Donnerstag, 26. November 2015

Diözese beendet Zusammenarbeit mit Kroatischem Kulturverein


Aktualisierung am 2.12.:

„Beleidigungs-Brief“ schlägt Wellen
Zahlreiche empörte Reaktionen gingen in der BVZ nach dem vorwöchigen Artikel zum Konflikt zwischen dem Kroatischen Kulturverein (HKD) und der Diözese ein.

Wie berichtet (den BVZ.at-Artikel dazu siehe hier bzw. weiter unten), hatte HKD-Vorsitzender Stanko Horvath, zugleich Vorsitzender des Volksgruppen-Beirates für Burgenlandkroaten im Bundeskanzleramt, Bischof Ägidius Zsifkovics in einem Schreiben persönlich wegen dessen Sehbeeinträchtigung beleidigt.

„Rufe Bischof wiederholt zum Dialog auf“
Gegenüber der BVZ meint Horvath jetzt: „Ich rufe den Bischof wiederholt zum Dialog auf, so wie auch Papst Franziskus den Dialog mit der Welt forciert.“ Die Beleidigung in seinem Schreiben will Horvath nicht weiter kommentieren.

In einer Stellungnahme der Diözese heißt es dazu: „Wer Beleidigung, Diskriminierung, mobbendes Verhalten und Rangeleien vor einem Gotteshaus als Voraussetzung für einen ‚Dialog‘ erachtet, ist im öffentlichen Diskurs zwischen Kirche und Gesellschaft beim besten Willen nicht als salonfähig zu erachten. Inwieweit jemand, der einem Menschen aufgrund von dessen Sehbeeinträchtigung die Führungskompetenz abspricht, überhaupt geeignet ist, in der Republik Österreich eine ganze Volksgruppe in ihren Minderheitenrechten öffentlich zu vertreten, muss an anderer Stelle überlegt werden.“
Quelle: BVZ


Verspottung von Bischof: Empörung über Skandal-Brief
Übles Schreiben mit persönlicher Beleidigung: Diözese beendet Zusammenarbeit mit Kroatischem Kulturverein.

Aufgrund wiederholter öffentlicher Angriffe des Vorsitzenden des Kroatischen Kulturvereins, Stanko Horvath, gegen Bischof Ägidius J. Zsifkovics sieht die Diözese nach 86 Jahren von einer weiteren Zusammenarbeit mit dem ursprünglich kirchlichen Werten verbundenen Verein ab.

Trauriger Höhepunkt ist ein Brief Stanko Horvaths, in dem er zum fünfjährigen Amtsjubiläum des Bischofs und dessen Beschreibung als „Wegweiser“ Stellung nimmt.

„,Wegweiser‘ mit solchen ,Rex‘-Augengläsern“
Horvath beendet sein Schreiben mit einer diskriminierenden Verspottung des Bischofs, der aufgrund seiner Sehbehinderung seit frühester Kindheit eine starke Brille tragen muss: „Bezweifle, dass man mit solchen ,Rex‘-Augengläsern (Originalzitat Dr. Werner J. Gruber) überhaupt etwas sieht, geschweige denn ,Wegweiser‘ sein kann.“

Bischof Zsifkovics will auf die Untergriffe nicht weiter reagieren und meint nur: „Diese Aussagen, noch dazu eines Arztes, disqualifizieren sich selbst – sie sind eine Verspottung aller sehbeeinträchtigten Menschen.“

Zu den persönlichen Beleidigungen gegen den Bischof möchte Horvath auf BVZ-Anfrage keine Stellung nehmen: „Ich habe das per Mail kommentiert, aber es hat keinen offenen Brief gegeben. Ich sage dazu nichts mehr.“ Auslöser der Trennung zwischen Diözese und Kroatischem Kulturverein war nun die einstimmige Wiederwahl Horvaths zum Vorsitzenden des Vereins.

Bischofsvikar: „Schaden für die Volksgruppe“
Bereits im Vorfeld der Wiederwahl hatte der Bischofsvikar für die kroatische Volksgruppe, Stefan Vukits, einen offenen Brief an die Mitglieder des Kroatischen Kulturvereins gerichtet, der auch auf der Volksgruppen-Seite des ORF veröffentlicht wurde. Darin heißt es seitens der Diözese: „Wir sind überzeugt, dass das persönliche Auftreten Dr. Horvaths in der ,Causa Großwarasdorf’ sowohl der kroatischen Volksgruppe im Burgenland als auch ihrem Bischof und ihrer Kirche geschadet hat und weiterhin schadet.“

Horvath dazu: „Es muss ja keine Zusammenarbeit geben, aber wir suchen weiter den Dialog mit der Diözese. Dazu ist aber auch eine Mindestbereitschaft auf der anderen Seite nötig.“

In der „Causa Großwarasdorf“ hatte der Lockenhauser Zahnarzt Horvath für negative Schlagzeilen gesorgt: Wie berichtet, folgten auf die Amtsenthebung von Pfarrer Ivan Jélic im Mittelburgenland heftige Proteste. Es kam auch zu Rangeleien, an denen Horvath als einer der Hauptakteure der Unruhen beteiligt war. Sogar der Verfassungsschutz war im Einsatz.

Stanko Horvath gilt nicht nur in Kirchenkreisen als „Wiederholungstäter“. Aktenkundig ist auch ein früherer körperlicher Angriff gegen einen Vereinsfunktionär. Den Bischof hatte er zuletzt im Rahmen der Agape nach der Messe beim Vorbeigehen beschimpft. Horvath hingegen will davon nichts wissen; allerdings gibt es zu dem Vorfall einen Entschuldigungsbrief, der der BVZ vorliegt.
Quelle: BVZ

Kommentare:

  1. Trennung von Kirche und Staat!!!!!

    AntwortenLöschen
  2. Egal wie man zur "Causa Großwarasdorf" bzw. den Umgang mit dem Bischof in diesem Dekanat auch stehen mag, eines ist klar: Werner J. Gruber ist bereits mehrere Jahre vor der Ernennung des damaligen Pfarrers von Wulkaprodersdorf zum Hirten der Diözese Eisenstadt verstorben. Wenn man hier also zitiert, dann ist dieses Zitat sicherlich in keinem Zusammenhang mit dem Wirken als Hirte und Wegweiser gefallen. Ganz abgesehen davon, dass es sich nur um eine "Wirtshausrunde" gehandelt haben kann in der so abfällig über die körperlichen Merkmale eines Menschen geurteilt wurde. Solche Zitate völlig aus dem Zusammenhang zu reißen und so einen Verstorbenen auch noch Jahre nach seinem Tod in Verruf zu bringen bzw. einen Menschen so abzustempeln wegen seiner "Krankheit" ist weder eines Christen noch eines Akademikers würdig. Soviel zur Doktorwürde von Herrn Dr. Stanko Horvath!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sei bitte kein anonymer Moralapostel, schreib deinen Namen! Ist ja lächerlich.

      Löschen