Freitag, 30. Januar 2015

Schnuderl für Sakramentenspendung an Wiederverheiratete

Heinrich Schnuderl: Für Kommunion an Geschiedene
Der Grazer Diözesanadministrator Heinrich Schnuderl findet es „sehr verwunderlich“ dass der Vatikan nach vier Jahren noch immer keinen Bischof berufen hat.
Interview in DiePresse >>


Im Porträt: Heinrich Schnuderl
Kleine Zeitung >>

Bekommen wir jetzt „echte“ Bischöfe?


Medienaussendung der Laieninitiative v. 29. 1. 2015

Prüfstein für Papst Franziskus
In Österreich wird die Besetzung neuer Diözesen akut – der Grazer Bischof Kapellari beendet seine Amtszeit nun endgültig und früher oder später muss von Rom entschieden werden, auch in den Diözesen Linz und St. Pölten. Nun sollte man das keineswegs als Routinevorgang ansehen – man denke nur an den unermesslichen Schaden, den die Ernennung Ungeeigneter gerade in Österreich für die Kirche ausgelöst hat. Der Affäre Groer folgte das Kirchenvolksbegehren.

Seit vielen Jahren wurde das Amt der Bischöfe systematisch abgewertet, sie wurden zu Statthaltern Roms degradiert. Ihre  Hauptaufgabe ist anscheinend die mühsame und aussichtslose Verwaltung des Priestermangels bei fehlendem oder oft nicht qualifiziertem Nachwuchs. Als Vertreter der Gläubigen gegenüber Rom und als Anstoßgeber für eine Weiterentwicklung waren sie bisher nicht erwünscht oder konsequent behindert.

Das Kirchenvolk muss sich auf die Füße stellen!
Von Anbeginn weist die die Laieninitiative energisch auf die Notwendigkeit hin, Bischöfe im Einklang mit dem Klerus und den Vertretern der Gläubigen zu ernennen – es entspräche dies der bis in früheste Zeiten zurückreichende Tradition der Kirche und wäre gerade heutzutage eine Selbstverständlichkeit! Die Zeit ergebenen Gehorsams gegenüber der kirchlichen „Obrigkeit“ und deren Entscheidungen, auch wenn sie willkürlich getroffen werden, sind vorbei.

Die Mitglieder der Kirche haben heute die Pflicht, ihren Standpunkt deutlich zu artikulieren und darauf zu drängen, dass er respektiert wird. In unserer demokratischen Gemeinschaft darf die Kirche keine Insel längst überholter Autoritätsausübung sein. In der Diözese Linz gibt es bereits einen wohlüberlegten Prozess der Erstattung von Vorschlägen. Dies ist außerordentlich zu begrüßen und darf nicht vergeblich sein!

Auch die Regierung darf nicht abseits stehen!
Die Laieninitiative hat mehrmals darauf hingewiesen, dass nach dem geltenden Konkordat die Bundesregierung die Möglichkeit hat, Einwände „allgemein politischer Art“ gegen eine beabsichtigte Ernennung vorzubringen. Wir sind der Auffassung, dass man sich über eine demokratisch legitimierte Auswahl vergewissern und bei Ermangelung einer solchen sehr wohl die vorgesehene Bedenken äußern sollte. Dieser Standpunkt wurde bisher vom Bundeskanzler zurückgewiesen, weil man sich nicht in die „inneren Angelegenheiten“ der Kirche einmischen wolle. Damit lässt man aber die Staatsbürger als Kirchenangehörige gegenüber einer Macht außerhalb der Republik leider im Stich.

Prüfstein für Papst Franziskus
Der neue Papst will das Bischofsamt endlich wieder aufwerten, aber bisher hat  das noch nicht zu neuen Wegen bei der Bischofsernennung geführt. Zwar wurde in Vorarlberg ein beliebter Priester ausgewählt, was große Zustimmung fand, aber in Salzburg wurde das Mitbestimmungsrecht des Domkapitels auf üble Weise ausgetrickst. Ähnliches ereignete sich auch in Deutschland. Noch immer sind die alten Seilschaften am Werk, denen der Papst offenbar bisher nicht auf die Schliche gekommen ist. Vernünftige Denken scheint sich noch nicht durchgesetzt zu haben, welches etwa in letzter Zeit Kardinal Rauber, selbst ein früherer Nuntius, der Pastoraltheologe Bucher und der Dogmatiker Tück einforderten.

Geht es doch um das vom Papst verfolgte Ziel der Aufwertung der Ortskirchen! Verändert der Papst die Kirche wirklich? Vieles hat er schon unternommen. Doch letztlich wird es darauf ankommen, ob das System, das schwere Fehler aufweist, wirklich und wirksam verändert wird. Die bevorstehenden Bischofsernennungen wird man zu Recht als Prüfstein dafür ansehen müssen


Hintergrund:

Konzilspriester führt Grazer Diözese
Nach Bischof Kapellaris Rückzug ist dessen rechte Hand Schnuderl Administrator.
Die Presse >>

Jahr des Wandels:
Heuer werden vier Bischöfe neu ernannt
In Graz-Seckau regiert nach Egon Kapellaris Rücktritt demnächst ein Administrator.
Kurier >>

Rücktritt von Diözesanbischof Egon Kapellari:
„Ruhiger“ Priester, „kein Volkstribun“
Katholisches.info >>

Steirische Kirche bald ohne Leitung
In einem Hirtenbrief verabschiedete sich Bischof Egon Kapellari von seiner Diözese und kündigte an, sich von der Spitze zurückzuziehen. Wer ihm nachfolgen wird, ist ungewiss.
Kleine Zeitung mit ausführlichen Beiträgen >>

Donnerstag, 29. Januar 2015

Buchtipp: Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte


„Es gibt in der Kirche nichts, was immer schon da war“
Im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ spricht Kirchenhistoriker und Theologe Hubert Wolf unter anderem über unterdrückte Traditionen der katholischen Kirche, Äbtissinnen als De-facto-Bischöfe und den Reformkurs von Franziskus. Von Joachim Frank


Herr Wolf, Sie beziehen sich in Ihrem neuen Buch auf den Papst, der aus weiter Ferne nach Rom kommt und gegen „gräuliche Missbräuche“ der Kurie wettert. Dieser Papst war der Reformer Hadrian VI., der Anfang des 16. Jahrhunderts nach kurzer Amtszeit grandios gescheitert und früh gestorben ist. Was muss Papst Franziskus besser machen als sein Vorgänger?

Franziskus braucht Bündnispartner, an denen es Hadrian fehlte, um mit den Krankheiten der Kurie aufzuräumen, die er in seiner in ihrer Schärfe einzigartigen Rede am 22. Dezember angeprangert hat. Für sein Reformprogramm muss er weder mit der Tradition der Kirche brechen noch etwas neu erfinden, sondern lediglich bewährte Modelle aus dem vergessenen oder verdrängten Schatz der Kirchengeschichte hervorholen. Dafür biete ich eine Art Materialsammlung.
Weiterlesen im „Kölner Stadt-Anzeiger“ >>


Kirchenhistoriker taucht in die Tiefen der Kirchengeschichte ein
Ein Tisch der Traditionen
Prof. Hubert Wolf von der Universität Münster hat sich mit den verschiedenen Traditionen des Christentums befasst. Woher man weiß, welche davon echt und welche unecht sind, erklärt er in seinem Buch "Krypta" und im
domradio.de-Interview >>


"Zeigen, dass es Alternativen gibt"
Frauen hatten in der Kirchengeschichte ähnliche Aufgaben wie männliche Bischöfe. Das schreibt Hubert Wolf von der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster in seinem neuen Buch "Krypta". Es gebe Alternativen zu Praktiken, die "manchmal daherkommen, als ob sie Ewigkeitscharakter" hätten, sagte er im 1. Teil im
Deutschlandfunk >>

"Reform funktioniert nur im Rahmen der Tradition"
Hubert Wolf im Gespräch mit Andreas Main (Teil 2)
Deutschlandfunk >>


So liberal war die Kirche früher
Frauen, die Priestern vorgesetzt sind? Kardinäle, die den Papst kontrollieren? Der Münsteraner Historiker Hubert Wolf hat in alten Akten brisante Vorbilder für eine mögliche Kirchenreform entdeckt.
Die Welt >>

Reformideen aus der Tradition der Kirche:
Frau Kardinal und die Macht der Geschichte
Reform gehört zu den Strukturmerkmalen der katholischen Kirche. Sie kann jedoch nur in dem Rahmen, den die kirchliche Tradition absteckt, stattfinden. Daher ist es eine Hauptaufgabe der Kirchengeschichte, den ganzen Tisch der Tradition zu decken und angeblich ewigen Wahrheiten und Strukturen alternative Modelle gegenüberzustellen. So hatten Fürstäbtissinnen über Jahrhunderte bischöfliche Vollmachten, gleichzeitig amtierten Bischöfe ohne jede Weihe. Erst das Zweite Vatikanische Konzil hat alle Vollmacht in der Kirche an die Bischofsweihe gebunden. Die Option einer „Frau Kardinal“ ist damit unmöglich geworden.
Hubert Wolf in Herder Korrespondenz >>

Hubert Wolf
Krypta
Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte
Tief unten in den Kellern der Kirchengeschichte, verborgen selbst für die meisten Historiker, liegen jahrhundertealte Traditionen begraben, von denen die Kirche heute nichts mehr wissen will. Hubert Wolf steigt mit archäologischem Spürsinn hinab in diese Krypta. Er entdeckt dort Frauen mit bischöflicher Vollmacht, Laien, die Sünden vergeben, eine Kirche der Armen – und andere Traditionen, die heute wieder aktuell werden könnten. Die katholische Kirche setzt auf die lange und unabänderliche Tradition ihrer heute gültigen Einrichtungen und Regeln. Grundlegende Reformen gelten als Sakrileg. Höchste Zeit für einen frischen Blick auf die Geschichte: Päpste waren einmal in Gremien eingebunden, die sie kontrollierten, Frauen konnten Sünden vergeben, Laien hatten etwas zu sagen, Bischöfe wurden gewählt. Die katholische Kirche war lange ein breiter Strom mit vielen Nebenarmen – den der römische Zentralismus im 19. Jahrhundert kanalisierte. Dazu wurden Traditionen erfunden, an die bis heute selbst Historiker glauben. Hubert Wolf enthüllt an zehn Beispielen Vergessenes und Verdrängtes – und gewinnt daraus Reformideen für die Kirche von morgen.
Verlag C.H.Beck >>

Mittwoch, 28. Januar 2015

Kardinal Marx: "Die Treppe wird von oben gekehrt, nicht von unten"

Ein Reformer namens Marx
Kardinal Marx fordert eine radikale Umkehr der katholischen Kirche und eine Abkehr von der Mentalität des Klerikalismus. Frauen und Laien sollen mehr Verantwortung in kirchenleitenden Funktionen übernehmen.

