Donnerstag, 31. Mai 2012

Bischof Müller bezeichnet Reformgruppen als "parasitäre" Existenzen

Der Gastgeber des nächsten Katholikentages 2014, der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, hat die Reformgruppen in der katholischen Kirche attackiert.
Im zähen Ringen um Kirchenreformen hat sich der Ton zum Abschluss des Katholikentags verschärft. Prominente Katholiken und Basisgruppen übten in Mannheim massive Kritik an der Amtskirche, der sie mangelnde Dialog- und Veränderungsbereitschaft vorwerfen. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wies dies zurück und bezeichnete kritische Geister in der katholischen Kirche als «parasitäre Existenzform». Nach dem fünftägigen Forum mit 80 000 Teilnehmern hoffen viele Laien dennoch auf neue Impulse bei der Suche nach Auswegen aus der Kirchenkrise.
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Resignation oder Aufbegehren – Katholiken leiden an ihrer Kirche
Aufbruch im Schatten der Piusbrüder: Während der Vatikan über die Rückkehr der erzkonservativen Gemeinschaft debattiert, kämpft die Basis auf dem Katholikentag um Reformen. Am Ende bleiben Floskeln.
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Infos zum Katholikentag von Wir-sind-Kirche.de >>

Mittwoch, 30. Mai 2012

Prunkkapelle im Bischofshof mit Überraschungseffekt

Am 16. Mai 2012 wurde die zweigeschoßige Prunkkapelle im Bischofshof von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics geweiht.

Dazu Mag. Hubert Anton Wieder, Rektor des Bgld. Priesterseminars, im GASTKOMMENTAR des martinus vom 27. Mai:
"Die lichte Hauskapelle im Bischofshof wird geweiht. In einer Weihrauchwolke rufen wir den Heiligen Geist auf Brot und Wein zur Verwandlung in Jesus herab. Da schlägt der Brandmelder an."


Eine Überraschung anderer Art verspricht fr. Dipl.-Theol. Hans-Ulrich Möring OT, Bischöflicher Zeremoniär und Vorsitzender der Diözesankommission für kirchliche Kunst, in seinem liturgietheologischen Konzept zum Kapellenumbau:

"Wer die neu gestaltete Kapelle im Bischofshof betritt, wird vielleicht überrascht sein von der ungewöhnlichen Raumgestaltung: die übliche Gliederung in einen Raum für die Gläubigen und einen (erhöhten) Altarraum für Priester und Ministranten wurde aufgegeben. Stattdessen sind die zentralen Funktionsorte der Liturgie in einer Achse angeordnet, auf die hin sich die Plätze für die Mitfeiernden ausrichten."

Leider gibt es im Fotoalbum von der Weihe kein Foto, auf dem dieser Überraschungseffekt der Achse der zentralen Funktionsorte zu erkennen wäre. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Plätze für die Mitfeiernden sehr bescheiden ausgefallen sind, sodass die Kapelle eigentlich nur aus dem Altarraum (für den Klerus) besteht.
Für die Gläubigen könnte im Obergeschoß Platz sein, was im Konzept aber nicht erwähnt wird.
Der Altarraum ist nicht erhöht, aber der Tabernakel und das 7 Meter hohe Fenster ruhen auf einer Stufe.

Acrylmalerei von Heinz Ebner im Bischofshof >>  

Dienstag, 29. Mai 2012

Die Frauen zu brüskieren, gefährdet das System Kirche

Wieder einmal ein grandioser Kommentar von Bert Brandstetter. Brandstetter ist seit kurzem der neue Präsident der Katholischen Aktion Oberösterreich. Wiederholt hat er bereits mit klaren Aussagen aufhorchen lassen. Es ist wunderbar, dass so ein Mann eine bedeutende Funktion für die Laien in der Kirche hat!


Nichts gegen eine feierliche Messgestaltung. Pfingsten ist ein idealer Anlass für Außergewöhnliches in der Kirche. Was in manchen Domkirchen allerdings angeboten wird, verstehen viele Gläubige nur noch schwer.

Wenn Kolonnen von mit Brokat bekleideten Männern einziehen, dann ist das wohl kirchliche Dramaturgie vom Feinsten. Dann ist das aber auch die Demonstration einer Kirche, die in ihren Ausdrucksformen vom Zeremonien- und Feiergefühl ihrer Gläubigen meilenweit entfernt ist. Eine Kirche, die vor allem Schauspiel bietet und damit hofft, den Feiertag zu retten. Es ist auch eine Demonstration der Männerkirche. Wohl gibt es unter den Ministranten immer öfter auch Mädchen, am Altar unter den Zelebranten steht aber kaum irgendwo ein weibliches Wesen, geschweige denn, eine Frau käme dort zu Wort. Manches Mal schafft es eine Frau bis zur Lesung inklusive Fürbitten, am Ambo ihre Stimme zu erheben. Das Evangelium ist für sie aber tabu. Die Predigt sowieso. Zumindest offiziell. Frauen dürfen das nicht, Rom sieht das so vor.
Immer weniger Katholiken haben aber Verständnis für diese Vorgabe, für die es meiner Meinung nach auch keine logische Erklärung gibt. Bei allem Bemühen um Loyalität zum Papst in Rom: aber er und die gesamte Kirchenleitung verscherzen es sich auf diese Weise mit der Hälfte ihrer treuesten Anhänger. Als Gläubige sind die Frauen wohl gelitten, als mögliche Amtsträgerinnen sind sie nicht einmal zweite Wahl. Sie so zu brüskieren und aus Prinzip nicht zum Weiheamt zuzulassen, bedeutet in unseren Breitengraden eine massive Existenzgefährdung des Systems Kirche.

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Sonntag, 27. Mai 2012

schaffe in mir gott ein neues herz

ein neues herz

das alte gehorcht der gewohnheit
schaff mir neue augen
die alten sind behext vom erfolg
schaff mir neue ohren
die alten registrieren nur unglück
und eine neue liebe zu den bäumen
statt der voller trauer
eine neue zunge gib mir
statt der von der angst geknebelten
eine neue sprache gib mir
statt der gewaltverseuchten
die ich gut beherrsche
mein herz erstickt an der ohnmacht
aller die deine fremdlinge lieben
schaffe in mir gott ein neues herz
und gib mir einen neuen gewissen geist
dass ich dich loben kann
ohne zu lügen
mit tränen in den augen
wenns denn sein muss
aber ohne zu lügen


Dorothee Sölle

Freitag, 25. Mai 2012

Pontifikat der Scharlatane

Diskussionsbeitrag von Peter Bürger am Katholikentag in Deutschland:

Kleinbürgerliche Heimathorizonte und das Ende der katholischen Weite: Der Papst aus Bayern und der Zentralkomitee-Katholizismus sind den Herausforderungen des 3. Jahrtausends nicht gewachsen. – Eine fromme Polemik.

