Freitag, 29. November 2013

Bischof ersucht um Vorschläge für bessere Transparenz

Mit folgendem Schreiben - welches bereits deutlich die Handschrift des neuen Pressesprechers trägt - wendet sich Bischof Ägidius an alle Mitarbeiter_innen:


Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Ich wende mich heute auf kurzem Wege an Euch, um mit Euch aus aktuellem Anlass ein paar persönliche Gedanken zu teilen.

Unsere Kirche steht heute an einer Schwelle großer gesellschaftlicher Umbrüche. Christus zu folgen, ihn zu begleiten und bei ihm zu bleiben, erfordert von uns als Kirche - wie Papst Franziskus es so bildlich formuliert hat - gerade in dieser Zeit ein "Herausgehen" aus sich selbst. Nur eine Kirche, die aus sich selbst herausgeht, wird auch zu den Menschen gehen können, zu denen sie gesandt ist.

Ich möchte daher in den verschiedensten Bereichen unserer diözesanen Arbeit - in der Pastoral, in der Caritas, in den verschiedensten Abteilungen, bei den Priestern und Mitarbeitern - deutliche Signale setzen, die in unserer Diözese neue Türen öffnen und uns allen ermöglichen sollen, neue Wege zu beschreiten. Der neue pastorale Weg unserer Diözese ist ein wichtiges Beispiel hierfür.

Auch angesichts der bevorstehenden beruflichen Neuorientierung von zwei verdienten Mitarbeitern unserer Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit soll das kommende Jahr uns auch dazu dienen, den Denkprozess zu vertiefen, wie wir im Bereich kirchlichen öffentlichen Auftretens noch mehr Transparenz, noch mehr Öffnung erreichen können, wie wir, kurz gesagt, noch mehr auf "Tuchfühlung" mit den Herzen der Menschen gehen können - zum Beispiel, indem wir neue Wege auch in Richtung der so wichtigen "Social Media" beschreiten. Eine Kirche des 21. Jahrhunderts muss die Wirklichkeit und die Lebenswirklichkeit der Menschen umarmen, wenn ihr die wirksame Positionierung der christlichen Botschaft und ihrer Werte in der Gesellschaft gelingen will. Dazu wird es nötig sein, unsere gesamte Kommunikation auf ein breiteres, zeitgemäßeres Fundament zu stellen.

Als einen ersten konkreten Schritt in diese Richtung habe ich Mag. Dr. Dominik M. Orieschnig, meinen Sekretär und persönlichen Referenten, gebeten, bis auf weiteres auch als Pressesprecher der Diözese Eisenstadt zu fungieren. Mit dieser Entscheidung soll die Funktion des Pressesprechers in unserer Diözese wesentlich aufgewertet werden und eine noch größere Nähe des Bischofs zu allen relevanten öffentlichen Bereichen gewährleistet werden.

Ich danke Dominik für seine Bereitschaft, Ja zu dieser sicher nicht leichten zusätzlichen Herausforderung zu sagen. Er übernimmt damit nun offiziell Kommunikationsaufgaben, die er bereits in der Vergangenheit in der ihm eigenen kirchlichen und gleichzeitig weltoffenen Weise mit großem Elan für die Kirche und unsere Diözese ausgeübt hat. Euch alle, vor allem aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bitte ich, Dominik bei seiner verantwortungsvollen Tätigkeit bestmöglich zu unterstützen.

Jeder von Euch ist ein Botschafter unserer Kirche. Jeder von Euch trägt durch seine eigenen Talente und Ideen dazu beitrag, das Bild unserer Diözese in der Öffentlichkeit zu formen. Nur Mut! Wenn Ihr Vorschläge habt, wie wir das berufliche Miteinander optimieren und die Strahlkraft unserer gemeinsamen Arbeit verstärken können, stehen meine Türen jederzeit für jeden offen.

Für Euer Mitgehen auf diesem Weg dankt Euch allen sehr herzlich

Euer

+Ägidius
Bischof von Eisenstadt

Der Inhalt dieses Schreibens ist beachtenswert und zu begrüßen. Jetzt müssen den schönen Worten aber auch die entsprechenden Taten folgen. Wenn das wirklich gelebt und umgesetzt wird, ist das eine völlige Neuausrichtung und Umkehr der bisherigen dreijährigen Amtszeit des Bischofs. Dazu gehört auch die offene und ehrliche Auseinandersetzung und Aufarbeitung der letzten Jahre.

Noch mehr Transparenz..., noch mehr Öffnung... und "Tuchfühlung" sind von jeher auch mir ein Anliegen. Ich verstehe das auf meine Art und bringe das auch regelmäßig in diesem Blog zum Ausdruck: Reformbemühungen in der Kirche, Leitungsaufgaben auch für nichtzölibatäre Kleriker, Transparenz bei diözesanen Projekten (auch Bauprojekten) und der Verwaltung, Beteiligung der Kirchenbürger_innen, Personalentscheidungen nach synodalen Prozessen, wie es Papst Franziskus wünscht, etc.

Mit bis jetzt über 530.000 Seitenaufrufen ist mein Blog fixer Informations-Bestandteil einer interessierten Leserschaft. Täglich sind ca. 500 bis 1000 Seitenaufrufe zu verzeichnen.

Gerne unterstütze ich mit meinen Möglichkeiten den neuen Weg, wie er in dem Schreiben skizziert ist, ohne die Anliegen und Zielsetzungen dieses Blogs aus den Augen zu verlieren: Den Dialog lebendig halten und die notwendige Kirchenreform im Sinn des Memorandum Kirche 2011  

Ich stelle unserem Bischof gerne auch diesen Blog als Plattform für Gastbeiträge zur Verfügung und möchte damit seine "neuen Wege auch in Richtung der so wichtigen Social Media"  unterstützen.

