.
Ich fange an.
Ich befreie – wie Gott.
Ich wende mich den Ängstlichen zu:
Kommt aus euch heraus – seid frei!
Ich wende mich den Blinden zu:
Seht doch, ihr seid hier wichtig,
damit es gut wird!
Ich wende mich den Traurigen zu:
Fühlt es doch, ihr seid nicht allein!
Ich wende mich allen zu, jetzt, hier:
Spürt doch den guten Geist,
fangt einfach an
und befreit einander – wie Gott.

nach einem hebräischen Gedicht, in:
Werkmappe Jugendgottesdienste, 142.

Freitag, 28. März 2014

Rücktritt von KA-Präsidentin Schaffelhofer gefordert

Katholische Aktion für Rücktritt ihrer Präsidentin
Die katholischen Laien der Diözese Linz wollen „keine Leibeigenen“ ihrer Präsidentin Gerda Schaffelhofer sein.
Bert Brandstetter, dem Präsidenten der Katholischen Aktion der Diözese Linz, reicht es. „Wir ersuchen Gerda Schaffelhofer, als gesamtösterreichische Präsidentin zurückzutreten. Die Katholische Aktion ist keine Firma und wir sind keine Leibeigenen.“ Seit ihrem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren gebe es mit Schaffelhofer Probleme, sagt Brandstetter im Gespräch mit dem KURIER. Sie vertrete stets ihre persönliche Meinung als die der Laienorganisation. Gleich zu Beginn habe sie sich mit den Reformkräften um Helmut Schüller angelegt, die der Katholischen Aktion nahe stünden. Und: „Immer dieser ein bisschen herrische Ton, das will ich nicht und andere auch nicht.“ Man könne die Katholische Aktion nicht wie eine Generaldirektorin führen. Schaffelhofer ist von Beruf Geschäftsführerin der Styria Buch AG.
Kurier >>

Katholischer Aufstand nach "Fundi-Position"

Die Frage, ob Homosexuelle ein Adoptionsrecht bekommen sollen, entzweit Österreichs größte katholische Laienorganisation
"Ich werde dazu jetzt gar nichts sagen. Das ist eine rein interne Angelegenheit": Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ), zeigt sich dieser Tage wenig auskunftsfreudig. Doch eine "rein interne Angelegenheit" ist der Grund für den Unmut an der Spitze der größten katholischen Laienorganisation Österreichs längst nicht mehr.

Innerhalb der KAÖ hängt nämlich schon seit geraumer Zeit der Haussegen gewaltig schief. So soll sich Schaffelhofer - die Geschäftsführerin der Styria-Buchverlage und der Wochenzeitung Die Furche ist seit 2012 KAÖ-Präsidentin - mit einem allzu autoritären Führungsstil und diversen öffentlichen Aussagen den Unmut von vielen KA-Verantwortlichen in den Diözesen und in der Bundesorganisation zugezogen haben.
Weiterlesen im Standard >>

Anlass der Kritik an Schaffelhofer:

Adoption: Wohl des Kindes hat Vorrang vor Erwachsenenrechten
Kritik von KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer an Forderung von Minister Rupprechter
Kritik an der von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (VP) erhobenen Forderung nach einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare übt die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Gerda Schaffelhofer. „Die Debatte kreist wieder einmal um das falsche Thema. Bei der Adoption geht es zuallererst um das Wohl des Kindes, nicht um die Rechte von Erwachsenen“, betonte die KAÖ-Präsidentin am Dienstag. „Für Kinder ist es nachweislich wichtig, eine männliche und eine weibliche Identifikationsfigur zu haben. Mit welchem Recht enthält der Staat einem Kind von vorneherein die Beziehung zu Vater und Mutter vor?“, fragte die KAÖ-Präsidentin.
KAÖ >>

Adoptionsrecht: Schaffelhofer weist Kritik zurück
Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) weist die internen Rücktrittsaufforderungen des Linzer KA-Präsidenten Bert Brandstetter zurück und kritisiert seine Vorgangsweise.
Das Thema Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sorgt jetzt für einen massiven Konflikt innerhalb der Katholischen Aktion: Der Linzer KA-Präsident Bert Brandstetter richtete mit einem Schreiben am 19. März eine Rücktrittsforderung an die KA-Präsidentin auf Bundesebene, Gerda Schaffelhofer - und ließ das Schreiben mit Kritik an mangelnder interner Abstimmung von Positionen auch ausgewählten Medien zukommen.
Zu diesem Thema gebe es in der KA keine einhellige Meinung, so Brandstetter, und das müsse man auch sichtbar machen. „Man kann die Katholische Aktion, die sehr basisdemokratisch orientiert ist, nicht wie eine Generaldirektorin führen.“ Die Präsidentin habe sich bereits 2012 ohne Absprache mit den Gremien sehr kritisch über die Pfarrer-Initiative um Helmut Schüller geäußert.

Schaffelhofer: „Keine Diskriminierung“
Die KAÖ-Präsidentin lehnte in einem tags darauf formulierten Antwortbrief (der „Kathpress“ ebenfalls vorliegt) einen Rücktritt ab und unterstrich im Blick auf eine mögliche Liberalisierung des Adoptionsrechtes ihre Priorität für das Kindeswohl, „ohne die Betroffenen zu diskriminieren“. Damit wisse sie sich „auf kirchlichem Boden und eins mit Grundaussagen des Papstes“.
Unmittelbarer Anlass für den Konflikt war eine „ZIB2“-Diskussion am 5. März, in der Schaffelhofer bereits davor geäußerte Vorbehalte gegenüber einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare bekräftigte. Es fehlten Langzeitstudien, die über das Wohlbefinden betroffener Kinder (die Adoption leiblicher Kinder eines gleichgeschlechtlichen Partners sowie die Pflegeelternschaft durch homosexuelle Paare sind bereits jetzt legal) auch nach längeren Zeiträumen Auskunft geben. Ihr Vorrang für das Kindeswohl sei aber nicht als Diskriminierung von Menschen zu verstehen, die ihre homosexuellen Neigungen leben, so Schaffelhofer damals.

Brandstetter: Präsidentin im Alleingang

Brandstetter warf der KAÖ-Präsidentin vor, jenseits der „Kultur des gewachsenen Miteinanders in der KA“ Fakten und Positionierungen zu schaffen, die von vielen KA-Verantwortlichen nicht mitgetragen werden könnten. Durch Schaffelhofers Haltung zum Adoptionsrecht laufe die KA Gefahr, „in der Wahrnehmung von aufgeschlossenen Menschen in eine fundamentalistische Ecke zu geraten, wo wir sicher nicht hingehören“. Die Katholische Aktion müsse als weltoffene, vorwärtsgewandte Bewegung den „Mut“ haben, „wenn dies notwendig ist, Positionen zu vertreten, über die sich unsere Bischöfe nicht freuen“.
Auch Schaffelhofers mehrfach kritisierter Führungsstil sei für die KA-Oberösterreich Anlass für die Bitte an die KAÖ-Präsidentin, durch Rücktritt „den Weg für vorgezogene Neuwahlen freizumachen“.

Schaffelhofer: „Wohl kaum fundamentalistisch“

Schaffelhofer bestritt in ihrem Antwortschreiben an Brandstetter, zum Adoptionsrecht Positionen vertreten zu haben, die „für die KA unannehmbar“ seien. Sie habe als „Anwältin der Schwächsten - und das sind die Kinder! - die Frage des Kindeswohls thematisiert“, dies könne „wohl kaum als fundamentalistisch abqualifiziert“ werden.
Die KAÖ-Präsidentin bekannte sich zu einem „Aggiornamento im Sinne des II. Vaticanums“, und versicherte: „Bei allen Entscheidungen und Wortmeldungen weiß ich mich in meinem Gewissen Gott, der Kirche und der KA verpflichtet, und zwar in dieser Reihenfolge. So werde ich es auch in Zukunft halten.“ Mit anderen Meinungen innerhalb der KA könne sie „durchaus leben, solange sie nicht zum Dogma erklärt werden“, betonte Schaffelhofer. „Einer KA-Identität hingegen, die den Widerspruch zu den Bischöfen sucht, wo er nicht gegeben ist, kann ich nichts abgewinnen.“
religion.ORF.at/KAP

Donnerstag, 27. März 2014

Franziskus: „Ein Bischof, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch“

Ein Bischof, Priester oder Diakon, der seine Herde nicht mit Liebe führt, ist nicht hilfreich. Das hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz gesagt. In seiner Katechesenreihe zu den sieben Sakramenten ging es diesmal um die Weihe. Diese sei in ihren drei Graden Bischof, Priester und Diakon das Sakrament, das zur Ausübung des Amtes befähige, welches Jesus den Aposteln anvertraut habe. „In diesem Sinn tragen die ausgewählten und geweihten Männer die Gegenwart und das Wirken Christi in der Welt fort“, sagte Franziskus. Was das für das Leben des Geweihten bedeutet, fasste der Papst in drei Punkten zusammen: Dienst, Liebe zur Kirche und Gebet.

„Jene, die geweiht werden, sind an die Spitze der Gemeinde gestellt. Ah, ich bin ein Chef! Ja, aber an der Spitze stehen bedeutet für Jesus, die eigene Autorität in den Dienst zu stellen, so wie er selbst es seine Schüler gelehrt hat: Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. Ein Bischof, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch. Ein Priester, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch.“
Das zweite Merkmal des Bischofs, Priesters und Diakons sei „die leidenschaftliche Liebe zur Kirche“. Gebet, Schriftlesung, tägliche Eucharistie und häufiger Empfang des Bußsakramentes seien - drittens - den Geweihten aufgetragen, andernfalls „verlieren sie den echten Sinn ihres Dienstes aus dem Blick“, so der Papst. Er rief die Gläubigen dazu auf, ihren Hirten in dieser Hinsicht zu helfen.

„Wir müssen den Bischöfen und Priestern helfen zu beten, das Wort Gottes zu hören, das die tägliche Nahrung ist, wir müssen ihnen helfen, jeden Tag die Eucharistie zu feiern und regelmäßig zu beichten. Das ist wichtig, weil es wirklich zur Heiligung der Bischöfe und Priester beiträgt.“
In freier Rede fügte Franziskus hinzu, Priester werde man nicht, indem man eine Eintrittskarte kaufe. Nur der Herr berufe.