In ungewöhnlich deutlicher Form hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine Kirchenreform verlangt. „Die Bischöfe und der Papst müssen den Wandel einleiten. Die Treppe wird von oben gekehrt, nicht von unten – top down, nicht bottom up“, gab Marx der US-amerikanischen Jesuiten-Zeitschrift „America“ zu Protokoll.

Marx fordert mehr Verantwortung für Frauen und Laien in kirchenleitenden Funktionen bis hin zu Spitzenposten im Vatikan sowie eine Abkehr von der Mentalität des Klerikalismus. „Gott gibt uns all diese Menschen, und wir sagen, ‚nein, der ist kein Kleriker, der kann den Job nicht machen, oder seine Idee ist nicht so bedeutend‘. Das ist inakzeptabel.“ Der Ausschluss der Frauen von Führungsaufgaben sei „nicht im Geist des Evangeliums“, betont der Kardinal, der sich zu einer Gastvorlesung an der Stanford University im US-Bundesstaat Kalifornien aufgehalten hatte.

Mehrfach verweist der Münchner Erzbischof auf seine Nähe zu Papst Franziskus, dessen bisher knapp zweijährige Amtszeit er als „großes Geschenk“ und als einen „neuen Schritt nach vorn“ für die katholische Kirche bezeichnet. Marx gehört einer vom Papst handverlesenen Beratergruppe aus acht Kardinälen an, die unter anderem Vorschläge für eine Kurienreform unterbreiten soll. Er ist auch Koordinator des vom Papst eingesetzten Wirtschaftsrats für den Vatikan. Seinen Positionen kommt insofern besonderes Gewicht zu, als sie die des Papstes reflektieren dürften.

So spricht sich Marx auch dafür aus, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuzulassen. „Wir müssen nach Wegen für die Leute suchen, die Eucharistie zu empfangen, und nicht Wege finden, sie auszuschließen.“ Nach geltender Lehre dürfen wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion nicht empfangen, weil ihre gescheiterte Ehe formell noch besteht, sie aber in einer neuen Beziehung und damit in fortgesetztem Ehebruch leben.
Weiterlesen in der Frankfurter Rundschau >>

Cardinal Marx on Francis, the Synod, Women in the Church and Gay Relationships
An exclusive interview with the president of the German bishop's conference and papal adviser
America Magazine >>

Dienstag, 27. Januar 2015

Michel Houellebecq: "Eine Gesellschaft ohne Religion ist nicht überlebensfähig"

Die Rückkehr der Religion
Frankreichs Präsident, ein Muslim? Wer dabei an den „Untergang des Abendlandes“ denkt, sollte wissen, was Oswald Spengler wirklich gemeint hat.
Am Ende, wenn die Kulturen den Schritt in die Zivilisation vollzogen haben, wenn alle Materialismen verbraucht sind, werden alle Menschen wieder fromm. Auf diese Formel kann man eine zentrale Aussage von Oswald Spenglers Buch „Der Untergang des Abendlandes“ bringen. Wenn der französische Autor Michel Houellebecq jetzt anlässlich seines neuen, gerade auf Deutsch erscheinenden Romans „Unterwerfung“ von einer Rückkehr der Religion spricht, ist das mehr als nur eine oberflächliche oder zufällige Übereinstimmung mit Spenglers These.
FAZ >

"Eine Gesellschaft ohne Religion ist nicht überlebensfähig"
Michel Houellebecq rechnet mit einer weiteren Radikalisierung in Frankreich. Im Interview mit der ZEIT beschreibt er die angespannte Lage seines Heimatlandes.
Zeit-Online >>


Michel Houellebecq
Hmmmmmm, pffft, keine Ahnung
Nuschelnd und von Rauchschwaden umhüllt stellt Michel Houellebecq in Köln seinen Roman "Unterwerfung" vor: Seine Literatur dürfe alles, aber er sorge sich um Frankreich.
Zeit-Online >>

Michel Houellebecq in Köln
Erschöpfungsgeschichte in neuem Lichte
Michel Houellebecq hatte sich seit den Anschlägen auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion zurückgezogen. Mit der Vorstellung der deutschen Ausgabe seines provokanten Romans „Unterwerfung“ kehrt er nun in Köln ins Rampenlicht zurück.
FAZ >>

Moral ist der falsche Maßstab
Wenn Satire alles darf, warum nicht auch Michel Houellebecq? Die Diskussionen um seinen neuen Roman sind bisweilen hanebüchen und zeugen von einem Missverständnis.
Zeit-Online >>

Montag, 26. Januar 2015

Herbert Kohlmaier wieder Vorsitzender der Laieninitiative


Medienaussendung der Laieninitiative v. 24. 1. 15

Kohlmaier wieder Vorsitzender der Laieninitiative

Bei der Generalversammlung der Reformorganisation Laieninitiative am 23. Jänner wurde Volksanwalt i. R. Dr. Herbert Kohlmaier zum Vorsitzenden gewählt. Kohlmaier war (wie Andreas Khol und Erhard Busek) Mitbegründer der LI und leitete sie bis 2011. Danach übernahmen Dr. Peter Pawlowsky und Margit Hauft diese Funktion, beendeten sie aber nun. Es wurde vorgeschlagen, dass Kohlmaier wieder die Leitung übernehmen solle, und zwar nun weitgehend unterstützt durch Univ. Prof. Dr. Heribert Franz Köck als Stellvertreter und eine Geschäftsführerin.

Zur kommenden Arbeit der Reformorganisation erklärte Kohlmaier nach seiner Wahl:

„Die Amtsausübung von Papst Franziskus hat die krisenhafte Situation der Kirche Roms wesentlich gemildert. Er hat bisherige schwere Mängel energisch bekämpft, insbesondere einen ausufernden Klerikalismus; das bisher unterdrückte Kollegialprinzip soll wieder zum Wirken kommen. Das wirft natürlich die Frage auf, welche Aufgabe die Reformbewegung angesichts dieser Fortschritte hat.“

Franziskus macht die Reformbewegungen nicht überflüssig!

Kohlmaier betonte, dass man die Bestrebungen des Papstes mit großer Befriedigung verfolge. „Sie rechtfertigen unsere bisherige Kritik und sind Grund, wieder mehr Hoffnung zu haben. Unsere Arbeit wird aber damit keineswegs überflüssig und sie muss so geartet sein, dass sie den erkennbar gewordenen Veränderungswillen in jeder Hinsicht unterstützt.“

Kohlmaier stellte fest, dass jene tief greifende Erneuerungen im untragbar gewordenen kirchlichen System, die die Reformbewegungen seit vielen Jahren einfordern, nach wie vor ausstehen. „Die Seelsorge verkümmert angesichts des Priestermangels, aber Frauen werden nicht einmal zur Weihe als Diakon zugelassen und am Zölibat soll offenbar nicht gerüttelt werden. Es gibt noch immer keine wirksame Mitbestimmung in der Kirche, vor allem nicht bei den Bischofsernennungen!

Franziskus erwartet von den Bischöfen Vorschläge zum Einsatz auch Verheirateter bei den wichtigsten kirchlichen Feiern, doch die Besetzung der Diözesen unter seinen Vorgängern war bisher strikt konservativ ausgerichtet. Gerade die überfällig gewordene Zulassung Wiederverheirateter zu den Sakramenten zeigt, welch Widerstand im Vatikan und in Teilen der Hierarchie zu überwinden ist. Offenbar verhält man sich auch abwartend. Franziskus weiß, dass seine Wirkungsdauer begrenzt ist und er schätzt sie mit ’zwei, drei Jahren’ ein (’und dann heim ins Haus des Vaters!’). Offenbar wollen also Manche sehen, wie sein Nachfolger handelt.

Das alte obrigkeitliche Kirchenregime hat aber ausgedient. Die Kirche kann nur durch eine radikale Erneuerung weiterleben. Die Reformbewegungen müssen ihren Beitrag dazu leisten, indem sie das Kirchenvolk motivieren, sich vom Überholten zu lösen und ebenso selbständig wie kreativ im Sinne Jesu zu handeln. Wir alle haben schon bisher entscheidend zur Bildung eines zeitgemäßen Bewusstseins in der Kirche beigetragen. Trifft diese Basisarbeit mit Erneuerungswillen an der Spitze zusammen, wie er bei Franziskus erkennbar ist, besteht Hoffnung!“

Kohlmaier erklärte, er wolle wie bisher eng mit den anderen Reformorganisationen zusammenarbeiten; in Österreich sind dies vor allem die „Plattform Wir sind Kirche“, die „Pfarrerinitiative" und die „Priester ohne Amt“.