Dominik Orieschnig ehrt Walter
Dujmovits, Präsident der Burgenländischen
Gemeinschaft, mit der höchsten
Auszeichnung der Diözese Eisenstadt
Diözese Eisenstadt hat neuen Pressesprecher
Dominik Orieschnig übernimmt als Sekretär von Bischof Zsifkovics zusätzlich die Presseagenden
Weiterlesen auf Kathweb.at >>

Donnerstag, 28. November 2013

Diözese Eisenstadt: Pressesprecherin und Chefredakteur gehen

Die leitenden Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit verlassen die Diözese und gehen andere/neue berufliche Wege:

Personalnachrichten
26. November 2013 
Diözese Eisenstadt

Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat enthoben

Frau Barbara Horvath-Piroska im Hinblick auf Ihr Ausscheiden aus dem Dienst der Diözese über ihr eigenes Ersuchen von ihren Agenden als Leiterin des Büros für Kommunikation und Information sowie als Pressesprecherin der Diözese. (31. Jänner 2014)

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Mit Jahresende wird auch der langjährige Chefredakteur der Kirchenzeitung "martinus", Mag. (FH) Walter Fikisz die Diözese verlassen.


Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat am 5. Dezember 2013 enthoben

Herrn Mag. (FH) Walter Fikisz im Hinblick auf sein Ausscheiden aus dem Dienst der Diözese über sein eigenes Ersuchen von seinen Agenden als Chefredakteur des „martinus“ - Kirchenzeitung der Diözese - sowie den damit verbundenen diözesanen Aufgaben. (31. Jänner 2014)

Der hochwürdigste Herr Diözesanbischof hat am 13. Dezember 2013 ernannt

Herrn Mag. Dr. Dominik Orieschnig (L), Leiter der Bischöflichen Sekretariates und Persönlicher Referent des hochwst. Herrn Diözesanbischofs, unter Beibehaltung dieser seiner Aufgaben zum Leiter des diözesanen Büros für Kommunikation und Information und, damit verbunden, zum Pressesprecher der Diözese. (27. November 2013)

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Personalnachrichten
27. November 2013 
Diözese Eisenstadt

Liebe Mitbrüder,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Ihr habt sicher schon vernommen, dass unsere liebe Kollegin, Frau Barbara Horvath-Piroska, beschlossen hat, uns zu verlassen.

Unser Herr Bischof und die gesamte Diözesanleitung bedauern ihren Entschluss. Wir wünschen Barbara, die ihre seit 2010 bestehende Karenz beim Land Burgenland beendet hat und in den Landesdienst zurückkehrt, von ganzem Herzen, dass diese Neuorientierung sie auf einen weiteren beruflichen Weg führt, der ihren großen persönlichen Ansprüchen und ihren Kompetenzen entspricht.

Wir danken Barbara für ihren Dienst und hoffen, dass sie unserer Diözese weiterhin mit dem gleich großen Engagement als Ratsvikarin verbunden bleibt.

Zugleich darf ich die Gelegenheit nutzen, Euch schon heute eine erst Anfang kommenden Jahres anstehende Personalveränderung mitzuteilen. Mag. (FH) Walter Fikisz, langjähriger und bewährter Chefredakteur unserer Kirchenzeitung "martinus", hat beschlossen, mit Beginn 2014 eine neue berufliche, äußerst spannende Herausforderung anzunehmen. Mehr darüber wird er Euch sicher gerne selbst verraten.

Unser Herr Bischof dankt Walter für seinen jahrelangen und verlässlichen kirchlichen Dienst, und wir alle wünschen ihm besonders viel Freude und Kraft für seine neuen Aufgaben. Wir hoffen sehr und wünschen uns, dass er die im Bereich kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit gesammelten Erfahrungen sinnstiftend in andere Bereiche unserer Gesellschaft einbringen kann.

Euer
Martin Korpitsch
Generalvikar


Türen öffnen und neue Wege beschreiten
Dr. Dominik M. Orieschnig wurde von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics mit sofortiger Wirkung zum neuen Pressesprecher der Diözese Eisenstadt ernannt.
martinus.at >>

Mittwoch, 27. November 2013

Vatikanumfrage: Jetzt mitmachen & weitersagen


Liebe Leser_innen und Freund_innen!

Über Ehe, Sexualmoral und Familie haben in der römischen Kirche seit Jahrhunderten bis heute unverheiratete Männer geurteilt. Nun werden, dank Papst Franziskus, endlich die Betroffenen um ihre Meinung gefragt.

Die österreichische „Laieninitiative“ und die Plattform „Wir sind Kirche“ haben dazu einen Online-Fragebogen entwickelt. Die Teilnahme an der Umfrage bietet die erstmalige Chance, den Papst über die wahren Verhältnisse zu informieren, unter denen Katholikinnen und Katholiken leben.

 Diese Umfrage ist einzigartig:
  • Einzige österreichweit einheitliche Online Umfrage mit Beteiligungsmöglichkeit aus dem ganzen deutschsprachigen Raum.
  • Einzige manipulationssichere Online-Umfrage.
  • Anonyme Auswertung
  • Die Fragen können mit Tastendruck beantwortet werden. 
  • Es können auch Kommentare & Erfahrungsberichte geschrieben werden.
  • Obwohl wünschenswert, braucht natürlich nicht der ganze Fragebogen ausgefüllt zu werden.
Ein paar Minuten für die Zukunft unserer Kirche - jetzt mitmachen!
Ich bitte euch alle, an dieser so wichtigen und einzigartigen Umfrage teilzunehmen.

Freunde und Bekannte einladen - bitte weitersagen!
Ladet bitte möglichst viele ein, an dieser Umfrage mitzumachen: Redet darüber, verschickt Emails, postet es auf Facebook und Twitter.

Fragebogen der Reformbewegungen zur Umfrage des Vatikans >>

Herzlichen Dank & liebe Grüße
Edi Posch

PS.: Gerne könnt ihr mir auch eine Email zum Thema schicken: eduard.posch@gmail.com

Dienstag, 26. November 2013

Klausurtagungen zu Seelsorgeräumen - quo vadis?

Für die Diözese Eisenstadt steht fest: der pastorale Weg der Zukunft besteht in der Schaffung von Seelsorgeräumen.

Das ist unter den gegebenen kirchenrechtlichen Rahmenbedingungen auch logisch: wenn es immer weniger Priester gibt, dann müssen die Gebiete für jeden einzelnen eben immer größer werden.

