,Reform mit zwei Geschwindigkeiten‘
Peter Paul Kaspar ist Rektor der Linzer Ursulinenkirche. Der 74-Jährige war Akademiker- und Künstlerseelsorger und ist Mitglied des Vorstandes der Pfarrerinitiative. Vor fünf Jahren hat er den "Aufruf zum Ungehorsam" verfasst, der für viel Aufregung gesorgt hat. In der Pfarrerinitiative sind österreichweit 400 Pfarrer organisiert. Sie verlangen Reformen, unter anderem die Priesterweihe für Frauen.
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Dienstag, 25. Oktober 2016
Freitag, 10. Oktober 2014
Helmut Schüller: "Der römische Zentralismus funktioniert nicht mehr"
Der Obmann der Pfarrerinitiative und Uni-Seelsorger sieht die Zeit reif für Reformen
STANDARD: Papst Franziskus lädt ab kommendem Sonntag zur ersten Bischofssynode in seinem Pontifikat. Ehe, Familie, Sex – thematisch betrachtet, ist es wohl eine der spannendsten Synoden der letzten Jahrzehnte. Was erwarten Sie sich?
Schüller: Mindestens erwarte ich mir eine Öffnung der ganzen Themen und Fragen. Bisher war ja die Diskussion darüber in der Kirche blockiert. Da hat man stets auf unverrückbare Lehramtsposition verwiesen. Eine neue Offenheit wäre das große Ziel dieser Bischofssynode.
STANDARD: Es hat in den letzten 50 Jahren keiner gewagt, den Staub von
den moralischen Grundwerten zu wischen. Warum sollte man jetzt plötzlich in aller Offenheit darüber sprechen?
Schüller: Weil die Zeit reif ist – und Papst Franziskus die Basis für diesen wichtigen Diskurs geschaffen hat. Es ist ja schon ein Riesenschritt vorwärts getan, wenn derzeit Kardinäle öffentlich die Rolle von wiederverheirateten Geschiedenen debattieren. So etwas hat es bisher nicht gegeben. Und sobald die Diskussion eröffnet ist, entsteht eine Eigendynamik. Und die lässt sich auch nicht mehr von einer Seite kontrollieren. Daher erwarte ich mir auch konkrete Veränderungen.
STANDARD: Welche konkret?
Schüller: Die Kirche muss vor allem Wege finden zum Kommunionsempfang für (noch) nicht kirchlich verheiratete Partner, geschiedene Wiederverheiratete und homosexuelle Paare. Es geht darum, die heutige Lebenswirklichkeit aller Ehepaare, Familien und Menschen in Beziehung anzuerkennen. Das sollte der Ausgangspunkt aller synodalen Beratungen sein. Der persönlichen Gewissensentscheidung muss ihr rechtmäßiger Platz in der Kirche zurückgegeben werden.
STANDARD: Kardinal Christoph Schönborn ist da deutlich pessimistischer und hat die Erwartungen gedämpft. Man dürfe nicht erwarten, "dass der Papst die Lehre über die Ehe ändert".
Schüller: Diese Haltung ist doch ganz typisch für die österreichischen Bischöfe: sich nur ja nicht aus der Deckung herauswagen. Das ist eine taktische, strategische Bemerkung – aber keine inhaltliche.
STANDARD: Wurden mit der weltweiten Befragung der Basis als Grundlage für die bevorstehende Synode nicht zu hohe Erwartungen geweckt?
Schüller: Die Basis in den Pfarrgemeinden ist ja nicht mehr nur in Erwartungshaltung. Da werden bereits viele Schritte in Richtung einer modernen Kirche gegangen. Aktuelles Beispiel war etwa der "Gottesdienst am Rand" in der Steiermark speziell für Homosexuelle und Wiederverheiratete.
STANDARD: Die Tage von "Roma locuta, causa finita" sind also gezählt?
Schüller: Der Tenor ist klar: Mit Rom, wenn Rom mit uns gehen will. Aber auch alleine, wenn der Vatikan nicht mitzieht. Rom hat die Wahl. Es ginge sich jetzt gerade noch aus, dass die Kirchen leitung mitgeht. Wenn nicht, wird man in Rom zuschauen müssen, wie die Basis den Weg alleine geht. Wenn sich die Kardinäle nicht bewegen, bewegen sie sich immer weiter weg vom Kirchenvolk. Der römische Zentralismus funktioniert nicht mehr.
STANDARD: Warum tut sich die Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen überhaupt so schwer?
Schüller: Man hat das Thema theologisch viel zu hoch gehängt. Jegliche Veränderung wird wie ein Einsturz des gesamten Lehrgebäudes gesehen. Man muss das Ehesakrament zu dem machen, was es früher einmal war: ein Sakrament mit einer Offenheit für Scheidung, Heil und Barmherzigkeit.
STANDARD: Rund um die Pfarrerinitiative ist es auffallend ruhig geworden – sind Sie plötzlich doch gehorsam?
Schüller: Nein, wir haben nichts an unseren Positionen geändert. Aber es hat sich natürlich die Situation verändert: Alle schauen auf den Papst, der plötzlich auch Dinge anspricht, die früher nur Reformbewegungen artikuliert haben. Es gibt weniger Interesse an uns. Wir arbeiten aber wacker weiter.
Quelle: Der Standard
Donnerstag, 3. Juli 2014
Aufruf zum Aktionsbündnis „Pfarren mit Zukunft – statt XXL-Gemeinde!“
Liebe Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer der Pfarrer-Initiative!
In den letzten Monaten haben sich immer mehr Kollegen, PfarrgemeinderätInnen und ihren Pfarren verbundene Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger an mich gewandt – in der akuten Sorge um die Zukunft ihrer Gemeinde. Die Strukturreform schreitet leise voran, mit absehbaren Folgen. Dabei gibt es Alternativen zur Auflösung von lebendigen Pfarrgemeinden und sogar kirchenrechtlichen Schutz!
Die Sorgen der Betroffenen teile ich, denn auch meine Pfarre, Probstdorf, fürchtet um ihren Fortbestand. Ich weiß, dass ich keinen Nachfolger mehr bekommen werde. Die Pfarre besteht aus vier Ortschaften, hat ca. 2.500 Einwohner und wird wegen des starken Zuzugs weiter wachsen. Laut diözesanem Konzept soll sie demnächst in einer „Pfarre-neu“ aufgehen, die dann eine Kleinstadt, Groß-Enzersdorf, sowie neun Filialortschaften umfassen würde. Fürs erste noch vom „Pfarrer-neu“ und mir als Priester begleitet, mittelfristig dann nur mehr von einem – und langfristig…?
In Deutschland kann man die Folgen der Zusammenlegung von Pfarren zu neuen „Großräumen“ in der Realität studieren: Der Kontakt zwischen den Menschen geht verloren. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Ex-Pfarren (nun „Filialgemeinden“) müssen über ihr Engagement vor Ort hinaus viel Zeit für die Kommunikation mit den Verantwortlichen der Großraumpfarre aufwenden – und schaffen das kaum. Die Priester werden zu Dauerreisenden mit immer weniger Augenmerk für die Menschen mit ihren Anliegen und Sorgen. Für den Kern unserer priesterlichen Aufgabe, die Seelsorge, bleibt kaum mehr Zeit. Das können der Pfarrgemeinderat von Probstdorf und ich mit unserem gelebten Verständnis von Gemeinde nicht vereinbaren: einer Pfarrgemeinde, für die sich sehr viele Menschen – durch alle Generationen – tagtäglich eigenverantwortlich einsetzen. In der die Feier der Eucharistie und der sakramentalen Heilszeichen mit dem Alltagsleben und den Diensten der Gemeinde eng verbunden ist. Eine Gemeinde, die viele nur lose verbundene Menschen zusammenführt, „mit auf die Reise“ nimmt und im Alltag begleitet.
Deshalb haben wir Probstdorfer bekanntgegeben, dass wir bei der geplanten Zusammenlegung zur „Pfarre-neu“ nicht mitmachen werden. Stattdessen entwickeln wir gemeinsam Modelle für eine weiterhin eigenständige, von Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürgern geleitete Pfarrgemeinde. Dazu gehören auch Überlegungen, wie die Feier der Sonntagseucharistie und der sakramentalen Heilszeichen für die Zeit nach mir gesichert werden kann.
Da es vielen Gemeinden ähnlich geht wie uns, sollten wir uns zusammentun: um einander zu informieren und zu unterstützen, um miteinander an möglichen Modellen für die Zukunft zu arbeiten, um die nötigen kirchenrechtlichen Schritte zu beraten. Für das Kirchenrecht ist nämlich der Mangel an Pfarrern kein Grund für die Aufhebung von Pfarren. Es sieht vielmehr die Möglichkeit von Einsprüchen gegen Aufhebungen und im Canon 517 auch eigenständige Pfarren ohne Pfarrer am Ort vor. In den USA haben kirchenrechtliche Einsprüche bereits zur Wiederöffnung mehrerer geschlossener Pfarren geführt!
Papst Franziskus hat in Gesprächen mit Bischöfen über die Zukunft der Gemeinden gemeint, er sehe bezüglich möglicher Lösungen (wie etwa der „viri probati“) noch nicht klar – die Bischofskonferenzen sollten mutige Vorschläge dazu machen. Doch die Zeit läuft und täglich verschwinden Pfarrgemeinden von der Landkarte. Also lasst uns in die Eigenverantwortung gehen, pro-aktiv werden und miteinander die Zukunft unserer Gemeinden positiv gestalten!
Ich lade alle Betroffenen und Interessierten ein, gemeinsam das Aktionsbündnis
„Pfarren mit Zukunft – statt XXL-Gemeinde!“ zu starten. Im Rahmen regionaler Dialogveranstaltungen wollen wir:
- uns miteinander austauschen und vernetzen,
- Informationen, Erfahrungen und Ideen rund um den Umgang mit der diözesanen Strukturreform bündeln,
- gemeinsam über nächste, auch kirchenrechtliche, Schritte beraten.
Bitte [HIER_KLICKEN] und anmelden!
Ich freue mich auf Eure/Ihre Antwort und das gemeinsame Tun!
Euer und Ihr Helmut Schüller
Vorsitzender Pfarrer-Initiative
Wien, 1. Juli 2014
Montag, 23. Juni 2014
Drei Jahre „Ungehorsam“ der Pfarrer-Initiative
Vor drei Jahren veröffentlichte die Pfarrer-Initiative den „Aufruf zum Ungehorsam“. Im religion.ORF.at-Interview spricht der Vorsitzende der Initiative, Helmut Schüller, über das seither Geschehene, seine Erwartungen an den Papst und die „Causa Heizer“.
Am 19. Juni 2011 machte die österreichische Pfarrer-Initiative mit dem „Aufruf zum Ungehorsam“ Schlagzeilen. In dem Dokument, das seither auch international für großes Aufsehen gesorgt hat, stellen die Unterzeichner unter anderem fest, dass sie künftig wiederverheirateten Geschiedenen, Angehörigen anderer Konfessionen und auch Ausgetretenen die Kommunion nicht verweigern werden oder dass sie sich für die Weihe von Frauen und Verheirateten zu Priestern einsetzen wollen.
Das Dokument gab den katholischen Kirchenreformbewegungen in Österreich neuen Schwung, löste eine Debatte über den Gehorsamsbegriff in der Kirche aus und wurde sogar vom damaligen Papst Benedikt XVI. 2012 bei einer Predigt im Vatikan aufgegriffen. Die Pfarrer-Initiative widmete sich in der Folge vermehrt der internationalen Vernetzung. Zum dritten Jahrestag der Veröffentlichung des Aufrufs zum Ungehorsam traf religion.ORF.at den Mitbegründer und Vorsitzenden der Initiative, Helmut Schüller, zum Interview.
religion.ORF.at: Herr Schüller, es ist in den vergangenen Wochen und Monaten etwas ruhiger geworden rund um die Pfarrer-Initiative – woran liegt das?
Helmut Schüller: Mit dem Papst-Wechsel ist eine neue Situation in der Kirche eingetreten. Der Papst selbst sendet viele Signale in Richtungen, die wir teilweise auch angesprochen haben. Es gibt also ein großes Warten und Abwarten. Und gleichzeitig arbeiten wir derzeit vor allem an Baustellen, die die breite Öffentlichkeit vielleicht nicht so interessieren: An der Zukunft von lebendigen Pfarren, die von der Landkarte zu verschwinden drohen.
Was tut die Pfarrer-Initiative in diesem Zusammenhang genau?
Wir sind dabei, ein Netzwerk zwischen den Pfarren aufzubauen, die von Schließung und Zusammenlegung bedroht sind. Wir wehren uns dagegen und entwickeln Gemeindemodelle abseits von XXL-Pfarren, mit denen unsere Gemeinden selbstständig weiterleben können.
Generell ist in den vergangenen Jahren der Eindruck entstanden, dass die Reformbewegungen etwas müde werden. Schläft das katholische Kirchenreformlager ein?
Ich glaube schon, dass immer wieder große Enttäuschung und Erschöpfung eintritt. Es gibt ja viele Leute, die sich da schon seit Jahrzehnten engagieren und die sehr viel getan haben. Da ist es schwer, dranzubleiben, weil Resignation und Aussichtslosigkeit als eine Art dunkle Wolke über uns schweben. Ich sage aber immer: Aussichtslosigkeit ist kein Grund, etwas nicht zu tun. Wir hätten kein Zweites Vatikanisches Konzil gehabt, wenn sich nicht Menschen trotz Aussichtslosigkeit engagiert hätten.
Jetzt seit dem Papst-Wechsel herrscht eine gemischte Stimmung. Die einen sagen: „Jetzt geht’s endlich los, jetzt tut sich was.“ Die anderen sind nach wie vor skeptisch. Es steht auch die Frage im Raum, ob das vatikanische System nicht schon in sich so stark ist, dass sich selbst ein Papst nicht mehr durchsetzen kann.
Haben Sie da einen konkreten Zeithorizont im Kopf? Wie lange kann diese Aufbruchsstimmung halten, wenn sich nichts Konkretes tut?