Angesichts des römischen Kamikaze-Kurses, der in absehbarer Zeit zum großen Knall führen muss, kann man sich über die Blauäugigkeit und Zaghaftigkeit mancher Laienfunktionäre nur wundern. Restituiert ist trotz des letzten Konzils ein repressiver Machtapparat, durch den sich Hans Küng - sehr zu Recht - "an Leitungskader in totalitären und diktatorischen Systemen" erinnert fühlt.

Vom Papst ernannte Kardinäle, deren Amt in Bibel und frühchristlicher Praxis nirgendwo vorgesehen ist, wählen jeweils den nächsten Papst, der wiederum allein die neuen Kardinäle kreiert und überall in der Weltkirche alles befehlen kann. Auch die Bischöfe auf dem ganzen Erdkreis werden vom Papst so ausgewählt, dass sie - von sehr seltenen "Unfällen" abgesehen - durchweg aus willigen Befehlsempfängern und Ausführungsbeamten bestehen …

Das sich selbst reproduzierende, auf einen einzelnen Übermenschen zugeschnittene Machtsystem ist jedoch in jesuanischer, biblischer und altkirchlicher Perspektive schlichtweg illegal. Es ersetzt die Formen rechtmäßiger Kirchenleitung durch einen Götzendienst der Macht und bedarf aus Glaubensgründen zwingend der Heilung. Dies gilt umso mehr, als Willkür und Selbstherrlichkeit dieses Systems nun wieder ungeschminkt ihr Gesicht zeigen. Zu predigen ist heute der römischen Kurie die Weisung Jesu: "Die in der Welt als Herrscher gelten, willküren nach unten herunter auf die Menschen und setzen sich ohne Rücksicht auf Verluste durch. So jedoch darf es bei euch nie sein." (vgl. Markus-Evangelium 10, 42-43)
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Theologe Küng: Papst droht zum Kirchenspalter zu werden
Der deutsche Theologe Hans Küng hat Papst Benedikt XVI. davor gewarnt, durch zu großes Entgegenkommen gegenüber den ultrakonservativen Piusbrüdern selbst zum Schismatiker zu werden und innerkirchlichen Ungehorsam zu provozieren. Benedikt bereite in der Pfingstzeit offensichtlich „die definitive Versöhnung“ der Kirche mit den Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Küng-Text.
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Hintergund:
Papst Pius IX. - vom Reformer zum Reaktionär und "Unfehlbaren"

Im Exil hat sich Pius IX. vom Reformer zum Reaktionär gewandelt. Von nun an, so der Historiker Lill, "führt Pius jene Zentralisation herbei, auf der das moderne, autoritäre, monarchische Papsttum beruht." Die politische Bühne überlässt Pius fortan ganz seinem gewieften Kardinalstaatssekretär Antonelli.
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Donnerstag, 24. Mai 2012

Pfarrer gegen Disziplinierung durch Schönborn


Die Pfarrerinitiative wird allfällige Disziplinarmaßnahmen, die Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn in einem Interview in Aussicht gestellt hatte, nicht hinnehmen und sich wehren. Das sagte Helmut Schüller, Initiator der österreichischen Pfarrerinitiative, Samstagmittag in Mannheim am Rande des Katholikentages auf die Frage der APA.

"Ich weiß nicht, was an Pfarrern, die ihre tägliche Arbeit tun, zu disziplinieren wäre." Die Initiative verstehe die Androhung nicht. Er wisse auch nicht, wie weit die Disziplinarmaßnahmen gehen würden, sagte Schüller. "Wir werden uns die Maßnahmen ansehen und werden uns von Experten beraten lassen."

Schüller fordert eine Verfassung für den Kirchendialog, eine Art Dialog-Grundrechtskatalog. Derzeit werde der Dialog wie ein Gnadenakt praktiziert, der teils von oben zugelassen, teils aber wieder zurückgezogen werde.

"Wir haben keine Glaubenskrise, wie manche Kardinäle meinten, und wir haben keine Kirchenkrise, sondern wir haben eine Kirchenleitungskrise, die angegangen werden muss." Schüller vermutet, dass es eine ganze Reihe von Bischöfen gebe, die mit den Ansichten der Reformgruppen sympathisierten. "Was wir aber vermissen, ist, dass sich diese Bischöfe klar artikulieren. Auch sie sollten sich vernetzen." Analog zur Pfarrerinitiative sollte es, so Schüller, auch eine Bischofsinitiative geben.

Mit Aussagen wie diesen stieß die Pfarrerinitiative am Mannheimer Katholikentag auf viel Zustimmung. Die Johanniskirche war bei Schüllers Auftritt im Rahmen einer Diskussion übervoll und es gab viel Szenenapplaus.
Kleine Zeitung >>

Rieseninteresse an Helmut Schüller
Nicht nur der Medienrummel stellte Helmut Schüllers Pfarrerinitiative in den Mittelpunkt des Mannheimer Katholikentages. Auch das "Fußvolk" der Kirche war dankbar für jedes Wort, das da mit österreichischem Akzent das nüchterne Kirchenschiff der Johanniskirche erfüllte. Ihre Reaktionen sind eindeutig: Er redet ihnen, die von ihren kirchlichen Würdenträgern frustriert sind, aus der Seele.
Wiener Zeitung >>


Bischof Küng warnt Pfarrerinitiative vor schweren Regelverstößen
Der St. Pöltner Diözesanbischof warnt die Pfarrerinitiative vor schweren Regelverstößen. „Ich hoffe sehr, dass ich nicht genötigt sein werde, gegen Mitbrüder vorzugehen, die in ihren Haltungen beharren. Das würde mir sehr leidtun“, schrieb Küng in einem Brief zum „Jahr des Glaubens“.
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Kapellari: "Klares Nein" zu Sonderweg der "Pfarrerinitiative"
Deutliche Kritik an der Vorgangsweise der "Pfarrerinitiative" hat der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari geäußert. Bei einem Medienempfang am Montagabend in Graz erklärte Bischof Kapellari, wenn die Initiative mit wachsender Intensität versuche, "Schritte auf einem österreichischen Sonderweg abseits der Weltkirche und ohne oder gegen den je eigenen Bischof zu tun und dafür auch internationale Allianzen zu erreichen, dann verlangt dies ein klares Nein".
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Weiterer Disziplinierungsversuch:

Erzbistum Köln will kritischen Bischof fernhalten
Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner interveniert gegen einen geplanten Auftritt eines kritischen Mitbruders aus Frankreich. Doch der streitbare Sozial-Bischof Jacques Gaillot widersetzt sich.
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Mittwoch, 23. Mai 2012

Wie gingen die PGR-Wahlen wirklich aus?

Die Einladung der Pfarrgemeinderäte zum Pontifikalamt am Pfingstmontag im Eisenstädter Martinsdom sowie zur Andacht mit Sendung machen mich neugierig über den tatsächlichen Ausgang der PGR-Wahl.