Die Gläubigen sollen - aufgrund des durch Taufe und Firmung geschenkten allgemeinen Priestertums - diesen Prozess aktiv mitgestalten und mitgehen.

Dazu gab es bereits in einigen Dekanaten Klausurtagungen. "martinus.at" berichtete von jenem im Dekanat Mattersburg: Ein Umwandlungsprozess, der alle betrifft

Viele Gläubigen sehen darin jedoch mehrheitlich keine gute Zukunft und stehen dieser Entwicklung skeptisch bis ablehnend gegenüber,  denn:

  • Ein fehlender Priester vor Ort kann nicht "präsent" sein, die Seelsorge kommt zu kurz.
  • Auf die Laien und Ehrenamtlichen wird noch mehr Arbeit zukommen - ohne jedoch wirklich mitentscheiden zu können. Das Sagen und die Entscheidungsgewalt haben noch wie vor die Kleriker/Priester.
  • Burnout auf vielen Ebenen ist zu befürchen. 
  • Es gibt keine ernsthaften Bemühungen, das brach liegende Potential von Berufungen für den priesterlichen Dienst durch verschiedene Maßnahmen zu nützen: Einsatz von "viri propati", Abschaffung des Pflichtzölibats, Einsatz der "Priester ohne Amt", Öffnung des priesterlichen Dienstes für Frauen.
  • ..............................
Ich würde gerne Meinungen und Eindrücke von Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Klausurtagen zum Weg in die Seelsorgeräume hören und bitte, Kommentare zu posten.
Ich freue mich auch über Emails zum Thema: eduard.posch@gmail.com

Aus dem Blog-Archiv:
  

Montag, 25. November 2013

Trierer Bischof Ackermann kritisiert „Maulkorberlass“ aus dem Vatikan

Trierer Bischof widerspricht Rom: Ackermann fordert Akzeptanz für Lebenswirklichkeit von Paaren und Familien
Die Diskussion über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche spitzt sich zu. Nach dem Münchner Kardinal Reinhard Marx hat jetzt auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann den „Maulkorberlass“ aus dem Vatikan kritisiert.
Weiterlesen auf Trierischer Volksfreund >>

Trierer Bischof Ackermann für Fortsetzung der Debatte
"Ehrlicher die Wirklichkeit Geschiedener berücksichtigen"
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann stellt sich in der Debatte zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen hinter den Münchner Kardinal Reinhard Marx. Weder er noch Marx wollten das katholische Eheverständnis infrage stellen, sagte Ackermann am Donnerstag (21.11.2013) dem "Trierischen Volksfreund": "Aber wir müssen intensiver und ehrlicher die konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien berücksichtigen."
Kirchensite.de >>

Wenn Gläubige sich als Christen zweiter Klasse fühlen
Die Forderungen nach einem anderen Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen werden immer lauter. Und die Gläubigen wollen nicht länger vertröstet werden. Das haben inzwischen auch viele Kleriker begriffen. Aber eben nicht alle.
Weiterlesen >>

Auch Bischof Fürst sagt Reform bei wiederverheiratet Geschiedenen zu:
Die Diskussion dauert an
Baldige Reformen im Arbeitsrecht der katholischen Kirche hat der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst angekündigt. Auch in der Frage der Zulassung zu den Sakramenten soll es Bewegung geben.
Domradio.de >>

D: Bischöfe beraten bereits über Wiederverheiratete
Schon seit mehreren Jahren beraten die deutschen Bischöfe über den pastoralen Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen. Das berichtete der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).
Radio Vatikan >>


Erklärung Memorandum-Priester und -Diakone der Erzdiözese Freiburg zur Handreichung
Kurz nach ihrem Erschei­nen äußerte sich der Vor­sit­zende der Glau­bens­kon­gre­ga­tion, Erz­bi­schof G. Mül­ler im Osser­va­tore Romano am 22.10.2013. Diese äußerst befremd­li­chen und ent­täu­schen­den Aus­füh­run­gen nah­men die Initia­to­ren (Memorandum-Priester und -Diakone der Erzdiözese Freiburg) zum Anlass zu einer Erklä­rung.

Als PDF auf Kirche2013 >>

Sonntag, 24. November 2013

Jesus, unser König

Wir sehnen uns nach einem Menschen,
der die Probleme anpackt,
der für Arbeit und soziale Gerechtigkeit sorgt,
der die Armen reich
und die Unterdrückten stark macht,
der den Nord-Süd/Ost-West-Konflikt löst,
der für Frieden sorgt,
der Verständigung möglich macht,
der von Angst und Sorgen befreit,
der zeigt, wohin es gehen soll,
der die Menschen zur Besinnung bringt,
der dem Leben Sinn gibt.

Wir sehnen uns nach dem Messias.
Wir sehnen uns nach dir, Jesus.
Wir sehnen uns danach,
dass dein Reich kommt, Jesus -
endgültig.

Quelle unbekannt

Freitag, 22. November 2013

Der Papst fragt – Reformbewegungen antworten

Der Papst fragt – Reformbewegungen antworten
Neuer Fragebogen online


Ab heute ist der Fragebogen der „Laieninitiative“ und der Plattform „Wir sind Kirche“ online. Die Fragen aus dem Vatikan sind in verständliche Sprache übersetzt und können mit Tastendruck beantwortet werden. Dadurch ist auch eine objektive Auswertung möglich. Die Antworten bleiben anonym, Angaben zur Person bleiben unter Verschluss. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und zugleich an die österreichischen Bischöfe und nach Rom übermittelt.

Hier geht's zum Online-Fragebogen >>
Alle Antworten bis Jahresende werden registriert und ausgewertet.

Über Ehe und Familie haben in der römischen Kirche seit Jahrhunderten unverheiratete Männer geurteilt. Nun werden endlich die Betroffenen um ihre Meinung gefragt. Die Teilnahme an der Umfrage bietet die erstmalige Chance, den Papst über die wahren Verhältnisse zu informieren, unter denen Katholiken und Katholikinnen leben.


