Sonntag, 9. Februar 2014

Befrei mich!

du hast geträumt
von mir

und hast mich
werden lassen

ich bin eine Idee von dir
eine Facette deiner Unendlichkeit

und bin geschaffen
in aller Einzigartigkeit

du hast deinen Entwurf von mir
hast etwas vor mit mir

da gibt es etwas
was nur ich tun kann

davongestohlen
ausgebüchst

mich versteckt
erfolgreich getarnt

meine Sehnsucht gestillt
mit Geld Leistung Macht

mich selbst verloren
sesshaft geworden

zur Kopie geworden
und die Idee verraten

mich in den Mittelpunkt gestellt
und dich verleugnet

Gott

ich möchte die werden
die ich sein soll

befrei mich
zu mir
und zu dir

Andrea Schwarz, Und alles lassen, weil ER mich nicht lässt,
Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau, 31996, 73f.

Freitag, 7. Februar 2014

Äußerung zu Kinderreichtum: Muslime entsetzt über Kardinal Meisner

Wieder einmal sorgt der umstrittene Kölner Kardinal Joachim Meisner für negative Schlagzeilen. Meisner wurde 2012 von Bischof Zsifkovics die höchste Auszeichnung der Diözese, der St. Martins-Orden in Gold, verliehen.
Kardinal Meisner erhält höchste Auszeichnung für "stilles Wirken" in der Diözese" >>

Domradio-Video von Meisners Ansprache >>
Kardinal Meisner über die Familien des Neokatechemunalen Wegs (24.01.2014)
Ansprache von Joachim Kardinal Meisner vor Mitgliedern der katholischen Bewegung Neokatechumenaler Weg im Kölner Maternushaus mit der empörenden Aussage.


Muslime entsetzt über Kardinal Meisner
Mit Äußerungen zum Kinderreichtum von Muslimen in Deutschland ist Kölns Kardinal Joachim Meisner (80) auf empörten Widerspruch seitens des Zentralrats der Muslime gestoßen.

In einer Ansprache vor Mitgliedern einer konservativen katholischen Bewegung hatte Meisner laut Kölner Domradio gesagt: „Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien.“ Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher Meisners. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wertete das gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch-Ausgabe) als Versuch des scheidenden Kardinals, „sich mit Sarrazin-ähnlichen Äußerungen über Muslime einen rustikalen Abgang zu sichern“.

Meisner bedauerte inzwischen, mit der Äußerung über Muslime Irritationen ausgelöst zu haben. „Es war keineswegs meine Absicht, Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten“, versicherte er am Mittwoch in einer Stellungnahme. „Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich. (...) Ich habe schon verschiedentlich gesagt, dass muslimische Familien unserer überalternden Gesellschaft in manchem ein Beispiel geben.“

„Bedient Ressentiments“
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wertete dies gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochsausgabe) als Versuch des scheidenden Kardinals, „sich mit Sarrazin-ähnlichen Äußerungen über Muslime einen rustikalen Abgang zu sichern“. Meisner bediene Ressentiments und islamfeindliche Stimmungen, „die wir so von der katholischen Kirche und besonders vom neuen Papst nicht kennen“, sagte Mazyek.
Bekir Alboga von der Türkisch-Islamischen Union Ditib sagte dem Blatt: „Man stelle sich vor, ein muslimischer Würdenträger in vergleichbarer Position würde diesen Satz formulieren - ein Empörungsschrei ginge durch die Gesellschaft.“
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), sprach gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ von der „persönlichen Meinung eines katholischen Würdenträgers“, die sie nicht kommentiere, „auch wenn ich sie nicht verstehe“.
Meisner machte seine Aussagen laut Domradio, dem Sender des Erzbistums Köln, Ende Jänner bei einer Veranstaltung des „Neokatechumenalen Wegs“, einer geistlichen katholischen Bewegung. Der Kardinal habe mit seinen Worten die Bereitschaft der Bewegung zur Gründung großer Familien als Glaubenszeugnis würdigen wollen, so die Interpretation des Bistumssenders.

religion.ORF.at/AFP/dpa


Verbale Entgleisung
Muslime entsetzt über Kardinal Meisner

Eine katholische Familie „ersetzt mir drei muslimische Familien“: Mit dieser Äußerung vor Angehörigen einer konservativen Bewegung sorgt der Kölner Kardinal Meisner bei Muslimen für Entsetzen. Auch die Regierung reagiert verstört.
Kölner Stadtanzeiger >>