Ich denke es geht da höchstens um drei, vier Jahre. Dann wird es ernst. Auf Dauer wird die Leute die Kraft verlassen. Wenn dieses Pontifikat ohne klare Anzeichen für Änderungen zu Ende geht, dann wird die Erwartung der Menschen in große Resignation umschlagen. Ich glaube, das ist jetzt ein ganz entscheidendes Zeitfenster.
Helmut Schüller
Was hat der „Aufruf zum Ungehorsam“ aus Ihrer Sicht gebracht?
Ich glaube, dass es ein wichtiger Schritt war, dass sich auch die Pfarrer ausdrücklich in die Reformdiskussion einbringen. Das war neu und sicher auch für die Bischöfe vollkommen ungewohnt. Die haben uns bis dahin eher als Angestellte gesehen, die durchzuführen haben.
Wir haben sicher auch eine Diskussion darüber angestoßen, was Gehorsam ist und was nicht. Es zeigt sich ja immer noch, wie Gehorsam von manchen Kirchenautoritäten verstanden wird, nämlich als ein widerspruchsloser Durchführungsgehorsam. Dabei ist die erste Instanz nach wie vor Gott, dann kommt das Gewissen und erst dann die Autorität.
Und schließlich haben wir auch klargestellt, dass wir mit unseren Anliegen nicht allein sind, weil sich auch viele Kollegen aus anderen Ländern gemeldet haben. Man hat ja sehr lang so getan, als wäre die Pfarrer-Initiative nur das Hobby einiger alt werdender Pfarrer aus dem Osten Österreichs – das sagt mittlerweile niemand mehr.
Was hat sie in diesen drei Jahren am meisten überrascht?
Wir sind zunächst selbst überrascht worden von dem Aufruhr, den das Ganze verursacht hat. Das hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Wir waren auch überrascht, dass uns etwa drei Viertel der Priester und Pfarrer sagen, dass sie im Großen und Ganzen mit uns einer Meinung sind, aber dass es viele von ihnen kaum wagen, auch offen dazu zu stehen. Und wir waren sehr überrascht, dass sich im April 2012 – also nicht einmal ein Jahr nach dem Aufruf – der damalige Papst Benedikt XVI. öffentlich zu uns geäußert hat. Das hat uns - vor allem international - eine ganze Menge an Kontakten gebracht.
Gab es auch negative Überraschungen?
Ja, zum Beispiel, dass die Bischöfe in Österreich es für notwendig halten, Mitglieder der Pfarrer-Initiative von diözesanen Ämtern auszuschließen. Das halte ich für einen völlig überzogenen Schritt. Bei den Dechanten hat es zunächst auch so ausgesehen, als würden unsere Mitglieder da ausgeschlossen. Aber dann haben die Bischöfe offensichtlich gemerkt, dass sie da sehr viele gute Dechanten verlieren würden. Es gibt jetzt, wenn eine Ernennung oder Verlängerung ansteht, so genannte klärende Gespräche, aber die anfängliche Schärfe hat sich nicht bewahrheitet.
Warum ist Ihnen persönlich eigentlich noch nichts passiert – abgesehen vom Entzug des Titels „Monsignore“? Spricht das nicht dafür, dass Kardinal Schönborn bisher keine dahingehenden Schritte in Rom angestrengt hat?
Das kann schon sein, ich weiß es nicht. Aber es hätte auch wenig Sinn, gegen einen von uns vorzugehen, wenn man das nicht flächendeckend macht. Und dazu sind sich offensichtlich die Bischöfe nicht einig genug.
Wie weit würden Sie gehen? Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass sich in Richtung Frauenpriestertum nichts bewegt, würden sie auch das selbst in die Hand nehmen wie sie das - laut Aufruf - zum Beispiel bei der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene tun?
Noch ist es nicht so weit. Wir wollen zunächst einmal schauen, ob da nicht doch etwas geht. Unser Ziel ist es ja, dass sich die gesamte Kirchenordnung ändert. Wenn wir bloß im Kleinen etwas ändern würden, würde das global gesehen nichts bringen. Wir haben nicht vor, Priesterinnen zu weihen, aber wir werden nach wie vor deutlich dafür eintreten.
Aber Sie sagen doch immer, dass Sie gar nicht so klein und international so gut vernetzt sind. Wäre es da nicht eine Möglichkeit, geschlossen aufzutreten und einfach mit der Weihe von Priesterinnen zu beginnen?
Wir wollen da bewusst innerhalb der Kirche bleiben und gehen deshalb davon aus, dass die Weihe von Priestern durch Bischöfe erfolgt. Selbst als Pfarrer so zu handeln, wäre erst der übernächste Schritt. Wir werden also zunächst einmal schauen, dass wir Bischöfe finden, die mit uns gemeinsam dafür eintreten. Das ist es ja, was der Papst meines Erachtens vermisst. Zuletzt hat er ja auch zu Bischof Kräutler gesagt, dass er sich mutige Vorschläge von den Bischöfen wünscht. Das heißt für mich, dass er auch bereit ist, solche Vorschläge aufzugreifen.
In letzter Konsequenz würden sie aber auch extreme Schritte nicht ausschließen?
Wenn es zum Thema Leitung von Gemeinden keine Öffnung gibt – also weder für Frauen noch für Verheiratete – dann wird es irgendwann als Notwehrmaßnahme notwendig sein, selbst Gemeindeleiter oder –leiterinnen einzusetzen. Die Zukunft der Gemeinden hat absoluten Vorrang. Das Zweite Vaticanum hat das Kirchenvolk ins Zentrum gestellt und es gibt nichts – wirklich gar nichts – das dem vorgeordnet werden kann. Wenn die Gemeinden also wirklich weiterhin in ihrem Bestand bedroht sind, dann muss es auch zu solchen Schritten kommen. Vorläufig glauben wir aber, dass der Papst hier durchaus Öffnungen vorhat. Zumindest glaube ich, dass er bereit wäre, Bischöfen, die darum bitten, Experimente zu ermöglichen.
Papst Franziskus hat aber bereits gesagt, bei der Frauenordination sei die Tür geschlossen. Auch zu anderen Themen setzt er durchaus unterschiedliche, fast widersprüchliche Zeichen. Sie sehen trotzdem die Aufbruchssignale im Vordergrund?
Eine geschlossene Tür ist ja nicht zugemauert, die kann man wieder öffnen. Es wäre etwas anderes, wenn er gesagt hätte, es gibt gar keine Tür. Also da weiß ich nicht genau, wie es in diesem Punkt weitergeht. Aber ganz sicher weiß ich, dass er sich mehr von den Bischöfen erwartet – mehr Vorstöße, Vorschläge, Forderungen. Wenn die Bischöfe auf die Menschen an der Basis und deren Bedürfnisse hören und dementsprechend Vorschläge bringen, dann könnte sich da schon etwas bewegen. Es wird sich zeigen, ob die Bischöfe auf diese Provokation des Papstes einsteigen.
Welche Rolle spielt die Bischofssynode zu Familienthemen, die im Herbst im Vatikan stattfindet, in diesem Zusammenhang?
Es gibt natürlich große Erwartungen, allein schon aufgrund des unüblichen Schrittes im Vorfeld, die Leute an der Basis zu befragen. Diese Umfrage hat überall auf der Welt klar gezeigt, dass Welten zwischen den Ansichten der Gläubigen an der Basis und der Kirchenlehre liegen. Ob es eine Annäherung gibt, werden wir sehen. Allein die Art, wie dort diskutiert wird und wer eingeladen wird, für die Laien zu sprechen, wird schon viel aussagen.
Aber was denken Sie persönlich - was wird dort passieren?
Ich erwarte mir schon, dass es klare Positionsöffnungen gibt – klare Signale, dass die Kirchenleitung bereit ist, Lebenswirklichkeit anzuerkennen und bestimmte Dinge zu relativieren. In dieser ersten Synode heuer wird es über solche Öffnungen und Gesprächsanstöße nicht hinausgehen. Bei der Synode 2016 könnte es dann schon weiter gehen.
Denken Sie, dass hier auch von den österreichischen Bischöfen Impulse kommen könnten?
Ich glaube, dass es bei den wiederverheirateten Geschiedenen durchaus aus Österreich und auch aus Deutschland Vorstöße geben könnte. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass einige Lateinamerikaner da kräftig anschieben.
Wie sieht es mit dem direkten Gespräch der Pfarrer-Initiative mit dem Papst aus? Bei Benedikt XVI. hat man das ja erfolglos versucht. Haben Sie sich auch schon an Franziskus direkt gewandt?
Ja, wir haben dem Papst vor etwa einem halben Jahr einen Brief geschrieben. Allerdings nicht als österreichische Pfarrer-Initiative allein, sondern als internationales Netzwerk. Bisher haben wir aber keine Reaktion bekommen.
In der katholischen Kirche Österreichs ist ja derzeit die Exkommunikation der „Wir sind Kirche“-Vorsitzenden Martha Heizer in aller Munde. Sie haben diese Strafe in einer Aussendung verurteilt, die Tiroler Pfarrer-Initiative hatte aber schon vorher gemeint, sie sei gegen die „Selbstermächtigung zur Eucharistiefeier“. Gibt es da intern Meinungsverschiedenheiten?
Das hat auch bei uns Diskussionen ausgelöst. Letztlich geht es um die Frage, wie eine solche Aktion einzuschätzen ist. Als österreichische Pfarrer-Initiative – auch in Absprache mit den Tirolern – finden wir, dass wir uns davon nicht einfach nur abgrenzen können. Zumindest müssen wir uns entschieden gegen das Instrument der Exkommunikation aussprechen. Das hat in unserer Zeit nichts verloren.
Aber ist es nun in Ordnung, zu Hause ohne Priester eine Messe zu feiern?
Man kann dazu stehen, wie man will – wir stellen das auch unseren Mitgliedern frei. Eines ist aber klar: Es ist eine Handlung, die einen Finger auf einen wunden Punkt legt: Die Vollmacht des Priesters zur Eucharistiefeier ist kein Selbstzweck, sondern hat immer die Funktion, einer Gemeinde zugute zu kommen. Auch für uns ist es noch so, dass wir sagen Priesteramt und Eucharistiefeier gehören zusammen, aber nur so lange, wie die Bischöfe den Gemeinden ausreichend Priester zur Verfügung stellen.
Das Ehepaar Heizer hat aber nicht zu Hause Messen gefeiert, weil es in ihrer Gemeinde keinen Pfarrer gibt, sondern zusätzlich zum Gemeindegottesdienst. Widerspricht das nicht dem Gedanken der Erhaltung der Gemeinde, der ja für die Pfarrer-Initiative so wichtig ist?
Man sollte das nicht gegeneinander ausspielen. Wir erleben ja auch in den Gemeinden, dass es andere Formen der Eucharistie gibt, als den Sonntagsgottesdienst – Jugendmessen zum Beispiel. Aber die Gemeinde bleibt immer der Bezugsrahmen – sie ist das Zeichen der Einheit zwischen Alt und Jung, zwischen denen, die einander mögen und denen, die einander nicht mögen, und so weiter. Es hat in der katholischen Tradition immer beides gegeben: die intensiveren kleinen Gruppen und die Gesamtgemeinde. Auch Mönche feiern ja für sich die Messe, ohne Pfarre zu sein.
Wie stehen Sie persönlich zu den privaten Messen?
Ich hab kein grundsätzliches Problem damit, mir ist aber die Eucharistie für die Gemeinden wichtiger. Darin sehe ich die große Zukunftsfrage. Ich würde solche Aktionen jedenfalls niemandem empfehlen, weil man sich damit – wie wir gesehen haben – in eine gefährliche Lage bringen kann.
Donnerstag, 13. März 2014
Pfarrer-Initiative: Papst öffnet Türen, aber Bischöfe nutzen die Freiräume nicht
Pfarrer-Initiative: Bischöfe nutzen Freiräume nicht
Eine gemischte Bilanz hat die Pfarrer-Initiative ein Jahr nach dem Amtsantritt von Papst Franziskus gezogen. Er öffne Türen, aber die Bischöfe würden diese Freiräume nicht nutzen, so der Sprecher der Initiative, Helmut Schüller.
Besonders gefährdet sieht Schüller am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien dadurch die Zukunft der Pfarrgemeinden. Es herrsche eine Abwarte-Mentalität vor, aber es genüge nicht, „im Papstkino erste Reihe fußfrei zu sitzen“, so der Pfarrer von Propstdorf. Grundsätzlich lobte die Pfarrer-Initiative Franziskus als Reformpapst, der deutliche Zeichen für einen Reformaufbruch setze.
Gegen Zusammenlegung von Pfarrgemeinden
„Wir sehen einen Papst, der offensichtlich Freiräume öffnen will, aber keine Bischöfe, die da hineinstoßen wollen“, kritisierte Schüller. Die Pfarrer-Initiative wehrt sich gegen die Zusammenlegung von Pfarrgemeinden. Statt diese zu „anonymen Großclustern“ zusammenzuschließen, müsse die Kirche das Priesteramt für verheiratete Männer und für Frauen öffnen und „den sogenannten Laien“ mehr Verantwortung zutrauen, forderte Schüller.
Die „Einfallslosigkeit“ der Bischöfe passe nicht zu einem Papst, der „fast nichts so stark predigt wie die Nähe zu den Menschen“. An ihrem Appell zum Ungehorsam hält die Pfarrer-Initiative nach wie vor fest, dieser gelte „einem System, das sich nicht geändert hat“. Schüller kündigte eine Informationsoffensive an, wie sich Pfarren gegen eine verordnete Zusammenlegung wehren können. Bei der Pressekonferenz wurde auch ein Brief an Papst Franziskus verteilt, in dem 53 Kirchenreformbewegungen um einen Dialog ersuchen.
Zusammenlegungen: Priester „verheizt“
An der Pressekonferenz unter dem Titel „Ein Jahr Reformpapst Franziskus - Und was wird aus unseren Pfarrgemeinden?“ nahmen auch der Rektor der Linzer Ursulinenkirche, Peter Paul Kaspar, und der Pfarrer in Kremsmünster, P. Arno Jungreithmair, teil - beide im Vorstand der Pfarrer-Initiative, die 2011 mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ für auch weltkirchliches Aufsehen sorgte.