Für die Laieninitiative:
Dr. Peter Pawlowsky
Buchfeldgasse 9
A-1080 Wien
+43 (0)664 403 76 40

Für die Plattform „Wir sind Kirche“:
Ing. Hans Peter Hurka
Mosergasse 8/7
A-1090 Wien
+43 (0)650 315 42 00

Donnerstag, 21. November 2013

Bischof Tebartz-van Elst - Der Skandal dauert an

Andreas Püttmann
Kommentar von Andreas Püttmann auf katholisch.de:

Mehr als ein Jahr verharrte Bischof Tebartz-van Elst in einer – sogar eidesstattlich bekräftigten – Unwahrheit. Selbst als DER SPIEGEL ihn, für jedermann im Internet einsehbar, überführt hatte, brachte der Kirchenmann nicht die Demut auf, seine Falschaussage einzugestehen. Begleitet durch spitzfindige Entlastungsversuche seiner Anhänger ("Business fliegen heißt ja nicht, auf einem Business-Platz zu sitzen") sowie Solidaritätsadressen und Durchhalteparolen bis in die hohe Kirchenhierarchie hinein, konnte er sich in seiner Haltung auch noch bestärkt fühlen.

Schon dies ist für die katholische Kirche ein moralischer Supergau. Denn Wahrheit, Wahrhaftigkeit und der richtige Umgang mit Schuld gehören zu ihrer Kernkompetenz.

Und der Skandal dauert an: Zwar hat der Bischof, in dem er, so die Staatsanwaltschaft, die Vorwürfe einräumte und eine Geldauflage von 20.000 Euro akzeptierte, eine gerichtliche Verurteilung abwenden können. Doch wo bleibt seine konkrete, zerknirschte Entschuldigung vor seinen Gläubigen und vor der hinters Licht geführten Öffentlichkeit? Wo sein Rücktrittsangebot? Wo die Besinnung seiner im Verteidigungsmodus erstarrten Parteigänger? Einsicht, Reue, Bekenntnis, Buße und das Versprechen der Wiedergutmachung (soweit möglich) sind die Voraussetzungen christlicher Versöhnung. Sie sind nicht erfüllt. Mit dem allgemeinen Zugeben von "Fehlern" ist es nicht getan.

Bis jetzt ist das Eingeständnis der Falschaussage nur ein juristisch-taktischer Zug vor Gericht, während Unterstützer des Bischofs weiterhin Nebelkerzen werfen, ihn als von anderen enttäuschten Mann reinen Gewissens beschreiben, über die "Medienkampagne" lamentieren oder in Internetforen vorschlagen, mit 20 Euro pro Person die 20.000 Euro gemeinsam aufzubringen. So viel moralische Stumpfheit und Wahrheitswurstigkeit von Menschen, die Jesus Christus verkündigen wollen, ist schwer zu ertragen. Die falsche eidesstattliche Erklärung eines Bischofs wird so zum Offenbarungseid eines Milieus, das sich die Bewahrung kirchlicher Lehren auf die Fahnen schreibt, tatsächlich aber wie eine Abrissbirne fortwährend Schläge gegen die Glaubwürdigkeit der Kirche führt.


Tebartz-van Elst: Ein Bischof wird der Lüge überführt - und jetzt?
"Das trifft die Kirche ins Mark"
Das Oberlandesgericht Hamburg hat das Strafverfahren gegen Bischof Tebartz-van Elst vorläufig eingestellt. Damit sei die Sache moralisch nicht aus der Welt, meint der katholische Publizist Andreas Püttmann im domradio.de-Interview >>.

Mittwoch, 20. November 2013

Die Kirche riskiert ihre Existenz

Von Christa Nickels in Deutschlandradio-Kultur:

Reformstau, starre Hierarchien, selbstbezogene Eliten: Nicht Veränderung, sondern die Angst davor scheint das Leitmotiv bei den Verantwortlichen in der katholischen Kirche zu sein. Das muss sich dringend ändern, fordert die Grünen-Politikerin Christa Nickels.

Der zweite große Skandal in nur drei Jahren, erneut ausgelöst von den eigenen Oberhirten, überrollt die katholische Kirche in Deutschland. Erinnern wir uns: 2010 – ausgerechnet im von Rom ausgerufenen Jahr des Priesters – platzte mit Wucht die Nachricht in die Gesellschaft, dass sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen Jahrzehnte lang durch kirchenleitende Hirten vertuscht worden war. Erst der Mut des Jesuitenpaters Klaus Mertes brachte die katholische Kirche in Zugzwang, ihre verdrängten Abgründe auszuloten.

Nun - im Herbst 2013 - der nächste Tiefschlag: Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst verheddert sich im Gestrüpp von Eitelkeit, Ausflüchten und Selbstherrlichkeit. Auch dieses Mal musste die katholische Kirchenleitung erst zu Einsicht und Handlungsbereitschaft gezwungen werden – durch unverdrossen aufklärende Journalisten und eine breite öffentliche Empörung.

Die Hirten sollten wieder den Geruch ihrer Schafe annehmen, mahnt Papst Franziskus. Aber das Bild von den Gläubigen als Schafen und den Bischöfen als deren Hirten ist überholt und seit langem diskreditiert, und zwar durch die Hirten selbst.

Die dummen Kirchenschafe
Die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils und der darauf folgenden Synoden sind bis heute nicht umgesetzt. Aufbruch und Öffnung jener Jahre wurde unterminiert, Bischofsstühle mit Persönlichkeiten besetzt, denen Linientreue heiliger zu sein hatte als der Respekt vor den Anliegen der Gläubigen. Nicht Veränderung, sondern die Angst davor scheint das Leitmotiv des Handelns zu sein.

Die bischöflichen Hirten verwechseln Macht, Herrschaft und Dogmen mit der frohen Botschaft Jesu. Sie bezichtigen engagierte Christen - ihre "Schafe", den Glauben zu verdunkeln. Proteste, Initiativen, Memoranden prallen an einem strikt hierarchischen Kirchenrecht, an der Selbstbezogenheit männlicher Leitungseliten ab. Die Herde der Gläubigen wird vergattert - als dumme Kirchenschafe.