Bis spätestens 29. April 2012 hätten die Ergebnisses der konstituierenden Sitzungen des Pfarrgemeinderates und des Wirtschaftsrates an das Bischöfliche Ordinariat gesendet werden müssen.

Auf martinus.at erfährt man noch immer nur das vorläufige Endergebnis vom 19. März, wobei in der PDF-Statistik zur PGR-Wahl keine Zahlen für die Pfarren Kaisersteinbruch, Potzneusiedl, Weiden/See, Wimpassing, Neufeld/Leitha, Unterpullendorf, Heiligenbrunn und Neuberg angegeben sind.

Dienstag, 22. Mai 2012

Berliner Kardinal widerspricht Wiener Kardinal

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hält es für möglich, dass die katholische Kirche ihre strikte Haltung gegenüber Schwulen und Lesben langfristig aufweicht. Bislang wird Homosexualität von der Kirche generell verurteilt. Es sei denkbar, dass die Kriterien dafür verfeinert würden.

Selbstkritische Töne bei der Katholischen Kirche

Auf dem Katholikentag in Deutschland wird auch über grundsätzliche strukturelle Veränderungen in der Kirche gesprochen. Aber das will nicht jeder gern. 
Der Berliner Bischof Rainer Maria Woelki geht auf Schwule und Lesben zu… Zitat: „Wenn zwei Homosexuelle Verantwortung füreinander übernehmen, wenn sie dauerhaft und treu miteinander umgehen, muss man das in ähnlicher Weise sehen wie heterosexuelle Beziehungen.“
Weiterlesen im Tagesspiegel >>


Kardinal Schönborn:  Stützenhofen "kein Präzedenzfall"
Der Wiener Erzbischof bekräftigte, dass die Kirche auch nach Stützenhofen ihre Haltung gegenüber Homosexuellen nicht ändern werde. 
Kein Gesinnungswechsel in Sicht: Nach der Aufregung um die Weinviertler Pfarre Stützenhofen hat der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, bekräftigt, dass die Kirche ihre Haltung gegenüber Homosexuellen nicht ändere. Gegenüber homosexuellen Paaren müssten sich die Pfarrer streng an die Lehren der Kirche halten. "Wir sind überzeugt, dass diese Lehren den Weg zum Glück führen. Wir müssen jeden helfen, ein Leben zu führen, das diesen Lehren entspricht", sagte Schönborn im Interview mit der Turiner Tageszeitung La Stampa.
Weiterlesen im KURIER >>

Montag, 21. Mai 2012

Unsere Priester vor dem Exodus?

Die Ratlosigkeit unserer Diözesanleitung angesichts der notwendigen Kirchenreformen, das Beharren auf Pfarrzusammenlegungen, das Pochen aufs Kirchenrecht, Dialogverweigerung und Ignorierung von Gremien etc. führen bereits dazu, dass auch Pfarrer mit der Resignation zu kämpfen haben und einen Exodus ins Auge fassen. Viele ziehen sich zurück und gehen ihren Weg. Einige sollen aber auch den Übertritt in eine andere Diözese überlegen.

Das soll aber gar nicht so leicht umzusetzen sein, weil sie von anderen Bischöfen nicht aufgenommen werden - auf Intervention des Eisenstädter Bischofs. Denn niemand will es sich mit ihm verscherzen.

Als weitere Möglichkeit für einen Exodus bietet sich der Eintritt in einen Orden an...

Sonntag, 20. Mai 2012

Kirche - im Sinne Jesu

Kirche -
im Sinne Jesu

Wir mit-einander,
nicht neben-einander,
nicht über-einander,
nicht gegen-einander,
mit-einander!

Das heißt im Gespräch bleiben.
Das heißt stundenlang zuhören
und reden,
bis die Wahrheit deutlich wird,
die nicht durch Verängstigung
und Druck erpresst,
sondern im behutsamen Gespräch
erkannt wird.

Verfasser unbekannt, aus: Atem für die Welt.
Impuls- und Meditationstexte (nicht nur) für Pfingsten,
Haus der Stille, Heiligenkreuz a. W. 1998, 50.

Freitag, 18. Mai 2012

Vorsitzender des Gremiums für kirchliche Kunst ausgetauscht

Nach fast zweijähriger Sedisvakanz wurde endlich wieder ein diözesanes Gremium neu bestellt: die Diözesankommission für kirchliche Kunst. Dabei fällt auf, dass der ehemalige Vorsitzende dieses Gremiums und profunde Kunstverständige, Bernhard Dobrowsky, nicht mehr dabei ist. 

Dass nun die Frauen überhaupt nicht mehr vertreten sind, dürfte niemandem der Herren stören - die Kunst ist ohnehin weiblich...


Diözesane Gremien

Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat am 11. Mai 2012 mit Rechtswirksamkeit vom 15. Mai 2012 die Diözesankommission für kirchliche Kunst für eine Funktionsperiode von 5 Jahren, und zwar bis zum 31. Mai 2017, wie folgt neu bestellt:

Vorsitzender
Fr. Hans-Ulrich Möring OT, Bischöflicher Zeremoniär und Leiter des Referates für Liturgie

Weitere Mitglieder
Hochw. Mag. Dr. Nikolas Okwudili Abazie, Dechant, Pfarrer in Draßmarkt und Oberrabnitz
Herr Mag. Peter Adam (L), Landeskonservator für Burgenland, Wien
Herr Mag. Dr. Florian Thaddäus Bayer (L), Kustos der Esterházy-Privatstiftungen, Eisenstadt
Herr Mag. Heinz Ebner (L), Künstler, Wien
Herr Dipl.-Ing. Michael Eckel (L), Architekt, Wien
Herr Mag. Bernhard Weinhäusel (L), Leiter des Diözesanarchivs, der Diözesanbibliothek  und des Diözesanmuseums
Herr Dipl.-Ing. Markus Zechner (L), Baukurator und Diözesankonvervator der Diözese Eisenstadt


Als Mitglieder scheiden aus
Herr Bernhard Dobrowsky (L), Bereichsleiter im Pastoralamt und Ombudsmann der Diözese Eisenstadt, zuletzt Vorsitzender dieses Gremiums,
Frau Dipl.-Ing. Andrea Hoppe (L), Wien
Frau OStR Prof.  Mag. Hannelore Knittler-Gesellmann (L), Mattersburg

Donnerstag, 17. Mai 2012

Geht hinaus in die ganze Welt


Gib uns den Mut, Gott, aufzubrechen
und uns auf den Weg zu machen.
Lass uns nicht stehen bleiben,
sondern vorwärts gehen auf dich zu.

Gib uns die Gewissheit,
dass du mit uns gehst
und dass wir niemals alleine sind.

Gib uns die Hoffnung,
dass dort, wo unsere Wege enden,
dein Weg weiterführt zum Ziel.