Sonntag, 25. Januar 2015

Einheit der Christen

Kirche als Ort
wo Menschen liebevoll vernetzt leben
wo sie sich treffen
um tiefste Verbundenheit
in Hoffnung und Schmerz zu feiern

Kirche als Ort
wo sich Menschen ihrer
lebensbehindernden Verstrickungen
bewusst werden
Ausschau halten
nach Verbündeten
offen und verletzlich bleiben

Kirche als Ort
wo Mensch und Schöpfung
mir Rückhalt geben
wo das gemeinsame Teilen
von Brot und Wein
zur Kraftquelle wird
weil sich da vergegenwärtigt
wohin uns der Weg der Ökumene
führen möchte:

Trotz allem Gefangensein in sich selber
ereignet sich Wandlung
und befreit zur Mitmenschlichkeit.

vgl. Pierre Stutz, Der Stimme des Herzens folgen, Verlag Herder, Fr. i. Br. 2005, 82.

Freitag, 23. Januar 2015

Altbischof Paul Iby feiert 80. Geburtstag

Aktualisierung:

Ein Fest zum 80er
Altbischof Paul Iby feierte mit Gläubigen und Priestern der Diözese seinen runden Geburtstag - Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics würdigte den Jubilar als Bischof, der sich in seinem Dienst an der Kirche Gott und den Menschen gleichermaßen zugewandt habe.
martinus.at >>
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Burgenlands Altbischof Iby feiert 80. Geburtstag
Eisenstadt (APA) - Paul Iby, von 1993 bis 2010 Bischof der Diözese Eisenstadt, feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag. Die Diözese begeht das Jubiläum mit einem Festgottesdienst am Sonntag im Eisenstädter Martinsdom, den der Altbischof selbst leitet und mit einer anschließenden Agape im Dompfarrzentrum.

Iby kam am 23. Jänner 1935 im mittelburgenländischen Raiding zur Welt. Nach der Priesterweihe war er als Zeremoniär und nach dem Studium des Kanonischen Rechts als Sekretär des ersten Eisenstädter Diözesanbischofs Stefan Laszlo tätig, dem er 1993 im Bischofsamt nachfolgte.

Zu wichtigen Anliegen Ibys in seiner 18-jährigen bischöflichen Tätigkeit zählten der Aufbau lebendiger Pfarrgemeinden und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien sowie das Bemühen um die Ökumene.

Im Jahr 1998 initiierte er in der Diözese den „Dialog für Burgenland“. Als Bischof zeigte sich Iby Reformanliegen in der Katholischen Kirche gegenüber aufgeschlossen. So meinte er etwa, dass es für Weltpriester „sicher eine Erleichterung“ wäre, wenn der Pflichtzölibat aufgehoben würde.

Im Jänner 2010 reichte Iby, den kirchlichen Bestimmungen folgend, zum 75. Geburtstag sein Rücktrittsgesuch ein. Sein Wunsch, bis zum 50-jährigen Diözesanjubiläum im November 2010 Eisenstädter Oberhirte bleiben zu dürfen, wurde nicht erhört. Im Mai nahm Papst Benedikt XVI. den Rücktritt an und ernannte Iby zum Apostolischen Administrator der Diözese.

Am 9. Juli 2010 wurde die Ernennung von Ägidius Zsifkovics zum Nachfolger Ibys bekannt gegeben. Heute lebt Altbischof Iby in Eisenstadt. Als Firmspender und Vorsteher von Festgottesdiensten ist er weiterhin in den burgenländischen Pfarren unterwegs.
Tiroler Tageszeitung >>

Altbischof Iby feiert 80. Geburtstag
Altbischof Paul Iby feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag. Die Diözese Eisenstadt gratuliert im Rahmen eines Dankgottesdienstes im Martinsdom am Sonntag. Wir haben den Altbischof zum Geburtstag zu Hause in Eisenstadt besucht.
burgenland.orf.at >>

Pressekonferenz auf dem Flug von Manila nach Rom

Der Papst plädiert für eine "verantwortete Elternschaft"
Franziskus und die Kaninchen
Papst Franziskus ist von seiner Asienreise nach Rom zurückgekehrt. Traditionell hat er auf dem Rückflug auf die Fragen der mitreisenden Journalisten geantwortet. Die Themen u.a.: Familienplanung, das Leiden Unschuldiger, die Frauenförderung und China. Ein Überblick.
domradio.de >>


Franziskus in Asien – Pressekonferenz
Papst Franziskus hat seine 7. Auslandsreise beendet. Auf dem Rückflug von Manila nach Rom sprach er gut eine Stunde mit den mitreisenden Journalisten. In den elf Fragen ging es um die nächsten Reisen, seine Rede von der „ideologischen Kolonisierung“ und „verantwortliche Elternschaft“.
Papstgeflüster-Blog >>

Fliegende Pressekonferenz: Weitere Papstreisen und die Frage nach dem Faustschlag
Während seiner Rückreise aus Asien sprach Papst Franziskus mit Journalisten zum Thema weiter Papstreisen, Armut, Familie und Ideologie, sowie zum Thema Faustschlag und Meinungsfreiheit.
Radio Vatikan >>


Ansprachen von Papst Franziskus im Jänner 2015 >>

Donnerstag, 22. Januar 2015

Buchtipp: Die kleine Welt des Vatikan

Alltag im Kirchenstaat
Die kleine Welt des Vatikan

Der katholische Kirchenstaat funktioniert nach ganz eigenen Regeln. Wer nicht gerade Vatikan-Korrespondent ist, dem bleibt dieser Kosmos verborgen. Einer dieser Berichterstatter, Aldo Maria Valli, hat seine Einblicke in die Beziehungsgeflechte und den Alltag der Kirchenoberhäupter aufgeschrieben. Jetzt ist sein Buch ins Deutsche übersetzt worden.

"In dieses Buch sind meine Erfahrungen aus vielen Jahren eingeflossen. Ich mache diesen Job schon lange, seit 1995. Über all die Jahre habe ich Leute kennengelernt und viele Orte gesehen, die dem Publikum unzugänglich sind. Das geschah immer zu beruflichen Anlässen. Der Vatikan ist eine extrem geschlossene Welt, die Schwierigkeiten hat mit der Außenwelt zu kommunizieren. Vor allem über ihre umstrittenen Seiten."
Deutschlandfunk >>


„Die kleine Welt des Vatikan. Alltagsleben im Kirchenstaat“
Die Buchkritik auf SWR2 >>


Die kleine Welt des Vatikan
Aus dem Italienischen von Renate Warttmann unter Mitarbeit von Antje Peter
(Orig.: Piccolo mondo vaticano)
1. Aufl. 2014, 256 Seiten, Klappenbroschur, mit 2 Karten
ISBN: 978-3-608-94744-1
Klett-Cotta Verlag >>


Weitere Buchtipps zu Papst Franziskus:

Wie aus einem Jesuiten der Papst Franziskus wurde
Was hat den "Mann vom anderen Ende der Welt" geprägt, als der er sich am Abend des 13. März 2013 auf der Benediktionsloggia vorstellte und die Menschen auf dem Petersplatz liturgisch schlicht und mit einem einfachen "buona sera" gleich für sich einnahm? Wer ist der Mensch an der Spitze der mit 1,2 Milliarden Katholiken größten Religionsgemeinschaft der Erde?
Erst allmählich schärft sich das Bild des mittlerweile 78-Jährigen, outet sein Wirken, sein Selbstverständnis als Papst in der Spur des heiligen Franziskus, präzisieren sich seine Vorstellungen von einer Kirche der Zukunft. So wächst nach den Schnellschüssen gleich nach seiner Wahl nun die Zahl der Bücher, die sich diesem ungewöhnlichen Ordensmann qualifiziert nähern. Gleich drei Neuerscheinungen verdeutlichen, dass sich Bergoglios Vita nicht erschließt ohne parallelen Blick auf die jüngste Kirchen- und Profangeschichte seiner Heimat:

Daniel Deckers: Papst Franziskus – Wider die Trägheit des Herzens.
C.H. Beck, München 2014. 352 Seiten mit 15 Abbildungen, 15,99 Euro.

Miguel Hirsch: Jorge – Begegnungen mit einem, der nicht Papst werden wollte
Herder Verlag, Freiburg 2014. 160 Seiten, 18,99 Euro.

Paul Vallely: Papst Franziskus – vom Reaktionär zum Revolutionär.
Konrad-Theiss-Verlag, Darmstadt 2014. 240 Seiten mit großer Zeittafel, 24,95 Euro.

Artikel in der Badischen Zeitung >>

Mittwoch, 21. Januar 2015

Ökologie-Enzyklika soll Mut machen für Klimagipfel in Paris

Papst Franziskus beantwortete auf dem Flug nach Manila ("fliegende Pressekonferenz") vor rund 80 mitreisenden Journalisten acht Fragen, darunter auch zur geplanten Ökologieenzyklika:

Enzyklika zum Thema Ökologie

Zu einem großen Teil ist es der Mensch, der die Natur kontinuierlich ohrfeigt. Wir haben uns ein bisschen der Natur bemächtigt, der Schwester Erde, der Mutter Erde. Ich erinnere mich, ihr habt das schon gehört, was mir ein alter Bauer einmal gesagt hat: Gott vergibt immer. Wir, die Menschen, vergeben gelegentlich. Die Natur vergibt nie. Wenn Du sie ohrfeigst, ohrfeigt sie Dich. Ich glaube, dass wir die Natur zu sehr ausbeuten. Die Abholzung zum Beispiel. Ich erinnere mich, in Aparecida, in dieser Zeit habe ich dieses Thema noch nicht so richtig kapiert, habe ich die Bischöfe Brasiliens reden hören von der Abholzung des Amazonasgebiets. Ich habe das nicht richtig verstanden. Aber der Amazons ist eine Lunge der Welt. Dann vor fünf Jahren habe ich mit einer Kommission für Menschenrechte einen Einspruch beim Obersten Gericht Argentiniens gemacht, um im Norden Argentiniens wenigstens zeitweise eine schreckliche Abholzung zu stoppen. Das ist das eine. Dann die Monokulturen sind ein anderes Beispiel. Die Bauern wissen, wenn du drei Jahre Getreide angebaut hast, musst du aufhören und etwas anderes anpflanzen, damit die Erde sich erholt. Heute macht man die Monokulturen, bei uns beispielsweise der Soja. Man baut bei uns Soja an, bis die Erde ausgelaugt ist. Nicht alle machen das. Aber es ist ein Beispiel wie viele andere.