Damit muss Schluss sein. Die Institution Kirche muss Alltagswissen, Glaubenserfahrung, ja Kompetenz aller ihrer Mitglieder endlich wirksam einbeziehen. Erste Schritte, die schon lange gefordert werden, wären, die gesamten Vermögens- und Finanzverhältnisse offenzulegen, verbindliche Mitbestimmungsrechte der gewählten Laiengremien in Finanz-, Personal- und Pastoralfragen anzuerkennen und Frauen gleichberechtigt auf allen Ebenen in das kirchliche Handeln einzubeziehen.

Selbstgerechter Rückzug auf den sogenannten "heiligen Rest"
Auch wenn katholische und evangelische Kirchenleitung theologisch in der Ökumene nicht vorankommen, ist es an der Zeit, dass sie sich wenigstens politisch gemeinsam Gedanken zu machen, wie sich die Kirchen künftig finanzieren könnten. Sie sollten sich nicht länger von einer Kirchensteuer abhängig machen, die der Staat für sie einzieht. Es ist auch an der Zeit, die Initiative für ein modernes kirchliches Arbeitsrecht zu ergreifen, bevor Gerichte und Parlamente es erzwingen.

Die christlichen Kirchen in Europa sind durch das Feuer von Reformation, Religionskriegen und Aufklärung gegangen und bekennen sich heute zu Glaubens- und Gewissensfreiheit und allgemeinen Menschenrechten. Die weltweit bewunderte europäische Kultur wäre ohne ihren Beitrag nicht denkbar. Die sozial und karitativ engagierte Zivilgesellschaft verdankt sich maßgeblich ihrem Engagement und Einsatz.

Lähmung, Stagnation, Resignation und selbstgerechter Rückzug auf den sogenannten "heiligen Rest" der angeblich Rechtgläubigen bedrohen nicht nur die Einheit der Kirche. Sie bringen das Leuchtfeuer eines aufgeklärten und menschenfreundlichen Gottesglaubens zum Erlöschen.

Sollte sich Kirche als reformunfähig erweisen, riskierte sie nicht nur ihre eigene Existenz, sondern überließe das religiöse Feld Sektierern und Fundamentalisten. Ein Grundpfeiler des "christlichen Abendlandes" würde zerstört.

Christa Nickels, Jahrgang 1952, von Beruf Krankenschwester, gehörte 1979 zu den Gründern der "Grünen" in Nordrhein-Westfalen, war deren Bundestagsabgeordnete (bis 2005), Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium (1998-2001) und Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Daneben saß sie als Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (2000-2013) und ist seit 2013 Mitherausgeberin von "Publik Forum".

Quelle: Deutschlandradio

Dienstag, 19. November 2013

Umfrage im Burgenland gefährdet

Presseerklärung der Laieninitiative Österreich vom 18.11.2013:

Werte Kollegen und Kolleginnen,
in Zusammenhang mit der vom Vatikan herausgegebenen Umfrage informieren wir Sie über eine bedenkliche Entwicklung in der Diözese Eisenstadt:

Bischof Zsifkovics frisiert Umfrage
Der burgenländische Bischof Zsifkovics will Antworten auf die vatikanische Umfrage nur zulassen, wenn sie mit vollem Namen gezeichnet sind. Damit sind von vornherein kritische Stellungnahmen von Pfarrern und kirchlichen Angestellten ausgeschlossen, zumal Zsifkovics schon oft gezeigt hat, wie er unliebsame Personen in seiner Diözese bedenkenlos kaltstellt. Das Ergebnis der Umfrage, die dem Papst ein klares Bild von der kirchlichen Realität liefern soll, wird auf diese Weise bewusst verfälscht.
Wir laden alle kritisch denkenden Burgenländer ein, den Fragebogen der Reformbewegungen zu benützen, der in Kürze vorliegen wird: www.laieninitiative.at  oder www.wir-sind-kirche.at

Mit freundlichen Grüßen
Peter Pawlowsky
Dr. Peter Pawlowsky
Stellvertertender Vorsitzender der Laieninitiative
+43 (0)664 403 76 40

Hintergrund:
Wie die Diözese über burgenland.orf.at mitteilt, ist eine anonyme Teilnahme an der Befragung nicht möglich.
 "Die Antworten dürfen aber nicht anonym abgegeben werden, die Einsendungen müssen laut Auskunft der Pressestelle der Diözese personalisiert sein." 


Situation in Deutschland:


Jetzt sind wir gefragt
Wir wollen keine persönlichen Bewertungen der Bischöfe, sondern wollen wissen, was die Menschen denken und wie sie leben." So lautete vor zwei Wochen die Ansage vom Generalsekretär der Bischofssynode in Rom, Erzbischof Lorenzo Baldisseri. Der vatikanische Fragebogen zu Themen der Sonderbischofssynode im Herbst 2014 soll sich auch an die Gläubigen richten – wie das geschieht, überließ der Vatikan den einzelnen Bistümern.
Katholisch.de >>

Montag, 18. November 2013

Laien kritisieren Salzburger Dreiervorschlag - Laieninitiative fordert Transparenz

Weihbischof Andreas Laun im Dreiervorschlag ist empörend
Während die Reaktionen der reformorientierten katholischen Organisationen Österreich zum neuen Erzbischof von Salzburg verhalten ausfallen, wird der Dreiervorschlag aus Rom heftig kritisiert.
Franz Lackner, der neue Erzbischof von Salzburg, ist für Hans Peter Hurka, den Vorsitzenden der Plattform Wir sind Kirche, „einer aus dem System“ und „einer, der gelernt hat, zu gehorchen“. Weder in die eine noch in die andere kirchenpolitische Richtung habe der bisherige Weihbischof in Graz in der Vergangenheit Profil erkennen lassen. „Diese Ernennung ist keine Katastrophe, aber von diesem Erzbischof ist auch nicht Neues zu erwarten, was allerdings dringend notwendig wäre“, so Hurka gegenüber religion.ORF.at.

Sehr kritisch sieht Wir sind Kirche allerdings den Dreiervorschlag aus Rom, aus dem Lackner vom Salzburger Domkapitel gewählt wurde. Neben dem künftigen Erzbischof enthielt der Vorschlag die Namen des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun und des Rektors der Theologischen Hochschule Heiligenkreuz, Karl Wallner - beide gelten als konservativ.

