Mittwoch, 6. Juli 2011

Valentin Zsifkovits soll nach Kittsee versetzt werden

Ergänzung:
Bezüglich der Medienberichte über suspendierten Religionslehrer in Kittsee siehe die Homepage der NMS-Kittsee.
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Dechant Mag. Valentin Zsifkovits
Auch Kirchenjobs wackeln

PERSONALROCHADEN / Hornsteins Gläubige wollen den Abzug ihres Pfarrers nicht hinnehmen. Familien drohen mit Austritt.

bvz-EISENSTADT (6.7.2011) / Bischof Ägidius Zsifkovics hat personelle Verfügungen getroffen. So steht die Nachfolge für den mit Ende August in den dauernden Ruhestand tretenden Prälat Johann Haider der Nachfolger fest. Fabian Mmagu wird mit 1. September die Pfarren Großhöflein und Müllendorf, die ab diesem Zeitpunkt einen Pfarrverband bilden, betreuen.

Valentin Zsifkovits soll nach Kittsee versetzt werden

Müllendorfs bisheriger Pfarrer Valentin Zsifkovits – er ist auch in Hornstein tätig – wurde als Pfarrprovisor seines Amtes enthoben. Er soll nach Kittsee versetzt werden. Bis jetzt, so eine Insiderin, soll er die Versetzung noch nicht unterschrieben haben.

Fix hingegen scheint seine Abberufung aus Müllendorf. „Vertreter der Gemeinde und der Pfarrgemeinde waren beim Bischof und haben ihre Bedenken kundgetan“, berichtet eine gläubige Müllendorferin. Sie und viele andere Kirchenbesucher sind sich einig: Was in den letzten sechs Jahren mühevoll aufgebaut wurde, wird jetzt mit einem Schlag zunichtegemacht. Wie sie weiter vorgehen werden, soll in den Pfarrgremien geklärt werden.

Anders läuft es in Hornstein. „Wir waren gemeinsam mit Vertretern aus Müllendorf beim Bischof. Aber es schaut nicht gut aus“, betont Ratsvikarin Eva Trimmal. Sie und die Pfarrgemeinde hätten Pfarrer Zsifkovits noch gerne bei der Pfarrvisitation 2013 dabei. „In der Pfarre gibt es bereits einige Familien, die einen Kirchenaustritt überlegen. Das ist für viele der einzige Weg, um ein Zeichen zu setzen“, so die Ratsvikarin weiter.

Ob und wann es zu einer Ablöse des Pfarrers kommt, steht noch nicht fest. „Es sind noch einige Pfarrbesetzungen ausständig. Grundsätzlich verspricht ein Pfarrer bei seiner Weihe, Dienst zu tun, wo er vom Bischof eingesetzt wird“, argumentiert Barbara Horvath-Piroska, Sprecherin des Bischofsamtes.

Fix ist hingegen die Ablöse Martin Korpitschs als Geistlicher Assistent der Caritas. Ihm folgt Günther Kroiss nach.
bvz-EISENSTADT (6.7.2011)

Offener Brief von Pfarrer Valentin Zsifkovits auf der Homepage der Pfarre Müllendorf:

Müllendorf, 2011-07-03

Liebe Pfarrangehörige!

Mit Wirksamkeit 1. September hat unser Herr Diözesanbischof einen neuen Pfarrer für euch bestellt. Unsere Pfarre bildet mit Großhöflein einen Pfarrverband. Dieser war in den letzten Jahren nicht verwirklicht, da Pfarrer Haider von Großhöflein auch noch eine leitende Funktion auf Diözesanebene innehatte. Da er mit 31. August in Pension geht, hat die Diözesanleitung entschieden, den Pfarrverband wieder zu verwirklichen und neu mit einem Priester zu besetzen. Der von der Diözese ernannte neue Pfarrer für beide Gemeinden ist Mag. Dr. Fabian MMagu. Der aus Nigeria stammende und schon lange Zeit im Burgenland lebende und wirkende Priester war zuletzt als Pfarrer von Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt sowie auch als Dechant des Dekanates Rechnitz tätig. Sein Wohnsitz wird der Pfarrhof in Großhöflein sein.

Gerne wäre ich noch in Müllendorf, wo ich mich sehr wohl fühle, geblieben. Doch meine Bitte, bei euch bleiben zu dürfen, wurde ebenso wenig erhört wie jene des Pfarrgemeinderates und der politischen Gemeinde. Zwei Mitglieder des pfarrlichen Gremiums sind gemeinsam mit unserem Herrn Bürgermeister beim Herrn Diözesanbischof vorstellig geworden. Doch hatten sie keinen Erfolg. Mit Verweis auf die angespannte Personalsituation bei den Priestern und des bestehenden Pfarrverband wurde diese Entscheidung als eine notwendige dargestellt, die umgesetzt werden muss.

Bitten wir Gott in dieser für, viele, natürlich auch für mich, schwierigen Zeit besonders um seinen Segen.