„Vielleicht sind ein paar Jugendliche hier, die in ihrem Herzen diesen Ruf gehört haben. Die Lust, Priester zu werden, die Lust, anderen zu dienen in den Dingen, die von Gott kommen. Die Lust, das ganze Leben im Dienst zu stehen, um zu verkünden, zu taufen, zu vergeben, die Messe zu feiern, die Kranken zu heilen… das ganze Leben! Wenn das jemand von euch im Herzen gespürt hat, dann hat das Jesus da hineingelegt! Pflegt diese Einladung und betet, damit das wächst und Frucht gibt in der ganzen Kirche.“
Radio Vatikan >>

Mittwoch, 26. März 2014

Aktuell: Rücktritt von Tebartz-van-Elst angenommen


Franziskus nimmt Rücktritt von Bischof Tebartz-van Elst an

Papst Franziskus hat seine Entscheidung zur Causa Limburg getroffen: Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht in seine Diözese zurück. Das gab der vatikanische Pressesaal an diesem Mittwoch bekannt. Franziskus nahm ein Rücktrittsgesuch des Bischofs an, das dieser den Vatikanangaben zufolge bereits vor fünf Monaten eingereicht hatte. Zugleich entsandte der Papst den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischen Administrator nach Limburg. Zur Begründung hieß es, in der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, die „eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes“ durch Bischof Tebartz-van Elst verhindere.

Franziskus traf seinen Entschluss nach eingehenden Beratungen mit der Bischofskongregation und der Lektüre eines - noch nicht veröffentlichten - Prüfberichtes einer Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Die Erstellung dieses Berichtes hatte Weihbischof Grothe geleitet. Erzbischof Robert Zollitsch, der damalige Vorsitzende der Bischofskonferenz, hatte das Papier Anfang März im Vatikan überreicht. Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx von München, wird sich am frühen Nachmittag von Berlin aus zur römischen Entscheidung äußern. In Limburg selbst treten im Lauf des Nachmittags der Administrator Weihbischof Grothe und Generalvikar Wolfgang Rösch vor die Presse.

Hier die Pressemitteilung des Heiligen Stuhls zur Entscheidung von diesem Mittwoch in vollem Wortlaut:

Im Hinblick auf die Verwaltung der Diözese Limburg, in Deutschland, hat die Kongregation für die Bischöfe eingehend den Bericht jener Kommission studiert, die nach dem Willen des Bischofs und des Domkapitels eingesetzt wurde, um eingehende Untersuchungen im Hinblick auf die beteiligten Verantwortlichkeiten beim Bau des Diözesanen Zentrums „St. Nikolaus" vorzunehmen.

Angesichts der Tatsache, dass es in der Diözese Limburg zu einer Situation gekommen ist, die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes durch S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst verhindert, hat der Heilige Stuhl den mit Datum vom 20. Oktober 2013 durch den Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen und hat einen Apostolischen Administrator ernannt in der Person von S.E. Mons. Manfred Grothe.

Der scheidende Bischof, S.E. Mons. Tebartz-van Elst, wird zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut werden.

Der Heilige Vater bittet den Klerus und die Gläubigen des Bistums Limburg, die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden.

Aus dem Vatikan, 26. März 2014

Quelle: Radio Vatikan

KOMMENTARE

Tebartz-van Elst
Die Niederlage eines Selbstherrlichen
Der Papst hat mit seiner ersten harten Entscheidung klargemacht, dass ernster Glaube nicht mit blinder Hierarchiegläubigkeit verwechselt werden darf. Die Institution Kirche ist kein Ort des Befehls.
Die Welt >>

Ergebnisse des Prüfberichts
Der Bischof kannte die wahren Kosten schon früh
Konsequent falsch kalkulierte Kosten, ausufernde Wünsche für das Bauvorhaben, Verschleierung – der Abschlussbericht zum Bischofssitz in Limburg wirft Tebartz-van Elst schwere Versäumnisse vor.
FAZ >>

Tebartz-van Elst kehrt nicht nach Limburg zurück
Der Bischof der deutschen Diözese Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, wird nicht in sein Bistum zurückkehren. Papst Franziskus hat den Rücktritt des umstrittenen Bischofs angenommen. Das teilte der Vatikan am Mittwoch mit.
Religion.orf.at >>

Vatikan-Entscheidung
Papst ruft Tebartz-van Elst aus Limburg ab
Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht mehr in sein Bistum zurück. Papst Franziskus entließ ihn aus dem Amt, wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte.
hr-online.de >>


Dossier auf katholisch.de >>  

Stellungnahme des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz:
Kardinal Marx: „Aufbruch und Neubeginn möglich“
Der Heilige Stuhl hat heute eine Entscheidung zur Situation und zum weiteren Vorgehen im Bistum Limburg getroffen. Der Heilige Stuhl nimmt den von Bischof  Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst angebotenen Amtsverzicht an und ernennt Weihbischof Manfred Grothe (Paderborn) zum Apostolischen Administrator des Bistums Limburg. Dazu erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx:


Fall Tebartz-van Elst: "Rückkehr nicht realistisch"

"Nicht für realistisch" hält der katholische Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst eine Rückkehr von Franz-Peter Tebartz-van Elst auf den Limburger Bischofsstuhl. Zugleich betonte Fürst am Mittwochabend beim Forum der "Südwest Presse" in Ulm, er wolle der Entscheidung von Papst Franziskus nicht vorgreifen.
Tebartz-van Elst war wegen seiner Amtsführung und wegen der Kosten von mindestens 31 Millionen Euro für den Bischofssitz auf dem Limburger Domberg in die Kritik geraten. Seit Ende Oktober hält er sich auf Entscheidung des Papstes außerhalb seines Bistums auf. Seit Anfang März liegt der Bischofskongregation in Rom der Prüfbericht einer vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Kommission zum Finanzgebaren des Bischofs vor. Nicht zuletzt von diesem bislang geheim gehaltenen Bericht dürfte abhängen, wie Papst Franziskus in Sachen Tebartz-van Elst entscheidet.

Eidesstattliche Erklärung sehr problematisch

Fürst betonte, was in Limburg geschehen sei, "haben nicht die Medien gemacht". Vieles wie etwa die falsche eidesstattliche Erklärung des Bischofs sei sehr problematisch, das gelte aber auch für den Teil der Berichterstattung, der Persönliches betreffe. Das durch den Fall Limburg entstandene öffentliche Bild schadet nach Einschätzung des Bischofs "der Glaubwürdigkeit der ganzen Kirche".

Vielleicht noch vor der Sommerpause rechnet der Bischof mit neuen arbeitsrechtlichen Regelungen der katholischen Kirche Deutschlands zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Dabei geht es in erster Linie darum, dass eine erneute Eheschließung nicht automatisch zur Kündigung führt und dass nach einer weiteren standesamtlichen Heirat auch die Möglichkeit besteht, einen neuen Arbeitsplatz im Kirchendienst zu bekommen. Fürst betonte, dabei gehe es um arbeitsrechtliche Regelungen "und nicht um einen Glaubenssatz". An dem Punkt könne die Bischofskonferenz "auch ohne Rom handeln".

Kein Automatismus bei Sakramentenempfang von Wiederverheirateten

In der Seelsorge vor Ort gilt für Fürst der Satz, dass "Menschen nicht vor der Kommunionbank zurückgewiesen werden dürfen". Er plädierte für eine barmherzige Antwort in der Frage nach dem Umgang mit Wiederverheirateten. Einen Automatismus für die Zulassung Betroffener zu den Sakramenten kann es für ihn aber nicht geben. Im Unterschied zum Staat, der beim Scheitern einer Ehe vom Zerrüttungsprinzip ausgehe, kommt die Kirche nach den Worten des Bischofs nicht daran vorbei, "die Schuldfrage zu stellen".
www.katholisch.de


Druck auf Papst Franziskus wächst
Bischöfe fordern Entscheidung über Tebartz-van Elst
Der Untersuchungsbericht zum Skandal um den Limburger Bischofssitz liegt im Vatikan auf dem Tisch. Aber die Entscheidung über Bischof Tebartz-van Elst lässt weiter auf sich warten. Die Bischöfe werden ungeduldig.
FAZ >>


Gänswein: Tebartz-van Elst - geht das noch?
Fünf Monate Pause hatte der Vatikan Tebartz-van Elst verordnet. Jetzt gehen die Beratungen über die Zukunft des Limburger Bischofs zu Ende. Mit einer Rückkehr rechnet kaum jemand.
FAZ >>

„Papst trifft mitten ins Herz“
Kurienerzbischof Georg Gänswein über Franziskus, Benedikt XVI. und die Frage nach Reformen
Interview in Mannheimer Morgen >>

Dienstag, 25. März 2014

"Früher wurden wir bei Ad-limina-Besuchen wie schlimme Buben behandelt"

Kardinal Schönborn schrieb seinen Priestern:

Hintergrund:

Bischöfe: Herzliche Begegnung mit Papst Franziskus
Schönborn im "Kathpress"-Interview: "Eine Freude zu sehen, wie Franziskus als Hirte diese Kirche ermutigt, erfrischt und erneuert"
Kathpress >>

Gespräch mit dem Papst "auf Augenhöhe"
Kardinal Schönborn über den Ad-limina-Besuch bei Papst Franzsikus im Vatikan.
Kurier >>

Montag, 24. März 2014

Pachtvertrag gekündigt: "Es tut mir in der Seele weh"

Quelle: Kurier vom 21.03.2014

Sonntag, 23. März 2014

Ich suche nach mir selbst

nach dem was in mir werden will
nach dem Unauswechselbaren
das mich zu dem Menschen macht
der wartend in mir ruht
und zum Leben erweckt werden will.

Ich suche nach dem in mir
das nicht durch den Druck der Masse
nicht durch Anpassung geformt wurde
sondern durch die Besinnung
auf meine Einzigartigkeit.

Ich suche nach dem Beitrag zur Welt
den nur ich leisten kann
ich will nicht das mir Fremde ausdrücken
nicht Sprachrohr für die Ideen anderer sein.

Ich suche die Quelle in mir
um sie wirklich sprudeln zu lassen

Verfasser unbekannt, in:
Gebetsmappe der Burg Altpernstein, 18.

