Freitag, 7. Februar 2014

Äußerung zu Kinderreichtum: Muslime entsetzt über Kardinal Meisner

Wieder einmal sorgt der umstrittene Kölner Kardinal Joachim Meisner für negative Schlagzeilen. Meisner wurde 2012 von Bischof Zsifkovics die höchste Auszeichnung der Diözese, der St. Martins-Orden in Gold, verliehen.
Kardinal Meisner erhält höchste Auszeichnung für "stilles Wirken" in der Diözese" >>

Domradio-Video von Meisners Ansprache >>
Kardinal Meisner über die Familien des Neokatechemunalen Wegs (24.01.2014)
Ansprache von Joachim Kardinal Meisner vor Mitgliedern der katholischen Bewegung Neokatechumenaler Weg im Kölner Maternushaus mit der empörenden Aussage.


Muslime entsetzt über Kardinal Meisner
Mit Äußerungen zum Kinderreichtum von Muslimen in Deutschland ist Kölns Kardinal Joachim Meisner (80) auf empörten Widerspruch seitens des Zentralrats der Muslime gestoßen.

In einer Ansprache vor Mitgliedern einer konservativen katholischen Bewegung hatte Meisner laut Kölner Domradio gesagt: „Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien.“ Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher Meisners. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wertete das gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch-Ausgabe) als Versuch des scheidenden Kardinals, „sich mit Sarrazin-ähnlichen Äußerungen über Muslime einen rustikalen Abgang zu sichern“.

Meisner bedauerte inzwischen, mit der Äußerung über Muslime Irritationen ausgelöst zu haben. „Es war keineswegs meine Absicht, Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten“, versicherte er am Mittwoch in einer Stellungnahme. „Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich. (...) Ich habe schon verschiedentlich gesagt, dass muslimische Familien unserer überalternden Gesellschaft in manchem ein Beispiel geben.“

„Bedient Ressentiments“
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wertete dies gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochsausgabe) als Versuch des scheidenden Kardinals, „sich mit Sarrazin-ähnlichen Äußerungen über Muslime einen rustikalen Abgang zu sichern“. Meisner bediene Ressentiments und islamfeindliche Stimmungen, „die wir so von der katholischen Kirche und besonders vom neuen Papst nicht kennen“, sagte Mazyek.
Bekir Alboga von der Türkisch-Islamischen Union Ditib sagte dem Blatt: „Man stelle sich vor, ein muslimischer Würdenträger in vergleichbarer Position würde diesen Satz formulieren - ein Empörungsschrei ginge durch die Gesellschaft.“
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), sprach gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ von der „persönlichen Meinung eines katholischen Würdenträgers“, die sie nicht kommentiere, „auch wenn ich sie nicht verstehe“.
Meisner machte seine Aussagen laut Domradio, dem Sender des Erzbistums Köln, Ende Jänner bei einer Veranstaltung des „Neokatechumenalen Wegs“, einer geistlichen katholischen Bewegung. Der Kardinal habe mit seinen Worten die Bereitschaft der Bewegung zur Gründung großer Familien als Glaubenszeugnis würdigen wollen, so die Interpretation des Bistumssenders.

religion.ORF.at/AFP/dpa


Verbale Entgleisung
Muslime entsetzt über Kardinal Meisner

Eine katholische Familie „ersetzt mir drei muslimische Familien“: Mit dieser Äußerung vor Angehörigen einer konservativen Bewegung sorgt der Kölner Kardinal Meisner bei Muslimen für Entsetzen. Auch die Regierung reagiert verstört.
Kölner Stadtanzeiger >>

Kardinal Meisner reagiert auf Kritik an Aussage zu kinderreichen Familien:
"Muslimische Familien in manchem ein Beispiel"
Auf die Kritik an seiner Äußerung zu katholischen und muslimischen Familien hat Joachim Kardinal Meisner nun reagiert. Er habe seine Wertschätzung für kinderreiche Familien zum Ausdruck bringen wollen - mit "vielleicht unglücklicher Wortwahl".
Domradio.de >>

Aktuell aus Rom:
Papst Franziskus zieht Neokatechumenat an den Ohren läßt ihm aber liturgische Narrenfreiheit
Am Samstag, den 1. Februar war die große Audienzhalle Paolo VI. des Vatikans bis auf den letzten Platz gefüllt. Grund war die erste Begegnung des Neokatechumenalen Wegs mit Papst Franziskus. Der Papst zog die Neokatechumenalen dabei dreifach an den Ohren, läßt ihren liturgischen Sonderformen und Mißbräuchen jedoch freien Lauf.

Der erste Punkt betrifft das Verhältnis der Bewegung mit den Ortsbischöfen, das sich häufig konfliktreich gestaltet. Japans Bischöfe haben die Bewegung wegen ihres an der kirchlichen Autorität vorbei geführten Eigenlebens aus ihren Diözesen hinausgeworfen. Die Suspendierung wurde vorerst auf fünf Jahre begrenzt und endet im Jahr 2015. Der Papst verlangte von den Neokatechumenalen, keine Konflikte herauszufordern und zu gehorchen, auch um den Preis, darauf „verzichten zu müssen“, ihr Programm „in allen Details leben zu können“.

Die zweite Ermahnung betrifft den Respekt vor der örtlichen Kultur der Länder, in denen sie aktiv sind. Der Neokatechumenale Weg ist für seine mangelnde Sensibilität gegenüber der spezifischen Kultur eines Landes und Volkes bekannt. Für die Kulturen vor Ort zeigen die Neokatechumenalen nur geringes oder gar kein Interesse. Sie pflanzen ihre spezifischen Formen identisch in jedem Winkel der Erde gleich auf und ersetzen damit die kulturellen Ausprägungen der einzelnen Länder. Das gilt ebenso für ihr katechetisches, liturgisches, gemeinschaftliches Modell, das Gründer Kiko Argüello bis ins kleinste Detail ausgearbeitet hat.

Die dritte Ermahnung betritt die Behandlung der Adepten: „Die Freiheit jedes Einzelnen darf keinem Zwang unterworfen sein und man muß auch die eventuelle Entscheidung respektieren, sollte jemand außerhalb des Wegs andere Formen des christlichen Lebens suchen.“
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