Montag, 6. Oktober 2014

Papst: Bischofssynode muss „Schrei des Volkes“ hören

Vor der außerordentlichen Bischofssynode hat Papst Franziskus die Teilnehmer zu einer „aufrechten, offenen und brüderlichen“ Debatte aufgerufen. Aus Österreich nimmt Kardinal Christoph Schönborn an der Synode teil.
Die Sonntags-Predigt von Papst Franziskus zum Weinberg-Gleichnis ist lesenswert!

Vor Beginn der Synode hatten sich am Samstagabend tausende Familien auf dem Petersplatz zu einer Gebetswache versammelt. Papst Franziskus betete mit ihnen das Abendgebet.

Die Bischöfe müssten mit Gott den „Schrei des Volkes“ hören, sagte Franziskus. Bei seiner Ansprache äußerte er auch die Hoffnung, dass die Weltbischofssynode eine „gottgewollte Gelegenheit“ sei, um die „Kirche und Gesellschaft zu erneuern“.

Die Kirchengeschichte kenne zahlreiche ähnliche Situationen, die von früheren Generationen mit „großer Geduld und Kreativität“ überwunden worden seien, erklärte Franziskus in seiner Ansprache weiter. Um zu erkennen, was Gott von seiner Kirche wolle, müssten sich die Bischöfe mit den „Freuden, Hoffnungen, Traurigkeiten und Ängste“ der Menschen von heute „imprägnieren“.
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Synode: „Großherzig, in wahrer Freiheit und in demütiger Kreativität“

Mit einem feierlichen Pontifikalamt im Petersdom ist am Sonntag die Sonderversammlung der Bischofssynode eröffnet worden. Zwei Wochen lang debattieren die Synodenteilnehmer über die „Pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung“.

In seiner Predigt forderte der Papst zu Großherzigkeit und demütiger Kreativität auf. Mit Blick auf das Sonntagsevangelium von den Arbeitern im Weinberg sagte er, die Bischöfe dürften nicht den Fehler machen, den Weinberg als ihr Eigentum zu betrachten und ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Gott habe einen eigenen Traum mit seinem Volk, der nicht durch die Habgier und Herrschsucht der Hirten durchkreuzt werden dürfe. Die schlechten Hirten legten den Menschen unerträgliche Lasten auf, die selber noch nicht mal mit einem Finger bewegen könnten.
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Ende der Heuchelei
Endlich diskutiert der Vatikan offen über Ehe und Familie. Doch revidiert er auch seine Sexualmoral?
Seit wann ist die Familie eigentlich ein Problem? Lange Zeit war die Furcht vor ihrer Zerrüttung, ja vor ihrem Verschwinden nur ein Thema für die gehobene Literatur, ein Gedankenspiel für die Fans von Thomas Mann und Heimito von Doderer, von John Updike und Ian McEwan. In der wirklichen Welt war die Familie eine Lebenstatsache und als solche unumstößlich. Sie machte glücklich oder unglücklich, sie konnte den Einzelnen zur Verzweiflung treiben, aber das stellte ihre Existenz nicht infrage. Dass sie eines Tages nicht mehr existieren könnte, war als politische Sorge ungefähr so populär wie das Verlöschen der Sonne.
Doch irgendwann schlich sich die Schreckensvision vom Ende der Familie auch in die Politik ein. Die Debatte begann mit der Angst vor der berufstätigen Mutter, setzte sich fort im Neid auf die angeblich hedonistischen Kinderlosen und führte alsbald zu der Schockfrage "Kinder oder Karriere?" (als sei Kinderhaben eine Tretmühle und weibliche Erwerbsarbeit per se Karriere). Dann kam die Frauenquote und mit ihr die Wut der neuerdings benachteiligten Männer.
Ist es ein Wunder, wenn nun auch der Vatikan in Rom über "Familienfragen" debattiert?
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Betreff: Kirchenbeitrag

Mag. Dr. theol. Ernst Gatterbauer
Kirchberg 22
7091 Breitenbrunn 
 
An die
Diözese Eisenstadt
7000 Eisenstadt                                               Breitenbrunn, 30. Sept. 2014


Betreff: Kirchenbeitrag

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Bischof!

Ich möchte Ihnen hiermit mitteilen, dass ich den Einziehungsauftrag für meinen Kirchenbeitrag mit Ende September 2014 storniert habe und ich auch weiterhin nicht mehr bereit bin, einen Kirchenbeitrag zu bezahlen.

In den vergangenen Wochen und Tagen habe ich mehrere namhafte Personen (darunter auch zahlreiche Priester im Dienst) des Burgenlandes getroffen und als Theologe wurde ich immer wieder auf die derzeitige Situation der Diözese Eisenstadt angesprochen, bzw. wurden mir (mehr oder minder bereits bekannte) missliche Details unterbreitet, die mich sehr betroffen gemacht haben – es waren durchaus glaubhafte und identische Berichte. Ich möchte mich im Detail darüber nicht näher äußern, muss jedoch gestehen, dass ich (obwohl ich selbst meine Erfahrungen mit „hochrangigen“ Personen der Diözese in einer beschämenden Art und Weise erlitten habe) über das Ausmaß der Verletzungen und Demütigungen, welche Personen zugefügt wurden, zutiefst erschüttert bin.