Ungehorsam empfiehlt Schüller auch angesichts von Pfarrzusammenlegungen, bei denen sich dann ein Priester um mehrere Teilgemeinden kümmert und dabei - so fürchtet der frühere Caritas-Präsident und Wiener Generalvikar - „verheizt“ werden. Nähe zu den Menschen, die Papst Franziskus den Kirchenverantwortlichen so entschieden wie sonst nichts ans Herz lege, sei in Pfarrverbänden kaum möglich.
Schüller berichtete von 37 Pfarren in den USA, die nach kirchenrechtlich möglichem Einspruch gegen bischöfliche Umstrukturierungen erst beim Ortsbischof selbst, dann bei der Kleruskongregation und bei der Apostolischen Signatur - dem „Supreme Court“ des Vatikans - wieder geöffnet hätten werden müssen. Heimische Pfarren wüssten um ihre Möglichkeiten zum Widerstand kaum Bescheid, die Pfarrer-Initiative wolle dem aber abhelfen, kündigte Schüller an.
„Rechte der Kirchenbürger“ eingefordert
Auch sonst sollten die „Rechte der Kirchenbürgerinnen und -bürger“ gestärkt werden, hieß es. Schüller trat für mehr Frauen in kirchliche Leitungspositionen ebenso ein wie für eine auch theologische Neubewertung von Menschen in zweiter Ehe: Zur vom Papst vertretenen Barmherzigkeit gegenüber Wiederverheirateten solle auch Gerechtigkeit für vermeintliche „notorische schwere Sünder“ kommen. Und in der Frage der Gemeindeleitung gelte es neue Wege zu beschreiten - durch die auch offizielle Verantwortungsübertragung an Laien und durch die Weihe von „viri probati“, bewährten verheirateten Männern. Hier sollten Bischöfe in Rom „Problemlösungen“ vorschlagen.
Gegen die nun in der Erzdiözese Wien angedachten Strukturreformen mit Pfarrzusammenlegungen wandte sich Schüller mit dem Vorwurf, es sei „wenig visionär“, einen dreifachen vermeintlichen Mangel als Beweggrund dafür zu nehmen. Der selbst betroffene Pfarrer - auch Propstdorf soll in Zukunft Teil einer Großpfarre werden - stellte in Frage, ob es tatsächlich einen Mangel an Gläubigen, Priestern und Geld gebe.
Priestermangel „hausgemacht“
Der Priestermangel sei „hausgemacht“ und durch geänderte Zugangsbedingungen behebbar, beim Geld gebe es keine Transparenz, wie viel da sei und wofür es verwendet werde; und wenn eine Großkirche von einer Gemeinde nicht mehr erhalten werden könne, sollte ein Ausweichen auf geeignetere Immobilien kein Tabu sein, so Schüller.
Pfarrer Arno Jungreithmair warb für das in Oberösterreich bereits erfolgreich praktizierte Modell von Seelsorgeteams, in denen sich vier bis fünf Personen die Verantwortung für zentrale Bereiche des Pfarrlebens teilen. Nach Überzeugung der Pfarrer-Initiative müsse die Letztverantwortung durchaus nicht immer bei einem Priester liegen. Pfarrzusammenlegungen würden laut dem Pfarrer von Kremsmünster „verbrannte Erde“ hinterlassen und „Schätze unwiederbringlich verloren gehen“ lassen.
Ursulinenkirchen-Rektor Peter Paul Kaspar würdigte das von Papst Franziskus gelebte Amtsverständnis, das in seiner Kollegialität an Johannes XXIII. erinnere. Wie beim Roncalli-Papst bestehe jedoch die Sorge, dass der bei Amtsantritt ebenso alte Franziskus nicht mehr lange genug lebt, um entscheidende neue Weichenstellungen - weg von der seit dem Ersten Vatikanum von 1870 bestehenden „Diktatur“ hin zu einer synodal geleiteten Kirche - vorzunehmen.
Religion.orf.at
Ein Jahr Franziskus
Pfarrer-Initiative zieht "gemischte Bilanz"
Schüller in Pressekonferenz: Bischöfe nutzen von Papst geöffnete Freiräume zu wenig - Sorge um Entwicklung der Pfarrgemeinden, die sich gegen verordnete Zusammenlegungen wehren könnten
[...]
Gegen die nun in der Erzdiözese Wien angedachten Strukturreformen mit Pfarrzusammenlegungen wandte sich Schüller mit dem Vorwurf, es sei "wenig visionär", einen dreifachen vermeintlichen Mangel als Beweggrund dafür zu nehmen. Der selbst betroffene Pfarrer - auch Propstdorf soll in Zukunft Teil einer Großpfarre werden - stellte in Frage, ob es tatsächlich einen Mangel an Gläubigen, Priestern und Geld gebe. Der Priestermangel sei "hausgemacht" und durch geänderte Zugangsbedingungen behebbar, beim Geld gebe es keine Transparenz, wieviel da sei und wofür es verwendet werde; und wenn eine Großkirche von einer Gemeinde nicht mehr erhalten werden könne, sollte ein Ausweichen auf geeignetere Immobilien kein Tabu sein, so Schüller.
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Dienstag, 28. Januar 2014
Pfarrer-Initiative: Schüller verärgert über Schönborn-Zitat
Die Aussage von Kardinal Christoph Schönborn, der „Aufruf zum Ungehorsam“ der österreichischen Pfarrer-Initiative stamme bloß von einem sehr kleinen Teil der Priesterschaft, sorgt für Kritik von deren Obmann Helmut Schüller.
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Österreich: „Herr Kardinal, ehrena Chef in Rom is super“
Die Kirche in Österreich befindet sich „in einem ganz großen Veränderungsprozess“. Das sagte Kardinal Christoph Schönborn, Vorsitzender der Bischofskonferenz, im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Bischöfe Österreichs beginnen an diesem Montag ihren Ad limina-Besuch in Rom und werden dem Papst und den Vatikan von der Situation der Kirche berichten. Diese Kirche wandle „sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche“, so der Dominikaner und Erzbischof von Wien. „Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal verändert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.“
Herr Kardinal, das letzte Mal, dass Österreich weltkirchlich in Rom Erwähnung fand war die Predigt am Gründonnerstag 2012, in der Papst Benedikt XVI. bezüglich der Pfarrerinitiative seine Sorge äußerte. Darum selbst ist es ja etwas ruhiger geworden. Was für eine Kirche präsentiert sich zum ad limina Besuch jetzt, zwei Jahre später? Wie geht es der Kirche in Österreich?
„Die Tatsache, dass im Moment keine für die Medien interessanten Aufregungen über die Kirche in Österreich vorhanden sind, ist weder ein Zeichen, dass es der Kirche schlecht geht, noch ein Beweis dafür, dass es ihr gut geht. Die Medienberichterstattung über die Kirche und das reale Leben der Kirche sind ja wirklich zwei zum Teil sehr unterschiedliche Dinge. Ich habe das sehr deutlich bei der ganzen Frage der Pfarrerinitiative erlebt. Die weltweite Wahrnehmung der Kirche Österreichs kannte nur ein Thema. Das ‚Alleinstellungsmerkmal‘ war der ‚Aufruf zum Ungehorsam‘. Wo immer ich Bischöfe aus der Welt getroffen habe, wurde immer bemerkt „Ihr Arme, wie schrecklich!“ Ich habe dann immer erklärt, dass von den Priestern, die wirklich den Aufruf gemacht haben, die wirklich nur ein ganz kleiner Prozentsatz, fast im Promill-Bereich, der Priester ist. Dann war die Überraschung immer groß. Da sieht man den Unterschied zwischen dem, was medial transportiert wird und dem, was die Realität der Kirche ist.
Geht es der Kirche in Österreich gut oder schlecht? Sie ist in einem ganz großen Veränderungsprozess. Sie wandelt sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche. Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal verändert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.“
Interview auf Radio Vatikan >>
Vor der Abreise nach Rom:
„Bischöfe müssen den Papst stärken“
Der Sprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller rät den Bischöfen, selbstbewusst beim Ad-limina-Besuch in Rom aufzutreten.
Am Sonntag reist Innsbrucks Diözesanbischof Manfred Scheuer gemeinsam mit seinen Amtskollegen zum einwöchigen Ad-limina-Besuch nach Rom. Dort werden sie die römischen Kongregationen, die päpstlichen Räte und den Papst selbst über die Lage in ihren Diözesen berichten. Der letzte Besuch 2005 beim damalige Pontifex Benedikt endete für das heimische Episkopat unter Führung von Kardinal Christoph Schönborn mit einer Moralpredigt. „Sie wurden abgekanzelt“, sagt dazu der Sprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller.
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Österreich: „Herr Kardinal, ehrena Chef in Rom is super“
Die Kirche in Österreich befindet sich „in einem ganz großen Veränderungsprozess“. Das sagte Kardinal Christoph Schönborn, Vorsitzender der Bischofskonferenz, im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Bischöfe Österreichs beginnen an diesem Montag ihren Ad limina-Besuch in Rom und werden dem Papst und den Vatikan von der Situation der Kirche berichten. Diese Kirche wandle „sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche“, so der Dominikaner und Erzbischof von Wien. „Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal verändert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.“
Herr Kardinal, das letzte Mal, dass Österreich weltkirchlich in Rom Erwähnung fand war die Predigt am Gründonnerstag 2012, in der Papst Benedikt XVI. bezüglich der Pfarrerinitiative seine Sorge äußerte. Darum selbst ist es ja etwas ruhiger geworden. Was für eine Kirche präsentiert sich zum ad limina Besuch jetzt, zwei Jahre später? Wie geht es der Kirche in Österreich?
„Die Tatsache, dass im Moment keine für die Medien interessanten Aufregungen über die Kirche in Österreich vorhanden sind, ist weder ein Zeichen, dass es der Kirche schlecht geht, noch ein Beweis dafür, dass es ihr gut geht. Die Medienberichterstattung über die Kirche und das reale Leben der Kirche sind ja wirklich zwei zum Teil sehr unterschiedliche Dinge. Ich habe das sehr deutlich bei der ganzen Frage der Pfarrerinitiative erlebt. Die weltweite Wahrnehmung der Kirche Österreichs kannte nur ein Thema. Das ‚Alleinstellungsmerkmal‘ war der ‚Aufruf zum Ungehorsam‘. Wo immer ich Bischöfe aus der Welt getroffen habe, wurde immer bemerkt „Ihr Arme, wie schrecklich!“ Ich habe dann immer erklärt, dass von den Priestern, die wirklich den Aufruf gemacht haben, die wirklich nur ein ganz kleiner Prozentsatz, fast im Promill-Bereich, der Priester ist. Dann war die Überraschung immer groß. Da sieht man den Unterschied zwischen dem, was medial transportiert wird und dem, was die Realität der Kirche ist.
Geht es der Kirche in Österreich gut oder schlecht? Sie ist in einem ganz großen Veränderungsprozess. Sie wandelt sich ganz deutlich von einer Volkskirche zu einer Entscheidungskirche. Es hat sich insgesamt die Struktur der Kirche, aber vor allem das Leben der Kirche in den letzten sechzig Jahren radikal verändert, die Pfarrgemeinde ist eine kleine Schar geworden.“
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Vor der Abreise nach Rom:
„Bischöfe müssen den Papst stärken“
Der Sprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller rät den Bischöfen, selbstbewusst beim Ad-limina-Besuch in Rom aufzutreten.
Am Sonntag reist Innsbrucks Diözesanbischof Manfred Scheuer gemeinsam mit seinen Amtskollegen zum einwöchigen Ad-limina-Besuch nach Rom. Dort werden sie die römischen Kongregationen, die päpstlichen Räte und den Papst selbst über die Lage in ihren Diözesen berichten. Der letzte Besuch 2005 beim damalige Pontifex Benedikt endete für das heimische Episkopat unter Führung von Kardinal Christoph Schönborn mit einer Moralpredigt. „Sie wurden abgekanzelt“, sagt dazu der Sprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller.
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Freitag, 27. Dezember 2013
Pfarrer-Initiative plant eigene „Kirchenbürger“-Befragung
Der Vatikan-Fragebogen ist für Schüller „eine der großen Gesten“ des neuen Papstes und werde etwa auch von homosexuellen Katholiken dankbar aufgenommen. Und so will auch die Pfarrer-Initiative an der Basis - Schüller nennt sie „Kirchenvolk“ - ansetzen. In Workshops, welche man 2014 in den Pfarren anregen will, könnten die Menschen Themen behandeln und ihre Erfahrungen einbringen. „Es könnten Themen sein, die im Fragebogen vielleicht zu kurz kommen“, so Schüller.
Unterstützung der Bischöfe für Papst gefordert
So viel Hoffnung Schüller in den neuen Papst setzt, so skeptisch ist er, was die Umsetzung seiner Botschaften betrifft. „Ich bin ja momentan in ganz großer Sorge um ihn. Es besteht die Gefahr, dass er ein einsamer Rufer in der Wüste bleibt“, so Schüller, der Klerus könnte „erste Reihe fußfrei sitzend“ Franziskus schlicht reden lassen. „Er braucht dringend die Unterstützung der Bischöfe“, so Schüller, „da spüre ich überhaupt nichts“.
Solche Unterstützung von „aufgeschlossenen Kollegen“ kann Schüller sich zumindest von einigen wenigen vorstellen. In Österreich seien dementsprechende Signale etwa vom Feldkircher Bischof Benno Elbs und dessen Innsbrucker Kollegen Manfred Scheuer gekommen. Der neue Salzburger Erzbischof Franz Lackner sei hingegen noch ein unbeschriebenes Blatt. „Ich weiß es nicht, der Mann ist ganz neu“, traut sich Schüller noch keine Einschätzung zu.
