Samstag, 23. Juli 2011

Neuer Dom- und Diözesanmusikdirektor

Jetzt ist es amtlich, worüber ich bereits am 18. Juni 2011 berichtet habe: Der Wiener Thomas Dolezal ist Dom- und Diözesanmusikdirektor der Diözese Eisenstadt. Eine neue Funktion, die es in dieser Form in der Diözese noch nicht gegeben hat.

Um Dolezal diesen neu geschaffenen Posten zuschanzen zu können, sind zwei Positionen frei (gemacht?) geworden:
Christian Dreo wurde als Domkapellmeister und als Mitglied in den betroffenen diözesanen Gremien enthoben. Ebenso enthoben wurde der Leiter des Referates für Kirchenmusik, Wolfgang Horvath.
Die Ausschreibung war offensichtlich eine Schmähparade,  um dieser Besetzung ein "objektives Mäntelchen" umhängen zu können. Von einem transparenten Auswahlverfahren ist nichts bekannt. Im Gegenteil: Die verschiedenen BewerberInnen wurden offensichtlich erst gar nicht  zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Einer der durchgefallenen Bewerber ist der Eisenstädter Domorganist Mag. Robert Kovács.
Ebenso durchgefallen ist die burgenländische Kirchenmusikerin MMag. Renate Nika.



Neuer Musikdirektor für Diözese
Der Wiener Kirchenmusiker Thomas Dolezal ist neuer Dom- und Diözesanmusikdirektor der Diözese Eisenstadt. Er ist der Nachfolger von Wolfgang Horvath, der 19 Jahre lang für die Kirchenmusik im Burgenland verantwortlich war.
Thomas Dolezal ist in der Wiener Kirchenmusikszene bestens bekannt als Organist, Chorleiter und Betreuer von musikalischen Projekten. Er hat in Wien Kirchenmusik studiert und ist seit 23 am Stephansdom in Wien als Kirchenmusiker tätig.
Er betreut die gesamte Palette der kirchenmusikalischen Tätigkeiten - und die reicht etwa von der Chorleitung, und dem Komponieren über das Orgelspiel und Orgelkonzerte bis hin zu Dirigaten und Orchesterkonzerten.

Im Martinsdom und Stephansdom
Seine Tätigkeit im Stephansdom wird der neue Eisenstädter Musikdirektor nicht ganz aufgeben, der Mittelpunkt seiner Arbeit wird aber im Burgenland liegen.

„Ich bin immer, wenn ich im Burgenland bin, exklusiv für das Burgenland da. Ich werde weiterhin im Stephansdom Dinge betreuen, aber ich bemühe mich natürlich sehr, in der Diözese Eisenstadt und auch in der Dommusik möglichst viel Anteil zu haben und kennenlernen zu können“, so Thomas Dolezal.

Pläne für neuen Domchor
Pläne für die Dommusik und einen neuen Domchor in Eisenstadt sind vorhanden, aber noch nicht ausgereift. „Ich weiß nicht, wenn ich jetzt einlade zu einer Domchorprobe, wie viele Menschen überhaupt Interesse haben.“
Thomas Dolezal lädt dennoch Sängerinnen und Sänger ein, sich an einem neuen Chor zu beteiligen. „Es soll sich niemand fürchten oder Sorge haben, dass er zu wenig musikalisches Vermögen hat, am besten ist es, einfach vorbei zu schauen. Zu Hause bleiben kann man dann immer noch“, sagt Thomas Dolezal.
Burgenland.orf.at >>

Kommentare:

Chormitglied hat gesagt…

Wahrscheinlich wird der Neue die Gehälter der beiden bisherigen Musiker bekommen - und das bei seinem arroganten Auftreten, dass die Hälfte der Kirchenchorleiter verscheuchen wird.

Watchlist hat gesagt…

Mit Kovacs (http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Kov%C3%A1cs) wurde der kompetenteste Bewerber übergangen, damit jener Mann Musikdirektor wird, der schon in Wien die besten Leute rausgemobbt haben soll. Und Gerüchten zufolge ein guter Bekannter von Moderator Ivandic sein soll...

Anonym hat gesagt…

Keine Auswahlgespräche - nur "Verfügungen" von oben herab.
"Omnia ad maiorem Aegidii gloriam"

Anonym hat gesagt…

Es wurde mindestens ein(e) weitere(r) Bewerber(in) - höchstqualifiziert, lange Praxis - nicht einmal zum Gespräch eingeladen. Die Bewerber haben von der Besetzung der Stelle aus dem Internet bzw. aus den Medien erfahren. Gut gearbeitet! Da ja heute die Katholiken den Pfarrern die Bude förmlich einrennen (und die Priesteramtskandidaten ebenfalls), muß man ja irgendwas tun, damit die Leute zumindest ein bißchen abgeschreckt werden. - Der Fall erinnert an D., den früheren Pressesprecher von Kardinal Groer: Kaum hatte er mitten in der Krise katastrophale Medienarbeit geleistet, wurde er auch schon Medienreferent bei Bischof Krenn in St. Pölten.