Ich kann und möchte mit meinem Kirchenbeitrag weder die derzeitige Leitung noch den Kurs der Diözese Eisenstadt unter diesen Umständen weiter mitfinanzieren. Mein Gewissen verbietet mir, mich mit dem jetzigen „Führungsstil“ in dieser Angelegenheit und auch in anderen Bereichen zu solidarisieren.

Natürlich trete ich als getaufter Christ und überzeugter sowie leidenschaftlicher Katholik nicht aus der Kirche aus – was ja auch gar nicht möglich ist. Meine finanzielle Unterstützung werde ich in Zukunft vermehrt sozialen Einrichtungen zukommen lassen.

Ersuche um Kenntnisnahme und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Ernst Gatterbauer

Sonntag, 5. Oktober 2014

Wunderbare Früchte

Ich stehe vor der Ohnmacht der Menschen,
einander zu verstehen,
glücklich zu machen,
zu lieben.
Jeder doktert an einer besseren Welt herum.
Keiner scheint bereit,
sich selbst zu bessern.
Es ist Zeit,
den Geist des Lichtes zu suchen,
den Geist Gottes,
ohne den wir nicht zu Rande kommen.

Wenn dieser Geist
in deinem Herzen wohnt und wirkt,
wirst du einmal wunderbare Früchte pflücken,
die aus unserem menschlichen Zusammenleben
wieder ein Stück Paradies machen.

Diese Früchte tragen folgende Namen:
Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit,
Güte, Treue, Zärtlichkeit und Einfachheit.

Phil Bosmans, Leben jeden Tag. 365 Vitamine für das Herz,
Verlag Herder, Fr. i. Br., 2008, 109.


oder:

Nachfolgen
Nachfolgen heißt:
Ihm folgen, ihm ähnlich werden, unterwegs sein,
Hand anlegen, hingeh‘n und nicht warten, bis wer kommt.
Nachfolgen heißt zu lieben, nicht nur von Liebe reden und die Menschen übersehen,
sehn, was jemand gerade jetzt braucht,
es ihm geben, ihm helfen, neu zu leben, keine Unterschiede machen,
und machen, dass sich Brot vermehrt.

Nachfolgen heißt:
Ihm folgen, ihm ähnlich werden, ihm leben,
Menschen nicht aufgeben, ihnen täglich nahe sein:
In Winkeln, in Hütten, Häusern, Gassen,
in Wäldern und auf Straßen, machen, dass die Not vergeht,
Nachfolgen heißt: dorthin geh'n, wo andre nicht hinblicken,
in Schluchten der Fabriken, in Wüsten aus Beton.

Nachfolgen heißt:
Ihm folgen, ihm ähnlich werden, heißt heilen,
miteinander teilen, das, was jeder braucht,
heißt dienen, sich kleinmachen und bücken,
heißt in den Spiegel blicken und sich ehrlich sehn,
heißt täglich "Gott, hier bin ich" sagen
und immer wieder fragen: "Was soll ich für dich tun?"

Strube-Verlag, München-Berlin

Samstag, 4. Oktober 2014

Pfarre Mattersburg nimmt Flüchtlinge auf

Ausnahmweise am Samstag:
Zur Nachahmung empfohlen. Danke Günther!

Pfarre, Caritas und Stadtgemeinde Mattersburg wollen kooperieren und eine kleine Gruppe Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Menschen die alles verloren haben, müsse geholfen werden, argumentiert Pfarrer Günther Kroiss. Er will damit ein Zeichen setzen.

Wir wollen nicht zuschauen, wir wollen im Sinne der Nächstenliebe auch wirklich etwas tun. Mit diesen Worten eröffnete der Pfarrer von Mattersburg Günther Kroiss den Gottesdienst vergangenen Sonntag. Es tut sich jetzt tatsächlich etwas, bestätigte Kroiss.
„Wir haben im Pfarrheim oben am Stockwerk einige Räume frei, die werden kaum genutzt. Diese Räume sind auch leicht und schnell zu adaptieren. Wir wollen zwischen zehn und zwölf Flüchtlinge aufnehmen und in Zusammenarbeit mit der Caritas diese Flüchtlinge betreuen. Die Caritas übernimmt die Fachbetreuung. Es werden viele Ehrenamtliche mithelfen. Die finanzielle Hilfe kommt von der Stadtgemeinde Mattersburg“, so Kroiss.