Lackner „das kleinere Übel“
„Wenn diese Liste wirklich stimmt, dann ist Lackner definitiv das kleinere Übel“, so Hurka dazu. Als er die drei Namen gehört habe, sei er sehr enttäuscht gewesen: „Ich hätte mir unter Franziskus andere Namen erwartet.“ Allerdings, hält Hurka fest, gehe er davon aus, dass nicht Franziskus persönlich für den Dreiervorschlag verantwortlich sei, sondern dass dieser schon während des Pontifikats Benedikts XVI. „irgendwo in einer Schublade gelegen sei und jetzt wieder hervorgeholt wurde“.
Er wolle Laun und Wallner zwar nicht schlecht machen, so Hurka, allerdings seien sie beide keine Menschen, von denen man Antworten auf die großen Fragen des 21. Jahrhunderts erwarten könne.
Hurka nimmt auch den Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, in Schutz. Der Nuntius hat unter anderem die Aufgabe, regelmäßig Listen mit bischofstauglichen Priestern nach Rom zu schicken und spielt damit bei Bischofsernennungen eine wichtige Rolle. „Ich glaube nicht, dass der Nuntius diese Namen nach Rom gemeldet hat“, so Hurka. „Ich nehme ihm ab, dass er die Wünsche der Menschen mit einbezieht.“

Laieninitiative fordert Transparenz
Auch Margit Hauft, Obfrau der Laieninitiatve und ehemalige Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, glaubt, dass der Dreiervorschlag in Rom entstanden ist. „Ich habe Nuntius Zurbriggen in zahlreichen Gesprächen als einen Mann kennengelernt, der das Ohr beim Volk hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er diese Namen forciert hat“, so Hauft im Gespräch mit religion.ORF.at.
Generell ist die Bestellung des Erzbischofs von Salzburg für die Obfrau der Laieninitiative ein „weiterer Beweis dafür, dass diese Ernennungsvorgänge sehr problematisch sind und viel transparenter gestaltet werden müssten“. „Nicht nur ich, sondern auch viele andere fragen sich, wo diese Namen hergekommen sind und warum hier überhaupt nicht darauf gehört wird, was das Kirchenvolk sich wünscht.“
Immerhin - mit einem Erzbischof Lackner scheint Hauft nicht unzufrieden zu sein: Sie habe ihn als Jugend- und Sportbischof als gesprächsbereiten Menschen erlebt und wünsche sich, dass er das auch gegenüber den Reformorganisationen in der katholischen Kirche Österreichs sein werde. Ob er selbst Akzente in diese Richtung setzen werde, könne sie aber nicht beurteilen. „Ich würde mir vom neuen Erzbischof, der ja großer Fußballfan ist, durchaus Stürmerqualitäten wünschen, nicht nur Verteidigerqualitäten.“
Quelle: religion.orf.at 


Herbert Kohlmaier auf seinem Blog "Zeitqualität" >>
Die Vorgangsweise bei der Ernennung von Bischöfen ist für alle Erneuerungswilligen ein arger Stein des Anstoßes. Viel Schlimmes passierte ja, weil man willkürlich „kirchenpolitisch“ vorging und sich nicht um die Meinung der Betroffenen kümmerte. Mehrere gewichtige Äußerungen des neuen Papstes kündigten allerdings an, dass er nicht mehr autoritär sondern unter Bedachtnahme auf die Meinung des Gottesvolkes vorgehen wolle. Personalpolitik gehört wohl zu den wichtigsten Dingen, gerade in der Kirche! Und nun passierte bei der Ernennung des neuen Salzburger Erzbischofs geradezu Unfassbares.
In dieser Diözese konnte das Domkapitel sein Recht bewahren, aus einem Dreiervorschlag des Vatikans den Geeignetsten auszuwählen. Zwei in diesem sind nun ausgeprägt Konservative, einer der bisherige Weihbischof Laun. Er ist als Kandidat absolut ungeeignet. Seine vorherige Berufung ist ein Teil der Maßnahmen, um die Kirche Österreichs durch romtreue Hardliner zu disziplinieren (Krenn, Goer, Eder & Co.) Laun glänzte einmal mit einer Kampfschrift, in der er erklärte, die Kirche Jesu dürfe keinesfalls eine „der Basis“ sein. Schätzt nicht Franziskus gerade diese?
Als Laun die deutsche Bischofskonferenz 1999 wegen ihrer Haltung zur Schwangerenberatung kritisierte, wies ihn diese mit der Feststellung zurecht, es handle sich um diffamierende und reine Polemik – man bedürfe nicht der Belehrung durch einen „Kleininquisator“. Dass ein solcher wohl nicht zum Jux sondern ernsthaft als „Primus Germaniae“ (Ehrentitel des Salzburger Erzbischofs) vorgeschlagen wird, ist ein unüberhörbares Signal der dreisten Absicht, die alten Missetaten fortzusetzen. Wer trägt dafür die Verantwortung? Der Nuntius oder die Berater des Papstes?

Freitag, 15. November 2013

„Ökumene 2017“: Offener Brief an Papst Franziskus

Die Mitglieder der „Ökumene 2017“ haben einen offenen Brief an Papst Franziskus geschrieben. Darin setzt sich die in Ennepetal gegründete, bundesweit agierende Kirchenreformgruppe für die Aufhebung der Exkommunikation Martin Luthers durch die katholische Kirche sowie die gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft zwischen den christlichen Kirchen. Damit ist die Möglichkeit zur gemeinsamen Feier des Abendmahls gemeint.

Große Hoffnung in neuen Papst
Die Mitglieder der „Ökumene 2017“ setzen sich für eine „jesuanische Kirche“ ein: einladend, dialogisch und synodal, voller Gottvertrauen, bescheiden und lebendig sowie den Menschen und ihren Nöten zugewandt. Im Hinblick auf diese Attribute setzen sie große Hoffnungen in den neuen Papst. „Franziskus’ schlichte Feierlichkeit“, hebt der Vorsitzende der Initiative, der Ennepetaler Bruno Hessel, hervor. Er trete in Kontakt mit den Menschen, im Gegensatz zum „weltängstlichen und überheblichen“ Auftreten seines Vorgängers Benedikt XVI. Man erwarte aber von Franziskus nicht nur eine Stiländerung, sondern strukturelle Reformen der Kirche und theologisch-pastorale Neuansätze.

