Dienstag, 23. Juni 2015

Echo vom Weltflüchtlingstag


Gänsehautstimmung am Roncalliplatz
Kardinal Woelki: „Flüchtlingspolitik ist Europa unwürdig“
Es regnete in Strömen, als Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (58) am die Gedenkfeier für die 23.000 Flüchtlinge eröffnete, die seit 2000 im Mittelmeer ertrunken sind. 4000 Menschen, die auf den Roncalliplatz gekommen waren, erlebten einen Gänsehaut-Abend.

Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und Vietnam erzählten auf der Bühne von ihrer zum Teil jahrelangen, dramatischen Flucht. Und Rupert Neudeck (76), der mit seinem Schiff „Cap Anamur“ in den 80er Jahren 11.300 Vietnamesen rettete („Boat People“) stellte fest: „Es gibt heute keinen Unterschied zu damals. Da sind Menschen in Lebensgefahr – die müssen wir retten. Wir sammeln für ein Schiff, das ein Malteser Ehepaar gestiftet hat, um Flüchtlinge zu retten.“

Auf dem Roncalliplatz war es mucksmäuschenstill, als Woelki seine Predigt zur „Globalisierung der Nächstenliebe“ gehalten hatte. Minutenlanges Schweigen, auch das ein Zeichen.

Und dann läutete ab 19.57 Uhr der dicke Pitter, um 20 Uhr stimmten die Totenglocken von 230 Kirchen im Erzbistum mit ein. 23 000 Glockenschläge für 23 000 Tote – bei vielen auf dem Roncalliplatz flossen da schon die Tränen.

Dann sprach wieder Woelki. „Die Flüchtlinge wollen nur eins: leben. Aber die derzeitige Flüchtlingspolitik schützt Grenzen, nicht Menschen. Das ist Europa unwürdig, verdammt noch mal. Wir müssen handeln, die Flüchtlinge retten und sie willkommen heißen.“
express.de >>

23.000 Glockenschläge
Erzbistum Köln >>


Kirche und Verbände in Deutschland mit Forderungen zum Weltflüchtlingstag
Der richtige Umgang
Freie Wahl des Zufluchtslandes, schnellerer Familiennachzug: Zum Welttag der Flüchtlinge am Samstag fordern Kirche, Verbände und kirchliche Organisationen einen grundlegenden Kurswechsel in der europäischen Flüchtlingspolitik.
domradio.de >>


Lehren aus der Flüchtlingsdebatte
Hinschauen, Hass abbauen, helfen
Heute ist Weltflüchtlingstag, Deutschland gedenkt der vielen Toten, die Europa nie erreichten. Was das Land bisher aus der Debatte gelernt hat:
- Die Flüchtlingskatastrophe ist nicht mehr weit weg, sondern ganz nah.
- Fremdenfeindlichkeit gibt es immer noch - von Pegida bis zum Brandanschlag im sächsischen Tröglitz.
- Doch das Engagement gegen Rechts wird größer, die Hilfsbereitschaft auch.
- Die Politik alleine kann das Problem nicht bewältigen.
Süddeutsche Zeitung >>


Bures: Bei Asyl ist "Solidarität gefragt"
Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) hat anlässlich des Weltflüchtlingstages am Samstag betont, dass man die aktuellen Flüchtlingsbewegungen "nur gemeinsam und solidarisch bewältigen" könne. Gleichzeitig warnte sie vor "Angstmache".
Kleine Zeitung >>


Papst kritisierte Umgang mit Asylwerbern
Der Pontifex besuchte das Turiner Grabtuch und warnte vor Ausländerfeindlichkeit und Zukunftsangst.
Kurier >>


Papstmesse in Turin: Fremde „aufnehmen, nicht ausschließen"
Lasst euch nicht von Zukunftsangst lähmen und sucht keine Sicherheit in Gesellschaftsformen, die Fremde ausschließen statt sie aufzunehmen: Darum hat Papst Franziskus an diesem Sonntag die Gläubigen des Piemont gebeten. Bei der Sonntagsmesse in Turin ermutigte er dazu, die treue und unerschütterliche Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch weiterzutragen.
Radio Vatikan >>


Vatikan: „Irrationale Feindseligkeit“ gegen Flüchtlinge
Der Vatikan beklagt eine „irrationale Feindseligkeit“ im Umgang mit Flüchtlingen und verlangt, dass bei der Vergabe von Entwicklungshilfen Aufnahmeländer von Flüchtlingen besonders bedacht werden müssen
Religion.orf.at >>

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