Kardinal Meisner reagiert auf Kritik an Aussage zu kinderreichen Familien:
"Muslimische Familien in manchem ein Beispiel"
Auf die Kritik an seiner Äußerung zu katholischen und muslimischen Familien hat Joachim Kardinal Meisner nun reagiert. Er habe seine Wertschätzung für kinderreiche Familien zum Ausdruck bringen wollen - mit "vielleicht unglücklicher Wortwahl".
Domradio.de >>

Aktuell aus Rom:
Papst Franziskus zieht Neokatechumenat an den Ohren läßt ihm aber liturgische Narrenfreiheit
Am Samstag, den 1. Februar war die große Audienzhalle Paolo VI. des Vatikans bis auf den letzten Platz gefüllt. Grund war die erste Begegnung des Neokatechumenalen Wegs mit Papst Franziskus. Der Papst zog die Neokatechumenalen dabei dreifach an den Ohren, läßt ihren liturgischen Sonderformen und Mißbräuchen jedoch freien Lauf.

Der erste Punkt betrifft das Verhältnis der Bewegung mit den Ortsbischöfen, das sich häufig konfliktreich gestaltet. Japans Bischöfe haben die Bewegung wegen ihres an der kirchlichen Autorität vorbei geführten Eigenlebens aus ihren Diözesen hinausgeworfen. Die Suspendierung wurde vorerst auf fünf Jahre begrenzt und endet im Jahr 2015. Der Papst verlangte von den Neokatechumenalen, keine Konflikte herauszufordern und zu gehorchen, auch um den Preis, darauf „verzichten zu müssen“, ihr Programm „in allen Details leben zu können“.

Die zweite Ermahnung betrifft den Respekt vor der örtlichen Kultur der Länder, in denen sie aktiv sind. Der Neokatechumenale Weg ist für seine mangelnde Sensibilität gegenüber der spezifischen Kultur eines Landes und Volkes bekannt. Für die Kulturen vor Ort zeigen die Neokatechumenalen nur geringes oder gar kein Interesse. Sie pflanzen ihre spezifischen Formen identisch in jedem Winkel der Erde gleich auf und ersetzen damit die kulturellen Ausprägungen der einzelnen Länder. Das gilt ebenso für ihr katechetisches, liturgisches, gemeinschaftliches Modell, das Gründer Kiko Argüello bis ins kleinste Detail ausgearbeitet hat.

Die dritte Ermahnung betritt die Behandlung der Adepten: „Die Freiheit jedes Einzelnen darf keinem Zwang unterworfen sein und man muß auch die eventuelle Entscheidung respektieren, sollte jemand außerhalb des Wegs andere Formen des christlichen Lebens suchen.“
Katholisches.info >>

Donnerstag, 6. Februar 2014

Bischofshof bekräftigt: Jelić muss gehen

Der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsivkovits empfing Dienstag nachmittag Vertreter der Pfarrgemeinderäte von Großwarasdorf und Nebersdorf-Langental, um mit ihnen die Amtsenthebung von Pfarrer Ivan Jelić zu besprechen.

Stefan Vukits: Entscheidung fiel im Orden in Bosnien
Der Bischof bekräftigte im Gespräch mit den Pfarrgemeinderäten die Enthebung von Jelić mit Wirkung vom 17. Februar. Laut Aussage des für die kroatischen Belange in der Diözese zuständigen Vikars Stefan Vukits wurde die Entscheidung allerdings nicht von Bischof Zsivkovits, sondern von Jelićs Ordensoberen in Bosnien getroffen. Ivan Jelić wird nach siebenjähriger Tätigkeit im Burgenland zu seinem Franziskanerorden nach Bosnien zurückkehren. Bischof Zsivkovits wollte die Amtsenthebung von Ivan Jelić nicht kommentieren.

Unstimmigkeiten mit Ordensschwestern
Grund für die Amtsenthebung Jelićs sind laut Diözese Unstimmigkeiten rund um die Reaktivierung des Großwarasdorfer Klosters. Das vor zwanzig Jahren gegründete Kloster stand zwei Jahre lang leer - nun sind wieder zwei kroatische Ordensschwestern aus Bosnien vor Ort, die auch in der Pfarre tätig sein sollen. Da man sich mit dem Pfarrer nicht über eine Zusammenarbeit einigen konnte, sah man sich zur Amtsenthebung Jelićs gezwungen, so der Bischofshof.