Wolfgang Brinkel (Hrsg.), Unsere Zeit in Gottes Händen. Evangelische Gebete, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh, 2009, 72.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Helmut Schüller: "Gott ist auf keiner Seite, er steht drüber"

Sein "Aufruf zum Ungehorsam" sorgt für Unruhe in Deutschland. Wer ist dieser Mann: Landpfarrer oder Luther-Nachfolger?

Probstdorf, eine Gemeinde im Marchfeld, die kaum über die Grenzen des Bezirks Gänserndorf hinaus bekannt wäre. Hätte sie einen anderen Pfarrer. Schon an der Ortseinfahrt sieht man Pfarrer Schüller auf einem Transparent: "Helmut, wir unterstützen euren Ungehorsam!" Darauf angesprochen, antwortet er später, als wir im Schatten alter Bäume im Garten des Pfarrhofs sitzen: "Ja, die Aktionsgruppe hat zugeschlagen" – mit einem eigenen Lächeln aus Stolz und Verlegenheit.
Im Pfarrhof rufen derzeit deutsche Reporter an und wollen den "Priesterrebellen" sprechen. Seit der Spiegel auf eineinhalb Seiten berichtet hat, Schüller werde beim Deutschen Katholikentag auftreten, nimmt die Aufregung kein Ende. Boulevardmedien schrieben sogar von einem "Einreiseverbot" für Schüller. Der lächelt nur milde und erklärt, dass er kommenden Donnerstag nach der Probstdorfer Erstkommunion nach Deutschland reisen werde: "Am Freitag besuche ich den Katholikentag und für Samstag ist eine Veranstaltung geplant, bei der ich über unsere Aktivitäten als Pfarrerinitiative sprechen soll." Im Alternativprogramm zum Katholikentag, wohlgemerkt.
Pünktlich zur Sonntagsmesse ist er daheim.

KURIER: "Monsignore" – ist das noch die korrekte Anrede? Sie haben ja angekündigt, dem Papst Ihr Ernennungsdekret zurückzuzuschicken.
Helmut Schüller: Damit warte ich noch ein bisschen. Ich schaue mir erst an, ob in der Kirche doch noch Bewegung zustande kommt.
In Deutschland bewegen Sie dieser Tage heftig: Ihr geplanter Auftritt am Rande des Deutschen Katholikentags sorgt für Aufregung.
Ich bin eingeladen, über die Aktivitäten der Pfarrerinitiative zu berichten. Wen das aufregen soll, weiß ich nicht. Mich regt es nicht auf.
Sind Sie wirklich so cool?
Naja ... diese ganze Dramatisierung hat doch damit zu tun, dass es ein Tauziehen um die Zukunftsrichtung der Kirche gibt.
Tauziehen? Sie und Ihre Mitstreiter werden eher als Aufständische betrachtet.
Wir haben ein System, in dem es keine geordnete Einflussnahme auf Entscheidungen gibt. Da muss es zum Aufbegehren kommen.

Zum ganzen Interview >>

Dienstag, 15. Mai 2012

Küng: Katholische Kirche erinnert an totalitäre Systeme



Hans Küng: "Es gibt nichts zu feiern"
Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken hat mich zu einer 'Konzilsgala' am Katholikentag in Mannheim eingeladen. Unter anderem mit Kurienkardinal Walter Kasper sollte ich an einem festlichen Abend zum fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils mitwirken. Ich wäre in dieser Runde der einzige Konzilsteilnehmer gewesen, bin ich doch mit Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., der letzte noch aktive Konzilstheologe.

Die Einladung ehrt mich, und ich schätze Kardinal Kasper persönlich sehr - aber ist einem in der gegenwärtigen Not der Kirche wirklich zum Feiern zumute, und noch dazu mit einem Vertreter der römischen Kurie? Meine Absage begründete ich so: "Zu einer festlichen Konzilsgala besteht meines Erachtens kein Anlass, eher zu einer ehrlichen Bußandacht oder zu einem Trauergottesdienst. Überall auf der Welt empfinden viele Katholiken eine tiefe Trauer über die Entwicklungen unserer Kirche in den letzten drei Jahrzehnten, und nicht wenige haben deshalb in den letzten Jahren unserer Kirche den Rücken gekehrt."
Weiter im Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ >>


Kommentar dazu auf religion.ORF.at:
Hans Küng: Katholische Kirche erinnert an totalitäre Systeme

Der deutsche Theologe Hans Küng sieht in der katholischen Kirche immer mehr Parallelen zu Diktaturen. Der römischen Kurie sei es gelungen, die Bischöfe weltweit durch eine enge Beaufsichtigung und mit Hilfe von Denunzianten zu einem fügsamen Apparat zu formen, so der 84-jährige. Dieser Apparat erinnere „in seiner Machtstruktur an Leitungskader in totalitären und diktatorischen Systemen, wo auch niemand eine abweichende Meinung zu äußern wagt“.
Weiter >>

Montag, 14. Mai 2012

Pfarrbesetzungen und Zusammenlegungen stehen bevor

Im Februar hatte das Bischöfliche Ordinariat die Pfarrer der Diözese um Bekanntgabe von Pensionierung und Veränderungswünschen gebeten. Bisher wurden vier frei werdende Pfarren ausgeschrieben: Jennersdorf, Heiligenbrunn, Deutschkreutz und Rust.

Über die Besetzungen herrscht bereits Rätselraten, denn "neue" oder "verfügbare" Priester gibt es nicht. Aufgrund des Priestermangels wird es zu weiteren Zusammenlegungen mit Nachbarpfarren und zur Bildung weiterer Seelsorgeräume kommen. Da damit auch weitere pfarrliche Umbesetzungen notwendig sein dürften, werden weit mehr als diese vier genannten Pfarren betroffen sein.

Konflikte sind vorprogrammiert. Kein Wunder, wenn die längst fälligen Reformen nicht angegangen und die "Viri probati-Berufungen" nicht erkannt werden.

Archiv:
Personelle Verfügungen vom Vorjahr >>

Sonntag, 13. Mai 2012

Ich träume von einer Kirche


Gott, ich träume von einer Kirche,
die immer neue Wege zu den Menschen sucht
und erprobt mit schöpferischer Phantasie,
die die Frohe Botschaft frisch und lebendig hält.

Ich träume von einer Kirche,
die offen ist für die Anliegen Christi
und sich deshalb einsetzt
für das Leben der Menschen
und für die Erneuerung der Welt im Geist Jesu.

Ich träume von einer Kirche,
die prophetisch ist
und die ganze Wahrheit sagt,
die Mut hat, unbequem zu sein
und die unerschrocken
das Glück der Menschen sucht.

Ich träume von einer Kirche,
die Hoffnung hat – und gibt,
die an das Gute im Menschen glaubt,
und die gerade in einer Welt
voll Furcht und Verzweiflung
voll Vertrauen auf Gottes Führung baut.

Guter Gott, hilf mir,
dass ich mitbaue an dieser deiner Kirche.

