Montag, 27. Juni 2011

Moraltheologe Roman Frydrich in die Diözese inkardiniert

Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der Pfarrbesetzungen erfolgt überraschend die Mitteilung über die Eingliederung (Inkardination) des slowakischen Priesters und Moraltheologen Mag. Lic. Roman Frydrich in unsere Diözese. Dadurch ist für seine existentiellle Absicherung letztlich nicht mehr die Erzdiözese Bratislava, sondern Eisenstadt zuständig.
Bereits seit 20. Juni ist Frydrich dem Moderator Dr. Petar Ivandic in Wulkaprodersorf als Pfarradministrator zugeteilt.
Für welches Sprungbrett dient wieder einmal Wulkaprodersdorf!?


Mag. Lic. Roman Frydrich
Geboren am 18.7.1972 in Bratislava (Slowakei)
Priesterweihe am 31.8.1996

13 Jahre als Seelsorger in der Slowakei tätig:
1.9.1996 als Kaplan in der Pfarre Bratislava- Blumentál
1.7.1998 als Kaplan in den südslowakischen Städten Komárno und Surany
1.7.2000 bis 30.6.2009 als Pfarrer in der Pfarre Bratislava–Vrakuňa

1.9.2009: Aushilfsseelsorger im Stephansdom Wien und Doktoratsstudium in Moraltheologie an der Uni Wien

20. Juni 2011: vorübergehend zum Pfarradministrator der Pfarre Wulkaprodersdorf bestellt und sofort in die Diözese Eisenstadt inkardiniert

Kommentare:

Schillebeeckx hat gesagt…

Tja, ein Theologe wie dieser darf in der Zsifkovics-Sammlung nicht fehlen ...!

Was bemerkenswert ist: Obwohl es genügend erstklassiges Personal in der eigenen Diözese gäbe, gerade auch unter LaientheologInnen, holt sich der Bischof lieber alles Mögliche an Mitarbeitern aus Nachbarsdiözesen oder aus dem Ausland.

Warum, nur, warum ... ?!

Anonym hat gesagt…

Auf Grund der Umbesetzungen in der Diözese ist es endgültig offenbar geworden, welchen Leuten Zsifkovics vertraut: nur dem "Kirchensteuer-Zahler Volk Gottes" nicht und auch den meisten Priestern der Diözese nicht! So ist es nur allzu verständlich, dass er "Verstärkung" aus dem Ausland braucht. Seine Treffsicherheit in punkto "Menschenkenntnis" ist wirklich bewundernswert!

ROMulus hat gesagt…

„Impetrare officium episcopum scivisti Ägidius, officium uti nescis“ (©frei nach Livius:"ab urbe condita)
„Ägidius, du hast es verstanden das Amt des Bischofs zu erreichen, das Amt zu nutzen verstehst du nicht!“

Peter hat gesagt…

Ein Niedergang des Latein ist zu beobachten, wenn nicht einmal Romulus (der Stammvater Roms) mehr Latein kann und nicht weiß, dass uti den Abl. verlangt. Wie soll er sich dann in Pastoralfragen auskennen?!

ROMulus hat gesagt…

Ich nehme die Zurechtweisung von Peter und die Korrektur zum Deponens-Ablativ gerne entgegen und korrigiere wie folgt:
"Impetrare officium episcopum scivisti Ägidius, officio uti nescis“.
An der Aussage und dem Gehalt des Zitates ändert das aber nichts, denn es wäre höchst an der Zeit, dass Bischof Ägidius sein Amt im Sinne des 2. Vatikanisches Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe, "Christus Dominus“ nützt:
Zitat:
„Mit besonderer Liebe seien sie (die Bischöfe) jederzeit den Priestern zugetan, die ja für ihren Teil die Aufgaben und Sorgen der Bischöfe übernehmen und in täglicher Mühewaltung so eifrig verwirklichen. Sie sollen sie als Söhne und Freunde betrachten. Deshalb sollen sie (die Bischöfe) sie bereitwillig anhören und sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen um den Fortschritt der gesamten Seelsorgsarbeit in der ganzen Diözese bemühen.“
Diese Haltung vermissen viele Gläubige bei Bischof Ägidius, vor allem aber jene, die von den kürzlich erfolgten teils unverständlichen Personalrochaden betroffen waren.

Peter hat gesagt…

@ Romulus: Ich bin erfreut über Ihren Lernwillen bezüglich Latein. Darum können wir auch die nächsten Hürden in Angriff nehmen: Im Lateinischen gibt es den Vokativ. Die Substantiva auf -ius bilden ihn auf -i, also Aegidi. Bischofsamt heißt officium episcopale. -
Jetzt können Sie mir berechtigterweise vorwerfen, ich befasse mich nicht mit dem Wesentlichen Ihrer Aussage, sondern mit irgendwelchen unwichtigen sprachlichen Details - wie ein Schulmeisterlein. Genau darauf möchte ich hinaus: Es ist die Frage, ob nicht der Bischof die Belange der GANZEN Diözese überblicken muss. Alle anderen sehen seine jeweilige Entscheidung nur von ihrer (notwendiger Weise beschränkten) Perspektive aus. So kommen sie zum Schluss: Der Bischof ist lieblos oder uneinsichtig oder beides. -
Wenn ich Ihnen mit meiner Kritik nicht gerecht wurde, dann können Sie sich vielleicht auch vorstellen, dass manche auch dem Bischof und seinen Motiven nicht gerecht werden (können).
Auf Ihre Antwort bin ich gespannt und gebe Ihnen jetzt schon recht.