Ich glaube, dass der Mensch viel zu weit gegangen ist. Gott sei Dank gibt es heute Stimmen, die darüber sprechen, viele, viele. Und ich möchte an meinen verehrten Bruder Bartholomaios erinnern, der seit Jahren über dieses Thema spricht. Ich habe viele Dinge von ihm gelesen, um diese Enzyklika vorzubereiten.

Romano Guardini kennt ein Wort, das ziemlich viel erklärt. Er sprach von einer zweiten „Unkultur“, die dann entsteht, wenn man sich der Schöpfung bemächtigt. So werde die Kultur zur „Unkultur“. Die erste Kultur ist jene, die wir von der Schöpfung erhalten, um zu kultivieren. Aber wenn du dich ihrer zu sehr bemächtigst und überziehst, richtet sich diese Kultur gegen dich. Denken wir an Hiroshima. Man kreiert dann eine Unkultur.

Die Enzyklika: Den ersten Entwurf hat Kardinal Turkson mit seinen Mitarbeitern gemacht. Dann habe ich mit der Hilfe von einigen Leuten darüber gesprochen und daran gearbeitet. Dann habe ich mit einigen Theologen den dritten Entwurf gemacht. Und diesen habe ich an die Glaubenskongregation geschickt, an die zweite Sektion des Staatssekretariats und an den Päpstlichen Haustheologen, damit er ihn gut studiert, damit ich keine Dummheiten sage. Vor drei Wochen habe ich die Antworten bekommen. Einige waren sehr dick. Alle konstruktiv. Und jetzt werde ich mir im März eine Woche Zeit nehmen, um alles fertig zu machen. Ich glaube, Ende März wird sie fertig sein. Dann geht es an die Übersetzungen. Ich denke, wenn die Übersetzungsarbeit gut läuft, Monsignor Becciu [der vatikanische Innenminister] hört mir jetzt zu, er muss dabei helfen, kann sie im Juni, Juli veröffentlicht werden.

Wichtig ist, dass da eine gewisse Zeit ist zwischen der Veröffentlichung der Enzyklika und dem Treffen von Paris [nächster UN-Klimagipfel]. Das letzte Treffen von Peru hat mich enttäuscht. Es fehlte der Mut. Man ist an einem bestimmten Punkt stehen geblieben. Hoffen wir, dass sie in Paris mutiger sein werden die Repräsentanten, um voranzukommen.

Ich glaube, dass der Dialog mit den anderen Religionen wichtig ist auch in diesem Punkt.. In der Enzyklika kommt der Dialog als Thema nicht eigens vor. Defacto habe ich mit einigen Vertretern anderer Religionen über das Thema gesprochen und ich weiß, dass Kardinal Turkson das gemacht hat. Und auch zwei Theologen haben das gemacht. Das ist der Weg. Es [die Enzyklika] wird keine gemeinsame Erklärung sein. Die Treffen der Religionen kommen dann anschließend.
Papstgeflüster-Blog >>


"Die Natur vergibt nie"
Auf dem Flug von Sri Lanka auf die Philippinen gab Franziskus am Donnerstag einen ungewohnten und freimütigen Einblick in die Entstehung, in das "Laboratorium" eines solchen Textes und auch in die umweltpolitische Agenda des Heiligen Stuhls.
Katholisch.de >>

Dienstag, 20. Januar 2015

Dialog-Bischof Paul Iby wird 80

Das Wirken von Bischof Paul Iby ist eng mit dem Dialog für das Burgenland verbunden. Damit war er im Hinblick auf notwendige Kirchenreformen seiner Zeit weit voraus - schon damals wurde vom "Erbarmen Gottes" gesprochen; Papst Franziskus betont heute die Barmherzigkeit Gottes. Mutig wie Paulus, im Glauben auf einen dialogischen Gott vertrauend, der selber in Jesus Mensch geworden ist und hellhörig den Menschen und ihren persönlichen Anliegen zugewandt, ließ Iby brennende Themen im Kirchenvolk offen diskutieren. Heute geschieht das ansatzweise auch schon im Vatikan.

Lieber Bischof Paul!

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 80. Geburtstag! Ich bin Gott dankbar, dass ich Deinen bereits zur Jahrtausendwende im Burgenland durchgeführten Dialogprozess selber erleben durfte. Bei zahlreichen Veranstaltungen wurden Anliegen und "Eingaben" der Menschen gesammelt - wie das heute mit den vatikanischen Fragebögen zur Familie geschieht. Über zwei Jahre hindurch erstreckte sich der Prozess des Hörens und Sammelns. Schließlich wurde der Katalog mit den Ergebnissen des "Dialogs für Burgenland" feierlich vorgestellt. Du sprachst damals von einer "Zwischenstation", einem "kreativen Innehalten", um zur Tat zu schreiten und "im Dialog mit Gott und mit den Menschen der Kirche in der Welt von heute ein neues Gesicht zu geben."

Mit Deiner Entschlossenheit zur Umsetzung des II. Vatikanischen Konzils hast Du unserer Kirche ein neues Gesicht gegeben, das von Miteinander geprägt war. Im geschichtlichen Rückblick wirst Du deshalb auch zu den Wegbereitern für Papst Franziskus gezählt werden. Unter seiner Führung wird nun endlich im Vatikan offen und frei über Themen diskutiert, für die Du noch gerügt wurdest.

Gottes Segen begleite Dich weiterhin bei Deinem kreativen Innehalten sowie tatkräftigen Voranschreiten,

Edi Posch



Altbischof Iby feiert 80. Geburtstag
Altbischof Paul Iby feiert am kommenden Freitag seinen 80. Geburtstag. Als Geburtstagsgeschenk erhielt er am Sonntag bei einem Dankgottesdienst in Lockenhaus Briefmarken mit seinem Porträt.
burgenland.orf.at >>


Iby nun Ehrenmitglied bei „Musica Sacra“
Anlässlich seines 80. Geburtstages feierte Altbischof Paul Iby mit Pfarrer Johannes Pratl einen Dankgottesdienst in Lockenhaus.
BVZ mit Fotogalerie >>


Interessantes Interview mit Bischof Paul Iby zum 20. Jahrestag seiner Bischofsweihe im KURIER >>


Eine Internet-Recherche zu "Dialog für das Burgenland" fällt leider bescheiden aus. Auf martinus.at wird so gut wie nichts davon erwähnt.

Fünf Jahre DIALOG FÜR DAS BURGENLAND
Plattform Wir-sind-Kirche >>

'Dialog für Burgenland': Klarstellung von Bischof Iby
KATH.NET bringt Auszüge aus der Erklärung von Bischof Iby:
1 - Leitlinien für die Liturgie
2 - Frage der "viri probati"
3 - Weiheamt für Frauen
4 - Begriff Familie
5 - Frage der Pastoral für wiederverheiratete Geschiedene
6 - Homosexualität und "eheähnliche Gemeinschaften"
7 - Jugendarbeit
Kath.net >>

Anlässlich des aktuellen Jubiläums von Bischof Paul ladet das Bischöfliche Ordinariat im Auftrag von Diözesanbischof Zsifkovics zur Teilnahme am festlichen Dankgottesdienst ein: am kommenden Sonntag um 9:00 Uhr im Eisenstädter Martinsdom.
Besonders die Priester dürften davon regen Gebrauch machen und die Gotteshäuser zuhause ihren Gläubigen überlassen.


Montag, 19. Januar 2015

Der Gott des Gemetzels in der Stadt ohne Gott

Der Dschihad ist endgültig in Europa angekommen. Der Schrecken von Paris trifft mitten in die Illusionen laizistischer Gemütlichkeit. Wie frei ist die Freiheit des Abendlandes ohne ernsthafte Religion Christentum?
Von Chefredakteur Johannes Röser in Christ in der Gegenwart 3/2015 >>

Sonntag, 18. Januar 2015

Gott-Vertrauen


Wenn Gott uns bekehrt
von einer Religion der Angst
zu einer Religion des Vertrauens,
da wird sich ein neues Gefühl
von Gott ausbreiten.

Denn Gott sagt:
„Ich habe kein Wohlgefallen
an Menschen, die sich abtöten.
Ich mag nicht, wenn Menschen
wie zerknüllte Papiere vor mir liegen.
Ich mag nicht, wenn Priester
die Kirchenbesucher
mit Drohpredigten einschüchtern.

Ich bin ein Gott, der sein Volk
aus dem Land der Knechtschaft
herausgeführt hat.

Ich will freie Töchter und freie Söhne
und nicht zitternde Sklaven.
Ich will ein freies Gegenüber,
ein freies Du, das mir vertraut
aufgrund der Erfahrung.

Ich will nicht durch Angst erpresste Gebete.
Ich möchte das freie, vertrauende Ja.“

Dann wird eine neue Gemeinschaft
mit Gott beginnen:
Kommt und seht!

vgl. Martin Gutl, Ich bin bei dir, Verlag Styria, Graz 2001, 125.