Verfasser unbekannt, aus: Atem für die Welt.
Impuls- und Meditationstexte (nicht nur) für Pfingsten,
Haus der Stille, Heiligenkreuz a. W. 1998, 84.

Freitag, 11. Mai 2012

Schüller: „Ich fahre natürlich nach Mannheim“

„Helmut Schüller tritt nicht beim Deutschen Katholikentag in Mannheim nächste Woche auf“ – diese Meldung sorgte gestern für Aufsehen. Dabei war der Sprecher der österreichischen Pfarrer-Initiative ohnehin nie eingeladen. Er wird aber sehr wohl nach Mannheim reisen und dort am Alternativprogramm zum Katholikentag teilnehmen.
„Von einem Einreiseverbot nach Mannheim ist keine Rede“, stellte Schüller gegenüber religion.ORF.at klar. „Ich fahre natürlich nach Mannheim.“ Ein Auftritt beim Deutschen Katholikentag war nie geplant, vielmehr soll Schüller beim zeitgleich stattfindenden Alternativprogramm zum Deutschen Katholikentag auftreten. Die Verwirrung über Schüllers Auftritt in Mannheim ist durch einen Artikel im deutschen Nachrichtenmagazin „Spiegel“ entstanden, wonach Schüller angeblich als „Gastredner“ beim Deutschen Katholikentag auftreten sollte.
Weiter auf religion.ORF.at >>

Helmut Schüller: „Wir konnten unsere Basis mehr als erwartet verbreitern“
Helmut Schüller kann zufrieden sein: Seine Pfarrer-Initiative ist in Deutschland zum großen Thema geworden. Wie es international mit ihr weitergehen soll, erklärt er im OÖNachrichten-Interview >>.


Alternativprogramm zum Katholikentag 2012 in Mannheim >> "Einen neuen Aufbruch wagen"

Pfarrer-Initiative Deutschland >> 

Publik-Forum.de >>

Wir-sind-Kirche.de >>

www.katholikentag.de >>

Donnerstag, 10. Mai 2012

Gehorsam versus Ungehorsam


Dr. Walter RIEDER, Mendelssohnstr. 14, 4802 Ebensee

Gehorsam versus Ungehorsam

Der Aufruf der Pfarrer-Initiative zum Ungehorsam bewirkt bei der Amtskirche hauptsächlich die Forderung, den Ungehorsam als unhaltbar zurück zu nehmen. Das ist Brand gefährlich, denn es gibt nicht nur die Tugend des Gehorsams, sondern auch die Sünde des Gehorsams. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5, 29) Und ich nehme an, dass Josef RATZINGER ein Mensch ist und die vatikanische Verwaltung durch Menschen erfolgt.

Haben sich nicht alle Naziverbrecher darauf berufen, dass sie nur ihren Vorgesetzten gehorsam waren? Viele haben diesem absoluten Gehorsam in heiliger Tugend des Ungehorsam widerstanden und sind in den Tod gegangen. Franz JÄGERSTÄTTER war einer von ihnen. Er ist für mich einer der wenigen erfreuliche Ausnahme in der Flut der Seligsprechungen des letzten Pontifikates, von denen ich einige für überaus fragwürdig und kirchenpolitisch bedingt halte.

Es gibt also auch die Tugend des Ungehorsams und Beispiele dazu lieferte schon Jesus! Er war „seinem Vater“ gegenüber gehorsam, den damaligen religiösen Autoritäten gegenüber war er so ungehorsam, dass sie ihn ermorden ließen. An seinem Beispiel haben Christen für Gehorsam und Ungehorsam Maß zu nehmen. Jeder/jede muss seinem/ihrem Gewissen Gehorsam leisten, denn „durch das Gewissen spricht Gott zu uns“.

Die Problematik Gehorsam versus Ungehorsam ist in der Kirche nicht neu. Als die Urgemeinde den Heidenchristen die Beschneidung und das jüdische Gesetz aufbürden wollte, eilte Paulus zu Petrus und hat ihm ins Angesicht widersprochen, hat ihm heiligen Ungehorsam entgegengesetzt! Gott sei es gedankt!

Wer es heute wagt, dem Bruder Papst (offiziell dem „heiligen Vater“ 1 ) ins Angesicht zu widersprechen, ihm also nicht fraglos zu gehorchet, verliert sein Amt und ist in der katholischen Kirche auf Lebenszeit kalt gestellt! Zurzeit sind das rund 100 Theologinnen und Theologen. Die gleichen Konsequenzen hat es aber auch, wenn jemand den Akteuren des vatikanischen Apparats widerspricht, die ständig die wissenschaftlich fragwürdige „Unfehlbarkeit“ ihres Chefs für ihre eigenen Zwecke strapazieren! Gott sei es geklagt!

Kleriker, und das können nur Männer sein, 2 müssen – wider Jesu Rat 3 – auf ihrem Weg nach „oben“ an jeder Station einen Gehorsamseide ablegen! Wie pervers! So wird im amtskirchlichen Bereich kritisches Denken abgeschafft! Das hat entsetzliche Konsequenzen für die Gegenwart: die kritischen Geister melden sich ab oder werden „kalt“ gestellt – und die Zukunft: Fortschritt ist tabu – nur Rückschritt in die vorkonziliare „Tradition“ ist „Fortschritt“! Z.B. die lateinische Messliturgie!

Gute Nacht Kirche und alles Gute der schrumpfenden Gemeinschaft der Gestrigen!

1 Matthäus 23, 8 – 9: Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
2 Frauen sind nicht „weihefähig“, das sind nur Männer! Jesus berief allerdings auch nur Juden!!! Obiger Logik zufolge sind nur Juden „weihefähig“!?
3 Matthäus 5, 34 – 37: Ich aber sage euch: schwört überhaupt nicht, … Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Mittwoch, 9. Mai 2012

kfb-Jubiläum ohne Frauenkommission

„Mütter, Töchter – Pilgerinnen ihrer Zeit“ war das Motto der kfb-Jubiläumsveranstaltung am 1. Mai, bei der die ehemalige Leiterin der unter Bischof Paul Iby installierten Frauenkommission mit dem St. Martinsorden in Gold ausgezeichnet wurde. Aber die Diözese Eisenstadt bleibt weiterhin ohne Frauenkommission, um die uns früher einmal halb Österreich beneidet hatte.