Nachfolger für Ivan Jelić schon ernannt
Als Jelićs Nachfolger wurde von den Ordensoberen der Bosnischen Franziskanerprovinz Pater Božidar Blažević ernannt. Er wird ab 17. Feber als Pfarrmoderator der Pfarren Großwarasdorf und Nebersdorf-Langental sowie als Pfarradministrator der Pfarre Kleinwarasdorf tätig sein.

volksgruppen.orf.at

Mittwoch, 5. Februar 2014

Deutschlands Bischöfe setzen Papst unter Druck

Der Papst wollte wissen, wie Gläubige zur kirchlichen Sexualethik stehen. Das Ergebnis zeigt: Die Forderungen der Kirche werden fast komplett ignoriert. Sogar die Bischöfe dringen nun auf Reformen. 
 
In der Kunst der kirchlichen Diplomatie kommt es auf jedes Wort an, das gesagt wird. Aber mindestens genauso schwer kann das wiegen, was ungesagt bleibt. Der Vatikan kennt das, aus jahrhundertelanger Praxis. Die römischen Auswerter werden also ihre Schlüsse ziehen können, wenn sie die deutsche Antwort auf Frage 7 a lesen.

Es geht darum, dass die Kirche Verhütung verbietet. Der Vatikan wollte in Frage 7 a wissen, ob man diese ungeliebte Lehre nicht irgendwie populärer machen kann. "Welche Vorschläge zur Vertiefung dieses Thema aus pastoraler Sicht gibt es?", steht in dem Fragebogen zur katholischen Sexualethik, den der Papst an Bistümer in aller Welt geschickt hat.
 
Doch in ihrer Antwort beschränken sich die deutschen Bischöfe darauf, eine knappe Lagebeschreibung abzugeben: Das Verhütungsverbot werde "von der großen Mehrheit der Katholiken als unverständlich abgelehnt und in der Praxis nicht beachtet". Vorschläge? Keine. Vielleicht halten die Bischöfe eine "Vertiefung dieses Themas" für aussichtslos. Vielleicht sind sie aber auch einfach nicht mehr an ihr interessiert.
An diesem Montag hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ihren Bericht zur kirchlichen Sexualethik-Umfrage veröffentlicht. Das Papier markiert einen Einschnitt im Verhältnis zwischen dem Vatikan und den deutschen Katholiken. Es belegt nicht nur, dass die Gläubigen zentrale Punkte der katholischen Lehre ablehnen. Sondern überraschenderweise auch, dass die deutschen Bischöfe diese Ablehnung verstehen und manche katholischen Aussagen offenbar selbst skeptisch sehen. Die Bischofskonferenz sieht bei der kirchlichen Sexualethik Änderungsbedarf. Und setzt damit Papst Franziskus unter Reformdruck.

Die umstrittensten Standpunkte der Kirche 
Im vergangenen Oktober hatte Franziskus seinen umfangreichen Fragenkatalog weltweit verschickt. Geistliche, aber auch Laien sollten sagen, was sie über kirchliche Familien- und Sexualethik wissen und wie sie dazu stehen. Der Fragebogen berührt einige der umstrittensten Standpunkte der katholischen Kirche, neben dem Verhütungsverbot auch das Verbot homosexueller Handlungen sowie den Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von den Sakramenten. Die Erkenntnisse sollen die Diskussionsgrundlage bilden für eine außerordentliche Bischofssynode, die im Oktober 2014 in Rom zusammenkommt.
 
Solche Rom-Synoden sind normalerweise unverbindliche Zusammenkünfte, bei denen sich hochrangige Geistliche aus aller Welt einige grundsätzliche Gedanken machen, und am Ende bleibt alles wie immer. Aber das könnte diesmal anders sein.
 
Das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage in Deutschland liegt der Bischofskonferenz mittlerweile vor. Es zeichnete sich schon seit Monaten ab und ist für die Kirche so ernüchternd wie erwartbar: Die Gläubigen wissen wenig über die kirchliche Ethik; und die katholischen Lehren, die den Standards der Gesellschaft widersprechen, werden weitgehend ignoriert. Ein Großteil der Menschen lehnt es ab, sich von einer Institution ihr Privatleben vorschreiben zu lassen.

