Montag, 10. Februar 2014

Gläubige demonstrieren für ihren Pfarrer

Samstagfrüh hat eine Abordnung von Gläubigen aus Nebersdorf/Langenthal vor dem Bischofshof in Eisenstadt gegen die geplante Absetzung von Pfarrer Ivan Jelic protestiert. 57 Personen drohen mit dem Kirchenaustritt.

Bischof Ägidius Zsifkovics sollte diesen Protest noch mitbekommen, bevor er ins Heilige Land abreiste - doch obwohl ihm die Gläubigen sogar noch bis auf den Flughafen Schwechat nachfuhren, erwischten sie den Bischof nicht mehr und konnten ihm ihre Petition nicht mehr überreichen.

Pfarrer Ivan Jelic ist seit sieben Jahren im Mittelburgenland tätig und wird mit 17. Februar abgesetzt. Der Grund sollen Zerwürfnisse mit den Ordensschwestern in Großwaradorf sein - mehr dazu in Bischofshof bestätigt: Pfarrer muss gehen und Großwarasdorf: Pfarrer des Amtes enthoben.

burgenland.orf >> 


Pfarrer muss gehen: Proteste
Aufgabe enthoben | Grosswarasdorf / Ivan Jelic, Pfarrmoderator von Großwarasdorf-Nebersdorf, verlässt mit 17. Feber die Pfarren. Mit dieser Entscheidung geben sich die Pfarrgemeinderäte nicht zufrieden.

Für Wirbel bei den Pfarrgemeinderäten und in den Pfarren Großwarasdorf, Nebersdorf und Langental sorgt die Nachricht, dass Pfarrer Ivan Jelic mit 17. Feber die Pfarren verlassen muss.

Bereits im Jahr 2008 musste die Gemeinde um Jelic kämpfen. Nachdem die Bürger mit einer Unterschriftenliste und einer Solidaritätsaktion heftigst gegen die Versetzung ihres damaligen Kaplans protestiert hatten, kam es zu Gesprächen mit der Diözese und Jelic durfte als Pfarrmoderator die Pfarren Großwarasdorf und Nebersdorf übernehmen.

Um ihren Ärger über die Nachricht, dass Jelic die Pfarren nun verlassen muss, Luft zu machen, schrieben die Pfarrgemeinderäte einen Brief an den kroatischen Bischofsvikar Stefan Vukits, wo von „unmenschlichen und unchristlichen Handlungen“ die Rede ist und dass der Bischof den Pfarrer gefeuert habe.

„Sie nehmen uns einen Pfarrer und Freund“ 
„Die pastorale Arbeit und das Wirken von Ivan Jelic in den letzten sieben Jahren hat unsere Pfarren gestärkt und auf ein hohes Niveau gebracht“, heißt es. Und weiter: „Eines sollte Ihnen klar sein – sie nehmen uns nicht nur einen Pfarrer, sondern auch einen sehr guten Freund.“

Die Pfarrgemeinderäte hoffen auf einen schnellstmöglichen Termin mit Bischof Ägidius Zsifkovics. „Wir sind auf alle Fälle um den Verbleib unseres Pfarrers bemüht.“ Seitens der Diözese heißt es: „Trotz intensiver Vermittlungsversuche auf Dekanats- und Diözesenebene, in die auch Stefan Vukits eingebunden war, ist es leider nicht möglich gewesen, einen seit längerem bestehenden persönlichen Konflikt zwischen Ivan Jelic und den geistlichen Schwestern im Kloster Großwarasdorf zu entschärfen. Um für die Zukunft eine ungestörte Zusammenarbeit und eine unbelastete Seelsorge in Pfarre und Dekanat zu ermöglichen, wurde Jelic, der dem Franziskanerorden angehört, von seinem Provinzial und Oberen in Bosnien aus der Diözese Eisenstadt wieder abberufen.“

Daraufhin sprach die Diözese auf Vorschlag der Ordensleitung die Enthebung von Pater Jelic als Pfarrmoderator aus. „Die Diözesanleitung bedauert diese Entwicklung sehr und dankt Jelic für sein Wirken im Pfarrverband. Man hatte bis zuletzt große Hoffnung in ein doch noch gelingendes Zusammenwirken von Klostergemeinschaft und Pfarrleitung gesetzt. Ein Trostpflaster ist, dass der Franziskanerorden einen neuen Pater vorgesehen hat. Die Diözesananleitung ist zuversichtlich, dass damit die Seelsorge gesichert werden kann und für die betroffenen Pfarrmitglieder und die Schwesterngemeinschaft vor Ort ein positiver Neubeginn möglich sein wird.“
noen.at >>

1 Kommentar:

  1. Meine ganze Empathie für diese mutigen Menschen! Aber es ist leider zu befürchten, dass bei diesem Bischof die Ohren taub und das Herz hart bleiben wird...

    Weiss eigentlich jemand von welchem Orden diese neuen Schwestern kommen??

    Und in dem Zusammenhang sollte man auch die wirklichen Gründe für den abgang der Barmherzigen Schwestern aus dem Burgenland nicht vergessen... offiziell hieß es ja in Eisenstadt, sie hätten keinen Nachwuchs - aber das ist nur schwerlich nach zu vollziehen: in Kroatien soll es an die 800 Barmherzige Schwestern geben!
    Die Schwestern waren doch auch in Großwarasdorf; bei Bischof Paul im Bischofshof, im Haus der Begegnung und in der Pfarre Wulkaprodersdorf... und dann mit dem Bischofswechsel plötzlich Abzug der Schwestern???
    Interessant allerdings, dass die jüngste Schwester weiterhin für den Herrn Bischof in Eisenstadt tätig ist - ob es sich hierbei um besagte Klosterschwester handelt, die im Bischofshof all abendlich das Licht auf- und abdreht, kann gemutmaßt werden.... welche Rolle spielt sie und ihre leibliche Schwester, eine exklaustrierte Klosterschwester im Wirken und Leben des Herrn Bischofs und der ganzen Diözese ???

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