Kritik vonseiten der Pfarrer-Initiative gibt es hingegen am Ernennungsprozedere in der Erzdiözese Salzburg, da sich auf dem Dreiervorschlag neben Lackner mit dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun sowie dem Rektor der Päpstlichen Hochschule in Heiligenkreuz, Karl Wallner, zwei bekannt erzkonservative Kandidaten befunden haben sollen. „Da scheinen die Dinge am Papst vorbeizulaufen“, ist Schüllers Eindruck.
Dass ihn der neue Caritas-Präsident Michael Landau als geeigneten Bischof bezeichnete, sieht er eher nüchtern. „Bischof hat ja immer geheißen, zu funktionieren." Ob einem das solche Freude macht, weiß ich nicht“, sagte Schüller. Den Sprecher der Pfarrer-Initiative interessiert viel mehr, welche Möglichkeiten das Amt bieten kann: „Die Frage ist, was kann das Bischofsamt in Zukunft sein?“
Kritik an Diözesanreform
Nicht anfreunden kann sich Schüller weiterhin mit der angelaufenen Diözesanreform in der Erzdiözese Wien, also den Zusammenlegungen von Pfarren. „Das ist eine Fusionsstrategie, die eher einem Dienstleistungsunternehmen entspricht“, kritisiert er, überhaupt werde in der Kirche mit Methoden gespart, wie es eigentlich in der Privatwirtschaft üblich sei. Das Problem in Schüllers Augen: Das „Kirchenvolk“ strecke sich nach der Decke, der Aufschrei der Basis fehle zum Großteil.
Auch weltweit will die Pfarrer-Initiative den Kreis der Verbündeten weiter vergrößern, nachdem sich im vergangenen Jahr derartige Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum, aus den USA und Irland bereits vernetzt haben. „Wir wollen zu weiteren Kontinenten Kontakte ausbauen“, so Schüller, der Lateinamerika, Asien und Afrika im Sinn hat.
Quelle: religion.orf.at
Schüller sorgt sich um den Papst
Der Sprecher der Pfarrer-Initiative beklagt fehlende Unterstützung der Bischöfe für Franziskus und kündigt eine "Kirchenbürger"-Befragung an.
Der Gründer der Pfarrer-Initiative, Helmut Schüller, plant eine eigene "Kirchenbürger"-Befragung. Papst Franziskus sieht er mit seinem Kurs noch auf einsamem Posten, wie Schüller im Interview mit der Austria Presse Agentur sagte. In Österreich sieht er die Bischöfe von Innsbruck und Feldkirch als Hoffnung hinsichtlich Reformen. Das Engagement der Pfarrer-Initiative will er auf weitere Kontinente ausweiten.
Der Vatikan-Fragebogen ist für Schüller "eine der großen Gesten" des neuen Papstes und werde etwa auch von homosexuellen Katholiken dankbar aufgenommen. Und so will auch die Pfarrer-Initiative an der Basis - Schüller nennt sie "Kirchenvolk" - ansetzen. Bei Workshops, welche man 2014 in den Pfarren anregen will, könnten die Menschen Themen behandeln und ihre Erfahrungen einbringen. "Es könnten Themen sein, die im Fragebogen vielleicht zu kurz kommen", so Schüller
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Unterstützung der Bischöfe für Papst gefordert
So viel Hoffnung Schüller in den neuen Papst setzt, so skeptisch ist er, was die Umsetzung seiner Botschaften betrifft. „Ich bin ja momentan in ganz großer Sorge um ihn. Es besteht die Gefahr, dass er ein einsamer Rufer in der Wüste bleibt“, so Schüller, der Klerus könnte „erste Reihe fußfrei sitzend“ Franziskus schlicht reden lassen. „Er braucht dringend die Unterstützung der Bischöfe“, so Schüller, „da spüre ich überhaupt nichts“.
Solche Unterstützung von „aufgeschlossenen Kollegen“ kann Schüller sich zumindest von einigen wenigen vorstellen. In Österreich seien dementsprechende Signale etwa vom Feldkircher Bischof Benno Elbs und dessen Innsbrucker Kollegen Manfred Scheuer gekommen. Der neue Salzburger Erzbischof Franz Lackner sei hingegen noch ein unbeschriebenes Blatt. „Ich weiß es nicht, der Mann ist ganz neu“, traut sich Schüller noch keine Einschätzung zu.
Kritik vonseiten der Pfarrer-Initiative gibt es hingegen am Ernennungsprozedere in der Erzdiözese Salzburg, da sich auf dem Dreiervorschlag neben Lackner mit dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun sowie dem Rektor der Päpstlichen Hochschule in Heiligenkreuz, Karl Wallner, zwei bekannt erzkonservative Kandidaten befunden haben sollen. „Da scheinen die Dinge am Papst vorbeizulaufen“, ist Schüllers Eindruck.
Dass ihn der neue Caritas-Präsident Michael Landau als geeigneten Bischof bezeichnete, sieht er eher nüchtern. „Bischof hat ja immer geheißen, zu funktionieren." Ob einem das solche Freude macht, weiß ich nicht“, sagte Schüller. Den Sprecher der Pfarrer-Initiative interessiert viel mehr, welche Möglichkeiten das Amt bieten kann: „Die Frage ist, was kann das Bischofsamt in Zukunft sein?“
Kritik an Diözesanreform
Nicht anfreunden kann sich Schüller weiterhin mit der angelaufenen Diözesanreform in der Erzdiözese Wien, also den Zusammenlegungen von Pfarren. „Das ist eine Fusionsstrategie, die eher einem Dienstleistungsunternehmen entspricht“, kritisiert er, überhaupt werde in der Kirche mit Methoden gespart, wie es eigentlich in der Privatwirtschaft üblich sei. Das Problem in Schüllers Augen: Das „Kirchenvolk“ strecke sich nach der Decke, der Aufschrei der Basis fehle zum Großteil.
Auch weltweit will die Pfarrer-Initiative den Kreis der Verbündeten weiter vergrößern, nachdem sich im vergangenen Jahr derartige Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum, aus den USA und Irland bereits vernetzt haben. „Wir wollen zu weiteren Kontinenten Kontakte ausbauen“, so Schüller, der Lateinamerika, Asien und Afrika im Sinn hat.
Quelle: religion.orf.at
Schüller sorgt sich um den Papst
Der Sprecher der Pfarrer-Initiative beklagt fehlende Unterstützung der Bischöfe für Franziskus und kündigt eine "Kirchenbürger"-Befragung an.
Der Gründer der Pfarrer-Initiative, Helmut Schüller, plant eine eigene "Kirchenbürger"-Befragung. Papst Franziskus sieht er mit seinem Kurs noch auf einsamem Posten, wie Schüller im Interview mit der Austria Presse Agentur sagte. In Österreich sieht er die Bischöfe von Innsbruck und Feldkirch als Hoffnung hinsichtlich Reformen. Das Engagement der Pfarrer-Initiative will er auf weitere Kontinente ausweiten.
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Mittwoch, 16. Oktober 2013
Weltweite Pfarrer-Initiativen vernetzen sich in Bregenz
Pfarrer-Initiativen fordern mehr Beteiligung von Frauen
Kirchenkritiker bei Treffen in Bregenz: "Wir rennen gleichzeitig gegen Mauern und offene Türen ein"
Der Priestermangel, die Einbeziehung der Frauen, die Zukunft der Gemeinden und die Frage, wie man die Bischöfe zum Zuhören bewegen kann, waren zentrale Themen, die Reformbewegungen in der katholischen Kirche von 10. bis 12. Oktober bei ihrem ersten internationalen Vernetzungstreffen in Bregenz diskutierten. Der Einladung von Helmut Schüller, Sprecher der österreichischen Pfarrer-Initiative, und Markus Heil, Sprecher der Pfarrei-Initiative Schweiz, folgten rund 30 Teilnehmer aus sechs Ländern, darunter auch Australien und USA.
Der Standard >>
Schüller: "Papst Franziskus gibt Hoffnung"
Noch bis Sonntag findet in Vorarlberg ein internationales Vernetzungstreffen von Anhängern der „Pfarrer-Initiative“ statt.
Kurier >>
Pfarrer-Initiativen aus aller Welt netzwerken in Bregenz
Nationale Kirchenkritiker vernetzten sich in Bregenz. Man überlegt, sich bei der Familiensynode des Papstes Gehör zu verschaffen.
Die Presse >>
Pfarrer-Initiative will Rechte der Frau stärken
Freitagabend ist in Bregenz das Vernetzungstreffen der „Pfarrer-Initiativen“ zu Ende gegangen. Eine Forderung der Initiativen ist es, die Rechte der Frauen in der Kirche zu stärken - so sollen Frauen etwa bei der nächsten Papstwahl mitwählen dürfen.
Religion.orf.at >>
Pfarrinitiative-Treffen
Vorarlberg heute – 11.10.2013 >>
VN-Interview:
Helmut Schüller (60) über sein Zukunftsbild von Kirche und den frischen Wind aus Rom
„Müssen Potenzial der Laien nützen“
Mehr als 30 Vertreter der Pfarrer-Initiative tagen heute in Bregenz. Initiator Helmut Schüller über ihre Pläne, den neuen Papst und Wege zu einer Seelsorge ohne personelle Engpässe.
Auf Ihrer USA-Reise wurden Sie als „Priester-Rebell“ herumgereicht. Freut Sie das?
Schüller: Es amüsiert mich eher. Es muss der Rebellion nicht gut gehen, wenn unsereiner schon als Rebell bezeichnet wird.
Aber Ihr „Aufruf zum Ungehorsam“ gilt noch immer?
Schüller: Eigentlich geht es uns um die Realisierung des II. Vatikanischen Konzils. Das war eine offizielle Kirchenversammlung und hat nichts Umstürzlerisches. Unsere Erwartungen teilen gestandene Katholiken, die alles andere als Rebellen sind.
Bringt Papst Franziskus auch für Ihre Bewegung Morgenluft?
Schüller: Absolut. Wir stellen mit Zufriedenheit fest, dass viele Themen vom Papst angesprochen werden, die wir lange schon behandeln: die Kurie, der Klerikalismus. Das bringt große Entspannung für uns. Es lässt auch hoffen, dass wirklich Taten folgen. Franziskus scheint etwas nachzuholen, was am Beginn des II. Vatikanums versäumt wurde, nämlich gleichzeitig die Kurie zu reformieren. Jetzt haben wir erste Schritte zu einer kollegialen Weltkirchenleitung.
Unklar ist für viele, wie liberal dieser Papst wirklich ist. Stichwort: Frauenpriestertum. Franziskus sagt: „Die Tür ist zu.“
Schüller: „Türe zu“ kann auch heißen: Sie ist vorläufig zu. Man kann klopfen, sie langsam wieder aufschließen. Ein Papst, der viel verändern will, muss klug vorgehen. Es leuchtet schon ein, wenn er sich vorsichtig verhält. Die Frage ist: Wo finden wir hinter den Überschriften, die er liefert, aufschlussreichere Texte?
Was bedeutet es, dass mit Franziskus der Jesuitenorden plötzlich an der Spitze der Katholischen Kirche steht?
Schüller: Es bedeutet ein gesundes Korrektiv zu Gemeinschaften wie Legionäre Christi, Opus Dei und Das Werk, die bisher das Sagen hatten. Die Jesuiten haben eine ganz andere Ausrichtung und ein ganz anderes Kirchenbild. Als ehemaliger Ordensoberer kann Franziskus zudem die weltweite Vernetzung der Jesuiten nützen. Er hat sein eigenes Informationsnetz. Für mich kommt noch dazu, dass er eine der letzten namhaften Führungsfiguren der lateinamerikanischen Bischofskonferenz war. Das Papier von Aparecida hat er federführend mitgestaltet. Es ist von Partizipation geprägt und von regionalem Selbstbewusstsein. Die dabei waren, sagen: Wenn er nur einen Bruchteil davon in die Weltkirche bringt, können wir uns einiges erwarten.
Was bedeutet es, wenn der Papst eine „Kirche der Armen“ fordert?
Schüller: Sein Begriff für Arme ist ganz weit. Franziskus meint auch den ganz gewöhnlichen Menschen, der wenig Einfluss hat, dessen kleines Leben unter vielen Sachzwängen steht. Und er meint die Armgehaltenen, die Entrechteten, die ja gar keine Randgruppe sind, sondern von der Nordhalbkugel aus nur fälschlich dafür gehalten werden. Die caritative Annäherung bedeutet, ihnen zu Mitteln zu verhelfen. Der andere Ansatz fordert: Wir müssen über die Strukturen reden. Damit gerät die Kirche mitten hinein in die politische Dimension. Das bedeutet eine neue Weichenstellung. Dann muss sich die Kirche bis in die Gemeinden hinein als Kritikerin der Wirtschaftsordnung profilieren, Kritik an denen üben, die den Ton angeben. Dann wird es mit dem Applaus allerdings auch schlagartig bergab gehen.
Das Erzbistum Freiburg nahm den neuen Wind aus Rom auf und lässt Wiederverheiratete zu den Sakramenten zu.
Schüller: Vatikansprecher Lombardi hat sich daraufhin beeilt zu betonen, dass das nicht die Äußerung eines Bischofs sei. Aber verurteilt hat er es nicht. Da öffnen sich schon Türen. Und Freiburg versucht, ganz bewusst hineinzugehen. Die österreichischen Bischöfe dagegen verharren bis jetzt in einem vorsichtigen Schweigen.
Vorarlberg hat vor drei Monaten einen neuen Bischof bekommen. Kennen Sie ihn?
Schüller: Wir hatten einmal kurzen Kontakt, als ich noch verantwortlich war für die Ombudsstelle der Missbrauchsopfer in Wien. Bischof Benno war damals Vorarlberger Pastoralamtsleiter. Ich blicke sehr angenehm darauf zurück, hab ihn als sehr klar und zügig erlebt. Jetzt leb ich von der Erleichterung und Freude der Vorarlberger Kollegen über diese Bischofsernennung. Vorarlberg hat hörbar aufgeatmet.
Und doch geschieht in dieser Diözese genau das, was Sie kritisieren: Pfarren werden zu Verbänden zusammengelegt.