Freitag, 16. Januar 2015

Kirchenaustritte: Eisenstadt mit +3,5 % bei den Spitzenreitern

Zahl der Kirchenaustritte (österreichweit) stagniert
54.939 verließen römisch-katholische Kirche - Anstieg von lediglich 0,1 Prozent - 5,27 Mio. Katholiken in Österreich
Wien - Die Zahl der Kirchenaustritte stagniert. 54.939 Personen traten im vergangenen Jahr aus der römisch-katholischen Kirche aus, ergibt die amtliche Kirchenstatistik, die am Dienstag veröffentlicht wurde. 2013 waren es 54.869, der Anstieg beträgt somit nur 0,1 Prozent. Die Zahl der Katholiken ist 2014 um 0,8 Prozent zurückgegangen und beträgt mit Stichtag 31. Dezember 5,27 Mio. (2013: 5,31 Mio.).
Der Standard >> 
Kathpress >>


Kirchenstatistik 2014 im Burgenland:
Katholikenzahlen weitgehend stabil
Mit Stichtag 1.1.2015 zählte die katholische Kirche im Burgenland 197.794 Katholikinnen und Katholiken. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung (287.416 laut Statistik Austria) liegt somit bei 68,82 %. Zum Vergleichszeitpunkt 1.1.2014 waren es 199.652 von 287.100 Personen). Der Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung bleibt damit in etwa unverändert.
So sind in der Diözese Eisenstadt im Jahr 2014 insgesamt 1.225 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten, das entspricht 0,62 % der burgenländischen Katholikinnen und Katholiken.
martinus.at >>

Dass die 1.225 Ausgetretenen im Vergleich zu den 1.184 Austritten von 2013 ein Plus von 3,5 % bedeuten, findet auf martinus.at keine Erwähnung... 


Kirchenstatistik:
Kein einheitliches Bild bei Austritten
Minus bei Kirchenaustritten im Westen und in Oberösterreich, andere Diözesen verzeichnen leichtes Plus oder Stagnation - Eisenstädter Bischof Zsifkovics plädiert für realistischen Blick auf rückläufigen Trend zur Kirche, warnt aber vor einer Reduzierung kirchlichen Lebens auf statistische Daten

Bischof Zsifkovics: Dürfen uns "nichts vormachen"
Insgesamt zeigt sich der Mehrjahresvergleich der Daten aus den einzelnen Diözesen, dass die signifikante Austrittswelle des Jahres 2010, bedingt durch das Bekanntwerden kirchlicher Missbrauchsfälle, verebbt ist und sich die Kirchenaustritte aus dem Niveau vor 2010 eingependelt haben.
Dieser Befund gilt - trotz eines leichten Anstiegs (3,5 Prozent) bei den Austritten im Jahr 2014 - auch für die Diözese Eisenstadt. Weil aber nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Kircheneintritten, sondern auch jene von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen entscheidend sind, betonte Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics am Dienstag dennoch, dass man sich in der Kirche "nichts vormachen" dürfe. Der gesellschaftliche Trend zur Kirche sei trotz der "frischen Dynamik" von Papst Franziskus in ganz Österreich insgesamt rückläufig. "Er wirkt sich bereits an der gesellschaftlichen Wurzel durch weniger werdende Taufen in einer kinderarmen Gesellschaft aus, die stark von Migration auch aus nicht-christlichen Ländern geprägt ist", erinnerte der Bischof.
Gleichzeitig warnte Zsifkovics aber vor dem "Würgegriff der Statistik", der zu einer verengten Sichtweise führen könne. "Das eine sind die nüchternen Zahlen kirchlicher Verwaltung. Das andere ist das vielfältige Wirken und Leben von Kirche über alle definierten Ränder hinaus." Man könne die Partikel eines Lichtstrahls ebenso wenig zählen wie die Salzkörner in einem Teller Suppe, so der Eisenstädter Bischof. Dass die Kirche berufen sei, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, sei in Zeiten stärker werdender sozialer Kälte und gesellschaftlicher Unsicherheit von besonders starker Bedeutung. "Wo die Suppe dünner wird, gewinnt das Salz an Bedeutung", zeigte sich Zsifkovics überzeugt.
Kathpress >>

Donnerstag, 15. Januar 2015

Die meisten deutschen Einwanderer kommen aus christlichen Ländern

Einwanderung in Deutschland
Keine Rede von Islamisierung!
Noch nie kamen so viele Einwanderer nach Deutschland wie heute. Die meisten von ihnen stammen aus christlich geprägten Ländern.
FAZ >>


Anschlag auf «Charlie Hebdo»
Die Ghetto-Religion
Der Anschlag gegen «Charlie Hebdo» offenbart auf drastische Weise, was in Frankreich gerne verdrängt wird: Die Integration der Muslime ist gescheitert. Sie leben mit dem Gefühl, geduldet, aber nicht akzeptiert zu sein. In den Banlieues werden einige zu leichten Opfern für Hassprediger.
NZZ >>


Was Pegida mit Jesus zu tun hat
Licht an, Licht aus bei der Frage, ob die Deutschen feige sind gegenüber der islamischen Herausforderung. Unsere Autoren, der Katholik Matthias Matussek und die Protestantin Claudia Becker, streiten
Die Welt >>


Muslime in Europa
Zusammenbringen müssen, was nicht zusammen geht
Nicht nur nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo", sondern nach jedem Anschlag von Dschihadisten, wird von Muslimen in Europa verlangt, dass sie sich vom Terror distanzieren. Aber wie sehr sie sich auch zum Rechtsstaat bekennen - sie gelten stets als illoyal. Warum der Dialog im Moment so vergiftet ist wie nie.
Süddeutsche >>

Mittwoch, 14. Januar 2015

Satire, Witz und Religion

Hat Gott eigentlich Humor?
Wer sich über Religion lustig macht, muss um sein Leben fürchten. Drastisch scheinen die Vorgänge in Frankreich zu belegen, dass Religion und Humor nicht zusammenpassen. Dabei sind es nur die Fundamentalisten, die keinen Spaß verstehen – ob Muslime oder Christen.
n-tv >>

Kulturgeschichte von Orient und Okzident

Kreuzzug der Worte
Das Abendland ist eine Fiktion. Damit wird Geschichte verdreht – und Stimmung gemacht. Es ist bezeichnend, dass gerade in einem Deutschland, in dem das Christentum verdunstet und das religiöse Wissen schwindet, das Fremde nun ausgerechnet religiös verortet wird.
Der Tagesspiegel >>

Satire für Bischof Bünker notwendig für Religionen
Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker hält Satire auch für die Glaubensgemeinschaften selbst für notwendig. "Ich glaube, das braucht eine Religion auch", sagte der Geistliche, der selbst in der Kabarettgruppe "Floridsdorfer Kirchengfraster" gespielt hatte.
Kleine Zeitung >>

Beim Islam hört es mit dem Witzemachen auf
Die Welt ist erschüttert über den Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Warum es höchste Zeit ist, dass die gesellschaftliche Mitte dem Fanatismus entschlossen Paroli bietet. Ein Gespräch mit dem Kabarettisten Dieter Nuhr.
FAZ >>

Grenze zur Blasphemie
Wo hört Satire auf?
Die Karikaturen von "Charlie Hebdo" provozieren. Mit teils derber Kritik nehmen sie religiösen Fanatismus aufs Korn. Die Karikaturen setzen sich inhaltlich mit dem Thema auseinander. Daher ist das keine Blasphemie. Doch wo hört Satire auf?
Tagesschau.de >>

Theologe Halik: Würde mir nie "Ich bin Charlie"-Sticker anheften
Priester, Philosoph und Soziologe: Dekadenz und Zynismus nicht als Symbol unserer Kultur und Freiheit feiern - Warnung vor "Zustand, in dem niemandem mehr etwas heilig ist"
Kathpress >>

Papst Franziskus
"Man darf sich nicht über den Glauben der anderen lustig machen"
Papst Franziskus hat sich nach den Anschlägen in Paris zu den Themen Religions- und Meinungsfreiheit geäußert.
Süddeutsche >>

Pope Francis: 'You cannot insult the faith of others' (Video)
BBC-News >>

Satire darf nicht alles, sagt Franziskus
Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit seien zwei Menschenrechte, beantwortete der Papst eine Frage danach, wie weit Meinungsfreiheit gehen dürfe. „Sprechen wir über Paris, sprechen wir klar und deutlich“, so der Papst mit Blick auf die islamistischen Attentate gegen die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Jeder habe das Recht, seine Religion auszuüben, ohne einen anderen zu beleidigen. Man dürfe auch im Namen der Religion keine Gewalt ausüben oder gar töten: „Töten im Namen Gottes ist eine Abirrung“, sagte Franziskus wörtlich.
Zur Meinungsfreiheit sagte der Papst, dass jeder nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, zu sagen was er denkt um damit dem Gemeinwohl zu helfen. Allerdings darf auch Satire nach den Worten von Papst Franziskus nicht alles: beleidigen, beschimpfen oder provozieren sei nicht in Ordnung. „Man darf sich nicht über den Glauben der anderen lustig machen.“ Viele Menschen betrachteten das Lächerlichmachen von Religion als ein Spiel, so der Papst, und fügte hinzu: „Es gibt Grenzen der Meinungsfreiheit.“ Jede Religion, die das menschliche Leben wertschätze, habe eine Würde und dürfe nicht lächerlich gemacht werden, das sei die Grenze.
Radio Vatikan >>

Was "Charlie Hebdo" falsch gemacht haben könnte
Das Verbrechen darf nicht entschuldigt werden, aber es enthebt Satiriker nicht der Pflicht, über die Ziele ihrer Arbeit nachzudenken. Hat "Charlie Hebdo" zur Eskalation beigetragen? Ein Kommentar von Bernd Matthies.
Tagesspiegel >>

Dienstag, 13. Januar 2015

Pfarrzusammenlegung in Wien: bis zu einem Viertel weniger Hauptamtliche

Pfarrzusammenlegung beginnt
Die römisch-katholische Erdiözese Wien startet heuer mit ihrer großen Pfarrreform. Dabei sollen Pfarren verringert werden, damit sich die Priester stärker auf ihre pastoralen Aufgaben konzentrieren können. Den Beginn macht Favoriten.
Video-Beitrag auf  W24 >>


Diözesaner Entwicklungsprozess Apg 2,1
Die Pfarre als wichtige Einheit gemeinsamen christlichen Lebens muss zu den Menschen des 21. Jahrhunderts passen. Diese leben in Weite, Offenheit, Flexibilität, Mobilität, Vernetzung, Vielfalt und Verschiedenheit sowie in großer Freiheit und in komplexen Beziehungen und Bindungen. Der Gefahr von immer kleiner und dabei uniformer werdenden Pfarren ist entsprechend strukturell zu begegnen, um den Menschen von heute zu begegnen und dem Anspruch des Evangeliums gerecht zu werden.