Kismarton hat gesagt…

Und auch die überaus kompetente Kirchenmusikerin und Organistin MMag. Renate Nika (Graz) erhielt (nach Ihrer schriftlicher Bewerbung) nicht einmal die Möglichkeit, mit Generalvikar Lang telefonisch ein Gespräch zu führen. Soviel zur Vorgangsweise in dieser Angelegenheit... Warum sagt man dann nicht gleich: Neuer Diözesanmusikus wird Thomas Dolezal?

Schillebeeckx hat gesagt…

Ein Kirchenverständnis wird da im Ordinariat wieder einmal praktiziert - schlicht und einfach zum Speiben!

Weiter so, und die Diözese Eisenstadt ist bis 2015, wenn sich der Abschluss des Zweiten Vatikanums zum 50. Mal jähren wird, zu einer erbärmlichen Sekte verkommen!

Anonym hat gesagt…

Na bravo!
Normalerweise machen konservative Bischöfe die Kirchenmusik nicht kaputt, doch auch das soll offenbar gelingen. Armer Domorganist!

Anonym hat gesagt…

Fein, der Hauptverursacher der europaweit bekannten Wiener Dommusikkrise, wegen dem (auch ehrenamtliche, also Sänger die nix kosten - diese durften, weil ua. er es wollte, "Abstand von der Dommusik nehmen" - mit Wissen des damaligen Kirchenmeisters (der gottseidank rechtzeitig in Pension ging) und anderer) in der Wiener Dommusik nicht mehr singen durften.
Nicht aus qualitativen Gründen, sondern weil der ständig integriert hat.
Wenigstens ist er weg von Wien - hoffentlich für immer.
Ich kann nur allen Kirchenmusikern und CHormenschen empfehlen: lasst euch nix gefallen. Und wenn nicht: demonstrieren.
Anders verstehen gewisse Leute die Sprache nicht.

Vü Spaß

Anonym hat gesagt…

Vielleicht zahlt es sich jetzt für Herrn D. aus, die direkte Nähe zu Bischöfen aller Art gesucht und gefunden zu haben. Hier hat Intriganz der musikalischer Mittelmäßigkeit den Weg geebnet.
Solches Postengeschiebe kennt man auch in deutschen Diözesen, besonders, wenn das Opus Dei mit im Spiel ist.....
Honi soit qui mal y pense

Schillebeeckx hat gesagt…

Geben wir ihm die Chance und lassen wir ihn spielen, nicht nur auf den Orgeltasten, sage ich mal. Ich bin gegen Vorverurteilungen, auch wenn ich gut nachvollziehen kann, dass aufgrund seiner bisherigen Vita einige Postings hier nicht gerade freundlich ausfallen.

Sollte er diese Chance allerdings nicht nützen und ähnlichen Mist bauen wie einige andere Bischof Ägidius-Ernannte (um hier nur die erschreckend inkompetente Caritasdirektorin zu nennen), dann wünsche ich mir, dass diejenigen, die mit ihm zu tun haben, Klartext sprechen. Es hätte nicht das Geringste mit Nächstenliebe oder Opfergeist zu tun, sich so etwas gefallen zu lassen. Zumal es höchst an der Zeit ist, dass in unserer Glaubensgemeinschaft bei Postenbesetzungen die Aspekte der Sach-, Fach- und auch Sozialkompetenz einmal ernster genommen werden!

Regina hat gesagt…

Insiderkenntnisse sind immer gut und helfen weiter. Ich empfehle dazu einmal das Buch von Peter Planyavsky (er war über 35 Jahre lang am Wiener Stephansdom tätig)zu lesen " Gerettet vom Stephansdom" ( erschienen im Va bene Verlag/ ISBN: 978-3-85167-189-9). Hinter all den Problemen verbirgt sich eines der ganz tiefsitzenden Defizite im Gesamtklima rund um den Dom: Nicht-Kommunikation, näherhin: sich nicht artikulieren- im richtigen Moment und zum betroffenen Gesprächspartner. Das hat nichts damit zu tun, dass ständig alle mit allen über alles reden. Sich nicht artikulieren kann man auch während eines Redeschwalls..- Peter Planyavsky analysiert genauestens auf seinen ehem. Arbeitsbereich bezogen das Faszinierende, aber auch das Allzumenschliche an einem Ort, wo so oft von der Nächstenliebe die Rede ist.... mag sein, dass sich ähnliches an "Hinterhäuserkämpfen" und "Intrigen" auch in Eisenstadt abspielt: alle sehen es, aber keiner guckt hin und ändert es ?