Schüller: Es ist kein Geheimnis, dass wir diese Entwicklung skeptisch sehen. Viele unserer Mitglieder sind involviert. Sie wollen konstruktiv helfen, Lösungen zu finden, mit denen alle leben können. Das Problem ist: Da wird jetzt einmal für die nächsten Jahre gebaut, man geht vom derzeitigen Stand der Priester aus. Aber ein Kollege nach dem anderen wird die Großaufgaben nicht mehr erfüllen können. Priester werden zu obersten Kommunikatoren, zu Herumreisenden in Sachen Seelsorge.
Es gibt eben zu wenige Priester.
Schüller: Deshalb ist eine bloße Reorganisation von Pfarrgrenzen auch nicht die Lösung. Wir brauchen eine Neugestaltung des Leitungsamtes. Es gibt genügend Begabungen in den Gemeinden. Frauen und verheiratete Männer. Wir dürfen dieses Potenzial nicht liegen lassen. Derzeit halten wir Laien aus den zentralen Diensten heraus. Dabei könnten wir die Zeit nützen, sie heranzuführen. Pfarren fragen mich oft: Was wird mit uns geschehen? Ich antworte: Das ist die falsche Frage. Sie macht euch zum Objekt. Fragen müsst ihr: Wollen wir als Gemeinde weiterleben? Wofür wollen wir das? Was brauchen wir dazu? Und dann tretet an die Bischöfe heran und fragt sie: Wobei könnt ihr uns helfen?
VN-Interview >>
Freitag, 9. August 2013
Neue "Pfarrer-Initiative Deutschland" gegründet
Priester und Diakone aus acht deutschen Bistümern haben sich zur "Pfarrer-Initiative-Deutschland" zusammengeschlossen. Die Mitglieder, die sich selbst als "reformorientiert" charakterisieren, kommen aus den Bistümern Augsburg, Freiburg, Fulda, Köln, München-Freising, Passau, Rottenburg-Stuttgart und Würzburg, wie die Vereinigung am Donnerstag in Augsburg mitteilte. Ihr Ziel sei es, mit Bischöfen und Gläubigen eine zeitgemässe und "menschennahe Seelsorge im Geiste Jesu" zu gestalten.
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www.pfarrer-initiative.de >>
Initiative in Deutschland - Pfarrer wollen Reformgeist des Konzils beleben
Reformorientierte Priester und Diakone haben die „Pfarrer-Initiative-Deutschland“ gegründet.
Die Mitglieder wollen den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzil in der Pastoral wiederbeleben.
Das sagte Sprecher Albert Bauernfeind den Münchner Kirchennachrichten. Der Dekan
von Fürstenfeldbruck erklärte auch, warum sich die Initiative von Papst Franziskus bestärkt
fühlt.
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Initiative in Deutschland - Pfarrer wollen Reformgeist des Konzils beleben
Reformorientierte Priester und Diakone haben die „Pfarrer-Initiative-Deutschland“ gegründet.
Die Mitglieder wollen den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzil in der Pastoral wiederbeleben.
Das sagte Sprecher Albert Bauernfeind den Münchner Kirchennachrichten. Der Dekan
von Fürstenfeldbruck erklärte auch, warum sich die Initiative von Papst Franziskus bestärkt
fühlt.
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Montag, 22. Juli 2013
Das Kirchenvolk lässt sich das Hören nicht verbieten
Auf Einladung von zehn kirchenreformorientierten katholischen Organisationen aus den USA ist Helmut Schüller, Vorsitzender und Sprecher der österreichischen Pfarrer-Initiative, zu einer dreiwöchigen Vortragsreihe mit dem Titel ”The Catholic Tipping Point” (zu deutsch: “Der katholische Wendepunkt”) aufgebrochen.
Vom 16. Juli bis zum 7. August wird Schüller in insgesamt 15 US-amerikanischen Städten von New York bis Los Angeles öffentliche Vorträge zur Zukunft der katholischen Kirche halten und das Gespräch mit reforminteressierten Kirchenmitgliedern und Laien suchen.
„Die Veranstaltungen möchten möglichst vielen ein Forum bieten für eine offene Aussprache über die Zukunftsfragen unserer Kirche. Eine Offenheit, vor der manche in der Kirchenleitung offensichtlich Angst haben“, beschreibt Schüller die Zielsetzung der Vortragsreihe. Darüber hinaus wolle die Pfarrer-Initiative die Gelegenheit nutzen, mit den beteiligten US-Kirchenreformgruppen „weitere Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit auszuloten und sichtbar zu machen, dass unsere Anliegen weltkirchliche sind“.
Während der Tour werden die Beteiligten rote Bänder tragen, die den Pfingstgeist symbolisieren und zur Einbindung von Laien auf allen Ebenen kirchlicher Entscheidungsprozesse aufrufen. Die Bänder sollen zum Abschluss der Tour an den Erzbischof von New York und Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Kardinal Timothy Dolan, überreicht werden.
Helmut Schüllers Blog >>
Vom 16. Juli bis zum 7. August wird Schüller in insgesamt 15 US-amerikanischen Städten von New York bis Los Angeles öffentliche Vorträge zur Zukunft der katholischen Kirche halten und das Gespräch mit reforminteressierten Kirchenmitgliedern und Laien suchen.
„Die Veranstaltungen möchten möglichst vielen ein Forum bieten für eine offene Aussprache über die Zukunftsfragen unserer Kirche. Eine Offenheit, vor der manche in der Kirchenleitung offensichtlich Angst haben“, beschreibt Schüller die Zielsetzung der Vortragsreihe. Darüber hinaus wolle die Pfarrer-Initiative die Gelegenheit nutzen, mit den beteiligten US-Kirchenreformgruppen „weitere Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit auszuloten und sichtbar zu machen, dass unsere Anliegen weltkirchliche sind“.
Während der Tour werden die Beteiligten rote Bänder tragen, die den Pfingstgeist symbolisieren und zur Einbindung von Laien auf allen Ebenen kirchlicher Entscheidungsprozesse aufrufen. Die Bänder sollen zum Abschluss der Tour an den Erzbischof von New York und Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Kardinal Timothy Dolan, überreicht werden.
Helmut Schüllers Blog >>
Mittwoch, 10. Juli 2013
Besser- und Nichtswisser
Priester müssen in die Randzonen hinausgehen, unter den Menschen leben und ihnen dienen, hat Papst Franziskus in seinen bisherigen Äußerungen zum Priestertum dargelegt. Genau deshalb setzt sich die Pfarrer-Initiative vehement gegen das Zerstören der überschaubaren Pfarren und für Kirchenreformen ein.
Einer, der das offenbar nicht versteht, ist der derzeitige Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. In einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ kritisiert er die österreichischen Pfarrer jetzt wieder einmal heftig. Deren „Aufruf zum Ungehorsam gegenüber der Glaubenswahrheit“ widerspreche dem Dienst des Priesters. Bereits im Februar 2012 hat er die Pfarrer „ganz und gar unchristlich und unserem katholischen Glauben diametral entgegengesetzt“ genannt.
Er, der damals der „Pfarrer-Initiative“ Besserwisserei unterstellte, zeigt sich im jüngsten Interview bemerkenswert einsilbig, ja unwissend, was die höhere Ebene der Kirche anbelangt.
Auf die Frage nach der Bilanz der ersten Tage von Franziskus sagt er ausweichend: „Es wäre mit meinem Amt unvereinbar, öffentliche Urteile über Päpste, denen ich in ihrem Lehramt diene, abzugeben.“ Die Frage, ob es das vom Papst angesprochene Schwulennetzwerk im Vatikan gibt, antwortet er kleinlaut: „Das weiß ich nicht.“ Weiß er es wirklich nicht besser?
Erstaunlich, denn sein Name ist ja Müller, nicht Hase.
Einer, der das offenbar nicht versteht, ist der derzeitige Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. In einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ kritisiert er die österreichischen Pfarrer jetzt wieder einmal heftig. Deren „Aufruf zum Ungehorsam gegenüber der Glaubenswahrheit“ widerspreche dem Dienst des Priesters. Bereits im Februar 2012 hat er die Pfarrer „ganz und gar unchristlich und unserem katholischen Glauben diametral entgegengesetzt“ genannt.
Er, der damals der „Pfarrer-Initiative“ Besserwisserei unterstellte, zeigt sich im jüngsten Interview bemerkenswert einsilbig, ja unwissend, was die höhere Ebene der Kirche anbelangt.
Auf die Frage nach der Bilanz der ersten Tage von Franziskus sagt er ausweichend: „Es wäre mit meinem Amt unvereinbar, öffentliche Urteile über Päpste, denen ich in ihrem Lehramt diene, abzugeben.“ Die Frage, ob es das vom Papst angesprochene Schwulennetzwerk im Vatikan gibt, antwortet er kleinlaut: „Das weiß ich nicht.“ Weiß er es wirklich nicht besser?
Erstaunlich, denn sein Name ist ja Müller, nicht Hase.
P. Udo
Donnerstag, 20. Juni 2013
100 Tage im Amt: Pfarrer-Initiative setzt Hoffnungen in Papst Franziskus
Stellungnahme, Infos und Fotos auf Pfarrer-Initiative >>
Medienkommentare:
Vorsitzender Helmut Schüller: Bischöfe stärker in Leitung der Weltkirche einbeziehen und zugleich mehr Kompetenzen für regionale Bischofskonferenzen
Die erste drei Monate der Amtszeit von Papst Franziskus machen Hoffnung auf Reformen in der Kirche. Das haben Vertreter der Pfarrer-Initiative bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien betont. "Papst Franziskus hat dem Petrusamt Einfachheit, Bescheidenheit und Nahbarkeit zurückgegeben und deutet damit an, Kirche auf neue Art leiten zu wollen", so Pfarrer Helmut Schüller, Sprecher und Vorsitzender der Initiative. Konkret erhoffe man sich, dass der Papst die Bischöfe stärker in die Leitung der Weltkirche miteinbezieht und zugleich die regionalen Bischofskonferenzen mehr Kompetenzen bekommen.
Kathpress >>
Pfarrer-Initiative sieht Franziskus als Hoffnungsträger
In den ersten 100 Tagen seiner Amtsausübung habe er dem Petrusamt Einfachheit, Bescheidenheit und Nahbarkeit zurückgegeben und damit angedeutet, die Kirche auf neue Art leiten zu wollen, konstatierte Schüller. Nun müssten die Bischöfe die Signale richtig deuten und selbst Reformen einleiten.
Religion.ORF.at >>
100 Tage Franziskus: Kirchenfachleute ziehen Bilanz
"Kathpress"-Rundruf unter Theologen, Ordens- und Laienvertretern zeigt durchwegs Zustimmung zu neuem Papst Franziskus
Kathpress >> und OTS >>
Der neue Papst macht die römisch-katholische Kirche wieder zum seriösen Global Player
100 Tage gelebte Predigt
Franziskus ermuntert Bischöfe und Laien zum ursprünglichen Christentum.
Wiener Zeitung >>
katholisch.de-VIDEO:
Franziskus seit 100 Tagen im Amt
Kardinal Cordes, Abtprimas Wolf und Autor Frido Mann fassen für katholisch.de die ersten 100 Tage von Papst Franziskus zusammen.
100 Tage ist es nun her, dass im fünften Wahlgang des Konklaves am 13. März 2013, der 266. Papst gewählt wurde. Der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires Kardinal Jorge Mario Bergoglio entschied sich für den bis daher nicht da gewesen Namen: Franziskus. Ein Zeichen. Denn der Name soll – in Anlehnung an den Heiligen aus Assisi – Programm werden.
katholisch.de >>
Kardinal Schönborn für Weg des Gesprächs
Mit kirchlichen kritischen Organisationen wie der Laieninitiative oder der Pfarrerinitiative werden die österreichischen Bischöfe auch künftig das Gespräch suchen, versicherte Kardinal Schönborn. Das Verhältnis zu diesen und anderen Organisationen habe sich etwas entspannt. Es gebe "immer wieder Gespräche", erst vor kurzem habe in Mariazell die Pastoralkommission getagt, "und das Gespräch soll sehr gut gewesen sein, höre ich". Schönborn wörtlich: "Wir gehen in Österreich sicher den Weg des Gesprächs weiter."
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Dienstag, 4. Juni 2013
Helmut Schüller begeisterte im vollen Rathaussaal
![]() |
| Aus Schüller in Pinkafeld |
GASTBEITRAG:
Gespannte Erwartung im Pinkafelder Rathaussaal. Knapp 200 Menschen sind gekommen, um Pfarrer Helmut Schüller zum Thema „Ungehorsam - aus Liebe zu Jesus, unserer Kirche und den Menschen“ zu hören. Edi Posch von der Laieninitiative und Sebastian Gimbel von der Studentenverbindung Asciburgia sind interessiert, dass ein intensiver Austausch stattfinden kann.
Helmut Schüller bringt die Diskussion sehr schnell auf den Punkt: Priesterlicher Gehorsam ist sehr lange missbraucht worden, um die berechtigten Reformanliegen des Kirchenvolkes nieder zu halten!
Vereinzelt regt sich unter den Zuhörern Kritik. Wäre nicht ein Aufruf zum Gehorsam gegenüber dem Evangelium höchst angebracht? Pfarrer Schüller berichtet von vielen Gesprächen um das Reizwort "Ungehorsam". "Was ist an Reformen vor dem Aufruf (2011) wirklich passiert?", fragt Schüller zurück. Es kann auch nicht genügen, dass vieles, das von der Pfarrer-Initiative gefordert wird, schon jetzt - in Nischen - umgesetzt wird. "Noch", sagt Schüller, denn viele junge Priester können mit der von Papst Johannes XXIII. eingeleiteten Öffnung zur Menschheit und zur Welt nichts anfangen. Mancherorts wird gar gegen das II. Vatikanische Konzil gearbeitet.
Will die Pfarrer-Initiative die Kirche "evangelischer" machen? Auf solche Streitigkeiten lässt sich Schüler nicht ein. Es gilt in allen christlichen Kirchen, die Reformanliegen anzupacken, zu denen uns das Evangelium in der jeweiligen Zeit herausfordert. Auch als bewussten Beitrag zur gelebten Ökumene und nicht im gegenseitigem Wettkampf um die weniger dramatischen Austrittszahlen.