Freitag, 21. März 2014

Diözese will "Plattformen der Begegnung und des offenen Gesprächs" schaffen

Dr. Uli Kempf, neue Leiterin von "Marketing Service" der Diözese
Bei seiner Ernennung zum neuen Pressesprecher der Diözese Eisenstadt im November 2013 skizzierte Dr. Dominik M. Orieschnig seine Pläne:

„Ich möchte neue Türen öffnen, um uns – als Diözese – zu ermöglichen, auch neue Wege zu gehen: das betrifft unsere eigenen Medien, die wir etwa durch noch mehr Öffnung hin zu den Social Media bereichern wollen, das betrifft aber auch die Qualität, Quantität und Transparenz unserer Kommunikation mit allen relevanten öffentlichen Bereichen“.

Seither sind einige Monate vergangen. Der Webauftritt von martinus.at ist aber nicht besonders spannend, die Nachrichten  alles andere als aktuell und interessant. Highlights sind seit Wochen der Inhalt des Fastenhirtenbriefes des Bischofs, die Absage der Kontakttage im Dekanat Großwarasdorf und Firmtermine. Keine Frage: ein "Marketing Service" ist vonnöten. 

Nicht ganz klar ist mir, was mit "bischöflichem Marketing" gemeint ist. Ich nehme aber einmal an, dass damit nicht eine Ausweitung des bischöflichen Personenkultes gemeint ist, sondern dass es darum geht, was Papst Franziskus unlängst über die Bischöfe gesagt hat: die Kirche brauche keine Manager, sondern authentische Priester, mutige und milde Glaubenszeugen. Man müsse Bischöfe finden, die mit der Fähigkeit offener Rede gesegnet seien. "Der Bischof ist kein isolierter Zeuge, sondern einer gemeinsam mit der Kirche. Sein Leben und sein Dienst müssen die Auferstehung glaubhaft wiedergeben."

Seit Jahren fordere ich so etwas wie eine Plattform der Begegnungen und des offenen Gesprächs zu Reformanliegen innerhalb der Kirche. Fortschritte in diesem Sinn habe ich in der Diözese nicht erlebt. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben

Alles Gute & Gottes Segen, Uli Kempf für diese neue Aufgabe in unserer Diözese!

Diözese Eisenstadt verstärkt Öffentlichkeitsarbeit
Neue Arbeitsgruppe für Kommunikation eingerichtet - Caritas-Pressesprecherin Kempf Leiterin des Sachbereiches "Marketing Services"
Die Diözese Eisenstadt stellt ihre Kommunikationsarbeit neu auf. Eine Arbeitsgruppe "Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit" soll künftig Bischof, Pfarrer, Mitarbeiter der Diözese, Gläubige und die Öffentlichkeit noch besser miteinander vernetzen und neue Strukturen und Kanäle etablieren, heißt es in einer Aussendung der Diözese vom Montag. Dem Gremium gehören der Pressesprecher der Diözese Eisenstadt, Dominik Orieschnig, der Chefredakteur der Eisenstädter Kirchenzeitung "martinus", Franz Josef Rupprecht, und die Pressesprecherin der Caritas Eisenstadt, Uli Kempf. Die neue Arbeitsgruppe solle zeitgemäße Strukturen und Kanäle etablieren, um diözesane Inhalte und Themen sowohl intern als auch extern zu verstärken und um Verständnis für die Anliegen der Kirche im Burgenland zu schaffen, hieß es in einer Presseaussendung am Montag.

Kempf wurde von Bischof Ägidius Zsifkovics zugleich zur Leiterin des Sachbereiches "Marketing Service" bestellt. Mit der Bestellung Kempfs gehe er auf den Wunsch von Papst Franziskus nach mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen ein, betonte Bischof Zsifkovics.

Kempf ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der Marke "Diözese Eisenstadt", für das "bischöfliche Marketing", sowie für das Veranstaltungsmanagement im nicht-liturgischen Bereich. Als ein Ziel ihrer neuen Funktion bezeichnete die Marketing-Beauftragte die Schaffung von Synergien zwischen Caritas und Bischofshof. Anliegen der Diözese gelte es "in die Sprache der Menschen von heute" zu übersetzen und "Plattformen der Begegnung, des offenen Gesprächs und des Miteinanders" zu schaffen.
Kathpress >>

Frauenpower für den Bischofshof
Bischof Zsifkovics richtet Arbeitsgruppe „Kommunikation“ ein. Uli Kempf ist neue Leiterin „Marketing Service“.
Martinus.at >>

Donnerstag, 20. März 2014

Newsletter 21 der Laieninitiative



Die Themen:

Einladung in den Verein / Herbsttagung 2014: Frauen in der Kirche / Neu: Dokumentation Krankensalbung / Umfrage der Reformbewegungen: Offenlegung? / Regierung und Parlament zu den Bischofsernennungen / Dank an Kardinal Kasper / Buch zum Thema Kirchenfinanzierung / Bitte um Unterstützung
Newsletter 21 >>


Laieninitiative >>

Dienstag, 18. März 2014

Kardinal Marx plädiert für Bußzeit von Geschiedenen


Kardinal Marx: "Wir müssen uns mit dem Papst auf den Weg machen"
Einheit mit Papst schließe Auseinandersetzungen um richtigen Weg nicht aus - Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz aber gegen regionale Sonderwege bei wichtigen innerkirchlichen Streitfragen

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Katholiken dazu aufgerufen, sich mit Papst Franziskus auf den Weg zu machen. Die Verbindung mit dem Papst gehöre zur Substanz des katholischen Glaubens, sagte Marx am Sonntag bei einem Empfang anlässlich des ersten Jahrestags der Papstwahl in München. "Wenn wir diese Einheit leben, dann können wir auch vieles wagen."

Dies schließe Auseinandersetzungen um den richtigen Weg nicht aus, erklärte der Münchner Erzbischof und verwies auf das jüngste Konsistorium in Rom. Dabei hätten die Kardinäle erstmals kontrovers in Anwesenheit des Papstes über Familienseelsorge diskutiert. Auch wenn die dabei formulierten Positionen zunächst als unvereinbar erschienen seien, hätten doch alle den Eindruck gehabt, dass Franziskus diese Debatte wünsche. Das Jahr 2013 habe zudem mit dem überraschenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. gezeigt, dass manchmal genau das geschehe, was viele zuvor als unmöglich angesehen hätten.

Marx bescheinigte Papst Franziskus eine "abrahamitische Veranlagung". Er wolle mit der Kirche "weiter nach vorne gehen", aber dabei alle mitnehmen. In der Kirche werde sich auf diesem Weg vieles verändern, aber vieles auch bleiben. So werde es auch künftig den Papst, die Bischöfe und die Sakramente geben.

In seiner Predigt im Liebfrauendom berichtete der Kardinal von einer persönlichen Begegnung mit Benedikt XVI. Dieser habe ihm versichert, wie sehr er sich freue, dass Franziskus die Herzen der Menschen gewinne. "Ich konnte seine innere Freude spüren, dass es ihm guttut, diesen Nachfolger zu haben", sagte Marx.

Der Kardinal warb für eine Kirche, die sich nicht "zumauert, zur Festung wird". Wer nur noch defensiv etwas verteidige, könne nicht zum Segen für andere werden. Das gute Wort Gottes sei aber kein exklusiver Besitz der Kirche, sondern richte sich an die ganze Welt. Kein Mensch dürfe vom Segen ausgeschlossen werden.
Kathpress >>


Debatte um „Bußzeit“ nach Scheidung
Beim Umgang der Kirche mit geschiedenen Menschen, die wiederheiraten, kommt es zu Konflikten. Kardinal Müller lehnt Marx’ liberalen Vorschlag ab.
Mittelbayrische >>


Mainz: Kardinal Müller, oberster Glaubenshüter:
Die Ehe ist unauflöslich
Im Gegensatz zu den Kardinälen Karl Lehmann (Mainz) und Reinhard Marx (München) weist der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, der in Mainz geborene deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, den Gedanken an eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zum Abendmahl zurück.
Mainzer Allgemeine Zeitung >>
(Mit Video-Interview zu Tebartz-van-Elst

Kirchenrechtler Lüdicke zur Debatte um wiederverheiratete Geschiedene:
"Kardinäle Marx und Müller sprechen von verschiedenen Dingen"
Die Kardinäle Marx und Müller, die mächtigsten deutschen Kirchenmänner, scheinen uneins beim Thema der wiederverheirateten Geschiedenen zu sein. Der Kirchenrechtler Prof. Klaus Lüdicke versucht im Interview, die Fronten aufzuweichen.
domradio.de >>

Montag, 17. März 2014

Petar Ivandic ist als Substitut in Wien 21 tätig


Auf der Homepage der Pfarre Jedlesee (Maria Loretto, Wien 21) ist zu erfahren:

Da Herr Pfarrer Bojanowski krankheitsbedingt leider bis August ausfällt, wird er in der Zeit seiner Abwesenheit bei den allgemeinen Aufgaben des Pfarrers vom Substituten, Herrn Ivandic, vertreten.

Alles Gute für den Neustart in Wien! 


Die Pfarre liegt im Vikariat Wien Stadt. Für die Pfarre ist Provisor Lic. Dr. Petar Ivandić verantwortlich. Ihm zur Seite stehen Kaplan mgr Rafał Tadeusz Auguścik und Pastoralassistentin Dipl. Päd. Martina Aulehla. In Wien-Jedlesee leben 5029 Gläubige.
Den Kern der heutigen Jedleseer Kirche (heutiger Altarraum) bildet die 1713 von Grundherrin Gräfin Antonia Renata von Bouquoy errichtete Maria-Loretto-Kapelle. Sie löste ihr Gelübde ein, da sie von der im Jahre 1713 in Wien und Umgebung wütenden Pest verschont wurde.

Sonntag, 16. März 2014

Bewusst leben

Bewusst leben
könnte für mich heißen:

dass ich eine Kraft wecke,
die schläft;
dass ich einen Aufbruch wage,
trotz Bedenken;
dass ich einen Ton wahrnehme,
der keinen Lärm macht;
dass ich einen Schrei ausstoße,
der unterdrückt wurde;
dass ich eine Gewöhnung abbaue,
die unnötigerweise einengt;
dass ich eine Freude wahrnehme,
aus einfacher Begegnung;
dass ich ein Abenteuer eingehe,
trotz Risiken;
dass ich einen Schritt wage,
der Veränderungen bringt.

Verfasser unbekannt, in:
Werkmappe Jugendgottesdienste, Zum Nachdenken 52.