Wie sag ich's meinem Papst?
Offen war aber: Was machen die deutschen Bischöfe mit diesem Ergebnis? Geben sie es ungeschminkt nach Rom weiter? Teilen sie dem Papst offen mit, dass es in ihrem Zuständigkeitsbereich drunter und drüber geht? Dass sie schon lange nicht mehr in der Lage sind, die Gläubigen in pikanten Punkten auf Linie zu bringen? Oder kaschieren sie das Votum der Gläubigen und kleiden es in eine verharmlosende Politikerprosa, mit vielen "Herausforderungen" und "Entwicklungsfeldern" – und zugleich mit "Chancen" und "hoffnungsvollen Signalen"? Die Bischofskonferenz stand vor der Frage: Wie sag ich's meinem Papst?

In dieser heiklen Situation haben sich die deutschen Bischöfe nun für die Flucht nach vorne entschieden. In ihrer Zusammenfassung der Ergebnisse aus den 27 Bistümern, die vergangene Woche nach Rom ging und nun auch veröffentlicht wurde, heißt es: "Die Antworten aus den Bistümern machen deutlich, wie groß die Differenz zwischen den Gläubigen und der offiziellen Lehre vor allem hinsichtlich des vorehelichen Zusammenlebens, der wiederverheirateten Geschiedenen, der Empfängnisregelung und der Homosexualität ist."

Allgemein werde die kirchliche Lehre als "Verbotsmoral" wahrgenommen, als "unverständlich und lebensfern". Dass die Kirche vielfach von "irregulären" Verhaltensweisen spricht, wirke auf die Menschen "ausgrenzend und diskriminierend".

Nicht einfach zurück zur Tagesordnung 
Dramatischer kann eine Mitgliederbefragung nicht ausfallen, zumal für eine Institution, die sich als Anwalt der Ausgegrenzten und Diskriminierten versteht. Das Ergebnis ist so schlecht, dass die Bischöfe offenbar nicht einfach zur Tagesordnung übergehen wollen. Sie wollen, dass der Vatikan das ganze Ausmaß der Krise zur Kenntnis nimmt.

Der Text wurde von einem gemischtgeschlechtlichen Theologengremium erarbeitet und vom Ständigen Rat der Bischofskonferenz abgesegnet. Zur kirchlichen Familienethik im Allgemeinen heißt es: "Die meisten Gläubigen bringen mit der Kirche einerseits eine familienfreundliche Haltung, andererseits eine lebensferne Sexualmoral in Verbindung."
 
Und kirchenkritisch fügen die Bischöfe hinzu: "Grundsätzlich gilt für gesamtkirchliche Verlautbarungen, dass ihr sprachlicher Duktus und ihr autoritativer Ansatz nicht dazu angetan sind, das Verständnis und die Akzeptanz der Gläubigen zu wecken und zu finden." 

"Nicht verstanden bzw. nicht geteilt" 
Nüchtern geht das Papier die familienethischen Lehraussagen der Kirche durch und präsentiert einen verheerenden Befund nach dem anderen. So heißt es, die Verbote von Verhütung und außerehelichem Sex würden "von einer Mehrheit der Gläubigen nicht verstanden bzw. nicht geteilt".

Dass die Kirche Homosexualität als sündhaft ablehnt, "wird darüber hinaus als Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verstanden". Und offenbar auch von den Bischöfen selbst, jedenfalls schlagen sie "ein deutlich expliziteres Zugehen auf Menschen in diesen Lebenssituationen" vor.
Auf die treuherzige Frage des Vatikans, ob das Zusammenziehen von Paaren vor der Ehe in Deutschland "eine relevante pastorale Wirklichkeit" sei, stellen die Bischöfe lakonisch fest: "In den Stellungnahmen aus den Diözesen wird übereinstimmend festgestellt, dass die ,voreheliche Lebensgemeinschaft' nicht nur eine relevante, sondern eine nahezu flächendeckende pastorale Wirklichkeit ist. Fast alle Paare, die um eine kirchliche Trauung bitten, leben oft schon mehrere Jahre zusammen (Schätzungen liegen zwischen 90 Prozent und 100 Prozent)." Dies werde "von Katholiken in ähnlich hohem Maße wie von der Gesamtbevölkerung für in Ordnung befunden".