Zsifkovics betont Bedeutung der Mutter in Familie und Kirche
Eisenstädter Bischof kritisiert bei Dankwallfahrt der Katholischen Frauenbewegung nach Mariazell "manch zeitgenössische ideologische Verirrung" über Rolle der Frau
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Predigt von Bischof Zsifkovics in Mariazell >>

Dienstag, 8. Mai 2012

Katholische Kirchenobere fürchten einen Priesterrebellen aus Österreich

Vor dem Mannheimer Katholikentag fürchten Bischöfe und Funktionäre, dass ein Priesterrebell aus Österreich nun auch deutsche Kirchenmitglieder aufwiegelt.

in: Der Spiegel 19 / 2012, 39 – 40. - 7. Mai 2012

So sieht also ein Rebell in der katholischen Kirche aus: ein älterer Herr im dunklen Anzug, mit steifem Priesterkragen und strengem Scheitel. Aber wenn Helmut Schüller zu sprechen beginnt, klingt der 59-jährige Pfarrer wie ein junger Aktivist der Occupy-Bewegung. "Es gibt keine Hoffnung mehr auf Reformen in der Kirche von oben, es gibt nur noch den Aufstand", sagt er
Seit Monaten sorgt Schüllers "Aufruf zum Ungehorsam" für Aufruhr in der Kirche. Binnen kurzer Zeit schlossen sich in seiner Heimat Österreich 405 Geistliche der Initiative an, schnell folgten Ableger in weiteren Ländern, darunter Belgien, Brasilien, Irland und die USA. Anfang April erreichte die Protestwelle den Vatikan: In einer Osterpredigt setzte sich Papst Benedikt XVI. mit den Rebellen in seinem Klerus auseinander. [ ]

[...] Bislang jedenfalls trauten sich die Bischöfe nicht, gegen die ungehorsamen Seelsorger konsequent vorzugehen. Selbst der Papst überraschte viele Gläubige, als er am Gründonnerstag die Priesterrebellen relativ milde in einer Predigt erwähnte. Benedikt sprach verständnisvoll über die Autoren des Appells, die wohl glaubten, "der Trägheit der Institutionen" sei nur "mit drastischen Mitteln zu begegnen, um neue Wege zu öffnen". Er frage sich lediglich, ob Ungehorsam der richtige Weg sei.

Ein Bannstrahl aus Rom sähe anders aus, entsprechend gelassen sieht Schüller dem deutschen Katholikentag entgegen. "Nachdem wir es vor Jahrhunderten immerhin geschafft haben zu akzeptieren, dass sich die Erde überhaupt dreht", sagt er, "muss die Kirche doch einfach nur erkennen, dass sich die Erde seitdem weiterdreht."


Deutscher Katholikentag: Schüller will „zum Widerstand aufrufen“
Die Pfarrer-Initiative will beim Katholikentag in Mannheim auftreten: Sprecher Helmut Schüller erklärt in einem "Spiegel"-Interview, er werde Seelsorger und Gläubige zum Widerstand aufrufen.
Weiter auf Religion.ORF.at >>

Montag, 7. Mai 2012

Pfarrer-Initiative erhält Herbert-Haag-Preis 2012 für Freiheit in der Kirche


Pfarrer-Initiative erhielt Herbert-Haag-Preis 2012
Die österreichische „Pfarrer-Initiative“ hat am 22. April in Luzern den Herbert-Haag-Preis 2012 für Freiheit in der Kirche erhalten. Obmann Helmut Schüller nahm die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung stellvertretend entgegen.
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Professor Hans Küng: Eingestandener Ungehorsam steht höher als geheuchelter Pseudogehorsam
Laudatio von Prof. Hans Küng auf Pfarrer Helmut Schüller und die österreichische Pfarrer-Initiative anlässlich der Verleihung des Herbert Haag-Preises
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Interview mit Helmut Schüller in der Orientierung

Anlässlich der Auszeichnung der „Pfarrer-Initiative“hat Christoph Riedl mit Helmut Schüller über die Perspektiven der Pfarrer-Initiative und die jüngsten Entwicklungen in der katholische Kirche Österreichs gesprochen.
Zum Interview >>


Medienmitteilung der Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche

Sonntag, 6. Mai 2012

Wahrheit hat man nicht

Wahrheit

Wahrheit ist kein abgesicherter Besitz,
mit dem man triumphieren kann.
Man hat nicht die Wahrheit,
wie man Geld hat, um es auszugeben.

Wahrheit haben, das klingt nach Macht,
nach Triumph und nach Besserwissen,
nach Fanatismus und Unterdrückung.

Jesus sagt: „Ich bin die Wahrheit!“
Der Christ hat nicht die Wahrheit,
wie man ein Haus besitzt.
Die Christin sucht die Verbindung
mit Jesus, ihrem Meister!
Erst in der Beziehung zu Jesus
finde ich die Wahrheit.
Ich folge Jesus nach.
Unterwegs, auf dem Weg, beim Gehen
ergibt sich mir Wahrheit.

So ist Wahrheit eher ein Horchen
     als ein Reden;
eher ein Fragen
     als ein Antworten;
eher ein Werden
     als ein Sein;
eher ein Tun
     als ein Reden;
eher ein Wartenkönnen
     als ein Besitzen.

Gutl M., Alles ist Botschaft,
Verlag Styria, Graz 1986.

Freitag, 4. Mai 2012

Vatikan zensuriert irische Priester

Irland: Proteste gegen Zensur von Priestern
Rund 200 katholische Ordensfrauen, Priester und Laien in Irland haben am Sonntag vor der Residenz des Vatikanbotschafters gegen die Maßregelung von publizierenden Geistlichen demonstriert.

Anlass der Kundgebung in Dublin waren Schritte der römischen Glaubenskongregation gegen inzwischen fünf Priester, die sich für eine Aufhebung der Zölibatspflicht und für die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern ausgesprochen hatten, wie die Zeitung "Irish Independent" am Montag berichtete. Der Protest sei von der Initiative "We are Church" (Wir sind Kirche) organisiert worden.
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Donnerstag, 3. Mai 2012

Römische Fürbitten für felix Austria


Email an: bischof@graz-seckau.at; clementeroma@hotmail.com; ebs@edw.or.at; sekretariat@bischofskonferenz.at
Sehr geehrte Herren,
Sie haben uns Katholik/innen in den 90er Jahren in der durch Kardinal Groer ausgelösten massiven Austrittswelle, flehend ans Herz gelegt, aufzutreten, und nicht auszutreten.

Erlauben Sie mir daher als praktizierendem Katholiken, dessen Hoffnung auf Dialog in der Kirche soeben wieder verflogen ist, meine Kommentare (in rot gehalten) zum Artikel "Römishce Fürbitte für felix Austria" in der Kleinen Zeitung >>:

Römische Fürbitten für felix Austria

Journalistendelegation in Rom. Papst-Vertrauter fordert ein Ende der Zerwürfnisse. Vatikan lehnt Dialog mit Pfarrer- initiative ab. Bischof Kapellari enthüllt Job-Profil für Nachfolger.