Freitag, 14. März 2014

Zum 10. Todestag von Kardinal Franz König

Nach der Kranzniederlegung bei der Grabstätte Kardinal Franz Königs in der Bischofsgruft des Stephansdoms und einem kurzen Moment der Stille dankte Kardinal Christoph Schönborn dem Bundespräsidenten für sein „Zeichen der Verbundenheit“ mit dem „großen Brückenbauer“ König. Der verstorbene Kardinal bleibe ein „Vorbild für das Miteinander“ in Österreich. Anwesend waren auch Dompfarrer Toni Faber und Königs langjährige Büroleiterin Annemarie Fenzl.
Religion.orf.at >>


Kardinal König: In der Gewissheit, dass es gut ist

Als ehrlicher Zuhörer im Einsatz für gegenseitiges Verständnis bleibt der vor zehn Jahren, am 13. März 2004, verstorbene Kardinal Franz König vielen in Erinnerung. Er war bekannt für sein gelassenes und positives Herangehen an die Dinge.
Oft wird er als Brückenbauer bezeichnet, der Kontakte nicht nur zu den eigenen „Schäfchen“ knüpfte, indem er auch die zu erreichen versuchte, die sich von der katholischen Kirche entfernt hatten. Kardinal König suchte ebenso den Kontakt zu anderen christlichen Konfessionen wie zu anderen Religionen sowie zu Wissenschaft, Kunst und Politik. Toleranz und echtes Interesse am Anderen kennzeichneten sein Leben und Wirken.
Religion.orf.at >>


Biographie:
Kardinal Franz König - das Gewissen Österreichs
Er hat eine ganze Ära geprägt: der Wiener Alterzbischof, Kardinal Franz König - Theologe, Seelsorger, Konzilsvater und Kirchendiplomat.
ORF.at >>

Franz König - Konzilsvater
Franz König war der letzte vom Konzilspapst Johannes XXIII noch ernannte Kardinal.
Das Gedankengut des II. Vatikanischen Konzils blieb für ihn zeitlebens die Grundlage seines Denkens und Handelns.
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Zum 10. Todestag Kardinal Franz Königs spricht Annemarie Fenzl in "Gedanken für den Tag". Sie war viele Jahre Büroleiterin des Kardinals. Er habe in der Erkenntnis „einer großen beruhigenden Ordnung des Universums“ gelebt, so Fenzl.


Donnerstag, 13. März 2014

Pfarrer-Initiative: Papst öffnet Türen, aber Bischöfe nutzen die Freiräume nicht


Pfarrer-Initiative: Bischöfe nutzen Freiräume nicht

Eine gemischte Bilanz hat die Pfarrer-Initiative ein Jahr nach dem Amtsantritt von Papst Franziskus gezogen. Er öffne Türen, aber die Bischöfe würden diese Freiräume nicht nutzen, so der Sprecher der Initiative, Helmut Schüller.

Besonders gefährdet sieht Schüller am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien dadurch die Zukunft der Pfarrgemeinden. Es herrsche eine Abwarte-Mentalität vor, aber es genüge nicht, „im Papstkino erste Reihe fußfrei zu sitzen“, so der Pfarrer von Propstdorf. Grundsätzlich lobte die Pfarrer-Initiative Franziskus als Reformpapst, der deutliche Zeichen für einen Reformaufbruch setze.

Gegen Zusammenlegung von Pfarrgemeinden

„Wir sehen einen Papst, der offensichtlich Freiräume öffnen will, aber keine Bischöfe, die da hineinstoßen wollen“, kritisierte Schüller. Die Pfarrer-Initiative wehrt sich gegen die Zusammenlegung von Pfarrgemeinden. Statt diese zu „anonymen Großclustern“ zusammenzuschließen, müsse die Kirche das Priesteramt für verheiratete Männer und für Frauen öffnen und „den sogenannten Laien“ mehr Verantwortung zutrauen, forderte Schüller.

Die „Einfallslosigkeit“ der Bischöfe passe nicht zu einem Papst, der „fast nichts so stark predigt wie die Nähe zu den Menschen“. An ihrem Appell zum Ungehorsam hält die Pfarrer-Initiative nach wie vor fest, dieser gelte „einem System, das sich nicht geändert hat“. Schüller kündigte eine Informationsoffensive an, wie sich Pfarren gegen eine verordnete Zusammenlegung wehren können. Bei der Pressekonferenz wurde auch ein Brief an Papst Franziskus verteilt, in dem 53 Kirchenreformbewegungen um einen Dialog ersuchen.

Zusammenlegungen: Priester „verheizt“

An der Pressekonferenz unter dem Titel „Ein Jahr Reformpapst Franziskus - Und was wird aus unseren Pfarrgemeinden?“ nahmen auch der Rektor der Linzer Ursulinenkirche, Peter Paul Kaspar, und der Pfarrer in Kremsmünster, P. Arno Jungreithmair, teil - beide im Vorstand der Pfarrer-Initiative, die 2011 mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ für auch weltkirchliches Aufsehen sorgte.

Ungehorsam empfiehlt Schüller auch angesichts von Pfarrzusammenlegungen, bei denen sich dann ein Priester um mehrere Teilgemeinden kümmert und dabei - so fürchtet der frühere Caritas-Präsident und Wiener Generalvikar - „verheizt“ werden. Nähe zu den Menschen, die Papst Franziskus den Kirchenverantwortlichen so entschieden wie sonst nichts ans Herz lege, sei in Pfarrverbänden kaum möglich.

Schüller berichtete von 37 Pfarren in den USA, die nach kirchenrechtlich möglichem Einspruch gegen bischöfliche Umstrukturierungen erst beim Ortsbischof selbst, dann bei der Kleruskongregation und bei der Apostolischen Signatur - dem „Supreme Court“ des Vatikans - wieder geöffnet hätten werden müssen. Heimische Pfarren wüssten um ihre Möglichkeiten zum Widerstand kaum Bescheid, die Pfarrer-Initiative wolle dem aber abhelfen, kündigte Schüller an.

„Rechte der Kirchenbürger“ eingefordert

Auch sonst sollten die „Rechte der Kirchenbürgerinnen und -bürger“ gestärkt werden, hieß es. Schüller trat für mehr Frauen in kirchliche Leitungspositionen ebenso ein wie für eine auch theologische Neubewertung von Menschen in zweiter Ehe: Zur vom Papst vertretenen Barmherzigkeit gegenüber Wiederverheirateten solle auch Gerechtigkeit für vermeintliche „notorische schwere Sünder“ kommen. Und in der Frage der Gemeindeleitung gelte es neue Wege zu beschreiten - durch die auch offizielle Verantwortungsübertragung an Laien und durch die Weihe von „viri probati“, bewährten verheirateten Männern. Hier sollten Bischöfe in Rom „Problemlösungen“ vorschlagen.

Gegen die nun in der Erzdiözese Wien angedachten Strukturreformen mit Pfarrzusammenlegungen wandte sich Schüller mit dem Vorwurf, es sei „wenig visionär“, einen dreifachen vermeintlichen Mangel als Beweggrund dafür zu nehmen. Der selbst betroffene Pfarrer - auch Propstdorf soll in Zukunft Teil einer Großpfarre werden - stellte in Frage, ob es tatsächlich einen Mangel an Gläubigen, Priestern und Geld gebe.

Priestermangel „hausgemacht“

Der Priestermangel sei „hausgemacht“ und durch geänderte Zugangsbedingungen behebbar, beim Geld gebe es keine Transparenz, wie viel da sei und wofür es verwendet werde; und wenn eine Großkirche von einer Gemeinde nicht mehr erhalten werden könne, sollte ein Ausweichen auf geeignetere Immobilien kein Tabu sein, so Schüller.

Pfarrer Arno Jungreithmair warb für das in Oberösterreich bereits erfolgreich praktizierte Modell von Seelsorgeteams, in denen sich vier bis fünf Personen die Verantwortung für zentrale Bereiche des Pfarrlebens teilen. Nach Überzeugung der Pfarrer-Initiative müsse die Letztverantwortung durchaus nicht immer bei einem Priester liegen. Pfarrzusammenlegungen würden laut dem Pfarrer von Kremsmünster „verbrannte Erde“ hinterlassen und „Schätze unwiederbringlich verloren gehen“ lassen.

Ursulinenkirchen-Rektor Peter Paul Kaspar würdigte das von Papst Franziskus gelebte Amtsverständnis, das in seiner Kollegialität an Johannes XXIII. erinnere. Wie beim Roncalli-Papst bestehe jedoch die Sorge, dass der bei Amtsantritt ebenso alte Franziskus nicht mehr lange genug lebt, um entscheidende neue Weichenstellungen - weg von der seit dem Ersten Vatikanum von 1870 bestehenden „Diktatur“ hin zu einer synodal geleiteten Kirche - vorzunehmen.
Religion.orf.at


Ein Jahr Franziskus
Pfarrer-Initiative zieht "gemischte Bilanz"
Schüller in Pressekonferenz: Bischöfe nutzen von Papst geöffnete Freiräume zu wenig - Sorge um Entwicklung der Pfarrgemeinden, die sich gegen verordnete Zusammenlegungen wehren könnten
[...]
Gegen die nun in der Erzdiözese Wien angedachten Strukturreformen mit Pfarrzusammenlegungen wandte sich Schüller mit dem Vorwurf, es sei "wenig visionär", einen dreifachen vermeintlichen Mangel als Beweggrund dafür zu nehmen. Der selbst betroffene Pfarrer - auch Propstdorf soll in Zukunft Teil einer Großpfarre werden - stellte in Frage, ob es tatsächlich einen Mangel an Gläubigen, Priestern und Geld gebe. Der Priestermangel sei "hausgemacht" und durch geänderte Zugangsbedingungen behebbar, beim Geld gebe es keine Transparenz, wieviel da sei und wofür es verwendet werde; und wenn eine Großkirche von einer Gemeinde nicht mehr erhalten werden könne, sollte ein Ausweichen auf geeignetere Immobilien kein Tabu sein, so Schüller.
Kathpress >>

Medienberichte zu "Ein Jahr Papst Franziskus"


"Der Papst ist ein normaler Mensch"
"Ich erzähle euch von meinem ersten Jahr als Papst". Unter dieser Überschrift ist am Aschermittwoch in der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" ein Interview mit Papst Franziskus erschienen. Im Gespräch mit dem "Corriere"-Chefredakteur Ferruccio De Bortoli zog Franziskus dabei eine Bilanz des Jahres seines Pontifikats und beantwortete auch sehr persönliche Fragen.
Eine Dokumentation des Interviews in einer Arbeitsübersetzung von "Radio Vatikan" und "Kathpress" >>