Seitenhieb auf Rom
Der Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von den Sakramenten werde "von den Betroffenen als ungerechtfertigte Diskriminierung und Unbarmherzigkeit" empfunden. Auch Katholiken, deren Ehe intakt sei, könnten diese Regelung nicht nachvollziehen. An dieser Stelle gönnte sich die DBK einen doppelten Seitenhieb auf Rom: Der Präfekt der Glaubenskongregation, der designierte Kardinal Gerhard Ludwig Müller, kämpft seit Langem offen gegen eine Auflockerung der katholischen Lehre in diesem Punkt. Gleichzeitig ist "Barmherzigkeit" eine Lieblingsforderung des Papstes.

Sogar Streitpunkte, nach denen der Vatikan gar nicht gefragt hatte, wurden in das Papier aufgenommen – der Zölibat zum Beispiel. Offenbar haben so viele Gläubige und kirchliche Vereine ihren Ortsbischöfen dazu ihre Meinung geschrieben, dass man das Thema nicht unter den Tisch fallen lassen konnte. Der Zölibat werde "von vielen als Ausdruck einer kritischen Grundhaltung der Kirche zur Sexualität gedeutet", heißt es nun. Der O-Ton der Laien dürfte in diesem Punkt noch etwas anders geklungen haben, aber immerhin.
Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sehen die Bischöfe die Kirche in der Pflicht, nicht die Gläubigen. Sie drängen auf Reformen. Im Bereich der Sexualethik gelte es unter anderem, "einen Duktus zu finden, der sich vom Vorurteil der Leibfeindlichkeit und einer lebensfeindlichen Gesetzesethik zu befreien vermag". Es sei "unabdingbar", bei der Beurteilung von individuellen Lebenswegen neue Ansätze zu prüfen. Dies gelte zum Beispiel für die wiederverheirateten Geschiedenen.

Früher wurden die Laien nicht gefragt
Bei allen Rückschlägen hat die Umfrage allerdings auch zutage gebracht, welche kirchlichen Standpunkte auch in der säkularen Gesellschaft einflussreich bleiben. Noch immer wünschen sich die meisten Menschen eine dauerhafte Paarbeziehung und sehen eine lebenslange Ehe sowie eine funktionierende Familie als erstrebenswerte Ideale an. Die strikte kirchliche Ablehnung von Abtreibungen wird laut Papier "von der großen Mehrheit der Katholiken" mitgetragen. Viel mehr gute Nachrichten können die deutschen Bischöfe allerdings nicht an ihre Zentrale melden.

Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse versucht die Bischofskonferenz zu verhindern, dass die Umfrage rasch in der Schublade verschwindet. Sie will offenbar erreichen, dass die strittigen Fragen nun auch angegangen werden. Ihr Vorbild könnte andere nationale Bischofskonferenzen dazu ermutigen, ihre Erkenntnisse auch offenzulegen. Die dürften zumindest in westlichen Ländern ähnlich ausgefallen sein. Auf die Bischofssynode im Oktober kommt ein geballtes katholisches Mitgliedervotum zu, das ein "Weiter so" schwer möglich macht.

Vor Franziskus richteten die Päpste vergleichbare Umfragen normalerweise nur an Geistliche. Die Laien fragten sie nicht. Sie wussten, warum.

Zusammenfassung der Antworten aus den deutschen (Erz-)Diözesen auf die Fragen im Vorbereitungsdokument für die Außerordentliche Vollversammlung der Bischofssynode 2014 als PDF (107,68 KB) >> 

Ergebnisse des Fragebogens zur Bischofssynode
Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz >>

Dienstag, 4. Februar 2014

Pfarre geschockt: Pfarrer von Großwarasdorf des Amtes enthoben

Gelobt sei Jesus Christus!
Lieber Pater Stefan Vukits!

Dieser Tage erreichte uns eine traurige Nachricht: unser hoch geschätzter Pfarrmoderator unserer Pfarren Großwarasdorf, Nebersdorf mit Langental muss uns am 17.2.2014 verlassen. Nicht einmal ein Schwerverbrecher wird so behandelt und getrieben. Dieser hat wenigstens die Möglichkeit eines Rechtsanwaltes.