In den nächsten Jahren wird sich in der Struktur unserer Pfarren vieles verändern. Alle derzeit bestehenden Pfarren  werden in Vorgänge der Neuordnung  einbezogen. Bis 2022 sollen mindestens 80 Prozent der neuen Pfarren gebildet sein. Pfarrverbände und Seelsorgeräume stellen in diesem Prozess einen möglichen Übergang zu neuen Pfarren dar, sind aber keine Dauereinrichtung.
Erzdiözese Wien >>


Etappen für einen Dekanatsprozess als PDF >>


Rahmenbedingungen für die künftigen Strukturen im Dekanat Favoriten
  • So muss eine Pfarre mindestens 7.000 Katholiken mit Hauptwohnsitz im Pfarrgebiet haben.
  • Eine Pfarre kann aus vielen kleinen gleichberechtigten Gemeinden bestehen.
  • Fünf Prozent des Budgets der Pfarre müssen für neue, noch zu entwickelnde Aktivitäten oder Projekte gewidmet werden.
  • Es ist mit bis zu einem Viertel weniger hauptamtlichen Seelsorgepersonal zu rechnen, das betrifft Priester und Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten.
  • Die Kosten für den Betrieb eines Pfarrheims und des Pfarrhofes dürfen 20 Prozent der dort erwirtschafteten Einnahmen nicht überschreiten. Alle anderen kirchlichen nichtsakralen Gebäude müssen sich selber finanzieren.
  • Die laufenden Instandhaltungsarbeiten an den Sakralbauten müssen ohne diözesane Zuschüsse finanziert werden können.
  • Profane wie sakrale Gebäude, die nach diesen Grundsätzen nicht erhalten werden können, werden von der Diözese in Absprache mit der jeweiligen Pfarre einer anderen Nutzung zugeführt.
Erzdiözese Wien >>


Pfarr-Zusammenlegung in Maria-Enzersdorf Südstadt:
12.000 Katholiken – Kennen Sie noch Ihre Pfarrgemeinden?

Frage: Ich kann mir die jetzt unmittelbar bevorstehende Pfarr-Zusammenlegung einfach nicht vorstellen. Wieso wurden wir, die Pfarrmitglieder, überhaupt nicht gefragt? Und wie soll denn das gehen: Sie werden künftig auch Pfarrer im Alt-Ort Maria Enzersdorf, aber andere (Franziskaner) lesen dort die Messen? Wer kennt dann bei ca. 12.000 Katholiken noch den eigenen Pfarrer – und wie kennen Sie noch Ihre Pfarrgemeinden? Das ist doch ein riesiger Entfremdungsprozess! Ich glaube: Wenn die Kirche keine oder zu wenige Menschen für das gewohnte Priesteramt findet, dann muss sie diesen Dienst neu definieren. Wird uns nicht ständig etwas vom „allgemeinen Priestertum“ in jedem Christen (jeder Christin) erzählt?

P. Elmar: Die Pfarre „Maria-Enzersdorf Südstadt“ wird um das Gebiet des Altortes erweitert; d. h. dass dann die Pfarrgrenze mit der Gemeindegrenze übereinstimmen wird. Ich werde Pfarrer dieser „neuen“ Pfarre sein und mit einem Kaplan (der Steyler Missionare) die Seelsorgearbeit leisten. Am „Altort“, d. h. in der Franziskanerkirche, die künftig keine Pfarrkirche mehr sein wird, werden die Franziskaner allen Eucharistiefeiern vorstehen. Sie werden aber keine Pfarrseelsorge mehr betreiben, sondern „nur“ noch die Wallfahrtsseelsorge.
Für mich ergibt sich da schon ein großes Problem: Da jede christliche Gemeinde letztlich um die Eucharistie herum aufgebaut ist, wird der Pfarrer im „Altort“ praktisch nur ein Pfarradministrator sein. Das finde ich bedenklich. Ich habe das auch klar und deutlich kundgetan.
Ein zweites Problem ist, dass bei großen Pfarren der direkte Kontakt des Seelsorgers zu den Menschen nur noch schwer möglich ist. Dabei bedeutet Seelsorge doch, dass ein Pfarrer Kontakt mit den ihm anvertrauten Menschen hat. Ob das, was von „oben“ beschlossen wurde, in diesem Fall sinnvoll ist, das ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen.
Es wurden keine Alternativen in Erwägung gezogen. Alles geschah unter enormen Zeitdruck. Und die Basis war in die Entscheidungsfindung nicht eingebunden. Wir wurden praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt.
P. Elmar Pitterle SVD im Pfarrblatt August 2014 >>

Montag, 12. Januar 2015

Bischöfliche Hauskapelle erhielt portable Kleinorgel

Ich hatte bereits vor Weihnachten von einer neuen Orgel anlässlich der Radiomesse aus der bischöflichen Hauskapelle berichtet. Mit meiner Kostenschätzung lag ich nicht falsch. Welche Gremien bei diesem Projekt befasst waren, ist nicht bekannt.

Die Hl. Messe sowie der Klang der Orgel können nun auf religion.orf.at nachgehört werden:

"Mit der Gemeinde feiert Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics."


Generalvikar Martin Korpitsch in seiner Einführung:
"Die Einrichtung des zweigeschossigen Sakralraumes, der dem Hl. Josef geweiht ist, oblag dem diözesanen Liturgiereferenten P. Hans-Ulrich Möring.
Künstlerische Beiträge erbrachten Thomas Resetarits und Heinz Ebner, beide renommierte Kunstschaffende des Burgenlandes.
Einige Tage vor Weihnachten erhielt die Kapelle eine neue portable Kleinorgel, ein Werk des oberösterreichischen Orgelbaumeisters Kögler."


Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics:
"Am Ende dieses Gottesdienstes danke ich Ihnen als Bischof von Eisenstadt für die Mitfeier, besonders allen die vorbereitet und mitgestaltet haben: unserem Generalvikar Martin Korpitsch und Domprobst Hubert Wieder als Konzelebranten, dem Diakon Georg Wukovits, den Lektoren, der Vokalgruppe mit unserem Dommusikdirektor Thomas Dolezal und Zeremoniär Miroslav Mochnac, und wünsche Ihnen allen, sowie meinen Landsleuten hier im Burgenland, in Wien und in Amerika ein gesegnetes, gesundes und friedvolles Neues Jahr."

Ausführende der Vokalgruppe:
Christina Pass, Claudia Pumberger und Michael Wernsdorfer

Predigt von Bischof Zsifkovics >>

Sonntag, 11. Januar 2015

Mit allen Wassern gewaschen?

Vielleicht sind wir …
… mit zu vielen Wassern gewaschen worden:

Wir haben die Kunst der Verstellung gelernt.
Wir haben uns in der zweideutigen Rede geübt.
Wir sind durch die Erfahrungen
misstrauisch geworden.
Wir sind durch Konflikte mürbe geworden.
Wir sind das freie Wort schuldig geblieben.
Wir sind zynisch geworden
und raffinierte Taktiker:
Wir sind längst mit allen Wassern gewaschen.

Doch das Wasser der Taufe

… macht die Verstellung gerade …
… das Mehrdeutige eindeutig …
… das Misstrauen vertraulich
… das Verbogene einfach und gerade,
… das Verbohrte offen

denn das Wasser der Taufe
bringt uns auf den Grund:
Du bist meine geliebte Tochter,
du bist mein geliebter Sohn!

Roland Breitenbach, Liturgie-Letter Nr. 03/06
der Gemeinde St. Michael, 06. Jän. 2006.

Freitag, 9. Januar 2015

Gemeinsame Erklärung: „Ohne Pressefreiheit ist die Welt in Gefahr“

Der Vatikan und vier französische Imame haben in einer gemeinsamen Erklärung den Anschlag in Paris als „Grausamkeit und blinde Gewalt" verurteilt. Ohne die Pressefreiheit sei die Welt in Gefahr, heißt es in dem Schreiben, das der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte. Jeder Mensch müsse sich allen Formen der Gewalt, die das menschliche Leben zerstörten oder die menschliche Würde verletzten, entgegenstellen. Die Verantwortlichen der Religionen müssten stets eine „Kultur des Friedens und der Hoffnung" fördern. An die Verantwortlichen in den Medien appelliert die Erklärung, respektvoll über Religion zu berichten. Zugleich rufen die Unterzeichner zum Gebet für die Opfer auf.

Unterzeichner sind der Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, der französische Kurienkardinal Jean-Louis Tauran, vier französische Imame sowie der Bischof von Evry, Michel Dubost, und der Direktor des französischen katholischen Dienstes für die Beziehungen mit dem Islam, Christophe Roucou. Sie hatten im Vatikan an einer Konferenz über den interreligiösen Dialog in Frankreich teilgenommen, die am Donnerstag zu Ende ging. Am Mittwoch hatten die Imame die Generalaudienz des Papstes besucht und waren von Franziskus begrüßt worden.