Es ist eine Erfahrung des Reisens: Das Land, das man verlässt, reist ungebeten mit. So erging es diese Woche dem Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari, der eine Gruppe österreichischer Journalisten nach Rom zu Begegnungen mit hochrangigen Vertretern der römischen Kurie im Vatikan führte. Die Probleme der österreichischen Kirche waren immer wieder Gegenstand der Gespräche mit Kardinälen, Bischöfen und Kommunikationsexperten im Zentrum der katholischen Weltkirche. Die innerkirchlichen Verwerfungen das sind keine Verwerfungen, sondern ganz normal divergierende Meinungen, katholisch = allumfassend, wie unter den Aposteln schon üblich, Paulus hat Petrus „ins Angesicht widerstanden“, sonst wäre unsere Kirche keine Weltreligion geworden in Österreich sind im Vatikan gut bekannt. Sie bereiten Sorge und lösen Irritationen aus. Sie sollten jedoch die Starre beenden und endlich Bewegung auslösen

Grundwasserspiegel

Bischof Josef Clemens, Chef des wichtigen päpstlichen Rats für die Laien, zeigte sich verwundert darüber, wie lange die Auseinandersetzungen zwischen der Kirchenleitung und den Reformbewegungen schon andauern. Eindringlich beschwor er die Einheit: „Man sollte aufhören, sich aneinander zu reiben die Reibung ist Folge davon, dass die Kirchenführung still steht, die Welt sich aber dreht und wieder das Große in den Blick nehmen.“ Wenn man den kulturellen und geistigen Reichtum des Landes in den Stiften und Bibliotheken sehe, könne man nur sagen: Felix Austria! Da bleibt einem die Spucke weg.“ Umso bedauerlicher sei es, wenn „kirchliche Dauerbrenner immer wieder neu angefacht werden“. Das sind keine Dauerbrenner, sondern wirkliche Probleme. Wenn man diese außen vor lässt, heißt das, den Kopf in den Sand zu stecken.
Clemens’ Stimme ist von besonderem Gewicht. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Bischof, verantwortlich auch für die großen Weltjugendtage mit dem Papst, war zwanzig Jahre lang persönlicher Sekretär von Kardinal Joseph Ratzinger und steht, wie er gestern bemerkte, auch heute noch in ständigem Kontakt mit Benedikt XVI, was auch für einen Kurienbischof nicht selbstverständlich ist. Clemens ist regelmäßiger Gast in Kärnten und ein Kenner der österreichischen Kirche. Der Bischof appellierte an die öffentliche Meinung in Österreich, bei aller kritischen Betrachtung der Kirche nicht die vielen Opfer zu vergessen, die dafür gebracht worden seien, den großen kulturellen Reichtum zu schaffen.
Der einflussreiche Geistliche sieht Österreich nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit der europaweiten Schwächung der Kirche. Die selbstverständliche Religiosität in Europa sei im Schwinden. In Österreich sei der „Grundwasserspiegel“ der Gläubigkeit noch vergleichsweise hoch. „Das Land wartet auf das Wort der Kirche.“ In Deutschland hingegen müsse man schon sehr tief bohren, um ans Grundwasser zu kommen. Dass gegenwärtig mit Angela Merkel und Joachim Gauck zwei Protestanten an der Spitze des Landes stehen, mache ihn, Clemens, „überhaupt nicht konfessionell neidisch“, im Gegenteil: „Ich bin froh über qualifizierte Christen in hohen Staatsämtern. Ich kann nur sagen: Complimenti, tanti auguri!“

Wider den Ungehorsam

Die Erwartungen der Pfarrerinitiative in Österreich, die Predigt des Papstes am Gründonnerstag sei eine indirekte Einladung zum Dialog, wurde von den Gesprächspartnern im Vatikan einhellig zurückgewiesen. So betonte der Pressesprecher des Vatikans, Federico Lombardi, dass der Papst nicht unmittelbar zuständig sei. Die Verantwortung für die Konfliktlösung liege bei den österreichischen Bischöfen. Das heißt, Ball zurück nach Österreich, der Bischofskonferenz sind aber scheinbar die Hände gebunden, also heißt das Motto: Friss,Vogel, oder stirb! Es handle sich um ein „pastorales Problem“.
Bei den Gesprächen im Vatikan wurde allerdings auch deutlich, dass der Fall Österreich sehr wohl beachtet wird und Sorge herrscht, die Unruhe könne auch andere Länder erfassen. Es gibt römische Pfarren, in denen bei den Fürbitten in der Sonntagsmesse dafür gebetet wird, die „ungehorsamen Priester“ in Österreich mögen auf den „rechten Weg“ zurückfinden. Weiteres Motto: gehorsam bis zum Tod: bis zum Tod der Kirche!
Auch der deutsche Medienexperte Benedikt Steinschulte, der seit 27 Jahren im Vatikan arbeitet, bestätigt, dass man in der Kurie die Vorgänge in Österreich ernst nimmt. „In manchen Kreisen wird der Konflikt als etwas Ungeheuerliches wahrgenommen also wenn besorgte Priester die Wahrheit sagen, offen sagen, wie es ihnen geht, dann ist das ungeheuerlich für manche Kreise? In welcher mittelalterlichen geistigen Verfassung sind denn diese Kreise?, wie eine offene Rebellion. Die Angst fürchtet euch nicht steht über 300mal in den Evangelien! vor einem Funkenflug ist groß.“
Kurien-Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Kirche und früher Bischof von Basel, stellte den Konflikt mit der Pfarrerinitiative in den größeren Zusammenhang des interkonfessionellen Dialogs. „Man kann nicht die Einheit wollen, indem man neue Spaltungen sucht „Spaltungen zu suchen“ ist meiner Ansicht ein böswilliger Vorwurf an die Priesterinitiative. Wir brauchen zuallererst eine innerkatholische Ökumene ja dann lasst sie doch endlich zu, die so oft bemühte „Einheit in der Vielfalt“! Durch Dialogverweigerung, Negation und Verunglimpfung wird jedoch das Gegenteil passieren . Nur so bleiben wir als Partner im Gespräch mit den anderen christlichen Konfessionen glaubwürdig.“ Ein ähnliches Problem diagnostizierte Koch bei den anderen Glaubensgemeinschaften. Auch hier habe man es zunehmend mit Fragmentierungen zu tun, die die Einheit erschwerten. Ein bloßes Nebeneinander der Konfessionen könne nicht der Zweck der Ökumene sein. „Wir dürfen nicht wie im Reihenhaus nebeneinander leben.“ Das Ziel müsse die volle Einheit sein. Dazu werde es noch viel Geduld und Zeit brauchen.
Für Medienbischof Kapellari war es die letzte Reise mit Journalisten nach Rom. Er benutzte die Gelegenheit, auf sehr persönliche Weise in Gesprächen und Predigten eine Bilanz aus seinem langen Priester-und Bischofsleben zu ziehen. Er verhehlte seine Sorge über den Zustand der Kirche nicht: „Wir sind gefährdet.“ Ja, aber nicht durch die Pfarrerinitiative oder „Wir sind Kirche“, sondern durch Priestermangel, der unter anderem Folge eines jahrzehntelangen Stillstands ist! Auch wenn die volle Breite der Kirche in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft nicht zu halten sein werde, warnte Kapellari vor dem Rückzug auf eine Kirche der elitären Kleingruppen: „Der Kampf um die Balance zwischen Tiefe und Breite ist in vollem Gange. Wir müssen so lang wie möglich um diese Breite kämpfen.“ Die Breite entsteht nur durch offenen Dialog, nicht durch Abriegelung und Angstmache!
An die „aufgeklärt-liberalen Kräfte“ richtete der steirische Bischof die Frage, ob sie die Kirche wirklich schwächer haben wollen. Der Vorwurf geht ins Leere. Die Schwäche ist durch scheinbare Handlungsunfähigkeit bedingt. Es wird nur reagiert, nicht agiert.  Das würde das Gesamtensemble der Gesellschaft beeinträchtigen. Man möge bedenken, wer in einer Art Umweg-Unrentabilität von einer weiteren Schwächung der Kirche profitieren würde. Ohne dass Kapellari es aussprach, wurde deutlich, dass er auf den Islam Wiederum: Sorgt euch nicht ängstlich! Man muss auch nicht Feindbilder in diese Richtung weiter aufbauschen, so wie die FPÖ (Daham statt Islam) oder Papst Benedikt mit seiner Rede in Regensburg, von der er heftig zurückrudern musste. anspielte.