Die Gründe sind uns aus Ihrem Dekret bekannt. Wenn das für sie so schwerwiegende Gründe sind, dann fragen wir uns, was es noch für schwerwiegendere Gründe und triftige Gründe gibt, dass ein Pfarrer seine Pfarren binnen 2 Wochen verlassen bzw. fast fliehen muss??

Die pastorale Arbeit und das Wirken von Fra. Ivan Jelić in den letzen sieben Jahren hat unsere Pfarren gestärkt und auf ein hohes Niveau gebracht! Er wird geschätzt und ist beliebt bei Alt und Jung!! Leider gibt es sehr viele Neider, zu welchen auch der Klerus gehört!

Gerade in Zeiten, wo die Kirche sehr viele Missstände und Probleme aufweist, sollte man sehr froh sein, dass die Pfarrgemeinderäte und die vielen freiwilligen Mitarbeiter in den Pfarren der Kirche den Rücken stärken! Mit solchen unmenschlichen und unchristlichen Handlungen haben sie sich, lieber Pater Stefan, der ehrwürdige Diözesanbischof und Herr Dechant Vertesich keinen guten Ruf eingebracht. Leider vertreiben sie damit noch mehr Gläubige aus der Kirche.

Wahrscheinlich wird SIE dies nicht wirklich interessieren, da die Kirche ja solche Skandale schon gewohnt ist. Der ehrwürdige Diözesanbischof wird ja schon in seiner Diözese von manchen seiner Priester kritisiert, den deutschsprachigen Gläubigen und nun auch von den kroatischen Gläubigen, deren Volksgruppe er angehört. Mit solchen Aktionen handelt er gegen sein eigenes Volk!

Vermutlich werden sie unseren Brief zur Kenntnis nehmen und nicht weiter beachten! Warum sollten sie auch??? Die Kirche deckt wie immer zu und schweigt!

Eines sollte Ihnen jedoch bewusst und klar sein – sie nehmen uns nicht nur einen Pfarrer sondern auch einen sehr guten Freund!!

Mit christlichem Gruß
Gelobt sei Jesus Christus

Pfarrgemeinderäte Grosswarasdorf, Nebersdorf, Langental

Quelle: Pfarre Nebersdorf  >>

Pfarrer Ivan Jelić

Großwarasdorf: Pfarrer des Amtes enthoben
In Großwarasdorf (Bezirk Oberpullendorf) wird Pfarrer Ivan Jelic seines Amtes enthoben. Es soll Unstimmigkeiten rund um die Reaktivierung des Großwarasdorfer Klosters gegeben haben.
burgenland.orf.at >>

Großwarasdorf bekommt neuen Pfarrer
In der Pfarre Großwarasdorf kommt es zu Personalrochaden. Der derzeitige Pfarrer Ivan Jelić wird mit Beginn des neuen Schulsemesters seines Amtes enthoben.

Laut Vikar Stefan Vukits soll das Kloster in Großwarasdorf wieder aktiviert werden. Darüber konnte aber mit Pfarrer Jelić keine Einigung erzielt werden, so Vukits.
Das Kloster Großwarasdorf im alten Pfarrhof gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Von Anfang an haben die geistlichen Schwestern das Kloster belebt und zahlreiche Aufgaben im kroatischen Dekanat übernommen.
Zwei Jahre stand das Kloster leer. Nach dieser Pause kehrten die Schwestern zurück. Nun sollen sie auch wieder in der Pfarre aktiv werden. Pfarrer Ivan Jelić war bisher noch für kein Interview erreichbar.
volksgruppen.orf.at >>


 Personalnachrichten

 4. Feber 2014
 Diözese Eisenstadt
 
1. In Dienstverwendung der Diözese genommen wurde am 31. Jänner 2014 der hochw. Herr

P. Božidar Blažević OFM, Mitglied der Bosnischen Franziskanerprovinz, mit Zustimmung seiner Ordensoberen und zum Pfarrmoderator der Pfarren Großwarasdorf  und Nebersdorf sowie zum Pfarradministrator der Pfarre Kleinwarasdorf ernannt. (17. Feber 2014)

2. Der hochwst. Herr Diözesanbischof hat am 27. Jänner 2014 enthoben den hochw. Herrn

P. Ivan Jelić OFM als Pfarrmoderator der Pfarren Großwarasdorf und Nebersdorf, weiters als Substitut der Pfarre Kleinwarasdorf, als Dekanatsjugendseelsorger des Dekanates Großwarasdorf. Er kehrt in seine Ordensgemeinschaft zurück. (16. Feber 2014)