Anonym hat gesagt…

Da die Kommentare hier sehr einseitig und verhetzend sind, möchte ich, als jemand, der thomas Dolezal lange Jahre sehr gut kennt - in seinen Licht- und Schattenseiten, die wohl niemand nicht hat - einiges zurechtrücken:
Die Vorwürfe (Intrigant, musikalische Mittelmäßigkeit)sprechen eher über deren Urheber denn über Dolezal. Fakt ist: Dolezal hat die Pflege jener Musik, die in den Dom wirklich gehört, wiederum nach langer Pause fulminant zum Leben erweckt: die Musik der Wr. KLassik und Romantik. Ist das mittelmäßig?
Dolezal hält seine Arbeit nicht für einen Job wie jeden anderen. Er ist immer darum bemüht, Liturgie und Volksfrömmigkeit (die man in der Wiener Kirchenmusikmafia natürlich nciht schätzt) musikalisch einfühlsam und feierlich auszubauen. Was hat er nicht alles für Feste im Wr. Dom neu eingeführt! Und: mit welchem Erfolg!
Dolezal ist eben nicht jemand, der die Leute im Gottesdienst zur modernen Musik erziehen will - es zeugt von Arroganz und einem Verfehlen seines Berufes, wenn man meint, die Leute mit Gewalt zur wahren Neuen Musik unserer Zeit zwingen zu müssen.
Auch als Kirchenmusikkomponist - auch von Liedern - ist Dolezal eine wirkliche Begabung, die all jene, die ständig über ihn meckern und auch in ihrer Musik Tritonüsse und die Unbestimmtheit "grauer Akkorde" lieben, in den Schatten stellt. Jeder, der durch ein verbildendes Studium noch der Ansicht ist, dass Gemeindekehrverse kantabel, eingängig und mitreißend sein sollen, wird dies bestätigen. Er schreibt pompöse und harmonisch wie kontrapunktisch großartig gearbeitete Überchöre, die freilich immer auch auf Wirkung ausgelegt sind. Ist das denn musikalisch Sünde? Muss die Krichenmusik so blutleer klingen, wie ein Satz von Quack oder eine Messe von Britten?
Und: keineswegs mittelmäßig ist sein Orgelspiel, v.a. das liturgische. Er weiß jedenfalls worauf es liturgisch ankommt, er hat wie sonst niemand, den ich kenne, ein Gespür für die Liturgie, die Stimmung, die es gerade musikalisch einzufangen gilt.
Man könnte dazu noch vieles sagen. Liebe Freunde im Burgenland: ich freue mich für euch, dass ihr unseren besten Mann bekommt. Ich freue mich auch für ihn, dass er diese eifersüchtige Schlangengrube in Wien hinter sich lassen kann.

Anonym hat gesagt…

Mir ist noch immer nicht klar, welche die Argumente für eine Kündigung von Wolfgang Horvath waren - ist Thomas Dolezal vielleicht virtuoser im Orgelspiel, gewiefter im Improvisatorischen, so viel besser im Organisieren von Großveranstaltungen? Darüber hinaus: ist dem Herrn Bischof die soziale Komponente des Rausschmisses bewusst? Geht man so mit seinen Mitarbeitern um, mit Leuten die Familie haben? Wahrlich ein schöner Hirte seiner ihm anvertrauten Herde! Armes Burgenland, die Letzten dort werden auch noch vertrieben...

Anonym hat gesagt…

sehr geeherte Christen und Freunde des Eisenstädter Domes!Wo bleibt denn die christliche Einstellung"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"?Hat einer von Euch schon musikalisch mit dem neuen Domkapellmeister gearbeitet oder nur geredet???Er ist fachlich äußerst kompetent und humorvoll. Endlich einmal kein Sohn, der das Amt geerbt hat und noch dazu keine einzige Kirchenmusikalische Ausbildung vorzuweisen hatte(C.Dreo!!)Der Altbischof war nur zu gut um diese Umbesetzungen schon längst vorzunehmen. Kommen sie doch alle in den Dom und genießen sie die grossartige Musik, die jede Woche professionellst geboten wird......

Anonym hat gesagt…

Liebe Christen!Warum geben wir Thomas Dolezal nicht die Chance sich zu beweisen,er macht professionelle Arbeit und ist äußerst kompetent und noch dazu ein studierter Kirchenmusiker(sein Vorgänger nicht.....)
Kommen sie allwöchentlich in den Dom und überzeugen sie sich reden sie mit ihm und den Musikern es gibt viele die mit der situation glücklich sind!!!!

MaX hat gesagt…

@ Anonym,
ein ganzes Jahr lang hatte Herr Dolezal die Chance sich zu beweisen. Überzeugend war es gerade nicht. "Kirche" sollte sich vor Ort ereignen. Seine Importkünstler sind nicht begeisternd - der Dom bleibt meistens leer... So auch beim Biersegnen...