Mit zwei zentralen Forderungen wendet sich die „Ökumene 2017“, die eine „versöhnte Verschiedenheit der Kirchen“ propagiert, nun an Franziskus I.

„Sehr geehrter, lieber Bruder Franziskus im Papstamt“, heißt es in dem Brief, „in Deutschland begann vor fast 500 Jahren die Reformation. Nun ist es an der Zeit, dass die von Luther nicht beabsichtigte Kirchenspaltung auch von Deutschland aus zu einer neuen, gegenseitigen Anerkennung der christlichen Konfessionen führt.“Dieser „Religionsfriede“ lasse sich durch zwei Entscheidungen verwirklichen: Die Exkommunikation Martin Luthers durch die Bulle von Papst Leo X. aus dem Jahr 1521 müsse zurückgenommen werden. „Das wird in der Katholischen Kirche inzwischen als berechtigt angesehen“, erläutert Hessel. „Die Rehabilitierung Martin Luthers durch die römische Kurie wäre ein angemessenes Zeichen der Versöhnung und eine historisch längst überfällige Geste, die Mitverantwortung der römischen Kurie an der Kirchenspaltung einzuräumen“, heißt es im Brief. Franziskus habe ja bis 2017 Zeit, dies vorzunehmen – im „Lutherjahr“ jährt sich der Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. Luthers kritische Worte gegen die Ablasspraxis setzten letztlich die Reformationsbewegung in Gang.

Keine so großen Differenzen
In einer zweiten Forderung an den Papst setzt sich die „Ökumene 2017“ dafür ein, dass auch Protestanten zur katholischen Eucharistiefeier eingeladen sind. „Im theologischen Verständnis der Eucharistie bzw. des Abendmahls bestehen inzwischen keine so großen Differenzen mehr, dass die gegenseitige Einladung zum Mahl noch nicht verantwortbar wäre“, schreibt die Gruppe.Übrigens unterzeichnete neben Bruno Hessel für den Vorstand der „Ökumene 2017“ mit Professor Gotthold Hasenhüttl ein suspendierter katholischer Priester für den Beirat den Brief an den Papst. Der österreichische Theologe und Kirchenkritiker hatte 2003 auf dem Kirchentag in Berlin einen ökumenischen Gottesdienst abgehalten. In der Folge suspendierte ihn die katholische Kirche vom Priesteramt und entzog ihm später auch die Lehrerlaubnis.
Quelle: derwesten.de

Initiatitve "Ökumene 2017" >>

Donnerstag, 14. November 2013

Zsifkovics und Koch: "Kirchen tragen Mitschuld"

Anlässlich des Gedenkens an die Novemberpogrome vor 75 Jahren, wandten sich Bischof Ägidius und Superintendent Koch in einem gemeinsamen Schreiben an ihre Pfarrgemeinden. Darin finden sie klare Worte und bekennen die Mitschuld der Kirchen und Christen an der Judenverfolgung unter der Nazi-Schreckensherrschaft:

„Unsere Kirchen haben gegen sichtbares Unrecht nicht genügend protestiert, viele unserer Gläubigen haben geschwiegen und weggeschaut.“Es sei aus theologischer Sicht ein Skandal, dass so wenig geschwisterlich gegen die „älteren Brüder und Schwestern im Glauben“ gedacht und gehandelt wurde. Im ganzen Burgenland gibt es keine einzige jüdische Gemeinde mehr. „Es ist ein Verlust (...) und wir müssen diese Leerstelle in unserer Mitte aushalten - nicht überspielen und vergessen.“

Beide betonen noch etwas ganz Wichtiges: "Mir möchten uns deshalb ausdrücklich gegen jene Meinungen aussprechen, die damit argumentieren, dass 'mit diesen alten Geschichten' jetzt endlich Schluß sein sollte."  Dass dies (leider) immer wieder notwendig ist zu betonen zeigt nicht zuletzt die regelmäßig aufkommende Diskussion rund um das "Verbotsgesetz".

Hier der gemeinsame Brief im Wortlaut >>


Die Sprache der Verachtung – Novemberpogrome
Albert Camus verstand sein Schriftsteller-Sein als Auftrag, für die zu sprechen, die es nicht vermögen, sagt Hans Schelkshorn in den Gedanken für den Tag >>.

Mittwoch, 13. November 2013

Salzburg hat gewählt

Paul M. Zulehner:

Das Domkapitel in Salzburg hat also Weihbischof Lackner zum Erzbischof gewählt. Die Dreier-Liste aus der Bischofskongregation (Chef: der Canadier Quellet) war, so sagen Salzburger Insider, eine “Zumutung”: Lackner-Laun-Wallner. Immerhin, Salzburg ist noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Lackner hat sich Bedenkzeit erbeten. Diese Zeit will angeblich Bischof Kapellari verwenden, um Wallner für Graz zu verhindern. Das sollte angeblich der Plan sein: Wenn Lackner in Salzburg zusagt (was er angesichts der Alternativen hoffentlich tut -Bitte, Herr Weihbischof, sagen Sie zu!), wird gleichzeitig Wallner für Graz ernannt.

Es dauert offensichtlich lange – zu lange? – , bis sich der Kurs von Franciscus im kirchlichen Alltagsbusiness durchsetzt. Das ist schade, weil die Ernennung von Bischöfen ein überaus wirksames Mittel ist, die Kirche auf einen neuen Kurs zu bringen, was ja Franciscus offensichtlich will. Österreich hat in der Nach-König-Zeit mit dem “neuen Kirchenkurs” Groer, Krenn, Küng, Laun, Eder nicht gerade gute Erfahrungen gesammelt. Kapellari assoziierte damals die Kartage mit den leidvollen Erfahrungen der Kirche im Land. Kein Wunder, dass er seiner Diözese wieder solche schwere Tage ersparen will.

