Dienstag, 25. Februar 2014

Großwarasdorf: "Wollen unseren Pfarrer zurück"

Wie berichtet, wurde Pfarrmoderator Ivan Jelic am 17. Feber seines Amtes enthoben. Seither kämpfen die Gläubigen in Großwarasdorf und Nebersdorf um den beliebten Priester. Dieser versteht seine Amtsenthebung nicht. "Die Entscheidung, die dazu geführt hat, überraschte mich selbst, denn gemäß dem Vertrag zwischen der Diözese Eisenstadt und der Franziskanerprovinz Bosna Srebrena aus Sarajevo hätte ich bis 2016 bleiben sollen. Aber mein bosnischer Provinzial und der Eisenstädter Bischof haben aus nur ihnen bekannten Gründen beschlossen, mich meiner Ämter zu entheben. Weder der eine, noch der andere haben in ihren Dekreten die Gründe angeführt, wegen derer ich abberufen wurde. Mit mir wurde im Vorfeld auch nicht darüber gesprochen."

Probleme
Über die Gründe seiner Abberufung kann Jelic nur mutmaßen. "Es gab Meinungsverschiedenheiten bzw. Unterschiede bei der Auffassung, welche Aufgaben die Klosterschwestern, die mir als Pastoralassistenten zugeteilt wurden, haben. Ich bin der Meinung, dass dies kein Grund für meine Abberufung war und finde die Entscheidung ungerecht und unkorrekt. Dennoch akzeptiere ich sie und möchte die Probleme nicht weiter vertiefen." Trotz intensiver Vermittlungsversuche auf Dekanats- und Diözesanebene sei es leider nicht möglich gewesen, einen seit längerem bestehenden persönlichen Konflikt zwischen Ivan Jelic und den geistlichen Schwestern im Kloster Großwarasdorf zu entschärfen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme seitens der Diözese.

Eklat am Flughafen
"Die Beschwerden über das Zerwürfnis haben sich gehäuft, so dass eine Zusammenarbeit der Ordensleute auf beiden Seiten nicht mehr möglich war." Um für die Zukunft eine ungestörte Zusammenarbeit und eine unbelastete Seelsorge zu ermöglichen, wurde Jelic von seinem Provinzial und Oberen in Bosnien aus der Diözese Eisenstadt wieder abberufen, heißt es weiter.

Kirchenaustritte
Kein Trost für die zahlreichen Gläubigen, die mit einigen Aktionen ihren Pfarrer den Rücken stärken wollen. An die 100 Personen haben ihren Austritt aus der Kirche in einer Petition angekündigt, diese wurde dem Bischof am Flughafen übergeben. Eine Abordnung von Gläubigen, darunter die 75-jährige Hildegard Oszvald, stellte Bischof Ägidius Zsifkovics dort zur Rede. Darauf soll dieser geantwortet haben: "Gehen Sie nach Hause und bereiten Sie sich auf etwas anderes vor." Dann hat er mir geraten, ich soll schauen, dass ich die Hl. Sakramente bekomme", ist Frau Oszvald entsetzt. Auch die Aussage, es sei ihm egal, ob die Leute aus der Kirche austreten, steht im Raum.

Personalentscheidung
Die Diözese bestreitet diese Aussagen. "Betreffend der Vorfälle am Flughafen ist Folgendes festzuhalten: Bischof Zsifkovics ist offen auf die kleine Gruppe zugegangen, hat den Teilnehmern der Kundgebung bewusst Segensgrüße aus dem Hl. Land überbracht und dabei an einen vernünftigen Umgang mit der Personalentscheidung appelliert. Es wurde niemand vom Bischof beleidigt, die Aussage, derzufolge es "ihm egal wäre, wenn Leute aus der Kirche austreten", ist aufs Schärfste zurückzuweisen und widerspricht der inneren Grundeinstellung eines jeden Bischofs", so die Stellungnahme der Diözese.
"Ich bin als Priester stolz, dass die Gläubigen hinter mir stehen. Als Mensch bin ich von Pater Vukits und dem Bischof enttäuscht und traurig über ihre Vorgehensweise", so Ivan Jelic.
"So einen Pfarrer werden wir nicht mehr kriegen." Davon ist nicht nur Hildegard Oszvald überzeugt.
Bezirksblätter >>


Hintergrund zu Frau Hildegard Oszvald:

Ehrung der Vorbeterinnen
Anlässlich der Feierlichkeiten 150 Jahre Kirche Großwarasdorf wurden unsere zwei Vorbeterinnen Hildegard Oszvald und Theresia Kuzmits von Diözesanbischof Dr. Paul Iby ausgezeichnet. Sie erhielten dabei die goldene Medaille der Diözese. Im Namen der Pfarrgemeinde gratulieren wir ihnen sehr herzlich und bedanken uns für ihren langjährigen Dienst während der Feier der hl. Messen, den hl. Andachten und in den Gebetsstunden für unsere Verstorbenen. Liebe Vorbeterinnen! Als Vikar unserer Pfarre hoffe ich zusammen mit unserem Pfarrmoderator fra Ivan, dass ihr uns noch viele Jahre erhalten bleibt und zu Ehren Gottes dient. Der Herr möge euch noch für viele Jahre Gesundheit, Freude und seinen Segen schenken. (T.P.)
Pfarre Nebersdorf, 26.10.2009 >> 


Gläubige protestieren: "Wir wollen unseren Pfarrer zurück"

Die Absetzung ihres Pfarrers lässt bei den Katholiken in einer Gemeinde die Wogen hochgehen.
Sieben Jahre lang war Ivan Jélic als Pfarrmoderator in der rund 1400-Seelen-Gemeinde Großwarasdorf im Mittelburgenland tätig. Ende Jänner wurde er seines Amtes enthoben, am 16. Februar hielt Jélic die letzte Sonntagsmesse. Seither herrscht in der kleinen Gemeinde Aufruhr
Kurier >>

Kommentare:

  1. Wo ist die "Stellungnahme der Diözese" zur Großwarasdorfer Darstellung des Gesprächs mit dem Bischof zu finden? Auf aktuell.martinus.at kann man nur lesen, dass der Bischof die erfolgreichen Begegnungen beim Schnapsen fortsetzen wird.