Unbequeme Mitte

Kapellari wird zu Beginn nächsten Jahres aus dem Bischofsamt scheiden. Erstmals gab er im frühlingshaften Rom eine Art Job-Profil für seinen Nachfolger und die anderen anstehenden Bischofsernennungen. „Ein Bischof muss die Spannung von Breite und Tiefe aushalten können. Da sehe ich aber riesigen Nachholbedarf! Er darf nicht polarisieren und muss die Kraft zur Führung haben. Er braucht erhebliche Frömmigkeit, erhebliche Intelligenz und auch Regierungserfahrung.“ Letzteres kann man als Empfehlung verstehen, die Praxis der letzten Jahre fortzusetzen, keine Wagnisse mehr einzugehen und Kandidaten auszuwählen, die schon ein Bischofsamt haben. Die Position eines Bischofs müsse die „unbequeme Mitte“ sein. Dort sieht auch er sich beheimatet: „Weder bin ich ein Schilfrohr noch ein Betonblock.“

Fazit:

Wie weit hat sich doch, Gott sei’s geklagt, die Amtskirche vom geschwisterlichen Miteinander und vom Evangelium entfernt!

Edi Tusch
9020 Klagenfurt

Mittwoch, 2. Mai 2012

Schafft euch Freiräume und Unabhängigkeit


Lothar Müller an
Mag. Edi Posch und Ing. Hans–Peter Hurka

Liebe Freunde – in der KATHPRESS (20.4.2012) findet sich ein Bericht zum Thema: „Psychologe: Kirchliche Mitarbeiter immer öfter in „Zerreißproben“. Dazu einige Gedanken.

1. Zahlreiche kirchliche Mitarbeiter litten „unter einer latenten beruflichen Überforderung“.
Ihnen – und ich zähle da schon auch Priester, Bischöfe etc. dazu - kann gesagt werden, dass sie mit ihrem Arbeitsleid keineswegs allein dastehen! Engagierte Kindergärtnerinnen, Pflegekräfte, Bürgermeister, SozialarbeiterInnen und viele andere sind ebenfalls in dieser Situation. Oder: ist die Situation der soeben gekündigten Friseurin mit zwei schulpflichtigen Kindern, einem sich trennenden Gatten, etwa € 800.- Lohn und hohen Schulden (Wohnung) nicht noch viel mehr an „Überforderung“?

2. Zu den Klagen, „dass sie „eigentlich unter ganz anderen Vorzeichen ihren Beruf ergriffen haben“.
Auch da sind sie – leider – nicht allein! Diese Kluft besteht in praktisch allen Einrichtungen, insbesonders denen mit hohen idealistischen Zielsetzungen.

3. „Das Weiheamt bringe Menschen in eine besondere Situation und Position, die häufig mit problematischem Dialogverhalten einhergehe“.
Das stimmt sicher bei jenen, die ein solches Amt nicht als Dienst begriffen haben. Sie spielen „Chef“ ohne entsprechende Kompetenz. Aber auch da sind sie nicht allein! Es gibt jede Menge solcher, die sich nach „Erhalt“ eines schönen Titels ebenso aufführen. Ihnen allen gehört „das Gestell abgeräumt“. Dafür stehen die Zeichen überall ja nicht schlecht. Und wenn sie noch dazu öffentliche Gelder verschiedenster Art verwenden können – die SteuerzahlerInnen werden ihnen unbarmherzig auf die Finger schauen. Die Zeiten der Gutmütigkeit sind vorbei.

4. Allen Jungen, die in Einrichtungen mit hohen idealistischen Zielsetzungen („Tendenzorganisationen“) arbeiten (wollen), empfehle ich dringend, ein möglichst hohes Maß an Eigenkompetenz (inkl. „Zweites Standbein“) aufzubauen. So ausgestattet habt Ihr schon beim Verhandeln eine weit höhere Attraktivität. Und wenn es einmal zu Situation kommen sollte, „dass Ihr ins Angesicht widerstehen müßt“ – na dann, viel Vergnügen dem „Gegner“.

Alles Gute, schafft Euch Freiräume und Unabhängigkeit! Fides quaerens intellectum – das gilt auch hier!

Lothar Müller, Theologe

Dienstag, 1. Mai 2012

Vatikan-Experte: Piusbruderschaft führt den Vatikan vor

Marco Politi
Vatikan-Experte Politi: Piusbrüder führen Papst und Vatikan vor
"De facto überließ man es den Traditionalisten, die neuesten Inhalte der Einigungs-Präambel zu diktieren"

Vatikan-Experte Marco Politi wirft dem Vatikan vor, sich von der lefebvrianischen Piusbruderschaft vorführen zu lassen und ihr immer weiter entgegenzukommen. Der Vatikan habe seit Jahren nach und nach seine Positionen aufgegeben, kritisierte Politi am Sonntag im WDR. Auch Papst Bendikt XVI. selbst fordere inzwischen nicht mehr, "was er noch als Kardinal Ratzinger mit Papst Johannes Paul II. von den Piusbrüdern verlangt hat".

Konkret nannte der Vatikan-Fachmann eine klare Anerkennung der wichtigsten Reformtexte des Zweiten Vatikanischen Konzils über Religionsfreiheit und Gewissensfreiheit sowie über die Beziehungen zu den christlichen Kirchen und zu den anderen Weltreligionen.
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Interview (MP3) in der WDR-Serie Diesseits von Eden:
Piusbruderschaft führt den Vatikan vor (ungef. in der Mitte des Streams)

Hintergrund:

Gespräch mit Ulrich Ruh und Marco Politi auf Bayern 2 vom 16.4.2012