In herzlicher Verbundenheit
Valentin Zsifkovtis e.h.





Schreiben des Bischofs an die Pfarre Müllendorf vom 11. Juli >>  (Link ist bereits inaktiv)
(sehr ähnlich dem "Niktischer Brief">>)

Eisenstadt, 11. Juli 2011
Liebe Gläubige in der Pfarre Müllendorf,
Schwestern und Brüder im Herrn!

Als Bischof entbiete ich der gesamten Pfarrgemeinde ein herzliches Grüß Gott und wende mich in einer für uns alle - Diözese und Pfarre - dringenden und ernsten Angelegenheit an Sie mit der Bitte um Ihr Gehör und Verständnis.

Die Personalkommission unserer Diözese hat nach mehreren Beratungen mit mir gemeinsam beschlossen, die Pfarre Müllendorf mit 1. September 2011 aus der Zuständigkeit des Pfarrers von Hornstein zu lösen und sie ab diesem Zeitpunkt mit der Pfarre Großhöflein zu einem Pfarrverband zusammenzufügen, wobei der jeweilige Pfarrer von Großhöflein auch zum Pfarrer von Müllendorf ernannt wird. Sitz des Pfarrers ist Großhöflein. Da Prälat Haider in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wird der bisherige Pfarrer von Großpetersdorf, Neumarkt i. T. und Jabing Dechant Dr. Fabian Mmagu mit 1. September als Pfarrer den Pfarrverband Großhöflein-Müllendorf übernehmen.

Diese Umstellung hat ihren Grund allein in der Tatsache, dass es notwendig ist, die Seelsorge in dieser Region binnen zwei Jahren neu zu regeln. Wie schon in der Vergangenheit einmal gewesen, wird deshalb nun der Pfarrverband Großhöflein-Müllendorf wieder belebt und die Pfarre Hornstein wird in Zukunft mit den Pfarren Steinbrunn und Zillingtal schon wegen der Zweisprachigkeit einen Pfarrverband bzw. eine Seelsorgeeinheit bilden. In diesem Zusammenhang wird auch ihr bisheriger Pfarrer, Dechant Valentin Zsifkovits, bereits mit 1. September unabhängig von der Frage der Loslösung der Pfarre Müllendorf von Hornstein eine neue seelsorgliche Aufgabe übernehmen und mit Mag. Stefan Raiman wird ein neuer Seelsorger die Pfarre Hornstein übernehmen.

Dieser überraschende Wechsel löst bei vielen Gläubigen Eurer Pfarre Trauer, Enttäuschung oder Unmut aus - ich habe Verständnis dafür! Gleichzeitig aber ersuche ich auch um Euer Verständnis. dass ich in meiner Verantwortung als Bischof für die Gewährleistung der Seelsorge in der ganzen Diözese im Blick auf die vorhandenen personellen Möglichkeiten und auf die Erfordernisse in den Pfarren auch manchmal auf den ersten Blick hin unpopuläre Maßnahmen setzen muss. Und vergessen wir nicht, dass es in unserer Diözese 172 Pfarren gibt, die alle ein Recht auf eine gediegene Seelsorge haben; und keiner der Priester ist auf eine Pfarre geweiht, sondern auf die Diözese.

Was mich als Bischof im Zusammenhang mit Pfarrbesetzungen aber traurig stimmt ist, dass oft von Seiten einzelner Gemeindemitglieder, die sich als gute und gläubige Christen bezeichnen, mit Kirchenaustritt und dem Gang in die Medien gedroht wird. Das hat mit Glaube und Kirche nichts zu tun! Das ist keine Haltung echten und reifen Christseins, eines Christen nicht würdig! Es verwundert, dass sich auch die Politik in kirchliche Belange einmischt.

Als Bischof ersuche ich Euch, diese Entscheidung anzunehmen und mitzutragen, auch wenn sie bei Euch Unverständnis und Wehmut auslöst. Schenkt Eurem allseits beliebten und geschätzten bisherigen Pfarrer Valentin einen ehrenvollen Abschied und bringt Eurem neuen Pfarrer den gleichen Respekt und die Offenheit entgegen. Trotz Priestermangels bin ich froh, den Pfarrverband Großhöflein-Müllendorf mit einem guten, bewährten Priester besetzen zu können und dass dieser auch bereit ist, bei Euch als Seelsorger zu wirken - Gott sei dafür Dank gesagt!

Zugleich danke ich Eurem scheidenden Pfarrer ebenso wie allen, die mit ihm bei Euch Sorge für Glaube und Kirche tragen sowie für allen Einsatz und das Engagement in und für die Pfarrgemeinde und lade alle ein zur Weiterarbeit!

Möge diese strukturelle Veränderung und dieser Pfarrwechsel für Eure Pfarre zu einem gesegneten Aufbruch werden - denn schon die Bibel sagt: Alles hat seine Zeit!