Weltmacht Franziskus
Ein Jahr nach der Wahl: Der neue Papst will eine politische Kirche des Aufbruchs.
Zeit-Online >>

Ein Fehlbarer auf der Suche nach der Wahrheit
Vor einem Jahr wurde Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt. Die Menschen lieben die neue Bescheidenheit des Vatikans. Doch der eigentliche Wandel, den Franziskus angestoßen hat, greift tiefer.
Welt-Online >>

Leonardo Boff: "Die größte Reform ist der Papst selbst"
Der brasilianische Theologe erwartet große Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche. Vor allem die Armen würden wieder stärkere Beachtung finden.
Deutsche Welle >>

Ein päpstliches Helden-Epos
Wer ist der Mann, der seit einem Jahr an der Spitze der Katholischen Kirche steht? Ein bahnbrechender Reformer? Ein verkappter Traditionalist? Oder etwas von beidem? Eine Annäherung.
Stuttgarter-Nachrichten >>

„Ein Papst ohne Spitzenkleidchen“
Vor einem Jahr hat der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus die Leitung der römisch-katholischen Kirche übernommen. Seither hat sich einiges verändert - vor allem das Papst-Amt an sich.
ORF.at >>

Meldungen zum ersten Jahrestag der Wahl Jorge Mario Bergoglios zum Papst
auf Kathpress >>

Ein Jahr Papst Franziskus: "Es macht wieder mehr Spass, ein Katholik zu sein"
Dossier des Münsteraner Forums für Theologie und Kirche (MFThK) >>

Weltmacht Franziskus
Ein Jahr nach der Wahl: Der neue Papst will eine politische Kirche des Aufbruchs.
Die Mächtigen darf man nicht berühren, denn Macht braucht Abstand. Doch was, wenn ein Mächtiger selber die Nähe der Menschen sucht? Machiavelli, der große Philosoph der Macht, hätte die Methode des neuen Papstes politischen Selbstmord genannt: Wer sich den Massen annähert, verliert die Aura der Unberührbarkeit. Franziskus widerlegt die machiavellistische Logik: Sein Ansehen wächst mit zunehmender Nähe, seine Autorität beruht auf seiner Berührbarkeit.
Zeit-Online >>

Papst der kleinen Dinge
Seit der umtriebige Argentinier Jorge Mario Bergoglio das Papstamt inne hat, beherrscht er die Schlagzeilen. Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei ihm aus? Sein Wecker läutet demnach jeden Morgen um vier Uhr. "Bei so vielen Menschen, die ich am Tag sehen muss, ist dies der einzige Moment, in dem ich in Ruhe beten und nah bei Gott sein kann", sagt Franziskus. Um sieben Uhr hält er täglich eine Morgenmesse in der Hauskapelle der Residenz Santa Marta. Nur mittwochs nicht, dann findet auf dem Petersplatz die wöchentliche Generalaudienz statt.
Einen Computer hat der Papst nicht, seine Termine trägt er vor dem Frühstück um 9 Uhr handschriftlich in seinen Kalender ein. Pro Tag erreichen den Pontifex etwa 2000 Briefe. Die liest er nicht alle, aber regelmäßig eine Auswahl. Franziskus findet trotzdem noch Zeit für andere Dinge. Von Anrufen und Fußwaschungen - ein Überblick über die teils ungewöhnlichen päpstlichen Tätigkeiten im ersten Amtsjahr.
Süddeutsche Zeitung >>

»Ich versuche, die beiden Realitäten zusammenzuschweißen«
Vor genau einem Jahr legte Papst Benedikt sein Amt nieder. Sein engster Vertrauter Georg Gänswein ist heute auch der Sekretär von Papst Franziskus. Ein Gespräch mit dem Mann, der das Innerste des Vatikans so gut kennt wie kein anderer.
Süddeutsche Zeitung >>

Der Streetworker des Papstes
Der argentinische Priester Di Paola ist ein alter Bekannter von Papst Franziskus. In Buenos Aires kümmert er sich um die Ärmsten. Damit hat er den Pontifex schon in dessen Zeit als Bischof inspiriert.
Die Welt >>

Revolution von oben
Groß gefeiert werden dürfte nicht. Denn nichts liegt dem neuen Papst ferner, als Aufheben um seine Person zu machen. Ein Jahr ist Franziskus im Amt, und seitdem hat der 77-Jährige aus Buenos Aires mit vielen alten Traditionen gebrochen.
Tagesschau.de >>

ZDF-Video:
Ein Jahr Franziskus  


Papst Franziskus verändert die Kirche
Umfassende ZDF-Dokumentation >>


Vor einem Jahr: Ein Papst "vom anderen Ende der Welt"
Beobachtungen zum ersten Jahrestag der Wahl von Jorge Mario Bergoglio SJ
Stimmen der Zeit >>


US-ROLLING-STONE-Cover mit Papst Franziskus:
The times they are a-changin’ – die deutsche Übersetzung
rollingstones.de >>

1 Jahr Papst Franziskus: Nachrichten - Bilder - Videos:
Dossier auf Blickpunkt Lateinamerika >>
Themenseite bei Adveniat.de >>

Mittwoch, 12. März 2014

Kirchenreformer fordern „Taten statt Gesten“ von Papst

Sowohl die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ als auch der kritische Theologe Hans Küng beurteilen das erste Jahr im Pontifikat von Papst Franziskus positiv, fordern aber künftig Taten statt Gesten aus dem Vatikan.
„Jede Hoffnung erwartet Realisierung. Das ist der Punkt, wo sich entscheidet, ob die Hoffnung begründet war oder blinde Illusion ist“, schrieb der Vorsitzende der österreichischen Plattform „Wir sind Kirche“ Hans Peter Hurka am Montag in einer Aussendung.
„Mit kleinen Gesten und einfachen Worten hat Franziskus die Herzen vieler Menschen erobert“, so Hurka in einer Bilanz des ersten Amtsjahres des Papstes. Doch brauche es darüber hinaus „auch die Korrektur von Glaubenssätzen und die Anpassung des Kirchenrechts“.
Weiterlesen auf religion.orf.at >>


Theologe Hans Küng:
Papst Franziskus beschränkt Reformen nicht auf Äußerlichkeiten

Ein Jahr ist Papst Franziskus im Amt. Für den Theologen Hans Küng ist das ein Grund zur Freude. Doch er sagt auch: Die Praxis ist Test für seine Ernsthaftigkeit. Bliebe es bei Worten, wäre die Enttäuschung groß.
Interview im Schwäbischen Tagblatt >>

Hoffnung erwartet Erfüllung
"Wir sind Kirche" zum ersten Jahr von Franziskus als Bischof von Rom
Seit der argentinische Jesuit Jorge Mario Bergoglio SJ vor einem Jahr zum Bischof von Rom gewählt wurde ist überall in der Kirche Hoffnung spürbar. „Wir sind Kirche“ freut sich über die Ergebnisse seines ersten Dienst-Jahres und gratuliert Franziskus zu seiner prophetischen Gabe. Viele Gläubige erwarten von ihm zeitgemäße Reformen in der römisch-katholischen Kirche. Der entscheidende Punkt ist aber, ob die Erwartungen auch Realität werden. Dazu bedarf es nicht nur eines top down Prozesses, sondern es braucht gleichzeitig auch die Beteiligung der Ortskirchen.
Hans Peter Hurka auf Wir-sind-Kirche >>

Ein katholischer Reformator: Papst Franziskus
Vor einem Jahr wurde der neue Pontifex gewählt. Zeit, zu bilanzieren, was er anstieß und was er schon erreichen konnte.
RP-Online >>

Papstsekretär: „Ein Jahr voller Emotionen“
Seinen ersten Arbeitstag als neuer Papstsekretär von Franziskus begann mit einem Scherz: Als der Malteser Alfred Xuereb in der Casa Santa Marta ankam, hielt der Papst einen Brief in der Hand und sagte: „Wir haben ein Problem! Jemand hat anscheinend nicht gut über dich gesprochen.” Es stellte sich heraus, dass es das Empfehlungsschreiben von Papst Benedikt XVI. war und Franziskus machte sich darüber lustig, dass dieser Xuereb „loswerden“ wollte. Diese Anekdote erzählt Xuereb im Gespräch mit Radio Vatikan zum ersten Pontifikatsjahr von Papst Franziskus.
Radio Vatikan >>

Dienstag, 11. März 2014

Buchtipp: Gnade und Kompetenz. Spannungsfeld kirchlicher MitarbeiterInnen zwischen Leitung und Leistung


Gnade und Kompetenz.
Spannungsfeld kirchlicher MitarbeiterInnen zwischen Leitung und Leistung
Von Paul F. Röttig
ISBN: ISBN 978-3-9503682-0-8
EUR 16,90 inkl. MwSt.

Handauflegung und Weihegebet sind keine Garantie für pastorale Effizienz kirchlichen Tuns, sie verpflichten vielmehr zur engagierten Vertiefung professioneller Kompetenzen. Schon seit dem Apostel Paulus weiß die Kirche um das göttliche Gnadengeschenk und die erworbenen sozialen und fachlichen Befähigungen, die den Menschen erst in ihrem Zusammenspiel kompetent machen für die Arbeit im Weinberg des Herren.

Die Weisheit als verständige Einsicht (vgl. Sir 1,4), die Ignatius von Loyola seinen Gefährten mit auf den Weg gibt, bündelt die These dieses Buches in markanten Worten: "Vertraue so auf Gott, als hinge der gesamte Erfolg der Dinge von dir, nichts von Gott ab; wende ihnen jedoch alle Mühe so zu, als würdest du nichts, Gott allein alles tun".

