Freitag, 6. September 2013

eMail an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst



Lothar Müller, Theologe, Tirol
1. September 2013

„Mein Sohn, bei all deinem Tun bleibe bescheiden, und du wirst mehr geliebt werden als einer, der Gaben verteilt“. (Heutige Lesung – Jesus Sirach).

Herrn Bischof
Dr. Franz – Peter Tebartz – van Elst
Diözese Limburg

Sehr geehrter Herr Bischof!

Sie vergeben mir dieses Mail – es ist bei aller weltkirchlicher Bedeutung jeweiligen kirchlichen Handelns keinesfalls Absicht, sich in die Angelegenheiten einer doch weit entfernten Diözese einzumischen.
Aber Sie, sehr geehrter Herr Bischof, konnten aufgrund zahlreicher auch bei uns gelesener Beiträge kein Unbekannter bleiben. Dazu kommt noch, daß Sie, Exzellenz, auch in Österreich (Diözese Eisenstadt/Burgenland) offensichtlich ausbildend tätig werden. Zumindest punktuell wie ich dem sehr bewährten und vielgelesenen Blog „Begegnung und Dialog“ entnehmen kann.

Sie haben soeben einen schon vielbeachteten Brief an „Ihre“ Pfarren, Gremien, Gläubigen und wohl auch „an die Öffentlichkeit“ gerichtet!
In diesem weisen Sie auf „viele offene Fragen“, aber auch auf „Unmut und Kritik“ hin. Das spricht für Sie, Exzellenz! Sie scheinen den Wandel in unserer Kirche zu spüren. Sie merken, daß es auch (!!) in der Kirche vorbei ist mit hingenommenen, nichthinterfragten hierarchischen Positionen und Entscheidungen. Sie merken, daß auch das Bischofsamt eine „Dienstleistungsfunktion“ im Sinne der aufgetragenen Botschaft ist. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Da Sie, Herr Bischof, das alles ja merken und erkennen, sollten Sie bitte auch einige kleinere Aspekte berücksichtigen.
Etwa in Ihrem Schreiben, in dem festgehalten wird, daß Sie sich gerne Zeit für Besuche „Ihrer“ Pfarren nehmen. Angesichts der Dienstleistungsfunktion klingt das noch etwas herablassend! Sie müssen (!!) sich Zeit nehmen – das ist Ihre Pflicht gegenüber den Gläubigen, den Interessierten und wohl auch den (gleichzeitigen) BeitragszahlerInnen. Ohne all diese geht gar nichts! Ohne sie wären Sie nicht Bischof geworden.

Was Sie – ich trau mich das als „Kommunikationsmensch (beruflich!) zu sagen – noch ändern sollten: Ihren „Teil“ in der Homepage der Diözese. Natürlich ist Ihre Biographie unumgänglich. Aber die der nachfolgenden Informationen über „Wappen und Wahlspruch“, „Ring und Mitra“, „Brustkreuz und Stab“ scheinen doch recht wenig über Ihren eigentlichen Auftrag bezüglich Botschaft und Seelsorge auszusagen. Diesen sollten Sie zumindest anführen!

Ich wünsche Ihnen alles Beste, Gottes Segen ruht ja über den Bescheidenen!
Lothar Müller

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