Donnerstag, 21. Juni 2012

Bischofskonferenz: Keine Erklärung zur Pfarrerinitiative

EU-Bekenntnis: Bischöfe pilgern nach Brüssel
Ende der Sommerversammlung der Bischofskonferenz. Keine Erklärung zur Pfarrerinitiative. Stattdessen bekennt sich der Episkopat zum europäischen Einigungsprozess und zur EU.

Wien/Salzburg/D.n./C.l./Kap. Österreichs Bischöfe schweigen über den „Aufruf zum Ungehorsam“ der Pfarrerinitiative. Zumindest wird es keine einschlägige (neuerliche) Erklärung nach der Sommer-Vollversammlung in Mariazell geben, die am Mittwoch beendet wurde. Stattdessen bekennt sich der Episkopat zum europäischen Einigungsprozess und zur EU. So wurde vereinbart, die nächste Versammlung der Bischofskonferenz im Herbst in Brüssel stattfinden zu lassen.

Der Chef der Männerorden, Maximilian Fürnsinn, verlangt nun eine Rücknahme der „Ungehorsam-Ansage“. Er sehe die Auseinandersetzungen als „Zeichen der Sorge“. Und der Propst plädiert in den „Niederösterreichischen Nachrichten“ für einen Gesprächsprozess. Man dürfe die Dinge nicht treiben lassen.

Kräutler: Katholiken fragen

„Die Anliegen, die die Pfarrerinitiative vertritt, sind keine Anliegen der europäischen Kirche, sondern Anliegen der Weltkirche.“ Das erklärte Bischof Erwin Kräutler, der seit mehr als 30 Jahren der Diözese Xingu in Brasilien vorsteht, bei einem Besuch in Salzburg. Er schlug eine weltweite Befragung in den Diözesen vor, wie mit dem Priestermangel künftig umgegangen werden soll. „Das könnte einen Impuls geben, den man in der Weltkirche von Japan bis Feuerland spürt“, meinte Kräutler.
Beitrag in Die Presse >>

Bischof Kräutler im Interview auf Salzburg HEUTE, vom 19.6. (gegen Ende des Beitrags):

Kommentare:

  1. Das Foto spricht Bände: schwarz gekleidete Männer im Schatten und in Reih und Glied...
    Kann so die Kirche Jesu Christi sichtbar werden?!?!?!?

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  2. Wenn die österreichische Bischofskonferenz weiterhin in dieser Sache schweigt und die "Ungehorsam-Ansage" nicht zurücknimmt, wird sie bald nichts mehr zu sagen haben, was das Kirchenvolk interessiert und als authentische Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi empfunden werden kann.

    Und dümmliche bis heuchlerische Sager zum Konzilsjubiläum werden sich die dann auch sparen können. Die authentischen Erben des Konzilsgeistes finden sich sowieso in der Pfarrerinitiative und in der Laieninitiative.

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    1. "Die authentischen Erben des Konzilsgeistes finden sich sowieso in der Pfarrerinitiative und in der Laieninitiative." - Glauben Sie das wirklich, Herr Pseudo-Schilebeecks? Sind Sie da nicht ein bißchen zu blauäugig? Was verbindet schon diese Leute mit Rahner, mit dem echten Schilebeecks, mit Häring, mit Guardini, oder mit Kardinal König u. anderen?
      Ich finde, so gut wie nichts ...

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    2. Und ob ich das wirklich glaube: Es geht hier um den Geist des Konzils und die Bewahrung der Früchte dieses Konzils. Dass Schüller und all die anderen mit Rahner, Schillebeeckx (Sie könnten mal lernen, den Namen richtig zu schreiben, bevor Sie mir über diesen Theologen putzige Belehrungen servieren, das mal nebenbei), Häring und Guardini x-mal mehr zu tun haben als die meisten unserer Bischöfe, die theologisch und kirchenpolitisch irgendwo zwischen Karol Wojtyla, Josemaría Escrivá de Balaguer und natürlich Joseph Ratzinger angesiedelt sind, steht wohl außer Frage.
      Und weil Sie Kardinal König erwähnen: Den Unterschied zwischen der österreichischen katholischen Kirche vor und nach 1986 werden Sie ja vielleicht kennen, oder?

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    3. Ja, Herr Pseudoschillebeeckx, Verschreibung kann einem jeden passieren, und das gleich zweimal, na, ja… „Und ob ich das wirklich glaube“: Unsere Erfahrungshorizonte sind vermutlich grundverschieden (das sage ich mit dem „echten Schillebeeckx“) obwohl wir vermutlich das Gleiche anstreben, eine „reformierte Kirche“, wir beschreiten nur eben verschiedene Wege!
      Ich bin halt dagegen, dass man Leute ohne nennenswerte geistige Leistung sofort hochjubelt! Aber so etwas ist in unserer Gesellschaft gang und gebe, eine Zeitkrankheit, würde ich sagen. Aber auch in der kath. Kirche weitverbreitet, ob links oder rechts!
      Ich sehe eben die Mängel der Reformgruppen (theologisch, soziologisch und kulturell) und bin überzeugt, dass diese sich vieles zu einfach vorstellen. Auch wenn die Forderungen der Priesterinitiative erfüllt werden, die Kirche ist noch lange nicht reformiert!
      Dass der geistige Horizont unserer Bischöfe nicht allzu hoch angesiedelt ist, dass diese mit dem Geist des Konzils nicht sehr viel gemeinsam haben, ist mir auch bekannt. (Übrigens, nicht vergessen, auch das „Opus Dei“ war und ist ein Nutznießer des Konzils!)
      Und noch etwas als Frau sage ich Ihnen: Diese Herren von der „Priesterinitiative“ sollen zuerst ihre Rolle als Priester in Frage stellen, nicht überbetonen, und erst nachher die Priesterweihe der Frau fordern. Vorher sind mir die Forderungen der Priesterinitiative nicht glaubwürdig! Im Gegenteil, ich glaube, diese Herren wollen nur das Status quo in der Kirche behalten, mit einigen Erleichterungen eben. Dass der Herr Kardinal das noch nicht begriffen hat!?

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