Johannes Martinek Verlag >>

Abstract zum Buch "Gnade und Kompetenz" >>

Über den Autor >> 

Gnade und Kompetenz.
Spannungsfeld kirchlicher MitarbeiterInnen zwischen Leitung und Leistung
Zum 1. Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus

Das Bemühen, unsere Welt ein wenig besser zu verlassen, als wir sie vorgefunden haben, wie Lord Baden-Powell es seinen Pfadfindern mitgegeben hat, beginnt für mich bei meiner eigenen Person. Das Studium der Philosophie, Sozialpsychologie, Theologie und Kunstgeschichte in Wien, Innsbruck und Straßburg lässt mir trotz meines Alters nicht los. Ich bin nicht „ausgelernt“, und werde es niemals sein. Als Pilger unter Pilgern bin ich noch immer unterwegs auf dem Pfad des Lebens, meinem Ziel immer näher kommend. In mir ist Freude, weil ich in meinem familiären Leben als Ehemann einer einzigartigen Frau, als Vater zweier adoptierter Töchter aus Bangladesch, auch schon als Opa zweier Enkelkinder und in den vierzig Jahren meiner beruflichen Tätigkeit als Humanressourcen-Manager immer mit und für Menschen unterwegs sein durfte.

Nach meiner beruflichen Verantwortung in der Wirtschaft bin ich heute in meinen fortgeschrittenen Jahren unterwegs, wieder und von neuem das himmlische Alphabet im Studium der Theologie zu entziffern, dessen erste Buchstaben ich aus dem Glauben meiner Eltern in der Geborgenheit einer mit und in der Kirche groß gewordenen Familie lernen durfte. Es sind Jesuitenpatres und -professoren und Benediktinermönche, die mich auf diesem lernenden Weg begleiteten und die mich lehren, niemals aufzuhören zu lernen.

Professionelles Wissen und Erfahrung in der globalen Wirtschaft konnte ich in fast fünfzig Ländern an Führungskräfte und arbeitende Menschen weiterreichen, ohne jemals der Ansicht verfallen zu sein, die endgültige und einzige Antwort für die dringlichen Fragen des Menschen von heute und morgen in dieser Welt gepachtet zu haben.

Es ist der Ruf des Herrn, die Liebe zur seiner einen, heiligen apostolischen und katholischen Kirche und das Engagement für die Menschen, die mich zum diakonalen Engagement in der Kirche veranlassen; trotz aller menschlichen Unzulänglichkeiten in ihr und durch sie.

Veröffentlichungen, universitäre Lehrverpflichtungen und Vortragstätigkeit sind Teil meines mir in der Taufe überantworteten prophetischen Verkündigungsauftrags.

Paul F. Röttig

Montag, 10. März 2014

Was macht einen guten Bischof aus?


Papst über Bischöfe: Keine Manager, sondern mutige Glaubenszeugen
Was macht einen guten Bischof aus? Das hat an diesem Donnerstag Papst Franziskus in einer gut halbstündigen Rede anhand mehrerer Kriterien ausführlich beschrieben. Bei einem Treffen mit den Mitgliedern und den Mitarbeitern der Bischofskongregation sagte Franziskus, die Kirche brauche keine Manager, sondern authentische Priester, mutige und milde Glaubenszeugen, die sich um ihre ,Schäfchen‘ kümmern.

„Wir brauchen einen, der in der Lage ist, aus Gottes Blickwinkel auf uns zu schauen und uns zu Gott hinzuführen. Nur im Blick Gottes gibt es Zukunft für uns. Wir brauchen jemanden, der die ganze Bandbreite Gottes besser kennt als seinen eigenen, kleinen Garten; einen, der uns garantiert, dass das, wonach sich unsere Herzen sehnen, nicht nur ein leeres Versprechen ist.“

Gleichzeitig sei es wichtig zu verstehen, dass es kein „Standardmodell“ gibt. Christus wisse genau, was jede einzelne Kirche brauche. Die Herausforderung für die Bischöfe sei es, die Perspektive Christi einzunehmen, betonte Papst Franziskus. Bei der Auswahl von Bischöfen sei es wichtig, sich von „Vorlieben, Anscheinen oder Tendenzen“ zu lösen. Man müsse Bischöfe finden, die mit der Fähigkeit offener Rede gesegnet seien, um der Welt zu versichern, dass es das Sakrament der Einheit gebe und nicht Bischöfe, die „von der Angst vor der Tiefe“ bestimmt seien, so der Papst.


Essentiell: Der Bischof als Christus-Zeuge

Papst Franziskus dankte der Bischofskongregation für ihren bisherigen wertvollen Dienst und betonte: „Wenn wir uns von Professionalität, Dienst und der Heiligkeit des Lebens entfernen, zerfällt die Größe, zu der wir gerufen sind. Franziskus unterstrich auch die Bedeutung der apostolischen Kirche als Grundlage: „Die Zukunft der Kirche wohnt immer in ihren Wurzeln.“ Dann kam er zu einem weiteren wichtigen Punkt: Dem Bischof als Zeuge Christi, dem, so der Papst wörtlich „essentiellen Kriterium im Entwurf des Bischofs, wie er sein solle:

„Wer ist ein Zeugnis des Auferstandenen? Derjenige, der Christus von Anfang an gefolgt ist und wie die Apostel als Zeuge seiner Auferstehung angesehen wird. Auch für uns ist das ein einigendes Kriterium: Der Bischof ist derjenige, der all das, was Jesus geschehen ist, aktuell werden lässt und der vor allen Dingen weiß, wie er, zusammen mit der Kirche, Zeuge der Auferstehung Christi ist. Der Bischof ist vor allem ein Blutzeuge des Auferstandenen. Er ist kein isolierter Zeuge, sondern einer gemeinsam mit der Kirche. Sein Leben und sein Dienst müssen die Auferstehung glaubhaft wiedergeben.“

Der Mut zu sterben, die Großzügigkeit, das eigene Leben hinzugeben und sich für die Herde aufzuopfern, seien quasi in der „DNA“ des Episkopates, betonte Papst Franziskus: Verzicht und Opfer gingen automatisch damit einher. Das Episkopat sei nicht für einen selbst, sondern für die Kirche, für die Herde, für die anderen – vor allem für die, die die Welt als „Abfall“ ansehe.

„Um einen Bischof zu bestimmen, kommt es nicht allein auf seine menschlichen Fähigkeiten, seinen Intellekt, kulturelle und seelsorgerliche Qualitäten an: Das Profil eines Bischofes ist viel mehr als die Summe seiner Tugenden.“


Die Souveränität Gottes nicht vergessen

Ebenfalls wichtig für die Bischöfe: Die Souveränität Gottes niemals zu vergessen. In diesem Zusammenhang seien das Gewissen gegenüber Gott und der kollegiale Einsatz unabdingbar, hob Papst Franziskus hervor; „keiner könne alles alleine in der Hand haben“.

„Es ist unabdingbar, sich immer der Souveränität Gottes zu versichern. Entscheidungen dürfen nicht von unseren Erwartungen bestimmt werden, nicht von eventuellem ,Stallgeruch’, von Familienbanden oder Hegemonien. Um diese Souveränität Gottes zu garantieren, sind zwei Dinge fundamental: Mit dem eigenen Gewissen vor Gott ins Gericht gehen und die Kollegialität untereinander.“


Verkündende Bischöfe

Ein weiterer bedeutsamer Bestandteil für das Bild des Bischofs, das Papst Franziskus an diesem Donnerstag zeichnete: Das Verkünden.

„Wir brauchen Männer, die die Lehre bewahren, nicht, um anhand von ihr zu bemessen, wie sehr die Welt abweicht von der Wahrheit, die diese Lehre enthält, sondern um die Welt zu bezaubern mit der Schönheit der Liebe, um sie mit dem Angebot der Freiheit, die das Evangelium schenkt, zu betören. Die Kirche braucht weder Apologeten ihrer eigenen Forderungen, noch Kreuzfahrer ihrer eigenen Schlachten, sondern milde Sämänner, die auf die Wahrheit vertrauen und wissen, dass diese ihnen immer wieder von Neuem gegeben wird, und die auf ihre Kraft vertrauen.“

Darüberhinaus sei es wichtig, dass die Bischöfe über viel Geduld verfügten, ergänzte der Papst. Mindestens ebenso wichtig wie das Verkünden sei für einen Bischof das Beten, führte Franziskus weiter aus. Die Begegnung mit dem Herrn und das kontinuierliche Gebet seien äußerst bedeutsam.

„Ein Mann, der nicht den Mut hat, zum Wohl seines Volkes mit Gott zu diskutieren, kann kein Bischof sein. Das sage ich aus ganzem Herzen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass er nicht in der Lage ist, den Auftrag zu erfüllen, das Volk Gottes dorthin zu bringen, wo Gott es ihm zeigt.“


Bischöfe als Seelsorger

Als Seelsorger sollten die Bischöfe authentisch sein und ihrer Herde nahe, so Franziskus weiter. „Emsig“ und „im Alltag“ da sein, lauteten hier seine Stichworte. Die Herde müsse im Herzen des Hirten Platz haben. Dabei sei es wichtig, sich nicht von Routine und Langeweile fangen zu lassen, denn dann bestehe die Gefahr, zu einem „permanent Anderen“ zu fliehen. Wenn der Priester nicht genug in sich selbst, in Christus und in seiner Kirche verankert sei, laufe er Gefahr, dass er ständig dafür Kompensationen suche und seiner Herde keinen Schutz bieten könne, warnte Franziskus.

Hohe Anforderungen an die Bischöfe listete Papst Franziskus also auf. Auf die Frage, wo und ob sich überhaupt Leute finden lassen, die dem gerecht werden können, hat er dennoch eine eindeutige Antwort:

„Ich bin sicher, dass es sie gibt. Der Herr verlässt seine Kirche nicht. Vielleicht sind es vielmehr wir, die nicht genug die Felder abgrasen, um sie zu suchen. Vielleicht brauchen wir die Umsicht Samuels: ,Wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist‘. Ich wünsche mir, dass diese Kongregation von dieser heiligen Unruhe lebt.“

Radio Vatikan >>


Weiterführend:

Was zeichnet einen guten Bischof aus?
Historische Durchblicke aus aktuellem Anlass
von Hubertus Lutterbach

Seit frühesten Zeiten gibt es in der katholischen Kirche Bischöfe. Die Gestalt dieses Amtes hat sich im Lauf der Geschichte immer wieder verändert. Geblieben sind die Anforderungen an die Amtsträger, wie sie sich in diversen Bischofsspiegeln niedergeschlagen haben.
Herder-Korrespondenz >>

Sonntag, 9. März 2014

Und da sagt einer

manchmal hab ich’s
nicht leicht mit mir

könnte ich nicht
ein bisschen hübscher
ein bisschen interessanter
ein bisschen besser

und die abstehenden Ohren
und meine Inkonsequenz
und die vielen Vorsätze
nie eingelöst

und dass dieser Traum
und dass dieses Bild
und dass dieser Wunsch
und dass überhaupt nie

und wenn ich nicht damals
und wenn das anders
und wenn der nur wollte
und wenn ich nur

ich wollt
ich wünscht
ich wär
und überhaupt

und da würde einer sagen

in dir ist ein Gedanke verborgen
Gott hat geträumt von dir
dich gibt es nicht noch mal
du bist einzig

es ist gut
dass es dich gibt
ich habe dich gewollt
ich brauche dich

dann wäre ich sicher
für einen Moment verblüfft
dann würde ich mich freuen
und dann könnt ich mich

vielleicht sogar
ein bisschen mögen

Grün A. u. a., Und alles lassen weil er mich nicht lässt,
Herder-Verlag, Fr. i. Br., 31996,42f.

