Mittwoch, 29. Oktober 2014

Nigerianischer Theologe rechtfertigt Bestrafung Homosexueller

Generalvikar und Theologe Msgr. Obiora Ike
Aus Sicht von Obiora Ike gefährdet die Gleichberechtigung von Homosexuellen den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Diese Meinung sei Konsens in Nigeria.
Der nigerianische Theologe und Afrikanist Obiora Ike hat Verständnis für die Bestrafung Homosexueller in seinem Land und in anderen afrikanischen Staaten geäußert. Wer öffentlich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen eintrete, gefährde die "Einheit der Gesellschaft", sagte Ike der ZEIT-Beilage Christ und Welt.
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Theologe Ike für rigorose Homosexuellen-Gesetze in Afrika
Liberalisierung würde nach Worten des in Innsbruck ausgebildeten Theolgen auch Verhältnis zwischen Christen und Muslimen gefährden
Kathpress >>


Diese Positionierung zeigt, dass Kardinal Kasper mit einigen Aussagen zur Haltung der Kardinäle Afrikas auf der Familiensynode Recht hatte. Von traditionalistischen Journalisten (Zenit.org, Gloria.tv oder Kath.net) wurden seine Aussagen entstellt und er als Rassist beschimpft, um ihm zu schaden.


So trickreich läuft der Kampf der Kardinäle in Rom
Der deutsche Kardinal Walter Kasper ist einer der mächtigsten Teilnehmer der römischen Synode. Jetzt kursieren verkürzte Zitate, die Kaspers Reformpartei schwächen sollen. Das ist kein Einzelfall.
Am Donnerstag nun hat die katholische Nachrichtenagentur Zenit, die von den konservativen Legionären Christi gestützt wird, ein auf Englisch geführtes Interview mit Kardinal Kasper veröffentlicht. Darin hat der Theologe seine schon häufiger vorgetragene Forderung wiederholt, den Bischofskonferenzen der verschiedenen Länder mehr Entscheidungsfreiheit bei regionalen Sonderproblemen zu gewähren.

In konservativen Kreisen kursieren nun allerdings verkürzte, irreführende Auszüge aus dem Gespräch, die den Eindruck erwecken sollen, Kardinal Kasper habe sich abfällig über die afrikanischen Synodenteilnehmer geäußert. "Sie sollen uns nicht zu sehr erklären, was wir zu tun haben", habe Kasper über die Afrikaner gesagt, berichtet etwa das deutschsprachige Portal kath.net. "Ich denke, dass wir am Ende eine gemeinsame Linie in der Kirche brauchen, allgemeine Kriterien, aber die Fragen in Afrika können wir nicht lösen."
Anstatt ihn zu kompromittieren, entlastet das Tondokument den Kardinal allerdings. Im Gesamtzusammenhang des in guter Qualität aufgezeichneten Gesprächs wird deutlich, dass Kasper lediglich auf die vielen kulturellen Unterschiede innerhalb der Weltkirche hinweist und als ein Beispiel die Lage in Afrika nennt. Sinngemäß heißt es, beide Seiten, Europäer wie Afrikaner, hätten jeweils eigene Probleme, die jeweils vor Ort am besten gelöst werden könnten.

Wörtlich sagt Kasper an der fraglichen Stelle: "Die lokalen Bischofskonferenzen müssen Raum haben, ihre eigenen Probleme zu lösen. Ich kann nicht für Afrika sprechen. Das ist nicht möglich. Aber sie sollen auch nicht zu sehr sagen, was wir tun sollen (lacht). So wäre es das Beste." (Englisch: "There must be space also for the local bishops' conferences to solve their problems. But I can't say for Africa. It's impossible. But they should not tell too much what we have to do. It's best.") Kasper war am Freitag zunächst nicht persönlich für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Welt >>

Kardinal Kasper und afrikanische Bischöfe!
Zenit hatte Kasper mit folgenden Aussagen zitiert: Afrikanische Bischöfe „sollen uns nicht zu sehr erklären, was wir zu tun haben“
Kath.net >>

Synode der Medien
Ja, es gibt eine Synode der Medien. Ja, es gibt Leute, die Aussagen entstellend in die Medien bringen. Die Übeltäter findet man aber nicht bei den üblichen Verdächtigen, sondern bei denen, sie sich normalerweise als Opfer böser Kampagnen sehen. Beispiel: Die Äußerungen von Kardinal Walter Kasper von Mitte der Woche.
Der Kardinal schildert das Ereignis, der Journalist, der das veröffentlicht hat, hat eine andere Version. Und auf diese Version baut er dann den unausgesprochenen Vorwurf auf, Kardinal Kasper habe sich rassistisch geäußert. Es geht um Werte und Kulturen, so viel ist unumstritten. Der Journalist und seine Helfershelfer haben dann so laut wie möglich „Skandal“ geschrien, schlicht um Kardinal Kasper zu schaden.
Blog von Pater Bernd Hagenkord SJ >>

Text-Transkription und Audio:
Statement on Cardinal Kasper Interview
Edward Pentin Blog >>

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