Die Erklärung im Wortlaut:
Wir laden die Gläubigen dazu ein, in Freundschaft und Gebet ihre menschliche und geistige Solidarität mit den Opfern und ihren Familien auszudrücken. Unter diesen Umständen empfiehlt es sich auch, daran zu erinnern, dass ohne die Meinungsfreiheit die Welt in Gefahr ist. Daher ist es notwendig, sich dem Hass und den allen Formen von Gewalt zu widersetzen, welche nicht nur das menschliche Leben zerstören und die Würde der Personen verletzen, sondern auch die Grundlage des friedlichen Miteinanders zwischen den Völkern zutiefst verletzen, ungeachtet der Unterschiede in Nationalität, Religion oder Kultur. Wir rufen daher die religiösen Verantwortlichen dazu auf, eine Hoffnungs und Friedenskultur zu fördern, die fähig ist, Angst zu besiegen und Brücken zwischen den Völkern zu bauen. Mit Blick auf die Welt der Kommunikation laden wir die Verantwortlichen in den Religion dazu ein, über ihre Religion, ihre Anhänger und religiösen Praktiken zu informieren, um so eine Kultur der Begegnung zu fördern. Der interreligiöse Dialog bleibt der einzige Weg, um Vorurteile aus dem Weg zu räumen.
Quelle: Radio Vatikan 


Im Kontext:

Interreligiöses Manifest gegen den Terror

Symbolstarkes Signal: Unter dem Titel "Im Namen Gottes darf nicht getötet werden" haben Vertreter der drei großen Religionen Deutschlands in einer gemeinsamen Erklärung den Anschlag von Paris verurteilt.
Deutsche Welle >>

Donnerstag, 8. Januar 2015

Wunibald Müller zu den Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal in Deutschland

"Die klerikale Struktur ist zäh"
Nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals vor fünf Jahren hat der Psychotherapeut und Theologe Wunibald Müller strukturelle Veränderungen in der katholischen Kirche gefordert. Eine erste Bilanz.
Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zieht der Leiter des Münsterschwarzacher Recollectio-Hauses für kirchliche Mitarbeiter in Lebenskrisen Bilanz.

KNA: Herr Müller, fünf Jahre sind seit dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals vergangen. Was hat sich getan?
Müller: Die Bischöfe sind wachsamer geworden. Die Überarbeitung der Leitlinien hat viel gebracht. Mittlerweile werden auch alle kirchlichen Mitarbeiter in Prävention geschult und sensibilisiert.
Externe sind oft die Ansprechpartner für Opfer. Und es ist jetzt klar, dass Jugendliche nicht mehr im Pfarrhaus schlafen oder der Pfarrer mit ihnen duscht. Verglichen mit dem, was vor 15 Jahren war, ist das sehr viel. Da konnte noch jede einzelne Diözese entscheiden, wie sie im Falle von sexuellem Missbrauch vorgeht.

KNA: Ihre Forderung war stets, die Kirche müsse Sexualität aus der Dunkelkammer holen. Gibt es schon Licht?
Müller: Sexualität wird in der Kirche oft noch tabuisiert. Doch dahinter steht nicht der lüsterne Satan, sondern die Schöpferkraft Gottes - ohne die Schattenseiten zu vergessen. Wir müssen in der katholischen Kirche mehr zur Kenntnis nehmen, dass der Mensch einfach ein Bedürfnis nach sexueller Lusterfahrung hat.
Er muss dazu befähigt werden, erwachsen damit umzugehen. Einer der Gründe, warum es zu Missbrauch kam, ist auch, weil es für manche Priester ihre Form war, Sexualität zu erfahren - unabhängig davon, dass es auch etwas mit Macht zu tun hat.

KNA: Und diese Macht ist auch ein Problem?
Müller: Ebenso wie das Verlangen nach Lust gibt es eines nach Macht. Das müssen wir uns genau anschauen, um Missbrauch zu erkennen. Indem die Kirche neben der Sexualität auch Macht tabuisiert, weil wir ja alle vom Ideal her demütig sein müssen, übersehen wir den Ehrgeiz in der Kirche. Natürlich wird aber auch in der Kirche Macht ausgeübt, die aber, wenn sie nicht kontrolliert wird, Gefahr läuft missbraucht zu werden.

KNA: Weiter forderten Sie, Tabuthemen wie Homosexualität und Zölibat auf die Tagesordnung zu setzen. Sind sie da schon?
Müller: Wichtig halte ich die Worte von Papst Franziskus auf dem Rückweg vom Weltjugendtag in Brasilien. Damals sagte er, wir müssen jemanden, der homosexuell ist, so anschauen, wie wenn Jesus ihn anschauen würde. Das ist aus kirchlicher Sicht nichts Neues. Aber dass ein Papst das so offen ausspricht, hat sicherlich die Einstellung zu homosexuellen Menschen verändert. Das ist aber nicht genug.

KNA: Warum?
Müller: Die katholische Kirche muss zur Kenntnis nehmen, dass ein Großteil derjenigen Priester, die Minderjährige sexuell missbraucht haben, sich Jungen zwischen 14 und 18 Jahren als Opfer suchten. Bei vielen Tätern handelte es sich um homosexuelle Männer, die sich nicht mit ihrer Homosexualität auseinandergesetzt haben. Um das zu korrigieren, muss die Kirche klar Ja sagen zu ihren homosexuellen Priestern, damit sie sich nicht länger verstecken müssen. Die Instruktion aus dem Jahr 2005, die die Weihen homosexueller Männer verbietet, muss überarbeitet werden, wenn man verhindern will, dass die Homosexualität von den Priesteramtskandidaten verdrängt wird. Hier muss Papst Franziskus aus seinen Worten Konsequenzen ziehen.

KNA: Stichwort Zölibat?
Müller: Um auf eine gesunde Weise zölibatär leben zu können, muss ich als Priester eingebunden sein in tiefe, bedeutungsvolle menschliche Beziehungen. Es gibt Priester, die das Charisma haben, zölibatär zu leben. Das sollte auch in Zukunft gewürdigt werden. Sehr viele Priester tun sich aber schwer, auf eine Partnerschaft, in der sie auch ihre Sexualität leben dürfen, zu verzichten. Man sollte es den Priestern daher freistellen, ob sie zölibatär oder in einer Partnerschaft leben wollen.

KNA: 2011 sprachen Sie im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal vom «Gift des Klerikalismus». Haben Sie in Franziskus jetzt einen Verbündeten?
Müller: Unbedingt! Ich habe eine ganz große Sympathie gegenüber dem Papst. Es gibt in den äußeren Gesten Veränderungen; auch in den Worten, die sich gegen ein Oben und ein Unten richten...

KNA: ... es geht also voran?
Müller: Ja und nein. Die klerikale Struktur ist zäh. Bei der Mitwirkung von Frauen zu den Weihen fühlt sich Franziskus an die Worte seiner Vorgänger gebunden. Doch ein Papst könnte auch eine Tür wieder aufmachen, die sein Vorgänger geschlossen hat.
Wenn er das aus Respekt ihnen gegenüber nicht tun will, könnte er aber darauf hinwirken, dass Frauen noch mehr wirkliche Verantwortung an den höchsten Stellen in der Kirche wahrnehmen. Ich kann mir eine Frau als Leiterin der Glaubenskongregation durchaus vorstellen. Oder auch beim  Kardinalsrat: Was hält den Papst davon ab, da auch Frauen zu benennen?

Quelle: Domradio.de >>

Mittwoch, 7. Januar 2015

Papst überrascht mit Wahl neuer Kardinäle aus der Peripherie

Zum zweiten Mal hat der Papst in seiner Amtszeit neue Kardinäle ernannt - und für große Überraschungen gesorgt. Von den als Favoriten gehandelten Kandidaten kürte Franziskus nur wenige zum Kardinal.
FAZ >>

Die Kardinäle aus der Peripherie der Kirche
Tonga, Rangun, Agrigent – das waren die überraschenden Ernennungen an diesem Wochenende. Papst Franziskus hatte nach dem Angelusgebet die fünfzehn Namen von Bischöfen bekannt gegeben, die er im Februar zu Kardinälen erheben wird. Traditionelle Bistümer wie Venedig, Turin oder Washington sind wiedererwartend leer ausgegangen. Papst Franziskus spricht nicht nur von der Peripherie, sondern geht auch mit seinen Kardinalsernennungen an die Peripherie der Kirche und mischt das Kardinalskollegium ordentlich durch.
Radio Vatikan >>


Papst wählt Kardinäle aus entfernten Weltgegenden
Rom. Lange dominierten europäische Kardinäle die katholische Kirche. Doch Papst Franziskus setzt bei der Erneuerung der Geistlichkeit auf Vielfalt. Er hat 15 neue Kardinäle aus 14 Ländern ernannt.
rp-online >>


Die vom Papst benannten 20 neuen Kardinäle im Kurzporträt
Radio Vatikan >>

Dienstag, 6. Januar 2015

Sternstunden

Um die Zeitenwende
suchten orientalische Sterndeuter
am Himmel nach der großen Weltformel.
Sie vertrauten sich ihrer Sehnsucht an,
ließen sich führen
von Ahnung und Verheißung.
Ihrer Großmut
wurde eine unendliche Reise zugemutet.
Was sie gefunden haben?

Ein Kind, eine Mutter, eine Familie
in ärmlichen Verhältnissen.
Die Weltformel hatten sie sich anders vorgestellt.

Doch sie begreifen:
Hier ist das Ziel aller Wege.
Hier ist die innerste Mitte aller Erkenntnis.
Hier ist der Zenit aller Zeiten.
Gewissheit trotz aller Fragen,
Anbetung mitten im Zweifel.
Sternstunden…

aus: Dorota Sosnowka, in: Gottes Volk, LJB 2/2009,
Verlag Kath. Bibelwerk, Stuttgart 2008, 41.