Samstag, 8. März 2014

Der unsäglich bornierte Umgang mit dem „Wohl des Kindes“

Ein wirklich lesenswerter Kommentar von Anneliese Rohrer in der heutigen DiePresse. Ein wichtiger Beitrag zum offenen und ehrlichen Diskurs zu diesem Thema, der stattzufinden hat:


Wer sich nichts anderes als die ideale Vater-Mutter-Kind-Familie vorstellen kann, sollte das offen zugeben. Das ersparte wenigstens die Heuchelei um Kinderrechte.

Bereits vor mehr als zehn Jahren hatten wir diese Diskussion schon in einer Redaktionskonferenz der „Presse“. Der konkrete Anlass ist nicht mehr in Erinnerung, aber das Thema war dasselbe wie jetzt nach dem Vorstoß des ÖVP-Ministers Andrä Rupprechter: Homosexuelle Paare und Kinder!
Damals wie heute wird mit dem „Wohl des Kindes“ argumentiert, das nur in der klassischen Vater-Mutter-Kind-Familie gewährleistet sei. Damals wie heute wurde nicht auf die Frage eingegangen, warum ein gewalttätiger/problematischer Elternteil in der klassischen Kleinfamilie das Wohl des Kindes eher sicherstellt als eine liebevolle Umgebung mit zwei gleichgeschlechtlichen Eltern. Also auch eine Art Stillstand!
 Weiterlesen DiePresse >>  

Zum offenen Diskurs gehören verschiedene Meinungen, Standpunkte und Überlegungen. Ein Leser meines Blogs hat mich auf folgenden Kommentar von Heinz Zangerle in DiePresse vom 04.03.2014 aufmerksam gemacht - danke dafür:

Und wo bleiben die Kinder?
Die völlige Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der traditionellen Familie ist eine Fehlentwicklung!
 
Wenn jetzt auch schon aus dem Hergottswinkel Tirol der Ruf nach dem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ertönt, dann scheint der Zug in Richtung Homo-Ehe unaufhaltbar. Der schon jetzt undurchschaubare Beziehungsalltag vieler Kinder wird damit noch um ein weiteres Stück verwirrender.
Neue Beziehungskonstellationen tun sich auf: Statt mit Vater und Mutter, Alleinerzieherin, Stief- oder Großeltern werden Kinder künftig mit Vater-Vater-Eltern und Doppelmüttern konfrontiert sein. Oder mit Beziehungsungetümen wie der Zwei-Mütter-ein-Vater-Elternschaft. Dann, wenn etwa das „gemeinsame“ Kind zu MutterA (leiblich) und MutterB (lesbische Partnerin von A) anstelle zum per Scheidung entsorgten Kindesvater gehört. Oder eben doch nicht gehört, weil der leibliche Vater ja in jedem Fall Vater bleibt, mittels Adoption neuerdings aber durch „Mutter“B sein Sorgerecht verliert.
Weiterleisen DiePresse>>

Freitag, 7. März 2014

Franz Brei ab 1. April in Dienstverwendung der Diözese Eisenstadt

Personalnachrichten 
6. März 2014 
Diözese Eisenstadt

In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde der hochw. Herr

Franz Brei, Priester der Erzdiözese Vaduz, Liechtenstein, zuletzt in der Diözese Graz-Seckau seelsorglich tätig gewesen, und vorerst mit der Mithilfe in den Pfarren Neckenmarkt und Deutschkreutz mit Sitz in Neckenmarkt betraut. (1. April 2014)


Worüber ich bereits voriges Jahr, am 26. Juni 2013 berichtet habe, wird jetzt umgesetzt:
Kommt der singende Pfarrer Franz Brei ins Burgenland?

Gespräch mit Bischof: Keine Chance für Ivan

Quelle: Kurier vom 06.03.2014

Tauziehen um Pfarrer geht weiter
Das Tauziehen um den abgesetzten Pfarrer von Großwarasdorf Ivan Jelic geht weiter. Ein für Aschermittwoch angesetztes Gespräch von Vertretern der Pfarrgemeinde mit dem Bischof hat nicht zur Wiedereinsetzung des Pfarrers geführt. >>
Weiterlesen auf Burgenland.orf.at >>

Causa Jelić: Nebersdorfer fordern Rücktritte
Am Aschermittwoch fand am Bischofshof in Eisenstadt ein Gespräch zwischen Vertretern der Pfarrgemeinde Nebersdorf/Šuševo und Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics statt. Dabei forderten die Gläubigen nicht nur die Wiedereinsetzung von Pfarrer Ivan Jelić, sondern auch den Rücktritt des Diözesanvikars Stefan Vukits und des Dechanten des kroatischen Dekanats Großwarasdorf/Veliki Borištof, Ivan Vertesich. >>
Volksgruppen.orf.at >>

Medieninformation der Diözese Eisenstadt
Einen Tag nach dem Gespräch zwischen dem Eisenstädter Diözesambischof Ägidius Zsifkovics und Vertretern der Pfarrgemeinde Nebersdorf/Šuševo hat der Bischofshof eine Stellungnahme zur Causa Ivan Jelić veröffentlicht.
volksgruppen.orf.at bringt die Stellungnahme im Wortlaut >>


aktuell.martinus.at vom 6.3. ohne Kommentar:
Kontakttage Großwarasdorf abgesagt
Die Kontakttage im Dekanat Großwarasdorf, die vom 7. bis 16. März geplant waren, wurden abgesagt.
martinus.at >>

Laut volksgruppen.orf.at wurde die Absage bereits am 27.2. beschlossen - ohne Gespräch mit der Basis.
Kontakttage in Großwarasdorf abgesagt
Nach einer Sitzung vergangenen Donnerstag wurde dieser Entschluss von den Pfarrseelsorgern im Dekanat, Dechant Johannes Vertesich, Generalvikar Martin Korpitsch, Bischofsvikar Stefan Vukits und Bischof Ägidius Zsifkovics gefasst. Laut dem Mediensprecher der Diözese, Dominik Orieschnig entspreche das momentane Klima im Dekanat den geplanten Kontakttagen nicht.
volksgruppen.orf.at >>

Donnerstag, 6. März 2014

Papst Franziskus: Wege zum Glücklichsein

Des Papstes zehn Wege ins Glück

Es etwas langsamer angehen lassen, großzügig sein und für den Frieden kämpfen. Papst Franziskus hat in einem Interview mit der argentinischen Wochenzeitung "Viva" Wege zum Glücklichsein aufgezeigt. Im Gespräch mit dem Redakteur nennt der Papst zehn Punkte, die - wenn man sie befolgt - das persönliche Wohlbefinden steigern sollen.

1. "Leben und leben lassen"
Das sei das Prinzip, von dem jeder sich leiten lassen solle. Das Prinzip hörte man vom Papst bereits in Aussagen über Homosexuelle, als er sagte: "Wer bin ich, Homosexuelle zu verurteilen."

2. "Sei offen und großzügig"
Die Menschen sollen offen füreinander und großzügig sein, sagte der Papst. Wenn man sich zurückziehe, würde man Gefahr laufen, egozentrisch zu werden.

3. "Gehe im Leben ruhig voran"
Dabei beruft sich Papst Franziskus auf die Erzählung "Don Segundo Sombra" des argentinischen Autors Ricardo Rüiraldes. Der Hauptcharakter des Werks blickt darin auf sein Leben und stellt fest, dass er im Laufe des Lebens immer gelassener geworden ist. "Er sagt, dass er in seiner Jugend ein Fluss voller Steine war, die er mit sich herumschleppte. Als Erwachsener war er ein fließendes Gewässer. Im Alter floss er immer noch, aber langsam, wie das Wasser in einem See."

4. "Gestalte die Freizeit aktiv"
Die Freude an Kunst, Literatur und dem gemeinsamen Zeitverbringen sei verloren gegangen, beklagt der Papst. Konsum würde lediglich Stress und Angst bringen und die Freizeit aufbrauchen. Eltern sollen sich die Zeit so einteilen, dass sie mit ihren Kindern nach der Arbeit noch spielen können. Familien sollten den Fernseher abschalten um gemeinsam abendzuessen.

5. "Verbringe die Sonntage mit der Familie"
Am Sonntag sollte man nicht arbeiten. "Der Sonntag ist für die Familie da", sagt der Papst. Damit bezieht sich Franziskus auch direkt auf das dritte der zehn Gebote, dass der Tag des Herren zu ehren sei.

6. "Hilf den Jungen, Arbeit zu finden"
Ein Punkt, den man vielleicht nicht auf der päpstlichen Liste der Glückswege erwartet hätte. "Wir müssen kreativ mit den jungen Leuten umgehen", sagt der Papst. Wenn sie keine Perspektiven im Leben hätten, liefen sie Gefahr für Drogen oder Suizid anfällig zu werden. "Es ist nicht genug, ihnen zu essen zu geben." Es gebe den jungen Menschen Würde, wenn sie ihr selbst verdientes Essen mit nach Hause bringen könnten.

7. "Nimm auf die Natur Rücksicht"
Die Zerstörung der Umwelt sei eine der größten Herausforderungen, sagt der Papst. "Ich denke, es ist eine Frage, die wir uns nicht stellen: Begeht die Menschheit nicht Selbstmord durch die tyrannische Ausbeutung der Natur?"

8. "Höre damit auf, negativ zu denken"
Es ist ein Rat, der wohl aus jedem Selbsthilfebuch stammen könnte. Der Papst geht jedoch noch einen Schritt weiter: "Über andere schlecht zu reden, indiziert niedriges Selbstbewusstsein." Das Negative - auch in der Meinung über andere Menschen - rasch loszulassen sei gesund.

