Mittwoch, 4. Juli 2018

Greshake: Die Begründung, Priester zu werden, ist heute eine andere


Heute ist das Priester-Werden ein Gang ins Ungewisse

Dogmatik-Professor Gisbert Greshake hat sich jahrzehntelang mit dem Priester-Sein beschäftigt. Heute sieht er den Priesterberuf und auch die Kirche im Wandel. Seine These: Aus der gelebten Berufung aller zum Christsein erwachsen auch Berufungen für das Priester- und Ordensleben.

Fünf Männer sagen am 16. Juni im Stephansdom bei der Priesterweihe ihr „Ich bin bereit“. Dogmatik-Professor Gisbert Greshake hat sich jahrzehntelang mit dem Priester-Sein beschäftigt. Heute sieht er den Priesterberuf und auch die Kirche im Wandel. Seine These: Aus der gelebten Berufung aller zum Christsein erwachsen auch Berufungen für das Priester- und Ordensleben.

1960, also vor knapp 58 Jahren, wurde Gisbert Greshake zum Priester geweiht. Ob er sich heute nochmals weihen lassen würde, will ich von ihm wissen. „Ja. Ich bin gern Priester, und ich würde diesen Weg nochmals gehen“, sagt der langjährige Wiener Dogmatik-Professor. „Wobei ich die Gründe dafür, warum ich Priester geworden bin, heute anders sehe als damals, als so, wie ich sie als ganz junger Mensch gesehen habe. Die Begründung, Priester zu werden, ist heute eine andere“, fügt er hinzu.

„Als ich mit 20, 21 Jahren um die Entscheidung gerungen habe, ging es bei mir um die Frage: Will ich, nach meinen Möglichkeiten, ganz das Evangelium leben? Will ich mein ganzes Leben auf die Karte Gottes setzen?“, sagt Greshake: „Aber aus heutiger Sicht würde ich sagen: Das ist nicht nur eine Frage eines Mannes, der Priester werden will, sondern das ist eine Grundfrage jedes Christen. Jeder hat sich zu fragen, ob und wie er das Evangelium leben soll.“

Erst später hat Greshake gesehen, „dass es beim Priestersein nicht nur darum geht, das Evangelium mit allen Kräften zu leben, dass es nicht nur darum geht, auf die Karte Gottes zu setzen, sondern darum, eine ganz spezifische Verantwortung in der Kirche für das Volk Gottes wahrzunehmen“.

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Stefan Jürgens hält aus seiner Erfahrung als katholischer Priester angesichts des Priestermangels das Zölibat für schädlich, sieht eine Spaltung zwischen Bischöfen und Gemeinden und kritisiert die oft floskelhafte kirchliche Sprache.
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