3. Diözesane Gremien

Kuratorium für das Kloster in Großwarasdorf

Hochw. P. Ivan Jelić OFM, bisher Pfarrmoderator der Pfarren Großwarasdorf und Nebersdorf, wurde als Mitglied enthoben. (16. Feber 2014)

Hochw. P. Božidar Blažević OFM, künftiger Pfarrmoderator der Pfarren Großwarasdorf und Nebersdorf, wurde als Mitglied berufen. (17. Feber 2014)

Montag, 3. Februar 2014

Betrifft: Berichte über „Ad-Limina“ der österreichischen Bischöfe (KATHPRESS).



Kirchenengagierten ist zu empfehlen:

Erstens
Den KATHPRESS – Beitrag (30.1.2014) auch „zwischen den Zeilen“ zu lesen! Etwa – Seite 2 – die Bemerkung von Papst Franziskus zur Bedeutung der Pfarren! Sieht man von der Bitte des Sportbischofs um einen päpstlichen Segen für die österreichische Teilnahme an „Sotschi“ ab, so findet sich eigentlich kein Wort über organisatorische Sonderformen oder „Bewegungen“. Offen–sichtlich kennt auch der Papst die Bedeutung der Pfarren mit ihren tausenden von MitarbeiterInnen.

Zweitens
Den Beitrag von Mag. Rolf Urrisk genau zu lesen! Es ist genau diese offene und klare Sprache, die unsere Kirche braucht! Es freut uns, dass unsere Bischöfe - laut KATHPRESS - ein Bischofskreuz und Rosenkränze erhielten. Aber: ist das pastoral irgendwie bedeutend? Da schon lieber die glasklaren Aussagen eines guten, alten österreichischen Offiziers, der seine Laienarbeitskraft unserer Kirche zur Verfügung stellt. Auch er ist „von der Freundschaft mit Jesus er-füllt“, wie Kardinal Dr. Schönborn im Vatikan sagte.

Drittens
Kardinal Dr. Schönborn fühlt „kirchliche Erneuerung“. Herr Kardinal – wenn die nachhaltig sein soll – ohne LaiInnen und Gottesvolk gibt`s keine Erneuerung! Den Fehler, den wir (Volk) nach dem Zweiten Vatikanum gemacht haben, den dürfen wir kein zweites Mal machen: uns vor lauter Begeisterung nicht um die Organisation und ums Kirchenrecht zu kümmern. Auch das gehört wesentlich zu einer „Erneuerung“!

Viertens
Der neue Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist durch sein „Vertretungsbekenntnis“ für die Menschen in seiner Erzdiözese wirklich gut aufgefallen. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit – bisher knickten die meisten Bischöfe „vor Rom“ gleich ein. Bei all diesem Verdienst – wenn er den Papst jetzt bittet, „dass die Laien einen Ort und Aufgaben in der Kirche haben und „wirklich spüren, dass sie in dieser Kirche wichtig sind“ – ja dann, lieber Bruder Erzbischof, dann sind Sie leider etwas „hinter der Situation“! Die LaiInnen sind nicht nur wichtig, sondern letztlich entscheidend! Hier versammelt sich jenes Engagement und auch Kompetenz, die unsere Kirche braucht! Ganz, ganz abgesehen einmal von der Finanzierung! Also: wir brauchen kein barmherziges Zuteilen von Aufgaben, sondern eine klare Aufgabenteilung. Und das auf Augenhöhe! Die Pfarrerinitiative hat dies - im Sinne der Kirche - längst „überrissen“! Die Bischöfe müssten ihr eigentlich sehr dankbar sein!

Fünftens
Der Idee von Herrn Mag. Urrisk auf einen eigenen „LaiInnenbericht“ an diesen Papst ist schon einiges abzugewinnen! Niemand wird ihn bremsen können – und Franziskus wird`s schon gar nicht tun!

Herzlich an alle Lothar Müller

Sonntag, 2. Februar 2014

„Licht“ sein füreinander

Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist,
dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut,
sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich
ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend
ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir
ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Licht sind,
ein Geschenk des Himmels.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen!

Petrus Ceelen, Werkmappe Jugendgottesdienste,
Innsbruck 21997, 163.