Freitag, 17. Februar 2012

Ökumene im Neuen Jahrbuch - ein trauriger Rückschritt!

Zweiter Kommentar zum Viersprachigen Jahrbuch 2012

Im neuen Jahrbuch der Diözese Eisenstadt findet sich eine Neuerung, die auf den ersten Blick gar nicht gleich auffällt.
Bisher waren unter "Jahrbuch-Service" Die christlichen Kirchen im Burgenland aufgezählt: Neben der Römisch-Katholischen Diözese Eisenstadt auch die Evangelische Diözese A.B. Burgenland und die Evangelische Kirche H.B. im Burgenland. Diese Gliederung fehlt nun. Die Evangelischen Kirchen werden im Jahrbuch nicht mehr erwähnt. Es stellt sich natürlich die Frage nach dem Warum? Unser neuer Bischof mit seinem Beraterstab wird sicher wissen warum. Ich sehe das als ein weiteres bedenkliches Zeichen.

Jedenfalls ist das ein weiterer eklatanter Bruch mit dem von Bischof Paul eingeschlagenen Weg, der vor allem auch neue Akzente des Respektes und der Anerkennung in der Ökumene im Burgenland beschritten hat.

Das mutige Eintreten für die christlichen Kirchen im Burgenland wäre ein weiteres, Not-wendendes Zeichen für gelebte Einheit in Vielfalt unter den Glaubensgeschwistern. "Im ökumenischen Dialog dürfen Machtfragen keine Rolle spielen", mahnt der Innsbrucker Theologe Roman Siebenrock. Nicht das Streben nach Einheit muss sich rechtfertigen, sondern das Beharren auf  der Trennung, so der Theologe bei einer kirchenrechtlichen Ökumene-Tagung in Innsbruck, die am Mittwoch zu Ende ging.

Und eine weitere Anmerkung:
Neben den christlichen Kirchen fehlen im Punkt E (Diözesane Gremien) nach wie vor Pastoralrat, Laienrat, Frauenkommission oder Pastorale Schiedsinstanz - vermutlich aufgrund der Doktorarbeit von Petar Ivandic. Immerhin gibt es diesmal keine leere Seite.

Nächste Woche kommt mein dritter und letzter Kommentar zum neuen Jahrbuch

Zum Thema:
Liebevolle Ökumene der Differenzen auf martinus.at >>

Kommentare:

  1. Herr Posch, sind Sie ein (altmodischer) Lehrer, der nur auf Fehler aus ist?

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    1. Das sind Beiträge zum Dialog und sollten zur Verbesserung in unserer Kirche beitragen.

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  2. Wieso sollen / sollten im Jahrbuch der KATHOLISCHEN eDiözese Eisenstadt denn die evangelischen Kirchen angeführt werden?

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  3. @ AMC: ja, warum nur ? In einem katholischen Jahrbuch, das die " christlichen Kirchen im Burgenland" nennt, gehören ja wohlauch die evangelischen Gemeinden - oder halten Sie es mit dem jetzigen Papst, der der ev,Kirche ihr Kirchesein abspricht ? Im Übrigen würde ich in einem ökumenischen Jahrbuch genau diese Gemeinden auch erwarten. Das ist wohl mehr als selbstverständlich, sind es doch unsere engsten Geschwister !

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  4. @ Regina: Handelt es sich um ein KATHOLISCHES oder um ein ÖKUMENISCHES Jahrbuch? Wer sucht denn in einer katholischen Publikation evangelische Gemeinden?

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  5. @AMC: Noch einmal zum Mitschreiben: auch wenn es ein katholisches Jahrbuch nach außen offiziell ist, so waren unter dem Stichwort " Die CHRISTLICHEN Kirchen im Burgenland " eben auch die christlichen Kirchen erfasst, und dies sind ja wohl katholische wie protestantische Gemeinden, oder etwa nicht ? Wenn diese Erfassung und Nennung VORHER Usus war, warum dann jetzt dieser Rückfall in die Abgrenzung bzw. bewußter Trennung - das bedarf schon einer Rechtfertigung, wenn bischöflicherseits derart herrschaftlich aufgetreten wird !

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    1. @ Regina: Uiii! Vieleicht ist da Jemand so unverschämt gewesen und hat gesagt, die "Evangelischen" sollen ihr eigenes Jahrbuch machen, wir nützen den Platz für was katholisches? Aber wenn für Sie gilt: Alles was USUS war, soll so bleiben, dann sind Sie ja sicherlich ein Gegner der PI, und von "Wir sind Kirche" , oder???

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    2. @ AMC:

      Wenn HEUTE in der RKK alles das "usus" wäre, was es vor langer Zeit schon einmal gab, und worauf sich ja streng traditionell verhaftete Katholiken immer so innigst berufen, dann hätten wir HEUTE in der Kirche kaum Probleme: es gäbe keinen Pflichtzölibat, die Priester wären ganz selbstverständlich verheiratet, es gäbe Männer und Frauen als Diakone , keine kirchliche Hierarchie, keinen Papst etc... herrlich ! Wunderbar ! Und all diese beinah paradisischen Zustände hätten wir auch Benedikt XVI. zu verdanken, der vor nicht allzulanger Zeit mit Nachdruck darauf hingewiesen hat (mit Hinblick auf die Wiederzulasssung der "alten" Messe !), dass alles, was früher erlaubt , also üblich und in Gebrauch (= usus!) war , nicht plötzlich schlecht und verkehrt sei.... Ja, wie recht er mit dieser Feststellung doch hat ... die theologisch-praktischen Konsequenzen dieser Aussage hat dabei wohl nicht bedacht, der arme, hochgebildete, theologisch ach so brillante Professor-Papst!

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    3. @Regina: Welcher Religionsgemeinschaft gehören Sie eigentlich an? Und woher haben Sie Ihre ausgezeichnete Bildung in Sachen katholische Kirche? Wann waren denn die Hl. Messen im ausserordentlichen Ritus VERBOTEN?

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    4. @AMC: Was hat denn die Konfessionsangehörigkeit Reginas mit dieser Diskussion zu tun? Wo hat denn Regina das Wort VERBOTEN gebraucht?

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    5. @Markus Ankerl: Ich habe nach der Religionszugehörigkeit von Frau Regina gefragt, weil es für mich den Anschein hat, dass sie nicht katholisch ist. Und es ist doch schon von Bedeutung ob Jemand katholisch ist und seine Kirche reformieren will oder Jemand aussenstehender seine Meinung dazu äussert. Und zu VERBOTEN: Wenn es einer Wiederzulasssung gab, dann musste der Ritus doch zuvor NICHT zugelassen, also verboten gewesen sein,oder?? Und sind Sie nun das Sprachrohr von Frau Regina??

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    6. @AMC ich wundere mich nur über ihre Art, eine Diskussion zu führen; würden sie denn mit einer evangelischen Christin keinen Dialog führen? Falls nein, haben sie letzten Sonntag das Evangelium gehört?

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    7. @ Markus Ankerl: Ich spreche wie man hier sieht mit ALLEN natürlich auch mit evangelischen Christen, Muslimen, Hindus, ....

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  6. In der Kirche läuft es wie sonst auch: Die meisten wollen die anderen ändern. Aber das hat nie funktioniert. Trotzdem versuchen es die Menschen immer wieder neu. Arme Kirche, arme Menschheit!

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