Kann sich der Papst verlassen, dass seine Zuarbeitenden im Vatikan und in den Nuntiaturen ihn bei der biblischen und franziskusartigen Neuausrichtung der katholischen Weltkirche wirklich unterstützen? Wie kann sichergestellt werden, dass die Kriterien von Franciscus für geeignete Bischöfe (“sie sollen nach der Herde riechen”) auf die künftigen Kandidaten fürs Bischofsamt zutreffen? Besteht nicht doch eine beträchtliche Spannung zwischen der Salzburger Liste und den kirchenpolitischen Visionen von Franciscus? Wer hat diese Personen dem Papst vorgeschlagen?

Solche Fragen drängen sich dem wohlwollend-kritischen Beobachter auf.  Der Ruf nach mehr Transparenz und Beteiligung bei der Suche nach Kandidaten für kirchliche Leitungsämter auf allen Ebenen wird in der nächsten Zeit zunehmen. Und das Zu Recht: Denn es ist ein heiliges “Recht” des Volkes Gottes, das auch dieses Mal grob verletzt worden ist. Und wie Rom zur Vorbereitung der Bischofssynode zur Familie die betroffenen Menschen in den Pfarrgemeinden fragen lässt, so wird es eines Tages die Menschen auch fragen, wenn es um die Suche nach einem Kandidaten für das Bischofsamt geht. Im Erzbistum Köln hat sich bereits eine starke Initiative gebildet, die mitsprechen will. Die Kirche in Österreich hätte sich schon viel an Schaden erspart, wäre dies in den letzten Jahrzehnten schon geschehen.

Ich fürchte, dass das so wohltuende Franciscus-Hoch durch solches Vorgehen beschädigt wird. Schade.

Quelle: Blog zu Welt und Kirche von Paul M. Zulehner >>

Bischofswahl in Salzburg: Heftige Kritik an Dreierliste
Fehlende Transparenz bei der Bischofswahl in Salzburg und ein offensichtlich konservativer Dreiervorschlag aus Rom erhitzen die Gemüter. Für einige Laien in der Erzdiözese ist diese Vorgehensweise ein Schlag ins Gesicht.
Salzburger Nachrichten >>

Unheiliger Rest aus dem alten Rom
Salzburgs Katholiken werden mit Franz Lackner gut leben können. Aber die Dreierliste aus Rom war eine Zumutung.
Salzburger Nachrichten >>

Dienstag, 12. November 2013

Glaubenspräfekt Müller: Freiburg muss pastorale Handreichung zurückziehen

In seinem Kommentar zur vatikanischen Frageaktion "Sinn und Sinnwidriges" >> erkannte Dr. Herbert Kohlmaier bereits die Gefahr, die von Präfekt Müller ausgeht. Im Fragenkatalog geht es u.a. auch um den Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen. Müller hatte ihn zuletzt kategorisch ausgeschlossen. Ich zitiere Kohlmaier:

Müller erweist sich (hier) als Prachtexemplar eines Fossils aus jener archaischen Kirchenperiode, an deren Ende Viele nun glauben hoffen zu dürfen. [...]
Eigentlich ist es unbegreiflich. Was kann Franziskus dazu bewogen haben, diesem Erzkonservativen ein Machtwort gegen eine Debatte verkünden zu lassen, die überfällig ist und vielfach eingemahnt wird? [...]
Hoffen wir, dass jesuitische Klugheit waltete. Vielleicht sollte nur der Istzustand deutlich markiert und diskutiert werden, bevor man Neues angeht. [...]
Oder deutet das alles auf Konflikte hin, die das Gebäude der Kirche immer mehr und bis in die Grundfesten erschüttern könnten?

Rom: Freiburg muss pastorale Handreichung zurückziehen
In der Diskussion um wiederverheiratete Geschiedene schreibt die vatikanische Glaubenskongregation an Erzbischof Zollitsch. Glaubenspräfekt Müller betont: Pastorale Wege müssen ganz mit der Lehre der Kirche übereinstimmen. Der Freiburger Vorstoß tut dies nicht.
Tagespost >>


Schreiben des Präfekten der Glaubenskongregation an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz im Wortlaut >>


"Handreichung für die Seelsorge" des Erzbistums Freiburg >>



Ein Brief aus der Glaubenskongregation
Der Präfekt der Römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Ludwig Müller, hat Erzbischof Robert Zollitsch aufgefordert, die umstrittene Handreichung zurückzunehmen und zu überarbeiten. Zugleich wird Müller wiederum von Kardinal Reinhard Marx kritisiert. Es findet offenbar ein Ringen um die entsprechenden Fragen auf höchster hierarchischer Ebene der Kirche statt.
Kommentar im Freiburger Konradsblatt >>


Kardinal greift den Präfekten der Glaubenskongregation an
Marx: Müller kann Geschiedenen-Debatte nicht beenden
Freising. Die Debatte über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche ist nach Meinung des Münchner Kardinals Reinhard Marx völlig offen. "Der Präfekt der Glaubenskongregation kann die Diskussion nicht beenden", sagte Marx am Donnerstag (07.11.2013) in Freising. Er zählt zur Kommission der acht Kardinäle, die Papst Franziskus Vorschläge zur Reform der römischen Kurie machen sollen.
Kirchensite.de >>

Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen:
Kardinal Marx legt sich mit Vatikan an
Soll die katholische Kirche wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen? Nein, meint Gerhard Ludwig Müller, Chef der Glaubenskongregation im Vatikan. Der Münchner Kardinal Marx will das nicht hinnehmen.
Spiegel-Online >>

Ackermann kritisiert Aussage des Glaubenspräfekten
In einem Interview mit dem "Trierischen Volksfreund" hat sich Ackermann überdies in der kirchlichen Debatte um wiederverheiratete Geschiedene hinter den Münchner Kardinal Reinhard Marx gestellt. Der Zeitung zitiert Ackermann mit den Worten: "Der Präfekt der Glaubenskongregation kann die Diskussion nicht einfach mit einer autoritativen Stellungnahme beenden."
Katholisch.de >>

Sakramente für Geschiedene:
Machtkampf im Vatikan?
Die Presse >>