Aquilea hat gesagt…

Latein hin und her: "Es ist die Frage, ob nicht der Bischof die Belange der GANZEN Diözese überblicken muss": Ja tatsächlich, das sollte seine eigentliche Aufgabe sein. Aber was, wenn er dazu nicht gewillt oder noch schlimmer, nicht fähig ist, aus welchem Grund auch???!
Weil jemand - so oder so - Bischof geworden ist, heißt noch lange nicht, dass er diesem Amt gewachsen oder diese "Ehre" verdient hat! Beispiele dafür gibt es mehr als genug in der Kirchengeschichte! Und dann sollte es heißen: "Ich bin dieser Aufgabe nicht gewachsen, ich danke ab..."

Peter hat gesagt…

Was ich mit der Lateinkorrektur zeigen wollte: Sogar die Bischofskritiker sind nicht unfehlbar.-Wir sind hinsichtlich der Qualifikation des Bischofs keinen Schritt weiter gekommen. Es gibt welche, die mit ihm zufrieden sind, andere sind es nicht. Die Frage bleibt: Wer bestimmt? Auch demokratische Mehrheitsentscheidungen können verheerend sein: Bei den Wahlen Juli 1932 entschied sich die überwiegende Mehrheit für Hitler. Man muss also zumindest vorsichtig sein. -
Hilft in diesem Dilemma der Heilige Geist oder Ironie: Denen, die wegen der Diktatur und Verfolgung durch den Bischof Blut schwitzen, sei gesagt: Das Blut der Märtyrer wird zum Samen neuer Christen.

Christian hat gesagt…

@Peter: Die "Bischofskritiker" wissen, dass sie nicht unfehlbar sind - gerade deshalb suchen sie den Dialog als Befruchtung!!
Ein romtreuer Bischof allerdings ist von seiner Unfehlbarkeit überzeugt - im Gefolge des Papstes! Das Ergebnis: sterile Dogmatik.

Und echte Bischofskritiker wollen ihn ja nicht beseitigen oder bekämpfen, sondern sie sind voller Sorge um ihn, weil sie sehen, dass er sich selber mit all dem, was er tut, den Ast absägt, auf dem er sich sicher wähnt. (Siehe Kurt Krenn und wo der gelandet ist. - Das soll dem Bischof wahrlich erspart bleiben!)

Aquilea hat gesagt…

"Denen, die wegen der Diktatur und Verfolgung durch den Bischof Blut schwitzen, sei gesagt: Das Blut der Märtyrer wird zum Samen neuer Christen." Das ist aber ein eigenartiger Satz, lieber Peter! Wofür stehen Sie überhaupt: Ist also die Aufgabe des Herrn Bischofs (pardon, seiner Exzellenz) Märtyrer zu "erzeugen", um damit die Kirche zu stärken? Vielleicht sollten wir uns sogar in die Luft sprengen, um diese veralterten Strukturen zu stärken? Oder uns verbrennen? Wie auch immer, so geht es auf jeden Fall nicht weiter!

Peter hat gesagt…

@ Aquilea Der "eigenartige" Satz war - wie ich erklärend dazugeschrieben habe - ironisch gemeint. - Nun im Ernst: Wenn ich das Gejammer hier im Blog lese, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich manche tatsächlich als geschundene Märtyrer sehen.
Alles Gute!

@ Christian Ob dem Bischof die Art und Weise, wie sich manche um ihn sorgen, nicht eher Sorgen bereitet? Mit freundlichen Grüßen!

Christian hat gesagt…

@Peter: zu ihrem "Eindruck der geschundenen Märtyrer" - wie mitleid- und herzlos sie das von sich geben. Der Eindruck entsteht, dass ihnen das Schwertschwingen Spaß macht.

Und danke für die Grüße - alles hat seine Zeit.

Peter hat gesagt…

@Christian dass mir "das Schwertschwingen Spaß macht". Nein. Das nicht. Aber manchmal lasse ich mich - leider - durch diejenigen, die heutzutage so angriffslustig und siegessicher die Schwerter ziehen (Schüller und Co., denen hier im Blog hofiert wird), verführen und ziehe die ironische Klinge. - Jetzt kann man natürlich wieder fragen, wer begonnen habe, weil die Genannten ja ihrerseits verletzt worden seien. Das nimmt also kein Ende. Darum scheide ich aus der Diskussion aus und wünsche allen Verletzten Heilung. Ich hoffe, mich im Reich Gottes anders einbringen zu können.