Der größere Teil der Fragen dreht sich um Auswirkungen des neuen Pontifikats unter Papst Franziskus. Es ist legitim, Erwartungen zu formulieren. Optimismus ist berechtigt, wenn aus den hoffnungsvollen Gesten eine "echte Ansage" wird, so Schüller. Was wir uns aber nicht erlauben können, ist, einfach abzuwarten und die eigenen Hände in den Schoß zu legen. Mit einem Bild gesprochen, gilt es, "den Berg von beiden Seiten anzubohren, der Papst muss seine Tunnelröhre graben und die Kirchenbürger haben auf der Gegenseite aktiv zu werden!"
Nach zwei Stunden intensiven Gespräches können die Veranstalter dankbar festhalten, dass der Dialog geführt wurde. Pfarrer Schüller konnte mit seinen Ausführungen viele bestätigen, bestärken und ermutigen. Die Kirchenbasis hat Hoffnung getankt.
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Beitrag im Oberwarter Bezirksblatt:
Pfarrer Helmut Schüller: Neue Wege gehen
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Donnerstag, 16. Mai 2013
Helmut Schüller kommt nach Pinkafeld
Die Laieninitiative Burgenland und die KStVÖ Asciburgia-Oberschützen haben Pfarrer Mag. Helmut SCHÜLLER (Vorsitzender der Pfarrer-Initiative) zu einem Vortrag mit Diskussion eingeladen:
„UNGEHORSAM - aus Liebe zu Jesus, unserer Kirche und den Menschen“
Rathaussaal in Pinkafeld
Montag, 3. Juni 2013, 20:00 Uhr
Informationen zur Pfarrer-Initiative
Am 25. April 2006 stellte Helmut Schüller die „Pfarrer-Initiative“ vor, die u. a. gegen die „bedenkliche Entwicklung der Pfarrzusammenlegungen“ auftrat und die „Berufung aller Getauften zu Mitverantwortung“ in der Kirche unterstützen möchte.
Am 19. Juni 2011 wurde der „Aufruf zum Ungehorsam“ veröffentlicht, der unter anderem die Zulassung von Frauen und Verheirateten zum Priesteramt fordert und ankündigt, dass das Predigtverbot von Laien missachtet werden wird.
“Wir sind eine Bewegung für lebendige Gemeinden und gegen das Zusperren der Pfarren. Wir wollen den Pfarren Mut machen und zeigen, dass ihre Pfarrer nicht nach der Devise “Hinter mir die Sintflut!” leben. Wir wollen neue Wege suchen – auch, um Altbewährtes zu erhalten. Wir Pfarrer beobachten mit drängender Sorge und wachsender Unzufriedenheit, wie die Leitungsverantwortlichen in den Ortskirchen und in der Weltkirche derzeit mit den großen offenen Fragen und Problemen in unserer Kirche umgehen!”
Informationen zu Helmut Schüller
Mag. Helmut Schüller, geb. 1952, ist katholischer Pfarrer in Probstdorf, Universitätsseelsorger der Katholischen Hochschulgemeinde Wien, Geistlicher Assistent der Katholischen Hochschuljugend Wien, Studentenseelsorger und seit Herbst 2006 Geistlicher Assistent des Katholischen Akademikerverbands der Erzdiözese Wien.
Im November 2012 wurde Helmut Schüller der päpstliche Ehrentitel Monsignore bzw. „Kaplan seiner Heiligkeit“ vom Vatikan entzogen. Eine Begründung der Aberkennung wurde nicht genannt.
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Veranstaltungen
Donnerstag, 28. Februar 2013
Pe. Flannery: „Das Schweigen ist ein zu hoher Preis“
Auf die Drohung er werde exkommuniziert, falls er sich weiterhin für die Frauenpriesterweihe einsetze, antwortete der über seine Heimat hinaus bekannte irische Redemptoristenpater Tony FLANNERY am 21. Jänner 2013 mit einem offenen Brief in der Zeitung Irish Times: Vatican's demand for silence is too high a price.
KIRCHE IN dokumentiert den Wortlaut:
Drei Tage nach meinem 66. Geburtstag wurde ich mit der Drohung konfrontiert: ich darf nicht weiter als Priester wirken, werde exkommuniziert und aus dem Redemptoristenorden entlassen. Wie geht es mir in dieser Situation?
Ich trat 1964 in den Redemptoristenorden ein und wurde zehn Jahre später zum Priester geweiht. Das war eine Zeit der großen Offenheit in der römisch-katholischen Kirche. Wir glaubten an die Gedanken- und Gewissensfreiheit und dass die kirchliche Lehre nicht etwas ist, das man den Menschen, denen wir dienen, kaltherzig aufzwingen darf – sie sind intelligent und gebildet, und können für ihr Leben Verantwortung übernehmen.
Als Seelsorger müssen wir versuchen die Botschaft Christi in einer Art und Sprache zu vermitteln, die der Realität ihres Lebens entspricht. Das setzt den Willen voraus, auf das Volk zu hören, ihre Hoffnungen und Freuden, Kämpfe und Ängste zu verstehen.
Den Mensch zu helfen im Spannungsfeld mit der Lehre über die Empfängnis war während der 70er Jahre ein großes Übungsgebiet. Nur die offizielle Linie der Enzyklika Humanae Vitae immer wieder zu wiederholen, war keine Hilfe. Während dieser Jahre lernten Priester und Volk gleichermaßen ein wenig, wie man das Gewissen formt und Entscheidungen über die verschiedenen Gebiete des Lebens trifft. Als Priester lernten wir mehr vom Volk als das Volk von uns.
Im Laufe der Jahre konnten wir aber dann zusehen, wie das Lehramt der Kirche immer mehr zu einem autoritären Stil ihres Dienstes zurückkehrt, so wie sie diesen in der Vergangenheit ausgeübt hatte.
Die Autorität wurde wieder einmal im Vatikan zentralisiert, Priester meiner Generation wurden unter Druck gesetzt, die Lehre der Kirche zu betonen und entschiedener zu verkünden: Orthodoxie hieß nun der Imperativ. Zu erlauben, dass die Menschen selbständig denken, wurde als gefährlich empfunden. Für Grauräume war kein Platz.
Wir erfuhren, dass es überall im Land Menschen gab, die selbst die kleinste Abweichung von der offiziellen Linie eines Priesters, zum Beispiel wenn er einer Frau beim Gottesdienst erlaubte das Evangelium vorzulesen, gemeldet haben. In aller Welt wurden Priester gemaßregelt, zum Schweigen verurteilt und sogar entlassen, weil sie nicht willig waren der Linie zu folgen. Im Herbst 2010 war ich einer von jener kleinen Gruppe, welche die „Vereinigung Katholischer Priester“ (ACP) begründete. Sie war einzigartig, weil sie eine unabhängige Körperschaft der Priesterschaft bildete und eine neue Erscheinung innerhalb der Kirche war, bei der die Autoritäten in Irland und im Vatikan nicht wussten, sie wie mit ihr umgehen sollten. Das Wachstum der Bewegung katapultierte mich in eine führende Position, was die Aufmerksamkeit der Glaubenskongregation (CDF) auf mich lenkte. Ich schrieb zwanzig Jahre Beiträge für verschiedene religiöse Magazine, ohne irgendwelche Probleme. Aber dann plötzlich im Feber 2012 wurde ich von den Vorgesetzten meines Redemptoristenordens informiert, dass ich Schwierigkeiten bekomme wegen einiger Dinge, die ich geschrieben habe. Ich wurde nach Rom eingeladen, nicht vom Vatikan, der bis heute nicht mit mir direkt kommuniziert, sondern vom Ordensoberen der Redemptoristen. Das war der Beginn einer nunmehr ein Jahr andauernden Spannung, von Stress und schwieriger Entscheidungsfindung für mein Leben. Meine Politik war zunächst zu sehen ob irgendein Kompromiss möglich wäre. Im vergangenen Sommer sah es so aus, dass dies der Fall sei. Schritt für Schritt merkte ich aber, dass die Glaubenskongregation den Druck immer mehr verstärkte, bis zu einem Punkt, den ich nicht mehr ignorieren konnte.
Ich war mit einer Wahl konfrontiert. Entweder ich unterschreibe eine öffentliche Erklärung, mit der ich Lehren akzeptiere, die ich nicht akzeptieren kann, oder ich werde für immer von meinem priesterlichen Dienst suspendiert und bekomme möglicherweise noch härtere Strafen. Es ist wichtig zu bemerken, dass sich all das nicht auf grundsätzliche Lehren der Kirche bezog, sondern auf Fragen der Kirchenführung. Nun, in dieser Stunde meines Lebens geht es darum, dass ich entweder meine Unterschrift unter eine Lüge setze und damit meine Integrität und mein Gewissen anfechte, oder ich werde mit der Realität konfrontiert, dass ich nie mehr meinen priesterlichen Dienst ausüben darf. Ich habe stets an die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen und ein wesentliches Element in Verbreitung und Stärkung des Glaubens geglaubt. Die Jahre meines Predigtdienstes, Hauptaufgabe der Redemptoristen, haben mir stets Freude bereitet und ich zweifelte nie daran, dass es eine Ehre ist die Botschaft Christi zu verkünden.
Aber die Gedanken-, Rede- und vor allem die Gewissensfreiheit aufzugeben ist ein zu großer Preis für mich, den ich zahlen müsste, um die Erlaubnis zu bekommen in der gegenwärtigen Kirche dienen zu dürfen.
Es gibt Leute die mir sagen, ich sollte die römisch-katholische Kirche verlassen und mich in den Dienst einer anderen christlichen Kirche stellen, die mir mehr entspricht. Katholisch zu sein ist aber ein zentraler Faktor meiner persönlichen Identität. Ich habe versucht das Evangelium zu verkünden. Es ist keine Frage welche Strafe mir der Vatikan auferlegt, ich will weiterhin gleich auf welchen Wegen, die mir offen stehen, versuchen die Reform in der Kirche weiterzubringen, um in ihr wieder einen Platz zu bereiten, wo sich alle, die Christus folgen möchten, willkommen fühlen können. Er machte Ausgegrenzte der Gesellschaft zu seinen Freunden und ich werde tun was ich kann, auf meinem schmalen Weg dem gegenwärtigen Kurs des Vatikans Widerstand zu leisten, der Verdammung statt Mitleid produziert.
Ich glaube dass die Glaubenskongregation die Vereinigung der Katholischen Priester unterdrücken möchte – es sind ja auch Versuche gemacht worden die Flügel der österreichischen Initiative zu stutzen. Ich hoffe und bete dafür, dass dies nicht eintrifft.
Solange ich mit diesen Dingen in meinem eigenen Leben zu tun habe, scheint es mir angemessen zu sein, übergangsweise von meiner Position als Leiter der Vereinigung zurück zu treten. Ich werde aber weiterhin ihr aktives Mitglied bleiben und ihre Aufgabe, die viel größer ist als eine Person, auf alle mögliche Art und Weise unterstützen.
Zuletzt: Ich wurde gefragt, warum ich jetzt, nachdem ich ein Jahr lang geschwiegen habe, in die Öffentlichkeit gehe.
Ich muss wieder meine Stimme zurückgewinnen.
Entnommen aus: Kirche In, 1. Feber 2013
Weiterführend:
AVAAZ-Petition >>: To have Fr. Tony Flannery returned to his priestly ministry
Unser Blog-Archiv vom 22.1.2013:
Irischem Ordensmann wird Exkommunikation angedroht
Dissident Irish priest censured by Vatican (Audio - auf "Listen" klicken)
For 39 years Tony Flannery (below) has been a priest of the the Redemptorist Order, in Ireland. He has done many of the things priests do ... celebrate mass, hear confession, administer last rites, baptise babies, counsel sinners and console the bereft.
cbc-radio >>
Association of Catholic Priests (ACP) >>
KIRCHE IN dokumentiert den Wortlaut:
Drei Tage nach meinem 66. Geburtstag wurde ich mit der Drohung konfrontiert: ich darf nicht weiter als Priester wirken, werde exkommuniziert und aus dem Redemptoristenorden entlassen. Wie geht es mir in dieser Situation?
Ich trat 1964 in den Redemptoristenorden ein und wurde zehn Jahre später zum Priester geweiht. Das war eine Zeit der großen Offenheit in der römisch-katholischen Kirche. Wir glaubten an die Gedanken- und Gewissensfreiheit und dass die kirchliche Lehre nicht etwas ist, das man den Menschen, denen wir dienen, kaltherzig aufzwingen darf – sie sind intelligent und gebildet, und können für ihr Leben Verantwortung übernehmen.
Als Seelsorger müssen wir versuchen die Botschaft Christi in einer Art und Sprache zu vermitteln, die der Realität ihres Lebens entspricht. Das setzt den Willen voraus, auf das Volk zu hören, ihre Hoffnungen und Freuden, Kämpfe und Ängste zu verstehen.
Den Mensch zu helfen im Spannungsfeld mit der Lehre über die Empfängnis war während der 70er Jahre ein großes Übungsgebiet. Nur die offizielle Linie der Enzyklika Humanae Vitae immer wieder zu wiederholen, war keine Hilfe. Während dieser Jahre lernten Priester und Volk gleichermaßen ein wenig, wie man das Gewissen formt und Entscheidungen über die verschiedenen Gebiete des Lebens trifft. Als Priester lernten wir mehr vom Volk als das Volk von uns.
Im Laufe der Jahre konnten wir aber dann zusehen, wie das Lehramt der Kirche immer mehr zu einem autoritären Stil ihres Dienstes zurückkehrt, so wie sie diesen in der Vergangenheit ausgeübt hatte.
Die Autorität wurde wieder einmal im Vatikan zentralisiert, Priester meiner Generation wurden unter Druck gesetzt, die Lehre der Kirche zu betonen und entschiedener zu verkünden: Orthodoxie hieß nun der Imperativ. Zu erlauben, dass die Menschen selbständig denken, wurde als gefährlich empfunden. Für Grauräume war kein Platz.