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    1. Offenbar ist Schnapsen ein Hobby unseres Bischofs. Die Erhaltung jedes Einzelnen in der Kath. Kirche wird er damit aber kaum bewirken können. Wir sollten unbedingt für ihn beten, damit der Heilige Geist über ihn kommt und er beginnt, seine Handlungen zu überdenken.

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  2. Ich denke nicht, dass vom Bischofshof eine Stellungsnahme zu erwarten ist.
    Die Angelegenheit Großwarasdorf wird unter den Teppich gekehrt werden - vom Seiten des Bischofshof - es passt nicht in das Bild einer Diözese.
    Der Bischof hat entschieden - damit punkt.
    Was das Statement des Bischofshofes zum Flughafen anbelangt:
    Der Bischof sieht es sicherlich so, dass er positiv auf die Menschen zu gegangen ist - er hat ja auch Frau Oszvald den rechten Weg gewiesen - nämlich sich auf die Sakramente zu konzentrieren und die Leute, welche die Kirche verlassen wollen - sie sollen gehen - sie sind es nicht wert in dieser Kirche zu sein.
    Der absolute Gehorsam !!!!

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  3. Natürlich bekamen die Gemeinden einen Termin am 5. März d.J. Am Freitag, 7.3.2013, finden die Kontakttage eben dort statt. Da es ja nächstes Jahr gilt dieses Dekanat zu visitieren. Es ist sehr traurig für alle Christen, zu lesen was unser Papst an Demut, Bescheidenheit etc. anregt und was in unserer Diözese passiert.

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    1. Zu den Kontakttagen sollten die Leute nicht hingehen,dass würde vielleicht was nützen. Falls bei diesem Bischof noch irgendetwas nützt,(was ich aber bezweifle). Bei den Visitationen müssten alle Gläubigen nochmals demonstrieren. Aber lautstark. Hoffentlich ist dies alles bis dahin (2015) nicht in Vergessenheit geraten.

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    2. Ich hab gerade gelesen,dass die Kontakttage in Großwarasdorf abgesagt wurden. Ist das euer "Verschulden" , oder traut sich der Bischof nicht in eine Pfarre, die aufmüpfig sind? Na da setzt der Bischof kein gutes Zeichen!!!! Da trifft ja die Karrikatur von Hr.Szinovatz genau zu! "Unser" Bischof läuft davon........Liebe Warasdorfer bleibt dran an eurem Vorhaben,gebt nicht auf,ich bitte euch darum!!!!

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    3. Übrigens wie war das Gespräch am 5.3. mit dem Bischof?

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  4. Eine 75jährige Frau die immer für die Kirche zu Diensten war. Warum soll sie lügen?

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    1. Ich mutmaße mal, der hochwürdigste Herr Diözesanbischof hat mit der guten Teta Hilda auf burgenlandkroatisch gesprochen... Sehr kryptisch: "Gehen Sie nach Hause und bereiten Sie sich auf etwas anderes vor." - sie solle sich aufs Sterben vorbereiten ???

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  5. 67 hartnäckige Katholiken, die sich für einen Pfarrer einsetzen. Schön und gut und die anderen ungefähr 1300 Gemeindemitglieder enthalten sich????? Oder ist der Pfarrer doch nicht so beliebt?

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    1. Bitte Beiträge genaue lesen und keinen Unsinn schreiben
      Danke

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    2. "Ungefähr 1300 Gemeindemitglieder" - Ein Blick in das Burgenländische Jahrbuch für 2011 (die weiteren Jahrgänge liegen mir nicht vor) weist, dass die Pfarre Großwarasdorf 514 Katholiken und die Pfarre Nebersdorf 412 Katholiken hatte. UNGEFÄHR 374 Gemeindemitglieder, die es dort gar nicht gibt oder aber seit 26. Feber 2014, 13.41h beide Pfarren beträchtlich (ungefähr natürlich) vergrößert haben...
      Sei es drum, ich finde 67 "hartnäckige" Katholiken beachtlich, die vielen Entäuschten gar nicht mitgerechnet!

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  6. Immerhin hat diese Gemeinde noch 67 Katholiken, welche sich für die Pfarrgemeinde interessieren.

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    1. Diese Aussage entbehrt jeglichem Realitätssinn!

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    2. In Zeiten, in welchen in der Diözese Wien Pfarren zusammen gelegt - es einen massiven Rückgang von Kirchengänger gibt, es schwer ist Leute zu finden, die bereit sind für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren - sind 67 aktive Katholiken in einer Großgemeinde wie Großwarasdorf viel - wer welchen realistischen Realitätssinn noch hat - nun dies ist auch eine Ansichtssache

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