Aktion soll positiver Impuls sein
Es wird alles rasch gehen versprach Kroiss. Er rechnete damit, dass die Vorbereitungsarbeiten im Pfarrheim bis zum 15. Oktober abgeschlossen sind. Auch die behördlichen Schritte wurden bereits in die Wege geleitet. „Die Reaktionen waren sehr positiv. Der Antrag auf Bewilligung sollte bereits beim Land eingelangt sein. Wir warten jetzt auf die Reaktionen der zuständigen Behörden“, sagte Kroiss.
Mit der Aktion von Pfarre und Stadtgemeinde Mattersburg soll für ganz Österreich ein Impuls unter dem Motto „habt keine Angst und habt Mut“ gesetzt werden, so Kroiss. Denn er glaubt, dass wegen des Bürgerkriegs in Syrien in den nächsten Wochen noch mehr Menschen Schutz und Hilfe bei uns in Österreich suchen werden.
Quelle: burgenland.orf.at

Freitag, 3. Oktober 2014

Gegenwind für Franziskus: Widerstand von konservativem Kirchenflügel

Gegenwind für Franziskus: Widerstand von konservativem Kirchenflügel
Vor der am kommenden Sonntag beginnenden Sondersynode über Familienseelsorge bekommt Papst Franziskus starken Gegenwind zu spüren. Seine Offenheit im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und sein harter Kurs im Kampf gegen Kindesmissbrauch sorgt für Unmut in konservativen Kreisen der Kurie.
Tiroler Tageszeitung >> 

Bischofssynode: Weichenstellung im Vatikan
Am kommenden Sonntag beginnt im Vatikan die außerordentliche Weltbischofssynode zum Thema Ehe- und Familienseelsorge. Vielen gilt sie als eine Art Weichenstellung im Pontifikat von Papst Franziskus.
Religion.orf.at >>

Kasper-Vorschläge zu Zweitehe: Scharfe Kritik Kardinal Burkes
US-Kurienkardinal: Papst braucht Kasper nicht, "er ist nicht stumm und kann für sich selbst sprechen"
Weiterlesen auf Kathpress >>


Berichte und Hintergründe über die Bischofssynode zur Familienpastoral
Familiensynode-Dossier auf Kathpress >>

Beginn des 14 Tage dauernden Treffens am Sonntag
Weltbischofssynode berät über Fragen der Familienpastoral
Rund 250 Bischöfe und weitere Fachleute beraten von Sonntag (05.10.2014) bis Sonntag (19.10.2014) im Vatikan über Herausforderungen der katholischen Familienpastoral: Papst Franziskus hat dazu eine Außerordentliche Weltbischofssynode einberufen. Die Erwartungen sind ebenso hoch wie unterschiedlich.
Kirchensite.de >>

Donnerstag, 2. Oktober 2014

"Das haben die Pfarrer doch selbst gemacht"

Kurier vom 02.10.2014:


Lothar Müller                                                                         3.10.2014

An Begegnung & Dialog

zu Herrn Bantsich – Kein Termin mit Bischof !

Lieber Herr Bantsich! Sie stellen fest, dass Sie seit mehr als sechs Monaten keinen Termin bei Ihrem Bischof erhalten haben.
Diese offensichtliche Kommunikationsschwäche Ihres – von uns (Tirol) weit entfernten -  Bischofs tut mir leid. Aber das wird sich mit der Neuformulierung des Kirchenrechts ändern – denn da werden wir uns für die Übernahme des staatlichen Amtsverfahrensgesetzes (Stellungnahmen innerhalb von sechs Monaten) einsetzen.
Andernfalls darf sich ein Herr Bischof nicht über eine seiner (unentschuldigten) Fristüberschreitung entsprechende Reduktion von betroffenen KirchenbeitragszahlerInnen wundern. Diese Sprache verstehen alle – leider!

Wer an der Spitze stehen will, muss auch Leistung erbringen – oder gehen. Amen.

Mit den besten Grüßen
Lothar Müller

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Rätselraten in Großwarasdorf: Wer hat Bischof eingesperrt?

Wer tatsächlich hinter der Tat steckt, wird derzeit von der Polizei geprüft. 

Großes Rätselraten herrscht derzeit in der kleinen Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf. Alle fragen sich, wer letzte Woche den Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics in den Pfarrhof eingesperrt hat (der KURIER berichtete).
In der 1500-Seelen-Gemeinde hält man sich bedeckt. Ein Lokalaugenschein zeigt: Die Leute munkeln, haben Verdächtigungen, möchten diese gegenüber dem KURIER aber nicht preisgeben. Im Dorfgasthaus gibt sich die Wirtin bedeckt. Natürlich habe sie eine Meinung, diese wolle sie aber nicht in der Zeitung lesen. Auch die Gemeinde sagt dazu nichts.

Eine Ortsbewohnerin erzählt dann doch frei von der Leber weg. Emma Karall glaubt zu wissen, wer den Riegel vor das Schloss geschoben hat. "Das haben die Pfarrer doch selbst gemacht. Damit wollen sie die Leute täuschen", meint die 82-Jährige.
Gemutmaßt wird aber auch, dass es einer der Protestierer war, die sich gegen die Abberufung des früheren Pfarrers wehren. "Es gibt viele Spekulationen und ich bin bereits verdächtigt worden", sagt Stefan Bantsich von der Protestbewegung. "Ich habe aber selbst erst am Samstag davon gehört."
Wer tatsächlich hinter der Tat steckt, wird derzeit von der Polizei geprüft. "Wir haben die Spuren gesichert, verfolgen aber keine heiße Spur. Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft eingeschaltet", sagt Helmut Marban von der Landespolizeidirektion Burgenland.

Quelle: Kurier