Wir erfuhren, dass es überall im Land Menschen gab, die selbst die kleinste Abweichung von der offiziellen Linie eines Priesters, zum Beispiel wenn er einer Frau beim Gottesdienst erlaubte das Evangelium vorzulesen, gemeldet haben. In aller Welt wurden Priester gemaßregelt, zum Schweigen verurteilt und sogar entlassen, weil sie nicht willig waren der Linie zu folgen. Im Herbst 2010 war ich einer von jener kleinen Gruppe, welche die „Vereinigung Katholischer Priester“ (ACP) begründete. Sie war einzigartig, weil sie eine unabhängige Körperschaft der Priesterschaft bildete und eine neue Erscheinung innerhalb der Kirche war, bei der die Autoritäten in Irland und im Vatikan nicht wussten, sie wie mit ihr umgehen sollten. Das Wachstum der Bewegung katapultierte mich in eine führende Position, was die Aufmerksamkeit der Glaubenskongregation (CDF) auf mich lenkte. Ich schrieb zwanzig Jahre Beiträge für verschiedene religiöse Magazine, ohne irgendwelche Probleme. Aber dann plötzlich im Feber 2012 wurde ich von den Vorgesetzten meines Redemptoristenordens informiert, dass ich Schwierigkeiten bekomme wegen einiger Dinge, die ich geschrieben habe. Ich wurde nach Rom eingeladen, nicht vom Vatikan, der bis heute nicht mit mir direkt kommuniziert, sondern vom Ordensoberen der Redemptoristen. Das war der Beginn einer nunmehr ein Jahr andauernden Spannung, von Stress und schwieriger Entscheidungsfindung für mein Leben. Meine Politik war zunächst zu sehen ob irgendein Kompromiss möglich wäre. Im vergangenen Sommer sah es so aus, dass dies der Fall sei. Schritt für Schritt merkte ich aber, dass die Glaubenskongregation den Druck immer mehr verstärkte, bis zu einem Punkt, den ich nicht mehr ignorieren konnte.
Ich war mit einer Wahl konfrontiert. Entweder ich unterschreibe eine öffentliche Erklärung, mit der ich Lehren akzeptiere, die ich nicht akzeptieren kann, oder ich werde für immer von meinem priesterlichen Dienst suspendiert und bekomme möglicherweise noch härtere Strafen. Es ist wichtig zu bemerken, dass sich all das nicht auf grundsätzliche Lehren der Kirche bezog, sondern auf Fragen der Kirchenführung. Nun, in dieser Stunde meines Lebens geht es darum, dass ich entweder meine Unterschrift unter eine Lüge setze und damit meine Integrität und mein Gewissen anfechte, oder ich werde mit der Realität konfrontiert, dass ich nie mehr meinen priesterlichen Dienst ausüben darf. Ich habe stets an die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen und ein wesentliches Element in Verbreitung und Stärkung des Glaubens geglaubt. Die Jahre meines Predigtdienstes, Hauptaufgabe der Redemptoristen, haben mir stets Freude bereitet und ich zweifelte nie daran, dass es eine Ehre ist die Botschaft Christi zu verkünden.
Aber die Gedanken-, Rede- und vor allem die Gewissensfreiheit aufzugeben ist ein zu großer Preis für mich, den ich zahlen müsste, um die Erlaubnis zu bekommen in der gegenwärtigen Kirche dienen zu dürfen.
Es gibt Leute die mir sagen, ich sollte die römisch-katholische Kirche verlassen und mich in den Dienst einer anderen christlichen Kirche stellen, die mir mehr entspricht. Katholisch zu sein ist aber ein zentraler Faktor meiner persönlichen Identität. Ich habe versucht das Evangelium zu verkünden. Es ist keine Frage welche Strafe mir der Vatikan auferlegt, ich will weiterhin gleich auf welchen Wegen, die mir offen stehen, versuchen die Reform in der Kirche weiterzubringen, um in ihr wieder einen Platz zu bereiten, wo sich alle, die Christus folgen möchten, willkommen fühlen können. Er machte Ausgegrenzte der Gesellschaft zu seinen Freunden und ich werde tun was ich kann, auf meinem schmalen Weg dem gegenwärtigen Kurs des Vatikans Widerstand zu leisten, der Verdammung statt Mitleid produziert.
Ich glaube dass die Glaubenskongregation die Vereinigung der Katholischen Priester unterdrücken möchte – es sind ja auch Versuche gemacht worden die Flügel der österreichischen Initiative zu stutzen. Ich hoffe und bete dafür, dass dies nicht eintrifft.
Solange ich mit diesen Dingen in meinem eigenen Leben zu tun habe, scheint es mir angemessen zu sein, übergangsweise von meiner Position als Leiter der Vereinigung zurück zu treten. Ich werde aber weiterhin ihr aktives Mitglied bleiben und ihre Aufgabe, die viel größer ist als eine Person, auf alle mögliche Art und Weise unterstützen.
Zuletzt: Ich wurde gefragt, warum ich jetzt, nachdem ich ein Jahr lang geschwiegen habe, in die Öffentlichkeit gehe.
Ich muss wieder meine Stimme zurückgewinnen.
Entnommen aus: Kirche In, 1. Feber 2013
Weiterführend:
AVAAZ-Petition >>: To have Fr. Tony Flannery returned to his priestly ministry
Unser Blog-Archiv vom 22.1.2013:
Irischem Ordensmann wird Exkommunikation angedroht
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For 39 years Tony Flannery (below) has been a priest of the the Redemptorist Order, in Ireland. He has done many of the things priests do ... celebrate mass, hear confession, administer last rites, baptise babies, counsel sinners and console the bereft.
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Donnerstag, 21. Februar 2013
"Es gibt keine Grundrechte in der Kirche"
Aktualisierung:
Was Helmut Schüller in seinem Interview beklagte, das bringen nun auch Kardinäle aus Deutschland zur Diskussion: die Weihe von Frauen in der katholischen Kirche ist längst fällig.
Bischöfe wollen mehr Chefinnen in Kirchenjobs
Die deutschen Bischöfe wollen mehr Frauen in kirchlichen Führungsjobs. Auf der Bischofskonferenz verpflichteten sie sich am Mittwoch ihren Anteil deutlich zu erhöhen. Zuvor hatte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann auch eine Weihe der Frau in der katholischen Kirche zur Diskussion gestellt.
SWR >>
Bischöfe denken über spezielle Weihe für Frauen nach : "Ein eigenes Profil"
Eine spezielle Weihe für Frauen in der katholischen Kirche haben führende Kirchenvertreter aus Deutschland angeregt. Im Video-Interview dazu: Sr. Gruber, Kardinal Kasper und Bischof Bode.
domradio.de >>
Interview von Helmut Schüller in der Tagesschau des ARD:
"Es gibt keine Grundrechte in der Kirche"
"Frauen in der Kirche" ist eines der Hauptthemen bei der Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Trier. Nach wie vor sind diese von Führungsämtern ausgeschlossen. "Das ist absurd", sagt Pfarrer Helmut Schüller im tagesschau.de-Interview - zumal Frauen einen Großteil der Arbeit erledigen. Mit dem neuen Papst könnte sich aber etwas ändern.
tagesschau.de: Das Ansehen der Katholischen Kirche ist zurzeit auf einem Tiefpunkt: Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal, die Diskussion um die Pille danach und die Stellung von Frauen sind Gründe dafür. Ist der Ruf der Kirche zu Recht so schlecht?
Helmut Schüller: Das Ansehen der Kirche sinkt, weil die Erwartungen der Menschen an die Kirche immer wieder enttäuscht werden. Vor allem die der Kirchenbasis. Da wird ängstlich verhindert, dass Laien in der Kirche mehr Kompetenzen erlangen. Kaum einer versteht mehr, warum Frauen nicht auch Ämter in der Kirche übernehmen dürfen.
Es gibt keine Grundrechte in der Kirche. Die Weltkirchenleitung gefällt sich darin, eine absolutistische Monarchie zu sein: in der Macht nicht kontrolliert wird, in der Entscheidungen nicht hinterfragt werden können und in der die Betroffenen nicht beteiligt werden. Die Menschen wollen aber eine Kirche, die in ihrer Zeit steht, und nicht ein Relikt aus vergangenen Jahrhunderten.
Zum ganzen ARD-Interview >>
Hintergrund:
Kurswechsel bei Deutscher Bischofskonferenz?
Die katholische Kirche steht immer wieder in der Kritik. Auf der Frühjahrstagung diskutieren die Bischöfe über brisante Themen wie die "Pille danach" und "Frauen in kirchlichen Führungspositionen".
Weiterlesen auf Deutsche Welle >>
Bischöfe aus ganz Deutschland beraten sich in Trier
Am Montag hat in Trier die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz begonnen. 66 Bischöfe sind aus diesem Grund in die Moselstadt gereist, um sich noch bis Donnerstag über wichtige Fragen der kirchlichen Arbeit auszutauschen. Gesprächsstoff dürfte es dabei genügend geben: Von der Papstwahl bis hin zu den Missbrauchsfällen steht einiges auf der Agenda.
Weiterlesen im Wochenspiegel >>
Deutsche Bischofskonferenz >>
Deutsche Bischofskonferenz auf domradio.de >>
Was Helmut Schüller in seinem Interview beklagte, das bringen nun auch Kardinäle aus Deutschland zur Diskussion: die Weihe von Frauen in der katholischen Kirche ist längst fällig.
Bischöfe wollen mehr Chefinnen in Kirchenjobs
Die deutschen Bischöfe wollen mehr Frauen in kirchlichen Führungsjobs. Auf der Bischofskonferenz verpflichteten sie sich am Mittwoch ihren Anteil deutlich zu erhöhen. Zuvor hatte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann auch eine Weihe der Frau in der katholischen Kirche zur Diskussion gestellt.
SWR >>
Bischöfe denken über spezielle Weihe für Frauen nach : "Ein eigenes Profil"
Eine spezielle Weihe für Frauen in der katholischen Kirche haben führende Kirchenvertreter aus Deutschland angeregt. Im Video-Interview dazu: Sr. Gruber, Kardinal Kasper und Bischof Bode.
domradio.de >>
Interview von Helmut Schüller in der Tagesschau des ARD:
"Es gibt keine Grundrechte in der Kirche"
"Frauen in der Kirche" ist eines der Hauptthemen bei der Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Trier. Nach wie vor sind diese von Führungsämtern ausgeschlossen. "Das ist absurd", sagt Pfarrer Helmut Schüller im tagesschau.de-Interview - zumal Frauen einen Großteil der Arbeit erledigen. Mit dem neuen Papst könnte sich aber etwas ändern.
tagesschau.de: Das Ansehen der Katholischen Kirche ist zurzeit auf einem Tiefpunkt: Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal, die Diskussion um die Pille danach und die Stellung von Frauen sind Gründe dafür. Ist der Ruf der Kirche zu Recht so schlecht?
Helmut Schüller: Das Ansehen der Kirche sinkt, weil die Erwartungen der Menschen an die Kirche immer wieder enttäuscht werden. Vor allem die der Kirchenbasis. Da wird ängstlich verhindert, dass Laien in der Kirche mehr Kompetenzen erlangen. Kaum einer versteht mehr, warum Frauen nicht auch Ämter in der Kirche übernehmen dürfen.
Es gibt keine Grundrechte in der Kirche. Die Weltkirchenleitung gefällt sich darin, eine absolutistische Monarchie zu sein: in der Macht nicht kontrolliert wird, in der Entscheidungen nicht hinterfragt werden können und in der die Betroffenen nicht beteiligt werden. Die Menschen wollen aber eine Kirche, die in ihrer Zeit steht, und nicht ein Relikt aus vergangenen Jahrhunderten.
Zum ganzen ARD-Interview >>
Hintergrund:
Kurswechsel bei Deutscher Bischofskonferenz?
Die katholische Kirche steht immer wieder in der Kritik. Auf der Frühjahrstagung diskutieren die Bischöfe über brisante Themen wie die "Pille danach" und "Frauen in kirchlichen Führungspositionen".
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Bischöfe aus ganz Deutschland beraten sich in Trier
Am Montag hat in Trier die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz begonnen. 66 Bischöfe sind aus diesem Grund in die Moselstadt gereist, um sich noch bis Donnerstag über wichtige Fragen der kirchlichen Arbeit auszutauschen. Gesprächsstoff dürfte es dabei genügend geben: Von der Papstwahl bis hin zu den Missbrauchsfällen steht einiges auf der Agenda.
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Reformen
Montag, 18. Februar 2013
Ein Papst - als Diener der Diener Gottes - wie wir ihn wünschen
Ein Papst - als Diener der Diener Gottes - wie wir ihn wünschen:
1 Ein Papst, vor dem alle Menschen, Frauen und Männer, gleich sind an Würde und Rechten - wie vor Gott.
2 Ein Papst, der die Kirche weniger regieren will, sondern sie anleitet und ihr hilft, sich selbst zu regieren.
3 Ein Papst, der weder progressiv noch konservativ sein will und so die Kirche nicht spaltet, sondern eint.
4 Ein Papst, der nicht so sehr Stellvertreter Christi, sondern Stellvertreter der Gläubigen bei Gott sein will.
5 Ein Papst, der statt die Einheitlichkeit der Kirche zu fordern, ihre Einheit in der Verschiedenheit fördert.
6 Ein Papst, der statt die Unterschiede der Konfessionen und Religionen, deren Gemeinsamkeiten betont.
7 Ein Papst, der weniger Dogmen, Zucht und Ordnung predigt, sondern Freude, Hoffnung und Zuversicht.
Text der Pfarrer-Initiative
© Peter Paul Kaspar
Überlegungen zur Papst-Nachfolge:
„Ein eiserner Besen hilft nicht"
Was erwartet den neuen Papst im Vatikan? Was muss er von dessen inneren Gesetzen wissen? Was kann er ändern? Fragen an den Kirchenhistoriker Hubert Wolf.