Montag, 5. Januar 2015

Kirche in der Krise

Diaspora Deutschland
Ist Deutschland ein christliches Land? Wie man’s nimmt. Auf dem Papier binden die Kirchen noch Millionen Menschen. Doch im Leben des Einzelnen ist ihre Macht gering. Aus der Spätzeit des Christentums.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, fast auf den Tag genau vor 50 Jahren, irrte ein Student namens Franz durch die Straßen Münsters. Er konnte nicht schlafen. Zu aufgewühlt war er von der Predigt, die er am frühen Abend im Dom gehört hatte von einem jungen Priester und Professor, nur ein paar Jahre älter als er selbst, der Advent und Weihnachten auf ganz neue, ja revolutionäre Art deutete: Die alte Lehre, nach der die menschliche Geschichte sich in die Zeit des Dunkels und die des Heils teilt, die Zeit vor und nach Christi Geburt nämlich, könne doch heute niemand mehr ernst nehmen, sagte der junge Theologe. Wer wolle nach den Weltkriegen, nach Auschwitz und nach Hiroshima noch von der Zeit des Heils sprechen, die vor 2000 Jahren in Bethlehem begonnen habe? Nein, die Grenze zwischen dem Dunkel und dem Licht, zwischen Gefangenschaft und Erlösung, gehe nicht mitten durch die Geschichte, sondern mitten durch unsere Seele. Der Advent finde nicht im Kalender statt, sondern in unseren Herzen – oder er breche genau dort ergebnislos ab. Das ist starker Tobak, und man kann sich gut vorstellen, dass der Student nach dieser Predigt keinen Schlaf fand, sondern allein sein wollte, um das alles für sich zu durchdenken.

Heute sind die beiden alte Männer, der Student und der Prediger dieses denkwürdigen Abends in Münster, Franz Kamphaus, der damals eine schlaflose Nacht erlebte, und Joseph Ratzinger, der als 37-jähriger akademischer Jungstar die Theologiestudenten aufrüttelte. Erstaunlich, wie sich da die Lebenswege der beiden zum ersten Mal kreuzten. Im Rückblick stehen gerade diese beiden Namen, Ratzinger und Kamphaus, für zwei Wege der Kirche in Deutschland, die man nicht mit rechts und links beschreiben muss, die aber doch sehr gegensätzlich waren. Beide versuchten, das Christentum unter veränderten Bedingungen neu zu verkünden und irgendwie in die moderne Welt hinüberzuretten – und sie stritten erbittert um die richtigen und falschen Kompromisse im Verhältnis zwischen Christ und Welt. Aber jetzt, am Lebensende, verbindet die beiden über alle Distanzen hinweg eine gemeinsame Bilanz des Scheiterns: Das Christentum in Deutschland ist ideell bankrott.

Weiterlesen in der FAZ >>

Kohlmaier sieht seine Kurien-Kritik von Papst Franziskus bestätigt

Die Kirchenreform ist Dr. Herbert Kohlmaier, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Laieninitiative, ein wirkliches Herzensanliegen. Natürlich gehört dazu auch die Forderung einer Vatikan-Reform, verbunden mit einer Kurien-Kritik.
Für seinen Gastkommentar in der Wiener Zeitung vom 20. Mai 2010 Die Männer im Vatikan begehen Verrat an Jesus erhielt er im Dezember 2010 einen Brief aus dem Vatikan mit der Aufforderung sich zu entschuldigen. Kohlmaier legte daraufhin den Gregorius-Orden zurück - siehe meinen Blog-Beitrag Kohlmaier gibt päpstlichen Orden zurück.

Anlässlich der Kurienkritik von Papst Franziskus, der in seiner Weihnachtsansprache vor den Kardinälen von 15 kurialen Krankheiten sprach, sieht sich Kohlmaier mit seiner Kritik bestätigt. Und er wagt eine Anfrage an den Nuntius: "Erwartet der Vatikan weiterhin eine Entschuldigung von mir?"


Sehr geehrter Herr Nuntius,

im Dezember 2010 erhielt ich von einem in der Kurie tätigen Herrn Erzbischof (nicht einer Diözese, sondern wahrscheinlich längst verstorbener Christen in irgendeinem Winkel der antiken Welt)
eine Aufforderung, mich zu entschuldigen. Ich sei nämlich Inhaber des päpstlichen Gregorius-Ordens und hätte öffentlich erklärt, dass die Männer im Vatikan Verrat an Jesus begehen würden.

Ich antwortete, dass eine Entschuldigung eine Schuld voraussetze, und einer solchen sei ich mir keineswegs bewusst. Ich würde daher den Orden zurückgeben, was ich dann auch tat.

Die kürzlich von Papst Franziskus ausgesprochene scharfe Kritik an der Kurie entschuldigt nicht nur meine seinerzeitige Aussage, sondern bestätigt sie auf unübertreffliche Weise.

Ich erlaube mir daher die Anfrage, ob der Vatikan weiterhin von mir eine Entschuldigung erwartet. Ich tue dies keineswegs, weil ich den Orden wieder erhalten möchte.
Aber an sich hätte ich mir ja nun einen ganz besonderen verdient, weil ich bereits vor vier Jahren laut und deutlich im Sinne des derzeitigen Bischofs von Rom gesprochen habe.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Herbert Kohlmaier

Sonntag, 4. Januar 2015

Kein Schlachtfeld

Sei vorsichtig mit dem, was du sagst.
Worte sind mächtige Waffen,
die großes Unheil anrichten können.
Nie darf deine Zunge andere bloßstellen,
nie darf dein großer Mund
andere fertigmachen.
Nimm es hin,
dass andere
anders denken, fühlen und reden,
dass vor allem Jüngere
anders sind als Ältere.

Ein hartes Wort, ein scharfes Wort
kann sehr lange
im Herzen eines anderen schmerzen.
Sei behutsam mit deinen Worten,
verständnisvoll.
Wo Worte als Waffen gebraucht werden,
stehen sich Feinde gegenüber,
Familien, Betriebe, Schulen, Behörden
werden zu Kriegsgebieten,
wo Menschen ihre Mitmenschen quälen.
Unser Leben ist viel zu kurz,
unsere Welt viel zu klein,
um daraus ein Schlachtfeld zu machen.

aus: Phil Bosmans, Leben jeden Tag. 365 Vitamine für das Herz, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2008, 16.

Freitag, 2. Januar 2015

Wir kaufen uns eine Pfarrerin

Wir kaufen uns eine Pfarrerin
Die Kirchen nehmen so viel Geld ein wie nie. Trotzdem müssen Gläubige ihren Pfarrer selbst bezahlen. Wird der Kirchgang zum Luxus?
FAZ >>


Erzdiözese Wien:
Neue Regeln für neue Großpfarren
Kardinal Schönborn hat die nächste Phase der Pfarrzusammenlegungen in seiner Erzdiözese eingeleitet. Für Laien wird es mehr Freiheiten geben. […]•Ohne Priester werden Wortgottesdienste angeboten, die von Laien, natürlich auch von Frauen, geleitet werden. Ausdrücklich wird in dem Regelwerk, das im offiziellen Organ, dem Diözesanblatt veröffentlicht ist, darauf hingewiesen, dass auch eine Kommunionfeier (mit Spendung der Kommunion) enthalten sein darf. Diese Praxis ist bei manchen Theologen umstritten. Sie sehen die Gefahr der Verwechslung/Vermischung mit der Eucharistie. Schönborns Vorgabe für diese Praxis: Die Gläubigen müssen „beständig“ darum bitten. Laien dürfen zusätzlich zu einer Predigt eines alten, kranken oder schlecht Deutsch sprechenden Priesters vor der und für die Gemeinde ein Glaubenszeugnis formulieren
Die Presse >>


Schüller sucht Mitstreiter gegen Pfarr-Zusammenlegungen
Der Gründer der Pfarrer-Initiative, Helmut Schüller, sammelt Mitstreiter um sich, um gegen geplante Strukturreformen vorzugehen. „Wir wollen nicht, dass wir uns von oben zusammenlegen lassen“, sagte er im APA-Interview.
Religion.orf.at >>
KURIER >>
Kleine Zeitung >>


Immer weniger Gläubige
Drei Kirchen sollen abgerissen werden
Katholiken und Protestanten reduzieren die Zahl ihrer Kirchen in Stuttgart. Sie reagieren damit auf sinkende Mitgliederzahlen. In den meisten Gemeinden geht diese Entwicklung geräuschlos vonstatten. Doch in manchen regt sich Widerstand.
Stuttgarter Zeitung >>


Cannstatter Gemeinde St. Peter
Erst Abbruch der Kirche, dann Aufbruch
Soll abgerissen werden: Kirche St. Peter in Bad Cannstatt.Foto: Michele Danze
Stuttgart - In dieser Kirche hat sie die großen Feste des Lebens gefeiert: Taufe, Hochzeit, Firmung. Manchmal war für Gerda P. (52/Name geändert) die Kirche an der Winterbacher Straße auch einfach ein Ort des Trostes. Und jetzt soll ihre Kirche ein Opfer der Abrissbirne werden. St. Peter soll verschwinden. „Mir blutet das Herz“, sagt sie, obwohl sie begreift, „dass dies die beste Lösung für die Gemeinde ist.“
Stuttgarter Zeitung vom 13.05.2013 >>


Bistümer brauchen dringend neue Priester
Der katholischen Kirche laufen nicht nur die Gläubigen weg, ihr gehen auch die Priester aus. Pfarreien werden zusammengelegt – Laien und ausländische Priester sind gefragter denn je.
Der Priesterschwund in der katholischen Kirche schreitet weiter voran: Es gibt immer weniger Nachwuchs an der Kanzel, ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. "Es ist schon sehr dramatisch", sagt der Priesterreferent des Bistums Trier, Markus Nicolay.
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