9. "Respektiere Andersgläubige"
Es mag durchaus überraschen, aber der Papst sagt, man solle Andersgläubige nicht bekehren. Man könne andere durch Weisheit inspirieren und durch gemeinsame Kommunikation wachsen. Es sei aber falsch mit anderen zu reden, nur um sie zu bekehren. "Die Kirche wächst durch Anziehungskraft nicht durch Bekehrung."

10. "Arbeite für den Frieden"
Unfrieden einfach hinnehmen? Das sei für das persönliche und menschliche Wohlbefinden keine gute Idee. "Der Ruf nach Frieden muss laut erklingen", so der Papst. Frieden sei niemals ruhig, Frieden sei immer proaktiv und dynamisch, erklärt der Papst seine Sicht der Dinge.
Quelle: Die Presse, 05.08.2014

Fastenhirtenbrief 2014 von Bischof Ägidius J. Zsifkovics

Liebe Brüder und Schwestern,

ein großes Ereignis hat die Kirche in Österreich gleich zu Beginn dieses Jahres erlebt: den Besuch der österreichischen Bischöfe bei Papst Franziskus. Berührt und gestärkt von der persönlichen Begegnung mit dem Hl. Vater möchte ich am Beginn der Fastenzeit Euch allen etwas von der Dynamik und der Botschaft unseres Papstes vermitteln. Ihr fragt Euch sicher: Wie ist er eigentlich, unser neuer Papst? Die vielen berührenden Worte und liebevollen Gesten, die von Papst Franziskus schon bisher in der Öffentlichkeit bekannt waren, sie wurden in der persönlichen Begegnung mit ihm noch übertroffen. Sie lassen sich in folgender Botschaft zusammenfassen: Kirche sein heißt nicht verwalten, sondern gestalten. Es heißt missionarisch sein und hinausgehen zu den Menschen, um ihnen mit Liebe und Verständnis das Licht des Glaubens und die Freude des Evangeliums zu bringen. Dies alles muss in der tiefen Freundschaft mit Jesus Christus wurzeln – eine Freundschaft, die Papst Franziskus zutiefst ausstrahlt und die wir alle brauchen, um frohe und glaubwürdige Zeugen Christi für andere zu sein.

Wer hinausgeht in die Welt, braucht selbst ein stabiles Fundament, ein sicheres Zuhause der Seele und des Geistes, aus dem er schöpft. Drei Räume sind es, die wir alle als unser sicheres Zuhause betrachten dürfen:

Der erste Raum ist die Familie. Sie ist der Ort, in dem jeder von uns und seine Wahrheit als Mensch tief verwurzelt sind. Die Familie ist die grundlegende Zelle der Gesellschaft und der Ort, wo man lernt, in Verschiedenheit zusammenzuleben. Somit ist sie als Hauskirche der vorrangige Ort der lebendigen Weitergabe des Glaubens. Tun wir alles, damit in unseren Familien wieder mehr über den Glauben gesprochen wird, damit gemeinsam gebetet und der Sonntag würdig gefeiert wird! Der beste Religionsunterricht kann das lebendige Beispiel, das betende Eltern ihren Kindern geben, nicht ersetzen. Ehe und Familie sind ein hohes, ein sehr schönes Ideal, sie sind kein Auslaufmodell! In Zeiten eines neuzeitlichen Individualismus und familienfeindlicher Ideologien gelingt es vielen nicht, diesem Ideal zu entsprechen. Wenn der sehnliche Wunsch nach dauerhafter Liebe und Treue nicht in Erfüllung geht, sind der Schmerz und die Enttäuschung darüber bei den Betroffenen selbst wohl am allergrößten. Wir als Kirche müssen ihnen in besonders liebevoller Weise beistehen und dürfen sie nicht verurteilen. Wir müssen Sorge tragen, dass vom Ehepartner geschiedene Menschen nicht auch noch das Gefühl haben, von der Liebe ihrer Mitmenschen, ihrer Kirche, ihrer Pfarrgemeinde ausgeschlossen zu sein. Denn, so Papst Franziskus: Die Barmherzigkeit Gottes schließt niemanden aus.

Der zweite Raum unseres Zuhauses ist die Pfarre. Sie ist der Raum, den Gott der Kirche anvertraut hat, um ihn zu einem fruchtbaren Feld und zu einem blühenden Garten zu machen. Doch dieser Garten ist nicht eine durchgestylte barocke Anlage. In diesem bunten Garten wächst alles. Hier gibt es starke Bäume und zarte Pflanzen; hier gibt es aktive Elemente, aber auch schläfrige; solche, die Wohlgeruch verbreiten, und solche, die dies nicht tun. Sie alle aber haben ihren Platz und können auf die eine oder andere Weise zum Zusammenleben beitragen. Die Pfarrer in ihrem Leitungsamt haben die schwierige Aufgabe, in ihrer seelsorglichen Arbeit alle noch so unterschiedlichen Mitglieder ihrer Gemeinde zu sehen und auf deren Heil bedacht zu sein. Dabei darf der Priester, ohne dass sein sakramentaler Dienst verdunkelt wird, glücklicherweise auf die wertvolle und unverzichtbare Unterstützung und den Beitrag verschiedener Mitarbeiter und aller Gläubigen zählen. Vergesst bitte nie: Jeder von Euch im bunten Garten Gottes ist gerufen, jeder von Euch ist gesandt! Seid engagierte und verlässliche Pfarrmitglieder!

Der dritte Raum unseres Zuhauses ist die Beichte. Sie ist der Ort, wo wir Gottes barmherzige Liebe erfahren. Hier begegnen wir Christus, der uns die Kraft zur Umkehr und zum neuen Leben gibt. Da der Mensch eine Seele und ein Gewissen hat, wird die Beichte ebenso wenig ihre Bedeutung verlieren wie die Familie. Was immer uns belastet, wofür immer wir uns schuldig fühlen: Gott vergibt, wenn wir selbst es zulassen und bereit zur Umkehr sind. Der Beichtstuhl ist eine „Duschkabine“ für die Seele. Viel zu oft steht diese Duschkabine leer. Als Hirte möchte ich alles tun, um Euch beim Wiederentdecken dieses vergessenen Sakraments mit Feingefühl und Verständnis zur Seite zu stehen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung: der Schritt in den Beichtstuhl kann schwer sein. Er fällt manchen Menschen schwerer als eine Schönheitsoperation, bei der oft enorme Schmerzen und Kosten in Kauf genommen werden um der äußeren Schönheit willen. Als Hirte ist mir Eure innere Schönheit wichtig. Ich lade Euch daher ein: Öffnet in dieser Fastenzeit die Tür Eures Gewissens, überwindet die Schwellenangst und geht zur Beichte! Gönnt Euch selbst dieses wunderbare Sakrament und die reinigende Erfahrung der Vergebung!

Im heutigen Evangelium hörten wir von den drei Versuchungen Jesu in der Wüste. Die Versuchung, sich selbst zum Maß aller Dinge zu machen, richtet sich oft auch gegen die Familie. Wie oft leiden und zerbrechen Ehe und Familie am Wunsch des Menschen, frei und unabhängig leben zu können, ohne Rücksicht auf Verluste! Wie oft läuft aber auch das Leben in unseren Pfarren Gefahr, zur Spielwiese für die Interessen und die Selbstdarstellung Einzelner oder kleiner Gruppen zu werden, an denen die ganze Gemeinschaft zu leiden hat! Auf dem „neuen pastoralen Weg“ unserer Diözese wird Seelsorge auch pfarrübergreifend stattfinden. Das braucht neue Formen der Zusammenarbeit und die Absage an altes Besitz- und Machtdenken. Halten wir uns nicht krampfhaft fest an gewohnten Strukturen, sondern bleiben wir offen für den Geist Gottes! Nur so können wir ständig Neues hervorbringen. Es steht nirgendwo geschrieben, dass der Ort dieses Anrufes von Gott nur das Pfarrzentrum oder die gemütliche Pfarrveranstaltung sein kann. Gott erreicht den Menschen an jedem Ort, selbst dort, wo es keinen Handyempfang gibt. Und wie oft schließlich führt uns die Versuchung der Selbstgerechtigkeit und der Überheblichkeit dazu, zu meinen, keine Sünden zu haben oder uns selbst von unseren Fehlern und Sünden lossprechen zu können! Im Blick auf Jesus können wir diesen Versuchungen widerstehen.

Abschließend dürfen wir Gott dankbar sein für das, was die Kirche in Österreich zum Heil der Gläubigen und zum Wohl vieler Menschen und der ganzen Gesellschaft wirkt. Papst Franziskus hat die Bischöfe beim Ad-limina-Besuch gebeten, allen, die sich dafür einsetzen, seinen Dank und seinen Segen zu übermitteln. Ich tue dies hiermit und danke als Bischof den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und allen engagierten Laien unserer Diözese, die bereitwillig und großherzig im Weinberg des Herrn arbeiten. Papst Franziskus erinnert uns aber auch immer wieder daran, die Armen nicht zu vergessen. So bitte ich Euch auch in diesem Jahr, die Fastenaktion unserer Diözese, die den Ärmsten der Armen zugute kommt, großherzig zu unterstützen!

Eine gesegnete Fastenzeit und ein frohes Osterfest wünscht von Herzen

+Ägidius J. Zsifkovics
Bischof von Eisenstadt

martinus.at 

Bischof zu Beichte: "Duschkabine für die Seele"
Der Eisenstädter Hirte Ägidius Zsifkovics appelliert in seinem am Aschermittwoch veröffentlichten Fasten-Hirtenbrief, Geschiedenen in "liebevoller" Weise beizustehen.
Der Beichtstuhl sei eine "Duschkabine für die Seele". Mit diesem höchst ungewöhnlichen Vergleich versucht der Eisenstädter Bischof Ägidius J. Zsifkovics für die Beichte zu werben. Die Überwindung der Schwellenangst falle manchen Menschen "schwerer als eine Schönheitsoperation, bei der oft enorme Schmerzen und Kosten in Kauf genommen werden um der äußeren Schönheit willen", erklärte er in seinem Fastenhirtenbrief, der am Aschermittwoch veröffentlicht wurde.
DiePresse.com


Die Fastenbotschaft von Papst Franziskus für 2014
Er wurde arm, um uns durch seine Armut reich zu machen (vgl. 2 Kor 8,9)
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