Mittwoch, 13. Juni 2012

Deutsche Priester rebellieren gegen den Papst


Sie protestieren mit ihrer Unterschrift: 177 Priester und Diakone fordern in einer Erklärung die katholische Kirche auf, erneut verheirateten Geschiedenen künftig das Abendmahl zu gewähren. Deutschlands Katholikenchef Zollitsch droht den Rebellen mit harten Sanktionen.

Der deutsche Katholikenchef Robert Zollitsch droht, gegen mehr als 177 Priester und Diakone seines Erzbistums hart vorzugehen. Seine Untergebenen hatten sich erst vor wenigen Tagen in einer Erklärung offen zum Ungehorsam bekannt. Dabei geht es den rebellischen Priestern vor allem darum, dass sie Katholiken, die nach einer Scheidung erneut geheiratet haben, das Abendmahl austeilen wollen. Dies ist laut Kirchenrecht verboten, in Wahrheit jedoch gängige Praxis in vielen Gemeinden und nur eine von vielen Reformforderungen, die vom deutschen Papst Benedikt XVI. in Rom abgelehnt werden.

Die 177 Priester bezichtigen sich aber ausdrücklich, gegen die Order von oben zu handeln. Ein solches Bekenntnis hat es in dieser Dimension in Deutschland bislang noch nicht gegeben. Zollitsch und sein Generalvikar Fridolin Keck haben die Priester nun eindringlich ermahnt, ihre Unterschrift zurückzuziehen. In dem Schreiben an jeden einzelnen der 177 ungehorsamen Priester heißt es drohend: "Ausdrücklich muss ich Sie darauf hinweisen, dass unsere Erzdiözese keine generelle und undifferenzierte Praxis billigen kann, die eigenmächtig gegen Vorgaben der Weltkirche verstößt." Mit der Unterschrift unter das Memorandum hätten sich die Pfarrer "bewusst über das geltende Kirchenrecht hinweggesetzt", dies sei "unangemessen und nicht hilfreich".

"Unbarmherziges Verhalten gegenüber gutwilligen Katholiken"
Weiterlesen auf Spiegel.Online >>


Das Schrei­ben des Erz­bi­schöf­li­chen Ordi­na­ri­ats Frei­burg an alle Pries­ter und Dia­kone vom 8. Juni als PDF >>

Zur Freiburger Erklärung über wiederverheiratet Geschiedene >>

Zum Thema Geschieden-Wiederverheiratete:
Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), 12.2.2012
Rund 98.000 Unterschriften für Geschieden-Wiederverheiratete:
Betroffene nicht von den Sakramenten ausschließen

Kommentare:

  1. Eine Reaktion dieser Art war zu erwarten, bei dem Druck aus Rom auf die deutschen Bischöfe. Doch worin können Konsequenzen bestehen? Kürzung der Bezüge? Verstärkte Kontrolle und Einschränkungen der Handlungsfreiheiten?

    Ich hoffe inständig, dass möglichst viele der Unterzeichner standhaft und mutig genug bleiben und ihre Unterschrift nicht zurück ziehen. Die schlimmste Konsequenz der ausgesprochenen Drohung wäre ein Rückzug in das Schweigen und die Verborgenheit, ein Erstarken eines Klima der Angst.

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    1. In einem Blog gelesen :

      " Man kann gespannt sein, wie sich die Sache entwickelt. Ich vermute, es entfaltet sich die Dynamik des klassischen Familiendramas: Die Ursünde wurde begangen: das >> Familiengeheimnis >> ist ausgeplaudert !! Vater reagiert mit Einschüchterungsversuchen,​ um seine Autorität zu retten. Die rebellischen Kinder werden von den braven Kindern verurteilt werden: "Du bringst den Papa noch ins Grab!" Die rebellischen Kinder werden nicht einlenken. Vater wird es mit Gut-Zureden unter 4 Augen versuchen (einzeln?!). Es wird nur teilweise gelingen. Das Autoritätsgefüge gerät auseinander, der Konflikt wird geleugnet, ausgeweitet und schließlich eskalieren. Die rebellischen Kinder fliegen raus, die braven werden sich umso enger um den Papa scharen.
      Nur eine Spekulation, keine Prophetie... "

      ICH hoffe sehr, dass sie rebellischen Kinder bei der Stange bleiben ... sie Priesterinitiative in Österreich , die gerade die Hände zu den USA ausstreckt und schon ergriffen wird !!!

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    2. Da ein sehr großer Teil der Unterzeichner schon Pensionisten sind (wie übliche bei solchen ewiggestrigen Forderungen) haben die wohl garnichts zu befürchten.

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