Frankfurter Rundschau >>
Joseph Ratzinger schenkt der Kirche eine neue Freiheit
Ein katholischer Kommentar zum angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und zu Perspektiven der Römischen Weltkirche
Telepolis >>
Vatikanexperte Marco Politi: "Die Kurie ist zerrissen"
Marco Politi ist angesehener und kritischer "Vaticanista" in Rom. Er gehört zu den erfahrensten Journalisten, die über den Vatikan berichten. Mit Marco Politi sprach Julius Müller-Meiningen.
Generalanzeiger >>
Papst-Biograf Andreas Englisch im Interview:
"Das wird ein Machtkampf"
Die Entscheidung kommt unerwartet für Vatikan, Kirche und die Welt – nicht aber für Papst-Biograf Andreas Englisch, der Ratzingers Rückzug in den Ruhestand bereits vor Monaten vorhersagt hat. n-tv.de spricht ihm über den Schock der Kurie, die Einsamkeit des Papstes und die heikle Suche nach einem Nachfolger.
n-TV >>
Weißer Rauch und schmutzige Gerüchte
Wenn sich die Kardinäle im März in Rom zur Papstwahl treffen, sind viele Machtkämpfe schon entschieden. Der amerikanische Vatikankenner John Allen erklärt, worauf es beim Konklave wirklich ankommt
Christ & Welt Ausgabe 09/2013 >>
1 Ein Papst, vor dem alle Menschen, Frauen und Männer, gleich sind an Würde und Rechten - wie vor Gott.
2 Ein Papst, der die Kirche weniger regieren will, sondern sie anleitet und ihr hilft, sich selbst zu regieren.
3 Ein Papst, der weder progressiv noch konservativ sein will und so die Kirche nicht spaltet, sondern eint.
4 Ein Papst, der nicht so sehr Stellvertreter Christi, sondern Stellvertreter der Gläubigen bei Gott sein will.
5 Ein Papst, der statt die Einheitlichkeit der Kirche zu fordern, ihre Einheit in der Verschiedenheit fördert.
6 Ein Papst, der statt die Unterschiede der Konfessionen und Religionen, deren Gemeinsamkeiten betont.
7 Ein Papst, der weniger Dogmen, Zucht und Ordnung predigt, sondern Freude, Hoffnung und Zuversicht.
Text der Pfarrer-Initiative
© Peter Paul Kaspar
Überlegungen zur Papst-Nachfolge:
„Ein eiserner Besen hilft nicht"
Was erwartet den neuen Papst im Vatikan? Was muss er von dessen inneren Gesetzen wissen? Was kann er ändern? Fragen an den Kirchenhistoriker Hubert Wolf.
Frankfurter Rundschau >>
Joseph Ratzinger schenkt der Kirche eine neue Freiheit
Ein katholischer Kommentar zum angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und zu Perspektiven der Römischen Weltkirche
Telepolis >>
Vatikanexperte Marco Politi: "Die Kurie ist zerrissen"
Marco Politi ist angesehener und kritischer "Vaticanista" in Rom. Er gehört zu den erfahrensten Journalisten, die über den Vatikan berichten. Mit Marco Politi sprach Julius Müller-Meiningen.
Generalanzeiger >>
Papst-Biograf Andreas Englisch im Interview:
"Das wird ein Machtkampf"
Die Entscheidung kommt unerwartet für Vatikan, Kirche und die Welt – nicht aber für Papst-Biograf Andreas Englisch, der Ratzingers Rückzug in den Ruhestand bereits vor Monaten vorhersagt hat. n-tv.de spricht ihm über den Schock der Kurie, die Einsamkeit des Papstes und die heikle Suche nach einem Nachfolger.
n-TV >>
Weißer Rauch und schmutzige Gerüchte
Wenn sich die Kardinäle im März in Rom zur Papstwahl treffen, sind viele Machtkämpfe schon entschieden. Der amerikanische Vatikankenner John Allen erklärt, worauf es beim Konklave wirklich ankommt
Christ & Welt Ausgabe 09/2013 >>
Freitag, 8. Februar 2013
Reaktionen auf bischöfliches Predigtverbot für Helmut Schüller
AKTUALISIERT:
Laien widersetzen sich: „Fastenpredigt“ nun Fortbildung
Die Nürnberger „Fastenpredigtreihe“, die wegen eines geplanten Auftritts von Helmut Schüller abgesagt worden war, wird nun doch stattfinden - in einem Gemeindezentrum statt in einer Kirche.
Religion.orf.at >>
Heftige Reaktionen haben das Predigtverbot deutscher Bischöfe für Helmut Schüller hervorgerufen. Zwei davon möchte ich heute veröffentlichen:
Von: Otto Urban [ mailto:otto.urban@aon.at]
Gesendet: Donnerstag, 07. Februar 2013 13:40
An: 'generalvikariat@erzbistum-bamberg.de'
Cc: 'otto.urban@aon.at'
Betreff: Absage Fastenpredigt Pfarrer Schüller
Wien, am 7. Feber 2013
Geschätzter Herr Generalvikar !
Aus einer Presseaussendung entnahm ich, dass Sie die geplanten Fastenpredigten von Pfarrer Schüller (Erzdiözese Wien) mit der Begründung, er spalte die Kirche, untersagten. Es dürfte Ihnen jedoch folgender Sachverhalt entgangen sein, oder Sie haben dies noch nie gehört:
Die Forderungen von Pfarrer Schüller sind größtenteils keineswegs neu. Vielmehr könnte man sogar behaupten, sie seien – wenigstens teilweise – abgeschrieben worden.
Tatsache ist:
Die römische Kurie lud die Bischöfe der Welt zu einer Bischofsynode nach Rom ein. Es sollte die Situation der Kirche in den verschiedenen Ländern besprochen werden. Auch die österreichische Bischofskonferenz befasste sich mit der Thematik und stellte einen Katalog von Fragen auf, die in Rom vorgetragen werden sollten. Konkret ging es um die „Priester ohne Amt“, die geschiedenen Wiederverheirateten, Frauen in kirchlichen Ämtern usw. (Themen, die Sie alle bei Schüller wieder finden.) Ein damals junger Bischof – jedoch mit großer seelsorglicher Erfahrung – wurde beauftragt, an der Bischofssynode in Rom die Wünsche der österreichischen Bischöfe vorzutragen. Das tat er auch. Und seine authentische Aussage: „Ich bin mit allem ‚abgeblitzt’! – Alles keine Themen für Rom!“
Dieser Bischof wurde später zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt – war also keineswegs ein unbedeutender Bischof. Es war Bischof Johann Weber.
Wenn Sie, geschätzter Herr Generalvikar, nun wissen wollen, wann das war, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: 1971.
Damals haben sich Bischöfe der verschiedenen Themen angenommen – und seit 40 Jahren hat sich nichts geändert. Angeblich kein Problem der Weltkirche! Nicht einmal eines Dialogs würdig!
Wahrscheinlich haben Sie von diesem Geschehen nichts gewusst. Ich schreibe Ihnen diesen Sachverhalt als kirchlicher Archivar, der über die entsprechenden Dokumente verfügt und den Sachverhalt auch bereits publizierte – mit Einverständnis des damaligen Hauptakteurs: Bischof Johann Weber.
Ihre Absage kam leider zu ungünstigster Zeit. Die Medien werden ausführlich darüber berichten. Es bleibt zu hoffen, dass der von mir geschilderte Sachverhalt (Geschehen vor 40 Jahren) vielen unbekannt ist, wie ich dies auch von Ihnen annehme. Denn dann würde sich die Absage zur Blamage entpuppen – und die Gespaltenheit der derzeitigen Kirchenstruktur in vielen aktuellen Fragen offenkundig machen.
Ihre Entscheidung über die Absage der Fastenpredigt – und vor allem deren Begründung - wird natürlich auch in unser Archiv als Faktum aufgenommen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Otto Urban
Von: Otto Urban [ mailto:otto.urban@aon.at]
Gesendet: Donnerstag, 07. Februar 2013 13:40
An: 'generalvikariat@erzbistum-bamberg.de'
Cc: 'otto.urban@aon.at'
Betreff: Absage Fastenpredigt Pfarrer Schüller
Wien, am 7. Feber 2013
Geschätzter Herr Generalvikar !
Aus einer Presseaussendung entnahm ich, dass Sie die geplanten Fastenpredigten von Pfarrer Schüller (Erzdiözese Wien) mit der Begründung, er spalte die Kirche, untersagten. Es dürfte Ihnen jedoch folgender Sachverhalt entgangen sein, oder Sie haben dies noch nie gehört:
Die Forderungen von Pfarrer Schüller sind größtenteils keineswegs neu. Vielmehr könnte man sogar behaupten, sie seien – wenigstens teilweise – abgeschrieben worden.
Tatsache ist:
Die römische Kurie lud die Bischöfe der Welt zu einer Bischofsynode nach Rom ein. Es sollte die Situation der Kirche in den verschiedenen Ländern besprochen werden. Auch die österreichische Bischofskonferenz befasste sich mit der Thematik und stellte einen Katalog von Fragen auf, die in Rom vorgetragen werden sollten. Konkret ging es um die „Priester ohne Amt“, die geschiedenen Wiederverheirateten, Frauen in kirchlichen Ämtern usw. (Themen, die Sie alle bei Schüller wieder finden.) Ein damals junger Bischof – jedoch mit großer seelsorglicher Erfahrung – wurde beauftragt, an der Bischofssynode in Rom die Wünsche der österreichischen Bischöfe vorzutragen. Das tat er auch. Und seine authentische Aussage: „Ich bin mit allem ‚abgeblitzt’! – Alles keine Themen für Rom!“
Dieser Bischof wurde später zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt – war also keineswegs ein unbedeutender Bischof. Es war Bischof Johann Weber.
Wenn Sie, geschätzter Herr Generalvikar, nun wissen wollen, wann das war, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: 1971.
Damals haben sich Bischöfe der verschiedenen Themen angenommen – und seit 40 Jahren hat sich nichts geändert. Angeblich kein Problem der Weltkirche! Nicht einmal eines Dialogs würdig!
Wahrscheinlich haben Sie von diesem Geschehen nichts gewusst. Ich schreibe Ihnen diesen Sachverhalt als kirchlicher Archivar, der über die entsprechenden Dokumente verfügt und den Sachverhalt auch bereits publizierte – mit Einverständnis des damaligen Hauptakteurs: Bischof Johann Weber.
Ihre Absage kam leider zu ungünstigster Zeit. Die Medien werden ausführlich darüber berichten. Es bleibt zu hoffen, dass der von mir geschilderte Sachverhalt (Geschehen vor 40 Jahren) vielen unbekannt ist, wie ich dies auch von Ihnen annehme. Denn dann würde sich die Absage zur Blamage entpuppen – und die Gespaltenheit der derzeitigen Kirchenstruktur in vielen aktuellen Fragen offenkundig machen.
Ihre Entscheidung über die Absage der Fastenpredigt – und vor allem deren Begründung - wird natürlich auch in unser Archiv als Faktum aufgenommen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Otto Urban
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Zur Information
Nachdem ich auf Grund der Einladung durch den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke mein Kommen zum diesjährigen "Aschermittwoch der Künstler und Publizisten" in Ingolstadt zugesagt hatte, habe ich meine Anmeldung heute aus gegebenem Anlass wieder zurückgezogen.
Nachdem ich auf Grund der Einladung durch den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke mein Kommen zum diesjährigen "Aschermittwoch der Künstler und Publizisten" in Ingolstadt zugesagt hatte, habe ich meine Anmeldung heute aus gegebenem Anlass wieder zurückgezogen.
Hier der Text meiner Absage:
Gesendet: Mittwoch, 06. Februar 2013 um 13:45 Uhr
Von: "Mag. Josef Dirnbeck" <josef.dirnbeck@web.de>
An: cgrund@bistum-eichstaett.de
Cc: "Hubertus Förster" <hubertus.foerster@erzbistum-bamberg.de>
Betreff: Abmeldung
Von: "Mag. Josef Dirnbeck" <josef.dirnbeck@web.de>
An: cgrund@bistum-eichstaett.de
Cc: "Hubertus Förster" <hubertus.foerster@erzbistum-bamberg.de>
Betreff: Abmeldung
Abmeldung
Schwer enttäuscht vom Verhalten der Bischöfe von Eichstätt und Bamberg, die mit der von ihnen erzwungenen Absage der Fastenpredigten in der Nürnberger Frauenkirche einen Akt der Dialogverweigerung demonstriert haben, durch welchen die in der Einladung bekundete "Freude an einem Gedankenaustausch" leider zum leeren Lippenbekenntnis geworden ist, ziehe ich hiermit meine Anmeldung (e-Mail vom 21. Januar) zum Aschermittwoch der Künstler und Publizisten in Ingolstadt zurück.
Dasselbe gilt auch für meine Frau.
Mit freundlichen Grüßen
Mag. theol. Josef Dirnbeck
Mag. theol. Josef Dirnbeck
Mag. Josef Dirnbeck
Schriftsteller
Geuderstraße 15
90489 Nürnberg
Telefon: 0911/6695731
eMail: (Deutschland) <josef.dirnbeck@web.de>
eMail: (Österreich) <josef.dirnbeck@aon.at>
Homepage: http://members.aon.at/dirnbeck
Josef Dirnbeck
wurde am 5. Januar 1948 in Rotenturm an der Pinka (Österreich) geboren und lebt als freier Schriftsteller in Wien und in Nürnberg. Der Autor ist Mitglied des Österreichischen PEN-Clubs und der Wiener Musikgalerie.
Geuderstraße 15
90489 Nürnberg
Telefon: 0911/6695731
eMail: (Deutschland) <josef.dirnbeck@web.de>
eMail: (Österreich) <josef.dirnbeck@aon.at>
Homepage: http://members.aon.at/dirnbeck
Josef Dirnbeck
wurde am 5. Januar 1948 in Rotenturm an der Pinka (Österreich) geboren und lebt als freier Schriftsteller in Wien und in Nürnberg. Der Autor ist Mitglied des Österreichischen PEN-Clubs und der Wiener Musikgalerie.
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