Mit der Bitte um Euer Verständnis, Eure Mitarbeit und Euer Gebet um neue geistliche Berufungen verbleibt mit den besten Segenswünschen


Bischof von Eisenstadt

Kommentare:

  1. Vor der Willkür seiner Exzellenz sind nicht einmal mehr seine "Landsleute" sicher? Was mag Valentin Zsifkovits verbrochen haben? Kirchendiktatur pur - wie lange noch?

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  2. So lächerlich!

    Einerseits überall für Laienherrschaft sein, aber wenn der Pfarrer versetzt wird so tun, als ob damit die Welt zusammenbräche.

    Wird dieser kritisch fragende Beitrag auch zensiert werden?

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  3. Lieber Herr Katholik - ich bin auch "katholisch", immer noch - es geht uns nicht um "Laienherrschaft", sondern um ein "Gutes Miteinander". Nur halt dieses "Miteinader" wir von Euch nicht erwünscht oder blockiert und auch von Room aus verhindert. Eigentlich schade!!!

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  4. Die Revolution frisst ihre Kinder (Georg Büchner über die französ. Revolution). Gilt das nicht auch für die Kirchenrevolution? -
    Ich bin nicht katholisch wegen eines Pfarrers oder Bischofs oder eines bestimmten Papstes. Ich bin von der kathol. Lehre überzeugt. Das reicht mir. Das Entscheidende kann ja jeder geweihte Priester: Er kann die Sakramente spenden. Wenn er so manches, was ich für wichtig u richtig halte, nicht macht, dann werde ich deswegen nicht auf die Barrikaden steigen. Ich bin auch nicht perfekt. Und Sie?
    Der erwartete Einwand: "So wird sich nichts zum Guten ändern." Meine Lebenserfahrung zeigt: Ich kann die anderen nicht ändern. Ändern wird sich in der Kirche etwas zum Positiven, wenn ich mich ändere. - Lieber Gott, hilf mir dabei.

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  5. In der Pfarre Hornstein sind große Umbauarbeiten mit in einem relativ hohen finanziellen Ausmaß im Gange. Der Bitte des Priesters, solange noch bleiben zu dürfen bis ein großteil der Arbeiten durchgeführt worden sind, wurde vom Bischof für 1 Jahr in Aussicht gestellt. Um dann unmittelbar danach dem Priester in Loretto mitzuteilen, dass dies sicher nicht passieren wird (komm liebe Eva, iss den Apfel). Alle Prieser die sich kritisch zu seiner Nominierung geäußert haben, werden bestraft und Kardinal Schönborn schweigt wie gewohnt zu den Taten des "Kroatenrambo" und den fadenscheinigen Aussendungen der Diözese!

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  6. Genau darum geht es: der Bischof, pardon "seine Exzellenz" verspricht etwas, dann hält er sein Wort nicht ... warum auch??? Er hat keine Ahnung, was in den Gemeinden vor sich geht, was wichtig und vorrangig ist (nicht einmal in der Seelsorge) und er entscheidet: einzig und alleine aus irgendeiner Laune heraus, um "Macht zu demonstrieren". Und so etwas nennt sich "die wahre, röm.-kath. Kirche"! Und so manche werden ihm Beifall klatschen, aber doch immer weniger ... Gott sei' Dank!

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  7. "Ich bin nicht katholisch wegen eines Pfarrers oder Bischofs oder eines bestimmten Papstes." - Ich auch nicht, und mit mir viele andere auch nicht (sonst hätte man wirklich längst austreten müssen) nur irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo man nicht länger schweigen darf und wo man sich gegen Missstände und Machtmissbrauch in der Hierarchie wehren muss ... das haben viele Heilige und Ordensgründer vor uns getan. Die Reformwilligen in der Kirche wollen nur das Gleiche: nicht mehr und nicht weniger! Wir müssen lernen, die "Zeichen der Zeit" zu verstehen und danach handeln! Es geht hier übrigens nicht um Revolution sonder um längst überfällige Reformen! Und reformieren heißt, etwas, was in der Zeit deformiert wurde, wieder herzustellen. Also die Kirche nach dem Geist Jesu zu reformieren!

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  8. "das haben viele Heilige und Ordensgründer vor uns getan." - Wer sich mit Heiligen und Ordensgründern identifizieren kann, weiß natürlich auch, dass der Bischof "einzig und alleine aus irgendeiner Laune heraus, um Macht zu demonstrieren", handelt. - Da bin ich armer Kerl allerdings noch zu wenig heilig, da kann ich nicht mit.

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  9. "Wer sich mit Heiligen und Ordensgründern identifizieren kann": So viel ich weiß: Heilige sind unsere Vorbilder, also wir dürfen uns getrost an ihnen orientieren ... auch dann, wenn das der "offiziellen Kirche" nicht genehm ist. Und diese haben offenbar die "Zeichen der Zeit" erkannt und danach gehandelt. Also ...

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