Donnerstag, 11. August 2011

Schönborn droht Pfarrer-Initiative mit Sanktionen

Schönborn droht Schüller: Verlust des Amts?
Der Konflikt um den Aufruf der Pfarrer-Initiative zum Ungehorsam spitzt sich dramatisch zu.
Helmut Schüller war mit drei anderen Priestern der Erzdiözese Wien am Mittwoch (10.8.) zum Frühstück bei Kardinal Christoph Schönborn. Anlass und Thema der Unterredung waren überaus ernst. Der Wiener Erzbischof tadelte seinen früheren Generalvikar und dessen Vorstandskollegen wegen des Aufrufs der Pfarrer-Initiative zum Ungehorsam. Und er drohte mit Konsequenzen, wie Schüller danach im Gespräch mit der „Presse“ erklärte.
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Pfarrer-Initiative befürchtet nach Treffen mit Schönborn Sanktionen
Erzbischof sprach mit Vertretern der Pfarrer-Initiative
Kardinal Christoph Schönborn ist am Mittwoch mit Vertretern der kirchenkritischen "Pfarrer-Initiative" zusammengetroffen, die im Juni einen Aufruf zum Ungehorsam gegen Rom veröffentlicht hatte. Laut "Kathpress" verordnete er ihnen eine Nachdenkpause, im Herbst soll es ein weiteres Gespräch geben. Dann könnten auch weitere Maßnahmen drohen, befürchtet der frühere Wiener Generalvikar Helmut Schüller, der an der Spitze der Reformorganisation steht.
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"Aufruf zum Ungehorsam": Nachdenkpause bis zum Herbst
Wiener Erzbischof traf mit Vertretern der Pfarrer-Initiative zusammen
Nach dem "Aufruf zum Ungehorsam" hat der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, am Mittwoch Vertreter der "Pfarrer-Initiative" getroffen. Wie die Erzdiözese Wien mitteilte, habe der Kardinal bei dem Treffen mit jenen Vorstandsmitgliedern der Pfarrer-Initiative, die als Priester der Erzdiözese Wien angehören, deutlich gemacht, dass er als Bischof seiner Diözese den Ungehorsamsaufruf "nicht so stehen lassen" könne.
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"Aufruf zum Ungehorsam": Schönborn trifft "Pfarrer-Initiative"
„Karten auf den Tisch gelegt“
Gerald Gump, Vorstandsmitglied der Pfarrer-Initiative sieht das Gespräch mit dem Erzbischof grundsätzlich positiv. „Die Karten wurden offen auf den Tisch gelegt“, sagt er im Interview mit religion.ORF.at. Schönborn habe den Gesprächsteilnehmern einen Fragenkatalog mitgegeben, über den sie bis zum nächsten Treffen beraten sollten. Inhaltlich habe es beispielsweise beim Zölibat eine deutliche Absage gegeben: „Der Kardinal hat deutlich gemacht, dass er sich in diesem Punkt weder in der Bischofskonferenz noch in Rom für irgendeine Änderung einsetzen werde. So deutlich hatte ich das davor von ihm noch nie gehört“, sagt Gump.
Grundsätzlich habe er das Gefühl, dass die österreichischen Bischöfe die Anliegen der Initiative sehr wohl ernst nehmen würden. „Aber sie schätzen in vielen Punkten die Brisanz deutlich anders ein“, meint Gump. „Wir glauben, dass es so nicht weiter gehen kann. Der Kardinal sieht das etwas entspannter.“ Die Kritik an der Form, die für den Aufruf der Pfarrer-Initiative gewählt wurde, und vor allem an der Wortwahl („Ungehorsam“) kann Gump zwar nachvollziehen, er selbst findet ihn jetzt allerdings sogar noch treffender als bei der Veröffentlichung. „Ich war zu Beginn skeptisch, weil ich selbst ein eher konfliktscheuer Mensch bin, aber mittlerweile bin ich überzeugt, dass der Titel genau das ausdrückt, was Sache ist. Viele Priester tun diese Dinge, die wir angesprochen haben, seit Jahren. Es ist nur ehrlich, das auch zu kommunizieren.“
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Kommentare:

Aquilea hat gesagt…

Ungehorsam, was da geschieht, wird in der Tat seit (fast) zweitausend Jahren in der Kirche praktiziert: offenbar lesen die (selbsternannten) Exzellenzen die Apostelgeschichten- und Briefe nie! Eigentlich Schade!
"Wer zu spät kommt..." etc. etc. ...

Anonym hat gesagt…

Ungehorsam sein und bestehende Gesetze oder Regeln zu hinterfragen und ggf auch zu missachten ist einfach Teil des Christentums, siehe dazu zB Mk 3, 1-6 "Die Heilung eines Mannes am Sabbat": Jesus übertrat bewusst und absichtlich, coram publico das Gesetz der Sabbatruhe um einem anderen Menschen Gutes zu tun. Dieses Vergehen war damals offensichtlich auch keine Lappalie, denn sie lieferte mit einen Grund ihn umzubringen!
Die Spendung des Abendmahls an Wiederverheiratet-Geschiedene oder an Mitglieder anderer Konfessionen, wie es die Parrerinitiative beispielsweise fordert, setzt diese Tradition fort, Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu üben auch wenn dabei Regeln gebrochen werden müssen. Die Haltung der Pfarrerinitiative kann so wesentlich mehr dem Geist Christi zugeordnet werden als so manche offizielle Lehrmeinung. Wir dürfen ferner auch nicht vergessen, dass die Lehre Christi und seiner Jünger damals zu einer Abspaltung der Christen vom Judentum führte. Welcher Christ würde unsere Religionsgründer heute als gefährliche Kirchenspalter bezeichnen?
Und dass auch ein Bischof ein verheirateter Mann sein soll, kann jeder in der Heiligen Schrift gerne nachlesen...